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Filmtechniker

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Everything posted by Filmtechniker

  1. Filmtechniker

    Sissi Trilogie (1955), verwendete Technik

    Es gibt Leute, die finden die Sissi-Filme blöd. Ich bin ja Liebhaber von gut gemachtem Kitsch. Romy Schneider halte ich für eine brutale Fehlbesetzung, Kaiserin Elisabeth war recht anders, als es diese Schauspielerin je darzustellen vermocht hätte, aber es war in den frühen 1950er Jahren und verfilmt von Menschen, die in der Belle Epoque zur Welt gekommen waren. Sissi ist ein guter Einstieg in die Diskussion darüber, was erhaltenswert ist an Filmen. Der Himmel über Berlin oder Die Mörder sind unter uns, welcher sollte erhalten werden, wenn es nur einer sein könnte. Le salaire de la peur oder La règle du jeu? Otto e mezzo oder Accattone?
  2. Filmtechniker

    Sissi Trilogie (1955), verwendete Technik

    Zu den Originalen: https://archiv.rhein-zeitung.de/on/98/08/20/magazin/news/sissi.html
  3. Filmtechniker

    Sissi Trilogie (1955), verwendete Technik

    Die in den Bayer-Werken in Leverkusen neu errichtete Agfa-Filmfabrik begann 1951 mit der eigenständigen Fabrikation von Agfacolor-Negativ- und Positiv-Kinofilmen, weil das Stammwerk in Wolfen in der DDR als verloren galt. Nach Gert Koshofer, https://www.filmportal.de/thema/agfacolor-geschichte-eines-farbverfahrens Also Sicherheitsfilm, Cellit-Patent von 1929. Eastman-Kodak hatte 1947 ein neues, gering schrumpfendes Cellulosetriacetat herausgebracht, das von Kodak bis heute verwendet wird.
  4. Filmtechniker

    mal wieder Fomapan R100: schwarzer Schnee

    Ja, filtern schadet nicht. Eine Gefahr kann von Wasserleitungen ausgehen, d. h. wenn da Rost mitkommt, nur kleine Teilchen, die man nicht sieht, dann ist der Entwickler verdorben. Entwickler mit destilliertem Wasser ansetzen und mit wenigstens gefiltertem Wasser vor dem Gebrauch verdünnen. Ionentauscher sind gut, Kunstharzpatronen gehen auch, aber an destilliertes Wasser kommt nichts heran. Das ganze Entwicklungsmaterial muß blitzsauber sein. Trocknen nur in staubfreier Luft, kein Durchzug, kein Fön.
  5. Filmtechniker

    Lampen für 9,5mm-Projektor Bolex DA 37

    Wohl schon, es handelt sich um stark belastete Glühkörper. Allgemein kann man von 50 Stunden Brenndauer ausgehen. Je besser die Kühlung, umso länger halten sie. Überspannung um nur wenige Prozent verkürzt die Lebensdauer drastisch.
  6. Filmtechniker

    Lampen für 9,5mm-Projektor Bolex DA 37

    Die Lampen können ohne weiteres eingesetzt werden, müssen aber für Netzspannung gemacht sein. Möglicherweise war die durchgebrannte eine für 110 Volt. Der Motor sollte auch nicht mit doppelter Spannung betrieben werden. Transformator vorschalten!
  7. Filmtechniker

    Raritäten bei Ebay

    Beam me up, Scotty!
  8. Filmtechniker

    Emel Doppel 8

    Falls jemand mir eine EMEL zur Verfügung stellt, lasse ich ihr kostenlos eine Generalüberholung angedeihen mit drei Jahren Garantie. Dafür mache ich Bilder und nehme das Modell mit Beschreibung in einen Artikel auf. Über Objektive dabei müßte man sich noch unterhalten, einfachere wären eingeschlossen. Das Cinor B 35-1.9 kenne ich, das ginge mit.
  9. Filmtechniker

    Leonberg: größte Leinwand aller Zeiten?

