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Eine neue Hoffnung? IOSONO


cosmo
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Das ist eine gute und hoffnungsvolle Sache, auch wenn sich dieses Iosono-System noch im Experimentalstadium befindet und man weiter nichts darüber sagen kann.

 

Bekanntlich hat das Kino seinen technologischen (wenn auch nicht unbedingt seinen rein akustischen) Vorsprung gegenüber der Heimkinotechnik eingebüßt. Auf solche oder ähnliche Art könnte es diesen technologischen Vorsprung wieder gewinnen. Das wäre eine unbezahlbare Werbung für das Kino.

 

Dazu darf man nicht vergessen, daß der technologische Vorsprung der Kinotechnik gegenüber dem ewigen Konkurrenten TV (später dann auch Video) lange Jahrzehnte mit großem Erfolg aggressiv herausgekehrt und vermarktet wurde. Stichwort Cinemascope, Magnetton, Dolby A/SR usw.

 

Momentan gibt es für den Laien aber keinen erkennbaren Grund mehr, warum eine Kinoanlage einen Film besser abspielen sollte als seine Heimkinoanlage. Wohlgemerkt, ich rede nur von der technischen Seite, so, wie sie sich für fast alle Laien darstellt.

Erfahrungsgemäß ist es zum Beispiel einigermaßen sinnlos, gegenüber Laien von den akustischen Vorzügen eines großen Kinoraumes im Gegensatz zu einem Wohnzimmer zu sprechen. Konzertgänger der klassischen Musik wissen natürlich um diese Zusammenhänge, aber die gehen kaum ins Kino. Ist halt eine Altersfrage.

 

Die große Leinwand ist alles, was vom einstigen Vorsprung des Kinos geblieben ist. Eine Leinwand ist aber nicht gerade beeindruckende High-Tech. Wenn man den Laien im Kino etwas um die Ohren hauen könnte, das sie in ihrem Wohnzimmer nicht oder auf absehbare Zeit nicht bekommen könnten, wäre das eine sehr gute Sache. Wer würde sich schon 30 Lautsprecher ins Wohnzimmer stellen?

 

 

Allerdings: Allzusehr effekthascherisch in den Vordergrund dürften sich solche neuartigen tontechnischen Entwicklungen nicht stellen, sonst erleiden sie das gleiche Schicksal wie der selige 3D-Kinofilm.

Ich sehe auch nicht, wie der 35mm Film solche Entwicklungen verwirklichen könnte. Per Timecode auf der Kopie und dann von irgendeinem DVD-Nachfolger vielleicht. Aber wer sollte in diese Dinge investieren, wenn bereits jetzt schon langsam angefangen wird, auf digitale Bildprojektion umzustellen.

Falls also solche Entwicklungen wie das Iosono-System jemals verwirklicht werden, dann vom Digital-Kino.

 

 

Stator

 

 

 

 

PS: Auf www.iosono-sound.de erfährt man etwas mehr von diesem System. Leider etwas viel Werbe-Geschwalle. Unter "Anwendungen/Cinema" wirds dann aber doch noch interessant. Der aktuelle Tonträger ist zur Zeit ADAT, wußte gar nicht, das sowas noch verwendet wird. Na ja, muß ja nicht dabei bleiben.

 

Unter "Equipment/Iosonosystem" findet sich die Aussage, das Mono oder 5.1 kompatibel wiedergegeben werden könnten. Wäre meiner Meinung nach auch Vorraussetzung für den Kinobetrieb (Übergang usw.).

 

Stator

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Da kann ich Stator nur Recht geben. Das Kino benötigt, in dieser doch Schwierigen Zeit, Innovationen. Mit u.a. dieser Technik hat das Kino wieder die Chance, sich von der 0-8-15 Wohnzimmeranlage deutlich zu distanzieren. Wird das dem Kunden richtig vermittelt, und ist dieser dann auch überzeugt davon, sehe ich durchaus eine Chance für diese Technik.

Auf jeden Fall sollte in dieser Richtung weiter geforscht werden, um das Kino Tontechnisch wieder interessant zu machen. Ob Iosono oder was anderes. Es bedarf in dieser Branche neuer Ideen und vor allem auch Mut diese durchzuführen.

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Hi Leute,

 

ich denke mal das ich nicht der einzige bin der sich mal bei der Cebit 2005 in Hanover umgeschaut hat. Dort gab es einen IOSONO Präsentationsraum. Das ganze ist schon recht interessant, jedoch möchte ich mal lieber nicht vom Technischen Aufwand sprechen (je Lautsprecher ein seperater Kanal in der Endstufe, was werden das für Racks?? usw.) Also ich finde es wirklich recht "erlebenswert" jedoch erinnert es mich eher an "Showrides" in Freizeitparks. ;-)

 

 

Gruß

 

Ciniwa

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Wenn ich mich nicht irre, ist das, das selbe System, was bei den Bregenzer Festspielen installiert wurde. Da wurden ca. 800 Lautsprecher um die Tribüne der Seebühne installiert. :shock: Es gab bei der Inbetriebnahme des Systems einige gravierende Probleme, die anscheinend bis zur Premiere nicht behoben werden konnten. :roll:

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Das Verfahren wurde schon vor drei Jahren als "Klangfeldsynthese" (entwickelt im Fraunhofer Institut in Ilmenau), später als "Wellenfeldsynthese" bekannt.

