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analog und digital - beides hat Sinn


Sebastian
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...Wieso soll ich meine gute Stube noch mit fremden Leuten teilen, da bleib ich doch gleich zu Hause vorm Beamer hängen...

 

Der Gang in ein (gutes) Kino lohnt immer. Denn nur dort bekommst Du ein richtig großes, qualitativ ordentliches Bild. Du solltest das Kinobild (auch wenn's zunehmend digital kommt) nicht mit einschlägigen Consumermedien vergleichen :wink:

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Zuhause mit Kino zu vergleichen, ist einfach nicht korrekt. geh von der Leinwand soweit weg, das die Bildgröße die selbe ist, und du hast kein Problem mit Schärfe, Bildstand etc.

Also sind so9lche Vergleiche Kabbes, wenn es sich um ein normale Kino handelt.

Tontechnisch hatten wir das schon mal, 7.1 geht gut in kleinen Räumen, Nachhallzeit gering etc..

Dynamik zuhause ist so ne Sache, es gibt ja Nachbarn, und 30 Hz mit Dampf macht so gut wie keine Heimkinoanlage, geschweige denn die umliegenden Einwohner der Häuser mit.

Das 'tote' Bild des digitalen Kinos begeistert wohl die daran gewohnten, mach meines Erachtens Film im Unterbewußten eher austauschbar, weil weniger reizvoll für den Menschen. Zu starkes Zittern ist allerdings störend.

Jens

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...Dynamik zuhause ist so ne Sache, es gibt ja Nachbarn, und 30 Hz mit Dampf macht so gut wie keine Heimkinoanlage, geschweige denn die umliegenden Einwohner der Häuser mit.

 

Nachbarn? Habe ich längst ausquartiert :wink: Jetzt fühlt sich der Subwoofer so richtig wohl....

 

Zu starkes Zittern ist allerdings störend.

 

Stimmt. Wenn meine Gäste beim Horrorkonsum zittern, dann stört das wirklich :D :D :D

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Na, da muß man sich doch verteidigen dürfen.

Zunächst zu dieser Darstellung etwas:

Sicher kann man auf schlechten kopien schimpfen, aber ich bestreite, dass früher kategorisch alle kopien besser waren. Es gab schon immer wenig gutes, dafür aber eine menge schrott auf dem markt.

Sicherlich, ich glaube auch, dass der Blick auf die Kopienqualität von früher reichlich verzerrt ist. Die Filme, die von früher überlebt haben, waren ja gleichzeitig auch damals oft richtige Knaller, Großproduktionen, mit deren Kopien auch entsprechender Aufwand betrieben wurde. Die meisten der kleinen anspruchslosen Filme von damals mit körnigen oder matschigen Kopien sind ja im Laufe der Zeiten restlos untergegangen, daher drängen sie sich für einen Vergleich nicht auf. Sollten sie aber, sonst wird der Vergleich Heute/Damals schief.

"Knaller" und "Großproduktionen" des Mainstreams wurden seit jeher auch in der Serienkopierung und mit höheren Auflagen herausgebracht. Die damit einhergehenden Duplikatprozesse (sowohl im Eastman Color- als auch im Technicolor-Prozeß) waren seit jeher auf massenhafte Verbreitung, Vergünstigung und Beschleunigung der Kopierprozesse ausgerichtet. Diverse 35mm-Staffeln von VOM WINDE VERWEHT, BEN-HUR, SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD, KRIEG DER STERNE, UNHEIMLICHE BEGEGNUNG DER DRITTEN ART, JAMES BOND, HERR DER RINGE waren optisch gewiss keine "Knaller".

Dementgegen war es zu jeder Zeit möglich, bei Kopienkleinauflagen gleich Direktkopien vom 35mm-O-Negativ zu ziehen (die meisten westdeutschen 1950er/60er Jahre Filme bspw.), im Einzelfall auch heute noch möglich, die dann eine überragende Bildgüte zulassen.

Aber es ist seit Einführung auch des neuen Kodak-Intermediate-Materials von 1992 möglich, Serienkopien nahezu in der Güte von Direktkopien zu ziehen.

