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albertk

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Alle erstellten Inhalte von albertk

  1. Vielleicht handelt es sich bei den Fischen um Störe, aus deren Rogen (Eier) Kaviar gewonnen wird?
  2. Das ist eine ausgesprochen kurzfristige Verwertungspraxis - wie in der Stummfilmzeit. Einmal ausgewertet, wurden die Filme bald danach vernichtet. Zwischen 1895 und 1930 sind nach unterschiedlichen Quellen bis zu 90% aller Filme verschollen. Vgl. Webseite des Bundesarchivs dazu: http://www.bundesarchiv.de/oeffentlichkeitsarbeit/bilder_dokumente/01037/index.html.de Ein Beispiel: Ich besuchte als Student gerne Filmgeschichtsseminare. Filme von F.W. Murnau waren fast nie dabei. Später erfuhr ich, daß ein Großteil seines Werks als verschollen galt. Auch waren Kopien rar, so zeigte man höchstens NOSFERATU und DER LETZTE MANN. Wie kann man eigentlich über einen Regisseur schreiben, wenn selbst Filmhistoriker nur einen Bruchteil seines Werkes kennen? Kennt man die Filme, wenn man zeitgenössische Kritiken oder Filmliteratur über sie kennt? Würde man verschollene Bilder danach beurteilen, was Journalisten auf die Schnelle verfaßten bzw. von anderen übernahmen? Der Mangel an erhaltenen Stummfilmen treibt auch merkwürdige Blüten. Immer wieder gibt es Restaurierungen von Filmen, die es in dieser Fassung noch nie gab. Murnaus FAUST wurde in verschiedenen Ländern in unterschiedlichen Fassung herausgebracht, aber Ende der 90er gab eine Restaurierung, bei der aus diesen Fasssungen eine völlig neue kompiliert wurde. Ein ähnliches Beispiel ist METROPOLIS von Lang (darüber wurde an anderer Stelle in diesem Forum schon heftig gestritten). Ist diese neue Fassung eine Sensation? Trotz aller Liebe zum Film der 20er, trotz aller Wertschätzung von Restauratoren, diese Fassung macht METROPOLIS noch wirrer, wirkt langatmiger und hat viele unansehnliche Szenen aus völlig verregnetem 16mm-Material. Da paßt weder Herz noch Hirn zusammen. Wieder zurück zur Gegenwart: Bei Disney galt, daß früher die langen Trickfilme alle paar Jahre wieder neu in die Kinos gebracht wurden - und dies mit Erfolg. Auf DVDs kam Disney erst spät, aber scheint heute noch davon zu zehren. Die meisten älteren Disneyfilme scheinen auf Scheibe so erfolgreich, daß es zu jedem ein Fast-Plagiat aus Japan gibt, meistens mit irreführender Aufmachung für ahnungslose Eltern. Ein anderes Phänomen der extremen Schnellauswertung: wenige Wochen später findet man DVDs von weniger erfolgreichen Filmen sogar bei Aldi, Lidl, Penny, und das meist billiger als eine Kinokarte. Nachspielkinos nehmen selbst in Großstädten rapide ab. Filmgeschichte scheint überall per DVD verfügbar, aber immer seltener auf einer Leinwand, wo sie hingehört. Es gilt selbst für die Studenten von Film und Medien: Man geht immer seltener ins Kino, weil man ja alles schon von der Scheibe her zu kennen glaubt. Das wäre als würde man Malerei nur von Fotokopien oder Abbildungen aus Katalogen kennen. Leider droht der Trend zur immer kürzeren Verwertung auch bei Digitalprojektion. Irgendwann wird man froh sein, von manchen Filmen eine DVD oder gar eine Raubkopie mit Handyqualität zu besitzen, die dann auf einem Raritätenfestival in Hinter-Digitalingen läuft. Dort werden dann manische Sammler stolz davon erzählen, daß ihre Kinder für diese Raubkopie 3 Jahre vor der JVA singen mußten...
