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albertk

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Alle erstellten Inhalte von albertk

  1. Gleichzeitig "willens und in der Lage" 70mm zu spielen, das reduziert die Zahl der Kinos schon erheblich. Wo sollte beispielsweise THE MASTER im Rhein-Main-Gebiet laufen? Die kommerziellen Frankfurter Kinos besitzen gar keine Projektoren mehr, die für 70mm umrüstbar sind. Das KINO IM FILMMUSEUM kann 70mm zeigen, das sieht auch auf kleiner Leinwand grandios aus, aber das Kino hat eine völlig andere Programmstruktur. CINESTAR-Höchst zeigte vor Jahren TITANIC, danach kam nie wieder 70mm. Das KUR-THEATER in Bad Soden brachte einmal DIE HARD und ist Ende des Jahres von Schließung bedroht, obwohl in einem Kurort gelegen. Verdienstvoll war eine monatelange 70mm-Reihe mit Matineen im CINESTAR Frankfurt-Griesheim, leider nur in einem Vorort und schlecht besucht. Das ARKADEN in Wiesbaden zeigte BEAUTY UND THE BEAST gegen 1991 noch in 70mm, auch danach hörte man dort nichts mehr von 70mm. 70mm konnte man nur im IMAX auf der Zeil sehen, da liefen hauptsächlich jene 40minütigen "Kulturfilme" unter FWU-Niveau, die vollendes zum Niedergang des IMAX-Verfahrens beitrugen. In Deutschland haben sich die wenig noch existierenden IMAX-Kinos leider auf diese kurzen Kulturfilme spezialisiert. Man setzt immer noch auf Kundschaft, die einmal zahlt und nie wieder kommt. Das IMAX-Kino auf der Zeil wurde dann von Digital-3D umgestellt. Jetzt warten wir im November immer noch auf das sensationelle Nobel-Kino, das Herr Flebbe dort im August eröffnen wollte... Soviel zum Niedergang von 70mm hier in meiner Region. Es gibt aber auch gegenläufige Bewegungen. Der neue Bond-Film SKYFALL scheint in digital hochgerechneten IMAX-Kopien herauszukommen. Zumindest gibt es in Großbritannien 13 Odeon-Kinos, die diese Fassung zu spielen scheinen: London (BFI IMAX), Braehead, Cardiff, Greenwich, Kingston, Liverpool (ODEON ONE), Manchester, Metrocentre (Einkaufszentrum bei Gateshead/Newcastle), Norwich, Southhampton, Swiss Cottage, Uxbridge, Wimbledon. Vgl. http://www.odeon.co.uk/fanatic/film_info/m100429/Skyfall_IMAX/
  2. ODEON WEST END ist übrigens nicht zu verwechseln mit ODEON LEICESTER SQUARE. Am Leicester Square liegen beide, unterscheiden sich leider gewaltig. ODEON LEICESTER SQUARE war einmal das Flaggschiff der Odeon-Kette, das ODEON WEST END läßt sich mit Schiffsmetaphern nicht positiv beschreiben. 1930 wurde dieses Gebäude als LEICESTER SQUARE THEATRE gebaut, einst mit zwei Rängen, 1760 Plätzen, mit Bühnenhaus für eine Doppelnutzung als Kino und Theater. 1968 wurde es als ODEON WEST END völlig umgebaut, der obere 2. Rang abgerissen und Decken und Wände neu eingehängt (und die alten Verzierungen versteckt). 1991 hat man hier noch eine optisch wenig gelungene Zellteilung vollzogen: in 2 schlecht proportionierte Säle (Parkett und Balkon). Folge: zu breite Säle, zu kleine Leinwände. Im unteren Saal erfolgt die Projektion aus dem hinteren Parkett, im oberen aus einem Bildwerferraum einen Stockwerk über den letzten Reihen. Typisch angloamerikanische Steilprojektion, ein Relikt aus den Zeiten des Zelluloid. Da Bildwerferräume abgetrennt vom Kinosaal sein mussten, baute man diese oft nicht hinter sondern auch ÜBER die oft weitaus größeren und steileren Ränge. In den vergangenen Jahren war das Gebäude durch Abriss bzw. klotzige Hotelpläne bedroht. Ich fand das Kino während eines Besuchs vor einigen Jahren so anheimelnd wie einige deutsche Riech-Kinos der 70er Jahre. Massenabfertigung ohne Massen, schummrige Säle, verregnetes Vorprogramm. Außerdem dampfte es die ganze Zeit durch die stets offenen Türen unappetitlich nach Popcorn. Nichtsdestoweniger finden hier auch Premieren statt. Hier findet man einiges zur Geschichte des ODEON WEST END: http://www.arthurlloyd.co.uk/LeicesterSquareTheatre.htm Und hier auch einige neuere Fotos: http://cinematreasures.org/theaters/910/photos
  3. Ich kann Dir da nur zustimmen. Bei THE MASTER wurden große Erwartungen geweckt - und nicht im geringsten eingelöst. Vom Drehbuch gar nicht zu reden. Das mäandert dahin. Ein bisschen Sektenkritik, ein bisschen Alkoholikermelodram. Leider alles ohne Spannung und Biss. Das Schlimmste: Die Fotografie hat keinerlei 70mm-Look. Von origineller Bildgestaltung und geplanter Kadrage keine Spur. Wieder einmal präsentiert man uns Bilder voller Unschärfe, ständig mit belanglosen Details in der Schärfe. Fast jede Einstellung ein Ärgernis. Nur zwei Beispiele: Zeitweise ist die unrasierte Wange eines Darstellers scharfgestellt! In mehreren Szenen sprechen Darsteller, die irgendwo in belangloser Szenerie verschwinden, ohne dass dies Sinn macht. Dass 70mm ein bisschen mehr verlangt müsste sich mittlerweile herumgesprochen haben. Der Forumsteilnehmer magentacine hat es im Zusammenhang mit HAMLET bereits deutlich beschrieben: 65mm/70mm-Drehs verlangen allerhand Vorarbeiten, Proben, genaueres Ausleuchten, Storyboards etc. und verschlingen natürlich auch mehr Filmmaterial. Wenn sich der Regisseur von THE MASTER täglich Rushes in 70mm angesehen haben soll, frage ich mich, ob er sich nicht langsam eine Brille zulegen sollte.
  4. albertk

