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Das Metropolis Kino in Hamburg veranstaltet vom 23. bis 26. Juli das 16mm Festival Grainy Days - Zweite Edition. An 4 Tagen geht es mit Vorführungen von 16mm Kurz- und Langfilmen, Stummfilmkonzert und Workshop nur um das Format 16mm. https://metropoliskino.de/themen?theme=171
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Nun möchte ich allen Interessierten das schon angekündigte Zusatzgerät für den B&H Character Title Writer vorstellen, welches ich nun endlich fertig gestellt habe. Ich habe ja schon in Teil 1 und Teil 2 meiner Begeisterung für den Title Writer Ausdruck verliehen und bin jetzt rundherum zufrieden, mit dem selbstgebauten Zusatzgerät die Möglichkeiten erheblich erweitert zu haben. Aber von vorn! 1. Rolltitel In den schon erwähnten FILMO TOPICS aus den 30er Jahren wurden immer mal wieder gute Ideen von Anwendern des Writers zum Erstellen von Titeln im Allgemeinen und Tricktiteln im Besonderen beschrieben. Beim Schmökern stieß ich auf selbstgebaute Geräte für Rolltitel, welche dort vorgestellt wurden. Hier das Beispielfoto einer Konstruktion aus den FilmoTopics Ich fand das sehr inspirierend und machte mich an eine eigene Umsetzung. Da ich noch verschiedenes Holz aus anderen Projekten übrig hatte (Rundhölzer und Rechteckteile aus Buche), wollte ich das gleich unter dem Motto „Einfälle statt Abfälle“ mit verarbeiten. Ich ging zu einem guten Freund der eine Werkstatt besitzt, in der man alle Gerätschaften und Materialien findet, um auch solche Projekte umzusetzen. Darüber hinaus hat er das nötige Know-How für spezielle Wünsche und Anliegen, die mit solch einem Unterfangen verbunden sind. Er half mir sehr bei den nun folgenden Arbeiten. Als erstes wurde eine Basisplatte aus dem Rest einer alten Schranktür aus den 50er Jahren gefertigt, welche in der Breite dem Writer entspricht, aber etwas länger als dieser ist. Auf die Verlängerung montierten wir ein aus meinen Holzresten bestehendes rechteckiges Holzgestell, in welches Führungslöcher für zwei Achsen gebohrt wurden. An diesen sollte dann die Papierrolle befestigt und gedreht werden, auf welcher die Rolltitel gestaltet sind. Um den Writer sicher auf der Basisplatte zu fixieren, habe ich in das andere Ende zwei Dübel eingelassen, um ihn auszurichten und rutschfest zu befestigen. Die schon vorhandenen Rundhölzer wurden auf die richtige Länge gebracht, um im Gestell als Drehachsen zu dienen. Für das Drehen der Achsen brauchte ich eine Kurbel. Ich wollte nicht einfach Metall zurechtbiegen, wie auf dem Beispielfoto aus den FILMO TOPICS zu sehen ist. Ich hatte dann plötzlich die Idee, vielleicht den HAND CRANK meines Filmo 70-DR für solch eine Funktion zu benutzen, denn den hatte ich ja nun schon. Nach dem Bohren von Sacklöchern und dem Einbringen eines Querstiftes in diese konnte ich den HAND CRANK einstecken und sicher drehen. Er eignet sich super für diese artfremde Nutzung. Zwischenbemerkung: Einige Vorstellungen, u.a. wie ich die Titelrolle an den Achsen anbringe und drehe, ließen sich nicht so umsetzen wie ich es gedacht hatte. Auf die einzelnen Irrwege gehe ich hier aber nicht extra ein, da das Endergebnis sehr zufriedenstellend ausfällt. Auch Kollege Zufall war in vielen Fällen ein sehr guter Begleiter… Aber nun weiter. Damit die Achsen während des Drehens nicht aus ihren Führungen rutschen, haben wir eine 2mm breite Nut in sie gefräst und in das Gestell auf ihrer Höhe Rampamuffen in vorgebohrte Löcher eingeschraubt. In diesen sitzen sind nun Flügelschrauben, welche in die Vertiefungen greifen und gerade so fest angezogen werden, das sich die Achsen noch locker drehen lassen. Natürlich kann man sie auch feststellen, was u.a. für das Einspannen der Papierrolle sehr nützlich ist. Für den Kartenhalter des Writers hat meine Frau einen Überzug aus mit Vlies unterfütterten schwarzem Samt genäht. Über den Halter gestülpt dient er dazu, die Rolle aus dünnem Karton mit leichtem Widerstand sanft, gleichmäßig und ohne Ruckeln zu bewegen. Die Papierrolle wird an der oberen Achse durch Falten befestigt und auf dieser aufgerollt. Dazu habe ich aus schon vorhandenem Draht Bügel gebogen, die durch Bohrungen geschoben und befestigt werden. Die untere Achse wird festgestellt und das Papier gleitet beim Durchrollen zwischen Bügel und Achse. Auf dieser habe ich für ruckelfreies Gleiten auch noch Samt angebracht. Der Drahtbügel an der unteren Achse ermöglicht Bremswirkung, die ich durch Drehen und Feststellen selbiger so einstellen kann, daß sich die Papierrolle straff über den Kartenhalter spannt und trotzdem gut gleitet. Hier sieht man nun die komplette Vorrichtung. Die ganze Ausführung ist sehr zufriedenstellend gelungen und das Drehen des beschrifteten Papiers geht locker und geschmeidig „von der Hand“. Ich musste nur erst ein wenig üben, gleichmäßiges Drehen und richtige Geschwindigkeit mit der Handkurbel zu meistern. Die Forenten, welche in Deidesheim beim Filmabend waren, konnten sich vom ersten Ergebnis meines Tuns bei dem Abspann eines eigenen Films überzeugen. 