  3. Das Kino im Frankfurter Filmmuseum ist besser und schöner denn je geworden! Ich war sehr angenehm überrascht. Die Ausmaße des Saals konnten leider nicht verändert werden. So gesehen, hat man aber aus dem Vorhandenen herausgeholt, was herauszuholen war. Aus der früheren Blackbox wurde ein attraktiveres Kino - ganz in Rot. Rote Wände, rote Bestuhlung, aber Farbtöne, die im Dunkeln nicht stören. Kein Schwarz, das einen erschlägt. Wer mal ganze Seminartage oder Festivals in einer Blackbox verbracht hat, weiß wovon ich rede. Die hellere Gestaltung läßt den Raum zudem größer erscheinen. Viele Details sind stimmiger geworden: Die neuen Sitze sind etwas breiter und bequemer. Man hält darin auch gut einen 3-Stunden-Film oder ein Double-Feature aus. Die Notbeleuchtung strahlt nicht mehr die Kinogänger an, sondern ist mit diskreten Lichtleisten in den Treppenstufen verborgen. Der Eingang zum Kino führt zu einem Quergang hinter die letzte Reihe. Wenn jemand zu spät kommt, läuft er nicht an Zuschauern vorbei! Die Leinwand wurde etwas breiter. Erstaunlich war auch der Ton, wie ich ihn lange nicht erlebt habe. Selbst bei einem für mein Verständnis fürchterlich mißlungenen Kriegsfilm gab es da etwas Gelungenes: nämlich der Ton, der einen bei Schlachten plötzlich von allen Ecken entgegendröhnte - als schösse der Filmvorführer von hinten mit! Bei der Projektion wurden neue, und daher schärfere Objektive angeschafft. Einige Tonsysteme, die bisher nicht liefen, wurden installiert. Natürlich läuft auch Digital-Projektion und Digital-3D. Vor allem sieht in dem eher kleinen Saal ziemlich hell aus. Trotzdem läuft weiterhin das Meiste auf 35mm - im Überblendbetrieb! Hervorzuheben ist vor allem das tolle Programm, ein gelungener Mix aus Klassikern, Restaurierungen und Neuem! Eine kühne Mischung: David Lean, Ed Wood und Piranha-3D! Es wäre zu wünschen, daß das Programm diese Güte behält.
  4. albertk

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    Und hier ist noch so ein martialischer Spielkamerad: THE BIG LOO! Deine Eltern werden zittern! http://www.youtube.com/watch?v=_6iM5K5v6Ck
  5. Ich finde es toll, wenn es auch in kleinen Orten noch Kinos gibt. Aber der Umbau dieses mittelgroßen Kinos auf 2 Säle zerstört möglicherweise beide. Wenn der Grundriß nur 16m x 11m ist, läßt sich das kaum aufteilen ohne daß ein Saal zu klein wird. Teilt man in der Mitte, hat man zwei Schläuche a 5,5m x 16m oder zwei Winzkinos a 8 x 11m. Teilt man wie oben geplant und plant den einen quadratisch, wird der andere zu winzig. 7m Länge, aber 8 Sitzreihen - was ist da für ein Reihenabstand einkalkuliert? Überhaupt fällt mir auf, daß der Reihenabstand im bisherigen Kino auch nicht sehr groß sein kann. Wenn bisher auf 16m x 11m 280 Plätze waren, scheint die Bestuhlung auch eher nach früheren Bedürfnissen vor 15 Jahren - also recht eng - zu sein, d.h. höchstens 90cm oder enger. Irgendwie sind das leider unglückliche Lösungen, die andere schon vor Jahrzehnten ausprobiert haben. Den Saal könnte man freilich auch aufwerten: Die Bestuhlung nach 15 Jahren erneuern, Reihenabstände vergrößern. Bei 5,5m Raumhöhe könnte man auf Reihen mit Stufen umbauen. Gibt es Stufen, weniger Reihen und etwas mehr Platz zwischen 1. Reihe und Leinwand, läßt die sich absenken, größer und breiter machen. Das erfordert freilich Investitionen. Den Umbau mal beiseite gelassen, wie sieht es sonst aus? Vielleicht kann man mit den Anfangszeiten etwas ändern, daß täglich abends zwei Filme laufen, z.B. 19 und 21 Uhr. Man könnte mittags, speziell an den Wochenenden Kinderkino anbieten, was manchmal ganz gut läuft. Spielt das Kino überhaupt mehrmals am Tag? Sonderfilmreihen, VHS-Kurse, Seniorenkino, Vermietungen, Wunschfilmreihen mit Sonderpreisen und Logenplatz für die Besteller, böten sich an. Das sind aber nur Extras, die sich allein nicht rechnen, sondern eher der Verankerung im Ort dienen. Das gleiche gilt für Ermäßigungen, Gutscheinhefte etc. Wie wäre es mit einem Café ins Foyer, wenn kein Anbau geht, um wenigstens noch eine zweite Einnahmequelle hinzukriegen?