    Ja, es müßten halt auch physiologische Dinge überlegt werden, Zusammenhänge zwischen Akkomodation, Gesichtswinkel und Blickrichtung. Auf Einfachdeutsch: Kino wird anstrengend, wenn man dauernd aufwärts blicken muß und wenn das Verhältnis zwischen Entfernung der Bildwand und ihrer Größe ungünstig ist. Noch einfacher gesagt, das Bild kann zu groß sein bei einer gegebenen Entfernung. Dann schaust du dauernd umher, wirst mit unzusammenhängenden Eindrücken überschüttet. In der Natur ist unser Gesichtswinkel immer voll ausgefüllt, die Entfernungen sind nicht fest, weil wir uns bewegen können. Man spricht vom Raum-Zeit-Kontinuum. Es gibt eine Grenze für IMAX-Filme, die liefen nicht länger als 40 bis 43 Minuten, die Zuschauer waren danach voll. Das klassische Kino hat ein Auswertungsoptimum gefunden bei 100 Minuten für Langspielfilme. Damit kann der Kinobetreiber täglich vier Vorstellungen machen, für Werbung hat er auch noch Zeit. Dafür bleibt das vom Bild eingenommene Gesichtsfeld innerhalb bestimmter Winkel. Die meisten Filme sollte man ohnehin nicht zu groß erleben.
  10. Filmtechniker

    Foma R100 - Bleichen mit H2O2 und Zitronensaft

    Zwei Kilo 188 Franken, netto, bei Sigma-Aldrich-Merck zum Beispiel
  11. Filmtechniker

    Beaulieu R16 - verzweifelt Filmandruckplatte gesucht

    ich würde Herrn Wittner anfragen, ob er noch Ersatzteile hat. http://www.wittnercinetec.com/epages/WittnerCinetec-Super8-16mm-Film.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/WittnerCinetec-Super8-16mm-Film/Categories
  12. Filmtechniker

    Hallo?

    Kino soll alles bieten, was man zu Hause und unterwegs nicht hat: Einen halböffentlichen Raum von einiger Größe, 200 Plätze und mehr. Was ist von Schuhschachtelkino zu halten? Nichts. Theater-Atmosphäre, aufs Lichtspiel spezialisiert, tolle Vorhänge, eine gute Geometrie das Saales; Ein großes Bild im feurigen Licht von H.-I.-Kohlenbogenlampen und einen guten Ton; Fixe Platzanweiser; Flinke Kassierinnen; Mit roter Lebensmittelfarbe eingefaßte kleine Sputnik aus Marzipan auf vier Zahnstochern oder Arancini oder Türkenhonig; Werbung, die das alles erwähnt und noch mehr, z. B. daß jeder Film mit der richtigen Geschwindigkeit läuft; Filme, die vom großen Bild leben, kein Kurzfutter; Diawerbung, die den Jungen die Augen öffnet, und dazu braucht es mindestens MIttelformat-Dias. Alles, nur keine Pixel, keine Monitore, keine sichtbaren Computer, nicht ein Mal ein Telefon soll zu sehen sein.
  13. Filmtechniker

    Foma R100 - Bleichen mit H2O2 und Zitronensaft

    Höchst interessant! Danke für diesen Beitrag. Genau zu diesem Experiment war ich vor Jahren nicht gekommen. Sauwer di Hoor gschnitt, saat der Saarlänner.
  14. Filmtechniker

    Pentacon AK8 Fragen zu Technik

    https://www.filmvorfuehrer.de/topic/27800-auseinandersetzung-mit-der-kleinen-ak-8-fibel-und-der-pentaka-8-b/?tab=comments#comment-301079 Wie gut die Kamera erhalten ist, kann man nicht von außen beurteilen, es wäre denn, man beurteilt auch Bücher nach dem Einband. Der Gummi muß fest sein, damit der Film immer wieder leicht hängen bleibt, eine billige Schleifen- und damit Transporthilfe. Was Projektoren angeht, bin ich befangen. Ich empfehle immer die besten. Einige kenne ich (noch) nicht. Es ist auch Geschmacksache.
  15. Filmtechniker