Das sind technische Vorgänge, die nicht immer mit der Größe der Produktion und der Budgets zu tun haben.

[...]

Ich selber liebe den Film und den Look, den er bietet. Ich kann mit dem "geleckten" Digitalbild einfach kein Kinofeeling erhalten. Es kommt mir wie ein überdimensioniertes Heimkino vor. Wieso soll ich meine gute Stube noch mit fremden Leuten teilen, da bleib ich doch gleich zu Hause vorm Beamer hängen. Zum guten Glück für's Kino, denken noch nicht alle so: man will unter die Leute, will einen neuen Film mit der Masse sehen und diese einmalige Stimmung eines kollektiven Erlebens nicht missen.

Das Digitalbild wirkt zumeist aufgrund diverser Manipulationen und der Digital Enhancements wie geleckt (aber auch detailärmer), und ist vornehmlich auch nur bei größerem Betrachtungsabstand und für Kurzsichtige "brillant".

 

Ich sehe im Moment täglich neue HD-Projektionen in Berlin, und erst gestern war das Erlebnis wieder ernüchternd: selbst aus vierfacher Entfernung (!) zur Bildbreite störten leider Jalousieflickern (diagonale Strukturen, Wiesen-Motive) und Treppchenbildungen (haifischzahnartig in Kerzenflammen eruierbar) überdeutlich. Auf Film gibt es diese Artefakte nicht. Eine digitales Bild ohne Artefakte ist daher nicht möglich. Auch der DLP-Kontrast enttäuschte neuerlich, die Schärfe (gegenüber diversen 35mm-Berlinale-Kopien) noch viel mehr. In der vierten Reihe im SONY-Center dann war das Seherlebnis noch weit unangenehmer als vor meinem privaten Röhrenfernseher. Zudem störten chromatische Säume, die ich seit Technicolor-Zeiten nicht mehr so auf's Auge gedürckt bekam.

Feststellung: eine brillante 16mm-Kopie hat mehr Potential als das Gros der mir bekannten HD-DLP-Projektionen. Aber der Vergleich bleibt theoretisch.

Aber er läßt Argumente Anderer konsequent unbeachtet.

Auch ich finde die Größe der Posts unangenehm und scrolle sie runter.

Auf die gehe ich gerade ein - aber wenn es halt "überscrollt wird". :wink:

[...]

Klar, dass in einem Filmvorführer-Forum (interessante Frage wäre mal wie viele hier wirklich als Hauptjob als Vorführer arbeiten) die Leute nicht unbedingt Luftsprünge machen, wenn ihr Job (Hobby) eine so starke Veränderung durchmacht und/oder sie befürchten müssen dass ihre Stelle wegrationalisiert wird.

 

Zu Qualität kann man eigentlich nur eine subjektive Meinung abgeben. Der eine mag das körnige, verwackelte und oft nicht besonders scharfe 35mm Bild, der andere nicht. Der Kontrast (und/oder Schwarzwert) kann bei 35mm deutlich besser sein, aber auch hier kommt einen selten eine Kopie unter die Finger, die dies auch ausnutzt (Rocky B.). Insgesamt betrachtet empfinden die Gäste das digitale Bild als besser (Bildruhe, Schärfe, Farben über den ganzen Film konstant). Und: Die Technik bleibt nicht stehen, die Auflösungen werden steigen, der Schwarzwert wird besser etc. Gleichzeitig sinken die Kosten für die Projektoren/Server. Es führt kein Weg daran vorbei... und das ist gut so (das ist meine persönliche und subjektive Meinung). :D

 

P.S. ich überfliege die Posts von cinerama auch nur. Viel Blabla, wenig Info. Leider kann man hier keine Blacklist verwalten :wink:

 

P.S.2: PARIS - JE T'AIME war als 35mm Ausbelichtung (4k DI) eine herbe Enttäuschung (Bildschärfe), eine durchschnittliche 35mm Kopie (2k DI) kommt da locker mit.