2. Tricktitel Während die Arbeit am Gerät Fortschritte machte, erinnerte ich mich an eine Werbung für die 3.Variante des B&H Character Title Writers. In dieser wird die Möglichkeit dargestellt, das Gerät vertikal zu nutzen und es wird sehr schön beschrieben, wie diese Aufstellung das Anwendungsspektrum des Gerätes erweitert. Hier die Werbung von 1938 Das geht mit meinen beiden Exemplaren alleine so nicht, da die seitlichen Metallstreben anders gestaltet sind. Ich hatte die Idee, mal zu testen, ob das Zusatzgerät als Stützkonstruktion für den vertikal aufgestellten Writer taugen könnte. Ursprünglich von mir nur für die Erstellung von Rolltiteln gedacht, erlaubte die stabile Bauweise genau das. Dazu wird er mit zwei C-Klemmen an dem rechteckigen Gestell mit den zwei Achsen befestigt und die ganze Konstruktion wird damit quasi zu einem Minitricktisch. Kleiner und kompakter geht es mit dem B&H Title Writer wirklich nicht. Nun lassen sich auch die in der Werbung beschriebenen Tricktitel und kleinen Animationen bewerkstelligen. Hurra!!! Ich kann natürlich mit aufgeklapptem Titelkartenhalter agieren, aber wenn ich ihn einklappe, kann die Basisplatte selbst als Träger für verschiedene Titelhintergründe genutzt werden. Dafür habe ich in schwarzen Karton, welcher so groß wie die Basis selber ist, eine Maske geschnitten. Diese ist etwas größer als der Titelkartenhalter und dient als Markierung des Bildausschnitts. Die Ausrichtung auf die Bildmitte geschieht, wie gehabt, mit dem PRÈCIAX MARGUET. Nun kann ich alle möglichen Arten von schwarzem/weißem/farbigem Karton, Folie u.a. als Titelhintergrund nutzen, indem ich diese in die Maske schiebe. Der Karton mit der Maske wird einmal durch das Aufstecken auf die schon vorhandenen Dübel und zum anderen vom Writer selbst auf der Basis fixiert. Die Ausleuchtung des Bildes bei Arbeiten in vertikaler Position mache ich allerdings nicht mit den originalen Glühlampen. In einem Beitrag in den FILMO TOPICS wird davon abgeraten, sie in horizontaler Lage brennen zu lassen. Dort wird empfohlen, stattdessen Glühbirnen mit 100W statt 165W zu benutzen. Ich habe zwar einen Dimmer, möchte aber kein Risiko eingehen, da sie ja nach den langen Jahren noch so schön funktionieren. Stattdessen kommen nun Teile zum Einsatz, welche ich auch schon habe. Ich benutze ein altes DDR-Stativ mit Kugelkopf, an welches das LED-Panel geschraubt und in die richtige Position gebracht wird. Alles, was ich an normalen Titeln wie auch kleinenTricktiteln umsetzen möchte, funktioniert nun mit dem selbstgebauten Minitricktisch in 16mm (Bell&Howell Filmo 70) sowie 8mm (Bolex H8 und D8LA). Am Anfang dachte ich lediglich an die Funktionalität des Gerätes, aber nachdem der kleine Tricktisch nun so schön geworden ist, habe ich ihn noch geschliffen und geölt. Zu guter Letzt schraubte ich Gummifüßchen, welche eigentlich für Schneidebretter in der Küche gedacht sind, an die Basisplatte, um ein Wegrutschen der ganzen Konstruktion zu verhindern. Ein ganz besonderer Dank geht an den Freund mit seiner Werkstatt und an meine liebe Frau, denn ohne deren Hilfe hätte ich die Idee nicht umsetzen können 😃🥰 Ich hoffe, mein kleiner Bericht ist anschaulich und nachvollziehbar und ganz sicher werde ich viel Spaß mit meinem selbstgebauten Minitricktisch haben…
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Ich möchte hier gerne eine neue, positive Erfahrung mit einem Objektiv teilen. Vor geraumer Zeit habe ich es mir für meine Filmo 70 gekauft und vielleicht gibt es hier Forenten, die auch schon damit gefilmt haben? Som Berthiot Cinor 20-1,9 20mm ist eigentlich die Normalbrennweite vom Format 9,5 und mit C-Mount ist dieses Objektiv recht selten zu erhaschen aber dann trotzdem nicht zu teuer. Mich hatte es interessiert, da an meinem Filmo 70-D u.a. diese Brennweite am Sucher eingestellt werden kann. Mit dieser hat man ja auch etwas mehr Spielraum bei der Tiefenschärfe im Vergleich zu 25mm, welche als übliche Normalbrennweite für 16mm gilt. Ein erster S/W-Film mit diesem Objektiv am Filmo 70-D hat mich vor einiger Zeit von seiner Bildqualität sehr überzeugt. Alles ist schön kontrastreich und scharf. Nun wollte ich sehen, wie es sich mit Farbfilm schlägt. Also habe ich am diesjährigen Ostersonntag, zum ersten Ostereiersuchen unseres kleinen Sohnes, einen Ektachrome 100D in meinen Filmo 70-E geladen. Diese Kamera hat, im Gegensatz zu meinen anderen Filmo 70, nur eine Suchermaske für 25mm, aber an jeder Seite derselben kleine Einkerbungen, die das Bild erweitern und ziemlich genau der Brennweite von 20mm entsprechen. Wie sich beim Anschauen des fertigen Films zeigte, ist dieser Umstand für das Kadrieren völlig ausreichend. Dieses Modell ist, nur mit dem einen Sucher bestückt, vergleichsweise kompakt und das Cinor ist auch recht leicht. Das ist meine kompakteste und „leichteste“ 16mm-Kombination für 30m-Spulen. Normalerweise habe ich in der Vergangenheit sehr oft das Switar 25-1,4 für Farbaufnahmen genutzt und war immer sehr zufrieden damit. Nun aber ein Versuch mit dieser Optik. Schon beim Anschauen des entwickelten Materials durch meinen „B&H Picture Magnifier“ sahen die Bilder sehr scharf und kontrastreich aus. Auch die Farben des Ektachrome leuchteten sehr klar und intensiv. In der Projektion bestätigte sich der Eindruck und ich muss sagen, daß dieses Objektiv den Vergleich mit dem Switar 25 nicht zu scheuen braucht. Es scheint mir sogar ein wenig besser zu sein, zumindest im Vergleich mit dem Switar, welches sich in meinem Besitz befindet. Das ich natürlich nur meinen subjektiven Eindruck in die Waagschale werfen kann, ist klar. Also, in Zukunft wird das nun häufiger, auch an meinen anderen Filmo 70, genutzt.