    Cinerama-Theater

    Danke für diese Fleißarbeit. Leider differieren die Daten von Tabelle 1 und 2. In der 2. Tabelle fehlen einige deutsche Spielstätten, die verbürgt sind: Royal-Palast München, City Karlsruhe, Grindel Hamburg. Und in der 2. Tabelle fehlt das erste europäische Cineramakino - das Casino Cinerama in London. Die Briten hatten zur Zeit von HTWWW die meisten Cineramakinos, London allein 3! Die genannte Quelle (cinerama-topcities...) ist wohl lange nicht überarbeitet worden, man übernahm dort auch zuviel 70mm-Spielstäten, aber immerhin sind ja jetzt auch Kinohandbücher (auch mit Vorsicht zu genießen) online.
  5. "AROUND THE WORLD IN 80 DAYS - englische Originalfassung ... 30 Bilder/Sek., Magnetton (5 Frontkanal Mischung)" - Das ist vermutlich eine Premiere. Den sah ich noch nie in 30 B/S, lief der überhaupt so in Deutschland? Ich freue mich aber auch vor allem auf die WEST SIDE STORY, Harryhausens DIE ERSTE FAHRT ZUM MOND (FIRST MEN IN THE MOON) und PROJEKT BRAINSTORM (BRAINSTORM). Wirkt wieder einmal sehr gelungen. Reise schon vorher an, um 4k und ein bisschen Karlsruhe zu sehen.
  6. Ein kleiner Tip: In Bologna auf dem Festival "Cinema Ritrovato" lief dieses Jahr der Western THE BIG TRAIL von Raoul Walsh, einst in 70mm ("FOX GRANDEUR"). Lief vor Jahren auch schon mal in Bradford, ging dort leider im kleinen Kino aufgrund von Doppelprogrammierung unter. In Bradford handelte es sich um eine anamorphotische 35mm-Kopie, was in Bologna lief konnte ich dem Programm online leider nicht entnehmen.
  7. Diese Gershwin-Erben agieren willkürlich und launisch. Wer sind eigentlich diese Erben? George und Ira waren beide kinderlos. In Amsterdam (Filmmuseum, Saal: Bellevue-Cinerama) war vor einigen Jahren Premingers PORGY AND BESS in Scope zu sehen (leider gefadet und stellenweise kürzer). In London (National Film Theatre) wurde er 2003 kurzerhand aus dem Programm genommen. Es war auch nicht zu erfahren (weder im Programmheft noch vor Ort) ob der Film in Todd-AO gezeigt werden sollte. Kurios: Auf der Webseite des Gershwin-Estate wird auf diese nicht stattgefundene Veranstaltung immer noch hingewiesen! Irritierenderweise gibt es auch eine DVD und eine VHS-Kopie, beide von der optischen Qualität allerdings umstritten - und auch noch vergleichsweise teuer. Während die Gershwin-Erben Premingers Film anlasten, daß er nicht die Oper sondern eine Art Broadway-Fassung (ohne durchgesungene Rezitative) sei, gibt es durchaus Bühnen, die das Werk völlig verstümmelt aufführen. In London sah ich 2006 eine grauenhafte Bühnen-Inszenierung von Trevor Nunn im Savoy-Theatre. Daß die Rezitative fehlten, wusste ich vorher, aber was man da ahnungslosen Touristen als PORGY AND BESS präsentierte, war ein Schweinsgalopp einiger Melodien aus der Oper. Immerhin kannte ich einige Platten und die Fernsehfassung der Oper von 1993. Entsprechend floppte die En-Suite-Aufführung und wurde nach wenigen Monaten abgesetzt. Mit der Verwurstung