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Geschrieben
vor 13 Stunden schrieb Friedemann Wachsmuth:

Farbtemperatur zu tun, die da kompensatorisch wirken könnte. Der CRI ist ein recht hemdsärmelig ermittelter Index, der die Reflektion auf ich glaube acht (oder 9?) Farbflächen beschreibt.

Es wären 8, erweitert dann 14

 

vor 13 Stunden schrieb Friedemann Wachsmuth:

Aussagekräftiger ist der TM-30, aber den findet man in vielen Datenblättern noch nicht.


Hier sind die Indices und die Zusammenhängen ganz gut erklärt 

https://wiki.production-partner.de/licht/farbwiedergabe/

Geschrieben (bearbeitet)
vor 13 Stunden schrieb Spohnaudio:

 

Ist die TM-30-Meßmethodik irgendwie mit amateurmäßigen Mitteln zugänglich?

 

Martin


Hallo Martin,

 

wenn Du einen wissenschaftlichen Hintergrund hast, ist das Ergründen solcher Thematiken sicherlich interessant. Für die (erst recht Amateur-) Praxis hier im Forum ist das aber wirklich komplett Wurst und erinnert eher an Diskussionen aus dem HiFi-Bereich 😉

 

… oder vielleicht sollte ich besser sagen: ich an Deiner Stelle würde diesen Nebenkriegsschauplatz nicht auch noch aufmachen. Irgendwann wirds ja auch zu viel für eine Person.

Bearbeitet von filma (Änderungen anzeigen)
Geschrieben (bearbeitet)

Ich erinnere mich noch, wie ich vor 20 Jahren bei meinen ersten Farbfilm nach Video-Kopierversuchen an einem Bildmischer scheiterte, als mittels der per Joystick einstellbaren RGB-Farbbalance kein vernünftiges Ergebnis zu erreichen war. Der klassische Fernseh-RGB - Farbraum war definitiv zu eingeschränkt.

 

Für die Leuchtmittel-Problematik im Filmprojektor ziehe ich daraus einen wichtigen Umkehrschluß, nämlich dass man Anordnungen mit drei einzelnen RGB-Laserdioden, die man über Spiegel oder Prismen "irgendwie" zu Weiß zusammenmischt, im Hinblick auf eine befriedigende Farbfilm-Projektion aus  o.g. Gründen ebenfalls getrost vergessen kann - oder sehe ich das falsch?

 

Immerhin gibt es ja bezahlbare LED-Arrays, z.B. eBay-Artikelnr.: 177546836791

 

Nach den o.g. Fakten kann man sich diesen Versuch und die Investition darin aber wohl schenken. Der Hauptkriegsschauplatz "Leuchtmittel" zieht den Nebenkriegsschauplatz "Farbwiedergabe" so oder so nach sich, man kommt da leider nicht dran vorbei... .

 

Martin

Bearbeitet von Spohnaudio (Änderungen anzeigen)
Geschrieben

Ja, wie ich an anderer Stelle sagte, wäre LASER noch schlechter für die Filmprojektion als Leuchtdioden, es sei denn, man mische Rot, Grün und Blau aus schwarzweißen Auszügen. Das ist dann aber die additive Methode.

 

Subtraktive (Farben-) Projektion setzt möglichst vollständiges Spektrum voraus, damit aus Orange, Rotorange und Rot derjenige Farbton herauskommt, der bei der Aufnahme vorhanden war. Leuchtdiodenrot ist beinahe monochrom, eine Lichtfarbe plus minus etwa 5 Nanometer. Das Gleiche bei Grün und bei Blau

 

Auch wieder ein Mal wiederholt: Violett fehlt, das für unsere Augen schon unscharf werdende Nichtblau. Seht euch Regenbögen an.

 

Es fehlt auch an den Computermonitoren. Farbenfilme sind grundsätzlich dafür empfindlich (wie alles fotografische Material), nach der Entwicklung ist jedoch kein Farbstoff vorhanden, der es festhielte. Violett und Ultraviolett, sofern nicht weggefiltert, trägt nur zu stärkerer Belichtung der blauempfindlichen Schicht bei.

Geschrieben
vor 7 Minuten schrieb Spohnaudio:

Ich erinnere mich noch, wie ich vor 20 Jahren bei meinen ersten Farbfilm nach Video-Kopierversuchen an einem Bildmischer scheiterte, als mittels der per Joystick einstellbaren RGB-Farbbalance kein vernünftiges Ergebnis zu erreichen war. Der klassische Fernseh-RGB - Farbraum war definitiv zu eingeschränkt.