    Bolex ESM-Motor mit Lipo-Akku betreiben

    Zitat von der Wikipedia: Lithium-Polymer-Akkus sind mechanisch, elektrisch und thermisch empfindlich. Ein Kollege sagte mir neulich am Telefon, daß es Lithium-Akku. gibt mit 0,009 mm dünnen Folien. Im Elektrolyten gibt es kleine Kristalle, die bei Aufschlägen die Folie beschädigen können. Dann schlägt die volle Ladung durch. Lithium-Polymer-Akku. sind die einzigen Akkumulatoren, deren Elektrolyt brennt. Nicht gerade ein technischer Fortschritt Ihr alle kennt meine großväterlichen Ansichten. Damit lebe ich ‒ möglicherweise länger, als wenn ich in einem Akku.-Brand umkomme. Der zuverlässigste Akku. ist der alkalische Eisen-Nickel-Sammler, nicht zu töten.
  16. Filmtechniker

    Der E100D kommt wieder :)

    44 Euro bei Color-City, Epinay http://colorcity.fr/pellicules/39-2974-pellicule-s8mm-inversible.html#/253-reference_pellicule-kodak_100d
  17. Filmtechniker

    Darf ich vorstellen: Ciné-Kodak Special

    Nachtrag, Untertitel Warum einfach, wenn es kompliziert auch geht? Eastman-Kodak hat alles dafür getan, daß man ihre Objektive kauft. Nicht weniger als 11 (elf) verschiedene Objektivhalterungen sind bekannt bei den Ciné-Kodak für 16-mm-Film. Der oben beschriebene CKS funktioniert mit nur einem Bajonett. Um später erschienene Objektive ansetzen zu können, benötigt man Adapter. Nein, nicht einfach einen, vier. Das sind Typ G für 15-mm-Weitwinkel, Typ P für die Brennweiten 25-40-50-63 mm, Typ F für die Brennweiten 50-63-102-152 mm und Typ S für alle Objektive zum CKS II. Mechanisch sind die Adapter mit Ausnahme von Typ S gleich, die Unterschiede betreffen lediglich die Sucherlinsen und -masken. Das S steht für Special, aber Special II. Haha! Die Revolverplatte des CKS ist für spätere Anpassung auf den C-Mount vorbereitet. Ein Mechaniker kann die Platte demontieren, aufspannen und mit einem Gewindeschneidersatz das UN 1 inch-32 anbringen. Zuvor muß er die Kernbohrung aufreiben. Die Flachsenkungen sollte er auch größer machen, aber nur im Durchmesser. Das CKS-Bajonett ist etwas ziemlich Ausgefallenes. Es ist relativ anfällig für Nichtfunktionieren, weil die Bestandteile zum Zentrieren der Optik und zum Sichern des Auflagemaßes nur wenig verbogen oder verschmutzt sein müssen und schon gibt es Schwierigkeiten. Ich habe heute ein Kodak Ciné Ektar 102 mm, f/2.7, mit S-Fassung, ein Vierlinser, fertig justiert. Ich sage es so: Man muß wirklich Kodak wollen, sonst läßt man es besser. Mir geht schon die verkorkste Filmführung im Magazin gegen den Strich. Man kann alles reparieren und einstellen, doch unter Professionell verstehe ich irgendwie etwas anderes.
  18. Filmtechniker