anderer Musicals und hybriden Neufassungen scheinen die "Gershwin-Erben" es durchaus weniger ernst zu nehmen. Seit den 80er Jahren gibt es mindestens 7 "neue" Gershwin-Musicals (vgl. Internet Broadway Database), die sich reichlich beliebig aus George Gershwins Lieder-Fundus bedienen. Michael Feinstein, Sänger, Barpianist und Spezialist für das "Great American Songbook", der mit dem betagten Ira Gershwin dessen Nachlass aufarbeitet, machte sich nach eigenen Angaben den Spaß, wann immer er in seiner Gegenwart bei einer Party Klavier spielte, dessen wenig gelungenes Lied I'M A POACHED EGG aus KISS Me, STUPID zu spielen. Im Film erfüllte es freilich die Funktion einer Parodie auf einen schlechten Schlager, auch wenn Text und Musik von George und Ira Gershwin sind (die Melodie stammte aus George Gershwins nachgelassenen Notizbüchern). Folgte man der rigoriosen Verbotspraxis der Gershwin-Erben, müsste auch KISS ME, STUPID aus dem Verkehr gezogen werden.
  8. Die Datierung auf 20er Jahre machte mich mißtrauisch. Die Front wirkt typisch für 10er-Jahre-Kinos. Nach der Webseite "AlleKinos" gab/gibt es in Barby/Sachsen-Anhalt ein Lichtspielhaus in der Schulstraße 22 mit 260 Plätzen - das seit 1912 betrieben wurde! Es taucht auch noch 1987 nach DDR-Kinoadressen auf. Kurz: Das Kino ist ca. 100 Jahre alt! Leider von außen interessanter als die Innenansichten. Hier gab es wohl eine Teilung in zwei Säle. Kurios sind auch die Holzsitze. Der Ort Barby in Sachsen-Anhalt hat ca. 9000 Einwohner, wenig Industrie, aber eine Rehaklinik (=mögliche Kinogänger). Die nächste größere Stadt Zerbst hat kein Kino mehr, die nächste Großstadt ist Magdeburg. Also wenig Konkurrenz, aber vermutlich enorme Renovierungskosten. Bei dem Alter des Gebäudes gibt es vielleicht Zuschüsse.
  9. Paul Bodes Kinos Kaskade und Gloria sind auch Veranstaltungsorte für Kunstaktionen der 13. Documenta: http://www.fr-online.de/kunst/documenta-kasseler-kaskaden,1473354,8622772.html Wann was stattfindet, habe ich leider immer noch nicht herauskriegen können. Die Webseite der Documenta gibt das nicht her. Ich hätte eigentlich meinen diesjährigen Documentabesuch gern so gelegt, daß ich dabei auch die Kaskade besuchen kann.
  10. Das neue Amsterdamer Filmmuseum ("EYE Film Institute Netherlands")zeigt am Samstag den 30. Juni um 19.00 Stanley Kubricks SPARTACUS in 70mm (Originalfassung mit niederländischen Untertiteln) Vgl. http://www.eyefilm.nl/en/spartacus?show_id=492289
  11. Der Neubau des Museums für Weltkulturen ist ein Musterbeispiel politischer Anmesie. Schon vor Jahrzehnten gab es Pläne, den Park am Schaumainkai neben dem früheren Völkerkundemuseum für einen Museumsneubau zu zerstören. Freilich war die Villa, die das Museum beherbergte zu klein. Nicht einzusehen war, warum man die ohnehin raren Grünflächen opfern sollte. Einst wurde das Projekt von den Grünen bekämpft und scheiterte an Finanzierungsproblemen. Nun ist das Projekt wieder da wie ein Stehaufmännchen und