Eine Versuchseinsrichtung soll in einem Kino in Ilmenau längere Zeit ausgetestet worden sein, als Anschaffungspreis für interessierte Filmtheater wurde anfangs ein Preis von 1 Mio. genannt.

 

Mittlerweile hat man offenbar ein Marktpatent erworben und offeriert das System hier oder dort. So wurde es auch im berliner "Titania-Palast" mit Start von "Die Rache der Sith" eingebaut, nirgendwo beworben, aber vom Kinopersonal bestätigt. Das dortige System nennt sich pauschal "Wellenfeldsynthese", konnte man dem "Filmecho" entnehmen. Leider war im dortigen Saal der Ton extrem leise, sodaß nichts davon bemerkbar war. Auch hingen an der Wand nachwievor die alten JBL 8330-Surround-Lautsprecher. Von "Iosono" war bzgl. dieses Projektes aber nichts zu lesen.

 

In jedem Fall ein Musterbeispiel schlechten Marketings...

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Natürlich immer gut, wenn auf dem Filmtheater-Sektor weiterentwickelt wird, so daß sich wieder ein vermeintlicher Vorsprung einstellt.

 

Allein, mir fehlt der Glaube daran, dass:

 

a) die Masse der Lichtspielhäuser momentan eine derartige Investition tätigen könnten, und

 

b) wird es dann nicht sehr lange dauern, bis ein "Iosono" oder wie das Patent dann auch immer heißen mag, auf die Idee kommt: "Hey, mit einer abgespeckten Version des Systems bringen wir doch mit unseren Vertriebspartnern "Media TEVI Promarkt Quelle Karstadt" das ganze gleich wieder in die deutschen Wohnzimmer. Das wird sicherlich dauern, aber es wird kommen. Und dann? Was machen wir dann?

 

360° Rundumprojektion zum "Iosono" wäre noch einer Alternative, die sich in heimischen Wohnzimmern nicht (so einfach) verwirklichen läßt :wink:

 

Nein Leute, ich seh langsam schwarz für unsere Branche, zumindest unseren Berufstand allemal. "Iosono" hin oder her!!

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Natürlich immer gut, wenn auf dem Filmtheater-Sektor weiterentwickelt wird, so daß sich wieder ein vermeintlicher Vorsprung einstellt.

 

Allein, mir fehlt der Glaube daran, dass:

 

a) die Masse der Lichtspielhäuser momentan eine derartige Investition tätigen könnten, ...

 

 

Es ist nicht damit getan, dass Kinos über den Einbau der Technik nachdenken. Primär müsste die amerikanische Filmindustrie in der Postproduktion IOSONO bedienen. Nachdem 6.1 und 7.1 nicht wirklich grosse Anwendund in Filmen findet, kann ich mir nicht vorstellen, dass die Kosten für das deutlich aufwendigere IOSONO (zusätzliche Technik, längere Mischzeiten) akzeptiert werden, um sich evtl. einige wenige Kinobesucher mehr zu erschliessen. Welcher Kinobesucher weiss schon von EX und 7.1 und wählt Film und Kino konkret danach aus? M.E. ist IOSONO ein Verfahren, das, wie IMAX, technisch Machbares zeigt aber nicht unbedingt zum Geschichtenerzählen taugt. Nicht umsonst findet der Dialog heutzutage hauptsächlich im Center statt. Es mag Anwendungen geben, in denen es motiviert ist, Perspektiven und Bewegungen intensiver abzubilden, aber eben nur in bestimmten Genres.

 

Toni

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einzig und allein der film entscheidet...

 

er kann in schwarz weiss und mono sein- wenn dass publikum ihn mag wird er sein geschäft machen.

die vergangenheit hat gezeigt das alles andere nur sehr bedingt eine rolle spielt.

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So viel halt ich da jetzt auch nicht von...

IOSONO...io sono heisst ich bin, wohl aber nicht so gemeint...naja, bin net ein Befürworter von einer zukünftigen Lautsprecherbordüre an den wänden...

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einzig und allein der film entscheidet...

 

er kann in schwarz weiss und mono sein- wenn dass publikum ihn mag wird er sein geschäft machen.

die vergangenheit hat gezeigt das alles andere nur sehr bedingt eine rolle spielt.

 

Dem stimme ich zu, allein bei "Madagascar" war der Saal wieder ungewohnt voll. Ein großer Teil denkt sicher ohnehin, dass auch das Bild digital ist. Zum Glück war die Kopie in einem guten Zustand, man hat sogut wie keine Laufstreifen, Kratzer etc. gesehen. Kurz, ich glaube der Saal war nur wegen dem guten Film so gefüllt.

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Natürlich immer gut, wenn auf dem Filmtheater-Sektor weiterentwickelt wird, so daß sich wieder ein vermeintlicher Vorsprung einstellt.

 

Bisher zumindest war das ein "Gesetz" der Branche, seit Anbeginn.

 

Allein, mir fehlt der Glaube daran, dass:

 

a) die Masse der Lichtspielhäuser momentan eine derartige Investition tätigen könnten, und

 

b) wird es dann nicht sehr lange dauern, bis ein "Iosono" oder wie das Patent dann auch immer heißen mag, auf die Idee kommt: "Hey, mit einer abgespeckten Version des Systems bringen wir doch mit unseren Vertriebspartnern "Media TEVI Promarkt Quelle Karstadt" das ganze gleich wieder in die deutschen Wohnzimmer. Das wird sicherlich dauern, aber es wird kommen. Und dann? Was machen wir dann?