Ein verwackeltes, körniges Bild mochte ich noch nie. (Jedenfalls begann ich mit 70mm-Materialsammlungen schon vor 25 Jahren und betrat später die Kopierwerke, um an besserer Qualität zu arbeiten.) Verwackelte Bilder sind ein Greuel!

Jenseits aber des "Blabla" nun zu Deinen Informationen: den Begriff "Schwarzwert" wendest Du irrtümlich auf Filmkopien an. Da kann ich nicht zustimmen.

 

Schwarzwert

 

1.) Pegelwert des Videosignals, das eindeutiges Schwarz beschreibt. Bezugspunkt von 0 Volt bzw 0% für den Videopegel und den Synchronwert. 2.) Gesamter Schwarzwert aller drei Farbkanäle R, G und B bei einer Kamera. Nicht zu verwechseln mit dem Schwarzabgleich. 3.) Das Schwarz einer Szene bei der Aussteuerung elektronischer Kameras wird durch die Schwarzabhebung bestimmt. (Aus: BET Fachwörterbuch - Michael Mücher, Hamburg)

 

Es ist schade aber Tatsache, da viele jüngere Kinofreunde und Aktivisten eine stärkere Nähe zum Videomedium empfinden. Wenn aber von Filmkopien die Rede ist, dann müssen anstelle eines "Schwarzwertes" Grundlagen der Sensitometrie (Transparenz, Opazität, Dichte, Durchlässigkeit als logarhythmisches Verhältnis sowie Gammawerte am Schleier und Durchhang, im gradlinigen Teil sowie der Schulter einer Dichtekurve) bitte angewandt werden.

Ein "subjektiver" Vergleich, den Du nahelegst, eignet sich hierfür leider nicht.

 

Zum zweiten Absatz Deiner Zukunftsbeschreibungen: es wird die meisten Theaterbetreiber freuen, daß Sie gemäß dieser ständigen Forschritte und Abänderungen dann im Zweijahresturnus Server und DLP-Projektor austauschen dürfen? Meine Auffassung ist diese: man sollte nicht mit Verachtung auf den bestehenen Kinostandard herabsehen, der immerhin unser aller Broterwerb darstellt und auch weiteste Verbreitung fand. Der neue Standard wird viele Locations schaffen, immer häufiger auch am Kino vorbei.

 

Zum dritten Punkt (D.I.): ich bin mir (im Gegensatz zu Dir) nicht sicher, welcher Film in welchen Auflösungsparametern (siehe Diital Intermediate) ausbelichtet wurde. Die meisten der hier geposteten Informationen beruhen auf Angaben der Produzenten, die Realität ist oft eine andere.

 

Zur wiederholten Forderung, eine "Blacklist" zu ertstellen: Blacklist ist der Begriff aus der McCarthy-Ära, als ein Senatsausschuß zur Untersuchung angeblich "unamerikanischer Aktivitäten" Filmkünstler Hollywoods aus der Produktion entfernen ließ, wobei einige den Freitod nahmen.

Frage auch an den Moderator: ist es zur Versachlichung der Debatte gewünscht, Blacklists zu erstellen? Nach welchen Kriterien würde vorgegangen werden?

 

Zuguterletzt noch zwei (stark vereinfachende) Bilder und eine (kurze!) Lektüre zur Veranschaulichung einiger Wesensunterschiede digital/analog:

 

Aufloesung-Digitalkorn.gifAufloesung-Filmkorn.gif (Aus: http://www.movie-college.de/filmschule/...terial.htm )

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Diverse 35mm-Staffeln von VOM WINDE VERWEHT, BEN-HUR, SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD, KRIEG DER STERNE, UNHEIMLICHE BEGEGNUNG DER DRITTEN ART, JAMES BOND, HERR DER RINGE waren optisch gewiss keine "Knaller".

.... Aber es ist seit Einführung des neuen Kodak-Intermediate-Materials von 1992 auch möglich, Serienkopien nahezu in der Güte von Direktkopien zu ziehen.