  6. albertk

    Alte Werbung

    Und hier kommt: KING ZOR der kämpfende Dinosaurier. "Keiner kann ihn stoppen!"
  7. Veit Helmers Eiffelturmfilm wird auch nach mehrfachem Sehen nicht besser. Wo immer es ein 70mm-Festival gab, lief er. Also habe ich ihn mindestens vier- oder fünfmal gesehen. Manchmal erkennt man die Güte eines Films erst beim mehrfachen Sehen. Hier aber verhält es sich umgekehrt. Jedesmal fand ich ihn weniger lustig, weniger unterhaltsam, weniger spannend, weniger originell. Ein grimassierender Hauptdarsteller macht noch keinen lustigen Film. Von einer Handlung wollen wir gar nicht reden. Auch als Werbefilm finde ich ihn nicht geglückt. Da dreht schon mal jemand in Deutschland einen 70mm-Film und dann so etwas künstlerisch wie handwerklich mißlungenes: Selbst mit einer so durch und durch fotogenen Stadt wie Paris kann der Regisseur nichts anfangen. Das gleiche gilt für den Eiffelturm, das technische Wunderwerk des 19. Jahrhunderts. Zahllose Fotos zeigen Interessanteres, z.B. die Steilaufzüge, die Konstruktion, die unterschiedlich gestalteten Etagen. Veit Helmers Film könnte genausogut in einem Betonhochhaus spielen. Wenn schon Klisches, da halte ich es eher mit dem "Hauptbahnhof von Paris" von Pigor und Eichhorn: http://www.pigor.de/getCmsData.php?id=91&category=hoeren
  8. Schöne Webseite! Ich bin allerdings mehr auf die Säle gespannt. Interessant ist diese Unterbodenkonstruktion. In einem Cineplex in meiner Umgebung ist das leider so gestaltet, daß man zu sehr die Vibration hört, wenn jemand mal zwischendurch rausrennt. Hier ist übrigens eine Webseite mit Fotos über die Baugeschichte des Odeon, Leicester Square in London, erbaut 1937. http://viewfinder.english-heritage.org.uk/search/reference.aspx?uid=108411&index=48&form=advanced&monumentType=THEATRE&county=GREATER%20LONDON (Immer oben weiterklicken für das nächste Bild. Weiter hinten sieht man auch den Vorführraum mit 6 (!) Filmprojektoren und einem Diaprojektor oder Brenograph.) Das Odeon Leicester Square ist erhalten, wenn auch in vielen Details verändert. Außen ist immer noch die schwarze Fassade mit dem riesigen Turm unübersehbar ein Markenzeichen des größten erhaltenen Londoner Kinos. Foyer und Zuschauerraum sind modernisiert, Art-Deco-Elemente sind innen nur noch teilweise erhalten. Dieses Kino war das Flaggschiff der Odeon-Kino-Kette. In den 30er Jahren baute die Odeon-Kino-Kette in vielen britischen Städten sehr markante Kinos, weniger mit süßlichen Art-Deco-Elementen, sondern eher an Bauhaus erinnernd: immer streng funktional, stromlinienförmig, geschwungene Backsteinfronten, immer sehr prägnant. Frühere Odeons erkennt man immer schon von weitem. Leider sind die wenigsten davon erhalten, manche haben nicht einmal die übliche Zellteilung in viele kleine Säle überstanden. Ich wünschte, moderne Kinos hätten von außen wie von Innen auch nur einen Hauch dieses Charmes.
  9. Ich freue mich besonders auf THE BAT WHISPERS, BROWNLOW und seinen Vortrag und THE GREATES STORY EVER TOLD. Vor einigen Jahren wurde Brownlows ausgezeichnetes Buch über Zeitzeugen des Stummfilms PIONIERE DES FILMS(im Original: THE PARADE'S GONE BY) preisgünstig verramscht. Es gibt kaum etwas Lesbareres über den frühen Film. Sehr empfehlenswert ist auch Brownlows Buch über David Lean. Ein Film namens "BELA" sagte mir erst mal gar nichts. Es handelt sich wohl um "Geroy nashego vremeni" (Sovscope 70), der in der DDR auch unter BELA - TRAGIK EINER LIEBE lief. Das ist eine Verfilmung des Romans von Michail Lermontow von 1840, der auch deutsch unter dem Titel EIN HELD UNSERER ZEIT vorliegt.
