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Geschrieben

Hallo liebe Kollegen, egal ob Selberfilmer oder Filmsammler.

 

Ihr erinnert Euch vielleicht noch an das sogenannte "Color Fresh"-Material, dass von der Fa. hama und anderen Anbietern für Schmalfilmzubehör, einst als sogenanntes Frischhaltemittel für alle Filmsorten angeboten wurde. Ich habe diese kleinen Aluminiumbeutelchen so lange gekauft, wie es sie gab. Darin war eigentlich nichts weiter drin, als ein kleiner Wattebausch, der mit flüssigem Kampfer betreufelt wurde. Wenn man das Päckchen durchstach, traten die Kampferdämpfe aus und drangen in das Filmmaterial ein. Das war dafür gedacht, die Filme schön Geschmeidig zu halten. Als dann aber die Produktion dieser Päckchen eingestellt wurde, behalf ich mir stehts selbst, indem ich mir Kampferpulver aus der Apotheke besorgte. Dazu kleine, wieder verschließbare Klarsichtütchen, in die ich jeweils einen Teelöffel voll Pulver einfüllte. Dann durchstach ich die Tütchen mehrfach mit einer Stecknadel und legte sie in die Filmdosen. Das mache ich jetzt seit 41 Jahren so und die Filme haben davon meines Erachtens stehts gut profitiert. Will sagen: Sie blieben immer gut in Form. Jetzt aber las ich durch Zufall einen KI-Text (ja, ich weiß.... 🙄), dass man das nur bei Nitratfilmmatrial machen soll und nicht bei Acetat-, Polyester, und/oder Umkehrfilm. Das wäre schädlich für die Filme. Jetzt frage ich Euch: Ist das wirklich so, oder hat sich da mal wieder jemand nur Wichtig machen wollen? Auf eine Antwort hoffend, verbleibe ich mit freundlichen Grüßen

 

der Panther

Geschrieben (bearbeitet)

Dazu gibt's im 35mm teil des Forums ausweitende Diskussionen,  Überlegungen und versuche.

Zussmmenfassend: ja, stimmt bei nitromaterial. Bei Acetat ist es wohl nicht schädlich, hilft aber auch nicht wirklich nachweislich. Bei polyester ohnehin überflüssig. Hauptsächlich hat man Kampfer zur Konservierung des trägermaterials eingesetzt. Ich kann mir nicht vorstellen,  dass es positive Effekte auf die Farben hatte. Geschadet hat es aber sicherlich auch nicht.

 

Acetatmaterial kann ja das essigsyndrom bekommen, wenn es sich zu zersetzen anfängt. Im fortgeschrittenen Stadium kann das auch sehr schnell gehen,  habe ich auch selbst bereits gesehen.  Ein forenmitglied hat filmrollen in plastikdosen gelagert, meine ich mich erinnern zu können, unter der Rolle natriumhydroxid Pulver und dazwischen 1, 2 Blatt küchenrolle, um damit die Essig ausdünstungen etwas einzufangen und zu neutralisieren.  Hilft wohl etwas. Kampfer alleine kann gegen essigsyndrom rein gar nichts ausrichten.

 

Um acetatfilme zu konservieren,  insbesondere solche, die bereits befallen sind, hilft nur Kälte. Dauerhaftes einfrieren.

Bearbeitet von Dent-Jo (Änderungen anzeigen)
Geschrieben (bearbeitet)
vor 2 Stunden schrieb Dent-Jo:

Acetatmaterial kann ja das essigsyndrom bekommen

Jedes Acetatmaterial bekommt Essigsyndrom. Irgendwann. Die Umwandlung beginnt sofort nach Herstellung, nur eben sehr langsam. 
 

vor 1 Stunde schrieb Film-Mechaniker:

Cellulosetriacetat, das heute verwendet wird, nimmt Campher nicht auf

Doch, aber gibt es sehr schnell wieder ab. Und es wirkt nur als Weichmacher und damit ggf. ein bisschen oder temporär gegen Schrumpfung, nicht gegen Essigsyndrom. 
 

(So gelernt vom Archivar des Metropolis-Kinos in einem Workshop zum Thema)

Bearbeitet von Friedemann Wachsmuth (Änderungen anzeigen)
  • Like 1
Geschrieben
vor 1 Stunde schrieb Friedemann Wachsmuth:

Jedes Acetatmaterial bekommt Essigsyndrom. Irgendwann. Die Umwandlung beginnt sofort nach Herstellung, nur eben sehr langsam. 
 

Doch, aber gibt es sehr schnell wieder ab. Und es wirkt nur als Weichmacher und damit ggf. ein bisschen oder temporär gegen Schrumpfung, nicht gegen Essigsyndrom. 
 

(So gelernt vom Archivar des Metropolis-Kinos in einem Workshop zum Thema)

Das mit der Schrumpfung ist gut zu wissen, wieder was gelernt.  Der zerfallsbeginn direkt nach Herstellung ist bekannt. Ich wollte nicht zu sehr ausholen, da es primär um Kampfer ging...

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