 

Etwas Neues und Besseres anbieten...

 

360° Rundumprojektion zum "Iosono" wäre noch einer Alternative, die sich in heimischen Wohnzimmern nicht (so einfach) verwirklichen läßt :wink

Was seit Circlorarama, Circarama, Kugowaja und in den 90er Jahren Circlevision eine innovative Idee war. Leider wurde mit diesen Verfahren zumeist immer nur ein einziger (touristischer) Film gezeigt. Die Verfahren scheiterten also an künstlerischer Ausformung.

Solange die Spielfilm- (oder Avantgarde-Regisseure) sich nicht im mindesten für sinneserweiternde Technologien interessien, sind die Filmtechniker offenbar den Filmkünstler intellektuell im Jahrzehnte voraus. Dabei hiess es doch immer: die Filmtechnik habe der Filmkunst zu dienen.

 

Nein Leute, ich seh langsam schwarz für unsere Branche, zumindest unseren Berufstand allemal. "Iosono" hin oder her!!

 

Das durchaus passieren: zuviele gleichförmige Kinos, zu viele gleichartige Angebote, zu einseitige Kinoberichterstattung in den Medien, zu wenig Wirtschaftlichkeit infolge des Overscreenings undsoweiter.

 

Es ist nicht damit getan, dass Kinos über den Einbau der Technik nachdenken. Primär müsste die amerikanische Filmindustrie in der Postproduktion IOSONO bedienen. Nachdem 6.1 und 7.1 nicht wirklich grosse Anwendund in Filmen findet, kann ich mir nicht vorstellen, dass die Kosten für das deutlich aufwendigere IOSONO (zusätzliche Technik, längere Mischzeiten) akzeptiert werden, um sich evtl. einige wenige Kinobesucher mehr zu erschliessen.

 

Wenn der Sound perspektivisch derart vollkommen klingt, warum eigentlich nicht?

 

Welcher Kinobesucher weiss schon von EX und 7.1 und wählt Film und Kino konkret danach aus?

 

Nicht jeder. Allerdings ist gehörtes EX auch nichts wirklich Neuartiges (siehe Cinerama-Ton 1952 und diverse Nachfolgeverfahren). Es ist vielleicht die Überfülle an Labels, die derzeit Verwirrung stiftet. Auch bei den Bildverfahren stellte sich in der Zeit nach 1953 eine Inflation der Wertigkeiten ein.

 

M.E. ist IOSONO ein Verfahren, das, wie IMAX, technisch Machbares zeigt aber nicht unbedingt zum Geschichtenerzählen taugt.

 

Das ist, finde ich, ein seit Jahrzehnten immer wieder auftauchendes, ärgerliches, wenn auch tlws. berechtigtes Argument. Es kam zunächt von der Fraktion der Autorenfilmer-/Kunstkinomacher, die vor 50 Jahren gegen den Bombast der Kommerzkinos ankämpften. Umgekehrt aber haben nicht wenige dieser Protagonisten es mittlerweile fertig gebracht, die Kinematographie, den Schau- und Hörgenuss in grotesker Weise zu entstellen (Video und Wackelkamera).

 

Warum wagt es nun keiner, in einem neuen Medium neue "Geschichten", Perspektiven oder Wahrnehmungen zu kreieren? Warum ist der Zuschauer in seiner Rezpetionsweise nachwievor an die Guckkastenbühne (die dem wirklichen Leben und realer Kommunikation widerspricht) zwangsläufig angebunden? Es wäre doch die Aufgabe der Filmkünstler, der Industrien und der Techniker, die Lethargie beim Publikum langsam, aber durchgreifend zu durchbrechen. Man kann in der Branche nicht immer nur dasselbe machen.

 

Nicht umsonst findet der Dialog heutzutage hauptsächlich im Center statt. Es mag Anwendungen geben, in denen es motiviert ist, Perspektiven und Bewegungen intensiver abzubilden, aber eben nur in bestimmten Genres.

 

Das war ja stets die Auffassung renommmierter wie auch selbsternannter Tonmeister und auch der Firma Dolby. Akzeptiert man diese Auffassung, so wäre es auch folgerichtig, das Bildformat von 16 : 9 nicht zu überschreiten und global als Einheitsformat zu erzwingen.

 

Es gab und gibt gegenläufige Auffassungen und eindrucksvolle filmische Gegenbeispiele!

 

einzig und allein der film entscheidet...

 

er kann in schwarz weiss und mono sein- wenn dass publikum ihn mag wird er sein geschäft machen.

die vergangenheit hat gezeigt das alles andere nur sehr bedingt eine rolle spielt.

 

Das galt für etliche Dekaden, in der das Kino (aufgrund seiner kommunikativen Atmosphäre, des baulichen Ambientes, der teuren 35mm-Technik, des verbeiteten Stereotons, der exklusiven Langzeitauswertung nichts zu fürchten hatte.

 

In den letzten Jahren ist doch der illegale Download zum Volkssport geworden, Surround-Anlagen füllen die Ramschläden, die Filmproduzenten interessiert nur die flinke Rendite über Multi-Media, die Verleiher wollen die Auswertungsfenter verkürzen und die Kinobetreiber ebenso lediglich eine Leihmietenreduzierung wird derzeit erbettelt).

