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cinerama

Initiative "Filmerbe in Gefahr"

90 posts in this topic

In Österreich pro Film:

 

[2019/02/13]

Plädoyer für eine "hybride Lösung"

Michael Loebenstein beklagt Stillstand beim Aufbau des Film Preservation Center

13. Februar 2019. - Am 5. Februar 2019 veröffentlichte der Wiener Standard eine Replik von Michael Loebenstein auf einen Artikel von Dirk Alt vom 29. Januar (Das digitale Dilemma, in: Der Standard, Wien). Loebenstein, Direktor des Österreichischen Filmmuseums und Generalsekretär der Internationalen Vereinigung der Filmarchive (FIAF), ist mit Alt darin einig, dass es wichtig sei, das filmische Erbe und den Film als Kulturtechnik in ihrer "physischen Materialität" zu erhalten. Österreich habe mit dem Konzept "Film Preservation Center" in diesem Sinne einen bemerkenswerten Schritt getan. "Passiert ist allerdings seit fast zwei Jahren gar nichts."

Loebenstein verwirft den Gedanken einer "digitalen Sicherung" nicht vollständig, sondern spricht sich für eine "hybride Lösung" aus. Er verweist auf internationale Bemühungen um Dateiformate und Datenträger, "die nichtprofitorientierten Archiven und Museen erlauben, digital erzeugte Werke wie auch Scans von analogen Filmen langfristig verfügbar zu halten." Es sei daher notwendig, parallel zur Erhaltung der analogen Techniken und der Pflege des analogen Filmbestands "in den Aufbau einer auf offenen Standards basierenden digitalen Langzeitsicherung zu investieren. Alles andere ist falsche Orthodoxie."

Zum Artikel

 

[2019/02/12]

Digitalisierung als Placebo

Dominik Graf über die 4K-Restaurierung seines Films „Der Sieger“ von 1994

11. Februar 2019. – In einem Interview mit der taz (7.2.2019) kommentierte Dominik Graf die auf der Berlinale vorgestellte Digitalisierung seines Films „Der Sieger“ (1994). Im Gespräch mit Barbara Wurm äußerte er sich zufrieden, „dass dieser Film jetzt existiert.“ Das Negativ und alle anderen Materialien seien seinerzeit weggeschmissen worden. So konnten für die Restaurierung und Digitalisierung die auf Wunsch des Verleihs geschnittenen Szenen nur noch von einer VHS in entsprechend niedriger Qualität übernommen werden.

Auf die Frage zu seinem Verhältnis zur Digitalisierung antwortete Graf: „Ich kann nur immer wieder sagen: Film ist Film. 16mm, 35mm, Super 8. Alles andere ist der Versuch eines Placebos. Dass auf die Dauer wahrscheinlich, durch wirtschaftliche Interessen, dieses Filmmaterial nicht mehr vorkommt, ist eine Katastrophe. Trotzdem wäre es noch katastrophaler, wenn bestimmte Filme überhaupt nicht mehr zu sehen sein würden.“

Graf akzeptiert die Digitalisierung „als konservierenden Wert“ und gibt zu bedenken: „Für mich ist das Material „Film“ das Rettenswerte, aber bevor die Filme ganz verschwinden, ist klar, dass man auch mit so einer 4K-Restauration vorlieb nimmt. Aber es bleibt ein Placebo!“

 

https://filmerbe-in-gefahr.de/page.php?0%2C100%2C0%2C0&fbclid=IwAR3yqsn8RsmucKQTK-L_lJRM_CaDjv4XmkMKkGW_Z6PcPGLtNc3sJ9mf4NI

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Keine Filmausleihe mehr aus Staatsarchiven?

 

Massendigitalisierung statt Vorführkopien

Neue Ausrichtung des Bundesarchivs – Konzentration auf das Archivgut des Bundes

22. März 2019. – Das Bundesarchiv setzt bei der Sicherung der analog überlieferten Filme auf Massendigitalisierung, d.h. es sollen prinzipiell alle im Bundesarchiv vorhandenen rund 155.000 Filme digitalisiert werden. Bei eindeutiger inhaltlicher Redundanz wird aber nur das technisch bessere Stück digitalisiert. Bei der Digitalisierung konzentriert sich das Bundesarchiv auf das filmische Erbe des Bundes, das zudem vorrangig erschlossen wird.

