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Florian

Ernemann 12 S

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Hallo in die Runde,

ein Kollege versucht gerade, eine Kombimaschine Ernemann 12 S wieder aufzumöbeln. Leider habe ich mit denen keinerlei Erfahrung, und scheinbar fehlt die Filmbühne für 16mm, der Tonteil ist komplett da.

(ich hab lediglich E 15 als ratternde Blechkisten mit für Stummfilm ungeeigneter Blendengröße in Erinnerung, aber nie damit gearbeitet. Die Vorgängermaschine EVIII 35/16 hatte ich in Händen, war aber auf wienerisch "a echte Kraxn")

Gibt es gute Tipps? Oder eher Finger weg und ab ins Altmetall?

Danke!

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Kommt auf die Version an. Die ersten Versionen hatten noch Sintergleitlager in der Vor-Nachwickelrolle und im Tongerät verbaut, sowie im Kreuzgetriebe. Das sind die Versionen, die auf jeden Fall das MOS-Öl als Getriebeöl brauchen. Spätere Versionen haben Kugellager in der Lagerung von Vor-Nachwickel verbaut und auch im Tongerät. Im Getriebe kenne ich mich da nicht aus.

Ich mußte bei meiner Gleitlagerversion sämtliche Tongerätegleitlager wechseln und die im Getriebe ebenso. Das lohnt nicht, finde ich. Da gibts genug E15, die sind im Grunde baugleich, nur wesentlich besser in der Fertigung.

Schönen Sonntag noch.

Jens

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In dieser Stadt hatten wir 15 Jahre lang Ernemann 12s-Projektoren (Kino Arsenal, dort auch das Vorführen gelernt.) Durch die Aufwärmung der Druckbänder in der Bildbühne geriet bei jedem Akt und jeder Überblendung in den letzten vier Minuten der 35 mm Rolle der Bildstand ins Flattern.

Das Vorsatzteil für 16mm hatte eine unflexible Andruckklappe unterhalb der Schaltrolle. Hunderte schwerbeschädigte 16mm Kopien waren die Folge. Ich rate ab!

Edited by cinerama (see edit history)

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Martin, da Teil hat so manchen Konstruktionsfehler. Vor Jahren hatte ich hier im Forum schonmal einen ausführlichen Beitrag zu den Konstruktionsproblemen der Maschine verfasst. Ich hatte 2 davon, die dinger sind weit entfernt von dauerhafter Qualität. Es waren Lowcost Maschinen, für wenig Geld gefertigt, später dann als E15 qualitativ etwas besser, Filmbühne immer noch gegen Verbiegen gefärdet, ein Projektor für geschultes, aufmerksames Bedienpersonal.

Größter Fehler für die Benutzung heutzutage bei Sammlern ist das Führen des Filmes auf der Trägerseite. Schneidest du dir damit eine Mischrolle aus Acetat und Polyestertrailern zusammen, darfst du bei jedem Materialwechsel die Schärfe nachstellen.

Alte FP20 nehmen, die hat keines der Probleme. Und wurde nicht verbastelt.

Jens

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Der letzte gescheite Ernemann-Projektor war m. E. das Modell VII B.

 

Philips FP 20 trägt die Halbwahrheit korrekter Filmseitenführung in sich. Die angefederten Keramikscheiben führen einmittend, während die Norm eine feste Anlage und eine Filmbezugskante bespricht. In Tat und Wahrheit werden das Ausgangsmaterial und der Rohfilm beim kontinuierlichen Kopieren in der Perforation geführt, und zwar in der rechten Lochreihe. Es paßt alles nicht recht zusammen.

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Kannst du aber anpassen mit unterschiedlicher Federhärte, wenn es wirklich nötig ist. Das Tongerät der FP20, nicht das Kinoton Reverse Scan, ist das einzig mir bekannte Tongerät, das den Film auf der Schichtseite führt. Und deshalb ist die Stärke des Trägers wurscht. Tonspur liegt immer in der Schärfeebene der Tonoptik, Film auch immer an der Tonrolle an, das heißt halt, immer gescheiten Ton. Gut, Makrooptikgeräte erlauben die bessere Spurlageneinstellung, dafür kann man an der FP20 mittels Rändelstellschraube mit Zeiger die Spurlage anpassen. Darüber haben wir vor vielen Jahren mal diskutiert. Auch taugen die alten FP20 bezüglich der Kupplungsbuchse mehr als die FP30, und zuguterletzt, die 230VAC Schützsteuerung ist gefeit vor der Oxidation der Öffnertasten, weil der nötige Freibrennstrom und der damit erzeugte Funken die Kontakte sauber hält. War halt eine Neukonstruktion für 35mm, keine weiterentwickelte Stummfilmmaschine. Simple Konstruktion, einfache Wartung, simple Elektrik. Wickelantrieb war wohl für 600m ausgelegt, bei 1800m sollte das eine gewichtsabhängige Friktion sein.

