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Filmvorführer/Hospitanz - Umschulung


gigicarlo
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Hallo, liebes Forum

 

ich hätte eine ernste Frage und bitte um ernste, offene Antworten.

 

Ich bin 40 Jahre und Toningenieur, ich habe sogar KinoFilme selbst gemischt und kenne mich ein bißchen aus mit Tonformaten/Surround etc.

 

Ich möchte Umschulen und Filmvorführer werden, der Job als Mischtonmeister/Sound-Designer in FullTime ist mir zu stressig, ich habe mich schon gesundheutlich ein wenig lädiert von dem Streß.

 

Gibt es irgendeinen TIP welchen Weg ich einschlagen kann ? Einen Kollegen, der mich bei der Hand nehmen würde und mir die wichtigsten Sachen zeigen ?

 

Bin dankbar für jede Anregung

 

Grüße Luigi

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Im Kino deiner Wahl vorsprechen, vielleicht nicht Donnerstag, wenn Filme gerichtet werden müssen. Die Leute mit den Augenringen und abgetragenen Klamotten, die um Mitternacht noch Kaffee schlürfend am Tresen sitzen mal ansprechen, meist handelt es sich um Filmvorführer :wink: .

Im Ernst, einfach mal Mittags oder Nachmittags vor dem Trubel vorbeischneien und fragen.

Jens

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In dich selbst investieren, indem du einen Vorführkurs machst, zum Beispiel bei mir. Damit hast du die Grundlage, in ein Kino zu marschieren und zu arbeiten. Bis Mitte Juli kann ich die Kurse C, B und A geben zum Preis von Fr. 300, 2000 bzw. 6000.

 

C dauert 3 Stunden und vermittelt die Kenntnisse für den Umgang mit tragbaren Projektoren

 

B dauert 5 Tage und liefert das Fundament für die Arbeit im kommerziellen Betrieb.

 

A ist für alle, die alles wissen wollen, zum Kinomachen auf der ganzen Erde.

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Gibt es irgendwo in Deutschland noch eine Möglichkeit einen "Filmvorführer Schein" zu machen? In Frankfurt gibt es was wo man 16mm machen kann - in Mainz soll angeblich auch 35mm gehen

.

 

Frage: Was soll das heutzutage nutzen? Danach fragt heute niemand mehr (leider), jedes Kino lernt Dich innerhalb von drei bis vier Wochen zum "Filmeinleger" an (so fern Bedarf besteht) und das für lau.

 

Natürlich wäre es gerade für die Kinobranche von Nutzen wenn es eine reguläre Ausbildung geben würde, aber die wollen (können) das nicht! :evil:

 

VG Peter

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Ein Filmvorführschein?

Klar-- früher gabs das, weils ein "erlernbarer Beruf" war und das zurecht: Der ach so gefährliche Nitrofilm usw.

Aber das war früher.

In der DDR gabs das auch etwas länger. Ich weiß. Aber das möchte ich hier am Rande liegen lassen.

 

Heute macht aus meiner Sicht ein derartiger Schein nur noch in sofern Sinn, um sich ausweisen zu können: "Ich kann mit sowas umgehen!!"

Da aber Wandervorführer eher selten sind, und die sich als solche auch anderweitig ausweisen können (auch wenn diese Ausweisung nicht immer wirklich dem wahren Können entspricht) ist ein solcher Schein eigentlich absoluter Quatsch.

Nitrofilm gibts nicht mehr, und die BDA für die Bauer B8 oder die E10 wird wohl jeder selber lesen können.

Wer den Job machen muss, weiß bescheid, wer sich dafür interessiert auch.

Und wer es lernen will, soll sich mal bei einembefreundeten Vorführer etc. melden, der im da bißchen was zeigt. Solche Leute interessieren sich meist schon länger dafür und haben Ihre Bekannten und Connections.