Und da sich DVD-Heimkino, in Kürze HDTV-DVD, sich rasant verbreiten (wie eine Pest, meiner Auffasung nach), sind es immer mehr Menschen, die die Exklusivität des Kinos infrage stellen. Gab es noch durch neuere Kinos und Multiplexe Anfang der 90er Jahre den Glauben, die Kinobranche habe sich grundlegend revolutioniert, steht auch diese Verwertungskategorie nun auf der Agenda.

 

Welche Konsequenzen darauf gezogen werden ("Zurück zum Special-Format Cinema", "zurück zum Bezirks- und Ladenkino", "zurück zum exponierten Filmpalast", "zurück zum Jahrmarkt" oder andererseits: "hin zum Multimedia-Kino/Kinocenter", "hin zum voll-digitalisierten Megaplex", "hin zur Spielkonsole", "hin zum Multiscreening/zur Videobox-Kabine", "hin zu hochgerüsteten Home Cinemas/Heimkinoclubs", "hin zum kostenlosen - vom Copyright befreiten - Kneipen- Kneipen-Kino/Bürokino/U-Bahn-Kino" usw. usf. - solche "Konsequenzen" würde ich nicht wagen zu prophezeien.

 

Allerdings dürfte IOSONO vorerst durchaus eine Besonderheit sein und bleiben, dessen unabdingbarer apparativer Beschallungsaufwand nicht überall adaptierbar ist und somit ein außergewöhnliches Erlebnis darstellt.

 

Warum nicht? Warum schlechter hören als in der Wirklichkeit? (Die derzeitigen Kino-Soundwiedergabe halte ich für "widernatürlich", um den Begriff eines anderen Forumsmitgliedes wieder aufzugreifen).

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Nicht umsonst findet der Dialog heutzutage hauptsächlich im Center statt. Es mag Anwendungen geben, in denen es motiviert ist, Perspektiven und Bewegungen intensiver abzubilden, aber eben nur in bestimmten Genres.

 

Das war ja stets die Auffassung renommmierter wie auch selbsternannter Tonmeister und auch der Firma Dolby. Akzeptiert man diese Auffassung, so wäre es auch folgerichtig, das Bildformat von 16 : 9 nicht zu überschreiten und global als Einheitsformat zu erzwingen.

 

Ich sehe keinen Zusammenhang zwischen Tongestaltung und Bildformat. Dass Du ein Anhänger diskreter Mehrkanalverfahren vergangener Tage und der damals gängigen Tongestaltung bist, ist mir bekannt, aber m.E. ist diese Art der Panoramamitführung heute nicht mehr praktikabel. Das hat zum einen mit der Konditionierung des Publikums zu tun. Feedbacks aus meinem Bekanntenkreis bestätigen immer wieder, was auch mein Eindruck ist: ein Dialog-Panoramasprung wird genau als solcher wahrgenommen und eben nicht als handlungsimmant und raumbestimmend begriffen. Zum anderen erlauben die häufig sehr schnellen Schnittfolgen einfach keine tonlich perspektivische Entsprechung - schon selbst ausprobiert, führt unweigerlich zur Reizüberflutung. Und schliesslich sind im Panorama bewegte Dialoge oder auch ganz allgemein Tonelemente deshalb irritierend, weil sie mit allmählichem Übergang zum anderen Lautsprecher ihren punktförmigen Charakter verlieren und zu einer mehr oder weniger diffusen Phantomschallquelle werden, bis sie im anderen Lautsprecher angekommen sind. M.E. funktionieren Panoramabewegungen erst ab einer Geschwindigkeit, die diese klanglichen Veränderungen nivelliert.

Im Übrigen hat Dolby diese klanggestalterische "Forderung" nie gestellt.

 

IOSONO kist sicherlich viel besser als 5.1/6.1/7.1 geeignet, Räume zu schaffen. Eine holographische Darstellung diskreter Tonelemente kann ich mir im Kino gar nicht vorstellen.

 

Toni

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Ich finde es entäuschend, vor einer großen Bildwand zu sitzen, den Akteur Meiner Meinung nach ist die "Regel", den Dialog immer auf den Centerkanal zu mischen ein fauler Kompromiss für schlecht eingemessene Säle oder für schlecht gestellte Speaker.

In der Realität komme ich mir auch verarscht vor, wenn der Ton nicht aus dem Munde des sprechenden kommt....

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Hallo,

 

Schlaflosigkeit hat mich verleitet, wieder mal etwas zum Besten zu geben.

 

b) wird es dann nicht sehr lange dauern, bis ein "Iosono" oder wie das Patent dann auch immer heißen mag, auf die Idee kommt: "Hey, mit einer abgespeckten Version des Systems bringen wir doch mit unseren Vertriebspartnern "Media TEVI Promarkt Quelle Karstadt" das ganze gleich wieder in die deutschen Wohnzimmer. Das wird sicherlich dauern, aber es wird kommen. Und dann? Was machen wir dann?

 

Kann schon sein. Aber abgesehen davon, das Rundumpaneele in Wohnzimmern nicht wirklich attraktiv sind, hätte man mit deiner Logik von Anfang an auf Mehrkanalton im Kino verzichten können. Weil: Irgendwann hats ja auch der Konsument…

 

Das Hauptproblem bei Isono dürften für die Kinos in der Tat die nötigen Investitionen sein.

 

 

einzig und allein der film entscheidet...

er kann in schwarz weiss und mono sein- wenn dass publikum ihn mag wird er sein geschäft machen.