    Darf ich vorstellen: Ciné-Kodak Special

    Kuckuck! Saure Gurken kühlen besser als Eis und dämmen das Schwitzen. Die Alten wußten, wie es geht. Um aber euren Wissensdurst zu löschen, serviere ich via Internet, was ich an meiner jüngsten Eroberung, Nr. 2249, Magazin 100-12418, gefunden habe. Ich wünsche beste Erbauung. Grundidee des Ciné-Kodak Special ist die altbekannte für den «Kodak»: eine Box. Wer auch immer der Entwerfer war, die Kodak-Filmkameras waren alle Quader, für 16-mm-Film, für Doppel-8-Film, für Super-8-Film. Länger als hoch. Wozu die Kiste? You Press the Button, We Do the Rest. Umsatz. Die meisten anderen Schmalfilmkameras waren höher als lang, so der Filmo von Bell & Howell, die späteren Modelle vom Schweden Alexander Victor, die Agfa, der Nizo, die Paillard. Doch der Ciné-Kodak Special hatte gewaltigen Einfluß auf den Bau von Filmkameras. Als erster 16-mm-Film-Apparat brachte er die Trennung zwischen Kamera und Magazin. Dabei ist man einen Schritt über das von der 35-mm-Film-Kamera Bekannte hinausgegangen, man hat sozusagen aktive Magazine konstruiert. Der gesamte Filmtransport ist im Magazin angeordnet, die Kamera endet mit der Bereitstellung eines geregelten Drehmomentes. Durch das Vorausladen von Magazinen ist schnellster Wechsel möglich, der nicht länger dauert als mit Filmkassetten. Es war die Vorwegnahme um ein Jahr des Bell & Howell Autoload mit einem feinen Unterschied: Die Kodak-Blechkassetten enthielten 50 Fuß Film, der Ciné-Kodak Special hat 100- und 200-Fuß-Magazine. Die Gesamtentwicklung der kinematografischen Apparate ist sehr dicht in den 1930er Jahren. Ich habe beim Blick zurück in die Geschichte immer wieder den Eindruck, es habe vor 82 Jahren so etwas wie eine Entfesselung männlicher Produktivität gegeben. Dieser allgemeine gesellschaftliche Hintergrund kann nicht außer Acht gelassen werden, denn Börsenhandel, Aufrüstung, die politischen Veränderungen und eine Reihe bestimmter technischer Neuerungen waren übersteigert männlich. Den Frauen blieb damals noch nicht viel mehr als Kirche-Küche-Kinder. Einige wenige machten Karriere, nur, wenn man genau hinschaut, in Hosenrollen. Marlene Dietrich, Leni Riefenstahl, Amelia Earhart, keine ausgesprochen weibliche Frauen. Die Kleidermode machte damals aus Damen geschlechtslose Moderne. Alle wurden um 1930 von etwas erfaßt, das zugleich Integration und Unterteilung mit sich bringt, das Prinzip des neuen, uranischen Zeitalters. Beim Ciné-Kodak Special ist die Unterteilung erfolgt in Kamera und Magazin, das Zusammenziehen zum Ganzen innerhalb dieser beiden Bestandteile. Im Gegensatz zum zehn Jahre älteren Filmo läßt der Special nicht mehr ablesen, wo sich die Zugfeder befindet. Es gibt beim 100-Fuß-Magazin keine Gehäuserundungen, hinter denen man Filmspulen weiß. Der kreisrunde Objektiv-Revolver ist auch weg. Der Ciné-Kodak Special kommt mit einer ganz eigenen, nahezu quadratischen Schnellwechselplatte für zwei Objektive. Diese ist nicht patentiert worden. Gesetzlich geschützt waren hingegen wechselweise Verriegelung von Magazin und Kameramechanismus, die Antriebskupplung zwischen Kamera und Magazin, Schaltwerk, Regler, Bremse bei Abblendung, Reflexeinrichtung, verstellbarer Verschluß, ausrückbare Kurbeln und Objektivhalterung. Die Erfindernamen der Patente rufen eine Zeit in Erinnerung, als sich in Rochester gut bezahlte Techniker aus Europa tummelten: Julien Tessier, Otto Wittel und Joseph Stoiber neben Edwin Fritts oder Paul Stephenson. Die klotzförmige Kamera erscheint im April 1933. Wie ist der Mechanismus des Ciné-Kodak Special aufgebaut? Klassisch. Zwischen zwei über ein halbes Dutzend Stützen verbundenen Platinen, wie man sie im Uhrenbau seit dem 16. Jahrhundert kennt, finden wir Feder, Getriebe, Regler und Schaltwerk. Absolut Kodak-ungewohnt sind Öffnungen in Gehäuse sowie Platine, durch die man die Wellenzapfen des Fliehkraftreglers und anderer schnelllaufender Elemente schmieren