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Anschaffung eines Beamers für kleines Kino


centralissimo
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Wir hatten hier neulich für einen selbstgedrehten Schülerfilm den HD-Beamer Epson EH-TW5500 im Haus, der hat auch "nur" 1600 ANSI-Lumen.

 

Projektionsdistanz war knapp 10 Meter auf eine Leinwandbreite von ca. 6,30m bei 16:9. Ich fand das Bild etwas dunkel, ansonsten war es aber wirklich OK. Zu dunkel eher in der Kategorie, dass man einen 1000 Watt-Kolben statt einem 1600er drin hat, oder ein lichtschwaches Objektiv.

 

Ich bin da physikalisch ziemlich unbeschlagen, aber hat die Projektionsentfernung nicht auch was mit der Helligkeit auf der Leinwand bzw. Leuchtdichte zu tun. 24 Meter scheint mir schon recht weit weg, solche Entfernungen werden ja auch nicht in den Handbüchern der Beamer als erlaubte Distanz angegeben.

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Die Entfernung ist egal. Die Optik verliert im Telebereich etwas mehr gegenüber dem Weitwinkel, weil sich das Öffnungsverhältnis ändert, aber das ist zumindest visuell nicht wahrnehmbar.

 

Mit Sicherheit ist die Lampe total durch - bei 7,50m Breite macht der TW700 mit neuwertiger Lampe 17cd/qm bzw. 5 fL. Das ist nicht 'nichts'...

 

Dass solche Beamer mit Nennhelligkeiten auf 6-8m nicht mehr grade knackig hell sind, ist klar. Aber man befindet sich da immer noch in den Bereichen, in denen aktuell 'normale' 3D-DCI Projektion den Leuten zugemutet wird. Daher kann ich Gonzos Beschreibung 'kommt nichts an' eben nicht nachvollziehen.

 

Nichts gegen 'ordentliche' Beamer, aber der Preisunterschied inklusive Optik gegenüber dem TW700 beträgt dann mindestens das 5-10fache, und oft ist, wenn man von der Helligkeit mal absieht, die Bildqualität dann sogar schlechter.

 

 

 

- Carsten

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Die Entfernung ist egal. Die Optik verliert im Telebereich etwas mehr gegenüber dem Weitwinkel, weil sich das Öffnungsverhältnis ändert, aber das ist zumindest visuell nicht wahrnehmbar.

 

Mit Sicherheit ist die Lampe total durch - bei 7,50m Breite macht der TW700 mit neuwertiger Lampe 17cd/qm bzw. 5 fL. Das ist nicht 'nichts'...

 

Das ist sicherlich nicht "nichts" aber aufjedenfall nicht ausreichend.

Da gibt es Leute die beschweren sich über mangelde 3D helligkeit, aber aufeinmal ist es egal ob das Bild dunkel ist.

 

Ich nehm mal an das über den Projektor Filme gezeigt werden sollen, da sollte man schon ein ordentlichen Bild bieten.

 

Dass solche Beamer mit Nennhelligkeiten auf 6-8m nicht mehr grade knackig hell sind, ist klar. Aber man befindet sich da immer noch in den Bereichen, in denen aktuell 'normale' 3D-DCI Projektion den Leuten zugemutet wird. Daher kann ich Gonzos Beschreibung 'kommt nichts an' eben nicht nachvollziehen.

 

Najo, aber es ist nicht überall dunkel bei 3D, auch hier gibs überall positives und negatives.... wie in anderen Bereichen auch.

 

Ich habe bei mir ca. 28fL im 3D Betrieb auf 3m Breite, das ist nen richtig

schönes Bild. Meistens diese Helligkeitsprobleme nur bei extrem großen Bildwänden wie z.b. IMAX.

 

Nichts gegen 'ordentliche' Beamer, aber der Preisunterschied inklusive Optik gegenüber dem TW700 beträgt dann mindestens das 5-10fache, und oft ist, wenn man von der Helligkeit mal absieht, die Bildqualität dann sogar schlechter.