Die neue Ausrichtung der Filmabteilung des Bundesarchivs geht aus dem letzten Heft der Zeitschrift Forum von Dezember 2018 hervor und wurde am 12. März vom Präsidenten des Bundesarchivs Michael Hollmann bei einem Pressegespräch präzisiert.

Primär versteht sich das Bundesarchiv als Archiv und nicht als Filmverleih; der sichernde und bewahrende Charakter der Digitalisierung hat Vorrang. Die Bearbeitung und Rekonstruktion von analog überlieferten Filme mit dem Ziel einer Aufführung ist nicht mehr prioritär und soll nur noch in wenigen ausgewählten Fällen erfolgen. Fortan bleibt es Benutzern wie etwa Filmproduktionen und kommunalen Kinos überlassen, die vom Bundesarchiv hergestellten Rohscans qualitativ zu bearbeiten und in ein verwertbares Format umzuwandeln. Tatsächlich verleiht das Bundesarchiv ausweislich der Datenbank Benutzungsmedien Film Online (Stand: 4. Februar 2019) aktuell nur sieben DCPs.

 

Aus:

https://filmerbe-in-gefahr.de/page.php?0%2C100%2C0%2C0&fbclid=IwAR1VF8USUl4Y1xGX41cgDpDN8cRzpAYxWbiBdYCrBvB6f86QhvhYS1mAPrY

 

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Carlo Piaget, gelernter Retoucheur, Filmproduzent (Luora, Circus) und Restaurator von Berufsfilmkameras, spricht vom digitalen Terror. Es haben offenbar Menschen Macht erhalten, die sie ohne Computer nicht ausüben könnten. Plötzlich stehen sie im Gerätelager eines Filmarchivs und beginnen, ihre Abscheu vor verstaubten Kabeln und rostigen Filmbüchsen zu verbreiten. Das muß weg. Die Überschrift dieses Bildes bei der Wikipedia lautet André Debrie - Matipo - 35mm Cine Optical Printer - Kolkata 2012-09-27 1292.

 

1892131913_MatipoKalkutta.thumb.JPG.92c15c2cbc8b9fb96eae5114e95c9cff.JPG

 

Das ist kein optical printer, aber ich strenge mich nicht an, da eine Berichtigung zu erwirken. Man könnte jeden Tag im Digital Unkraut jäten, es wächst schneller nach, als man vorankommt. Immerhin hat Biswarup Ganguly die Aufnahme gemacht und im Internet veröffentlicht. Die Computer-Technik hilft verbinden, austauschen, beschleunigen, mehr nicht.

 

BNWIKI10-Biswarup_Ganguly-Wikipedia_10th_Anniversary_Celebration.jpg.7f5ecacf0e10be0b51f243c4163791ad.jpg

 

Herr Ganguly hat noch mehr Geräte fotografiert. Hier benennt er zwei frühe, hintereinander gestellte ARRI-Kopiergeräte mit Arriflex:

 

Arriflex_-_35mm_Cine_Film_Printer_-_Kolkata_2012-09-27_1230.JPG.ab8ed0795281def016bc2ee0bf5e913d.JPG

 

Ignoranz hat zwei Gesichter wie Ianus, das unschuldige nach vorne gerichtete und das schuldige, das rückwärts gerichtet ist.

 

http://www.terragrischuna.ch/zeitschrift/5-2017-tourismus-wohin/eine-filmische-sensation

 

 

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Das Janus-Antlitz einiger Abwicklungspolitiker (die als CDU-SPD-FDP seit Jahrzehnten das Tafelsilber eines Staates billigst an Privatiers verscherbeln, so auch im aktuellen Moment das Inventar aller Filmkopierwerke des Bundes) befruchtet auch Archive und Museen pathologisch. Welche selbst in Zeiten unberechenbarster Diktaturen noch authentischer am überlieferten Material hantierten. Sie loesen sich jetzt im Neoliberalismus des "anything goes" auf.

