albertk
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Ulrich Rügner war hochbegabt und vielseitig interessiert. Egal ob Film, Musik oder Theologie. Wann immer er konnte, schaute er sich die Kopien vorher an. Oft machte er sich spezielle Konzepte für die Begleitung der Filme. Ein paar mal konnte ich mit ihm am Schneidetisch Filme sichten. Kam im Film ein ausgefallenes Lied vor, er fand es und baute es in seine Improvisation ein. Für russische Revolutionsfilme präparierte er den Flügel mit Schrauben. Manchmal spielte er auch im Ausland. Eine seiner Anekdoten drehte sich um die Begleitung eines deutschen Stummfilms ("Der müde Tod") mit erfundenen chinesischen Schriftzeichen, die dort besondere Heiterkeit erregten. Stets war er trotz hoher Kenntnisse gesprächsbereit. Ich werde ihn vermissen.
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Mäuse im Kino - wie werde ich sie wieder los ?
albertk antwortete auf Zelluloid's Thema in Allgemeines Board
Bei uns im Mietshaus stellte der Kammerjäger kleine Pappschachteln mit vergifteten Haferflocken auf. Außerdem besorgte ich mir Zement und schloss damit einige Löcher in der Wand, wo bisher auffällig Sand ausgetreten war. Danach fiepste es dann nicht mehr nachts um 3 und Sonntags war auch kein Brot mehr angefressen. -
Langsam haben auch die Geduldigsten die Schauze voll
albertk antwortete auf tornadofilm's Thema in Allgemeines Board
Vorprogramm mit Werbung gehört eigentlich zum kommerziellen Kino. Es gibt hier in Frankfurt aber auch Kinoketten, die sich auf ein paar wenige Trailer beschränken. Das ist für Besucher angenehm, aber ist das wirtschaftlich verkraftbar? Allerdings gibt es dort auch große Verkaufstheken. In den 70ern, als ich anfing ins Kino zu gehen, dauerte das Vorprogramm oft eine halbe Stunde, manchmal sogar bis 40 Minuten. Allerdings mit Kurzfilmen, manchmal sogar noch mit s/w-Wochenschau, Werbung, Werbedias und natürlich auch Trailern. Durch die Mischung war das nie langweilig. Werbefilme waren manchmal besser fotografiert als der Hauptfilm. Spots mit regionaler Werbung waren aber oft auch von mäßiger Qualität - bis unfreiwillig komisch. Unvergessen: eine Tanzschule mit angejahrten Tänzerinnen und Tänzern bei Cha-Cha-Cha, eckig wie die Holzhacker. Oder der Werbespot für einen Kinogutschein: Mit lustlos dreinblickendem Kinopersonal. Der obengenannte Zeitungsartikel spricht nicht sonderlich neue Probleme an, ist aber auch oberflächlich. Es soll auch schon Leute gegeben haben, denen es im Kino zu dunkel war. Wenn ich einen Film im Kino sehen will, ist mir die Silberscheibe zuhause egal. Wer gern in die Oper geht, bleibt ja auch nicht zuhause, weil er CDs von Opern hat. -
Bereits im September begann der Abriss des ODEON WEST END in London. Das lag am südlichen Leicester Square. Nicht zu verwechseln mit dem größeren ODEON LEICESTER SQUARE. 1930 als LEICESTER SQUARE THEATRE erbaut mit beeindruckenden 1760 Plätzen und zwei Rängen und einem Bühnenhaus. Schon nach 3 Jahren wurde es zum Kino umgewidmet. Später erfolgten mehrfache Umbauten, 1968 wurde der 2. Rang (englisch "balcony") einfach abgetrennt, die Wände simpel verkleidet und Ende der 80er erfolgte eine weiterer Umbau, aus Parkett und 1. Rang wurde jeweils ein separates Kino. Die letzten beiden Bauphasen bekam ich als Besucher noch mit. Ein Filmpalast war das schon lange nicht mehr. Nicht vergleichbar mit anderen Großkinos am Leicester Square. Das wirkte auffällig heruntergekommen und diente meistens als Nachspielstätte für Blockbuster. Die Beleuchtung vorm Film: finster, die Wände grau. Die Zugänge zum Rang: Keine Türen und dafür Popcorn-Mief. Das Foyer lieblos modernisiert. Gelegentlich gab es hier aber auch noch Premieren. Einmal trank ich in der Nähe Tee, da hörte ich plötzlich kreischende Teenager und sah John Travolta der zu einer Premiere ging. Die Webseite arthur.loyd.co.uk, die sich der Geschichte englischer Music Halls und Theater widmet, dokumentierte verschiedene Bauphasen, aber auch den Abriss in den vergangenen Monaten: http://www.arthurllo....htm#demolition Hier sind weitere Fotos der Bau- und Umbau-Geschichte: http://www.arthurllo...reFragments.htm Hier ein Artikel und einige Leserbriefe zum Abriss und zum Niedergang der Kino-Meile Leicester Square http://www.westendex...enue-‘disgracef