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Nach nun schon ca. einer Dekade begeisterter Beschäftigung mit dem Schmalfilm ist etwas eingetreten, was wohl einige beim Anschauen des Selbstgefilmten dann doch immer mal wieder vermissen: Filmtitel! Am Anfang war es irgendwie egal, da ich erstmal Erfahrungen mit dem Filmen an sich machen wollte und es reichte mir, nur die „nackten“ Filme durch den Projektor laufen zu lassen. Mein erstes Format war N8, später kam 16mm und ein wenig S8 dazu. Dafür habe ich Projektoren, Klebepressen, Filmbetrachter und andere nützliche Dinge angeschafft. Das Thema Filmtitel kam mir aber doch immer mal wieder in den Sinn und den ersten eigenen Titel habe ich dann mit dem „B&H Block Letter Titler Outfit“ für einen 16mm-Film angefertigt. Ich erstellte vor einiger Zeit hierzu im Forum einen Thread: „Titel mit B&H Block Letter Outfit und Bolsey Cine Fader“ Mittlerweile habe ich damit auch schon einige Zwischentitel für Filme im Format Doppel 8 gemacht. Nun möchte ich über eine andere schöne Entdeckung berichten! Ab 1930, also 7 Jahre nachdem die „Filmo Automatic Cine Camera“ von Bell & Howell auf den Markt kam, brachte selbige Firma auch die monatliche Zeitschrift „Filmo Topics“ mit vielfältigen Beiträgen zum Filmen im Allgemeinen und der Kamera im Besonderen heraus. Da ich einige dieser schönen 16mm-Kameras benutze, sind die Inhalte in den alten Zeitschriften fachlich und zeitgeschichtlich sehr interessanter, vergnüglicher Lesestoff und manches davon, wie man gleich sehen wird, auch heute noch erfolgreich nutzbar. Bei der Lektüre stieß ich auf Artikel zum Thema Titelfilmen mit dem Hinweis auf ein Gerät für den Filmo 70. Dieses scheint demnach das erste Titelgerät für den 16mm-Amateurfilm gewesen zu sein. Ich machte mich auf die Suche und erwarb eines: „B&H Character Title Writer“ von ca.1930 Zu meiner großen Freude deutete einiges darauf hin, daß es, wenn überhaupt, nur sehr selten in Benutzung war. Das Gerät befindet sich in einem schönen, mit grünem Samt ausgekleideten Koffer mit diversen Fächern für das Zubehör. Die Basisplatte ist aus hübschem Magnolienholz, das ich mit einem Pflegemittel behandelt habe, welches mir von einem Möbelrestaurator wärmstens empfohlen wurde und dieses alte Holz nun wieder in neuem Glanz erstrahlen läßt. Es heißt „Ruja-Möbelpfleger“. Die anderen Teile sind u.a. aus Stahl, Messing, Porzellan und Bakelit gefertigt. Es sind kaum Kratzer am Gerät und auch fast alles Zubehör in makellosem Zustand erhalten. Zum Zubehör gehören: 1 Focusadapter mit Prisma für Paralaxenausgleich, eine Ausrichtungskarte für das Bildfeld, 2 x12 schwarze Titelkarten, eine Schablone um das zu Schreibende gerade auszurichten, 2 Federn, 1 Federhalter, 1 ungeöffnetes(!) Fass weiße Tinte (Johnston’s „Snow White“ WHITE INK) mit Anleitung und Reinigungstuch, 2 GE Mazda Projektionslampen (110V/165W), das Netzverbindungskabel mit Schalter und ein Adapter, vermutlich zum Stromziehen aus einer damaligen Lampenfassung. Eine Bedienungsanleitung habe ich aus einem anderen Angebot bei Ebay herauskopiert. Meinem Kauf lag noch die Patentschrift als Kopie bei. Da die Glühbirnen mit 110V betrieben werden, habe ich sie von einem freundlichen Elektrofachmann in Reihe schalten und die Kabel und Verbindungen überprüfen lassen. Alles ist nun sicher! Einen Netzadapter Amerika/Europa musste ich auch noch anschaffen und nach dem ersten Einschalten stellte ich zu meiner großen Freude fest: Die alten Leuchtmittel funktionieren noch! Ich habe damit nun zwei Möglichkeiten das Bild auszuleuchten: 1. Benutzung der originalen Leuchtmittel in Kombination mit einem modernen Dimmer (ausgelegt bis 300W) 2. Modernes LED Video Light Die für scharfe Bilder erforderliche kurze Distanz (ca. 33cm) wurde ursprünglich mit dem zwischen damaligen Fixfocusobjektiv und Kamera geschraubten Focusadapter hergestellt, welcher auch ein eingebautes Prisma besitzt, das die Paralaxe des Seitensuchers ausgeglichen hat. Das ist für mich nicht mehr nötig, da an zwei meiner Filmo 70 eine Scharfstellhilfe (Critical Focuser) ist, die es beim Erscheinen des Titlers an den Kameras noch nicht gab. Damit kann ich auch mit anderen Objektiven direkt auf die Titelkarte scharfstellen. Mein TTH Cooke Ivotal Anastigmat 25/1,4 eignet sich mit seiner Naheinstellgrenze für die kurze Distanz perfekt. Die Ausrichtung der optischen Achse auf die Bildmitte ist durch einen Metallwinkel gewährleistet, auf den die Kamera geschraubt wird. Mit