  10. Das Programmkino "Filmtheater Valentin" in Frankfurt-Höchst ist vom Abriß bedroht. Vgl. Frankfurter Rundschau vom heutigen Tag: http://www.fr-online.de/frankfurt/mitleiden-mit-dem-valentin/-/1472798/9679140/-/index.html Ein Abriß des Valentin wäre ein Verlust. Wir haben es hier mit einem typischen Kino der US-Armee zu tun. Gerade dieses Kino zeigt beispielhaft, wie man in früheren Jahrzehnten durchaus mit Normierungen und Standards auch passable Kinos bauen konnte, wo die Proportionen stimmten und das Kino trotzdem mehr als nur ein schwarzer Kasten war.
  11. Takuo Miyagishima arbeitete von 1955-2011 für Panavision - und schrieb Breitwandgeschichte! Er entwarf u.a. 1955 den Super Pantar (Projektionsobjektiv), Objektive und Kameras für MGM-Camera 65 (RAINTREE COUNTY, BEN-HUR), Ultra-Panavision und das Objektiv für Fata-Morgana-Szene in LAWRENCE OF ARABIA. Auch das Panavision-Logo ist von ihm. Hier ein Nachruf bei Panavision: http://www.panavision.com/content/takuo-%E2%80%9Ctak%E2%80%9D-miyagishima-remembered Hier ein Interview von 2005: http://www.international.ucla.edu/article.asp?parentid=22155
  12. Die Niveaulosigkeit der oben geposteten Fernsehbeiträge wird nur noch von Privatsendern übertroffen. Bei Ausstellungs- und Museumseröffnungen gab und gibt es immer Pressetermine mit Führungen, Pressekonferenz und ausgiebigem Material (Texte wie Fotos). Die Hessenschau sollte eigentlich nicht die Klatsch-Nachmittags-Magazine nachäffen. Was denkt sich diese Dame, die wenig kenntnisreich daherpalavert und einen Schauspieler interviewt, der auch nichts zu sagen hat? Dieser Beitrag toppt noch das "Goldene Blatt" meiner Oma! Latex und Plastik scheinen weniger haltbar, als ich dachte. Hier ein Kurzbeitrag über die Restaurierung der Alien-Figur im Filmmuseum (wohl auch aus der Hessenschau, aber besser!): http://www.youtube.com/watch?v=1fJIgPZeKx8
  13. Kleine Anmerkung: Dynamation ist kein Breitwandverfahren. Das ist ein Begriff von Ray Harryhausen für sein Trickverfahren, Figuren in Einzelbildschaltung vor einer Rückprojektion zu anmieren. http://www.rayharryhausen.com/dynamation.php Harryhausen ist ein legendärer (Puppen)Trickfilmer und lebt in London! Laut Wikipedia ging seine Sammlung in den letzten Jahren nach Bradford; beneidenswert! Ob Pinewood die 70mm-Kopie zugänglich macht, ist mir nicht bekannt. Leider einer der Filme, die ich noch nie sah.
  14. Ich fragte an anderer Stelle in diesem Forum, wo denn das Cinerama-Zelt während der Gartenschau 1963 in Hamburg eigentlich gestanden hätte. Jetzt fand ich aus Zufall dieses Foto: http://cinerama.topcities.com/ifj051863.htm Nicht nur auf dem Heiligengeistfeld (wo sonst auch der Dom stattfindet), sondern auch noch direkt neben dem Hochbunker. Das Gartenschaugelände war in Planten und Blomen und in den Wallanlagen (östlich vom Heiligengeistfeld).
