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Kodak Alaris (=Foto-Filmherstellung) steht wieder zum Verkauf


fcr

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Kodaks Pensionsfonds, der die Foto-Filmherstellung der Firma aufgekauft und daraus "Kodak Alaris" geformt hatte, will die Firma wieder abstoßen:

https://petapixel.com/2023/04/17/the-main-kodak-film-business-is-up-for-sale-again/

 

Wenn ich mich nicht irre, werden die Cinefilme (inkl. Ektachrome und Vision3) jedoch von Eastman Kodak hergestellt, dem anderen Kodak-Teil, der nach der Pleite der Mutterfirma selbständig weitermachte.

 

Trotzdem bleibt abzuwarten, was der Alaris-Verkauf für die Filmherstellung insgesamt bedeutet. Fujifilm scheint ja auch keine Filme mehr herzustellen und hatte zuletzt Kodak Alaris-gefertigte Kleinbildfilme unter eigenem Namen verkauft.

 

 

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Die große Film-Abzocke

Wolfgang Heinen

Wolfgang Heinen

Fotografie ist meine Leidenschaft, Imaging meine Berufung. New C. GmbH + Co. KG

Veröffentlicht: 22. Feb. 2023

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10 Euro, 15 Euro, 20 Euro - die Preise für Filme schießen immer schneller in die Höhe. Vor allem Kodak Alaris und Fujifilm lassen sich ihre silberhalogeniden Streifen teuer bezahlen. Erst vor wenigen Wochen kündigte Kodak Alaris seine jüngste Preiserhöhung von bis zu 40 Prozent an, die in Kürze wirksam werden soll. Dies folgt auf die Ankündigung von Fujifilm im Oktober letzten Jahres, die Preise für Film und Fujifim Crystal Archive-Papier um 15 Prozent zu erhöhen - etwa sechs Monate nach der letzten Preiserhöhung für Film. DPReview, die Fotoseite von Amazon, stellt fest, dass Kodak Portra-Film jetzt dreimal so viel kostet wie im Jahr 2018. 

Kodak Alaris und Fujifilm führen selbstverständlich die gestiegenen Rohstoff-, Energie-, Transport- und Logistikkosten ins Feld, um die hohen Preise zu rechtfertigen. In Wahrheit sind ihre Gewinnspannen bei Filmen jedoch inzwischen so hoch, dass sie diese Kosten leicht auffangen könnten. Und nach einem Covid-bedingten Anstieg sind die Transport- und Logistikkosten in den letzten sechs Monaten sogar deutlich gesunken. Aber die  Filmpreise bleiben oben. Und steigen weiter.

Ein Blick in die Finanzberichte von Kodak Alaris und Fujifilm zeigt, dass das Filmgeschäft hüben wie drüben ein gewinnbringender Bereich ist. Das wäre für die Zukunft des Silberhalogenidfilms normalerweise eine gute Nachricht. Leider ist “Film” nicht Teil der Zukunftspläne von Fujifilm (Ironie, dass “film”  Teil des Firmennamens ist). Und Kodak Alaris ist lediglich ein Markenlizenznehmer, kein Hersteller, dessen Zukunft jährlich von den eigenen Wirtschaftsprüfern in Frage gestellt wird. Denn die erdrückenden Schulden, die Eastman Kodak nach dem Konkurs im Jahr 2013 auf das Unternehmen abgewälzt hat, sind ein Mühlstein, der von Jahr zu Jahr schwerer wird.

Kann die Farbfilmfotografie also überleben, wenn Fujifilm kein Interesse an der Zukunft des Films hat und Kodak Alaris im Grunde nur ein Zwischenhändler ist, der zwischen dem Filmhersteller - Eastman Kodak - und dem Kunden vermittelt? Im Gegensatz zu Fujifilm scheint Eastman Kodak wirklich daran interessiert zu sein, sein Stillfilmgeschäft auszubauen. So haben die Amerikaner den Ektachrome 100 und vor kurzem den Kodak Gold 200 im 120er Format wieder eingeführt. Dem Vernehmen nach stellt das Unternehmen auch den Fujfilm 200 her. Klar ist: Die Nachfrage der Fotowelt insbesondere nach 35-mm-Filmen ist in den letzten Jahren explodiert.

Um jedoch wirklich das letzte verbleibende Unternehmen im Bereich Farbfilm zu sein, muss Eastman Kodak die Kontrolle über die Einzelhandelspreise haben. Kodak Alaris, das verzweifelt versucht, Geld zu verdienen, und Fujifilm, weil der Film nicht Teil seiner Zukunft ist, werden letztendlich die “silberne Gans” töten.

Wenn Eastman Kodak einen Weg findet, die Lizenz für die Verwendung des Kodak-Logos auf Filmen zurückzuerhalten - derzeit ein Vermögenswert von Kodak Alaris -, hat das Unternehmen ein ureigenes Interesse daran, einen geordneten Markt zu schaffen, auf dem der Hersteller/Vertreiber einen anständigen Gewinn erzielt und die Filmliebhaber nicht zynisch ausgebeutet werden, wie es derzeit der Fall ist. Es könnte sogar ein Szenario entstehen, in dem Eastman Kodak alle Filme für Kodak und Fujifilm und weitere Interessenten/Marken herstellt. Wir schielen kurz rüber zu den Digitalen: Sony stellt den "digitalen Film" (also Bildsensoren) für eine Reihe seiner Wettbewerber her - warum sollte Eastman Kodak das Prinzip nicht auch für den analogen Film anwenden? Wir Freunde der Fotografie würden es herzlich danken.