- Carsten

 

Da muss man dann aber unterscheiden, viele "helle" Projektoren sind ja eigendlich nicht zum Film projezieren gebaut worden, sondern eben als Präsentationsprojektor, somit haben die klar keine gute Bildqualität.

 

Entsprechende "Film" Projektoren mit großer Lichtleichtung kosten dann klar mehr, aber Qualität hat eben seinen Preis.

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z.b. würde ein Christie DW3k passen.

5000 Ansilumen, Lenshift H & V, 3chip DLP 720p

 

äh, da kostet ja alleine die ersatzlampe über 1,5k€. nö, keinen bock drauf. Noch andere vorschläge?

 

Nun ja, du möchtest doch Filme damit zeigen? Oder nur für das Vorprogramm?

 

Für das Vorprogramm kannst dann natürlich günstige Präsentationsprojektoren verwenden, z.b. Acer da gibt es recht günstige mit 3000 ANSIlumen aufwärts.

 

Ansonsten würde ich da nicht am falschen Ende sparen.

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Moin,

vor kurzem habe ich aufgrund einer nicht gelieferten Kopie kurzfristig einen Acer-HD-Beamer mit 3500 Lumen + DVD + Line-Scaler eingesetzt (6m-Leiwand). Die Qualität war "erschreckend gut" (für einen 35mm-Fan wie mich). Trotz nicht vollständiger Verdunklung war das Bild sehr schön hell.

Das Gerät hat vor ca. 1/2 Jahr ca. 1000€ gekostet.

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keine Ahnung, hatte ihn nur leihweise. Es war der typische Fall: Ausverkauftes Haus, Kopie nicht da. Dir bleibt 1Stunde, um DVD, Kabel und Beamer zu organisieren... hat aber geklappt.

 

Man sollte aber dann doch zur Bluray greifen :)

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Das Problem bei den "günstigen" Projektor ist leider das die zu 95% kein Lenshift haben, somit muss man per Keystone das Bild wieder zurechtbiegen. Dabei geht aber leider wertvolle Auflösung verloren und das Bild muss skaliert werden.

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keine Ahnung, hatte ihn nur leihweise. Es war der typische Fall: Ausverkauftes Haus, Kopie nicht da. Dir bleibt 1Stunde, um DVD, Kabel und Beamer zu organisieren... hat aber geklappt.

 

Man sollte aber dann doch zur Bluray greifen :)

 

Da darfst mir gerne dabei helfen, unseren lokalen Expert-Markt davon zu überzeugen, dass man ruhig mehr BDs vorrätig haben darf, als die aktuellen Top5.

Zudem gibt's "Willi und die Wunder dieser Welt" AFAIK gar nicht auf BD.

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Der TW700 hat eines der flexibelsten Objektive. Gerade deswegen kommt er überhaupt in Frage für den Einsatz auf kleineren Leinwänden in Kinos. Er hat ein Projektionsverhältnis von bis zu 3:1 und einen Shift von 100% vertikal und 50% horizontal. Aber helligkeitsmäßig muss man halt das Maximum rausquetschen, wenn die Lampe dann durch ist und vielleicht auch noch ein paar schräge Einstellungen im Menü nicht passen - dann sollte man vielleicht nicht auch noch grade Bladerunner zeigen...

 

Grundsätzlich kann man mit diesen Geräten halt streng genommen nur helligkeits- und kontrastoptimierte Werbung zeigen. Aber das dann wirklich sehr günstig.

 

Die meisten günstigen hellen DLPs sind EinChip-DLPs, die man einem Kinopublikum wegen der unkalkulierbaren Empfindlichkeit für den Regenbogeneffekt nicht zumuten sollte. Selbst wenn man das ignoriert, haben die Dinger keine Optiken, die größere Projektionsdistanzen erlauben, und mit Lensshift wird das Angebot dann schon fast an einer Hand abzählbar. Gegenwärtig haben nur ne Handvoll LCD-Beamer Objektive, die flexibel genug ab Werk UND bezahlbar sind. Und da muss man eben Kompromisse bei der Helligkeit machen.