 

wie immer hast Du ja ausführlich schlechte kopien beim namen genannt, aber umgekehrt nur verallgemeinernd doziert. Es würde wirklich die diskussion präzisieren, wenn Du im gegenzug auch positive beispiele durch titelnennung anführst. Hilft der diskussion ...

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Habe schlechte Kopien benannt, weil dies im Sinne der Digital-Befürworter liegt, die sich damit verständlicherweise nicht länger abfinden möchten.

Bessere Kopien hatte ich in einem anderen Thread benannt (Sie werfen mir dann wieder Wiederholungen vor!), aber auch auf die dt. 50er 60er Jahre-Produktion der Direktkopien verwiesen.

 

Bitteschön aber hier etwas "Positives" ("think positive" würden Sie sagen):

 

NE TOUCHEZ PAS LA HACHE - Die Herzogin von Langeais (Regie: Jacques Rivette) war gestern ein wahres Kopienkunstwerk! (Ausgenommen die Projektion über den 35mm-Bildwerfer mit E-Schrittmotor - halt digital.)

Technische Angaben habe ich nicht parat (ich muß jetzt auch zurück zu den Screenings, sorry). Es sah aus nach 35mm Kodak-Negativ und voll-analoger und unbeeinträchtigter Bearbeitung. (Aber vielleicht hat ja auch jemand mit 6k gescannt, allerdings würden Farben und Kontraste dann anders wirken.

 

Ein Film übrigens aus dem Zeitalter der "Postkutschen", da im Digital-Thread hiermit so oft argumentiert wird. :wink:

 

Nach Tagen des Augenkrebses bei 2k-HD-Cinema war dies die schönste Chemotherapie, die man sich überhaupt wünschen mag.

 

Perfekt der Farb- und Lichtausgleich des Lichtbestimmers (würde ich gerne einmal kennenlernen), überwältigend schön der natürliche Kontrast und die Feinzeichnungen, einzigartig die Bildschärfe, Auflösung und Bildttiefe.

 

Hier auf dem Festival also kaum Bedarf nach 2k DLP! [rechtschreibkorrigiert, 01.52]

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NE TOUCHEZ PAS LA HACHE - Die Herzogin von Langeais (Regie: Jacques Rivette) war gestern ein wahre Kopienkunstwerk! ... Perfekt der Farb- und Lichtausgleich des Lichtbestimmers (würde ich gerne einmal kennenlernen), ...

 

...kann es sein, dass evtl. auch die handwerkliche und künstlerische qualität von altmeister William Lubtchansky an der kamera etwas dazugetan hat?

 

Aber trotzdem danke für den hinweis ... jetzt wollen wir hoffen, dass der film einen deutschen verleih findet ...

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NE TOUCHEZ PAS LA HACHE - Die Herzogin von Langeais (Regie: Jacques Rivette) war gestern ein wahres Kopienkunstwerk! (Ausgenommen die Projektion über den 35mm-Bildwerfer mit E-Schrittmotor - halt digital.)

 

E-Schrittmotor hat nun mal einen besseren Bildstand - tut mir leid, wenn Du das Wackeln des Bildes vermisst. Ich halte das persönlich eher für eine Verbeserung von Vorführungen.

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Mittlerweile gibt's davon eine ganze Reihe - die meisten Multiplexe haben welche, z.B. Cinestar - dort gibts in mindestens 2 Exemplare der Kinoton FP75E - von der auch zwei im Berlinalepalast stehen. Das ist ein 35+70mm Projektor mit Schrittmotorantrieb.

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Alle Kinoton-Studioprojektoren (für Mischung, Mustervorführungen, Lichtbestimmung, Prüf- und Qualitätskontrolle etc.) werden seit geraumer Zeit nur noch mit Schrittmotoren ausgeliefert:

FP 30 E-S

FP 30 E-Q

FP 30 EC II.

 

Malteserkreuz würden diese Kunden bei neu angeschafften Projektoren wohl nicht mehr akzeptieren.