 

Für die Leuchtmittel-Problematik im Filmprojektor ziehe ich daraus einen wichtigen Umkehrschluß, nämlich dass man Anordnungen mit drei einzelnen RGB-Laserdioden, die man über Spiegel oder Prismen "irgendwie" zu Weiß zusammenmischt, im Hinblick auf eine befriedigende Farbfilm-Projektion aus diesen Gründen ebenfalls getrost vergessen kann - oder sehe ich das falsch?

 

Martin

Ich denke, für die Leuchtmittelproblematik ist in erster Linie entscheidend, was man damit überhaupt erreichen will? Für LEDs spräche z.B. dass man sie leiser kühlen kann als Halogen. Oder dass sie ein Äquivalent zur Xenon-Lampe oder zur Xenpow HID Lampe mit weniger Hitzeentwicklung sein könnten. Oder - wie bei unserem Prototypen - dass man jegliche physische Restriktion in Sachen Umlaufblende über Bord werfen kann. Aber wenn man sowieso warmes Licht bevorzugt, mit konstant 18 oder 24 FPS projiziert und einen das Lüfter–Geräusch nicht stört, dann gibt es eigentlich kaum keinen Grund, überhaupt umzurüsten.

 

Wenn es um mehr Helligkeit geht, dann gibt es auch Projektoren, die einfach mehr Licht auf die Leinwand bringen, z.B. über die Zahl der Blendenflügel, oder größere Hellsektoren und schnellere Greiferbewegung. Ich hab innerhalb unseres Projektes ein paar Vergleichstests gemacht und bin z.B. bei 16mm zu dem Schluss gekommen, dass der Eiki SSL (Eiki's letztes Modell) im Halogenbereich andere Projektoren weit übertrifft. Der ist sogar heller als der Hokushin SC-210.

 

Das Thema Farbtreue ist natürlich relevant, aber gerade im Halogen-Bereich gibt es da ja in der Realität kaum einhaltbare Standards. Ich baue oft Mehrfach-Projektionen auf, und egal, ob man baugleiche Projektoren verwendet, oder unterschiedliche Modelle, fast nie stimmen Helligkeit und Färbung des weißen Lichts überein. Natürlich versucht man dann, eine relative Übereinstimmung durch Austausch der Maschinen, der Lampen oder der Objektive herzustellen, aber absolute Perfektion ist da kaum zu erreichen. Aber in dem Moment, wenn dann überall der Film durch läuft, verspielen sich diese Unterschiede sofort. Da merkt man dann, wie flexibel die menschliche Wahrnehmung ist ...

  • Like 1
  • Thumsbup 1
Geschrieben
vor 56 Minuten schrieb nomasala:

Für LEDs spräche z.B. dass man sie leiser kühlen kann als Halogen.

Das ist direkt von der vom Leuchtmittel umgesetzten, elektrischen Leistung und dessen maximal zulässiger Temperatur abhängig. Insofern wird „leiser kühlen“ nur mit im Vergleich deutlich besserem Lux/Watt-Verhältnis möglich sein.

 

vor einer Stunde schrieb nomasala:

gerade im Halogen-Bereich gibt es da ja in der Realität kaum einhaltbare Standards

vor einer Stunde schrieb nomasala:

Modelle, fast nie stimmen Helligkeit und Färbung des weißen Lichts überein

Dennoch ist es weiß und hat eine hohe Farbwiedergabe. Das Auge kann sich natürlich hervorragend an wechselnde Farbtemperaturen anpassen, aber ganz schlecht bis gar nicht an eine schlechte Farbwiedergabe. Daher wird deren Qualität auch bei Eurem Projekt am Ende sehr wichtig.

Geschrieben
vor 9 Stunden schrieb Helge:

Insofern wird „leiser kühlen“ nur mit im Vergleich deutlich besserem Lux/Watt-Verhältnis möglich sein.

"Leiser kühlen" bezog sich auf LEDs mit Wasserkühlung (aus dem Gamingbereich) die sehr viel leiser ist, als jeder Lüfter.