 

Mit etwas Glück kann man so einen 3000-4000 Lumen DLP in geeigneter Entfernung unter die Decke hängen. Mehr als 10-12m Projektionsentfernung lassen die bei üblichen Leinwandgrößen nicht zu.

 

BWR kann man üblicherweise vergessen, das geht (ohne passende Wechseloptik) erst so ab 4500-5500 Euro los.

 

 

 

- Carsten

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Wir hatten hier neulich für einen selbstgedrehten Schülerfilm den HD-Beamer Epson EH-TW5500 im Haus, der hat auch "nur" 1600 ANSI-Lumen.

 

Projektionsdistanz war knapp 10 Meter auf eine Leinwandbreite von ca. 6,30m bei 16:9. Ich fand das Bild (...) aber wirklich OK..

Kalibriert stellt dieser Projektor rund 500 Lumen dar in Teleeinstellung. Aus 10 Meter Entfernung verbleiben damit max. 2 Footlamberts auf einer 6,30 Meter breiten Bildwand.

Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass dieser Wert für einen homogenen Bildeindruck sorgt. Zumal in diesem Fall wohl auch das Spektrallichtverhalten der Lampe alles andere als optimal ausfallen dürfte.

Selbst als LPE (Light Power Edition) mit zusätzlichem Filter vor der Optik erreicht der Epson TW5500 auf 6,30 Meter Leinwandbreit max. 4 Footlamberts. Der hohe ANSI-Kontrastwert von etwa 540:1 geht durch das Filter auf einen Wert von unter 100:1 zurück ob des Streulichts, das vom Farbfilter zurück ins Objektiv reflektiert wird und dort dunkle Bildinhalte aufhellt.

 

Darüber hinaus dürfte der für einen LCD typische Screendoor (Fliegengitter) kaum zu einem homogenen Bild in den vorderen Sitzreihen beitragen. Auch das für einen Consumer-Projektor eher mittelmäßige Objektiv wird deutlich sichtbare Farbsäume (Chromatischen Abberation) im Randbereich erzeugen.

Sollte die aktuelle Firmware 102 noch nicht aufgespielt sein, dürfte dem geneigten Zuschauer der "Redline-Bug" nicht verborgen geblieben sein. Darunter sind Artefakte zu verstehen, die so ähnlich aussehen wie Moireeeffekte und meist in Gesichtern auffällig sind. Einige "Laien" beschreiben diesen Fehler auch als "ineinander verlaufende Farbflecken" in den Gesichtern.

 

Die Auto-Blende sollte bei Bildbreiten von über 3 Metern ausgeschaltet bleiben. Die Auto-Blende des Epson weist leider Schwächen auf, die sowohl hörbar (fällt im Kino eher weniger auf) als auch sichtbar sind. Deutliches Bildpumpen nach/während plötzlichem oder langsamen Helligkeitswechseln im Film (z.B. im Abspann) sind die Folge sowie wahrnehmbare Farbveränderungen in dunklen Szenen.

Ich erkläre gerne, weshalb das der Fall ist:

Wenn die Auto-Blende schließt, verändert ein "Gammaausgleich" im Projektor die Farben des zugespielten Signals. Vor allem Grün (wird gelblicher dargestellt), Cyan (wird gelb-grünlicher dargestellt) und Gelb (wird grüner dargestellt) sind davon sichtbar betroffen. Außerdem wird der Gammawert in hellen Szenen ab etwa 80 IRE z.T. massiv angehoben, so dass helle Bildinhalte ab 90 IRE überstrahlen. Die Farb- und Helligkeitsveränderung durch den "Gammaausgleich" betrifft übrigens alle Projektoren gleichermaßen, die eine Auto-Blende nutzen. Es gibt aber Projektoren, die das weniger störend hinbekommen, weil sie in "Echtzeit" (also bis zu 60-mal/Sek.) arbeiten. Das können die Epson-Projektoren aktuell noch nicht. Diese Fehler (Bildpumpen, Farbveränderung in dunklen Szenen) treten übrigens nicht auf, wenn die Auto-Blende ausgeschaltet wird.

 

Noch eine Randnotiz:

Die UHP-Lampen in den Consumerprojektoren neigen zu System bedingten Lichtverlusten.