 

Und die Leute, die ihr Ego damit aufpolieren wollen, können sich auch selbr einen am PC ausdrucken. :twisted:

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Hier zur Ergänzung hier noch ein Satz aus einer Veröffentlichung der DEFA - Stiftung zur Schließung der ZBdL Langenau:

 

"Nach 1990 Der Lehrbetrieb wird geschlossen und die Schule eingestellt (1991), da von Seiten der Kinowirtschaft kein Interesse besteht, Filmvorführer als Lehrberuf bzw. Facharbeiter zu führen."

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Der Unterschied zwischen jemandem, die oder der das Metier gelernt hat, und jemandem, die oder der nur das Allernotwendigste kann, ist die Unabhängigkeit. Unabhängig wird die Vorführperson selbst, der Betrieb von zum Teil schamlos Quark installierenden Kinotechnikfirmen, die Branche von den zum Teil gallopierend blöden Verleihern mit ihren filmtechnischen „Neuheiten“, die allesamt auf dem Mist von Hollywoods Hintergarten gewachsen sind. Der ausgebildete Vorführer erkennt mit einem Blick auf die Filmkopie und ohne Meßinstrument, wenn die Tonspur versetzt kopiert ist, und zwar im Startband in Laufrichtung, was synchrone Präsentation erlaubt oder unmöglich macht, und an irgend einer Stelle quer zur Laufrichtung, was andere Schwierigkeiten mit sich bringen kann. Ausgebildete sollten z. B. auch etwas über die Zusammenhänge der abbildenden und der Beleuchtungsoptik wissen.

 

Gute Ausbildung ist übrigens meiner Meinung nach, wenn man mit möglichst vielen verschiedenen Einrichtungen umgehen lernt, was eine/n näher an die Prinzipien bringt. 50 Jahre mit denselben Apparaten bringt nicht viel. Film und Kino sind ein technisches Phänomen. Es geht darum, die Technik zu beherrschen, nicht von ihr beherrscht zu sein.

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In den gewerkschaftlichen Vorgaben der USA hieß es einmal: "Ein Filmvorführer (projectionist) kann selbständig jedes beliebige Kino bedienen, auch wenn er dort noch nie zuvor gewesen ist, und die technische Ausstattung nicht kennt.

In der Praxis bedeutet das, wenn ich als Unternehmer gewerkschaftliche Löhne anerkenne, wurde sichergestellt, daß die Vorstellungen immer laufen, auch wenn mein Mitarbeiter ausfällt.

Der Springer kommt einfach eine Stunde früher, als notwendig, und sucht sich die entsprechenden Bedienorgane, versucht sie verstehen, und kann arbeiten.

 

Dazu bedarf es aber nicht der Kenntnis der BDA eines Filmprojektors, sondern einer wesentlich weitergehenden Forderung an Bildungsqualität, nämlich eine

"grunddlegende und überbetrieblich absolvierte Ausbilbildung, mit den fachlichen Anforderungen der Mechanik, Optik und Elektrotechnik, wie sie die Störungsbeseitigung erfordert." So etwas lernt niemand in 10 Tagen im "learning by doing".

 

Das letztere entspräche der klassischen Managertätigkeit, nämlich das "how to manage a certain function", was durchaus in 2 Tagen erlernbar ist.

(In der BRD bezeichnet anscheinend Manager etwas hochwertiges, gutbezahltes: im Original ist da z.B. der Facility Manager = Toilettenwart, der Broil Manager = Bräter am Grill, der Food Manager = Bufettkraft ..., alle angelernt) Parallelen zum Bankwesen sind gewollt.

 

Ja, in der DDR gab es die Ausbildung, mit Qualifikation, in Westdeutschland nicht. Das bedeutet aber im Umkehrschluß nicht, das in vielen europäischen Ländern jeder Hans eine Filmvorführanlage selbständig nach Einweisung bedienen kann. In vielen Ländern ist eine Ausbildung zum Bioscop Operateuer notwendig, die durch ein Zertifikat nachgewiesen wird.