kann. Die Anlage des Getriebes ist bestimmt vom Raum, den das Getriebe des verstellbaren Verschlusses einnimmt. So ist die 1-1-Welle nach unten gewandert, was mit der Aufstellung der Filmspulen aufgeht. Ich schreibe nicht Federhaus, wie es im Uhrenbau heißt, sondern einfach Feder, und diese steht auch frei. Sie ist mit ihrem äußeren Ende an einer Stütze eingehängt, wird von innen her gespannt und zieht 1600 Bilder durch, eine Minute und sechs Sekunden bei Tempo 24. Als Aufzugsperre findet sich das traditionelle Planetenrad. Beim Filmrückwickeln zieht man die Feder auf, es geht also höchstens einen Aufzug weit. Damit sind wir im Herzen des Apparats: Der Öffnungswinkel beider Verschlußscheiben beträgt 165 Grad. Den Abstand Film-Verschluß messe ich zu 4,5 mm, wohl der kleinste unter den Schmalfilmkameras. Der Greifer setzt nach Norm ab, +3. Die Andrückplatte kann man herausnehmen, es läßt sich alles sauber halten bis auf den Schieberschlitz in der Fensterplatte. Eine andere Tatsache, der ich gerade ins Auge schaue, ist die fehlende seitliche Filmführung. Die Fensterplatte ist zwar verchromt, auf der Filmseite jedoch nicht so sauber gefertigt wie bei anderen Produkten. Ich messe oben, in der Mitte und unten die lichte Weite von 16,03 mm. Übersehe ich etwas? Worin liegt das Geheimnis? Ich finde nichts. Der Filmkanal ist rechtwinklig gefräst. Auf Filmseite sind sechs Stifte mit geschliffenen und polierten Köpfen eingepreßt, je einer bei einer Bildfensterecke und zwei am unteren Ende. Um das richtig zu erkennen, mußte ich eine Deckplatte aus der in die Filmkanal- oder Fensterplatte gefräste Schwalbenschwanzführung treiben. Kurz, frischer Film wird schwimmen oder mit wenig Übermaß sich am Rand aufbeulen, wäre in dem Fall dafür spielfrei geführt. Hat man so sehr an die Tropen gedacht, wo Film gerne einen Hauch aufquillt? Ich lege einen Abschnitt in den Kanal, gemessene 16,00 mm breit, die Andrückplatte darauf. Es ist rätselhaft, kein Spiel. Doch ich komme dem Ingenieuren auf die Schliche. Ich sehe, daß der Film von den gefasten Stiftköpfen, die einen halben Zehntel erhaben sind, an den Lochinnenkanten geführt wird. Es handelt sich um eine zentrierende Führung, die auch wirkt, wenn der Film Untermaß hat. Die Kamera führt nur beidseitig perforierten Film einwandfrei. Mit „einseitiger“ Ware ist mangelhafter Bildstand möglich. Diese Filmführung hängt mit Kodacolor zusammen. 1928 lancierte die Firma das additive Farbensystem im 16-mm-Format, das auf längsgerilltem Schwarzweißfilm in Verbindung mit Farbfiltern in der Optik aufbaut. Maximale Genauigkeit in der seitlichen Filmführung ist für das Verfahren wesentlich, weil bei Abweichungen falsche Farben entstehen. Einseitig perforierter Aufnahmefilm war lange Zeit die Ausnahme trotz den Berndt-Bach-Tonkameras und allen späteren, wie die Arriflex 16 BL. Im Grunde genommen ist erst 1969-70 mit dem Anfang von Super-16 der beidseitig perforierte Schmalfilm aus den Angeln gehoben worden und auch das nicht zur Gänze. Beim jüngsten Bildformat Ultra-16, das noch breiter ist als Super-16, sind beide Lochreihen möglich. Zurück zur Mechanik. Es gibt einen gut gemachten Regler mit zwei Fliehgewichten, die Feder dazwischen ist ganz speziell, und zwar mit einer Verjüngung, was den Einstellbereich der unteren Bildfrequenzen ausdehnt. Deshalb stehen die Tempomarken 8-16-24 weiter auseinander, als sie es bei gewöhnlicher Federform täten. Die Verschlankung ist geschliffen. Dann besitzt der Regler zwei Bremskörper, womit die Lager mehr schwimmend als eindeutig in eine Richtung belastet sind. Da die Reglerwelle aus Stahl und die Bohrungen in Stahlplatinen sind, braucht es nur wenig Öl zur Schmierung. Von der Machart her war diese Kamera den meisten Konkurrenzprodukten überlegen. Dafür ist sie rostanfällig. Mein Modell hat Rost, zum Glück nur an unwichtigen Oberflächen. Es ist mindestens ein Mal gewartet worden, ein Farbstifteintrag 11/14/52 im Gehäuse gibt