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Filmtechniker

Entdeckungsreise zu den Geheimnissen der Eumig C3

10 posts in this topic

Sieht sie nicht furchtbar altmodisch aus?

 

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Die Eumig C3 als meistverkaufte Filmkamera überhaupt ist wahrlich ein Oldtimer, der aber noch heute seinen Charme wirksam anbringt durch die anscheinend quadratische Form des gerippten Gehäuses, durch Schlankheit und durch Einfachheit. Man kann nur aufziehen und auslösen, Filmkamera, nichts anderes. Doch es ist nicht so. Das Gehäuse ist nicht quadratisch und es stecken da ein paar Dinge drin, die ich nun nach über 78 Jahren ans Tageslicht bringen will. Kommt mit zu den Geheimnissen der C3!

 

Wer hat sie nicht schon in Händen gehabt? 4⅝ Zoll (117,5mm) hoch, 4¼ Zoll (108mm) lang, 1¾ Zoll (44,5mm) breit (jeweils minus Schwindmaß), ein gutes Kilo schwer. Der blitzende Aufzugschlüssel lockt,

 

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der kleine Suchereinblick will erobert werden. post-79259-0-82415800-1451337956_thumb.jpg

 

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Ein verchromter Hebel am Objektiv,

 

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ein paar Knöpfe.

 

Was bedeutet A B C D E? Aha, 8 16 32, das leuchtet sogleich ein.

0 1 2 3 4 5˙ 6 7 '? Nicht ganz klar. Oh, doch, das ist der Meterzähler. Die Buchstaben A bis E stehen für die Filmempfindlichkeit von ASA-ISO 3 bis 50.

 

Gewinde untendrin, post-79259-0-90064600-1451338200_thumb.jpg

 

 

Trageband obenauf, schönschön.

 

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Aufmachen, man will ja ins Innere schauen, nur einen schnellen Blick.

 

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Alles cool, Spulendorne, Filmlauf. Wo ist der Auslöser?

 

Hinten.

 

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Gut, drücken, es surrt. Ich sehe etwas rasch sich drehen . . .

 

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. . . und damit geht es los. Dieses Schauglas ist meines Wissens einzigartig, ein Fenster, das den Blick aufs Schaltwerk frei gibt, das auf die Exzenterwelle des Greifers wirkt, wieder etwas Ungewöhnliches. Nun finde ich aber noch ein Fenster im hinteren Filmkanalteil. Was hat es damit auf sich? Ja, und ein hinterer fester Teil des Filmkanals ist auch eine Ausnahme. Wir finden eine Besonderheit um die andere.

 

Doch erst Demontage und Befundsaufnahme!

Klassische Machart einer Amateur-Kamera:

 

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Gehäuseschale aus Leichtmetall-Druckguß, sie trägt die Buchstaben GHP oder so ähnlich.

 

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Beim weiteren Umsehen finde ich auf der Innenseite der Frontkappe das Logo INCA, sie stammt also von der Firma Injecta.

 

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Auf der Rückseite des Potentiometers bin ich auf ein aufgestempeltes Datum gestoßen.

 

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Auf dem Federhaus steht Made in Germany. Das Objektiv ist ein Solar 12,5 mm 1:1,9 von Carl Reichert, Wien. Es geht ganz international zu. Das Schneider-Xenoplan 13-1.9 wurde auch eingesetzt.

 

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Zweiplatinenwerk, Getriebezug mit Regler als schnellstlaufendem Element, Schraubenräder zum Scheibenverschluß

 

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Dieser hat den Öffnungswinkel 160 Grad.

 

Der Fliehkraftregler ist ganz witzig gemacht:

 

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exzentrisch gelagerte Rollkörper, sie sehen Hanteln ähnlich, rollen mit zunehmender Fliehkraft gegen die gefederte Bremsscheibe. Platzsparend

 

Die Zugfeder wird von außen gespannt,

 

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über den Kern gibt sie die gespeicherte Energie ab. Die Federbüchse liegt in drei Punkten gelagert, und zwar zwischen zwei gefederten Klemmrollen in Gehäusenischen und dem Punkt ihnen gegenüber. Dank den groß dimensionierten Rollen und der breiten Auflage im Gehäuse ist die C3 hier extrem solide und langlebig gemacht. Weil das Getriebe an der Greiferwelle abrupt angehalten wird, gibt es eine Rutschkupplung am Greiferrad.