Die überholten Leitlinien - nicht mehr schick genug? - muessen alsbald umgedichtet werden. Bisher hieß es:

 

Das Filmarchiv hat klimatisierte Filmlager, ein eigenes Kopierwerk und für die Restaurierung ausgebildete Fachkräfte. Filme - auch und gerade, wenn sie für den Kino-Verleih nicht mehr von Interesse sind - können hier unter international anerkannten technischen Rahmenbedingungen auf Dauer erhalten werden.

http://www.bundesarchiv.de/DE/Navigation/Anbieten/Filmproduktionsfirmen/filmproduktionsfirmen.html

 

Für Berlin wurde ein erster Scanner installiert. Angeblich 1 Mio. EUR Anschaffungskosten (hoffentlich nicht der beschissene, "Oscar"-praemierte Arri Scanner?).

 

 

Ausserdem bekamen wir jüngst zu hören: "Kino kommt heute zu den Menschen - nicht immer die Menschen zum Kino".

Edited by cinerama (see edit history)

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Ein sehr guter Artikel über die Situation des Schweizer Filmerbes:

https://www.republik.ch/2019/04/29/der-digitale-filmriss?fbclid=IwAR3Kzs1rwXpB6MT4URyGeXigcKce8BdsMpXX-qSzGI7dXh-bmAEMlngAqXo

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„Keep film on film“
BFI will 35mm-Kopien von 100 Filmklassikern herstellen – Spendenaufruf
19. Juni 2019. – Mit dem Aufruf „We need your help to keep 35mm film at the forefront of the cinema experience“ startet das British Film Institute (BFI) eine Spendenkampagne. In einem auf fünf Jahre angelegten Programm sollen 100 neue 35mm-Kopien von Filmklassikern des britischen und internationalen Kinos gezogen werden.

Bei ordnungsgemäßer Vorführung und sachgemäßer Lagerung würden diese 35mm-Kopien Generationen überdauern. Im Aufruf heißt es:

„As the art form of projecting films in their original format becomes increasingly endangered, we need to act now to ensure that our cinema histories are not lost, and make sure that audiences today and tomorrow have the opportunity to enjoy the flickering, textured magic that only projecting real celluloid film on the big screen can bring.“

Zum Spendenaufruf
[2019/06/18]

 


Ende des analogen Kopierwerks im Bundesarchiv
Einstellung am 18. Juni 2019
18. Juni 2019. – Wie das Bundesarchiv auf Anfrage mitteilt, hat es die Arbeiten im analogen Kopierwerk eingestellt. Zuletzt wurden noch Start- und Endbänder sowie Blank- und Schwarzfilm für den internen Gebrauch kopiert.

Die letzten drei für die Benutzung analog kopierten Filme waren die „Tobis-Wochenschau 46/1938“, der in der Auslandsinformation eingesetzte DEFA-Dokumentarfilm „Humboldt-Ehrungen in der DDR“ (1969) sowie der Spielfilm „Tötet nicht mehr!“ (1919) von Lupu Pick.

 

https://filmerbe.org/page.php?0,100,

Edited by cinerama (see edit history)

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Am 19.6.2019 um 13:58 schrieb cinerama:

Ende des analogen Kopierwerks im Bundesarchiv
Einstellung am 18. Juni 2019
18. Juni 2019. – Wie das Bundesarchiv auf Anfrage mitteilt, hat es die Arbeiten im analogen Kopierwerk eingestellt. Zuletzt wurden noch Start- und Endbänder sowie Blank- und Schwarzfilm für den internen Gebrauch kopiert.

Die letzten drei für die Benutzung analog kopierten Filme waren die „Tobis-Wochenschau 46/1938“, der in der Auslandsinformation eingesetzte DEFA-Dokumentarfilm „Humboldt-Ehrungen in der DDR“ (1969) sowie der Spielfilm „Tötet nicht mehr!“ (1919) von Lupu Pick.

 

Das sollte nur auf Koblenz zutreffen. Die Maschinen waren ja alle Anfang 2019 unterm Hammer. In Kooperation mit anderen Europäischen Archiven sollen irgendwo zentralisiert neue Möglichkeiten geschaffen werden. Die Frage ist, wie es um die Expertise steht. Die alten Hasen sind wohl abgemanaged und man fängt in Teilen wieder relativ weit am Anfang der Lernkurve an. Luftblasen im Wet Gate usw...