den Filmo 70-DL und -DR die am Durchsichtssucher einen Parallaxenausgleich besitzen, kann ich den gestalteten Titel zumindest horizontal im korrekten Bildausschnitt schon im Vorhinein begutachten. Die weiße Tinte habe ich geöffnet, um zu schauen, in welchem Zustand sie nach 95 Jahren noch ist. Sie hatte eine pulverähnliche Konsistenz und ein paar Tropfen Wasser machte sie tatsächlich wieder schreibfähig. Die originalen Federn sind durch leichte Verbiegung nicht mehr nutzbar, darum werden dafür eben neue benutzt. Ich kann natürlich auch mit einem modernen weißen Fineliner arbeiten. Mal schauen, was sich am besten eignet und gut aussieht. Die originalen schwarzen Titelkarten behalte ich als Sammlerobjekt und nutze da nun neuen schwarzen Karton. Hier das Gerät mit dem Filmo 70-DR: Es handelt sich bei diesem von mir erworbenen Gerät um die zweite Version. Vermutlich gab es insgesamt drei Versionen. Die erste und zweite Version sind sich mit ihren 110V/165W-Glühbirnen und starren Halterungen für diese sehr ähnlich. Die Reflektoren unterscheiden sich nur dahingehend, als daß die der ersten Version innen silberfarben beschichtet und außen grün lackiert sind, während die der zweiten Version innen und außen gleich beschichtet erscheinen. Die zweite Version hat überdies noch zwei senkrechte, ca. 3cm hohe Querschienen auf der Basis. Ob das funktionelle oder kosmetische Gründe hat, kann ich nicht sagen. Bei der dritten Version fehlen diese wieder, dafür hat sie bewegliche Halterungen, für nunmehr 110V/100W-Glühbirnen. Die Patentanmeldung für das Gerät erfolgte am 10.09.1926 und die Patenterteilung am 03.07.1928. Werbung von 1927: Werbebild der zweiten Version aus den „Filmo Topics“ Anfang 30-ger Jahre: Werbung für die dritte Version aus den „Filmo Topics“ 1938: B&H Character Title Writer mit Bolex H8 Für meine 16mm-Filme hatte ich nun eine schöne und stilechte Möglichkeit und plötzlich kam mir eine verrückt scheinende Idee: Wäre es vielleicht machbar, auch meine Bolex H8 an diesem Gerät zu verwenden? Mit einem Gewindeadapter in der Stativaufnahme der Bolex (Bolex 3/8 Zoll Kongressgewinde auf Filmo 70 1/4 Zoll) hätte ich die Kamera festschrauben können, aber leider war der originale Metallwinkel seitlich etwas zu knapp. Was also tun? Ich habe mir noch einen Title Writer (diesmal die erste Version) für sehr wenig Geld aus der Bucht gefischt, den Winkel abgeschraubt, zurechtgebogen und die Bolex sitzt nun, genau wie der Filmo, horizontal an der richtigen Stelle. An diesem Metallwinkel war, im Gegensatz zum anderen Writer, ein schwarzes Filzstück als Kratzschutz angebracht. Dieses wurde von mir durch ein Neues ersetzt und am anderen Writer auch noch angebracht. Zu guter Letzt war die optische Achse, u.a. auch durch den Gewindeadapter, vertikal noch ca. 4mm zu hoch. Also habe ich unter dem Titelkartenhalter Unterlegscheiben platziert, um die Karte um dieses Maß höher zu bekommen. Jetzt stimmte die komplette Ausrichtung auch mit der Bolex. Da es eine Non-Reflex ist, stelle ich einfach mit deren Genaueinstellsucher (Eye-Level Focus) auf die Karte ein. Als Objektiv kann ich das Switar 12,5/1,5 oder das Yvar 13/1,8 nehmen, welche sich aufgrund ihrer Naheinstellgrenzen für die kurze Distanz sehr gut eignen. Das Gerät habe ich wieder vom Elektrofachmann überprüfen lassen. Die Leuchtmittel wurden in Reihe geschaltet, aber diesmal mussten die alten Kabel durch neue ersetzt werden. Die drei originalen Glühbirnen (wieder GE Mazda Projektionslampen 110V/165W) dieses Kaufes funktionierten überraschenderweise auch noch. Neben dem Koffer war an Zubehör noch der Focusadapter mit Prisma für den Paralaxenausgleich, 10 schwarze Titelkarten und das Netzverbindungskabel mit Schalter dabei. Title Writer mit H8: Wie man auch in den Werbefotos teilweise sieht, kann sich der/die Filmende durch Schrägstellen der Konstruktion beim Titelschreiben auch selbst filmen! Da meine Frau auch Zwischentitel für das Filmtagebuch unseres Söhnchens anfertigen möchte, fängt sie jetzt schon mal an zu üben, wie man auf diesem Foto sehen kann 😃 Nun kann ich an diesem eigentlich für den Filmo 70 hergestellten Gerät auch die H8 benutzen und, wenn es passt, speziell für die 30,5m-Rollen schon vor geplanten Anlässen individuell gestaltete Zwischentitel erstellen, ohne sie im Nachgang hineinschneiden zu müssen. Dafür kommt es auf jeden Fall nun regelmäßig zum Einsatz und ich werde mich nun beim Erstellen von Titeln richtig „austoben“ können. Ich habe