 

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Das Schauglas, eine Kunststoffscheibe, erstaunt mich am meisten. Das habe ich noch bei keiner Filmkamera angetroffen, die Möglichkeit, den Nocken im Schaltwerk flitzen zu sehen. Wenn ich Film eingelegt und den Gehäusedeckel geschlossen habe, nützt mir diese Schauöffnung aber nichts. Viel anderes als aufnehmen kann ich ja nicht tun, also drängt sich der Gedanke ans Selbstkopieren auf. Doch auch wenn ich einen Film selber entwickle und das Doppel-8-Original wieder einspanne, geht etwas nicht auf: Der Kopierfilm liefe dann vorne, auf Objektivseite, Schicht auf Schicht mit dem Original, und das Kopierlicht müßte durch das Fenster in der festen Platte auf die Filme fallen. Damit könnte man Schauöffnung und hinteres Fenster erklären. Nur fehlt ein Verschluß, der das Kopierlicht während des Filmetransports unterbricht. Ohne ihn erhält man unbrauchbare Kopien. Das Kopierlicht müßte logischerweise an und aus gehen, streng abhängig vom Mechanismus.

 

Das hintere Bildfenster ist tatsächlich eine Spur größer als das vordere, und zwar deutlich mehr in der Höhe als in der Breite. Das ist schon ein Hinweis aufs Kopieren. Vielleicht war die Kamera so weit vorbereitet, daß sie relativ einfach hätte nachgerüstet werden können, wobei ich mir vorstelle, daß die schwarze Kunststoffabdeckung über dem Greifer oder nur das Schauglas durch einen Zusatz erweitert wird, der mit einem passenden Stutzen im Deckel oder gleich einem speziellen Gehäusedeckel vervollständigt ist. So bräuchten wir nur noch die Lösung für das Problem des fehlenden Kopierverschlusses. Die Exzenterscheibe, in der der Fangnocken zum Anhalten des Mechanismus sitzt, kann nicht weggelassen werden und genau darin vermute ich die Auflösung des Rätsels.

 

Eine Nachrüstung zum Kopieren würde in der als Schauöffnung angesehenen eigentlichen Kopierlichtöffnung eine Mattscheibe enthalten, unter der ein Trommelverschluß mit einer Öffnung wirkte. Einen solchen könnte man leicht auf der Exzenterscheibe anbringen, er würde mit richtiger Formgebung die Mattscheibe überfangen und dergestalt nur Licht von ihr her durchlassen. Raum ist genug vorhanden.

 

Kopieren mit der C3? Dazu wickle ich im Dunkeln mein Original mit Rohfilm zusammen auf eine Spule, bei fünf Metern Länge ist Schluß. Bei Tempo 16 kann ich also 1‘20“ lang kopieren. Mit dünnerem Film ließe sich das ausdehnen. Dank der Tatsache, daß die Zugfeder übers Federhaus aufgezogen und die Energie über den Federkern weitergegeben wird, kann ich laufend nachspannen.

 

Es ist gut möglich, daß jemand alles ganz anders sieht, doch mit dem Kopiergedanken kann ich mir auch die Konstruktion des Greiferantriebs erklären. Auch die Zeiss-Movikon 8 hat ein Fenster in der hinteren Platte, es braucht nur der Deckel angepaßt werden und schon kann man kopieren.

 

Falls man an eine Reflexeinrichtung denkt für die Einstellung auf Film, müsste die Exzenterscheibe bearbeitet werden. Damit würde man auch das Schaltwerk ändern müssen, was machbar ist, jedoch aufwändig. Ich schätze, daß es recht eng wird für einen Spiegel. Um eine solche Genaueinstellung praktisch verwendbar zu machen, müßte man auch noch auf Anhalten bei offenem Verschluß umstellen. Das wäre dann aber nicht mehr amateurmäßig, da verschleierte Szenenanfänge entstehen, die man wegschneiden muß.