Auskunft, zudem ein Kodak-Service-Kleber im Magazin mit dem Datum 11-18-52, das war der 18. November 1952. Das Schaltwerk verdient auch einen Kommentar. Ich meine damit die Einrichtungen, mit denen Dauerlauf und Einzelbildaufnahme geschaltet werden, das Anhalten nach dem Abblenden, Ver- und Entriegelung zwischen Kamera und Magazin, ja sogar Befreiung der Rückspulkurbel bzw. Befestigung zum Gebrauch. Es ist so, daß die Kamera nur läuft, wenn der Fensterschieber im Magazin offen ist. Umgekehrt kann man das Magazin nur abnehmen, wenn der Schieber zu ist. Man verliert kein einziges Bild beim Magazinwechsel. Allein das 40-Bilder-Zählwerk kann jeweilen eine Schaltung mehr anzeigen, wenn die Kupplungsstücke von Kamera und Magazin gegeneinander verdreht sind. Dann läuft die Kamera maximal eine Umdrehung leer bis zum Einrasten der gefederten Kupplungsstifte. Daneben hat der Ciné-Kodak Special einen jederzeit beliebig verstellbaren Fußzähler, 0–100. Die Magazine besitzen eigene Tasthebel-Vorratsanzeigen. Nun zum optischen Teil. Es hat das Angebot gegeben, die Kamera vom Kodak-Service nachträglich mit einem Revolver zu versehen, der Objektive mit C-Fassung aufnimmt, weit zurück in den 30er Jahren. Ansonsten hat man es mit der Palette der Kodak-Optiken zu tun, die es mit Brennweiten von 15 bis 152 mm gab. Es waren relativ gute Objektive. Tuben für Makroaufnahmen konnten eingesetzt werden. Es gab Vorsatzlinsen und gefaßte Wratten-Filter. Der Sucherspiegel wird von unten eingeschwenkt und rastet ein. Beim Auslösen der Kamera springt er weg. Man schaut von oben direkt auf die Mattscheibe und kann eine Vergrößerungslinse vorschieben. Mit dem 200-Fuß-Magazin kommt eine Prismenvorrichtung, die horizontalen Einblick erlaubt. Es ist ein echter Reflexsucher für Voreinstellung, je nach persönlichem Anspruch veraltet oder nützlich. Zubehör Es hat einen Fader gegeben, der auf Druck den Verschlußhebel gleichförmig zieht, die Kraft von der Aufzugwelle ableitend. Der Fader von Paillard-Bolex, den erst Tullio Pellegrini in San Francisco nach diesem Vorbild baute, sieht ähnlich aus. Man kann einen Elektromotor ansetzen. Dazu entfernt man die beiden Schrauben neben der 1-1-Welle. Es gibt Berichte über den Einsatz des CKS mit Synchronmotor für Tonfilmaufnahmen. Herstellerin war die Bodine Electric Company, Chicago. Das ist ein CKS mit geregeltem Motor und Tachometer, die schräg angewinkelte Sache links im Bild. Es gab keinen Drahtauslöseransatz. Ein Satz Maskenschieber erlaubt Effekte, wie Doppelgänger- und Mehrfachbilder, elliptische Vignette, runde, usw. Eine Tasche an der Unterseite der Revolverplatte, nur 0,76 mm tief, gibt noch Fragen auf. Sieht stark nach Zubehör aus, aber welches? Zusammenfassung Ich halte den Ciné-Kodak Special für eine heute noch sehr leistungsfähige 16er Kamera, vorausgesetzt man läßt sich auf ihre Eigenheiten ein. Das sind die eher winzigen Bedienelemente, die man in der Kälte mit Handschuhen nur schwer hält ― glatt verchromter Griff der Aufzugkurbel, Verschlußhebel, Magazinverriegelung, Sucher und Objektivhalterung. Die Bildstandsleistung braucht keinen Vergleich mit anderen Kameras zu scheuen. 1600 Schaltungen zieht sonst nur die Pathé WEBO durch, die ja eine Kopie des Ciné-Kodak E ist. Der große Gehäuseboden, er hat leider nur ein einziges Befestigungsgewinde, sichert gute Stativauflage. Das Filmeinlegen ist nicht schwer, man findet bald die richtigen Schleifengrößen. Mit vergüteten Objektiven, die es anzupassen gilt, kann man Aufnahmen machen, die professionellen Ansprüchen genügen. Der Greifer ist später nach weiter unten verlegt worden. Mit entsprechenden Magazinen ist etwas weniger guter Bildstand zu erwarten. Hier noch Ansichten eines Modells mit rundem Viererrevolver, auf dem auch Sucherobjektive Platz nehmen, ein System, das von Bell & Howell, Eastman-Kodak, Revere und anderen gepflegt wurde. Quellenhinweis http://airandspace.s...id=A20020304000
  19. Filmtechniker