Nach 500 bis 600 Stunden haben diese Lampen bereits rund 25 - 30% ihrer maximalen Lichtleistung verloren. Nach 2000 Stunden rund 50% ihrer Luminanz.

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Das Problem bei den "günstigen" Projektor ist leider das die zu 95% kein Lenshift haben, somit muss man per Keystone das Bild wieder zurechtbiegen. Dabei geht aber leider wertvolle Auflösung verloren und das Bild muss skaliert werden.

Das möchte ich gerne ein wenig ergänzen.

Vor allem die preiswerten LCD- und LCOS (SXRD/D-ILA)-Projektoren besitzen nahezu alle einen relativ großen H/V-Lens-Shift. 100% vertikal und 50% horizontal sind keine Seltenheit.

Allenfalls die älteren DLP-Projektoren haben im Consumerbereich (quer durch alle Preisklassen) tatsächlich nur selten eine Lens-Shiftfunktion (wenn ja, dann fast immer nur vertikal) - Neuere 1 Chip-DLPs wie z.B. der Benq W6000 haben hingegen schon einen brauchbaren H/V Lens-Shift.

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Warum sollte man einen selbst gedrehten Schülerfilm in einer kalibrierten lichtfressenden Einstellung zeigen? Natürlich machen diese Heimkinobeamer im Kino nur genug Licht, wenn man sie vollkommen unkalibriert mit voller Pulle betreibt. Über die damit einhergehende Farbwiedergabe kann man natürlich trefflich rumtheoretisieren - aber das ist wenig pragmatisch. Pragmatisch ist, sich das mit einem konkreten Gerät anzuschauen. Und die Resultate sind da eben deutlich besser als die Theorie hergibt. Solange man an die Geräte nicht den Anspruch hat, 'Kino' zu machen.

 

 

 

- Carsten

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Warum sollte man einen selbst gedrehten Schülerfilm in einer kalibrierten lichtfressenden Einstellung zeigen? Über die damit einhergehende Farbwiedergabe kann man natürlich trefflich rumtheoretisieren - aber das ist wenig pragmatisch.

Bei aller Wertschätzung für deine sonstigen sehr qualifizierten und auch für mich sehr hilfreichen Postings an anderer Stelle in diesem Forum, für diese Aussage fehlt mir aber das nötige Verständnis.

Da hab ich wohl ein etwas anderes Qualitätsbewusstsein einem zahlenden Veranstalter/Gast gegenüber.

Aber nun gut - muss halt jeder selbst wissen, wie er das handhabt.

Gerade jungen Menschen sollte meiner Meinung nach im Kino die bestmögliche Qualität nahegebracht werden.

 

Ansonsten kann die zitierte Ansicht auch problemlos fortgesetzt werden mit Aussagen wie:

- Warum soll ich ein Bild scharf stellen? - der Zuschauer ist eh kein scharfes 35mm Bild mehr gewohnt in unserem Kino.

- Warum soll ich das Kino reinigen? - in der nächsten Vorstellung wird sowieso alles wieder mit Popcorn zugemüllt werden. Saubere Plätze sind überschätzt.

- Warum soll ich Kinositze (Polster) und Teppichboden eines gut besuchten Kinos nach 5 bis 8 Jahren bereits erneuern? - die Zuschauer merken doch gar nicht, dass sie es dann bequemer haben. Erst wenn sie auf dem Teppichboden festkleben, die Sitze komplett durch sind und die Zuschauer ausbleiben, kann man über den Sinn einer Renovierung theoretisieren.

- Warum soll ich einen DCI kalibrieren? - die Zuschauer freuen sich doch vielmehr, wenn sie ein großes und butes Bild sehen. Die Intension, einen Film so zu zeigen wie es der Filmemacher ansgestrebt hat, wird völlig überschätzt. Schließlich weiß doch niemand, was der Filmemacher bei seiner Arbeit gesehen hat.

- Warum soll ich Geld in die Soundanlage stecken und den Ton einmessen? - die Zuschauer können Stereo ja noch nicht mal von Mono unterscheiden. Über ein eingemessenes Soundsystem lässt sich gut theoretisieren.