 

vor 9 Stunden schrieb Helge:

Dennoch ist es weiß und hat eine hohe Farbwiedergabe. Das Auge kann sich natürlich hervorragend an wechselnde Farbtemperaturen anpassen, aber ganz schlecht bis gar nicht an eine schlechte Farbwiedergabe. Daher wird deren Qualität auch bei Eurem Projekt am Ende sehr wichtig.

Wie gesagt, wir sind bis jetzt sehr zufrieden mit unserer Farbwiedergabe, auch wenn das hier niemand so recht glauben mag... Oder was meinen denn @filma und @Martin Rowek zu den Farben ?

Geschrieben
vor 2 Stunden schrieb nomasala:

wir sind bis jetzt sehr zufrieden mit unserer Farbwiedergabe, auch wenn das hier niemand so recht glauben mag


Doch Bernd, ich glaube Dir das durchaus, auch wenn ich Eiren Projektor leider nicht mehr sehen konnte! "Sehr zufrieden" ist aber nicht sehr wissenschaftlich, und das wissenschaftliche in diesem Thread ist doch gerade das, was ihn ausmacht (hatten wir hier wirklich noch nicht, zu dem Thema!)

 

Das die Farben mit Eurer Ra 70 Getian "super" sind, ist großes Glück (bei dem Ra) und eben auch immer noch subjektiv. 


Warum das relevant ist? Power-LEDs altern. Sie werden mit der Zeit dunkler und ihr Spektrum verändert sich. Halogenlampen werden auch Dunkler, das laicht zunehmen gelber. Das ist aber ein linearer Shift, den das Auge einfach kompensieren kann. Eine Spektrumänderung (oder einfach eine Lücke) kann eher wie ein Farbkipp aussehen. Das fällt dann zB nur bei Hauttönen auf, oder einem anderen spektralen Bereich. 
 

Dazu unterliegt die Herstellung von PowerLED Toleranzen. Es ist gut denkbar, dass eine heute oder in 6 Monaten gekaufte Getian gleichen Typs praktisch ein deutlich anderes Spektrum hat. Wenn es genau den Typ oder gar den "Bin" dann überhaupt noch gibt. Daher macht es schon Sinn, sich mit den relevanten Parametern zu befassen. Auch wenn ihr heute schon "sehr zufrieden" seit!

 

vor 13 Stunden schrieb nomasala:

Ich denke, für die Leuchtmittelproblematik ist in erster Linie entscheidend, was man damit überhaupt erreichen will?


Das ist so enorm wahr! Und mir scheint, hier wollen alle nicht ganz das gleiche erreichen. Und das ist ja auch völlig okay. 🙂

 

Ihr wolltet etwas sehr helles mit ohne mechanische Umlaufende. Ist massiv gelungen!

 

Andere wollen weniger Watt verheizen und etwas rückbaubares haben. Wieder andere wollen eine LED-Lichtquelle, die einen Farbfilm spektral gesehen nich schlechter oder anders darstellen als das (fast perfekte) Spektrum einer Halogenlampe. "Hell & Scharf" ist ja nicht alles, was eine Projektion ausmacht. Die exakte Tonalität aller reproduzierten Farben ist daher auch sehr wichtig. Schließlich gibt es ja auch verschiedene Filmmaterialien, deren Charakteristik man ggf. erhalten möchte. 

Kurz: Color Management  gibt es im digitalen Bereich ja nicht ohne Grund (und ohne ginge mindestens im Druck auch garnix) — und ein "sieht gut aus" bedeutet eben nicht, dass es auch so aussieht, wie es gemeint war. 

  • Thumsbup 2
Geschrieben
vor 8 Stunden schrieb nomasala:

Leiser kühlen" bezog sich auf LEDs mit Wasserkühlung (aus dem Gamingbereich) die sehr viel leiser ist, als jeder Lüfter.

Ok, verstanden. Das ist natürlich ein Riesenvorteil.

Geschrieben (bearbeitet)
vor 6 Stunden schrieb Friedemann Wachsmuth:

Kurz: Color Management  gibt es im digitalen Bereich ja nicht ohne Grund (und ohne ginge mindestens im Druck auch garnix) — und ein "sieht gut aus" bedeutet eben nicht, dass es auch so aussieht, wie es gemeint war. 


Also nehmen wir mit, da wir TM30 (besser als CRI) nicht messen können (Messgeräte aktuell ausverkauft oder zu teuer): besser weniger leistungsstarke LED besorgen mit aber höherem CRI und damit höherer Wahrscheinlichkeit einer besseren Farbwiedergabe.

