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VORPROGRAMM 30er und 40er Jahre


eastwood
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Hat jemand fundierte Erkenntnisse, wie die Vorprogramme in den 30er und 40er Jahren aufgebaut waren?

 

Wochenschau ist klar, aber wie war die Zusammenstellung, gab es auch den "Eisverkäufer" ???

 

Mich würde auch interessieren, wie das in den US und UK war.

 

Für Hinweise bin ich dankbar!

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Habe vor kurzem mit einem ehemaligen Kollegen der Ufa gesprochen, der bereits vor dem 2. Weltkrieg als 16jähriger Filme vorgeführt hat. Er erzählte mir, dass IMMER zuerst eine Wochenschau gezeigt wurde, Werbespots gab es bis in die 50er Jahre eher selten. Trailer wurden auch vor 1945 bereits gezeigt. Eiswerbefilme gab es vor 1945 nicht lt. seinen Infos.

Ob die Infos der Wahrheit entsprechen weiss ich allerdings nicht, da der gute Mann die 80 Jahre glatt überschritten hat... :D

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Gab es dafür nicht eventuell jede Menge großformatige Glasdias zu sehen oder kam das auch erst später?

Die gab es natürlich, auch gab es Mittelformat-Dias mit Nadelton, später mit Magnetton. Stummdias gab es auch.

 

Später kamen die DaFs, Dia auf Film. Immer stumm.

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Einlaßmusik von Platte oder Tonband, dann Stummdias, gefolgt von Tondias (Ton von Platte oder Tonband, zum Schluß auch von 35mmTonstreifen), umblenden auf Reklamefilme (Kasch von Dia auf NB), dann Wochenschau, dann Vorspannfilme (mit Umblenden auf Dias "unser nächstes Programm", "ab Freitag" etc.). (Pause). Kulturfilm. (Pause). Hauptfilm. Auslaßdia und -musik.

 

Das ist die in Österreich weit verbreitete Reihenfolge gewesen. Eisverkauf habe ich bei uns nicht kennengelernt, sehr wohl aber Kino-Modenschauen! Die Wochenschau gab es in Ö verpflichtend erst seit 1934.

 

Diaprojektion gab es praktisch überall, schon allein wegen des "Pannendias" oder des "Pendlerdias", das über kurze Pausen hinweghalf.

 

lG,

Flo

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immer dann, wenn ein einsatz nicht das richtige prädikat hatte- wurde einer dieser beifilme (dann prädikat bsonders wertvoll) vor dem vorprogramm geschaltet....meistens war es wirklich ein " kulturfilm", es gab auch auch sehr sehenswerte kopien dieses genres.

die länge, je nach hauptfilm konnte schon mal 20min betragen.

 

einer der letzten hatte ich beim sensurround einsatz von erdbeben- handelte über vulkane und paßte super zu dem thema....mit klassicher orgelmusik untermalt...war ein augenschmaus für aug´und ohr...

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einer der letzten hatte ich beim sensurround einsatz von erdbeben- handelte über vulkane und paßte super zu dem thema....mit klassicher orgelmusik untermalt...war ein augenschmaus für aug´und ohr...

 

cool ... hast Du den Einsatz im GLORIA damals gespielt? Habe mir die Installation seinerzeit angesehen ... Verstärker mit Riesenlüften oben drauf und armdicke Kabel ... Kollege R. führte mich durch ...

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immer dann, wenn ein einsatz nicht das richtige prädikat hatte- wurde einer dieser beifilme (dann prädikat bsonders wertvoll) vor dem vorprogramm geschaltet....meistens war es wirklich ein " kulturfilm"...
Sonst mußte man nämlich Vergnügungssteuer zahlen.
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...und deshalb liefen bei uns in jedem Kino Kulturfilme. Manche waren ja ganz witzig, die meisten aber zum rauslaufen, da waren die Lehrfilme in der Schule noch kurzweiliger... :wink:

Das heftigste Vorprogramm hatte ich bei dem Sexfilm "Tanzstunden-Report", Länge des Hauptfilms: 75 Minuten, Länge des Kulturfilms: 30 Min. - und auch noch s/w - das Publikum tobte vor Begeisterung... :evil:

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Ich habe die Programme der 1970er Jahre im Rex im Hauptbahnhof Zürich, im Cinébref (stündlicher Beginn) in Bahnhofnähe und anderen Häusern erlebt. Die Wochenschau konnte ja in vielen Ländern nur produziert werden auf der Grundlage der Zwangsverabreichung. Filmwerbung war teuer, aber immer wieder vorhanden, dann aber zwei bis drei Minuten lang. Zuletzt die Dias, vom Haarkünstler im Quartier über die Garage Superpneu bis zum Eis am Stiel, im Allgemeinen im Idealformat unter Glas, von Hand mit dem Abwinkler gezeigt.