- Warum soll ich einen Schülerfilm hell und mit stimmigen Farben zeigen? - die Schüler sollen froh sein, den Film überhaupt mal auf einer großen Leinwand sehen zu dürfen...

:wink:

 

 

die Resultate sind da eben deutlich besser als die Theorie hergibt. Solange man an die Geräte nicht den Anspruch hat, 'Kino' zu machen.

Warum wird diesbezüglich ein Schülerfilm überhaupt im Kino gezeigt, wenn nicht einmal der Kinobetreiber den Anspruch hat, "Kino" zu machen...? :wink:

 

Die Consumerprojektoren oder auch Heimkinoprojektoren wie der Epson TW5500 sind für relativ kleine Heimkinos konzipiert worden. Für Bildbreiten von deutlich über 3 Meter sind die meisten Modelle überhaupt nicht ausgelegt.

Im abgedunkelten Heimkino kann damit eine schon ausgesprochen gute Bildqualität erzielt werden, die sehr viel Spaß macht.

Für den professionellen Bereich, mit Leinwandbreiten ab 6,50 Meter, bedarf es aber anderer Lösungen als die eines Heimkinoprojektors für unter 3000 Euro.

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Ich steh durchaus auf Vorführ-Qualität. Aber ich qualifiziere etwas nicht aufgrund theoretischer Erwägungen ab, wenn ich mit eigenen Augen gesehen habe, wie die Realität aussieht.

 

Etliche Hundert Millionen Menschen haben der Kinobranche kürzlich den größten Umsatz seit ihrem Bestehen eingebracht - und der größte Teil davon dürfte signifikant weniger Licht auf der Leinwand gesehen haben, als die Theorie fordert. Und das mit Wissen und Billigung der gesamten Fachbranchenkette von Produktion bis Projektion.

 

- Carsten

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- Warum soll ich einen Schülerfilm hell und mit stimmigen Farben zeigen? - die Schüler sollen froh sein, den Film überhaupt mal auf einer großen Leinwand sehen zu dürfen...

:wink:

 

Auf einmal sind es nur noch 'stimmige Farben'. Welche kalibrierungswichtige Vorleistung haben die Schüler denn bei der Produktion des Films erbracht, damit eine kalibrierte Projektion überhaupt Sinn macht? Und wer setzt den Anspruch kalibrierter Projektion denn im Kino bei heutigen 35mm Massenkopien durch? Ich nehme an, Du hast die Projektion von Indy4 unter Verweis auf die unzumutbare Kopienqualität verweigert und das Publikum nach Hause geschickt?

 

 

'Kino' macht man mit 35mm oder DCI. Aber ein Schülerfilm, Werbung, lokale Doku kann deswegen dennoch im Kino über 'Heimkinogerät' gezeigt werden. Das Publikum dankt es, denn es kriegt solches Material sonst nunmal nicht zu sehen.

 

- Carsten

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In den Zeitungsrubriken gewerblicher Kinos finden sich auch vereinzelt welche, die ausschliesslich ein DVD-Programm betreiben.

In Anbetracht des Zuwachses an Blu-ray-Titeln dürften sich solche Spielstätten vermehren, wobei der kategoriale und apparative Unterschied DVD/Blu ray minimal ist.

 

Damit sei gesagt, dass die nach darwinistischen Distributionsprinzipien einer "Kinowiedergabe" erzwungenen Standards (35mm, neuerdings auch DCI) m.E. alsbald keine Eintrittshemmnisse mehr zum gewerblichen Kinobetrieb darstellen werden.

 

Die Bedürfnis- und Angebotslage wird die Reste an Festlegungen auf "Kinostandards" hinwegfegen.

Ähnliche Entwicklungen erleben wir mir der faktischen Entwertung des Urheberrechts im völkischen Umgang mit Bildmaterialien, Aneignungen und Umformungen im Internet.

 

 

Man sollte sich über die konservativen "Kinowertigkeiten" nicht all zu viele Illusionen mehr machen, auch wenn man sich einen hohen und unvergleichbaren Kinostandard auf ewig gerne wünschen würde.