Witzigerweise wird der Qualitätsprüf-Projektor FP 30 E-Q auch mit Feuerschutztrommeln ausgeliefert, wohl für Filmarchive: http://www.kinoton.de/Prospekte/FP3038EQ_d.pdf

 

Brillo

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War vor rund anderthalb Jahrzehnten Jahren eine bedeutende Weiterentwicklung für den Studiobetrieb und dessen Erfordernisse.

 

In der Debatte anno 2007 aber um state-of-the-art-Kinopräsentationen (und den tatsächlich optimalen Bildstand) würde ich gern aus dem FP-20-Thread des Forums zitieren:

Ich würde die FP 20 auf gar keinen Fall durch E´s oder B´s ersetzen - im täglichen Betrieb gibt es keine simpleren und angenehmeren Maschinen. Schaltgeräusche bkommst Du durch peinliches Säubern und anschließendes gefühlvolles Einstellen des Gegenlagers meist weg, Vibrationen durch Tausch der Motor-Gummilager und des Riemens. [...]

 

Wie gesagt, ich kenne alte 20er, die laufen seit 1958 im täglichen Programmkinobetrieb, mit dem originalen Getriebe, ohne Probleme. Laß sie bitte stehen....

Aus: http://forum.filmvorfuehrer.de/viewtopi...46ce261156

Daraus spricht Erfahrung. Deshalb wäre auch die FP-30-D-Version einer Würdigung und eines Vergleichs einmal wert.

 

Hier noch ein Kurzreport zur E-Version mit Bildern auf Stuttgart (aus einem Kino, das jüngst verstärkt komplett D-Cinema einbaute): http://www.kinoteam.de/kt/kt_pr_kfp30e.html

 

Es gab dann letztens auch noch eine empfindliche Debatte um Archivkopien, Schrumpfungsverhältnisse sowie die Zahnteilung, konkret bezogen auf den FP-75-E. Das Gerät ist nämlich auch in kommunalen Kinos bei Archivkopien im Einsatz.

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Ich möchte noch etwas zu der hochgelobten Kopie vom Original sagen:

Als Bearbeiter schwitzt Du Blut, Wasser und noch ein wenig P...., wenn Du ein Original kopierst. Eine Klebestelle, die knackt und 50-60m Original Negativ sind den Bach runter und damit auch die gespeicherte Information. Wenn Du unbeschadet die Null-, 3-4 Korrekturkopien und das Imed-Pos. durchkopiert hast, kannst Du aufatmen. An Verleihkopien solltest Du besser nicht denken.

 

Natürlich gab es auch Zeiten, wo der Bildstand der 35 mm Kopie nicht zu toppen war. Die Kopiermaschine lief 10-12 B/s also 300 m Film in 0,5 Std. Natürlich auch noch mit Sperrgreifer. Auch Schärfe unübertroffen wg. absoluter Planlage zwischen Negativ und Positiv. Aber das kann man nicht mehr bezahlen.

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Ja und nein - also da bin ich eher positiv aufgeschlossen zur O-Kopierung (mache es auch für Kleinaufträge - über Model C ohne Probleme. Bei Naßkopierung mit z.B. Schnitzer-Kopf bei älteren, bereits beschädigten Negativen besteht auf jeden Fall ein höheres Risiko, selbst bei sorgsamster Handhabung - darin muß ich Dir leider beipflichten.

Demgegenüber aber wird fast nie über die horrenden Datencrashs der überlasteten Transferwege in der digitalen Postproduktion gesprochen, die mitunter schon zu wochen- oder gar monatelangen Verzögerungen führten ... ist ja auch nicht ohne).

 

Mittlerweile besteht die heutige Postproduktion von Filmmaterial zu mehr als 90% aus digitaler Nachbearbeitung, wenn erst auf diesem Wege Lichter und Schatten virtuell eingefügt werden, Titel und Blenden gefahren werden sowie der Schnitt erfolgt.

 

Mitunter gab es dennoch einige Beispiele dt. 35mm-Mainstream-Produktionen vor ein paar Jahren, wo vom Original kopiert wurde. Und das wurde ja nicht teurer und geschah nicht einmal aus Qualitätsgründen, sondern weil das Dupnegativ schlichtweg eingespart werden konnte/sollte.

