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Altes Royal-Kino in Frankfurt am Main


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Ihr beide ward ewig nicht hingegangen und gebt Euch jetzt gegenseitig recht. Ich wäre jede Woche dort gewesen, schon aus düsteren Vorahnungen heraus und in dem Wissen, möglichst keine Kinocenter und Fabrikkinos zu unterstützen.

 

"jede woche hingehen" bringt nicht weiter (hast Du ja selber erfahren)

 

mich hat eine übernahme des Royal Frankfurt aus mannigfaltigen gründen nie interessiert ... trotzdem bedauere ich den wegfall dieses kinos und erinnere mich gerne an besuche im ROYAL - viele große filme dort gesehen, mit einigen ehemaligen ROYAL-leuten verbinden mich freundschaften ... sehe darin keinen widerspruch...

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Interessant ist der Satz

Die Spüle, die Kinobänke – alles muss in zwei Wochen draußen sein. Die Sachen, für die kein Abnehmer gefunden wird, kommen auf den Müll. (pcb)

 

Also scheint man was "abgreifen" zu können

 

 

.

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Booa, du gehst doch auch nicht in Otto Manier zur Beerdigung und fragst nach der Wohnung? :lol:

 

warum eigentlich nicht, wenn es eine schöne wohnung ist :lol: :lol: :lol:

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G.Tag!

 

Man sollte zwar kein Leichenfledderer sein, aber hier ist´s eine Ausnahme.

Ich pilgere jedenfalls nochmal hin.

Ich denke, wenn möglich, werde ich mir ein paar Stühle krallen.

Es stehen schon genügend abholbereit hinter der linken Glas-Eingangstür.

 

Habe Raumausstatter-Fachmann im Kreise der Bekannten, der kann sie bei Bedarf evtl. adäquat restaurieren.

Schönere Schmuckstücke in meinem Heimkino´chen kann ich mir kaum vorstellen.

Das grenzt ja schon an Denkmalschutz, und noch besser, wenn man evtl. nichts zahlen muß.

Auf den Müll, das ganze MGM, welch Frevel.....

:cry:

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Da wirst Du wenig Glück haben, die Herrschaften gedenken für die verschlissenen Stühle € 100 pro Paar zu kassieren...

Der oben angegebene FNP-Artikel ist natürlich inhaltlich der Total-Hammer. Spare mir weitere Kommentare insbesondere zu den Zitaten darin!

 

Hoffentlich der letzte Akt des Trauerspiels!

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Da steht:

 

Auch einen Bauantrag für den Neubau gebe es noch nicht, sagte Dieter von Lüpke, der Leiter des Frankfurter Stadtplanungsamts.

 

dann dauert das noch Jahre bis da was passiert. Angeblich dauert ein Bauantrag in Frankfurt 4 Jahre.

 

Das Frankfurt Hoch 4 soll sich auch um 1 Jahr verspäten - d.h. auch das Kino da drinne wird dann ein später kommen (wenn es kommt).

 

 

.

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  • 1 month later...

Aus der Redaktion der FRANKFURTER RUNDSCHAU (neuerdings übrigens halb so groß und doppelt so verschnarcht):

 

Entwurf für "Royal"-Areal provoziert Protest

http://fr-aktuell.de/frankfurt_und_hessen/nachrichten/frankfurt/?em_cnt=1199202&sid=50e276c4afcc2aad19176a1774b61c45

 

 

An der Mauer des TURM-PALAST zur Bleichstrasse hin findet übrigens eine künstlerische Bemalung statt, was aber nichts daran ändert, daß wohl 2010 der Hammer fallen soll.

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Das Stammpublikum des ROYAL wurde älter & älter und ging/geht weniger oder gar nicht mehr ins Kino. Und das junge Publikum kam einfach nicht ins ROYAL. Es ging und geht lieber in die neuen modernen Multiplexe, die ja auch durchaus in der Lage sind, Filme ordentlich zu präsentieren und emotionales Filmerlebniss im entsprechenden Ambiente eines großen Kinos bieten können.