Zurück zur E12, mal sehen, was das für ein Typ ist, den Florians Kollege da hat.

Jens

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Die FP20 wickelt dir ohne Probleme 1800m.

Allerdings vorher Friktionen prüfen, sonst isses am Ende auch schnell mal vorbei mit dem guten Ton, wenn der Film (dem starken Zug folgend) über die Nachwickelrolle springt.

 

Edit: Die "alte", mit der dünnen Tür.

Edited by Vogel (see edit history)

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Danke Euch für die tlw. erhellenden Anmerkungen, die ich, versehen mit meinem "Geätze", weitergebe.

 

BTW und OT: die alten FP20 der ersten Generation (1957/58 ff.) hatten 6 Volt Steuerspannung! Eine steht heute noch immer einsatzbereit im Wiener Votivkino/Saal 1 (Originalausstattung von 1958, ex Blitzer, ex Magnetton, mit Originalgetriebe und -buchse, aber beschleunigter Friktion (da früher viele Pressevorstellungen und Festivals den Einsatz teilbarer Spulen "erforderten"). Beim Umbau auf Reverse-Scan haben wir den wunderbaren Start/Stopp/Überblendtaster etwas nach unten verlegt um uns den Bedienkomfort zu erhalten.

Klar wickelt die FP20 1800m, allerdings sollte die Friktion immer gut gepflegt werden und kein Knistern an der NWR hörbar sein. Beim Starten in eine halbvolle oder volle Rolle war Mitdrehen immer Pflicht!

OT Ende

Edited by Florian (see edit history)

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vor 1 Minute schrieb Florian:

......Umbau auf Reverse-Scan ....

Was hat Euch denn da geritten?

Ein Riesenaufriss für ein nachher schlechteres Ergebniss?

Ton Kacke, Handlich auch so naja, verstehe ich nicht.

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vor 6 Stunden schrieb Martin:

Nicht wegwerfen!

Doch Martin, hier widerspreche ich dir! Das ist eine sch... Maschine die weder technisch noch qualitativ überzeugt. 

 

Bei Arri gab's die eine Zeit lang für on-Set Projektionen. Die haben teilweise keine 100h gehalten. 

 

Ok. Wegwerfen vielleicht nicht, aber ins Museum stellen und was anderes einsetzen erspart viel Frust. 

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Es gab da schon noch ein paar Konstruktionen, bei denen der Film mit der Schicht auf der Tontrommel liegt, mir fällt z. B. die DeVry ein. Aber egal.

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Weitere Projektoren für Filmschicht auf Tontrommel: Wassmann

 

Beim Ernemann 12 ist auch der Abstand zwischen Vorwickler und Filmkanal zu groß. Das flattert zu stark. Bei richtig konstruierten Geräten lassen sich die Filmschleifen so spannen, daß sie ruhig laufen. Bei den besten Geräten kannst du die Schleifengrößen stufenlos verstellen, sogar im Lauf (Philips, Bauer u. a. m.).

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Simon, das Problem mit dem Flattern hatte ich nicht. Im Gegenteil, die E12 und E15 haben das geringste Schlaufenschlaggeräusch, das ich kenne. Wenn man korrekt einlegt. Wiegt aber die Nachteile nicht auf.

Jens

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Hast du schon Film auf einem Projektor laufen erlebt, bei dem die Schleifen optimale Größe haben?

Sogar bei Philips FP 20 ff. kann das recht ruhig sein, wenn man den Sitz der Andrückplatte gut einstellt.

Am ruhigsten flattern übrigens Wendeschleifen, d. h. wenn der Film verdreht ist, wie zum Beispiel in der

Kamera Parvo oder auf dem Jacky/Stellor von Debrie.

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Wir hatten Philips FP56 und Ernemann 12p parallel im Einsatz. Beide Maschinen waren gleich leise. Bauer B5A und Ernemann 9/10 waren gefühlt doppelt so laut. 

Inzwischen habe ich eine E15 mit eingebautem Sidewinder fürs Heimkino im Einsatz. Die Maschine ist im Nebenraum quasi nicht mehr zu hören und enorm kompakt. 

Der Vorteil für's Heimkino ist, dass man die Maschine per Podest sehr dicht unter die Decke bekommt. 

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