    Pan Cinor 40 R

    Ja, dann ist alles in Butter, die Kamera hat BTL-Lichtmessung (Behind The Lens, hinter dem Objektiv). Objektiv geht auch an der H 8.
  20. Filmtechniker

    Pan Cinor 40 R

    Also, doch T-Werte, du kannst vom Belichtungsmesser direkt aufs Objektiv übertragen und aufnehmen. Bleibt die Frage, welche „Bolex“?
  21. Filmtechniker

    Pan Cinor 40 R

    Ich weiß es nicht mehr auswendig, schau’ doch bitte selber nach, ob bei der Blendenreihe ein T graviert ist. Dann hättest du die Transmissionswerte, die ohne Korrektur gelten. Ansonsten gehen 20 Prozent Licht ab, eine Viertel Blende Korrektur ist nötig. Optisch ist das Pan-Cinor Mittelklasse. Die Schwäche ist die lumpige Irismechanik. Wenn eine Lamelle ein Mal entgleist ist, kann man sie kaum reparieren und muß (eine) neue anfertigen. Daher: Angénieux oder Schneider
  22. Filmtechniker

    Fragen zu Bolex H "8" Deluxe Octameter

    Das trifft’s gut.
  23. Filmtechniker

    Fragen zu Bolex H "8" Deluxe Octameter

    Wie gesagt, mehr als filmen kann man auch mit der teuersten Ausrüstung nicht. Preiswerte Konkurrenzprodukte, gepflegt, leisten gleich viel, manchmal noch mehr, z. B. die Specto 88. Vor dem Krieg die EMEL oder der Ciné-Nizo 8, beide mit D-Mount, beide bis 64 B./s. Am schwächsten sind viele Amateur-Kameras beim Sucher.
  24. Filmtechniker