 

Zu ergänzen ist natürlich noch: Menschen, die mehrere Projektoren auf einmal nutzen müssen (z.B. für Filmprogramme mit diversen Filmen, Überblendbetrieb, Installationen) haben sowieso verloren gleich mit welchem Leuchtmittel, weil je nach Alterung (gleich ob Halogen, Xenon, LED …) des jeweiligen Leuchtmittels und jeweils verwendetem Objektiv (und ggf. auch dessen Alterungsgrat) Farben sich ändern können.

 

Man muss an dieser Stelle natürlich ebenfalls ergänzen, dass "sieht so aus, wie es gemeint war" eine Qualität ist, die es im analogen Kino nie gab. So sagen es zumindest die Menschen, die digitales Kino bewerben [Ironie wieder aus]

 

Wie schnell altern denn LEDs (spürbar)?

 

@nomasala Farbwiedergabe war absolut zufriedenstellend, korrekt.

Bearbeitet von filma (Änderungen anzeigen)
Geschrieben
vor 14 Minuten schrieb filma:

 

Und wie schnell altern LEDs?

Nicht so schnell, aber wenn Du Sie zu wenig kühlst gegen sie ganz schnell über den Jordan.

  • Thumsbup 1
Geschrieben
vor 52 Minuten schrieb filma:

Also nehmen wir mit, da wir TM30 (besser als CRI) nicht messen können (Messgeräte aktuell ausverkauft oder zu teuer): besser weniger leistungsstarke LED besorgen mit aber höherem CRI und damit höherer Wahrscheinlichkeit einer besseren Farbwiedergabe

Nein. 
 

Das Xrite Colormunki Photo zB kostet ca. 200€ und das findet man sicher auch gebraucht. Ist dann halt etwas mehr Arbeit. 
 

Es hängt halt davon ab, was man will. Und mein Punkt war das CRI/Ra kein Indikator für "gut genug" ist:

 

vor 55 Minuten schrieb filma:

Farbwiedergabe war absolut zufriedenstellend, korrekt.

...sagst Du bei Ra70. Und gleichzeitig magst Du das HID-Licht nicht, das hat halt auch Ra70. 🙂

 

Zusammenfassen würde ich so: Spektrum matters. 

Geschrieben (bearbeitet)

Kannst Du kurz sagen, was RA bedeutet?

 

Nur kurz zu HID (das ist ja das falsche Thema hier): ja, die Farbtemperatur mag ich nicht! Die der LED mit CRI 70 ist leider auch sehr kühl, das ist richtig! Habe auch nie behauptet, das zu mögen 😂 Beides funktioniert halt.

 

Es ist bedauerlich, dass es (noch) keine leistungsstarken "warmen" LEDs gibt. Um jeden glücklich zu machen und Farbstiche bei roten Kopien zu beseitigen, helfen RGB LEDs. Aber die gibts leider noch nicht in der von uns gewünschten Leistungsklasse (oder doch?).


 

… ah, Du hast "zufriedenstellend" ggf. missverstanden. Ohne hier Wortklauberei betreiben zu wollen, kurze Erklärung: niemand in dem mit dem genannten LED-Projektor projizierten Filmen hatte seltsame Hauttöne! Insofern war das Spektrum der LED "zufriedenstellend". Zu kühl ist mir(!) das Licht aber dennoch. Das wurde auch von allen am Projekt beteiligten bedauert.

Bearbeitet von filma (Änderungen anzeigen)
Geschrieben

Ra ist das gleiche wie CRI. Das a ist tiefgestellt: "Rendition average". Es ist der Durchschnittswert der (rendered) Testfarben R1...R8 (bzw.  R15). 
 

Nochmal: Farbtemperaturen sind lineare Verschiebungen, die Auge/Hirn problemlos kompensieren. Je kühler das Licht (hohe K) desto schärfer erscheint es uns zudem. 
 

Ungleichmässige Spektren lassen sich nicht durch Farbtemperatur oder CRI/Ra beschreiben. Sie sorgen für schlechte, falsche spezifische Farben. Die kriegt das Hirn oder auch ein Filter nicht "weggerechnet". 
 

Halogenlicht hat ein perfektes Spektrum. Dann kommt Xenon, dann die besten Power-LEDs. 
 