Hintergrund sind Arbeitsschutzanforderungen, denn Maschinen mit drehenden Teilen und Getrieben bilden eine erhebliche Gefahr. Auch stellten Kopien einmal einen Wertfaktor dar, mit dem es sorgfältig umzugehen galt. Letztendlich war es auch für die Theaterbetreiber wichtig zu wissen, das qualifiziertes Personal vor Ort einen Großteil der Störungen beheben konnte, und eine Vorstellung nie ausfiel, denn "the show must go on", nicht nur in den USA

 

Und da geht es keinesfalls nur um den Feuerschutz beim Umgang mit Zellhornfilmen, das mag eine der Hauptargumente in der BRD gewesen sein, die Ausbildung auf Wunsch der vor der Privatisierung stehenden, halbstaatlichen Ufa abzuschaffen.

Ob die DDR Ausbildung in der Form, wie sie durchgezogen wurde, heute noch berufspraktisch verwertbar wäre, vermag und will ich nicht beurteilen. Ein sehr guter Ansatz war das allemal. Doch andererseits, auch im Sozialismus galt sicherlich: Wer interessiert sich für einen Beruf (wenn die Person nicht schon von zuhause geimpft war), dessen Arbeitszeiten dann liegen, wenn alle Übrigen Menschen Freizeit und Feierabend haben, das paßt garantiert nicht in ein geregeltes Familienleben. Und das ist wohl der andere Schwachpunkt der Kinotätigkeiten.

 

Andererseits, mit einer nachgewiesenen Qualifikation kann jemand viel leichter einen besseren Lohn durchsetzen, auch wenn sich das in der neuen BRD stark gewandelt hat.

 

Stefan

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Das bedeutet aber im Umkehrschluß nicht, das in vielen europäischen Ländern jeder Hans eine Filmvorführanlage selbständig nach Einweisung bedienen kann. In vielen Ländern ist eine Ausbildung zum Bioscop Operateuer notwendig, die durch ein Zertifikat nachgewiesen wird.

In welchen europäischen Ländern wird denn eine Ausbildung gefordert und wie lange dauert die?

 

 

 

gigicarlo hat folgendes geschrieben:

Ich bin 40 Jahre und Toningenieur, ich habe sogar KinoFilme selbst gemischt und kenne mich ein bißchen aus mit Tonformaten/Surround etc.

Sorry, aber die Glaubwürdigkeit von gigicarlo scheint mir gegen Null zu tendieren. Er ist Tonmeister, hat Filme gemischt und kennt sich ein bißchen aus mit Tonformaten/Surround? Ein bißchen? Dann ist er weder Tonmeister/Toningenieur und hat auch nie Filme gemischt. Never.

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Das letztere entspräche der klassischen Managertätigkeit, nämlich das "how to manage a certain function", was durchaus in 2 Tagen erlernbar ist.

(In der BRD bezeichnet anscheinend Manager etwas hochwertiges, gutbezahltes: im Original ist da z.B. der Facility Manager = Toilettenwart, der Broil Manager = Bräter am Grill, der Food Manager = Bufettkraft ..., alle angelernt) Parallelen zum Bankwesen sind gewollt.

 

Facility Manager ist eher ein Hausmeister, und der hat in der Regel auch keinen Meisterbrief.

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[

Facility Manager ist eher ein Hausmeister, und der hat in der Regel auch keinen Meisterbrief.

 

Mag für die BRD stimmen, in den USA siehe webster,

 

facility = public toilets

 

oder aus einem Film: Leiterin der Rest.-Abt zu den Aushilfskräften: "We are food servers, not a fancy job like... Just one step above the facility managers, the toilet servants."

 

Im Deutschen abgeleitet vom Barackenwart der US Militärbasen...

... werden diese in Großunternehmen tatsächlich hoch gehandelt, ein FM Posten bringt in einer Stufung von 1 - 10 eine 7 oder 8, ein studierter Sachverständiger (Dr.Ing.) für Gebäude wird mit Stufe 6-7 vergütet.