 

Überbelichtete Szenenanfänge sind ein Merkmal für die Eumig C3. Mein Untersuchungsmodell, gereinigt und frisch geölt, hat immer noch einen längeren Hochlauf als andere Kameras. Schuld daran ist der stark übersetzte Regler, der einfach seine Zeit braucht. Das linke Reglerlager, von hinter der Kamera gesehen, ist spielfrei konstruiert, doch das rechte kann ausgelaufen sein. Dann vibriert der Regler.

 

Wie empfindlich das Drehspulinstrument sich mechanisch und elektrisch darstellt, kann ich hier kaum wiedergeben. Die Spiralfederchen entsprechen Uhrmacherdimensionen. Reparaturfreundlich ist das nicht.

 

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Die Eumig C3 ist technisch minderwertig, weil der Greifer in der Position ‒4 absetzt, weit enfernt von der Normvorschrift. Ich kenne sonst keine andere Doppel-8-Kameramarke mit dem Greifer über dem Bildfenster, nur noch die Eumig C6. Liefert die Kamera einwandfreie Aufnahmen trotz der sich mir nicht erschließenden Filmseiten- oder -querführung? Es gibt keine gefederten Andrückschienen oder Blattfedern oder sonst etwas Bewegtes, nein, der Filmkanal ist starr.

 

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Wir wissen ja: Nur wenn die Querführung gut ist, kommt auch guter Längs- oder Höhenbildstand hervor. Nun, da sind die feste Platte, hartverchromt, mit Aufbiegung auf jeder Seite und die gefederte Platte, hartverchromt, eben und ringsum abfallend.

 

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Ohne Andrückplatte kann ich den Film zwischen den Aufbiegungen der festen Platte seitwärts um etwa einen Zehntel verschieben, er hat Luft. Auch mit Andruck läßt der Film sich noch seitlich verschieben und das finde ich nun sehr befremdend. Ich lege Polyesterfilm ein, der genau Nennbreite hat, 15,95 mm, und er hat Luft. Guter Bildstand resultiert unter den Umständen nur, weil der Greifer ja relativ weit von Filmmitte entfernt wirkt, wodurch das Material verkantet wird. Es läuft leicht schräg durch den Kanal, auch eine Dreipunktführung. Da staunt der Laie und es wundert sich der Fachmann.

 

Bei der Filmführung und beim Thema Optik muß ich die C3 zu den letzten Teilnehmerinnen zählen. Fast alle Doppel-8-Film-Kameras weisen aktive Filmführung auf und viele andere Fabrikate bieten die Möglichkeit, das Objektiv auszutauschen. Die Befestigung des Objektives hier ist ein Thema für sich. Der Anschliff ist original, die Verschlußwelle steht zu nah. Es ist fast mit Händen zu greifen, daß man bei Eumig eine Fabrikationslizenz ohne Optik unterschrieben hat. Als es dann an die Montage ging, zeigte sich der unüberlegte Punkt als Konflikt.

 

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Zum Justieren nach einer Demontage benötigt man eine Mattscheibe von Filmdicke zusammen mit einem Spiegel. Der Abstand Objektiv-Film hängt nicht von Bauteilen zwischen diesen ab, sondern von Baugruppen zueinander, und zwar von zwei leicht federnden Bronzeringen unter dem Objektiv in einer Gehäuseausdrehung und vom Werk, das im Gehäuse schwimmend befestigt wird. Darüber täuschen die Senkkopfschrauben in der Hauptplatine nicht hinweg.

 

Im Sommer 1958 kam die C3 R auf den Markt. Die Lackierung war nun sandfarben. R steht für Revolver, die Schalteinrichtung für einen Weitwinkel- und einen Televorsatz. Die C3 m kam zur Wiener Frühjahrsmesse 1960 heraus. Sie hatte neu die Bildfensterplatte fest und den Andruck von hinten, kein Schaufenster mehr, die Möglichkeit der Filmrückwicklung und einen Handgriff mit integriertem Auslöser.

