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Somikon HD-XL-Film-Scanner


Stereominister
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vor 2 Stunden schrieb F. Wachsmuth:

Schon die Tatsache, dass die Umlenk"rollen" sich nicht einmal drehen können, macht das Gerät zu reinem Schrott. Drehbar gelagerte Röllchen sind bei 350€ definitiv drin (eine einfache Rutschkupplung ebenso).

 

 

Ich hatte Bedenken, dass sie den Film zerkratzen und habe es mit einem Stück Film ausprobiert, konnte aber keine Beschädigung feststellen.

 

Die Umlenkrollen sind eigentlich keine Rollen, sondern Bremsen.

Besonders die auf der rechten Seite dienen deutlich zur Kraftentkopplung zwischen der Reibkupplung der Aufnahmespule und dem Vorschub. Dazu ist es nötig, den Film um die Bremsstifte  herumzuführen. Wenn man das nicht macht, wird die Wirkung auf den Filmtransport zu kräftig. 

 

Es ist eine sehr empfindliche Einstellung.

Die Reibung an diesen Stiften verhindert, dass der Film zu stark gezogen wird. 

Es gibt andere Möglichkeiten zum Entkoppeln, aber die sind komplexer.

 

Ich hatte mal einen Projektor, der die Entkopplung wie im großen Kino mit Zahnkranz vorgenommen hat. 

Als der Film mal ins Hängen kam, hat der Zahnkranz den Film perforiert. Es war ein Pentax-Projektor aus den 1960er Jahren, im Fotogeschäft ausgeliehen.

 

Bei meinem Meopta-Projektor wird die Entkopplung durch eine große Länge der Filmführung vorgenommen. Die Reibkopplung liegt in einer speziellen Aufwickelspule für den Meopta-Projektor und die Kraft lässt sich dort leicht einstellen. Leider passen die Spulen nicht auf den Normal-8-Stift, sonst wäre das Problem sehr sauber lösbar.

 

 

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vor 3 Stunden schrieb carstenk:

Das mag richtig sein, aber wenn man einen expliziten Scanner baut, kann man bei der Mechanik auch auf alles verzichten, das bei einem Projektor für Echtzeit und Langlebigkeit nötig ist. Ausserdem war Stand der letzten Projektoren ja 70er Jahre mit bestenfalls ein klein bißchen analoger Elektronik. Sowas kann man heute ja ganz anders bauen.

 

- Carsten

 

Wenn ich komplett selbst bauen würde, würde ich einen Zahnkranz mit gekoppeltem Schrittmotor bauen und eine gesteuerte Aufwicklung mit Geschwindigkeitsregelung. 

Aber das ist sehr aufwendig.

Durch den Schrittmotor kann man den Start-Stopp-Betrieb sehr leicht erreichen.

 

Ich bin mit ca. 70% meiner Filme fertig. 

Die improvisierte Rutschkupplung hat mich gerettet.

 

Die Gesamtqualität ist besser als bei Abfilmen von der Leinwand (insbesondere wegen Einzelbildabtastung und gleichmäßigerer Ausleuchtung) , sie entspricht ungefähr der Qualität, die meine Filme von vor 10 Jahren hatten, die ich im DVD-Format digitalisieren ließ. Sie ist sicherlich schlechter als beim Digitalisieren mit einer besseren Kamera.

 

Ich hatte damals auch einen längeren Film "professionell" scannen lassen: Ergebnis: der Bildstand war bei ca. 2/3 des Filmes völlig falsch, ca. 20% nach unten oder oben verschoben. 

Es hat damals 42 Euro gekostet für ca. 30 Minuten Film..  Ich hatte es leider zu spät bemerkt.

 

Jetzt kann ich das problemlos korrigieren. Die Teile waren aus mehreren Jahren zusammengesetzt.

 

Edited by Hutschi (see edit history)
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Ich glaube, wenn das Gerät meinen Vorstellungen entsprechen müsste (die nicht unbedingt wahnsinnig hoch sind), müsste ich offenbar um den Film herum ein neues bauen.