  15. albertk

    Chaplin-Festival 2011

    Einen Monat Chaplin auf der Leinwand und zwar mit Filmkopien - das konnte man 1977 noch genießen! Es gab schon einmal in Berlin den gesamten Chaplin zu sehen. Es dürfte auch in einigen Archiven noch Programme dieser Reihe geben. Vielen Dank für den Scan. Jetzt ist es auch im Internet, daß sich gewisse Schnellschreiber diverser Postillen sogar "per Mausklick" darüber informieren könnten! DVDs sind ungeeignet für Kinoprojektion. Gerade von Stummfilmen findet hier häufig eine Verwertung in mäßigster Qualität statt. Am schlimmsten ist es, wenn die Rechte abgelaufen sind. Ich habe z.B. noch nie eine gute DVD von einem Buster-Keaton-Film gesehen. Ich sah auch schon einige DVDs mit frühen Filmen von Chaplin, die ich in dieser Form nie wiedersehen möchte. Fast immer wurden die von mäßigen Filmkopien gezogen. Schon die Vorlage schien verkratzt, verregnet, grau-weiß statt schwarz-weiß, die Geschwindigkeit zu schnell. Selbst die Kadrage stimmt oft nicht einmal. Das läßt sich gerade bei solchen Klassikern leicht erkennen: Normalerweise ist in Chaplins frühen Filmen der Komiker voll im Bild. Da werden nicht einfach Hüte und Köpfe an- oder abgeschnitten wie bei gewisser Ästhetik neueren Datums. Wie grauenhaft muß das erst in Projektion aussehen? Und dann noch, wenn man Pech hat, in einer Flohkiste mit 37 Plätzen...
  16. Serien und Massenware durchzieht die Filmgeschichte. Da läßt sich aber vieles nicht miteinander vergleichen. Komiker die Kurzfilme drehten, bieten in 10-20 Minuten mehr Einfälle als heutige Beziehungskomödien mit 90 Minuten. Auch Komiker wie Martin und Lewis, die jahrelang zusammen auftraten, lieferten nicht ständig Dutzendware ab. Manche Trickfilmstudios brachten monatlich Cartoons heraus, die in 7 Minuten mehr boten als mancher spätere lange Animationsfilm. Aber jetzt ist ein ganz spezieller Fortschritt erreicht: Man sitzt in einem Multiplex, wo die Kinos durchnummeriert sind und normiert gebaut wurden. Und man sieht sich durchnummerierte Filme an, deren Inhalt auch immer mehr normiert wirkt. Oberlehrer und Kinoverächter hätten da ihre Freude, weil sie's schon immer wußten: "Hat man einen gesehen, hat man alle gesehen." (Zitat aus "Singin' in the Rain"). Kühe leben vom Wiederkäuen, leider auch manche Filmproduzenten. Originelle Filme sind dadurch selten entstanden. "Dr. Zhivago Strikes Again" ist nicht vorstellbar.
  17. Folgt man dem Artikel heute in der Frankfurter Rundschau, dann werden das KASKADE und das GLORIA Stätten der Documenta 2012 sein. Da müßte doch eigentlich noch einiges in der KASKADE verbessert werden. Ist das nur der übliche Wind mancher Kulturpolitiker, oder tut sich da wirklich was? Es wäre schön, wenn uns die Kasselaner hier rechtzeitig informieren würden. Vgl. FR vom 4.7.2011 http://www.fr-online.de/kultur/kunst/kasseler-kaskaden/-/1473354/8622772/-/index.html
  18. War im Urlaub im Norden und entdeckte in St. Pauli ein kleines Programmkino - das B-Movie in St. Pauli in der Brigittenstraße. Sicher kein Filmpalast, sondern ein in einem Hof gelegenen Programmkino mit wilden Graffitti. Unter anderem läuft dort zur Zeit in 35mm (!) eine Blaxploitation-Reihe. Schräge Film-Auswahl, & nur zu empfehlen! Ich sah EIN FALL FÜR CLEOPATRA JONES/CLEOPATRA JONES (USA, 1973). Trotz 58 Plätzen annehmbar große Scope-Projektion und nettes Personal & guter (trockner) Rotwein. Zwischendurch riß der Film, sonst wars zum schieflachen. Alle Klischees, die man sonst in den weißen Filmen der 70er kennt, wurden hier kurios umgedreht. Statt der lesbischen Rosa Klebb im James-Bond-Streifen gabs hier Shelley Winters, doppeltfett, als sadistischen lesbischen weißer Drogenboß (??? :grin: , und die Guten waren diesmal die Schwarzen. Im Juli gehts dort weiter in 35mm mit dieser Blaxploitation-Reihe Coffy - Die Raubkatze (DF, 35mm) Donnerstag, 07. Juli, 22:30 Uhr Samstag, 09. Juli, 20:00 Uhr Donnerstag, 14. Juli, 20:00 Uhr Black Caesar (The Godfather of Harlem) (OF, 35mm) Samstag, 09. Juli, 22:00 Uhr Donnerstag, 14. Juli, 22:00 Uhr Sonntag, 17. Juli, 20:00 Uhr http://www.b-movie.de/index.php3?programm=07/11