 

Bei intakten neuen aber auch vielen ältereren intakten Negativen hätte ich keine Berührungsängste mit der O-Kopierung, wenn es nicht zu sehr ausufert (mehr als 300 Stück doch lieber nicht :wink: )

 

Allerdings ließen sich heute über ordentliche Dup-Negative qualitativ fast identische Serienkopien heute ziehen, nur leider beherrscht heute kaum mehr einer dieses Handwerk, und die wirklich erfahrenen Lichtbestimmer sind nicht mehr branchentätig. Aber auch über diesen Weg (oder über ein hochwertigees Digital Intermediate) ließen sich Kopien herstellen, die immer noch Vorteile gegenüber der 2k-Digitalprojektion aufweisen: zumindest verschwinden dann die Treppchen- und Jalousieeffekte unter der extrem feinmaschigen Bewegtheit der feinen Korns moderner Printmaterialien, die kein Digitalprojektor der Welt wiederzugeben imstande ist! Und auch der Bewegtbildkontrast ist ein besserer.

 

Nur: diese Vorteile werden zu selten ausgereizt.

 

Zur Schrittkopierung glaube ich, daß die westdeutsche Kopierwerkspraxis leider schon Mitte der 1960er Jahre dem hohen Anspruch der Greiferkopierung zuwiderlief, als daß zu der Zeit solche Printer bereits derart heruntergekommen waren, daß der Bildstand nunmehr über B&H Modell C-Kontaktprinter bedeutend besser war und auch über lange Zeit (konstruktiv bedingt) konstant blieb [bis zur Einführung der vollelektronischen Kontaktprinter, siehe Hollywood Film Company u.a.].

 

So schlecht, wie der heutige serielle Bildstand der Kopien und auch der meisten Bildwerfer ist, war er Anfang der 1990er Jahre noch nicht. Wenn also heute statt mit normgerechten 480 Fuß dann außerlandes mit etwa 1000 Fuß kopiert wird [und der Printer auf Glaskugeln gelagert ist] und auf der anderen Seite der Verwertungskette elektronische Schrittmotoren

allenfalls zum Zeitpunkt der Neuinstallation optimal eingemessen werden), dann erleben wir eben "erdbebenartige" Projektionen, die - arg verkürzt - auf die Minderwertigkeit des 35mm-Formats (oder seine überschrittene Marktreife, sprich "Degeneration"?) abgestellt werden.

 

Umgekehrt schweigt man sich bis dato zu den Pannen der Digitalprojektion aus. Die Schweigepflicht macht's, wie schon erwähnt. (Zu den Pannen evtl. später mal mehr.) 8)

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Die Ausführungen cineramas zur O-Kopierung möchte ich nur damit kommentieren, dass es einfach fahrlässig ist, ein ON mit 1000 und mehr Klebestellen mehr als nötig zu kopieren. Der gesamte Kopierwerksprozess birgt ungheuer viele inhärente Risiken. Diese zu minimieren kann nur Aufgabe verantwortlicher Bearbeiter sein. Das Thema sprengt aber den hier gesetzten Rahmen und sollte für technisch interessierte Beobachter in einem neuen thread aufgemacht werden.

 

Es hat mich aber sehr gefreut, dass ich einen Überblick über den Stand der digitalen Projektion erhalten habe. Mein Fazit hierzu ist: Der digitale Weg ist nicht nur machbar sondern kann ebenso hervorragende Ergebnisse auf die Leinwand bringen wie die Positivkopie. Das es zuweilen nicht so ist, gilt für beide Systeme und ist auch ebenso schädlich für beide. Wenn nicht akzeptable Qualität auf der Leinwand zu sehen ist, ist es spekulativ die Ursachen zu benennen, und kann weder den Schwächen des einen wie dem anderen Systems zugeordnet werden. Ich kenne kaum ein anderes Produkt, das ähnlich arbeitsteilig hergestellt wird wie Film. Allen Beteiligten sei zu raten, ihr Bestes unter den obwaltenden Umständen zu geben und nicht fahrlässig an dem Ast zu sägen, auf dem sie sitzen.