 

Im ernst! Es kann nicht so schwer sein, einen filmschonenden Transport mit einem Greifer, der sauberen Bildstand nach Perfo ermöglicht mit einem Bildwandler zu kombinieren, der mir die volle Zeichnung und vernünftige Farben in zeitgemäßen Auflösungen als Einzelbild ausgibt. Dass eine Software daraus per Mausklick eine Videosequenz je nach Bedarf und Zielmedium ausgibt, sollte im Jahr 2018 (!) wirklich keine Schwierigkeit darstellen. Offenbar ist das aber alles für über 300€ zu viel verlangt.

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Ja, für einige Tausend Euronen gibt es das ...

 

Das Kritischste ist nicht der Transport, es ist die relativ hohe Kompression mit Artefakten. Die Auflösung selbst reicht vollständig für meine Bedürfnisse aus.  

 

2018 ist a l l e s  Analoge problematisch. Bildwandler analog->digital geraden aus der Mode ... sie verschwinden. Immer mehr Sachen auf dem analogen Sektor werden entfunden.

 

 

Selbst Filmscanner für Bilder sind nicht mehr so leicht zu bekommen.

 

 

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Na, so sehr sind a/d-Wandler ja noch nicht im entschwinden. Wohl werden Abspielgeräte für Magnetband immer seltener.

 

Aber zum Scanner hier: Vielleicht warten ich noch, bis jemand findiges eine gescheite Firmware für das Ding schreibt, mit dem .tif-Bildsequenzen ausgegeben werden. Ab dann kann man vielleicht beurteilen, wo es im optischen Bereich noch Potential für Verbesserungen gibt.

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Zitat

Vielleicht warten ich noch, bis jemand findiges eine gescheite Firmware für das Ding schreibt, mit dem .tif-Bildsequenzen ausgegeben werden

 

Da wäre ich aber vorsichtig mit.

Meine Kamera macht 1280x960 Pixel und ich schieße bmp-Dateien. Eine Foto hat 2,3MB.

Bei einer 120m Spule erhalte ich dann ca. 28.000 Bilder x 2,3MB macht dann ca. 64GB Daten.

Tiff`s sind annähernd doppelt so groß, wären dann 128GB Daten.

Ich kann mir nicht vorstellen das der Speicher und die Software des Somikon das verarbeiten können.

Wenn ich meine 64GB in der Videosoftware verarbeite dann dauert es locker 2 Std. bis hier ein Video erstellt ist.

Die Software muß ja jedes Bild einzeln einfügen und die Anzeigedauer pro Bild einstellen.

 

Gruß,

Armin

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vor 11 Stunden schrieb Alan Smithee:

Na, so sehr sind a/d-Wandler ja noch nicht im entschwinden. Wohl werden Abspielgeräte für Magnetband immer seltener.

 

...

Ja, ich sprach im Kontext der Bildverarbeitung in Fotografie und Film. Allgemeine AD-Wandler gibt es natürlich. Wir sprechen nicht über Digitalkameras hier. 

Trotzdem tritt das Problem tatsächlich auch bei Magnetbändern in diesem Kontext auf (digital und analog). Sie werden mangels Geräte bald nicht mehr abspielbar sein, insbesondere auch Videos.

Das wird mein zweites Problem. Meine Videokamera ist defekt, ich kann aber (vielleicht) noch kopieren.

Die Bänder sind länger und werden viel mehr Zeit zu vernünftiger Bearbeitung brauchen.

 

---

 

Zu den Algorithmen:

 

Gut wäre es, wenn der Algorithmus vor dem Komprimieren die Körnung glätten würde. Ein entrauschtes Bild enthält zwar weniger Information, ist aber viel leichter komprimierbar. Das lässt sich wahrscheinlich machen, wenn man die Algorithmen selber schreibt, ich selbst bin nicht in der Lage dazu.

 

Die Dateien sind schon jetzt ziemlich lang, verglichen zum Beispiel mit DVD-Filmen vom Fernsehen oder Kino..

 

Edited by Hutschi (see edit history)
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Zu Arminius: Käme ich mit klar. Muss auch nicht TIFF sein. Wäre schon mit gescheiten JPEGs zufrieden.