 

Auch Eumig hat in Amerika eingekauft. Zollmaße bei Gehäuse und Platinen, äußerste Ökonomie in der Konstruktion, der typische Bell-&-Howell-Zähler mit zwei Zahnrädern, zwischen denen ein Zahn Unterschied besteht, die fortschrittliche Lichtmessung mit Selenzelle, das sind für mich eindeutige Hinweise auf eine Zusammenarbeit mit dem Ideen-Laboratorium von Chicago. 19 Jahre nach Erscheinen der Eumig C3 stellte die Bell & Howell Autoload 200 mit dem Electric Eye die erste Kamera (für 16-mm-Film) mit Blendenautomatik dar. Es muss die Kombination von Einfachheit, klarer Gestaltung und Blendennachführung gewesen sein, die den Erfolg ausmachten. Die C3 nahm man einfach überallhin mit, eine Knipskiste. Die C3 ist wirklich eine zusammentelefonierte Knipskiste, zu der es schon lange keine Ersatzteile mehr gibt. Eumig hat fast 300‘000 Exemplare verkauft zum Preis von sagenhaften 2300 Franken, aufgerechnet auf 2014.

 

Ich habe nach Silizium-Solarzellen Ausschau gehalten. Es gibt passende runde, auch günstig, aus China. Vielleicht finden sich noch weitere Hersteller. Von außen sähe man keine Veränderung. Innen wäre aber Arbeit erforderlich. Über dem Befestigungsring der Selenzelle ist das Gehäuse links und rechts verpreßt.

 

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Ob sich so eine Modernisierung lohnt, kann man jetzt vielleicht besser entscheiden.

 

 

Literatur und Webhinweis

 

■ Kurt Michel, Hsg.: Die wissenschaftliche und angewandte Photographie; dritter Band, S. 110. Springer-Verlag, Wien, 1955

http://www.eumig.at/...ured&Itemid=172

 

 

Demontage: Gewindestifte mit Spitze und Schlitz vom Hebelring auf dem Objektiv entfernen, Hebelring abnehmen; Gewindestift(e) mit Spitze und Schlitz von der Fronthaube entfernen, sie halten den Blendenkorb vor der Fotozelle; Abdeckung über Schraube vor dem Drehspulinstrument (auf Mittenachse) entfernen, Senkkopfschraube mit Schlitz und Gewindestift mit Spitze und Schlitz unten in der Fronthaube entfernen; Fronthaube abnehmen, Blendeneinheit abnehmen, drei Gewindestifte mit Spitze und Schlitz abnehmen, die den Befestigungsring über der Fotozelle halten, Befestigungsring herausnehmen, Ringfeder herausnehmen, Fotozelle abheben und ihren hinteren Kontakt ablöten, Mittenschraube im Drehspulinstrument samt Unterlegscheibe abnehmen, Drehspulinstrument abheben und zur Seite legen, Sucherschacht mit Zange herausziehen (Vorsicht, klebt eventuell und löst sich plötzlich!), Drehspulinstrument wieder montieren. Jetzt kann das ganze Werk nach Abnahme des Abdeckblechs über dem Verschluß (von unten heraushebeln) und von vier Senkkopfschrauben mit Schlitz aus dem Gehäuse genommen werden. Auslösebolzen, Federhaus und Schaltknopf mit Federringen bleiben im Gehäuse liegen. Montage: umgekehrte Reihenfolge; Schaltwerk, Greifer, Filmkanal und Schaufensterhaube am Werk montieren und einstellen vor Einsetzen desselben ins Gehäuse; beim Einsetzen Auslösestößel mit Nuten nach oben und unten ausgerichtet hin- und herbewegen, bis er im Schaltwerkschieber sitzt.

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Habe eine C3 mit Revolver und allen möglichen Filtern,Tasche und Original Anleitung supergünstig bekommen. Sieht aus als komme Sie erst aus dem Laden. So eine gut erhaltene Kamera ,wo sogar der Beli noch funktioniert habe ich selten gesehen ,für das Alter.

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Hallo Simon, wunderschöner Bericht -danke ! Das von Dir sezierte Modell (schwarz -Made in Germany) wurde nach der "Eingliederung, dem Anschluss" Österreichs gefertigt.

Die Produktion war eben auf Consumer ausgerichtet und nicht auf Profis -somit konnte auch eine riesige Auflage produziert und das Hobby verbreitet werden -das bewirkt die Logmar sicherlich nicht, mag sie derzeit technisch und handwerklich auch das Nonplusultra von S8-Kameras darstellen.