  19. albertk

    Die Nordsee von oben

    Sah den Film im Urlaub im vollbesetzten "Inselkino" auf Spiekeroog mit ca. 150 Zuschauern. Man projiziert dort übrigens sonst auch noch mit 35mm, die Bauer-Maschine steht unübersehbar im Foyer. DIE NORDSEE VON OBEN ist digital, aber visuell stark. Leider unterließ man es in diesem Film die besondere Kamera und ihre spezielle Technik zu zeigen. Der leicht plattdeutsche Zungenschlag des Kommentators wirkt ungewohnt salopp. Aber hier wird bei Umweltsünden auch kein Blatt vor den Mund genommen. Die Musik fand ich eher mißlungen. Die Zuschauer in meiner Sitzreihe schienen von den Flugaufnahmen sehr beeindruckt. Die Flugaufnahmen in den Cinerama-Filmen (von Paul Mantz) waren es auch, die mich nach mehrfachem Sehen immer noch beeindruckten. So etwas hätte ich mir in 70mm oder IMAX gewünscht. Die ostfriesischen Inseln kamen hier etwas zu kurz, aber vielleicht wollten auch nicht alle überflogen werden.
  20. Mit Hitchcock kann man auch heute noch Programmkinos vollkriegen. Erlebte ich immer wieder. Sah NORTH BY NORTHWEST mindestens dreimal, immer wieder mit Genuß. NORTH BY NORTHWEST hätte man wie VERTIGO auf 70mm restaurieren sollen. Ich schätze VERTIGO, den ich öfter gesehen hab, auch. Aber nach meiner Meinung ist NORTH BY NORTHWEST der bessere Film, weil unterhaltsamer, amüsanter, abenteuerhafter und weniger schwerblütig. Vielleicht liegt's daran, daß hier Ernest Lehmann und Hitchcock zusammen arbeiteten. Und Cary Grant und Eve Marie Saint sah ich selten besser. Was ist das übrigens für eine Kalkulation: 100.000 € für 35 Filme? Das hieße 2.857 € Verleihmiete für einen Film? Durch großmundige Ankündigungen "Der gesamte Hitchcock" und DVD-Abspiel vergrault man Kunden. Ich wollte immer gern mal ins Babylon, aber da legten sie Filme, die mich interessierten, immer in die kleinen Säle.
  21. Ich war einige Tage im hohen Norden und besuchte auch das SAVOY in Hamburg. Die markante Front sah mal besser aus, da fehlt etwas. Das Foyer wirkt leider auch verbesserungsbedürftig. Immerhin Platz für Kasse, Café und Galerie. Der Kinosaal hat mich sehr beeindruckt. Die Proportionen wirken wie extra für eine breite Leinwand konzipiert. Kegelförmig, Boden, Wände, Decke, alles läuft auf die große Leinwand hin. Solche Bauten sind rar. Daher umso erhaltenswerter. Kein Umbau eines bestehenden Kinos mit veralteten Einrichtungen vom Theater wie Bühne oder Rang. Stattdessen tiefliegende Leinwand mit Parkett-Theater. Man sinkt in den Sitz und ist von der gewölbten Bildwand umgeben. Die vorderen Reihen steigen leicht an, im hinteren Drittel hat jede Sitzreihe Stufen. Aber nicht so steil wie in Multiplexen. Die Bestuhlung wirkte farblich ok. Der Sitzreihenabstand wurde halbiert, so daß man genügend Beinfreiheit hat. Der Projektionsraum über dem hinteren Drittel wirkt etwas weit vorgezogen. Hatte man dadurch nicht zuviel Steilprojektion Probleme? Die 20m-breite Leinwand wirkt niedriger als manche Zahlenangaben, vielleicht 7m? Liegt's an der schwarzen Decke? Wahrscheinlich wäre sie bei 70mm höher gewesen, ich sah nur einen Scope-Film. Die Durchbiegung sieht auch nicht mehr nach 120° aus, vielleicht 90° oder darunter. Das ist natürlich auch praktikabler für ein Programmkino, das häufig verschiedene Formaten zeigt, wo Scope eher die Ausnahme ist. Ich sah einen nicht weiter erwähnenswerten Film, nach allen Anzeichen nur in Super-35. Eigentlich ein interessanter Stoff über eine Beratungsstelle zum Thema Verhütung. An vielen Stellen spannend. Aber zu dialoglastig und visuell erschlagend, weil ohne handwerkliche Qualität und optisch konzeptionslos. Keinerlei interessante Bildkompositionen, ein Großteil in der Unschärfe. Bei zahllosen Dialogen saßen sich zwei Gesprächspartner der Beratungstelle einander gegenüber. Immer wackelte die Kamera um 180° zu dem jeweiligen Sprecher. Kurz: Schwerer Seegang ohne Windjammer! Aber selbst das sah auf dieser großen Leinwand irgendwie interessant aus. Wie toll muß hier Todd-AO ausgesehen haben! Umso erfreulicher, daß das Kino für die nächsten zwei Jahre gerettet ist!
