Jump to content
Michael1

Lineare Filmentwicklung

Recommended Posts

Wie schon in anderen Themen angeschnitten, spiele ich seit längerem mit dem Gedanken eine lineare E6 Filmentwicklungsmaschine zu konstruieren. Die Lomo und Lobo Tanks sind zwar wirklich super und funktionieren auch aber einige Rollen Film nehmen da schon einiges an Zeit in Anspruch. Weiters bringt die Spiralenentwicklung einige Nachteile mit sich wie z.B. die Begrenzung des Materials auf 30m, bei 15m Tanks müsste man einen 30m Film vor der Entwicklung teilen. Die untere Lage ist immer länger in der Chemie als die obere. Nur immer eine Ebene zu entwicklen würde die doppelte Zeit in Anspruch nehmen. Weiters ist die Temperatur der Chemie sehr mühsam hinzubekommen und dann muss auch noch immer das Timing eingehalten werden (was wegen dem Einfüllen und Auslassen nur im Durchnitt eingehalten werden kann).

 

Eine Durchlaufentwicklung würde all diese Probleme beseitigen und damit ich alle Pros ausnutze und alle Kontras beseitige würde ich mich über eure Meinung sehr freuen.

 

Auf Youtube hat schon jemand ein VIdeo von einer 8mm Durchlaufentwicklung eingestellt von der ich mich etwas inspirieren ließ.

 

Was soll berücksichtigt werden:

o) Als wichtigstes natürlich die Entwicklung mit allen 4 Bädern und 3 Zwischenspülungen.

o) Die Temparatur soll mittles Heizstab konstant auf 38° gehalten werden.

o) Der unbelichtete Film soll in einer lichtundurchlässigen Box abgewickelt werden und in die Maschine geleitet werden.

o) Der Film soll direkt nach dem letzten Bad in Führungsrollen zum Trocknen geleitet werden.

o) Anschließend soll der Film aufgewickelt werden.

 

Im Grunde ist alles technisch umsetzbar. Die komplette Maschine hat im aktuellen Plan eine länge von 3,8 Meter welche ich noch auf 3,5 Meter reduzieren muss.

 

Ich möchte die Maschine für 16mm als auch für 8mm Film bauen. Dafür nehme ich 8mm/16mm Kombi-Umlenkrollen.

 

2 wichtige Fragen, wo mir eure Meinungen, Anregungen und Hinweise helfen können:

 

1. Aus welchem Material könnte man die Behälter erstellen?

Meine erste Idee war aus Plexiglas, was u.U. ein Problem darstellen kann, da der Kleber, der die Plexiglas-Platten zusammenhällt 1. absolut wasserdicht sein muss und 2. auf die Chemie nicht reagieren darf.

 

2. Wie lange braucht der Film mindestens um wirklich trocken zu sein?

Ich habe nach der Entwicklungsphase einige Umlenkrollen vorgesehen wo der Film trocknet, bis er am Ende aufgewickelt wird. Die Trocknung würde ich durch Einbauventilatoren unterstützen, allerdings darf dabei der Film nicht zu stark zu "flattern" beginnen um ein Zusammenkleben der Lagen während der Trocknung zu verhindern.

Share this post


Link to post
Share on other sites

Mir stellt sich die Frage: Was heißt in diesem Zusammenhang eigentlich linear? Aus dem Videoschnitt kenne ich den Begriff im Sinne von nicht rückgängig zu machen, sprich destruktiv. Soll das hier soviel wie nacheinander heißen?

Share this post


Link to post
Share on other sites

Hallo zusammen,

 

ich will Michael ja nicht zu Nahe treten. Aber Du bist vermutlich nicht der erste, der meint, eine Durchlaufentwicklungsmaschine haben zu müssen.

 

Da ich selbst bei ANDEC war, glaube ich aber meinen Senf dazugeben zu dürfen:

 

Eine Entwicklungsmaschine braucht Platz. Dann braucht sie auch regelmäßigen Durchsatz, zumindest an mehreren Tagen die Woche. Dann sind alle Entwicklungsmaschinen nicht gerade leise. Viel schlimmer sind aber die Entwicklerdämpfe, die die 38°C warme Brühe den ganzen Tag so absondert. Kriegt man schnell Kopfschmerzen von, wenn nicht korrekt gelüftet wird.

 

Die Fotoladen MIniLab E6 Maschinen laufen sehr langsam. Ein 36er KB-Diafilm läuft da locker über eine halbe Stunde lang durch. Für 15m kann man also locker 8 Stunden einplanen.