 

 

Ich darf widersprechen? Diese Zeiten sind schon einige Jahrzehnte vorbei. Ich bedaure das als S/W Liebhaber, aber so ist es nun mal. Nenn mir mal einen in Mono und/oder in S/W gedrehten Film, der in den letzten 10 Jahren als Blockbuster richtig geknallt hat.

Damit meine ich keine Filme, die erfolgreich acht Wochen im Kommunalen Kino Buxtehude gespielt wurden. Auf Anhieb fällt mir da nur "Schindlers Liste" ein. Etwas wenig, um eine Kinobranche am Leben zu erhalten. Wieviel Filme von der Profitabilität von "Schindlers Liste" bräuchte man im Jahr, um eine Kinobranche am Leben zu erhalten?

 

 

die vergangenheit hat gezeigt das alles andere nur sehr bedingt eine rolle spielt.

 

 

Auch hier muß ich zu meinem größten Bedauern widersprechen. Die Vergangenheit hat im Gegenteil gezeigt, das die Masse des Publikums weder veraltete Kinos noch (vermeintlich) veraltete Filme mag. Dazu gehören nach Publikumsmeinung nun mal S/W Filme, Filme in Mono und natürlich auch technisch bescheidene Vorführungen.

 

Aber viel wichtiger in diesem Zusammenhang: Auch reine Dialog-Filme, die prinzipiell keinen Mehrkanalton benötigen oder benötigen würden (z. B. Woody Allen Filme), können die Masse der Kinos schon sehr, sehr lange nicht mehr am Leben erhalten.

Auch gelegentliche künstlerische Ausreißer wie zum Beispiel "Dead Man" von Jim Jarmusch in S/W spielen für die Gesamtbilanz der Kinobranche keine Rolle. Ob einem das selber behagt oder nicht ist gleichgültig, denn das Publikum und niemand anderes zahlt den Kinomitarbeitern den Monatslohn. Und was das Publikum will, wird es auch bekommen. Das war in der ganzen Geschichte des Kinos nie anders.

 

 

Unter

 

http://german.imdb.com/boxoffice/alltim...world-wide

 

könnt ihr die erfolgreichsten Filme aller Zeiten einsehen. Was finden wir da? Eine überwältigende Überzahl von Actionfilmen, Fantasyfilmen und Zeichentrickfilmen. Das sind gleichzeitig Filme, die ohne Mehrkanalton fürs Publikum WESENTLICH an Attraktivität eingebüßt hätten. Wie viele Actionfilmliebhaber würden sich eine Star Wars Episode in Mono ansehen?

Nach meiner Zählung ist der erste Dialog-Film in dieser Reihe "Pretty Woman" von 1990 mit Rang 44.

 

Was das bedeutet, ist klar: Der (erst analoge, dann digitale) Mehrkanalton hat sich seine Filme geschaffen, nicht umgekehrt. Wenn man das begreift, versteht man, warum welche Filme erfolgreich sind.

 

Diese Entwicklung ist in groben Zügen seit ca. Ende der 70er erkennbar. Klar gab es zum Beispiel auch in den 30er Jahren Actionfilme (ja, auch deutsche), aber welche kommerzielle Gewichtung hatten die damals im Vergleich zu Filmen, die keinerlei oder nur vernachlässigbare Action aufwiesen? Eine relativ kleine Gewichtung. Das ist heutzutage völlig anders.

 

Und so komme ich auf den Ausgangspunkt der Diskussion zurück und halte ein System wie Iosono oder etwas Vergleichbares aus oben genannten Zusammenhängen für eine sehr gute und hoffnungsvolle Sache. Klar wird so ein System nur bei Actionfilmen, Fantasy oder Zeichentrick seine Stärken ausspielen, aber für genau diese Filme kommen die Leute ins Kino.

Ich darf das sagen, denn schon lange gehe ich weder für Actionfilme, noch für Fantasy oder Zeichentrick ins Kino. Mein letzter Film war vorige Woche "Die Frau des Leuchtturmwärters". Ein reiner Dialog-Film ohne jede Action, dafür ausgezeichnete Schauspieler und eine gute Geschichte.

 

Aber persönliche Vorlieben spielen bei diesem Thema naturgemäß keine Rolle.

 

Stator

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b) wird es dann nicht sehr lange dauern, bis ein "Iosono" oder wie das Patent dann auch immer heißen mag, auf die Idee kommt: "Hey, mit einer abgespeckten Version des Systems bringen wir doch mit unseren Vertriebspartnern "Media TEVI Promarkt Quelle Karstadt" das ganze gleich wieder in die deutschen Wohnzimmer. Das wird sicherlich dauern, aber es wird kommen. Und dann? Was machen wir dann?

 

Kann schon sein. Aber abgesehen davon, das Rundumpaneele in Wohnzimmern nicht wirklich attraktiv sind, hätte man mit deiner Logik von Anfang an auf Mehrkanalton im Kino verzichten können. Weil: Irgendwann hats ja auch der Konsument…

 

Richtig: der Konsument hats, zumindest SRD-Anlagen und... er bleibt dem Kino fern. Der allgemeine Tenor ist doch immer wieder in etwa: "...ach, was soll ich denn ins Kino gehn! Habe doch selbst eine Dolby-Anlage zuhause, da geb ich doch nicht etliche Euros im Kino aus, ist doch unsinnig..."