 

Zurück bleiben einige Zeitgenossen, die ihren Gefühlen aus vergangenen Filmerlebnissen und -zeiten nachtrauern, so wie die heutigen jungen Leute in 20 Jahren den HERR DER RINGE 3-er Nächten, die die ganze Nacht durchliefen, schwärmen und nachtrauern werden.

 

So ist das Leben ...

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Das Stammpublikum des ROYAL wurde älter & älter und ging/geht weniger oder gar nicht mehr ins Kino. Und das junge Publikum kam einfach nicht ins ROYAL. Es ging und geht lieber in die neuen modernen Multiplexe, die ja auch durchaus in der Lage sind, Filme ordentlich zu präsentieren und emotionales Filmerlebniss im entsprechenden Ambiente eines großen Kinos bieten können.

 

Zurück bleiben einige Zeitgenossen, die ihren Gefühlen aus vergangenen Filmerlebnissen und -zeiten nachtrauern, so wie die heutigen jungen Leute in 20 Jahren den HERR DER RINGE 3-er Nächten, die die ganze Nacht durchliefen, schwärmen und nachtrauern werden.

 

So ist das Leben ...

 

@werter kenner, sammler und chronist meiner beiträge ... danke fürs zitat, passt in der tat gut in den kontext des threads ...

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  • 2 months later...

Diese Ausdrucksweise kann ich nicht nachempfinden.

So manches heutige, "saubere" Etablissment verursacht mir - aus anderen Gründen - heftigere Bauchwehen (auch ohne Schwangerschaft des Bösen).

 

Aber so ist das in der Konsumgesellschaft - "alt und weg".

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Gut, daß es vorbei ist.

Du wirst merken, daß es nicht vorbei ist. Geschichte und geschichtliche Errungenschaften lösen sich nicht im "Nichts" auf. Das abgebrannte Troja etwa zieht sich bis in Gegenwart und Wirklichkeit des Irak-Krieges hinein, um eine Metapher auf der politischen Weltbühne zu bemühen.

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@cinerama:

 

"Vorbei" meint hier nicht den Ort Kino an sich.

Ich bin nur erleichtert, nicht weiter dem von Uringestank und wilder Plakatierung begleiteten Verfall eines Ortes zusehen zu müssen, an den sich für mich viele persönliche Erinnerungen knüpfen.

 

Als ich heute am frühen Abend durch die schwach beleuchtete Schäfergasse ging, sah ich zunächst die Absperrgitter, dann durch die Einfahrt einen geparkten Bagger, der wohl von hinten am Saalgebäude arbeitet, erst dann bemerkte ich, daß die Glasfront, das Marquee-Vordach und die Verkleidung des Mauerwerks bis in Höhe des 2. OG entfernt waren.

 

Bei Tag hat man nun einen Einblick ins Foyer und die schräge Betondecke, die die Basis des Balkons bildet, kann vermutlich bis zum Saalende durchblicken.

 

Das Sterben des MGM/Royal als Filmtheater und Architektur hat sich so lange hingezogen, daß ich außer der plötzlichen Überraschung, daß es tatsächlich soweit ist, nichts mehr empfinde. Auch frage ich mich, für wen außer mir selbst ich denn um Traditionskinos trauern sollte, das Publikum ist mit Multiplexen, LCD-Fernsehern und gepixeltem Digital-TV offensichtlich vollauf zufrieden und wird, wie uns hier immer wieder mit deutlichen Worten erläutert wird, auch die total digitalisierten Filmlandschaft nichts vermissen, was verschwunden ist.