Ich habe einige ebenfalls sehr interessante technische Dokumentationen aus dem Forum in Erinnerung -auch von sehr teuren Kameras (B & H beispielsweise, Pathe Webo, Beaulieu oder wohl auch die Bolex H-Serie ) - dieses "Zusammenschustern" mit teilweise minderwertigen oder unüberlegten nicht normgerechten Komponenten betraf also auch die sogenannten Spitzenfabrikate -teilweise aus Gründen der Fabrikationskosten, teils wohl auch aus Dummheit.

Aber: auch diesen Modellen verdanken wir sehr viele analoge Erinnerungen, die gute Qualität haben und heute noch erfreuen.

 

Viele Spaß beim Hobby, Ernst

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Moin,moin Simon, ich bin immer wieder begeistert über Deine akribische Darstellung der Ergebnisse. Ohne zu Schönen!

Klasse!

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Ich wüßte auch nicht, was einen davon abhalten sollte, nicht-metrische Einheiten zu verwenden, wenn Sie wie hier in der Welt nach wie vor gebräuchlich sind und zudem in direktem Kontext stehen. Inch bzw. Zoll kann jeder einfach umrechnen (4 " sind ca. 10 cm).

Verpflichtend sind SI Einheiten ja nur im Warenverkehr (und das in D erst seit den 70ern) und den Wissenschaften und sicher nicht in einem Forum

Edited by Helge (see edit history)

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Noch zu Simons super Artikel (vor lauter Inch):

Ein toller Artikel!

Ich hatte vor ca. 30 Jahren eine solche Eumig (evtl. aber auch eine erwas spätere als genau die beschriebene).

Sie hat prima funktioniert, aber der Sucher war wirklich eine schwere Zumutung

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Simon, könntest Du uns wissen lassen, wie die Kamera aufgeht? Leider habe ich einmal eine gehimmelt, weil ich es nicht geblickt habe. Die Kamera ist im Vergleich zu einer Movex Reflex so herrlich kompakt.

 

Gruß

Uwe

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Nachtrag

 

 

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Breite 14,64 mm; Höhe 0,5 mm; Kanten rundgeschliffen.

Der Einhängebolzen in der Federbüchse ist außen gut verschliffen.

Unter dem Schlüssel liegt ein vorgeformter Bronzering als Feder.

Die Kappe mit den fünf konzentrischen Ringen ist im Innern mit

der Büchse verschränkt, um die Einheit auseinandernehmen zu

können, muß man den Bronzering heraushebeln. Wenn er ge-

brochen ist, fällt er bei Zerlegung bis hierhin von selbst heraus.

 

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Diese Feder ist einen Zehntel breiter als die der Paillard-Bolex H-16, Nr. 10005.

Made in Germany bedeutet wohl, daß eine Federnfabrik im Schwarzwald Lieferantin war. Dort war das Zentrum der Uhrmacherei und der Feinwerktechnik.

 

Hier ein Bild von der Webseite der Firma Haller-Jauch in Villingen-Schwenningen:

 

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Federenden werden angelassen, das ist Erwärmen, Halten auf einer Temperatur von etwa 300 bis 350 Grad und langsames Abkühlen, um die Härte zurückzunehmen. Ließe man den Stahl federhart, würde er am Einhängeauge leichter brechen. Warum hier auf hellrot geglüht wird, verstehe ich nicht recht. Das kann so viel Kohlenstoff heraustreiben, daß jegliche Spannkraft verloren geht. Vielleicht bestehen die abgebildeten Streifen aus legiertem Stahl.

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Zitat aus Beitrag #1

 

Überbelichtete Szenenanfänge sind ein Merkmal für die Eumig C3. Mein Untersuchungsmodell, gereinigt und frisch geölt, hat immer noch einen längeren Hochlauf als andere Kameras. Schuld daran ist der stark übersetzte Regler, der einfach seine Zeit braucht. Das linke Reglerlager, von hinter der Kamera gesehen, ist spielfrei konstruiert, doch das rechte kann ausgelaufen sein. Dann vibriert der Regler.

 

Solche Überbelichtungen kenne ich auch von der C5. Kann es sein, dass durch regelmäßigen Gebrauch, dieser Umstand nicht mehr auftritt. Seit einigen Monaten bleiben die Überbelichtungen der Szenenanfänge aus.

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