 

Zum off-topic in Bezug auf Magnetbänder: Hier ist es ja gut, dass man meistens gängige Formate hat und diese in klar definierten Farbräumen und Auflösungen zuhause sind. Ein 4K-Transfer von VHS-Tapes macht natürlich keinen Sinn, da man eh auf SD PAL-Auflösung bleibt und hier die beste Basis hat. Da reicht das gute alte DV-Format, bzw aktuellere ProRes Codecs in PAL-Auflösung oder ähnliche. Allerdings sollte man hier tatsächlich seine alten Schätze retten. Die sind nicht so stabil wie der schlechteste Film.

 

Zum entrauschen: Falsche Stellschraube, an der man dreht! Ehe ich einem solchen Gerät die Entscheidung überlasse, was Korn ist und was Detail (würde wohl eh nur einem Weichzeichner gleich kommen), sollte optional besser ein großzügig angelegter Codec vorhanden sein, der nicht solche Probleme mit Filmkorn hat. Dieses will ich ja gar nicht unbedingt verlieren. Und wenn, dann überlasse ich das eher meinem Prozessor/der Grafikkarte im iMac.

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Ich glaube nicht, daß eine handelsübliche Grafikkarte einen brauchbaren und vernünftig parametrisierten 3D (spatial/temporalen) Entkörnungsalgorithums in Echtzeit des Abspielens leisten kann. Mein 4 Kern Desktopprozessor hat da ca. 30 Min pro 3 Minuten Film gerechnet. Das ist nicht mit pauschalem Weichzeichnen o.ä. oberflächlicher Kosmetik zu vergleichen.

Die h264-Kompression liefert mit entkörntem Film deutlich bessere Ergebnisse und weniger Artefakte bei gleicher Rate.

Edited by Spock (see edit history)
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Mal kurz zum Rauschen des Somikon.

Ich habe mal von jemandem eine kurze Sequenz bekommen weil ich neugierig war.

Wenn ich mir diese Sequenz ansehe habe ich das Gefühl das der Somikon extremst scharf zu zeichnen versucht so stark war das Rauschen.

Das was der Somikon bei dieser Einspielung gemacht hatte war unter aller Würde für eine digitale Überspielung.

Bei einer Ablichtung von mir ist vom Rauschen kaum etwas zu sehen so das ich bei der Weiterverarbeitung sogar noch etwas schärfen kann,

vorausgesetzt das das Rohmaterial gut ist.

 

Gruß,

Armin

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Ich habe nun ein paar Erfahrungen mit Weiterverarbeitung.

 

Das Ergebnis hängt stark von der Reihenfolge ab.

Neat-Video verbessert das Ergebnis tatsächlich stark. Es ist sehr sehr langsam.

Ich habe es in zwei Formen erprobt:

1. zu PAL (720x556) reduzieren. 2. Neat-Video anwenden: Leichte Verbesserung, aber auch teilweise verschlechterung

1. Neat-Video, 2. zu PAL reduzieren (viel bessere Ergebnisse, aber auch viermal langsamer.) 1 Minute Filmzeit auf HP-Notebook braucht 1 Stunde Zeit zur Verbesserung, aber mit beeindruckenden Ergebnissen. Die Kompressionsartefakte sind fast völlig weg, ohne dass andere Strukturen groß beeinträchtigt werden.

 

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Glücklicherweise muss man nicht danebenstehen.

---

Wo kann man Filme so speichern, dass sie nicht geändert werden?

Youtube hat interne Algorithmen, die Filme verbessern (oder verschlechtern).

 

Bei Vergleichen ist das eher schlecht.

Aber es dauert ohnehin noch einige Zeit, ehe ich Beispiele fertig habe.

Und ich habe die private, nicht die Pro-Version, ich weiß nicht, ob ich da Beispiele in Foren zeigen darf.

 

 

 

 

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Neatvideo muss (wie jeder Degrain-Filter) *immer* ganz am Anfang der Verarbeitungskette stehen. Noch vor Crop oder gar Bildkorrekturen (wie Helligkeit, Kontrast, Farben) — einfach eben als aller aller erstes, vor allem anderen. 

 

Andere Pipeline-Setups sind sinnlos vertane Zeit. 