Um einen HiFi-Vergleich zu bemühen: Wenn eine Platte von einem System mit zu wenig Höhen wiedergegeben wird, hilft lautermachen nicht. 

Geschrieben
vor 7 Stunden schrieb Friedemann Wachsmuth:


Doch Bernd, ich glaube Dir das durchaus, auch wenn ich Eiren Projektor leider nicht mehr sehen konnte! "Sehr zufrieden" ist aber nicht sehr wissenschaftlich, und das wissenschaftliche in diesem Thread ist doch gerade das, was ihn ausmacht (hatten wir hier wirklich noch nicht, zu dem Thema!)

 

Das die Farben mit Eurer Ra 70 Getian "super" sind, ist großes Glück (bei dem Ra) und eben auch immer noch subjektiv. 


Warum das relevant ist? Power-LEDs altern. Sie werden mit der Zeit dunkler und ihr Spektrum verändert sich. Halogenlampen werden auch Dunkler, das laicht zunehmen gelber. Das ist aber ein linearer Shift, den das Auge einfach kompensieren kann. Eine Spektrumänderung (oder einfach eine Lücke) kann eher wie ein Farbkipp aussehen. Das fällt dann zB nur bei Hauttönen auf, oder einem anderen spektralen Bereich. 
 

Dazu unterliegt die Herstellung von PowerLED Toleranzen. Es ist gut denkbar, dass eine heute oder in 6 Monaten gekaufte Getian gleichen Typs praktisch ein deutlich anderes Spektrum hat. Wenn es genau den Typ oder gar den "Bin" dann überhaupt noch gibt. Daher macht es schon Sinn, sich mit den relevanten Parametern zu befassen. Auch wenn ihr heute schon "sehr zufrieden" seit!

 


Das ist so enorm wahr! Und mir scheint, hier wollen alle nicht ganz das gleiche erreichen. Und das ist ja auch völlig okay. 🙂

 

Ihr wolltet etwas sehr helles mit ohne mechanische Umlaufende. Ist massiv gelungen!

 

Andere wollen weniger Watt verheizen und etwas rückbaubares haben. Wieder andere wollen eine LED-Lichtquelle, die einen Farbfilm spektral gesehen nich schlechter oder anders darstellen als das (fast perfekte) Spektrum einer Halogenlampe. "Hell & Scharf" ist ja nicht alles, was eine Projektion ausmacht. Die exakte Tonalität aller reproduzierten Farben ist daher auch sehr wichtig. Schließlich gibt es ja auch verschiedene Filmmaterialien, deren Charakteristik man ggf. erhalten möchte. 

Kurz: Color Management  gibt es im digitalen Bereich ja nicht ohne Grund (und ohne ginge mindestens im Druck auch garnix) — und ein "sieht gut aus" bedeutet eben nicht, dass es auch so aussieht, wie es gemeint war. 

 

Hallo Friedemann & alle anderen,

 

ich will mich der Diskussion gar nicht verweigern, mir war nur nicht klar, dass es hier in erster Linie um Wissenschaft geht. Ich muss aber auch zugeben, dass ich nicht alle Posts von allen Teilnehmern gelesen hab.

 

Für mich ist halt die Frage, wie man all diese wissenschaftlichen Fragen überhaupt beantworten will? Ich kenne die Probleme von zu kleinen Farbräumen und fehlenden Hauttönen aus dem digitalen Bereich, und ich kann nur sagen, dass bei uns diese Probleme noch nicht aufgetaucht sind. Hätten wir so etwas bemerkt, dann hätten wir wahrscheinlich eine LED mit höherem CRI einfach nachbestellt. Ich wollte auch nicht propagieren, das ein CRI 70 immer vollkommen brilliant ist. Das ist bestimmt auch vom Hersteller abhängig, und bei chinesischen Herstellern stimmen oft die technischen Angaben nicht. Also ist das wirklich auch Glückssache...