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Also lag es auch nicht an falschen Objektiven, sondern an der Leinwand. Die Rectified-Kopien waren extra für eine stärker durchgebogene Leinwand hergestellt, wie man sie nur in wenigen Cinerama-Kinos hatte (120-146°). Ein Totalumbau dürfen andere andernorts fordern. Bradford hätte die passendere Leinwand für solche "rectified prints", weil stärker durchgebogen. Sonst dürfte es in Europa kaum noch geeignete Kinos geben. Ich sah in Bradford nur einmal einen Film in Ultra Panavision: IT'S A MAD MAD MAD MAD World. Das war aber wohl nur eine normale Kopie. Die anarmophotische Kompression war leider unübersehbar, weil nicht durch einen Anamorphoten (1:1,25) entzerrt. Trotz passabler Kopie sah das unvorteilhaft aus (lauter Eierköpfe) und wurde von den Verantwortlichen gar nicht erst erwähnt. Wie sah das denn in Oslo aus, dort liefen doch auch rectified Prints, aber dort ist die Leinwand gar nicht oder nur schwach durchgebogen? Eigenartig fand ich, dass diese Kopie Untertitel hatte. Die kann ja nur in ganz wenigen dänischen (Cinerama-)Kinos richtig gezeigt worden sein. Sicher gab es auch bei manchen 70mm-Kopien monate- und jahrelange Laufzeiten, so dass sich der Aufwand, extra besondere Kopien für bestimmte Theater zu ziehen, manchmal lohnte. Für BEN-HUR in Berlin war die Leihmiete anfangs so teuer, dass der Kinobesitzer des Delphi lieber eine Kopie kaufte.
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Diese Dokumentation ist zur Zeit auf der Arte Mediathek abrufbar und wird am 13.11. 1:35 noch einmal ausgestrahlt: CINEMA PERVERSO - Die wunderbare und kaputte Welt des Bahnhofskinos (D 2015, Oliver Schwehm) http://www.arte.tv/guide/de/048647-000/cinema-perverso
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Deutscher Titel war "Der Mann mit den Röntgenaugen". Hier ist übrigens auch ein Trailer mit einigen Prismen-Effekten plus erotischer Wunderbrille Nebenbei: Die urbane Legende über die Brille, die man einfach so bei einem Kiosk kaufen könne, mit der man sogar durch Kleidung hindurchsehen kann, wurde noch in den 70er Jahren bei uns in der Schule herumerzählt: Ungeheuerlich!!!
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Der nackte Mann auf dem Sportplatz (DDR 1974)
albertk antwortete auf showmanship's Thema in Nostalgie
Es gab Nobel-Projekte, für die man in der DDR lieber Eastman-Farbmaterial nahm. Als Bertolt Brecht mit Wolfgang Staudte um 1954/1955 eine Verfilmung der MUTTER COURAGE planten, sollte der Film in Eastman Color und CinemaScope realisiert werden. Damals für die DDR ein sehr teures Projekt. (Wie um 1954 Farbfilme der DDR aussahen, kann man am aufwändigen zweiteiligen Thälmannfilm von Kurt Maetzig sehen. Das erklärt den Wunsch nach besserem Farbmaterial.) Der Courage-Film wurde nie fertiggestellt. Belegt ist, dass die beiden politisch und menschlich nicht miteinander zurechtkamen. Beide hatten zudem ein unterschiedliches Verständnis von Film. Brecht wollte den Film literarisieren und eine epische Form hineinbringen, Staudte hatte eher eine Neigung zum engagierten Unterhaltungsfilm. Was die Dreharbeiten angeht, so widersprechen sich die Quellen. Die einen behaupten, dass nie eine Szene gedreht wurde, die anderen geben an, dass 20 Minuten abgedreht wurden, die jahrelang noch Besuchern der DEFA-Studios vorgeführt worden seien. Als Brecht 1956 starb, drehte Staudte längst im Westen. Es liegt hier auch der Verdacht nahe, dass das teure Projekt wegen mangelnder Unterstützung der DDR-Führung scheiterte. Suspekt waren sie den DDR-Oberen beide, Brecht wegen seines Theaterstils (der nicht zum sozialistischen Realismus passte), Staudte wegen seiner Vergangenheit im 3. Reich und weil er auch schon früh in West-Berlin wohnte. Einen Courage-Film gab es später, aber nicht nach Brechts und Staudtes Drehbuch. 1960 realisierte der frühere Assisten von Brecht Manfred Wekwerth eine Schwarzweiß-Fassung in Totalvision von MUTTER COURAGE nach der Bühneninszenierung des Berliner Ensembles. (Nachzulesen bei Wolfgang Gersch: Film bei Brecht. Berlin, 1975. Brecht-Gesamtausgabe: "Arbeitsjournal" und im Band "Texte für Filme") -
Douglas Trumbuils MAGI System: 3D at its best!