 

Meine Logik, wie Du es umschreibst, wird mir, wenns auch wie gesagt wieder ein paar Jahre dauern wird, recht geben. Die Dinger kommen, wenn sie im Kino eingeführt werden, in den Handel. Das wird ohne jeden Zweifel so ablaufen, und diesmal nach einer noch kürzeren Spanne wie von Kino SRD zu DD-Heimanlagen!

 

Ergo wird sich so mancher FTB überlegen, ob sich diese Investition überhaupt lohnt, zumal mit Sicherheit anfangs schweineteuer.

 

Ich will nicht wissen, wieviele Theaterbetreiber die Installation von THX-Kram und die Kosten für die alljährliche Zertifizierung verfluchen, wenn der Konsument heute in jedem Supermarkt "THX-Komponenten" zum Discountpreis im Einkaufswagen hat . Das ist doch ein Schlag ins Gesicht und Verarsche hoch 10. Zudem lockt man auch gerade deshalb, weil THX überall zu bekommen ist, damit keinen Kunden mehr ins Kino! Hatte ein THX-Trailer vor Jahren noch im Saal so etliches "Ahhh und Ohhh" ausgelöst, zeigt sich, wie ich von etlichen Kollegen schon vernommen habe, heute die Kundschaft doch davon eher genervt!

 

Zurück zum Thema: Sicher, es muss was Neues her, vollkommen klar. Iosono würde natürlich die Kinos anfänglich wieder auffüllen, was ja sehr zu wünschen wäre. Jedoch glaube ich nicht an eine bundesweite "Masseninstallation" und vor allem wie gesagt nicht an eine besonders lange Exclusivität für´s Kino, was den Absatz dieser Technik anbelangt.

 

Nein, für das Kino der Zukunft müssen Einrichtungen geschaffen werden, die das Filmtheater einfach wieder zu einem Erlebnis machen und vor allen Dingen eine - wenn möglich langfristige - "Monopolstellung" in Sachen Bild- und Tonprojektion darstellen. Zugegeben, hab dazu aber auch keine realisierbare Idee

 

Nur, die momentane finanzielle Situation der meisten FTB´s raubt mir den Glauben an eine revolutionäre Wendung zum Positiven. Ganz zu schweigen von der Zukunft des Filmvorführers denn die ist meiner Ansicht nach besiegelt. So oder so - leider!

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Die Dinger kommen, wenn sie im Kino eingeführt werden, in den Handel

 

Die "Dinger" werden nie ins Kino kommen.

Die Riesen-Bassboxen von Erdbeben haben auch nur einige Filme in wenigen Kinos überstanden.

Wie brauchen keine "Jahrmarktsartikel".

 

Nein, für das Kino der Zukunft müssen Einrichtungen geschaffen werden, die das Filmtheater einfach wieder zu einem Erlebnis machen und vor allen Dingen eine - wenn möglich langfristige - "Monopolstellung" in Sachen Bild- und Tonprojektion darstellen. Zugegeben, hab dazu aber auch keine realisierbare Idee

 

Bis vor kurzem kamen wenige Gäste ins Kino.

Jetzt kommen wieder viele.

Wir haben aber nichts an der Technik und Einrichtung geändert.

Das Erlebnis ist in erster Linie DER FILM.

Mehr "Madagascar's" mehr "Schmidt's"

Mit Iosono oder Digital-Projektion hätten wir gar nicht mehr haben können, denn es passten gar keine Besucher mehr ins Kino.

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Ein überragend konzipierter Film benötigt ausgeprägtes Handwerk, eine wirkungsvolle Technik, ein sensibles und hoch-aufmerksames Publikum und ein umwerfendes Marketing.

 

An diesen Werten sollten wir lieber nicht rütteln, ansonsten erodieren die letzten Bastionen des Schau- und Theatergewerbes, deren Übergänge (Kunst/Kommerz/Avantgarde/Jahrmarkt) doch immer fließend waren.

 

Verteidigen wir also alle die Innovationen, die dem Kino vielleicht doch wieder eine Monopolstellung zurückgeben. :)

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Hallo!

 

Richtig: der Konsument hats, zumindest SRD-Anlagen und... er bleibt dem Kino fern. Der allgemeine Tenor ist doch immer wieder in etwa: "...ach, was soll ich denn ins Kino gehn! Habe doch selbst eine Dolby-Anlage zuhause, da geb ich doch nicht etliche Euros im Kino aus, ist doch unsinnig..."

 

Das stimmt schon. Es würde aber selbst dann noch eine Menge Kinos geben, wenn jeder einen KINOSAAL im Keller hätte, aus den gleichen Gründen, warum es Restaurants und Kneipen gibt, obwohl man auch zu Hause (billiger) essen und trinken kann.

 

Die Dinger kommen, wenn sie im Kino eingeführt werden, in den Handel. Das wird ohne jeden Zweifel so ablaufen, und diesmal nach einer noch kürzeren Spanne wie von Kino SRD zu DD-Heimanlagen!

 

Ein technologischer Vorsprung ist nun mal in der Regel kein uneinholbarer technologischer Vorsprung. Das geht nicht nur den Kinos so, sondern der ganzen Welt.

 

Ergo wird sich so mancher FTB überlegen, ob sich diese Investition überhaupt lohnt, zumal mit Sicherheit anfangs schweineteuer.