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cool ... hast Du den Einsatz im GLORIA damals gespielt? Habe mir die Installation seinerzeit angesehen ... Verstärker mit Riesenlüften oben drauf und armdicke Kabel ... Kollege R. führte mich durch ...

 

...nein- wir hatten "damals" aachen noch nicht eingenommen :wink:

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Die Kluturfilme vor dem Hauptfilm hatten den Zweck, dass die Gesamtvorführung (also die Kinokarte) einem geringeren Mehrwertsteuersatz unterlagen.

 

Die steuerliche Veranlassung ist richtig festgestellt. Es ging jedoch nicht um die Mehrwertsteuer, sondern um die Vergnügungssteuer, die den Kommunen zusteht.

Wenn ein wesentlicher Anteil (i.d.R. >10 Min.) mit einem Prädikat der Bewertungsstelle der Länder ("wertvoll" oder "besonders wertvoll") versehen war, fiel - z.B. in Bayern und NRW - die Vergnügungssteuer weg.

 

Grüße

RR

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Wenn ein wesentlicher Anteil (i.d.R. >10 Min.) mit einem Prädikat der Bewertungsstelle der Länder ("wertvoll" oder "besonders wertvoll") versehen war, fiel - z.B. in Bayern und NRW - die Vergnügungssteuer weg.

 

Das ist im Prinzip richtig...wenn ein Kulturfilm/Kurzfilm mit einem FBW Prädikat "wertvoll" oder "Besonders wertvoll" gezeigt wurde, dann war man nicht "vergnügungssteuerpflichtig"...Kurzfilme mussten wenigstens 250 Meter lang sein, um ein solches Prädikat der FBW erhalten zu können...oftmals wurden auch mehrere Kurzfilme zusammengeschnitten und bei der FBW eingereicht, um die erforderliche Mindestlänge zu erreichen...prominentes Beispiel: die LA LINEA oder die HERR ROSSI Kurzfilme

 

LA LINEA:

 

HERR ROSSI: http://www.youtube.com/watch?v=sr23KVLJhWQ

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Das ist im Prinzip richtig ... wenn ein Kulturfilm/Kurzfilm mit einem FBW Prädikat "wertvoll" oder "Besonders wertvoll" gezeigt wurde, dann war man nicht "vergnügungssteuerpflichtig" ... Kurzfilme mussten wenigstens 250 Meter lang sein, um ein solches Prädikat der FBW erhalten zu können

 

Nun meine ich ziemlich sicher (aber ich werde gelegentlich nachlesen...), daß, wenn ich mich recht erinnere, nicht die Tatsache der Wertbestimmung durch die FBW allein maßgebend war, sondern, daß in den Vergnügungssteuergesetzen der Länder auch eine zeitliche Mindestlänge Bedingung für die Steuerbefreiung war. Natürlich wußten die Verleiher um diese Eckwerte und haben sicherlich nie einen "Kulturfilm", der zu kurz für die Steuerbefreiung gewesen wäre, ausgeliefert, denn das hätte ja wegen des Vorabzugs der Vergnügungssteuer den Verleihanteil reduziert...

 

Grüße

RR

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bei uns waren es maximal 4 trailer und bis zu 4 werbefilme.

es paßte also um ein abwechslungsreiches und kurzes VP zu präsentieren.

der "kulturfilm" kam als erstes- oder die wochenschau- je nach aktualität.

dann in der pause diawerbung zum eis- und mon cherie verkauf.

 

vorhang zu, licht an...gong...und dann kam das wichtigste.

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Das UFA-Theaterleiter-Jahrbuch 1935 ("aus der Praxis für die Praxis")widmet dem Vorprogramm elf Seiten (S.19-S.29).

Als Bestandteile des Beiprogramms sind genannt:

1. Musikalische Einleitung

2. Wochenschau/Theater-Spezialberichte

3. Kulturfilme

4. Kurzlustspiele

 

Grüße

RR

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