albertk antwortete auf LaserHotline's Thema in Allgemeines Board
ich kann mir gut vorstellen, dass eine erhöhte bildfrequenz einen optischen gewinn bedeutet. laut trumbull ist das ja längst bei flugsimulatoren möglich. hier ist ein interview mit trumbull, u.a. über den magi-filmprozess: http://www.rogerebert.com/interviews/the-magic-of-magi-douglas-trumbulls-quest-to-explore-a-new-planet-of-cinematic-potential die erhöhte bildgeschwindigkeit überzeugte mich schon bei todd-ao: z.b. bei OKLAHOMA! der mit 30 b/s vor einigen jahren in bradford lief, oder dieser kurzfilm über las vegas, der einmal in karlsruhe zu sehen war. showscan (mit 60 bildern pro sekunde) sah ich leider nur 2x mit ziemlich schrecklichen kurzfilmen, die eher wie dürftige 70mm-blowups aussahen. u.a. im bavaria-studio münchen und newcastle, allerdings mit drastisch wackelnden sitzen, die die mäßige bildqualität durch zwangs-akrobatik ausglichen. das wurde dann als 4d beworben. und der hobbit mit 48 b/s sah hier in frankfurt/main (in real-d) auch grauenhaft aus: special effects schlimmer als schlechte rückpros und tatsächliche natur- und landschaftsaufnahmen häufig optisch vergeigt. leider fehlt noch ein eisenstein, kubrick oder lean, der solche formate meistert. "das beste werkzeug ist nur tand, in eines tumben toren hand!" -
Wo bleibt eigentlich der Bericht über die damalige geheime 70mm-Veranstaltung? Da waren ja Leute schon schwer beleidigt, dass man überhaupt zu fragen wagte, wo diese Veranstaltung denn sei.
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Tarantinos "Hateful Eight" hat einen deutschen Verleih
albertk antwortete auf preston sturges's Thema in Allgemeines Board
Die Schauburg Karlsruhe plant 70mm-Einsatz ab 28.1.2016 - so zumindest ein Plakat im Foyer ("ohne Gewehr"). -
11x war ich beim Festival und entdeckte immer wieder Neues. Diesmal war es THE GREAT RACE. Ein fantastisch-vielseitiger Film, der sich auf der großen Leinwand erst richtig entfaltet und zeigt, wie unterschätzt Blake Edwards immer noch ist. Leider hat er nie einen richtigen 70mm-Film gedreht, aber fast alle Filme in Scope-Formaten. Und viele seiner Gags spielen auch mit dem breiten Format. Einer der Vorläufer des Musicals war die Extravaganza - und so kommt einem auch dieser Film vor. Wo gibt es das sonst: Musical, Wild-West-Show, Reisefilm, Agitprop fürs Frauenwahlrecht, Slapstick und Autorennen - alles in einem! Der Film orientiert sich an diversen Roadshow-Filmen, aber keiner nimmt sich selbst dermaßen auf die Schippe! Vielen Dank!