 

Natürlich wird die Entscheidung für oder gegen die Digitalisierung entschieden wieviel in der Kasse übrig bleibt. Wenn die wirtschaftliche Situation der Kinos Investitionen zulassen würde, wäre der roll-out weiter oder würde intensiver fortgeführt. Da dem nicht so ist, wird es wohl noch eine Weile beim alten bleiben. Diese Situation wird aber weniger von der Technik als von den angebotenen Inhalten bestimmt.

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Die ON-Kopierung war ja jahrzehntelang Praxis bei einigen zigtausend Filmen weltweit in den Kopierwerken.

Fahrlässigkeit kann man hier wie dort sicherlich unterstellen, es würde sich aber eher an die Produzentenseite richten sowie diejenigen Kopierwerke, die den Prozesse nicht im Griff hatten.

Aber mehr als nötig sollte ON-Kopierung auch nicht getätigt werden. Nur das war nun einmal die fast ausnahmslose Praxis etwa sämtlicher 70mm-Verfahren der 1960er Jahre und der westdeutschen 35mm-Filmproduktion zwei Jahrzehnte nach dem Kriege. In einigen Fällen sind dabei Negative schwerwiegend leider beschädigt worden (SCHATZ IM SILBERSEE, WINNETOU, SEVEN BRIDES FOR SEVEN BROTHERS, JONNY GUITAR u.a.), in den meisten anderen Fällen sind die Negative noch intakt.

Ich jedenfalls habe diese Verfahrensweisen nicht erfunden und würde das heute tunlichst meiden, in einer Zeit, in der ohnehin Dup- und Scan-Prozesse an die Stelle der ON-Kopierung getreten sind.

 

Hinsichtlich der Ergebnisse des digitalisierten 35mm-Bildes hat man, denke ich, in den letzten Jahren zu 99 % nur Verschlechterungen gegenüber dem Stand guter Dup-Kopierung bis etwa 2000 erlebt. [Auch das Forum ist voll von Beschwerden über diese "unscharfen" Kopien.] Sowohl die Rückbelichtungen auf Dupnegativ enttäuschten, erst jüngst bei LA VIE EN ROSE (ausgenommen z.B. die brillanten engl. Kopien von CASINO ROYALE), aber auch DLP-Projektionen wiesen Schwächen in Farbraum, Kontrast und Auflösung zum intakten photochemischen Prozess auf - unbenommen einmal der Treppchen-, Jalousie- und Aliasing-Effekte der Panels.

Das hat mich darin bestärkt, nicht zwingend mehr einem Erfolgs- und Fortschrittdenken in der Kinotechnik nachzuhängen, sondern sämtliche Technik-Entwicklungen der letzten Jahre als Hybrid, also als Zwitter zwischen Film und Fernsehen, zu betrachten. Fernsehtechnisch also sahen wir gewaltige Fortschritte, der sich die Filmtechnik anzupassen hatte und dabei ihre Standards und Bild-Potentiale herunterschraubte. Also ein Trend hin zum Fernsehkino.

 

Der sog. Roll-out, so wie derzeit propagiert, ist ein ebensolcher Hybrid ohne echtes Forschrittspotential. Aus diesem 2k- und 16:9-"Gitter" kommt man nicht mehr heraus, es sei denn, man kauft ständig neue Anlagen. Und auch die Inhalte der Filme sind sowohl im US- als auch im europäschen Kino nicht gerade überzeugend im Moment. Komplette Ablehnung daher meinerseits: der Filmbandbetrieb scheint den Kinobetreibern eine weitaus höhere Verläßlichkeit und Langzeitstabiltät zu gewährleisten. Es muß eben Druck gemacht werden, die Kopienqualität zu allermindest auf dem Niveau von Festivalkopien (die ja auch seltenst noch ON-Kopien sind) einklagen zu können. Dafür gibt es eine nützliche Rubrik auch im HDF-Forum. :)

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