 

Aber selbst wenn man alle wissenschaftlichen Parameter berücksichtigen wollte, stellt sich immer noch die Frage, wie man diese misst und vergleichbar macht? Wir bei LaborBerlin verfügen überhaupt nicht über die Mittel, alles wissenschaftlich beurteilen zu können. Und das interessiert auch niemanden in unserem Verein. Im Experimentalfilmbereich sind echte Hauttöne sowieso eher Nebensache, da geht es oft um die Materialität des Films und die Ästhetik des Handgemachten.  Ich kann also nicht viel mehr sagen, als dass ich zufrieden bin mit den Farben, eben weil ich keine andere Möglichkeit habe, das zu verifizieren. Falls jemand hier über die entsprechenden Messgeräte zur Messung der Farbwiedergabe in der Projektion verfügt, könnte man sich vielleicht mal verabreden?

 

Wie schnell unsere LEDs altern werden, das wissen wir natürlich auch noch nicht. Und vielleicht werden wir es auch nie erfahren, weil wir ja kein Kino damit betreiben und die Dinger nicht im Dauerbetrieb laufen. Was man wohl sagen kann ist, dass ein schnelles Flickern überhaupt keine zusätzliche Beanspruchung der LED darstellt, sondern ganz im Gegenteil zur Schonung der LED beiträgt. Wenn man 50% flickert, egal wie schnell, dann ist die LED eben nur 50% der Zeit an und 50% aus, und das verlängert ihre Lebensdauer. Das ist einer der Gründe, weshalb wir uns für eine virtuelle Umlaufblende entschieden hatten, und dann die mechanische Umlaufblende ausgebaut haben. Und das wiederum hat dann einen ganzen Kosmos von neuen Experimentiermöglichkeiten eröffnet, die man für die normale Filmvorführung alle nicht benötigt...

 

Das teure und komplizierte an unserem Projekt sind ja genau diese zusätzlichen Features, denn wir haben zu diesem Zweck die komplette Elektronik des Eiki beseitigt und durch neue Komponenten ersetzt. Es gibt aber auch schon ein Beispiel, wo jemand nur Teile unseres Prototypen übernommen hat. Zu sehen gab es das bei der diesjährigen Eröffnung des Forum Expanded als Teil der Performance von Mark Chua & Lam Li Shuen. Die Technik war aber nicht Thema des Abends, sie kam ganz ohne Ankündigung zum Einsatz:

 

https://www.arsenal-berlin.de/forum-forum-expanded/programm-forum-expanded/filme/born-of-the-yam/

 

Die beiden hatten einen Eiki umgebaut auf 400W LED mit Wasserkühlung, und soweit ich mich erinnern kann, hatten sie aber die mechanische Umlaufblende behalten, trotzdem aber den Motor ausgetauscht zwecks flexibler Bildfrequenz. In der Performance sah man diesen Projektor parallel mit zwei weiteren Eikis im Originalzustand auf der Leinwand, und zwischen den drei Filmbildern gab es nur marginale Helligkeitsunterschiede.

 

Essenziell bei so hohen Wattzahlen ist auf jeden Fall die AIO Wasserkühlung, die nicht nur leiser, sondern um ein vielfaches effizienter ist. Nur so konnten wir unsere 800W LED überhaupt so weit hochdrehen, ohne die kritische Temperatur von 60°C auf dem Chip zu erreichen. Wir waren im Laufe des Projektes immer wieder in Kontakt mit dem Hersteller Getian, und haben ihnen unsere Erfahrungen geschildert. Und siehe da: Auf einmal stellt auch Getian LEDs mit eingebauter Wasserkühlung her:

 

https://www.getiangroup.com/liquid-cooled-led-module.html

 

Inwieweit die Dinger von den Abmessungen her in einen 16mm oder Super-8 Projektor passen, ist schwer zu beurteilen.  Die kleinste von allen, die 300W liquid-cooled LED ist beispielsweise B 71 x H 84,5 x T 87 mm gross. Die 400W ist noch ein bisschen größer... könnte also knapp werden...

 

Euch allen wünsch ich nen tollen Tag!

Bernd

Geschrieben

Ja, die Pulsbarkeit von LEDs ist ein riesiger Vorteil! Und nach wie vor tut sich in dem Bereich ja einiges. 
Ich bin überhaupt nicht "gegen" Euren Projektor, aber er passt eben nicht für jeden und alles, und darum gibts eben diesen Thread. Fachwissen und Versuchsergebisse teilen. Darum gehts hier. "Wissenschaftlich" war vielleicht etwas hochgegriffen. 🙂

Geschrieben
vor 38 Minuten schrieb filma:

Kannst Du kurz sagen, was RA bedeutet?

