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"The walking dead" warum in 16mm gedreht?


Empfohlene BeitrÀge

Geschrieben

Liebe Amateurfilmfreunde,

 

meine Frage klingt wie "warum ist die Banane krumm", ich weiß. Aber nur so aus Interesse: Habe gerade gehört, dass die bekannte Endlos-Soap der nicht enden wollenden Horden an Zombies, The Walking Dead, auf 16mm gedreht wird und zwar mit der Arri 416. Das freut mich natĂŒrlich als Amateurfilmer, in einer Zeit, in der analoger Film mehr und mehr zurĂŒckgedrĂ€ngt wird, zu sehen, dass auch solch aktuelle Produktionen immer noch auf einem uralten (bewĂ€hrten) Medium gedreht werden. Mich wĂŒrde es einfach interessieren, worauf sich solche Entscheidungen begrĂŒnden. Die schwedische Krimiserie "Wallander" ist z.B. mit der RED gedreht, um mal einen digitalen Vergleich zu nennen. Mich stört weder der Look in Wallander, noch in The Walking Dead, bzw., ich glaube nicht, dass es merklich auffallen wĂŒrde, wenn man die Technik genau vertauscht, oder? In beiden FĂ€llen ist die bildliche Dartellung fĂŒr mich persönlich qualitativ gut und die Stimmung jeweils o.k.. Ich kann weder bei "Wallander" direkt sagen, "oh, das sieht ja schwer digital aus", noch bei TWD, "das sieht analog aus". Mich interessiert halt einfach im digitalen Zeitalter, wie diese Entscheidungen zu einem bestimmten Aufnahmeformat wohl begrĂŒndet werden? Da sitzt ja jeweils ein Produzent und trifft ,nach Überlegung der Umsetzung des Themas und der finanziellen Aspekte, eine Entscheidung, digital, oder analog, 16mm, 35mm, RED, Arri-Alexa usw.? So in etwa stelle ich mir das jedenfalls als Laie vor. Beides sind ja ausdrĂŒcklich Fernsehproduktionen, die niemals fĂŒr eine KinovorfĂŒhrung gedacht sind.

Wie denkt Ihr darĂŒber? Wie kommen diese Entscheidungen fĂŒr völlig unterschiedliche Aufnahmemedien zu Stande ? (Man neigt ja ein Wenig dazu, zu vermuten, dass die digitale Version die kostengĂŒnstigere sei, bei trotzdem Heutzutage sehr guter QualitĂ€t).

 

Gruß,

 

Steffen

Geschrieben
vor 10 Stunden schrieb Angrist:

Interessant, auch wenn ich Àhnliche Gesichtspunkte erwartet hÀtte. Was ich nicht nachvollziehen kann, ist das Argument mit dem motion blur. Eine BewegungsunschÀrfe kann ich digital doch genauso einstellen mit 1/50 oder sogar 1/30 und ggf. ND-Filter ?

 

Der folgende Beitrag passt auch zum Thema, wobei hier klar gestellt wird, warum ganz gezielt 16mm ausgewÀhlt wurde: https://www.kameramann.de/produktion/ein-plaedoyer-fuer-16-mm/

Geschrieben

Sicher? Mir scheint das eines der Problematiken der digitalen Kameras zu sein. Zu empfindliche Chips fĂŒr die BewegungsunschĂ€rfe, kleine Blende sogrt dann fĂŒr nicht gewĂŒnschte SchĂ€rfentiefe. Und das hereinrechnen der BewegungsunschĂ€rfe? Nun, nur eines der Objekte im Bild bewegt sich, z.B ein Stock, der Rest nicht, wie sieht das aus?

Nebenbei diszipliniert die Endlichkeit des analogen Films in Meter oder Rollen doch etwas am Set. Mehr FIlm gibts nicht, also strengt euch an.

Jens

Geschrieben

naja, bei einer Produktion wie walking dead, ist Knappheit von Film jetzt kein Thema, die haben genug Budget

 

 

plus

Da wer den ja auch keine 10 Minuten Szenen geschossen und 20 mal wiederholt.

Geschrieben (bearbeitet)
vor 2 Stunden schrieb Jensg:

Sicher? Mir scheint das eines der Problematiken der digitalen Kameras zu sein. Zu empfindliche Chips fĂŒr die BewegungsunschĂ€rfe, kleine Blende sogrt dann fĂŒr nicht gewĂŒnschte SchĂ€rfentiefe. Und das hereinrechnen der BewegungsunschĂ€rfe? Nun, nur eines der Objekte im Bild bewegt sich, z.B ein Stock, der Rest nicht, wie sieht das aus?

Nebenbei diszipliniert die Endlichkeit des analogen Films in Meter oder Rollen doch etwas am Set. Mehr FIlm gibts nicht, also strengt euch an.