wird von Schwarz-Grünen Koalitionären befürwortet. Eine besondere Lachnummer stellt die frühere Kulturdezernentin Linda Reisch dar. Nicht nur, daß sie in den 90er Jahren das Kommunale Kino schließen wollte, sie war auch vehemente Befürworterin des Museumsbaus samt Parkzerstörung. Jetzt, da sie nicht mehr im Amt ist und in der Nähe des Parks wohnt, lehnt sie den Neubau ab! Soviel zum Niveau von kulturlosen Frankfurter Kulturpolitikern. Es rede mir keiner von knappen Kassen, in Zeiten, wo mehr abgerissen und neu gebaut wird als in meiner Kindheit: Filmmuseum, Historisches Museum, Altstadt-Bebauung etc.
  12. Stadt Frankfurt nickt Abriß ab und verzichtet völlig auf kulturelle Nutzung: http://www.fr-online.de/frankfurt/turmpalast-in-frankfurt-kein-raum-fuer-kultur-im-turm-carree,1472798,16100018.html Fazit: Ein gesichtsloser Klotz mehr in der Innenstadt.
  13. Der erste westdeutsche Farbfilm (Agfacolor) "Schwarzwaldmädel" lief ab 4.2.1955 auch in der DDR. Ob das Plakat dort auch braune Stellen hatte, entzieht sich meiner Kenntnis. Hier ist übrigens das Heft der Progress-Filmillustrierten (das ist übrigens Sepia"braun"): http://www.google.de/imgres?q=schwarzwaldm%C3%A4del+filmillustrierte&hl=de&client=firefox-a&hs=iMO&sa=X&rls=org.mozilla:de:official&biw=1024&bih=612&tbm=isch&prmd=imvns&tbnid=G63xvAwVlLpzvM:&imgrefurl=http://www.auvito.de/progress-filmillustrierte-schwarzwaldmaedel-nr-7-55/artnr26361008/details.html&docid=wKrY9oxQ5S5wIM&itg=1&imgurl=http://media.auvito.de/images/cache/f7/2b/b4/f72bb49131d9811feac991708bbf19b1.jpg%253Fuplimg%25252F91%25252Fmb392690_87dc82027e51dc0bb84239cfee4936bd3168_mainpic.jpg,400,400,,,,-1,-1,-1,-1,-1,-1,0,0,0&w=400&h=400&ei=oXSxT-GCFYrEsgaUzcmHBA&zoom=1
  14. Nochmal zum "Schwarzwaldmädel": Der durchaus konservative Komponist Leon Jessel des "Schwarzwaldmädel" wurde 1942 von den Nazis ermordet. Seine überaus beliebte Operette war wegen seiner jüdischen Herkunft in der Nazizeit übrigens verboten. Der Film von 1950 ist eine sehr freie Bearbeitung dieses Stoffes, der insgesamt sechsmal verfilmt wurde.
  15. Warnstreik im Frankfurter Metropolis: http://www.fr-online.de/frankfurt/arbeitskampf-im-kino-streik-im-metropolis,1472798,15196164.html
  16. Der Schweizer Künstler David Weiss, bekannt aus dem Künstler-Duo Fischli/Weiss, ist Freitag den 27.4.2012 im Alter von 65 Jahren gestorben. Sein bekanntestes Werk war das Video "DER LAUF DER DINGE", hergestellt zur DOCUMENTA 1987, heute u.a. in Köln im Museum Ludwig zu sehen. Das Video ist eine halbstündige Dokumentation einer Performance von zahlreichen Kettenreaktionen. Eine faszinierende Kette von herumrollenden, fallenden, rutschenden Gegenständen, die sich entzünden, explodieren und immer wieder neue Kettenreaktionen auslösen. http://bazonline.ch/kultur/diverses/David-Weiss-von-FischliWeiss-ist-tot-/story/27305972 Ein Teil des Videos vom "DER LAUF DER DINGE" http://http://www.youtube.com/watch?v=RTobV-Gnv-8&feature=relmfu
  17. albertk