kürzlich 2 Filme (Fomapan 100R) in beiden Formaten „geopfert“ und Probeaufnahmen zur Kontrolle des Bildausschnitts gemacht und mit meinen zwei zur Verfügung stehenden Beleuchtungsvarianten Belichtungsreihen mit weißer Schrift auf dunklem Karton und schwarzer Schrift auf hellem Karton, Fades mit dem Dimmer und kleine Tricktitel angefertigt. Ich bin sehr gespannt, an welchen Stellen ich möglicherweise nachjustieren muss und denke, diese Vorarbeit verschafft mir Erkenntnisse für den sinnvollen Einsatz der beiden Geräte im Rahmen meiner Ansprüche und Möglichkeiten. Ganz besonders freue ich mich darauf, einige Titelideen aus den eingangs erwähnten „Filmo Topics“, die sich diverser Techniken aus den Pioniertagen der (Amateur)-Kinematographie bedienen, umzusetzen. Alles in allem sind diese alten Title Writer sehr kompakte, gut zu handhabende und darüberhinaus auch noch sehr schön aussehende Geräte. Und diese komplett analog - handwerkliche Verfahrensweise ist natürlich aufregend, hochinteressant und mit sehr viel Freude verbunden! Ich werde wieder berichten😃
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Hallo zusammen, ich habe kürzlich einen Bauer B11 Filmprojektor bekommen und wollte das Gerät hier einmal kurz vorstellen. Scheint ein älteres, professionelles Kinogerät zu sein – Zustand optisch gut, zur Funktion kann ich aktuell nichts sagen. Falls jemand Infos dazu hat oder Erfahrungen mit dem Modell – gerne melden 🙂
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Elektrotechnisch bin ich etwas unbedarft, daher folgende Frage: Die elektrische Blendensteuerung im Manuellbetrieb - wie genau ist diese, wenn zum Beispiel weniger Spannung als vorgesehen anliegt? Also z.B wenn ich bei meiner Elmo c-200 nur 3V statt 3.9V anlege, so kann ich manuell nur bis ca. Blende 11 abblenden, dann ist Sense. Aber ist das dann auch Blende 11? Generell: wenn ich bei solchen Drehspulinstrumenten einen gewissen Blendenwert im Sucher angezeigt sehe, stimmt der dann oder kann es da wegen falscher Spannung zu Aweichungen kommen?
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- belichtungsmesser
- spannung
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Vom Album Hokushin X-500H
Der rot markierte Trimmer ist der einzige Einstellregler im Netzteil. Damit lässt sich der Lampenstrom im Bereich von 23 bis 27 A einstellen. Der Regler ist ein Cermet-Typ. Man muss allerdings deutlich daran drehen, damit beim Lampenstrom überhaupt etwas passiert. Ein Amperemeter im Lampenstromweg habe ich extra nachgerüstet.-
- 16mm
- !6mm projektor
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Vom Album Hokushin X-500H
Hier die Anschlüsse des netzteils auf der Rückseite. Links der Netzeingang, ein dreipoliger Hirose-Stecker. Es könnte ein GX35-Typ sein. Rechts der Ausgang zum Projektor mit einem 16poligen JR(?)-Typ.- 1 Kommentar
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Ich kann es nicht lassen und möchte meine Freude hier teilen! 🙂 Kürzlich entdeckte ich bei Ebay Deutschland diese 16mm-Kamera ohne Objektive. Das Fehlen selbiger stellte aber kein Problem dar, da ich zum Glück nun schon eine erkleckliche Anzahl mein Eigen nennen darf. Der Zustand war allem Anschein nach sehr gut. Nun hatte ich ja schon 3 Filmo 70 aus unterschiedlichen Jahrzehnten. Filmo D (20-ger Jahre), Filmo E (30-ger Jahre) und Filmo DL (50-ger Jahre). Wie schon gesagt, ich kann es nicht lassen und jetzt kam mit dem Modell Filmo 70-DR (Baujahr 2. Hälfte 50-ger Jahre) der vierte Dauergast dieser Modellreihe in meinen Besitz. Von rechts nach links: 70-E, 70-D, 70-DL, 70-DR Er ist dem Filmo DL sehr ähnlich. Der Hauptunterschied ist, das der Objektivrevolver mit dem Sucherrevolver gekuppelt ist, damit die Brennweite des Aufnahmeobjektivs nach dem Eindrehen vor das Filmfenster mit der des kleinen Sucherobjektivs sofort übereinstimmt. Auch der Deckel ist mit optisch etwas anderen Verschlüssen versehen. Wie beim DL haben die Zahntrommeln eine Zahnreihe. Meine beiden frühen Modelle sind nur mit doppelt perforiertem Film zu betreiben, den es aber erfreulicherweise noch gibt. Irgendwie bin ich ein Fan dieser unverwüstlichen 16-mm-Kameras geworden, da sie in aller Regel, wie auch hier, schnell wieder zu zuverlässigem Laufen gebracht werden können. Mit den anderen Modellen des Filmo 70 habe ich ja in den letzten Jahren diese Erfahrungen machen dürfen. Auch sind sie (noch) relativ preiswert. Die Kamera kam in erstklassigem optischen Zustande bei mir