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Schon in Hochbetriebszeiten liess die Qualitaet der Dup- und Schwarzweiss-Kopierung und eben auch der Lichtbestimmung zu wuenschen uebrig. Als es eng wurde, war ich an die Abteilung zur Vorbereitung von Dokfilm-Festivals und der Leipziger Filmwoche gebunden, und auch die Bewerbungen der wirklich hochkaraetigen Kollegen ("alte Hasen") wurden leider in Unkenntnis derer Faehigkeiten zugunsten von Routinekraeften ausgeschlagen.

Auch ein eigenes Archivkino war trotz meiner Bemuehungen nicht durchsetzbar. Eine Lobby zur Aussendarstellung und gesellschaftlichen Integration des echten Filmerbes mit Buergerkontakt ebenfalls nicht.

 

So konnten leider die digitalen Hardliner der Deutschen Kinenathek am Potsdamer Platz - viel näher am Publikum und an der Presse als das Bundesarchiv - die Deutungshoheit an sich nehmen, die Medialisierung durchsetzen unter der Praemisse, auf analoge Film-Herstellung kuenftig zu verzichten. Das Filmhandwerk wurde auf dortigen Symposien ins Laecherliche gezogen und schon vor zehn Jahren (!) behauptet, es stuenden kaum noch Rohfilmmaterialien zur Verfuegung.

 

Die Folgen des Kahlschlags sind beispiellos in der Geschichte.

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In einer Hinsicht muß man den Digitalen Recht geben, die Aufführungsstätte, der Kino, das Kino, die Lichtspieltheater mit Filmprojektoren sind vertrocknet wie ein Regenwurm an der Sonne. Zu Hunderten haben Kinobetreiber sich vom Staat Subventionen für die Umrüstung zahlen lassen. Das Neue mußte herein.

 

Bibliotheken haben auch längst Computer und eBooks eingeführt. Viele Setzereien und Druckereien sind verschwunden. Häuser werden nicht mehr handwerklich erstellt, sondern industriell hingeknallt. Es ist, wie es ist.

 

Du und ich zeigen mit dem Finger aber auf den heiligen Gral des Films, dahin, wo die musealen Reste weiterleben dürfen sollten. Die Filmarchive sind gemeint, die Institutionen, welche exakt mit der Aufgabe der Erhaltung des Films gestiftet wurden.

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Ich liebe ja den analogen Film und die Reste des analogen Kinos. Aber ich glaube, du hast zuviel Rotwein getrunken, oder leidest sonst irgendwie am grossen Seelenschmerz.

Nix für Ungut.

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Um Reproduktion - nicht nur um Resteverwaltung - sollte es gehen. Die Rekonstruktion von Michelangelos Cappella Sixtina in Rom erfolgte ja auch mit Originalfarben auf originaler Bildwand.

Man haette sie auch kalkweiss ersetzen und mit digitaler Fulldome-Projektion Neuschoepfungen wie "Michelangelo 2.0 meets AVATAR" einfuehren koennen, um "Freskenerbe in Gefahr" in moderner Interpretation "zugaenglich" zu machen.

 

Es gibt verpflichtende Regeln - die vom Kinematheksverbund (als Berater) und der Bundesbeauftragten fuer Kultur und Medien, Frau Prof. Dr. Gruetters, mit dem vorliegenden Zerstoerungswerk verbannt wurden (d.h.: man haette besser die Kopierwerke offen und fuer kompetente Film-Restaurateure aus England, Oesterreich und anderen Laendern anmietbar halten sollen):


- the obligation to perform research and documentation; that is, to record physical, archival, and other evidence before and after any intervention to generate and safeguard knowledge embodied as process or product;
- the obligation to respect cumulative age-value; that is, to acknowledge the site or work as a cumulative physical record of human activity embodying cultural beliefs, values, materials, and techniques, and displaying the passage of time;
the obligation to safeguard authenticity—a culturally relative condition associated with the fabric or fabrication of a thing or place as a way of ensuring authorship or witness of a time and place;
- the obligation to do no harm, performing minimal intervention that will reestablish structural and aesthetic legibility and meaning with the least physical interference—or that will allow other options and further treatment in the future.