    Scopitone

    Ist das Scopitone in der Dauerausstellung vom Potsdamer Filmmuseum zu sehen? War dort nur einmal vor 10 Jahren, klein, aber sympathisch und originell - im Gegensatz zu anderen Lokalitäten auf dem Niveau von Schaufensterdekoration à la Protzdamer Platz. Im Eingangsbereich stand übrigens damals eine DEFA-70-Kamera.
  18. albertk

    Scopitone

    Fehlt leider in allen Filmmuseen und technischen Museen, die ich je sah: Bradford, London, Paris, Potsdam, Berlin und Frankfurt. Den Pariser Neubau habe ich allerdings nicht gesehen; ich kannte nur das alte Museum im Palais du Trocadero gegenüber vom Eiffelturm. Das Scopitone, das einmal in Frankfurt war, könnte aus Werner Nekes' Sammlung gewesen sein. Ich kann mich zwar an seinen Film über seine filmhistorische Sammlung erinnern, aber ein Scopitone war nicht dabei. In Büdingen gibt es übrigens das kleine 50er-Jahre-Museum mit Nierentischen, Salzstangenhaltern und einigen sehr schrägen Jukeboxen: http://www.50er-jahre-museum.de/
  19. albertk

    CINERAMA

    Ich war nicht nur bei der Trauerfeier sondern auch noch später dort. Ich sah mir auch die Leinwand und das Gestell dahinter an. Das war keine Leinwand wie in Bradford, die aus mehreren hundert einzelnen Streifen besteht. Thomas Hauerslev schreibt auf seiner Webseite im Zusammenhang mit der Neuinstallation von Cinerama von 1360 Streifen. In Bradford sind die 2cm großen Lamellen auf die drei Projektoren ausgerichtet, wie ich dies auch in der Fachliteratur wiederholt las. Daher handelt es sich genaugenommen auch um keine halbkreisförmige Anordnung. Folglich sieht die Projektion mit drei Projektoren auf dieser Leinwand exzellent aus, die Projektion eines 70mm-Films aber nicht. Auf den Seiten sieht das aus wie Laufstreifen. In den im Internet auffindbaren Corrections von des Buchs Widescreen Movies von Carr und Hayes finden sich übrigens mehrere Erklärungen, warum man später auf solche Lamellenleinwände verzichteten und daß die Durchbiegungen geringer waren. Man muß es nur lesen! http://www.filmvorfuehrer.de/topic/13678-cinerama/page__st__40 Kleiner Tip: Suche nach dem Begriff "louvered".
  20. albertk