an. Allerdings, auch wie erwartet, völlig trocken nach offensichtlich langem Lagern und Nichtbenutzen. Das nun folgende Vorgehen, quasi eine Art „Wiederbelebung“, finde ich bei diesen Geräten aber so praktisch wie faszinierend. Nachdem ich alle vorgeschriebenen Stellen geölt hatte, lief die Kamera wieder ganz ordentlich, aber noch nicht richtig rund im Vergleich zu den anderen Modellen. Der Geschwindigkeitsregler ließ sich zum Glück sehr gut bewegen, was allerdings beim Filmzähler auch nach dem Ölen nur sehr schwer möglich war. Ich habe mich in Geduld geübt, die Kamera in unterschiedlichen Positionen gelagert und einen Tag gewartet. Dann wiederholte ich das Ölen noch einmal großzügig und es war schon viel besser. Auch der Filmzähler ließ sich nun leicht bewegen und der Antrieb mit der Rückspulkurbel war wieder weich und rund. Ganz zufrieden war ich aber noch nicht, da in einer bestimmten Lage die Kameramechanik noch etwas lautere Geräusche machte. Nun habe ich, wie bei anderen Filmo 70 auch, den Fön benutzt. Mehrmaliges Erwärmen, ein paar mal aufziehen und ablaufen lassen und siehe da: die Geräusche waren weg und die Kamera läuft in allen Lagen ruhig und rund. Offensichtlich war nun alles Öl an die richtigen Stellen gelangt und schmiert wie erwünscht die Mechanik. Toll!!! Mit eingelegtem Probefilm laufen auch die höheren Geschwindigkeiten sauber ab. Die 2 kleinen Sucherobjektive (1 inch, 3 inch) und ein Bodycap saßen am Sucherrevolver so fest, daß ich mit Zange und Lederläppchen vorgehen musste, um sie zu lösen. Auch das spricht für eine lange Zeit der Nichtbenutzung. Den schönen Lederriemen habe ich zum Schluss mit Lederfett (Gutra) behandelt, damit er nicht brüchig wird. Mit eingelegtem Probefilm laufen auch die höheren Geschwindigkeiten sauber ab und die Kamera wird demnächst, vielleicht u.a. auch in Deidesheim, mit frischem Film „gefüttert“.
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Vom Album Hokushin X-500H
Elko oder Widerstand, das ist heir die Frage? Nichikon war eigentlich für Kondensatoren bekannt. Könnte auch ein Folienkondensator sein. Aber was bedeutet die Angabe 0,22K?- 3 Kommentare
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Weiß einer, welches Bauteil was ist? Den Trafo und den Hochspannungsübertrager (?) kann ich erkennen. Aber was ist der rote Drops und das weiße Dings, was wie ein Leuchtstofflampenstarter aussieht?- 1 Kommentar
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Die Relaisplatte gehört vermutlich zum Zündgerät. Dahinter hat man weitere Bauteile versteckt. U.a. den Hilfsphasen-Kondensator. -
Vom Album Hokushin X-500H
Der Motor ist ein Drehstrom-Asynchronmotor mit Hilfsphasen-Kondensator. -
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Vom Album Hokushin X-500H
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Vom Album Hokushin X-500H
Dieser Kasten wiegt rund 20 kg und beinhaltet das Netzteil und einen Gleichrichter in konventioneller Lineartechnik. Also großer, schwerer Trafo, Gleichrichterdioden und große, fette Elektrolyt-Kondensatoren. Das Gerät ist für 120 Volt vorgesehen. Der Trafo ist so zugebaut, dass ich noch nicht erkennen konnte, ob man das Netzteil auf 230 Volt umrüsten kann. -
Vom Album Hokushin X-500H
Der Einspanndurchmesser für das Projektionsobjektiv beträgt untypische 45mm. Das eigentlich für Bauer-P Projektoren gedachte Objektiv passt nur mittels Adapterring an den Projektor. -
Vom Album Hokushin X-500H
Es handelt sich um ein Gerät für 120/110V. Baujahr 1983. -
Vom Album Hokushin X-500H
Hokushin X-500H 16mm Projektor mit 500 Watt Xenonlampe. -
Sie entsteht 1945-46, zur selben Zeit wie die 35er Caméflex von Eclair. Sie hat eines der besten Gehäuse aller Schmalfilmkameras. Wie ihr Vorbild, der Ciné-Kodak Special, steht die Pathé-WEBO M großflächig auf dem Stativ. Die optische Achse ist so tief wie nur möglich gelegt, wodurch man unglaublich dicht ans Objekt herankommen kann. Ein einfaches Objektiv und Zwischenringe genügen für fantastische Makrobilder. Für lange Brennweiten ist größte Stabilität gegeben. Die Feder zieht 980 Bilder durch. Der wie bei der Paillard-Bolex-H stehende Fliehkraftregler sorgt für einen weiten Bereich von Bildfrequenzen, nämlich von Tempo 8 bis 80. Filmrückwicklung ist möglich im Umfang eines Federaufzugs, also der genannten Anzahl Bilder. Zählwerke in Fuß, Metern und Bildern ermöglichen exaktes Arbeiten. Die WEBO M hat als einzige Schmalfilmkamera ohne Spiegelreflexsucher einen Verschluß