 

All diese Standardisierungen und auch die Verleiherverbandsstatuten werden schneller unter Beschuss fallen, als man glauben könnte...

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Welche kalibrierungswichtige Vorleistung haben die Schüler denn bei der Produktion des Films erbracht, damit eine kalibrierte Projektion überhaupt Sinn macht?

Das meinst du wirklich so? Weil ein paar Schüler nicht über das Budget verfügen wie ein Hollywoodproduzent, darf ein Kinobetreiber denen ein Bild auf die Leinwand "rotzen", das mit "Kino" nun wirklich nichts mehr zu tun hat?

War die Vorstellung eigentlich kostenlos oder mussten die Schüler/Veransalter/Zuschauer dafür zahlen, dass der Film bei euch im Kino lief?

 

'Kino' macht man mit 35mm oder DCI. Aber ein Schülerfilm, Werbung, lokale Doku kann deswegen dennoch im Kino über 'Heimkinogerät' gezeigt werden.

Das sehe ich halt anders. Auch Werbung sollte bestmöglich vorgeführt werden. Immerhin zahlen die Firmen dafür relativ viel Geld. Ich kann mich noch gut an die massiven Beschwerden von Bacardi-Deutschland erinnern, weil in einer Kinovorführung die Werbung viel zu leise abgespielt worden ist. Obwohl vorab von Seiten Bacardis darum gebeten wurde, den Ton der Werbung ebenso laut abzuspielen wie den Ton des Hauptfilms, war dies leider nicht vom Personal umgesetzt worden.

 

Wenn ein Kinobetreiber nicht auf DCI umrüsten will und dennoch preiswert den Vorteil der digitalen Technik nutzen möchte, gibt es im "semiprofessionellen" Bereich 3-Chip DLPs mit Full-HD-Auflösung, die kalibriert um die 3000 bis 5000 Lumen bringen und schon für unter 15.000 Euro zu haben sind. Gebraucht sind die sogar noch wesentlich preiswerter.

Für Bildbreiten um 6,50 Meter geht das völlig in Ordnung.

 

Hatte jetzt den hier erwähnten epson tw700 ?http://www.cine4home.de/tests/projektoren/EpsonTW700/TW700Test.htm in die Finger bekommen und gleich einmal bei uns ausprobiert. 24 Meter Entfernung, Leinwand ist 7,5m breit und 3,5m hoch. Das Bild hatte die Leinwand erwartungsgemäß vollkommen ausgefüllt.

 

Nur: Bei vollkommener Dunkelheit. Projektor auf Dynamisch gestellt, automatische Blende auf off und Helligkeit volles Rhor. Ergebnis: Fast nichts!

 

Frage: Habe ich was falsch gemacht?

Kurze Antwort - alles!

Der TW700 (wie nahezu alle anderen Heimkinoprojektoren übrigens auch) sind allenfalls für Bildbreiten von max. 3 Meter vorgesehen, wie sie in typischen Wohnräumen üblich sind. Der Projektionsabstand variiert von 4,50 - 7 Meter.

Je weiter der Projektor von der Bildwand entfernt installiert wird, desto mehr Luminanz geht verloren.

Auf 24 Meter Entfernung und eine Leinwandbreite von 7,50 Meter bleiben (mal grob überschlagen) im Bildmodus Dynamik deutlich unter 2 Footlamberts übrig. In den Bildmodi Kino/Natürlich kommst du nicht mal annähernd an 1 Footlamberts heran.

Kein Wunder also, dass du nicht mehr viel gesehen hast.

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Ich kann mich noch gut an die massiven Beschwerden von Bacardi-Deutschland erinnern, weil in einer Kinovorführung die Werbung viel zu leise abgespielt worden ist. Obwohl vorab von Seiten Bacardis darum gebeten wurde, den Ton der Werbung ebenso laut abzuspielen wie den Ton des Hauptfilms, war dies leider nicht vom Personal umgesetzt worden.

 

Seit 1999 gilt für Kinowerbung eine Lautstärkebegrenzung, Produzenten und Kopierwerke müssen sicherstellen, daß die Tonnegative und Kopien der LEQ-82-Norm entsprechen.