 

Die Dinge ändern sich, und wenn ich durch diese Stadt gehe, fallen mir vermehrt Dreck, allgemeine Rücksichtslosigkeit und Brutalität der Sprache auf. Die Kommunikation läuft im Pidgindeutsch oder in den Phrasen der Fernsehserien, und zwischen Ü30-Party, Tabledance-Bar für den JunggesellInnenabschied und Bahnhofsviertel ist für reichhaltiges Kulturangebot gesorgt. Für die einerseits nostalgische, andererseits idealisierende Idee des Kinos als Film-Theater ist da kaufmännisch, aber zunächst einmal ideologisch kein Platz mehr. Was einer nicht kennt, vermißt er nicht. Das gilt für das Kino ebenso wie für die nicht mechanisch reproduzierten Kunstformen Theater, Oper, Konzert, nur daß es keinen gesellschaftlichen Konsens gibt, Kinos wie Opernhäuser zu bauen oder zu erhalten.

Jede Kritik an Veränderungen wird zunehmend als Nestbeschmutzung und Zersetzung empfunden - zum Beispiel daran, daß Frankfurt seine lesenden Bürger in der neuen Zentralbibliothek in eine Art abwaschbarem Plastik-Knast pfercht, gegen den jede McD-Filiale ein gemütliches Lesecafé darstellt. Einem zentralen "Wachturm" fehlt nur noch das MG-Nest à la GESPRENGTE KETTEN, um die Focault-Assoziationen unter dem Stichwort "Überwachen und Strafen" zu ergänzen. Aber genug der rückwärtsgewandten Zersetz- und Ätzkritik!

 

Da ich wohl den Moment versäumt habe, rechtzeitig "abzukratzen", wie hier an anderer Stelle empfohlen wurde, beende ich meine Einlassungen in diesem Thread und harre der strahlend schönen Zukunft.

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scheinbar werden hier fakten durch bagger geschaffen.

in faz und fr war in den letzten tagen von einem abriß nichts zu lesen.

 

als das royal 2003 schloß schrieb ich allerhand briefe und mails.

zumindest dachte ich, daß ein denkmalschutz für dieses typische 50er-jahre gebäude möglich wäre.

 

besonderer dank an die frankfurter kulturpolitiker der damaligen 4er-koaltion, die bürgermeisterin und den kulturdezernenten - die mir alle nicht antworteten.

namen nenne ich hier bewußt nicht. solche leute sind so gesichslos wie die stadt, deren tafelsilber sie systematisch verscherbeln.

 

das royal hat viele sargnägel. von kinoketten und deren profilloser programmpolitik will ich hier gar nicht reden. auch nicht von aktiver publikumsbeschimpfung bei der abschlußveranstaltung.

 

immerhin antwortete mir der architekt MAX ROMEICK telefonisch. einen denkmalschutz hielt er für aussichtslos, wußte aber auch wenig über den zustand seines kinos.

interessant zu erfahren war, wie stark damals die MGM die bauliche ausführung des kinos bestimmte, bzw. dem architekten kaum freie hand ließ. ein architekt aus amerika war ebenfalls involviert.

herrn ROMEICKS kinos sind in frankfurt zu gesichtslosen supermärkten geworden, eins steht in der eschersheimer landstraße, eines am schweizer platz.

denkmalschutz hat er nur für sein typisches 50er-jahre parkhaus gekriegt, (ein bau mit klinkern, fenster und ladenzeilen im parterre) und zwei privathäuser.

 

das denkmalamt schrieb mir übrigens monate später. durch den umbau in den 60er jahren sei das royal kein typischer 50er-jahre-bau mehr.

wo leben solche leute denn? kein kino hat noch die bestuhlung von 1957 bzw. dieselbe wandbespannung? mit solchen argumenten könnte man natürlich jedes ältere theater, historische arenen inklusive abreißen. auch das goethehaus und jedes kaufhaus hier auf der zeil müßte dann abgerissen werden.

 

einige beispiele für den mangelnden denkmalschutz in frankfurt:

- abriß der historischen judengasse wegen eines kundenzentrums der stadtwerke, das inzwischen längst umgezogen ist

- abriß bzw. zerstörung der 50er jahre kinos METRO IM SCHWAN, OLYMPIA und ZEIL-KINO

- abriß des stadtbad mitte (50er)

- abriß des frankfurter-rundschau-hauses (50er bauhaus-stil)

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