 

Ja, das ist, wie bereits erwähnt, das Hauptproblem, abgesehen natürlich von der Zuschauerakzeptanz, ohne die nichts geht. Da kann man dann aber drüber reden, wenn es zu einer Serienreife gekommen sein sollte. Vorher lohnt es nicht, sich darüber die Köpfe zu zerbrechen.

 

Ich will nicht wissen, wieviele Theaterbetreiber die Installation von THX-Kram und die Kosten für die alljährliche Zertifizierung verfluchen, wenn der Konsument heute in jedem Supermarkt "THX-Komponenten" zum Discountpreis im Einkaufswagen hat . Das ist doch ein Schlag ins Gesicht und Verarsche hoch 10. Zudem lockt man auch gerade deshalb, weil THX überall zu bekommen ist, damit keinen Kunden mehr ins Kino! Hatte ein THX-Trailer vor Jahren noch im Saal so etliches "Ahhh und Ohhh" ausgelöst, zeigt sich, wie ich von etlichen Kollegen schon vernommen habe, heute die Kundschaft doch davon eher genervt!

 

Ja, stimmt alles. Das Abdriften des THX-Siegels in Richtung Konsumentenelektronik ist allerdings schon seit etlichen Jahren zu beobachten, und zwar für ALLE Beteiligten. Da gibt es keine Ausrede. Ich gehe davon aus, das, wer jetzt noch einen Saal THX zertifizieren läßt, keine Geldsorgen hat. Was soll man mehr dazu sagen.

Und Investitionen, die vor einigen Jahren in THX getätigt wurden, spielen betriebswirtschaftlich heute keine große Rolle mehr. Wer vor 10 Jahren THX zertifiziert hat, hat heute definitiv keinen Grund zu wehklagen. Das ist dann alles Schnee von gestern, und der wird auch nicht dadurch frischer, das man ihn versucht im Kühlschrank zu konservieren.

Und wer die jährlichen THX Gebühren nicht mehr tragen will, der läßt es halt. Kommt doch auch regelmäßig vor, daß Kinos aus THX aussteigen. So what? Müssen die selber entscheiden.

THX war nie eine Alternative zu staatlich garantierten Pfandbriefen und Kommunalobligationen…

 

 

Nur, die momentane finanzielle Situation der meisten FTB´s raubt mir den Glauben an eine revolutionäre Wendung zum Positiven.

 

Ich verstehe das nicht. Die momentane finanzielle Situation der Kinos ist ganz normal im Rahmen der wirtschaftlichen Entwicklung. Es gab in der Vergangenheit WESENTLICH schlechtere Zeiten. Dies betrifft fast den ganzen Zeitraum von den 60ern bis Anfang der 90er. Der Boom der 90er kann kein Maßstab sein, denn das ist ein Boom nie. Das war damals einfach ein Geschenk, das mittlerweile Staub angesetzt hat.

 

 

Ganz zu schweigen von der Zukunft des Filmvorführers denn die ist meiner Ansicht nach besiegelt. So oder so - leider!

 

Das glaube ich leider auch. Ich wüßte aber nicht, warum das Kino untrennbar mit dem Filmvorführer verbunden sein sollte. Das Publikum weiß es sicherlich auch nicht.

 

Ich merke, ich bin vom Ausgangsthema abgekommen. Daher gute Nacht für heute.

 

Stator

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Das stimmt schon. Es würde aber selbst dann noch eine Menge Kinos geben, wenn jeder einen KINOSAAL im Keller hätte, aus den gleichen Gründen, warum es Restaurants und Kneipen gibt, obwohl man auch zu Hause (billiger) essen und trinken kann.

 

Dem stimme ich zu, ich kann auch noch ein Beispiel bringen:

 

Die Leute schauen sich gelegentlich auch noch den Aktion kracher auf Pro7 an, obwohl sie den Film als DVD im Regal stehen haben. Erlebe ich immer wieder (kopfschüttelnder Weise...)

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Die Leute schauen sich gelegentlich auch noch den Aktion kracher auf Pro7 an, obwohl sie den Film als DVD im Regal stehen haben. Erlebe ich immer wieder (kopfschüttelnder Weise...)

Vielleicht, weil man aus Zeiten des noch nicht privatisierten Fernsehens, als es im Westen nur drei und im Osten zwei Staatsender gab, auch das In-die-Röhre-gucken als kommunikativen Akt erlernt hat. Es stelle sich (auf niedrigerem Diskussionsniveau) auch in der Weise eine Art "Gemeinschaftsgefühl" dar, nach dem am nächsten Tag auf Arbeit oder in der Schule diskutiert werden konnte.

Dies ist ein Phänomen: man glaubt dabei, etwas, das "Live" ausgestrahlt wird, ebenso wie Nachrichten und zwischenzeitlich abgerufenen Videotext beim DVD-Konsum verpassen zu können, oder man vermißt im Kino und auf DVD jene "Auflockerung" durch Werbesendungen, was mittlerweile zur locker-entspannenden Lebenskultur avanciert ist. Und: im Zeitalter des Schnäppchens, des Zappens und Wechselns gilt die Treue zur meditativen Konzentration auf das Schauspiel zunehmend weniger.

 

Vielleicht sind neue Verfahren in Bild und Ton, auch IOSONO, imstande, die Konzentration und Faszination am Schauspiel zu reanimieren? Auch über Cinema-Scope wurde anfangs seitens der Theaterbetreiber und einiger Filmemacher räsoniert: aber es ist zweifelsfei gelungen, das Publikum zu neuen Sichtweisen zu erziehen.