  22. Laut Online-Katalog gibts 3 Miss-Marple-Filme: Der Wachsblumentrauß Mörder Ahoi Vier Frauen und ein Mord d.h. "16.50 ab Paddington" fehlt Nebenbei: Margaret Rutherford füllt durchaus eine Leinwand! http://www.neuevisionen.de/
  23. Danke für die Tipps! Immerhin ein Verleih in Österreich: http://verleih.polyfilm.at/ Presseheft und Fotos wirken vielsprechend, aber auch der Trailer hier: Warum ist er gefloppt? Hat ihn jemand hier gesehen? Scheint geeignet für Kinder- wie Art-House-Programm.
  24. Danke für den Artikel aus dem Film-Echo! Die schwarz-weiß-Fotos wirken wenig anmutend. Die Leinwandmaße sprechen teilweise für sich, besser gegen einige Kinos. Dort gab es also nicht nur eine Zellteilung, sondern es wurden andere Räume genutzt, bzw. auch neues drangebaut. Ich kenne den Bau nur von außen, als es noch ein Kino war. Das Foyer sah Anfang der 70er zumindest beeindruckend, einladend und geräumig aus. Heinz Riech rühmt sich in dem Artikel, daß er als einziger seit 1959 ein Kino mit 500 Plätzen gebaut hätte. Superlative lassen sich immer leicht behaupten. Aber nach 1959 wurden sogar noch Großkinos gebaut, u.a. auch für 70mm. Z.B. das Hamburger GRINDEL, 1962 CITY in Karlsruhe (mit Cinemiracle), 1965 der ROYAL-PALAST in West-Berlin mit der damals weltweit größten Leinwand. Natürlich mußten in den 60er Jahren die Kinos durch das Fernsehen immer häufiger schließen. In der Stadt meiner Kindheit Offenbach am Main wurden sogar noch nach 1970 noch mehrere Kinos zu einem existierenden dazu gebaut, u.a. das GLORIA mit mehr als 600 Plätzen (steht übrigens heute leer und ist vermietbar). Zellteilung gab es aber auch schon vor dem Hamburger UFA-PALAST. So wurden schon in den 60er Jahren in Frankfurt im TURM-PALAST (1200 Plätze) und vorher im FILM-PALAST (1500 Plätze) die Ränge für separate Kinos abgetrennt. Ich dachte immer, dieses Prinzip hätte es in Berlin längst vor dem Hamburger UFA-PALAST gegeben. Krasse Beispiele dieser Art schildert Rolf Giesen in "Kino wie es keiner mag". Kleine Kinos sind okay, wenn die Proportionen stimmen. Das bieten Multiplexe wenigstens öfter. Doch wo Scope kleiner gezeigt wird als Normalformat, wo der Raum 3m Höhe unterschreitet oder eher für eine Kegelbahn taugt, stimmt nichts. Da geht mal einmal hin und nie wieder. Meine Oma, Jahrgang 1902, nannte solche Kinos "Flohkisten". Die gab's zwar schon immer, angefangen mit Ladenkinos nach 1900, aber dort ist der Kinogenuß eher gering.
  25. "In den fünfziger Jahren war es noch gar nicht möglich, mit beweglichen Kameras in natürlicher Landschaft zu drehen." Was sind denn das für Erkenntnisse? Hat der auch 11 Biere intus? Zahllose italienische Filme der 50er, sprich Neorealismus, sind häufig on location gedreht - oft auch im Freien. BEN-HUR entstand auch in Cinecittà. Allerdings muß ich einräumen, daß man bei 70mm damals mehr Licht brauchte.
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