in Schmetterlingausführung, d. h. mit zwei Flügeln bei halber Umdrehungsgeschwindigkeit. Als verstellbarer Umlaufverschluß läuft er unmittelbar vor der Bildfensterplatte, näher am Film geht es kaum. In der Geschlossenstellung wird ein kleines Blattfederchen mit einem Zahnrad zur Berührung gebracht, was ein schnarrendes Geräusch macht. Es soll einen daran mahnen, daß der Film unbelichtet bleibt. Diese Rätsche funktioniert auch rückwärts. In den Stellungen zu, ¾ geschlossen, halb geschlossen, ¼ geschlossen und offen rastet der Verstellhebel ein. Saubere Sache Der Filmkanal ist leider nicht auf der Höhe anderer Kameras. Die Filmseitenführung verursacht mir leichte Bauchkrämpfe, wenn ich an die Normen und ans Kopieren denke. Es ist schon eigenartig: In Frankreich setzt man sich immer wieder über wichtige technische Vereinbarungen hinweg. Sogar bei der 35-mm-Kamera Aaton Penelope ist die Filmseitenführung verkehrt gebaut. Die Federwirkung der Seitenbleche ist minimal. Der Reflexsucher der Pathé-WEBO M besteht aus einer Membrane im 45-Grad-Winkel zwischen Objektiv und Film, eine dünne Glasscheibe, und einem Linsen-Mattscheibe-System. Die einseitig entspiegelte Membrane wirft etwa fünf Prozent des von der Optik kommenden Lichts zur Seite. Im Gegensatz zum Prismenblock der Paillard-Bolex-H Reflex gibt es bei dieser Ausspiegelung keinen Fokusversatz, weshalb jedes Objektiv mit C-Fassung verwendet werden kann. Das C-Gewinde darf 3,8 Millimeter lang sein. Der Dreierrevolver der Pathé-WEBO kann auf einfache Weise blockiert und freigesetzt werden. Als ganz kleines Manko ist zu werten, daß man beim Revolverdrehen an die Objektive faßt. Das Filmeinspannen muß geübt werden, doch das ist Ehrensache für Filmer. Selbst die teuersten Berufskameras haben keine Einfädelautomatik. Nach zwei, drei Filmrollen macht man das ganz selbstverständlich. Nachdem man den Deckel aufgesetzt und verriegelt hat, erfährt man ein Gefühl der Sicherheit. Das habe ich bis heute nur bei dieser Kamera erlebt. Jüngere Modelle sind mit einer Einfädeleinrichtung ausgestattet. Für den Service-Techniker ist die Pathé-WEBO eine besondere Herausforderung. Im Schaltwerk gibt es gerne Verschleiß am Auslösebolzen. Eine kleine Rolle statt bloßer Stahlkante diesem gegenüber oder gehärteter Bolzen wäre kein Luxus gewesen. Dafür sind die Reglerlager von außen her zugänglich, ein Detail, das einzigartig ist. Das typische Merkmal der Pathé-WEBO ist ihre billige Machart. Zwischen Zahnrädern und Wellen gibt es zuweilen Luft und wenn der Techniker die Befestigungsschrauben ungleichmäßig festzieht, läuft das entsprechende Zahnrad unrund. Falls also ein solches Gerät im Lauf miaut, dann war die Montage nicht sorgfältig gemacht. Es gibt jedoch einige Punkte im Getriebe, die den Mechaniker vor die Entscheidung stellen: Kamera fertig bauen, weil die Konstruktion ein Bruch ist, oder die Waffen strecken. Da ist zum Beispiel einfach zu wenig Platz für das kombinierte Sperrklinken-Zahnrad des Aufzugs, welches entweder an den Lötaugen des Federhauses kratzt oder am Zählwerkgetriebe schleift. Man kann es auf der Welle positionieren, wie man will, man kann auch die Welle axial einstellen, so weit etwas zu holen ist, die zuoberst befestigte Antriebscheibe der Wickelpeese kommt nie in Flucht mit dem Rest ihres Weges. Zudem stimmen die Profile der Peesenscheiben mit ihrem Querschnitt nicht überein. Mangelhafte Filmaufwicklung, unrunder Lauf, Verschleiß und als Folge teure Reparaturen brandmarken die „M“ als ewiges Sorgenkind. Die Platine mit Lagern fürs Getriebe und der Wickeltrommel wird bloß mit drei Schrauben niedergehalten. Als Monteur kann ich sie mit etwa einem halben Millimeter Spiel nach vorne, oben, hinten und unten beliebig fixieren. Es gibt keine korrekte Position, ich kann nur die beste finden. Einzig die Federbüchse ist seriös im Gehäuse verankert. Irgendwann hat man bei Pathé auf die vielen Beschwerden über mangelhafte Filmaufwicklung reagiert und den Umschlingungswinkel an der treibenden Scheibe vergrößert: Ich schätze diese klassische Amateur-Kamera ins untere Mittelfeld ein. Sie steht besser auf dem Stativ als manche andere, bietet viele Möglichkeiten für Bildbeeinflussung und Tricks und verströmt mit ihren Gehäuserippen einen Charme von Zigarrenkiste. Altväterlich, französisch eigenwillig, viel stabiler als die Beaulieu Reflex, aber unsicher im Innern. Beim Modell BTL, Abkürzung von Behind The Lens, ist ein CdS-Fotowiderstand eingebaut, mit dem