 

Nur kurz zu HID (das ist ja das falsche Thema hier): ja, die Farbtemperatur mag ich nicht! Die der LED mit CRI 70 ist leider auch sehr kühl, das ist richtig! Habe auch nie behauptet, das zu mögen 😂 Beides funktioniert halt.

 

Es ist bedauerlich, dass es (noch) keine leistungsstarken "warmen" LEDs gibt. Um jeden glücklich zu machen und Farbstiche bei roten Kopien zu beseitigen, helfen RGB LEDs. Aber die gibts leider noch nicht in der von uns gewünschten Leistungsklasse (oder doch?).


 

… ah, Du hast "zufriedenstellend" ggf. missverstanden. Ohne hier Wortklauberei betreiben zu wollen, kurze Erklärung: niemand in dem mit dem genannten LED-Projektor projizierten Filmen hatte seltsame Hauttöne! Insofern war das Spektrum der LED "zufriedenstellend". Zu kühl ist mir(!) das Licht aber dennoch. Das wurde auch von allen am Projekt beteiligten bedauert.

Hey Jan,

niemand in unserem Projekt hat unsere Farbtemperatur von 6000K ( ± 200K Toleranz) bedauert! Und wer ein wärmeres Licht will, kann ja ohne Weiteres einen Gelbfilter vor's Objektiv kleben...

Geschrieben
vor 3 Minuten schrieb Friedemann Wachsmuth:

Ja, die Pulsbarkeit von LEDs ist ein riesiger Vorteil! Und nach wie vor tut sich in dem Bereich ja einiges. 
Ich bin überhaupt nicht "gegen" Euren Projektor, aber er passt eben nicht für jeden und alles, und darum gibts eben diesen Thread. Fachwissen und Versuchsergebisse teilen. Darum gehts hier. "Wissenschaftlich" war vielleicht etwas hochgegriffen. 🙂

nein nein, alles gut, jeder muss seine eigene Lösung finden, mein Punkt war nur, dass es schwierig ist, all diese Aspekte zu beweisen. Das bedeutet aber nicht, dass sie nicht funktionieren...

  • Thumsbup 1
Geschrieben
vor 1 Minute schrieb Friedemann Wachsmuth:

Apropos Austausch: was für ein Netzteil liefert Euch eigentlich die 800W

 

Alle Tech Specs stehen in unserem Wiki - mit Links:

 

3. Two new power supplies

Meanwell 1000W UHP-1000-48 with built-in current & voltage regulation (only for LED)

Meanwell 500W UHP-500R-12 (for Motor, Coolers & everything else)

 

vor 1 Minute schrieb Friedemann Wachsmuth:
vor 3 Minuten schrieb Friedemann Wachsmuth:

und wie sieht die KSQ für die 15 Ampere aus? 

 

 

Keine Ahnung, wie gesagt, gebaut wurde die Maschine von Jan Kulka, der auch immer offen ist, technische Fragen zu beantworten. Er ist aber auch kein Ingenieur oder Wissenschaftler.

 

Geschrieben
vor 6 Minuten schrieb nomasala:

Hey Jan,

niemand in unserem Projekt hat unsere Farbtemperatur von 6000K ( ± 200K Toleranz) bedauert! Und wer ein wärmeres Licht will, kann ja ohne Weiteres einen Gelbfilter vor's Objektiv kleben...


Oh, dann habe ich eine Bemerkung in der Richtung ggf. als "Bedauern" aufgefasst, die als solche nicht gemeint war. Auch gut. Nehme ich wieder zurück. Dann bedauere ggf. nur ich es etwas 🤪

Geschrieben
vor 5 Minuten schrieb nomasala:

Keine Ahnung, wie gesagt, gebaut wurde die Maschine von Jan Kulka, der auch immer offen ist, technische Fragen zu beantworten

Ah right, das 200€ Meanwell-Netzteil habe ich dann eben beim Nachlesen auch gefunden. My bad. 
 

Für den Open Source Gedanken wäre es super, wenn Schaltungen und Code mit in das Wiki kämen. Auch die Simulation einer Mehrflügelblende interessiert mich. Habt ihr drei Impulsgeber an der Welle? Oder pulst ihr durchgehend (für flimmerfreien Slomo-Betrieb) und adaptiert "nur" die Pulsfrequenz? (Wie) vermeidet ihr da Interferenzen mit der Dunkelphase des Schaltschrittes?

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