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Dolby 70mm & Todd-AO


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Hallo

 

Kann mir mal einer sagen, was der Unterschied zwischen Dolby 70mm und Todd-AO ist? Blicke da net so durch...

Wie ist denn die Kanalverteilung bei denen?

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Hallo

 

Kann mir mal einer sagen, was der Unterschied zwischen Dolby 70mm und Todd-AO ist? Blicke da net so durch...

Wie ist denn die Kanalverteilung bei denen?

 

Ganz einfach. Wenn Du nach neuer Kanaldurchzählung die Spuren von links nach rechts als 1-6 nimmst, so hatte TODD-AO (Format 40) Spur 1-5 für links, halb-links, Mitte, halb rechts, rechts und Spur 6 für Surround genutzt.

 

Bei 70mm Dolby hatte man anfangs auch diese Konfiguration, allerdings mit Dolby A Rauschunterdrückung (Format 41).

 

Mit "Star Wars", also "Krieg der Sterne" der auch schon bei uns in 70mm Dolby Stereo zu sehen war, führte man statt der beiden Kanäle halb-links (Spur 2) und halb-rechts (Spur 4) zwei Tiefbaßspuren ein. Genannt Baby Boom (Format 42).

 

 

Später, bei Filmen wie "Superman" oder "Apocalypse Now" änderte man dieses Format leicht, indem man Spur 2 und 4 in der Frequenz unterteilte. Alles unter 100 Hz ging in die Subwoofer, alles über 300Hz in die Surrounds. Als richtungsarmes Bassignal für die Surrounds nahm man dann alles _unter_ etwa 300Hz aus der Monosurroundspur 6 (Format 43).

 

Mit dieser Spielart konnte man erstmals seit Cinerama oder Cinemiracle wieder stereophone Surrounds im Kino erleben (wenn man von den beiden 35mm-Quintaqhonic Filmen einmal absieht).

 

Einfachere Dekoder oder Dekoderbausteine konnten die Surrounds aber nur in Monoton von Spur 6 wiedergeben. Es hatten auch nicht alle 70mm Dolby Spielfilme nach Apocalypse Now Stereo Surrounds, aber auf alle Fälle waren es wesentlich mehr als allgemein bekannt ist.

 

Natürlich waren bei 70mm sämtliche Tonspuren mit Dolby A versehen. Ab 1987 gab es dann auch die Möglichkeit das verbesserte Rauschverfahren Dolby SR für 70mm zu nutzen. Man nahm dabei auch auf die alten Formate Rücksicht und numerierte die Verfahren 70mm Dolby SR Wide, 70mm Dolby SR Baby Boom, und 70mm Dolby SR Split Surround mit den Fomat Codes 44 - 46.

 

Eigentlich klar, daß praktisch alle 70mm Dolby SR Filme das Format 46 hatten.

 

mfG

Christian Mueller

 

P.S.: Beispielfilme für die verschiedenen Tonformate sind:

 

Format 40: Oklahoma, Ben Hur, The Alamo, Cleopatra...

 

Format 41: Logan's Run, A Star is Born.

 

Format 42: Star Wars, Close Encounters of the third Kind, Alien, The Black Hole...

 

Format 43: Superman, Apocalypse Now, Krull, Return of the Jedi, Indiana Jones and the Temple of Doom...

 

Format 44: ?

 

Format 45: ?

 

Format 46: Star Trek VI, Innerspace, Indiana Jones and the last Cursade, Alien³...

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welches Theater in Deutschland konnte eigentlich damals schon 70 mm in SR und mit Split-Surround spielen oder etwa Quintaphonic mit QS oder SQ Matrix? Waren bei Dolby A die Bass-Spuren 2 + 4 (früher 1 + 3) auch mit Rauschunterdrückung aufgenommen, damit Dolby sinnlos 2 weitere Karten verkaufen konnte????

Gab es dann auch Testschlaufen zu den SR Kopien aus dem selben Studio, welches die Kopien bespielte?? Waren da die Tonüberspielungen auch so ungenau wie bei frühen 6-Kanal Magnetton ohne Dolby?