 

Die Tetenal E6 Chemie ist nicht regeneratfähig, weil nicht für Durchlaufmaschinen gedacht. Ich erinnere mich, einmal ausgerechnet zu haben, das man mit 5L 6x30m 16mm entwickeln konnte. Kommt man auf 1,80 €/m reine Chemiekosten. Da ist die Durchlaufentwicklung bei ANDEC wesentlich günstiger. Die Maschinen laufen dort auch deutlich schneller und arbeiten mit regeneratfähiger Chemie. Allerdings hat mir Herr Draser gesagt, das der E6 Prozess viermal mehr Chemie benötigt, wie eine "normale" z.B. ECN-2 Maschine.

 

Lukas Fritz hat den letzten Eintrag zu seinem Entwicklungsmaschinenprojekt 2009 gemacht. Jedenfalls hat man danach auch nichts mehr davon gehört. Hat sich wohl nicht gelohnt, vermute ich mal.

 

Gruß Rainer

  • Like 1

Share this post


Link to post
Share on other sites

Löblicher Ansatz. Aber das Projekt ist größer als du denkst... Lukas hat seine Maschine ja mittlerweile komplett neu entwickelt (war im Schmalfilm zu lesen) und da auch die Fehler der früheren Versionen bedacht. Trotzdem, ich will DIr nicht den WInd aus den Segeln nehmen. Hab selbst schon so so oft drauf rumgedacht... leider habe ich nur nicht mal 2,50m Platz. :)

 

Ein paar Tipps in loser Folge:

 

- Guck Dir Maschinen an, die es schon gibt. Wie die Dinge konstruktiv lösen. Man findet Patente, ein paar Broschüren, Fotos, Videos...

- Konzipiere für echtes E6, nicht Dreibad. Ohne Regeneration ist ne Durchlaufmaschine nicht wirtschaftlich.

- Bau am besten so, dass Du pro Tank variable Zeiten/Wege kannst -- damit sie auch EC-2 und SW kann. Modular ist gut udn lohnt den Mehraufwand.

- Film hat je nach Bad unterscheidliche Länge. Guck DIr Lukas' neuen Antrieb an, so machen es auch viele große. Anders riskierst Du FIlmriss in der Maschine (wie damals bei Kodaks S8 Tischprozessoren).

- Bedenke Abstreiflippen, wenn möglich, sonst verschleppst Du viel.

- Denk an die Reinigung. Die muss gründlich und einfach machbar sein, die Chemie hinterlässt irre viel Spuren.

 

Hier ist noch eine schöne selbstgebaute:

 

 

Übrigens habe ich jetzt eine tolle, tragbare Cine-Durchlaufmaschine aus der Schweiz (genauergesagt sogar zwei) und komme irgendwie trotzdem immer wieder zu den Spiralen zurück...

Share this post


Link to post
Share on other sites

Ich weis, dass es sich dabei nicht um ein kleines Projekt handelt und wenn, dann wird es auch sehr viel Zeit in Anspruch nehmen. Ich denke schon sehr lange darüber nach, ob es sich wirklich lohnen würde, konnte ich bis heute nicht beurteilen.

 

Ich werde auch noch weiter grübeln und eure Ratschläge mit einbeziehen. Vielleicht wirds etwas, andernfalls gibts ja noch die Spirale ;-)

Share this post


Link to post
Share on other sites

Ich finds super. Bedarf haben ja einige. :)

Ein Österreicher im Forum hier hat sich auch eine gebaut, aber noch nie drüber berichtet. Ob er fertig geworden ist, weiss ich nicht -- hatte wohl auch Zeitmangel und von gewissen Miesepetern hier die Nase voll...

 

Übrigens habe ich heute abend eine neue Temepriermethode eingeweiht, die sich super bewährt hat und ziemlich preiswert ist. Man nehme:

 

- UT 200 Universalthermostat im Steckergehäuse (ca. 35€)

- Lentz Buffet King Warmhalteplatte 90x36cm für etwa €49

- Zwei Fotoschalen 40x50 oder alternativ eine Ölauffangwanne für etwa 30€

 

Für 15m/Super 8 geht das natürlich auch alles eine Nummer kleiner.

 

Den Temperatorsensor des UT200 habe ich mit Schrumpfschlauch und Sugru noch Chemiefest gemacht. Die Speise-Einsätze für die Wärmeplatte gibt man in die Küche oder Bastelkiste. Man kann die Heizplatte sicher auf den Halterahmen der Einsätze stellen, dann schadet auch Strahlungswärme nach unten dem Labortisch nicht. Die Fotoschalen füllt man mit Wasser, stellt den UT200 auf 38,5° und nach etwa einer Stunde ist alles wohltemperiert. In die Wasserbäder kommen meine 30cm Tanks ohne Deckel, links FD, rechts CD. Nur FD muss man im dunklen machen, schon ab FD kann das Licht an. Für Blix reichen auch locker 35°, temperiert werden alle Kanister im Laborwasserbad auf 38,5°.