Messung des reflektierten Lichts erfolgt, und zwar des Lichts, das einerseits von einem hellen Lackring auf dem Verschluß abfällt und andererseits von der Filmoberfläche und heller Lackierung der objektivseitigen Bildfensterumgebung. Die Flächen sind aufeinander abgestimmt, damit im Lauf wie im Stillstand der gleiche Lichtstrom auf die Meßzelle fällt. Im Sucherrohr ist ein Drehspulinstrument angebracht, dessen Ausschlag mit der Objektivblende geregelt werden kann. Mit Blick durch den Sucher überwacht man den Ausschnitt, die Schärfeneinstellung und die letzte freie Variable der Filmbelichtung, die Irisblendenöffnung. Ältere Modelle haben die weiße Bemalung nicht. Die Pathé WEBO M sticht die Paillard-Bolex H beim Reflexsucher aus. Das Prinzip der Glasmembrane ist 1967 bei den Berufsfilmkameras von Mitchell eingeführt worden. Unsere französische Amateur-Kamera hatte es bereits 20 Jahre früher. Tatsächlich macht aber ein uralter Schaustellertrick mit teilweise spiegelnder Fläche, der schon vor der Französischen Revolution ausgewertet wurde, den Anfang. Während bei Paillard ein Doppelprisma von neun Millimetern Dicke eine gewisse optische Komplikation mit sich bringt, ist die Pathé-Membrane von gut einem Zehntel Millimeter Stärke optisch kein Problem, jedoch halt leicht zerbrechlich. Beim Reinigen ist allergrößte Sorgfalt geboten. Der Teufel steckt im Detail und so gibt es bei dieser Schmalfilmkamera noch einen Pferdefuß, die Befestigung der Reflex-Membrane. Angenommen, das Gläschen wäre an sich frei von inneren Spannungen, so müssen beim Befestigen desselben auf den vorgesehenen 45-Grad-Stützen der Frontplatte zwei gut ebene und miteinander fluchtende Oberflächen vorhanden sein. Schon ein Hundertstel Millimeter Abweichung bewirkt, daß die Membrane verbogen ist und in der Folge Verzerrung des Mattscheibenbildes besteht. Auch der Lichtweg durch die Membrane hindurch zum Film wird beeinflußt. Was bei der Beaulieu Reflex vom Spiel des Schwingspiegels als Abweichung besteht, daran trägt die Pathé WEBO M still und heimlich als Kreuz des Glases. Mit sorgfältiger Bearbeitung der Membranauflagen lassen sich die Verzerrungen aber auf wenige Tausendstel Millimeter verringern. Solche Abweichungen machen sich rechnerisch erst ab Blendenöffnung 1:1,12 bemerkbar. Die Kunst des Monteurs besteht darin, das Gläschen gleichzeitig im geforderten Winkel und frei von äußeren Spannungen zu befestigen. Ankleben ist dabei nur eine mögliche Methode. Ich möchte noch ein Wort über das Getriebe verlieren. Die Pathé-WEBO M hat Primzahlen-Zahnräder. Damit ist gleichmäßige Abnutzung eingerichtet. Sie hat aber auch zwei Schnecken auf dem Regler, eine sechsgängige, über die der Greifer angetrieben wird, und eine dreigängige, mit der die Verschlußwelle verbunden ist. Es ist wichtig, daß die Lagerzapfen und das Verstellgetriebe der langsamer bewegten Verschlußwelle gut geschmiert sind, denn wenn diese zu bremsen beginnt, wirkt sich das verhältnismäßig stark auf die Bildfrequenz aus, eben weil der Regler direkt davon betroffen ist. Dummerweise ist das vordere Lager der Verschlußwelle vom Kamerabenutzer für einen Tropfen Öl leicht erreichbar, das hintere hingegen nicht. Spricht die Pathé-WEBO M französisch? Gebrochen, denn auch sie kommt aus Amerika. Die Zugfeder hat die Höhe 0.65" und die Stärke 0.028". Weitere Zollmaße finden sich im Getriebe. Ein französischer feintechnischer Apparat, der nicht durchgehend metrisch hergestellt ist? Import aus den Vereinigten Staaten, der Entwurf und viele Teile! In Frankreich würde man nie eine Platine mit dem Sonnenrad des Federhauses vernieten. Der Federhaus-Zahnkranz hat den Diametral Pitch 36 (126 Zähne, Teilkreisdurchmesser 3½"). Das dritte Zahnrad hat DP 51 (85 Zähne, Tkd. 1⅔"). Weissbrodt und Broido haben nur Patente auf den verstellbaren Verschluß und die Streulichtmessung gehabt, z. B. US 2445288. Technischer Wert einer M ohne Objektive: € 180.
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Hello ! Sollte noch jemand 16 oder auch 35mm Einzelakte (ca. vor 1985) in dt. od. event. auch engl. herumliegen haben,so bitte melden bevor diese noch verrotten ! 📽️ Leichte Farbveränderungen sind lein Problem (nur sollte es nicht schon Essig sein) ! 👀 Genommen wird von A(bbA) bis Z(ombie) quer durch Alle Genres (bis auf HC) u. auch 3D !!! 😎 DANKE u. bitte per PN melden !!!
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- einzelakte
- 16mm
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