 

Daher kann ein Werbekunde nicht verlangen oder erwarten, daß sein Spot im Kino die gleiche Lautstärke wie der Hauptfilm hat.

 

http://www.fdw.de/prod/index.htm

 

Diskussion in diesem Forum seinerzeit hier:

http://forum.filmvorfuehrer.de/viewtopic.php?t=596&postdays=0&postorder=asc&start=15

 

Sonst stimme ich Dir zu, daß auch und gerade die Werbung technisch bestmöglich gezeigt werden sollte. Schlechtes Vorprogramm treibt den Besucher instinktiv nach hinten, so daß der Vorteil des großen Bildes geschmälert wird.

 

Ich sehe allerdings in der Praxis die Qualitätsmängel zu 90% auf der Produktionsseite - häufig unscharfes Material, ohne Rücksicht auf das Medium Kino schlecht postproduziert und geFAZt. Selbst bei großen Marken miserable Kopierqualität - die Hölle besteht für mich in den nasenflötenpfeifenden Krombacher-Spots, die man zweimal in einem Vorprogramm ertragen muß. Seit Jahren unscharf, mulmig und oft wackelig. Direkter optischer Sondermüll aus dem Kopierwerk, selbst wenn das Kino perfekt vorführt. :(

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Welche kalibrierungswichtige Vorleistung haben die Schüler denn bei der Produktion des Films erbracht, damit eine kalibrierte Projektion überhaupt Sinn macht?

Das meinst du wirklich so? Weil ein paar Schüler nicht über das Budget verfügen wie ein Hollywoodproduzent, darf ein Kinobetreiber denen ein Bild auf die Leinwand "rotzen", das mit "Kino" nun wirklich nichts mehr zu tun hat?

War die Vorstellung eigentlich kostenlos oder mussten die Schüler/Veransalter/Zuschauer dafür zahlen, dass der Film bei euch im Kino lief?

Jetzt halt mal bitte den Ball flach! Zum einen lief die Veranstaltung bei uns und nicht bei carstenk und zum anderen warst du ja nicht dabei.

 

Ich hab das nur als Beispiel für einen Beamer genannt, mit dem wir in der Praxis ein zufriedenstellendes Bild projezieren konnten.

Fakt ist, der Beamer für die beiden Vorstellungen wurde von den Veranstaltern mitgebracht und kam direkt aus dem Karton und lief weitgehend mit den Standardeinstellungen. Einsetzt war übrigens ein Weitwinkelobjektiv, auf die Entfernung bekommt man mit dem Tele nicht die Bildgröße hin.

 

Der einzige, der über das Bild gemeckert hat, war ich als Kinobetreiber. Die Veranstalter und die insgesamt über 250 Zuschauer waren hochzufrieden und denen sind die kleinen Unzulänglichkeiten nicht aufgefallen. Ich habe nicht geschrieben, dass das Bild gut war, es war OK für meine Ansprüche und für diesen Rahmen.

 

Wie carstenk richtig vermutet war der Film nicht farbkorrigiert, da hilft dann auch die beste Kalibrierung nix, wenn die Farben von Szene zu Szene ohnehin wechseln. Aus meiner praktischen Erfahrung möchte ich behaupten, dass Farben die meisten Zuschauer - insbesondere bei einer Digitalprojektion - nicht interessieren. Wichtiger ist die Schärfe und ein 6.1-Ton. Davon kann man sich bei den meisten Flachbildschirmen auch ein Bild machen.

 

Das Bild war etwas dunkel, aber keineswegs zu dunkel, ich denke ich kann das beurteilen, ohne ein Meßgerät davorhalten zu müssen.

 

Was den Eintritt angeht: ich habe eine Saalmiete genommen, um den regulären Vorstellungsausfall zu kompensieren und die Veranstalter haben dann einen kleinen Eintritt genommen um die Kosten wieder reinzuholen.

Denen ging es mehr darum, den Film im Kinoambiente zu präsentieren.

Insgesamt wars eine runde Sache.

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