 

Das ist ziemlich komfortabel, und durch das schnelle eintauchen der befüllten Spule in die Chemie hast Du auch keine variierenden Zeiten für oben und unten mehr. Nur brauche ich noch einen zweiten Deckel für den CD, denn dessen Dämpfe schaden dem FD... mal gucken, was ich mir da bastle.

Am Wochenende kann ich mal Fotos von der ganzen Schose machen.

  • Like 3

Share this post


Link to post
Share on other sites

Übrigens habe ich heute abend eine neue Temepriermethode eingeweiht, die sich super bewährt hat und ziemlich preiswert ist. Man nehme:

 

- UT 200 Universalthermostat im Steckergehäuse (ca. 35€)

- Lentz Buffet King Warmhalteplatte 90x36cm für etwa €49

- Zwei Fotoschalen 40x50 oder alternativ eine Ölauffangwanne für etwa 30€

 

Für 15m/Super 8 geht das natürlich auch alles eine Nummer kleiner.

 

Genial, das passt. Leider vergesse ich immer wieder mal, was die Abkürzungen bedeuten (Sugru, FD, CD, ...) :unsure:

Share this post


Link to post
Share on other sites

FD = Erstentwickler

CD = Farbentwickler

Blix = Bleiche

Sugru = keine Ahnung

 

Ja Friedemann, bitte bitte um Fotos!

Share this post


Link to post
Share on other sites

Guten Tag, um eine Durchlaufentwicklungsmaschine zu bauen braucht man eine Feinmechanikerdrehbank eine Fräsmaschine und Kenntnisse in Mechatronic . Dann ist alles kein Problem! Man hat dann noch nach langem Werkeln die Genugtuung die Sache einmal angegangen zu haben. Preiswerter ist die Aufarbeitung einer gebrauchten Maschine. Selbst hier gibt es Probleme. Aus Erfahrung kann ich sagen , daß man an die Mechanik relativ schnell reparieren kann , aber ohne Schaltplan bekommt man schnell Probleme mit der Steuerung. Weiterhin ist zu bedenken, daß es Durchlaufentwicklungsmaschinen als Tischmaschinen nicht wie Sand am Meer gab und gibt. Ich habe meine Bray E6 aus England geholt. Die ist mit 90cm Länge schön klein und wiegt gefüllt ohne Regenerat ca. 90kg. Gugst Du hier! http://alles-zellulo...erie383546.html Grüße Wolfgang

  • Like 2

Share this post


Link to post
Share on other sites

...

- UT 200 Universalthermostat im Steckergehäuse (ca. 35€)

...

Den Temperatorsensor des UT200 habe ich mit Schrumpfschlauch und Sugru noch Chemiefest gemacht.

...

 

Hab ich auch so gemacht. (allerdings ohne Sugru)

Dann habe ich mir eine Wanne aus Alublech gekantet in der für mich passenden Größe (Lomo-Tank plus Chemieflaschen), eine Kaffeemaschine geschlachtet und den Durchlauferhitzer ausgebaut, eine Umwälzpumpe angeschlossen, Wasser eingefüllt... voila- fertig ist mein Wärmebad/ Temperierung.

  • Like 2

Share this post


Link to post
Share on other sites

Übrigens kann ich mittlerweile sagen: Funktioniert super!

Ich hab gestern das erste Mal mit drei offenen Schalen à 3 Liter Chemie entwickelt. Alle drei sauber temperiert, alle drei mit Deckel gegen Oxidation und als Spritzschutz. Der unschätzbare Vorteil: In die 3-Liter-Schüsseln kriege ich 2x 30m 16mm Film übereinander, also 60m 16mm oder DS8 in einem Rutsch entwickelt.

 

Leider kriege ich dank bescheurtem Rechenfehler nur 51m Film auf meine Trockentrommel, da muss ich noch mal nachbessern. Und ja, ich werd noch mal Fotos machen. :)

  • Like 2

Share this post


Link to post
Share on other sites

Join the conversation

You can post now and register later. If you have an account, sign in now to post with your account.

Guest
Reply to this topic...

×   Pasted as rich text.   Paste as plain text instead

  Only 75 emoji are allowed.

×   Your link has been automatically embedded.   Display as a link instead

×   Your previous content has been restored.   Clear editor

×   You cannot paste images directly. Upload or insert images from URL.


×
×
  • Create New...