 

Mehr zum Thema und weitere interessante Dinge in Kürze in der neuen Ausgabe von PhotoKlassik (meinfotokiosk.de).

 

Vielleicht mal eine andere, durchaus interessante Sicht der Dinge. Der Autor ist Geschäftsführer bei : https://imaging-media-house.de/

Edited by jacquestati (see edit history)
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Ich kenne Deine Meinung und gehe nicht damit konform, toleriere aber Dein Andersdenken, ohne Dir gleich die Zunge herauszustrecken. Andere als Deine Ansichten sind in einem Forum nämlich durchaus diskutabel.

Der  Artikel ist im Übrigen nicht von mir verfasst,  sondern von Wolfgang Heinen. Ich habe ihn hier zitiert, weil ich ihn im Zusammenhang mit Kodak Alaris aufschlussreich fand. Von ihm gibt es auch ein klares Bekenntnis zum Analogfilm.

Kann natürlich sein, das Du erst richtig zufrieden bist, wenn 15m S8-Ektachrome ohne Entwicklung endlich 100 Euro kosten! Ich fände es übertrieben. Egal.

Mein Tipp: entspann' Dich einfach mal, das macht vieles leichter!

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Nun fühl Dich doch nicht so angegriffen. Meine Kritik galt doch nicht Dir, sondern dem zitierten Text. Den finde ich ausgesprochen schwach. Nicht Dich. Und der Smiley bezeugt nur die Tatsache, dass ich ihn natürlich trotz des BILD-Wortes "Abzocke" gelesen habe. Nie würde ich Dir meine Zunge zeigen!
 

Ich bin zudem völlig tiefenentspannt, keine Sorge. 🙂

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  • 1 month later...

Es ist schon wirklich kurios: das Interesse an Film ist da, die Kundschaft reißt den Händlern Film aus den Händen, die Händler wollen nachkaufen, kriegen aber nichts und trotz Höchstpreisen sind viele Artikel vergriffen. Leider erhöht Kodak nicht die Menge am Markt (oder kann es nicht erhöhen? Produktion am Maximum? Alles ausgelastet? Wirklich?) sondern die Preise.

 

Meine Erfahrung bislang ist die, dass analog hauptsächlich von Leuten mit Interesse (logisch) daran aber vor allem Zeit dafür verfolgt wird, also jungen Leuten wie Studierenden und alten wie Rentnern. Dazwischen haben die meisten andere Sorgen.

 

Die erste Gruppe ist leider dauerklamm und die zweite hat oft Geld und Zeit, aber (natürlich außer hier im Forum 😉 ) das „lästige“ Analoge lange hinter sich gelassen und ist digital unterwegs. 
 

Das sind keine guten Aussichten! Dabei könnte es tatsächlich so rosig sein 🤷‍♂️

 

(so mein Eindruck nach dem Besuch des analogueNOW! Photoweekends und Gesprächen mit diversen Gästen und Händlern)

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vor 17 Stunden schrieb filma:

Es ist schon wirklich kurios: das Interesse an Film ist da, die Kundschaft reißt den Händlern Film aus den Händen, die Händler wollen nachkaufen, kriegen aber nichts und trotz Höchstpreisen sind viele Artikel vergriffen. Leider erhöht Kodak nicht die Menge am Markt (oder kann es nicht erhöhen? Produktion am Maximum? Alles ausgelastet? Wirklich?) sondern die Preise.

 

Meine Erfahrung bislang ist die, dass analog hauptsächlich von Leuten mit Interesse (logisch) daran aber vor allem Zeit dafür verfolgt wird, also jungen Leuten wie Studierenden und alten wie Rentnern. Dazwischen haben die meisten andere Sorgen.

 

Die erste Gruppe ist leider dauerklamm und die zweite hat oft Geld und Zeit, aber (natürlich außer hier im Forum 😉 ) das „lästige“ Analoge lange hinter sich gelassen und ist digital unterwegs. 
 

Das sind keine guten Aussichten! Dabei könnte es tatsächlich so rosig sein 🤷‍♂️

 

(so mein Eindruck nach dem Besuch des analogueNOW! Photoweekends und Gesprächen mit diversen Gästen und Händlern)

Ich kann durchaus vorstellen, daß in vielen Fällen die Produktion am Maximum ist. Außerdem wird jeder Hersteller Investitionen in eine Erweiterung meiden, weil sich diese erst in vielen Jahren amortisieren und eben kaum einer einschätzen kann, wie lange der Hype dauert.

Und am Ende stellt sich trotz der z.T. hohen und manchmal vielleicht sogar zurecht als zu hoch kritisierten Preise die Frage nach der Profitabilität insgesamt.

 

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