 

Genaugenommen sind die Somikon-Ergebnisse aber eh schon nicht mehr bearbeitbar oder rettbar, da ja bereits totkomprimiert. 

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Das verstehe ich. Nur hatte ich am Anfang nur die Testversion, die nur kleinere Formate verarbeitet. Also habe ich erst verkleinert und dann den Filter verwendet.

 

Das Pearl-Gerät erzeugt eine relativ hohe Grundauflösung, sodass Reserven da sind, wenn man PAL benötigt.

 

 

 

 

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Zitat

Glücklicherweise muss man nicht danebenstehen.

Ich denke das ist ein Irrtum.

Sobald sich ein Staubfussel im Sichtfenster festsetzt hast du ihn für den Rest des

Filmes mit abgelichtet. Bei mir gibt es einen Blasebalg den ich in diesem Fall drücke.

Da ist der Staubfussel ruckzug wieder weg und alles ist sauber.

 

Gruß,

Armin

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Ich habe einen Schmalfilm nicht mehr gefunden, aber zum Glück eine alte DV-Datei (avi) von einer Digitalkamera. Es ist deutlich unschärfer als mit dem Pearl-Gerät.

Beispiele kann ich leider noch nicht senden.Ich muss erst sehen, wie. Youtube ebnet Unterschiede zu sehr ein.

Edited by Hutschi (see edit history)
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vor 1 Stunde schrieb Hutschi:

Youtube ebnet Unterschiede zu sehr ein.

 Melde Dich auf Vimeo an. Das geht sogar mit einem google-Konto. Vimeo erlaubt bei SD statt 1 MBit (youtube) bis zu 8 MBit. Allerdings kannst Du bei Vimeo maximal 500 MB pro Woche hochladen.

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Ich hab gerade mal einen schnellen Blick in die Somikon-Firmware geworfen – das Gerät scheint einen "Novatek NT96650" Kameracontroller zu verwenden, der sonst vor allem als Dashcam (Armaturenbrettkamera) gebraucht wird. Kostenpunkt für den Endkunden um die $30. Ausser MPEG-4 kann die nichts ausgeben, hat allerdings offenbar einen Photo-Modus für Einzelbilder. Das Gerät scheint mit eCos RTOS (oder ulTRON?) zu laufen. Es scheint irgendein Passwort zu geben, dass "12345678" lautet. Offenbar hat sie intern eine Web-API, über die sie gesteuert wird – hier scheinen auch Datenrate und Bildgröße einstellbar zu sein.

Mehr hab ich auf die Schnelle nicht geguckt aber das Ding scheint ziemlich hackbar zu sein. Nur gibt die billige Hardware vermutlich einfach nicht mehr an Qualität her...

 

Alle Angaben ohne Gewähr, das war wirklich kein gründlicher Blick hinter die Kulissen.

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Ein wenig Off-Topic:

Ich hab das Gefühl, das Problem ist dass niemand mehr solide physikalische Lösungen (im Sinne von: handwerklich) bauen kann. Es fehlt das prinzipielle Gespür für Physik, Mechanik, Ästhetik. Dieses gesamtgesellschaftliche Problem spiegelt sich teils auch hier in den Projekten im Forum wieder: auf Softwareebene komplexeste Regelschleifen, auf mechanisch-elektrischer Ebene auf dem Level von Lego. Die Tendenz geht dazu hin, uns selbst aus unserer Welt rauszuabstrahieren. Unter solchen Tendenzen leiden natürlich als erstes Digitlaisierungslösungen, die immer entstehen wenn jemand aus der Softwarebranche die Ärmel hochkrempelt und sich sagt "das kann man doch heute Digital alles viel einfacher machen!". Nicht alle, aber die Tendenz ist sehr eindeutig. Wann habt ihr zuletzt eine mechanisch beeindruckende Selbstbaulösung in Händen gehabt? Stattdessen allerorten 3D-Druck-Teile minderwertigster Qualität, und tausende Ardurino-Projekte (weil man sich so wieder spart, die verhasste Hardware selbst anzugehen).

Edited by dbx1000 (see edit history)
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---

Danke für den Hinweis zu Vimeo, Gizmo.