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Das Kino Pupille in Frankfurt am Main im Studierendenhaus zeigt am Mittwoch den 11.11.2015 um 20:15 Uhr: TRAILERMANIA diverse, schwarzweiß/Farbe, 180 min, Sprache: englisch, deutsch, 35mm, FSK: ab 12 Jahren "Einen bunten Abend lang tolle Trailer der amerikanischen und deutschen Filmgeschichte in echten 35mm-Kinokopien auf der großen Leinwand erleben – darunter selten gezeigte Archivkopien, Überraschungen und Schätze in Technicolor. Thomas Pfeiffer und Nils Daniel Peiler präsentieren ein eigens für die Pupille zusammengestelltes Programm (...) Dabei fallen einige Schauspieler und Regisseure für die Filmvorschau gerne einmal aus der Rolle. Trailer bieten auch Szenen, die so im fertigen Film gar nicht vorkommen. Und sehen mitunter in der Original- und in der deutschen Fassung völlig verschieden aus…" [Nils Daniel Peiler] Im Vorprogramm läuft MIEZEN - PROJECTOR'S CUT Deutschland, 1991, Farbe/schwarz-weiß, 3 min, Sprache: ohne Dialog, 35mm, FSK: ab 0 Jahren. B, R & S: Carsten Knoop. "4770 Bilder auf 90 Metern. 1192 Schnitte in 3 Minuten. 15 Jahre auf Arbeit. Jetzt sollen andere Vorführer mal zittern." Hier handelt es sich offensichtlich um eine filmische Montage der berühmten Testfilm-Damen. Ein Beispiel-Bild und Genaueres findet man auf der Webseite der Pupille: http://www.pupille.o...rmin.php?tnr=91
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IMAX Berlin - Start der Laserprojektion mit Hobbit III
albertk antwortete auf tangled's Thema in Allgemeines Board
Auf der oben verlinkten Webseite habe ich nichts gefunden. Stattdessen ist die Rede von "Real 3D" und "Silberleinwand". Und dann kommen noch geschwätzige Anpreisungen von "mehr Schärfentiefe". Damit führt man das Publikum in die Irre - und verlangt dreist auch noch mehr Geld. Es ist auch gar nicht möglich, da Schärfetiefe von heutigen Kameraleuten nur selten gemeistert wird. Der erste Hobbit sah diesbezüglich schon grauenhaft aus. Special Effects: Sah man immer sofort, weil zu disparat. Naturaufnahmen: Sah man, aber frei von fotografischer Güte: null Bildkomposition, viel Wackelkamera - und von Schärfentiefe konnte schon gar nicht die Rede sein! -
Vorsicht, 12 p.m. wäre Mitternacht. Gemeint ist wohl 12 Uhr Mittags, zumal MISS SADIE THOMPSON danach um 13 Uhr läuft.
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"A wide screen just makes a bad film twice as bad." (Sam Goldwyn)
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Ein sehr,sehr seltenes Format... CinemaScope 55
albertk antwortete auf RexamRathaus's Thema in Nostalgie
Auch ein ungewöhnliches Format war VistaVision, das horizonal laufende 35mm-Filmverfahren der Paramount Studios. Wenn man weiß, was alles in diesem Format gedreht wurde, und gelegentlich Kopien sieht, wirkt das Format fast so gut wie Todd-AO. Zumindest sahen einige Farbdruckkopien beeindruckend aus. In der Anfangszeit gab es sogar in einigen großen Premieren-Filmpalästen horizonal-Projektion, seit einigen Wochen hier aufgelistet: http://www.in70mm.com/news/2015/vistavision/index.htm -
Am 12. und 13. September ist bundesweit Tag des offenen Denkmals. Eine Gelegenheit Gebäude zu besichtigen, wo man sonst nicht hinter die Kulissen gucken kann. Im Rhein-Main-Gebiet sind das hauptsächlich Kirchen und Industriebauten. In Berlin sind auch Kinos und Theater darunter. Beneidenswert! http://tag-des-offenen-denkmals.de/programm/
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Obwohl die Zahl der zeigbaren 70mm-Kopien abnimmt, werden die Besucher immer mehr. Mindestens 4 Highlights sind darunter, die man nicht verpassen sollte: - J.Lee Thompsons MACKENNA'S GOLD (fehlt mir immer noch, obwohl ich eine Reihe von Filmen dieses Regisseurs sah) - THE GREAT RACE von Blake Edwards, ein übrigens sehr unterschätzter Regisseur mit immer noch sehr ansehnlichen Filmen - IN DEN SCHUHEN DES FISCHERS, trotz religiösem Stoff interessant, spannend und tiefenscharf wie kaum ein anderes 70mm-Blowup - BATTLE OF THE BULGE, endlich mal wieder das superbreite Ultra-Panavision-Format!