    CINERAMA

    Jetzt wissen wir, wer sie hat!
  21. Eine Rarität! Am Sonntag den 20.5.2012 um 11 Uhr werden im Deutschen Filmmuseum in Frankfurt 9,5mm-Kopien projiziert. Das Programm besteht aus selten gezeigten Kurzfilm-Komödien u.a. mit Komikern wie Max Linder, Buster Keaton, Charley Chase. Die Firma Pathé entwickelte 1922 den ersten 9,5mm-Projektor für das Heimkino. Mehr als 2500 Stummfilme wurden auf dieses Format kopiert und viele sind nur in diesem Format erhalten. Der Sammler Wolf-Hermann Otte wird die Raritäten mit einem speziell für Kinos gebauten lichtstarken 9,5mm-Projektor vorführen. Die Filme werden am Klavier von Ulrich Rügner begleitet. Vgl. http://deutsches-filminstitut.de/blog/stummfilmmatinee-komiker-auf-95mm/
  22. albertk

    Scopitone

    Gefunden! Da kriegt man ja Zahnweh! Die SOUNDIES der 40er Jahre sind übrigens anders als die oft trashigen SCOPITONES. Hier ist ein Bild von dem Gerät für Soundies, genannt PANORAM: http://millspanoram.com/millspanoram.net Auf der folgenden Webseite fand ich schmissige Jazz-Nummern mit Anita O'Day, Gene Krupa, Cab Calloway: http://www.soundies.net/Sample.htm
  23. albertk

    CINERAMA

    War fünfmal in Bradford. In den früheren Jahren projizierte man aus Prinzip fast alles auf die Cinerama-Leinwand. Egal ob Cinerama, Todd-AO oder flaues 70mm-Blowup. Detaillierte Beschreibungen der Grabenkämpfe erspare ich mir hier. Später gab es die Tendenz nur noch Cinerama und in 70mm gedrehte Filme dort auf die Cinerama-Leinwand zu projizieren. Ich beschrieb es eigentlich schon vor Jahren: Bei einer Sichtung von "2001" fielen mir zum ersten Mal die "Laufstreifen" auf den Seiten auf. Es waren keine Laufstreifen auf dem Film sondern die Struktur der Lamellen-Leinwand. Die Lamellen sind nämlich direkt auf die drei Projektionsräume ausgerichtet. Bei 3-Streifen-Cinerama sah man das nicht! In einem Lexikon zu Kino- und Filmtechnik sah ich einmal einen Idealentwurf eines Kinos mit 3 gewölbten Leinwänden: Eine für Cinerama, eine für Todd-AO und eine für CinemaScope. Ob es so etwas je gebaut wurde entzieht sich meiner Kenntnis. Laut Frankfurter Zeitungsartikeln hatte das MGM ab 1968 eine Lamellenleinwand. @Preston Sturges kennt das Kino und hat sie 1972 schon nicht mehr gesehen. Das ist in etwa das Jahr als ich dort auch das erste Mal war - und auch keine Lamellenleinwand sah.
  24. albertk

    Scopitone

    Leider sah ich nur einmal in meinem Leben ein Scopitone. Im Frankfurter Filmmuseum gab es eine Ausstellung zum Thema Videoclips. Da war auch ein Scopitone eines Sammlers ausgestellt, allerdings nie in Funktion. Truffaut rümpfte in einem seiner Texte die Nase über solchen Kulturverfall. Auch das ist Film! Das Prinzip ist eine Art Musicbox mit Projektionsschirm, basierend auf 16mm-Film und Magnetton. Die Scopitone-Filme wurden vorwiegend mit französischen Sängern hergestellt, schnell und billig abgedreht - aber mit jeder Menge schräger Einfälle. Vor Scopitone gab es übrigens in den USA schon in den 40ern die "Soundies", wohl nach ähnlichem Prinzip gestaltet. Hier findet man durchaus bekannte Jazzsänger, häufig auch Schwarze. Hier ein Soundie von 1942 mit Dorothy Dandridge mit "Zoot Suit" Ein Scopitone mit den Kessler-Zwillingen, leider nicht auf 70mm: http://www.youtube.com/watch?v=-m3P7oBUb4g Und hier der Gipfel an Merkwürdigkeiten: Sonny King rächt sich an den Frauen mit "I CRIED FOR YOU": http://www.youtube.com/watch?v=NUjN-VNODfQ
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