 

---

Ich habe keine mechanisch beeindruckende Selbstbaulösung, und es ist auch keine in Sicht. Dafür habe ich den Prozess so optimiert, dass er für mich funktioniert.

Eine Stelle in einem Film, bei der ich dachte, die billige Mechanik des Scanners hätte die Perforation angekratzt, erwies sich als bei vorherigem Scan (der vor ca. 10 Jahren war) bereits defekt.

 

Die Chargen früherer Scans in professionellen Angeboten waren kaum besser.

 

1 - PAL: gute Bildqualität, aber keine Anpassung des Bildstandes, der Streifen liegt bei 10 ... 20 % im sichtbaren Bereich

2 - PAL: guter Bildstand, schlechte Bildqualität, starkes Rauschen, Material im "Interlaced"-Modus. Allerdings alles was ich habe, da die Filme von meinem Opa sind und meinem Onkel gehörten, ich habe sie also zurückgegeben. Gescannt vor ca. 10 Jahren, 50% der "Langlebensdauer"-DVDs nach einem Jahr kaputt - Kamm-Artefakte

3 - PAL: gute Qualität (Mediamarkt, vor ca. 15 Jahren)

Bei 1 und 2 gebe ich nicht an, wo es war. 

4 - mit Kamera von Leinwand gescannt: geringes Rauschen, dafür recht unscharf, Probleme mit Lichtumfang, trotzdem recht brauchbar

5 - Pearl-Scanner: Ergebnis hat hohe Auflösung, aber Kompressionsartefakte. Schärfer als 1 ... 4, nach Bearbeitung mit Neat-Video und Konvertierung zu PAL besseres Bild als 1...4, sofern das Material es hergab. Unscharfe Stellen fallen stärker auf, weil der Film insgesamt schärfer erscheint.

Voraussetzung: Nicht durch den Scanner schärfen lassen. Geringste Schärfe beibehalten. Das Schärfen erfolgt rein digital, man kann es dann - falls nötig - auch nach oder mit NeatVideo machen.

 

Unklar ist mir noch: erst Entwackeln, dann NeatVideo oder umgekehrt. Ich habe das Gefühlt, erst "entwackeln" is besser, zumindest an Stellen, wo der Bildlauf gestört ist.

 

PS: Ich würde auch gern selber bauen, aber im Moment fehlt mir die Möglichkeit. Deshalb nehme ich das Gerät, optimiere aber so, dass es halbwegs vernünftig geht.

 

 

 

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2 hours ago, dbx1000 said:

Ein wenig Off-Topic:

Ich hab das Gefühl, das Problem ist dass niemand mehr solide physikalische Lösungen (im Sinne von: handwerklich) bauen kann. Es fehlt das prinzipielle Gespür für Physik, Mechanik, Ästhetik. Dieses gesamtgesellschaftliche Problem spiegelt sich teils auch hier in den Projekten im Forum wieder: auf Softwareebene komplexeste Regelschleifen, auf mechanisch-elektrischer Ebene auf dem Level von Lego. Die Tendenz geht dazu hin, uns selbst aus unserer Welt rauszuabstrahieren. Unter solchen Tendenzen leiden natürlich als erstes Digitlaisierungslösungen, die immer entstehen wenn jemand aus der Softwarebranche die Ärmel hochkrempelt und sich sagt "das kann man doch heute Digital alles viel einfacher machen!". Nicht alle, aber die Tendenz ist sehr eindeutig. Wann habt ihr zuletzt eine mechanisch beeindruckende Selbstbaulösung in Händen gehabt? Stattdessen allerorten 3D-Druck-Teile minderwertigster Qualität, und tausende Ardurino-Projekte (weil man sich so wieder spart, die verhasste Hardware selbst anzugehen).

 

Moin,

 

da ist durchaus etwas dran, aber ganz stimmen tut es auch nicht. Ich glaube nicht, dass es an handwerklichen Fähigkeiten fehlt. Gerade hier im Forum sind doch einige sehr versierte Leute mit Skills von Feinmechanik über Elektronik und Filmtechnik bis zur Drehbank. Ein großer Hinderungsgrund für rein "physikalisch-handwerkliche" Lösungen ist deren Skalierbarkeit: Kleinserien sind kaum mach- oder finanzierbar. Einen großen Markt gibt es aber auch nicht mehr. Und das iterative Arbeiten, das Erreichen eines Ziels in zig Runden mit Fehlern, aus denen man eben alles nötige lernt, das ist doch deutlich Portmonnaie-schonender. 