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Die Vernichtung der Originale ist ein schlechter Witz. Früher klagte man darüber, dass ein Großteil des Stummfilm-Erbes verschollen ist. Selbst bei Klassikern wie Murnau fehlen allerhand Filme. Zelluloid wurde in den 20er Jahren wie selbstverständlich einfach vernichtet und wiederverwertet. Der FR-Artikel zeigt, wie das in Archiven später fortgesetzt wurde: Vernichtung von historisch raren farbigen Stummfilmkopien, Vernichtung von Zelluloid, Abfilmen zerkratzter Kopien. Wer die Kopie der Kopie gesehen hat, glaubt womöglich "den" Film gesehen zu haben... Heute ist Digitalisierung die große Masche. Als es ob es hier mit hohen Etats getan wäre, die in Technologien fließen, die sich in wenigen Jahrzehnten schon wieder als veraltet und anfällig herausstellen. Vor einigen Jahrzehnten schafften sich Filmfans teure Bildplatten an, die längst verfallen. Später wurde alles auf VHS gesammelt, obwohl es Besseres gab. Ganz privat: Auf neueren Rechnern kann ich nicht einmal mehr die Disketten lesen, die ich vor 15 Jahren noch als selbstverständliches Speichermedium nutzte. Wer garantiert uns die Sicherheit, dass die derzeitige Digitalisierung nicht in wenigen Jahren schon wieder veraltet ist, weil man dann viel höhere Aufzeichnungs-Möglichkeiten sich durchsetzen? Greifen wir dann auf die Super-8-Kopien oder VHS-Kassetten zurück? Auch bei Erstellung des "Kanons" der Filmgeschichte erlebt man immer wieder neue Abgründe. Wo immer ein Kanon erstellt wird, herrscht hinter den Kulissen Barbarei. Zum Kanon kommt nur, was "man" kennt. Leute, die das entscheiden, kennen auch nicht alles. Manche sind Oberlehrer, manche kennen auch gar nichts. Qua Amt wird dann zum tausendsten Mal ein Kanon erstellt, der nur Abgeschriebenes nachplappert. Wann immer ich solche "Kanons" sah, packte mich das Grausen. Nur ein Beispiel: Meine Großmutter schwärmte für Harry Piel. Selbstverständlich bekam ich in langen Jahren, wo ich immer vorzugsweise Filmgeschichte auf der Leinwand sah, nie einen Harry-Piel-Film zu sehen. Lieber restauriert man noch die letzten Filmschnipsel zu Metropolis oder Caligari.
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BACK TO THE FUTURE gabs übrigens auch in 70mm, laut IMDB bei allen drei Teilen. Leider nur Blowups im Format 1:1,85.
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Schafft endlich diese elend langen Endtitel ab!
albertk antwortete auf Rabust's Thema in Allgemeines Board
Das Ganze erinnert an die freundlichen Kellner, die einem bei einem noch nicht geleerten Glas schon immer ein neues hinstellen wollen. Nachspann gehört zum Film. Daran kann hier keiner etwas ändern. Die Länge der Nachspänne hat sich verändert, selbst bei Kurzfilmen. Heute wird fast jeder genannt, eigentlich eine Verbesserung. Freilich sind es nur wenige Nachspänne, die daraus einen optischen oder akustischen Genuss bieten. Schluss- und Auslassmusik gabs übrigens auch schon bei früheren Kunstformen: z.B. bei Operetten. -
Jazz haben viele nach dem Krieg gespielt. Manche kamen vom Jazz zur Schlager-"Volksmusik" oder zum "Happy-Sound". Greger spielte lebenslang Jazz. Auch auf seinen Tanzplatten. Live habe ich ihn - leider - nie erlebt. Wenn ich in den letzten Jahren öfter Einspielungen von Jazzstandards auf Youtube suchte, fand ich auch immer Max Greger. Das meiste war als Tanzmusik gedacht. Das waren aber fast immer die besten deutschen Versionen. Das swingte immer fantastisch und klang auch sonst gelungen. Nebenbei: Das deutsche Feuilleton kann wirkliche Größen der Unterhaltungskultur selten würdigen. Ein Frankfurter Journalist, der das konnte, war Dieter Bartetzko, der dieses Jahr viel zu früh starb. Nachruf in der Süddeutschen Zeitung http://www.sueddeuts...t-tot-1.2608955 Nachruf in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung http://www.faz.net/a...t-13752668.html
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@cinerama war natürlich wieder mal gar dabei, aber moniert eine Kopie, die er nicht gesehen hat. Die Kopie war nicht durchgängig verkratzt und sah fast brandneu aus. Im Übrigen verbitte mir diese ständigen Entgleisungen!
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@showmanship schrieb: "von der ersten bis zur letzten Minute durchgehend Laufstreifen": So etwas hätte ich gemerkt und moniert, damit die Kopie aus dem Verkehr gezogen wird.