Jens

Daher dachte ich Offenblende ist doch in Verbindung mit ND-Filtern auch möglich? Vermutlich nicht ideal, da die BildqualitĂ€t doch leidet? Ansonsten kann ich doch bei Blende 1.8 soweit abdunkeln bis 1/50 Sek möglich sind. Vielleicht sieht das dann im Vergleich auch irgendwie matschig aus und die Farben lassen zu wĂŒnschen ĂŒbrig? (WĂ€re nun bei TWD nicht sooo wichtig)

Das es diszipliniert glaube ich auch. Ich finde es ja auch generell immer toll wenn noch richtiges Filmmaterial verwendet wird.

 

Vielleicht habe ich mich auch nur deshalb gewundert ĂŒber die Auswahl der "Hardware", weil Zombie Filme so ein typisches Low Budget Genre sind (eigentlich).

Bearbeitet von SteffenK (Änderungen anzeigen)
Geschrieben

Wir reden hier von einer Produktion auf Negativmaterial, da kann und wird auch viel in der Post korrigiert, das hat mich Amateurfilm auf Umkehrmaterial nichts, aber auch gar nichts zu tun außer dem gleichen TrĂ€germaterial auf dem die Schicht gegossen wird, es handelt sich um völlig unterschiedliche Postproduktions- (und Entwicklungs-)Prozesse.

 

Die Frage warum und wieso sollte man in einem Forum fĂŒr Filmemacher stellen, da werden sicher auch fundierte Antworten kommen, wir können nur mutmaßen, da wir hier auf der anderen Seite der Auswertungskette stehen und die ist eben seit 2014 zu 99,9% digital.

 

 Und wie kommst du auf den Gedanken dass Zombie-Filme grundsĂ€tzlich "low Budget" sein mĂŒssen? Da gibt und gab es genĂŒgend andere Beispiele dafĂŒr.

Geschrieben (bearbeitet)
vor 51 Minuten schrieb TK-Chris:

 Und wie kommst du auf den Gedanken dass Zombie-Filme grundsĂ€tzlich "low Budget" sein mĂŒssen? Da gibt und gab es genĂŒgend andere Beispiele dafĂŒr.

Na, wegen "28 days/weeks later" z.B. War wohl damals auf simplen "Consumer-Camcordern" in HDV gedreht, was ja auch nicht schlecht sein muss deswegen. Fand die Teile superspannend!

Mit unseren Umkehrfilmchen wollte ich es garnicht vergleichen. Mir ging es gar nicht um die Frage, ob nun digital besser ist, oder analog, sondern mich interessierte nur, was wohl die BeweggrĂŒnde waren in einer Zeit in der Digital nahe (nĂ€her?) liegt.

 

Ich weiss, die Frage passt vermutlich eher in ein Kino- oder Amateurfilmforum. Fand es halt einfach interessant (und sehr schön, dass immer noch Film eingesetzt wird).

Bearbeitet von SteffenK (Änderungen anzeigen)
Geschrieben

Der gerade in den Kinos gelaufene Robert Redford Film "Ein Gauner und Gentleman" wurde auch

sehr bewußt in 16mm gedreht, um eine gewisse "Körnigkeit" des Bilds zu erreichen.

So sieht man auch die "Altersflecken" auf Redfords HĂ€nden nicht so genau....

  • 1 Jahr spĂ€ter...
Geschrieben

Warum auf 16mm "Walking Dead" gedreht wurde.
ZunĂ€chst mal, sind auch Teile auf 35mm gedreht worden und fĂŒr eine umfassende Antwort zu diesem Theme fehlt hier glaube ich die Zeit.
Meine Meinung dazu: 16mm war immer schon das Standardformat fĂŒr Fernsehen und das ist keine Frage von Technologie (denn Videos gabs schon seit den 50ern), sondern es ist fĂŒr Film einfach geil. Es schaut aus wie ein Film, fĂŒhlt sich an wie Film und ist Film. Video schaut aus wie Video, fĂŒhlt sich an wie Video und ist Video. Also 3:0 fĂŒr Film vs. Video.
Wenn du auf die Website von Kodak gehst, findest du umfangreiche technische Daten und einige Demofilme, wo du Latenzwerte, Farben, Kontraste, Tiefen, Volumen etc. genau gelistet bekommst und du dich selbst von der ĂŒberragenden und high-end-QualitĂ€t von Film ĂŒberzeugen kannst. Auch der hier zugrundelegende Negativ-Film von Kodak (VISION III 250D / 500T) bietet selbst fĂŒr 16mm ĂŒberragende BildqualitĂ€ten, es sollte einem nicht ĂŒberraschen, denn die Technologie hat sich (analog .... schmunzel) zum digitalen Video weiterentwickelt und ist nicht mit 16mm der Achtziger- und Neunzigerjahre vergleichbar. Wenn du dir heute Filmkameras anschaust, dann sind das High-Tech-Maschinen, die ihren digitalen BrĂŒdern im Nichts nachstehen. Und es ist ja nicht so, dass "Walking Dead" auf Film verfĂŒgbar ist. Nur das Kameranegativ ist analoger Film, alle anderen SChritte bis hin zum fertigen Film sind natĂŒrlich digital, und dieser Prozess wurde mit millionenteuren High-Tech-Digitalmaschinen vollendet. Man kann also von einer Hybrid-Technik sprechen und ich persönlich bevorzuge Kino oder Fernsehen, die auf analogem Negativ gedreht wurde. Sie sind schöner in der Bildkomposition, geben einem ein gutes SehgefĂŒhl, es wirkt fleischiger, lebendiger und hinterlĂ€ĂŸt den Atem von echtem Film. Da bin ich dann schon sehr dankbar.