 

Breitwand und Raumton sind heute nicht mehr wegzudenken.

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einzig und allein der film entscheidet...

 

er kann in schwarz weiss und mono sein- wenn dass publikum ihn mag wird er sein geschäft machen.

die vergangenheit hat gezeigt das alles andere nur sehr bedingt eine rolle spielt.

 

es kommt immer darauf an was das maximum an gebotener qualität dem zahlenden gast bietet. wenn er bei einem besuch etwas besonderes oder gar aussergewöhnliches vorfindet so wird er vermutlich wiederkommen um diese oder eine ähnliche qualität nocheinmal zu erleben. wenn er aber mit alltäglichem vorlieb nehmen muss so wird er sich einen weiteren besuch zweimal überlegen. bei den heutigen kartenpreisen obendrein.

 

verwackelte und unscharfe 35mm kopien in verbindung mit digitalem krawallton der über dynamikschwache und stark verzerrende wie schrille schallanlagen wiedergegeben wird kann sicher kein grosses publikum für sich einnehmen.

 

Expert Grouper

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Nicht umsonst findet der Dialog heutzutage hauptsächlich im Center statt. Es mag Anwendungen geben, in denen es motiviert ist, Perspektiven und Bewegungen intensiver abzubilden, aber eben nur in bestimmten Genres.

 

Das war ja stets die Auffassung renommmierter wie auch selbsternannter Tonmeister und auch der Firma Dolby. Akzeptiert man diese Auffassung, so wäre es auch folgerichtig, das Bildformat von 16 : 9 nicht zu überschreiten und global als Einheitsformat zu erzwingen.

 

Ich sehe keinen Zusammenhang zwischen Tongestaltung und Bildformat. Dass Du ein Anhänger diskreter Mehrkanalverfahren vergangener Tage und der damals gängigen Tongestaltung bist, ist mir bekannt, aber m.E. ist diese Art der Panoramamitführung heute nicht mehr praktikabel. Das hat zum einen mit der Konditionierung des Publikums zu tun. Feedbacks aus meinem Bekanntenkreis bestätigen immer wieder, was auch mein Eindruck ist: ein Dialog-Panoramasprung wird genau als solcher wahrgenommen und eben nicht als handlungsimmant und raumbestimmend begriffen. Zum anderen erlauben die häufig sehr schnellen Schnittfolgen einfach keine tonlich perspektivische Entsprechung - schon selbst ausprobiert, führt unweigerlich zur Reizüberflutung.

 

eine reizüberflutung hat man mit heutigen machstreifen doch schon längst geschaffen. ob man die dialoge jetzt für das publikum ortbar macht oder nicht. von guten und sinnvollen schnittfolgen kann heute doch schon lange keine rede mehr sein.

 

Und schliesslich sind im Panorama bewegte Dialoge oder auch ganz allgemein Tonelemente deshalb irritierend, weil sie mit allmählichem Übergang zum anderen Lautsprecher ihren punktförmigen Charakter verlieren und zu einer mehr oder weniger diffusen Phantomschallquelle werden, bis sie im anderen Lautsprecher angekommen sind. M.E. funktionieren Panoramabewegungen erst ab einer Geschwindigkeit, die diese klanglichen Veränderungen nivelliert.

Im Übrigen hat Dolby diese klanggestalterische "Forderung" nie gestellt.

 

bei solchen aussagen kann ich nur den kopf schütteln. gerade dolby hat mit seiner verpfuschung des einst hochwertigen magnetraumton-prinzips doch erst zu dieser entwicklung beigetragen! durch die abschaffung von zwei bühnenkanälen zugunsten zweier rummelplatztonspuren die kein mensch braucht hat man damals alles kaputt gemacht. ortsbezogene sprachführung funktioniert nur mit 5 bühnenkanälen und war schon beim magnetischen stereoton bei 35mm so nicht machbar und durchführbar.

 

 

 

im übrigen bin ich entsetzt was ich in dieser diskussion lesen musste. jedenfalls ist ein tonsystem nicht dann im vorteil oder dann besser je mehr lautsprecher zur verfügung stehen. im kino ging und geht es um eine glaubwürdige und realistische wie monumentale schallwiedergabe und ganz sicher nicht um effekthascherei im endstadium!!

 

nur eine magnetische schallquelle kann in verbindung mit der entsprechend eingestellten und hochwertig konstruiert wie eingebaut und justierten schallanlage zu hochwertigen und zufriedenstellenden ergebnissen führen.

 

auch interessant zu sehen dass das neue automatisch und ohne zu zögern als masstab hergenommen eine alte und weit besser auskonstruierte tonphilosophie jedoch zeitgleich in abrede gestellt wird. wenn cinerama oder ich hier den überlegenen magnetraumton ins spiel bringen wird dies immer wieder als unmöglich und an den kosten zum scheitern verurteilt dargestellt. es kommt von vielen stets die geldkeule als totschlagargument wie aus der pistole geschossen zuungunsten weit überlegener und gut ausgearbeiteter technik zum einsatz. das ist ein widerspruch wie er kaum noch grösser zur schau gestellt werden kann.

 

im grunde ist eine solche vorgehensweise und argumentation ein einziger trugschluss wie es die gesamte kinobranche derzeit wohl ohne zweifel ist.

 

Expert Grouper

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