    Fragen zu Bolex H "8" Deluxe Octameter

    Es sieht heute noch gleich aus wie im ganzen 20. Jahrhundert und zuvor, man wird betrogen. Wenn du heute ein Android zum vollen Preis kaufst, die gehen zum Teil weit über tausend Dollar, dann freuen sich Händler und Hersteller, denn sie können Bank spielen. Überall, wo schnell viel Geld hereinkommt, wird gebänkt, und das ist bei Modeartikeln meist der Fall. Auch die Paillard-Bolex-Geräte sind in Mengen hergestellt worden, zu Tausenden auf Vorrat gedrückte, gedrehte, gestanzte oder gegossene Teile. Gehäuseschale Druckguß, Platinen gestanzt, Federbüchse tiefgezogen, gerade Zahnräder im Paket gestoßen und gefräst, Scheiben gestanzt, Drahtfedern natürlich aus Automaten. Nur wenige Werkstücke mußten einzeln gefertigt werden, Schraubenzahnräder, lange Wellen, Lagerblöcke. Der Gainage, das sind die Kunstlederbesätze von Gehäuse und Trageband, wurde auch aus Meterware gestanzt. Die Firma E. Paillard & Cie hat sich mit einem umfangreichen technischen Programm, das sie für die H-Kamera einkaufte, im oberen Preisbereich ansiedeln können, eine H 16, H 9 oder eine H 8 kostete neu immer zwischen 4800 und 5600 Franken, je nach optischer Ausrüstung. Im Grunde macht eine H aber nichts anderes als alle anderen Filmkameras auch. Man fällt auf das Marokko-Leder-Imitat und die glänzenden Leisten herein. Es gibt Leute, die echtes Leder auf ihrer „Bolex“ wünschen. Mit den jüngsten H-Kameras ab 1963-64 kannst du Synchrontonaufnahmen machen. Der ESM oder ein Tobin wird angeschraubt, mit Quarzzubehör geregelt, du schlägst die Klappe. Kamera und Motor müssen gut eingepackt werden, die machen Geräusche. Deshalb war die H höchstens Ausweichkamera bei den Fernsehanstalten, obwohl sie viel schneller geladen werden kann als eine Arriflex 16, ich rechne die Zeit fürs Magazinladen mit ein. Bis 1967 gab es kein Magazin zur H. Optisch ist man mit der H RX etwas eingeschränkt und das Bolex-Bajonett der späteren Kameras konnte mit den professionellen Schnellwechseleinrichtungen nicht mithalten. Bei ARRI waren die Objektive zwischen den 35er und den 16er Kameras mit Ausnahme einiger Weitwinkel austauschbar. Zeiss hatte sich zudem vom Amateurmarkt zurückgezogen, vor dem Krieg gab es eine Auswahl an Zeiss-Optiken mit C-Fassung. Das bedeutet jedoch nicht, es gebe keine guten C-Mount-Objektive, im Gegenteil ist die Auswahl überwältigend. Ich kann nicht alles aufzählen, bei Normalbrennweite nur Taylor, Taylor-Hobson Cooke Ivotal, Angénieux S 41, Schneider-Xenon, Steinheil-Quinon, Kern-Paillard Switar, Kodak Cine Ektar II u. a. m. Das Gewinde zentriert ein Objektiv etwa gleich genau wie ein zylindrisches Bajonett. 8-mm-Film wäre fürs Fernsehen, wenn ich den Gedanken als eingeschlossen verstehen darf, lange gut genug gewesen. Beim PAL-System mit 625 Zeilen und 5 MHz Bandbreite ist die Auflösung gerade so an der Grenze für Super-8. 16 mm ist eigentlich schon zu gut. Ich hab’s noch erlebt, auch die schwammigen VNF-Bilder. Das viel schärfere Kodachrome gab es als Schmalfilm nur mit 25 ISO im Tageslicht, KM 40 war ja auf Kunstlicht abgestimmt.
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