  • Like 1
  • 1 Monat spĂ€ter...
Geschrieben
Am 19.9.2019 um 12:27 schrieb TK-Chris:

Wir reden hier von einer Produktion auf Negativmaterial, da kann und wird auch viel in der Post korrigiert, das hat mich Amateurfilm auf Umkehrmaterial nichts, aber auch gar nichts zu tun außer dem gleichen TrĂ€germaterial auf dem die Schicht gegossen wird, es handelt sich um völlig unterschiedliche Postproduktions- (und Entwicklungs-)Prozesse.

 

Die Frage warum und wieso sollte man in einem Forum fĂŒr Filmemacher stellen, da werden sicher auch fundierte Antworten kommen, wir können nur mutmaßen, da wir hier auf der anderen Seite der Auswertungskette stehen und die ist eben seit 2014 zu 99,9% digital.

 

 Und wie kommst du auf den Gedanken dass Zombie-Filme grundsĂ€tzlich "low Budget" sein mĂŒssen? Da gibt und gab es genĂŒgend andere Beispiele dafĂŒr.

 

99,5% Digitaler Schrott, 0,5% digitale gute Videos, 0,1% geniale Filme auf Film. Wobei man hier sagen muss, dass die 99,5% erst auftauchten als es billig wurde auf Video zu dilettieren. Die absolute Zahl aus 0,5% Digital und 0,1% Film an guten Filmen war frĂŒher genauso.

  • 1 Monat spĂ€ter...
Geschrieben
Am 19.9.2019 um 12:27 schrieb TK-Chris:

Wir reden hier von einer Produktion auf Negativmaterial, da kann und wird auch viel in der Post korrigiert, das hat mich Amateurfilm auf Umkehrmaterial nichts, aber auch gar nichts zu tun außer dem gleichen TrĂ€germaterial auf dem die Schicht gegossen wird, es handelt sich um völlig unterschiedliche Postproduktions- (und Entwicklungs-)Prozesse.

 

Die Frage warum und wieso sollte man in einem Forum fĂŒr Filmemacher stellen, da werden sicher auch fundierte Antworten kommen, wir können nur mutmaßen, da wir hier auf der anderen Seite der Auswertungskette stehen und die ist eben seit 2014 zu 99,9% digital.

 

 Und wie kommst du auf den Gedanken dass Zombie-Filme grundsĂ€tzlich "low Budget" sein mĂŒssen? Da gibt und gab es genĂŒgend andere Beispiele dafĂŒr.

Auch wenn dies kein Filmemacher-Forum ist, finde ich viele der BeitrĂ€ge zum Thema sehr erhellend! Bisher kannte ich nur das - fĂŒr mich nicht so ganz ĂŒberzeugende - Argument, dass analoges Equipment kleiner, leichter und damit flexibler wĂ€re. (Aus diesem Grund fotografiert ein Bekannter von mir auch bevorzugt auf Film und scannt die Negative anschließend ein. Er sagt, die analoge Kamera sei einfach handlicher.)

Jedenfalls verstehe ich jetzt besser, warum ein Film wie "Ray & Liz" auf 16mm gedreht wurde. Vielen Dank!

Gruß

Christian

  • 2 Jahre spĂ€ter...
Geschrieben
Am 3.3.2021 um 13:40 schrieb magentacine:

 

Noch nicht mal: DAYS war nur MiniDV in SD-Auflösung [Canon XL-1]. WEEKS ein Mix aus Super-16, 35mm und HDV.

 

Naja, die Canon XL1 ist kein simpler Consumer Camcorder sondern war damals ein (semi-)professionelles GerÀt.

Die XL1 hat viele Funktionen die in Consumerbereich nicht ĂŒblich sind.

Und was vollkommen selten damals in diesem Bereich war ist die Tatsche das es fĂŒr die XL1 Wechseloptiken gibt.

Die XL1 ist sehr viel eher ein VorlÀufer der heutigen Canon C-Serien Kameras als ein Camcorder.

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