 

Aus: https://www.getty.edu/conservation/publications_resources/newsletters/15_1/feature1_2.html

Edited by cinerama (see edit history)

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Dirk Alt über das Dilemma der deutschen Digitalisierungsstrategie

11. Februar 2019. - In einem am 29. Januar 2019 erschienenen Artikel für den Wiener "Standard" vergleicht Dirk Alt, Historiker und Dokumentarfilmer, die Digitalisierungsoffensive der deutschen Bundesregierung mit dem in Österreich entwickelten Konzept, "klar zwischen der Erschließung und Zugänglichmachung des Filmerbes mittels Digitalisierung einerseits und der analogen, also physischen Langzeitarchivierung andererseits" zu unterscheiden. (Anmerkung "Filmerbe in Gefahr": Das bereits im Januar 2016 vom Filmarchiv Austria und dem Österreichische Filmmuseum vorgeschlagene und von der damaligen Bundesregierung Kern unterstützte Projekt "Film Preservation Center Austria" sieht vor, neben der Digitalisierung das Filmerbe auf langzeitstabilem 35-mm-Material physisch zu sichern. Das Zentrum sollte 2017 seine Arbeit aufnehmen, dies ist bis heute nicht geschehen.)
Dirk Alt meldet "Zweifel an der Ernsthaftigkeit" des deutschen, ausschließlich auf Digitalisierung setzenden Konzepts an und sieht hier ein Dilemma, das vor allem "in der Flüchtigkeit und Manipulierbarkeit digitaler Daten, im Fehlen langzeitstabiler Speichermaterie und internationaler Standards sowie in der Obsoleszenz von Hard- und Software" bestehe. Sein Fazit: Ein "irregeleitetes Prestigeprojekt der Kulturstaatsministerin Monika Grütters", mit dem auch "die photochemischen Kapazitäten und Strukturen" zusammenbrechen werden, "die in den zurückliegenden Jahrzehnten die konservatorische Sicherung von Film auf Film gewährleisteten."

https://apps.derstandard.de/privacywall/story/2000097199293/das-digitale-dilemma

 

Alles zutreffend: bis auf das Resümee "ein irregeleitetes Prestigeprojekt der Kulturstaatsministerin Monika Grütters".

 

Man weiss vielmehr:

Frau Prof. Grütters wurde massiv von der Leitung des Kinematheksverbunds, Dr. Rainer Rother (zugleich Direktor der Deutschen Kinemathek Berlin ohne archivalischen und technischen Background) bedrängt, die Digitalisierung ohne Rücksicht auf analoge Verluste durchzusetzen. Prof. Grütters verweist selbst darauf, wie eindringlich und dringend die Petitionen der genannten Kinematheks-Leiter gewesen seien, sodass sie sich dem anschliessen musste.

 

Kürzlich betonte die Leitung der Schwesterinstitution der Deutschen Kinemathek (Arsenal - Institut für Film- und Videokunst), wie viel Wert sie auf Erhalt und Pflege des originalen Filmerbes auf Film sie lege. Durch Etablierung des Silent Green-Filmarchivs ist das auch glaubhaft.

Anfragend, warum es keine Proteste oder Widerspruch gegen die Kopierwerksschliessung gegeben habe, hiess es, dass es sie gegeben habe, aber es sei eine Entscheidung allein der BKM Frau Prof. Grütters gewesen, gegen die man nichts tun konnte.

Dem widerspreche ich (s.o.). Zudem ist mir kein einziger Widerspruch seitens der Institutionen zu Ohren gekommen. Wäre auch verwunderlich, denn sie alle hängen Förder- und Subventionstöpfen von BKM und Bund.

 

Triviale Bedrohungsvideos sendet derzeit das Zweite Deutsche Fernsehen:

 

https://www.zdf.de/nachrichten/heute-journal/deutsches-filmerbe-in-gefahr-100.html?fbclid=IwAR1ZhMlzJ-CJ-Cvv2UFzKe-jlS9vGDY_oXTVPIlCydVV0euQNWvWhSsTOYo#xtor=CS5-22

https://www.zdf.de/nachrichten/heute-journal/deutsches-filmerbe-in-gefahr-100.html?fbclid=IwAR1ZhMlzJ-CJ-Cvv2UFzKe-jlS9vGDY_oXTVPIlCydVV0euQNWvWhSsTOYo#xtor=CS5-22

 

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