 

St.

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In der BRD bezeichnet anscheinend Manager etwas hochwertiges, gutbezahltes: im Original ist da z.B. der Facility Manager = Toilettenwart, der Broil Manager = Bräter am Grill, der Food Manager = Bufettkraft ..., alle angelernt) Parallelen zum Bankwesen sind gewollt.

Danke! :D

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Nur ungern störe ich euch bei eurer Dada-Diskussion über Broiler- und Toilettenfachkräfte, aber ich habe immer noch hierzu eine Frage:

 

stefan2 hat folgendes geschrieben:

Das bedeutet aber im Umkehrschluß nicht, das in vielen europäischen Ländern jeder Hans eine Filmvorführanlage selbständig nach Einweisung bedienen kann. In vielen Ländern ist eine Ausbildung zum Bioscop Operateuer notwendig, die durch ein Zertifikat nachgewiesen wird.

 

Nochmal: In welchen europäischen Ländern wird denn eine Ausbildung gefordert und wie lange dauert die?

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Bioscop Operateuer

 

a) wahrscheinlich falsch geschrieben, oder?

 

b) Fronkraich nehme ich an: au cinéma et à la télévision, le terme opérateur est utilisé pour différents métiers techniques : opérateur de prise de vue, opérateur de prise de son, le chef opérateur, opérateur projectionniste …

 

c) kuckst Du hier (runter scrollen) oder da oder dort

 

 

.

 

 

.

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um mal eine kurze Antwort auf die Ursprungsfrage zu geben:

 

Die Firma "Kinoton" bietet hin und wieder auch in Deutschland Seminare zum Vorführen an.

 

War nie da, ob die was taugen oder nicht weiß ich nicht. Erwähne das nur, weil danach gefragt wurde.

 

Ebenso hab ich nicht geschaut, ob die demnächst was im Angebot haben.

Viele Grüße

Kally

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... der Job als Mischtonmeister/Sound-Designer in FullTime ist mir zu stressig ...
Nur ein kleines Detail, um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Im BWR ist es immer stressig - nicht nur im Plex, sondern auch im Einzelkino mit nur einer Leinwand ... aus tausenden von Gründen, jeden Tag drei neue. Ein gesundes Maß an Stress-Resistenz sollte man schon mitbringen, sonst führt das zu Frust ...
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Fehlte noch die Antwort.

Die Pflicht zur A lizenz hatte ich in Holland, in Belgien, den nordischen Ländern und in Teilen der USA vorgefunden.

Obs überall noch so ist, müßte nachgeprüft werden.

 

St

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Ja, aus eigener Erfahrung kann ich bestätigen, dass man in Schweden einen "Berufsausweis" des "Kino-Eigentümer-Kontrollbüros" haben muss, sonst darf man nicht als Vorführer arbeiten (egal, ob Aushilfe oder festangestellt). Die haben da ein ganz gutes Lehrbuch (naja, eher ein dickes Heft ;-)), inzwischen in der zweiten oder dritten überarbeiteten Auflage: Grundlegendes zu Vorführtechnik, Bild-/Tonformaten, Filmbehandlung, Pflege/Wartung, Fehlersuche und -behebung, hintendrin Kontrollfragen. Man muss das durcharbeiten, lernen, und parallel Vorführen lernen/üben in einem Kino. Wenn man eine bestimmte Anzahl Praxisstunden nachgewiesen hat, darf man sich zur Prüfung (!) anmelden und einen theoretischen und einen praktischen Teil absolvieren.

 

LG Tanja

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@Filmtechniker

 

was bekomme ich denn für die 6000 Fränkli bei Dir?

 

Findest du das nicht übertrieben?

 

Wenn man bedenkt was ein Vorführer verdient, dann rechnet sich sowas doch nicht. Oder was verdient ein Vorführer im schönen Alpenländli?

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