Ich hab hier nicht ein einziges 3D-gedrucktes Teil im Einsatz, ich glaube, ich besitze gar keins. Die Haptik lässt mich so etwas sofort wegwerfen. Oh halt, doch: Die Ladehilfe für die Logmar, die im Nachgang kam, die habe ich. Benutzt habe ich sie aber noch nie :)

 

Und dass man bei "Arduino-Projekten" spart, die "verhasste Hardware" selbst anzugehen, ist m.E. schlichtweg falsch. Sie ist lediglich flexibler und kostengünstiger als ein diskreter Ansatz. Und nur, weil ein Projekt in der Frühphase nach Lego aussieht muss das ja nicht immer so bleiben. Mit Lego kann man übrigens sogar Projektoren bauen...

 

Enttäuschend ist es halt, wenn dabei so etwas wie der Wolverine/Somikon herauskommt. Mit nur wenig mehr Entwicklungsaufwand hätte er eben so viel besser sein können. Und dieser Qualitätsmange nährt dann wieder die Selberbauprojekte, und einige der selbstgebauten Digitalisierungsgeräte hier sind doch handwerklich wirklich richtig ordentlich. so nährt dann das eine das andere...

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Moin Friedemann,

 

natürlich haben wir solche Leute im Forum, die auch handwerklich fit sind, das hab ich auch nicht bezweifelt. Es geht mir um die Tendenz.

Skalierbarkeit des Designs, ich verstehe den Ansatz. Aber (wie Du ja schon selbst meintest), es betrifft uns hier kaum, da der Markt nicht da ist. Ich habe früher selber dazu tendiert bei jedem Entwurf zu denken "ok, wie mache ich das, dass sich das ggf. auch tausend-Stück-weise fertigen lässt" - m.E. verkennt das aber die Realität. Lieber ein liebevoll gestaltetes Einzelstück, als ein Entwurf für ein Stück Stangenware. Das ist auch Teil der angesprochenen Abstraktion: die Fertigung scheint oft weniger für das konkrete, vorliegende Teil stattzufinden, sondern im immer Hinblick auf ein großes Publikum im Netz, das das dann so einfach und oft wie möglich nachbauen soll - das eigene Bauwerk wirkt manchmal beinahe als wäre es nur ein Entwicklungsmuster, das dann mit abfällt. Fürs Berufsleben sicher sinnvoll, so zu denken. Aber wie gesagt, es verhindert m.E. tendenziell auch die wirklich schönen, mechanisch hochwertigen Lösungen, weil man immer im Hintergrund denkt "wo bekommen potentielle Nachbauer Teil X her.. nein das geht nicht".

 

Also, mit einem einzelnen Atmel IC bist Du doch auf jeden Fall flexibler als mit einem Huckepack-Ardurino? Alleine schon was Größe und Layout der fertigen Schaltung angeht. Stabiler (elektrisch und mechanisch) wird die Schaltung tendenziell auch, weils nicht nochmal ein paar extra Reihen Stiftleisten-Kontakte gibt. Ardurino ist natürlich bequemer, man muss sich nicht selber um die Hardware kümmern, und die Software-Entwicklung wird auch nochmal "einfacher" (da von der Hardware stärker wegabstrahiert wird... einfacher zum Einstieg, komplexer als Gesamtsystem).

 

Und auch im Schluss stimme ich Dir wieder zu: enttäuschend wenn dann sowas rauskommt. Meine Meinung ist, dass es Gründe gibt, weshalb sowas verstärkt rauskommt: da es eben eine bestimmte Haltung wiederspiegelt, die das Denken prägt. Vor eben dieser Denk-Falle möchte ich warnen. Entschuldigt das Abschweifen, es ging mir nicht drum den Thread zu kapern. Aber die geschilderten Probleme schienen mir das ganz o.g. ganz wunderbar zu veranschaulichen.

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