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so ist es bei Todd AO und Philips DP 70 der erste Projektor war die Kanalbezeichnung noch extended Left für ganz Außen und extended Right für Rechts außen. Eigentlich nur eine extension der bisherigen 4-Kanal Bezeichnung für 35 mm Magnetton, oder wie schon 1000 mal geschildert: Kanal 5 für links (amerikanisch: extended links) , Kanal 1 für halb links Kanal 2 für Mitte Kanal 3 für halb rechts und Kanal 6 für rechts Außen. Kanal 4 war der Surround oder damals noch als Effektkanal bezeichnet.

Allerdings gab es da auch noch einige Kinos, die nur eine 4-Kanal-Anlage hatten und keine extensionen dazukauften. Da wurde dann einfach im Tonkopf an beiden Maschinen die Spuren 1+5 und 3+6 überbrückt, was aber bei den oft windschief kopierten Tönen seltsame Resultate erzielte. Leider gab es da einige Kopien, bei denen die Phase von einzelnen Spuren verdreht war, manchmal nur in der deutschen Sprach, manchmal nur in der IT-Mischung usw. Beim Zusammenschalten oder zusammenmischen der Spuren hob sich das Signal fast auf.

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Waren bei Dolby A die Bass-Spuren 2 + 4 (früher 1 + 3) auch mit Rauschunterdrückung aufgenommen, damit Dolby sinnlos 2 weitere Karten verkaufen konnte????

 

Hat Dolby jemals sinnlose Karten zu stark überteuerten Preisen verkauft???

8) :D :D :D :D :D :D :D :( :shock: :roll:

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die kanäle bei todd-ao sind le,l,c,r,re,s.bei dolby l,le,c,re,r,s nicht wie

christian_mueler geschrieben hat.

jürg

 

so ist es bei Todd AO und Philips DP 70 der erste Projektor war die Kanalbezeichnung noch extended Left für ganz Außen und extended Right für Rechts außen. Eigentlich nur eine extension der bisherigen 4-Kanal Bezeichnung für 35 mm Magnetton, oder wie schon 1000 mal geschildert: Kanal 5 für links (amerikanisch: extended links) , Kanal 1 für halb links Kanal 2 für Mitte Kanal 3 für halb rechts und Kanal 6 für rechts Außen. Kanal 4 war der Surround oder damals noch als Effektkanal bezeichnet.

Allerdings gab es da auch noch einige Kinos, die nur eine 4-Kanal-Anlage hatten und keine extensionen dazukauften. Da wurde dann einfach im Tonkopf an beiden Maschinen die Spuren 1+5 und 3+6 überbrückt, was aber bei den oft windschief kopierten Tönen seltsame Resultate erzielte. Leider gab es da einige Kopien, bei denen die Phase von einzelnen Spuren verdreht war, manchmal nur in der deutschen Sprach, manchmal nur in der IT-Mischung usw. Beim Zusammenschalten oder zusammenmischen der Spuren hob sich das Signal fast auf.

 

Jetzt kenn ich mich garnichtmehr aus. :D

 

Wenn ich den Filmstreifen so:

 

78f24809c800810d7615fbf09450d63c.jpg

 

durchnumeriere, wie war dann welches Kanallayout bei Todd-AO oder 70mm Dolby?

 

Ich dachte immer Dolby hatte Spur 1,3,5 f. links, Mitte, rechts und Spur 2+4 zuerst für die Baßspuren und später auch für die Stereo Surrounds. Spur 6 war immer schon der Surroundkanal... Stimmt das, oder ist die Durchnumerierung so einfach völlig falsch :shock: :?:

 

mfG

Christian Mueller

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Schöner 70 mm Filmstreifen, da fehlt nur noch das runde Loch zwischen der Perforation, das anzeigte wo der Surroundkanal auf einem Blankfilm oder auch Bildfilm liegt. Bei Dolby war nach deren Kanalanordnung schon immer Spur 2 + 4 die Bassspuren oder später die Surroundinfos links und rechts und Bass. Die Spur 6 immer zum Projektorgehäuse am nächsten ist der MONO Surround.

In der alten Todd-AO Auslegung jedoch die Spuren anstelle wie im vorgehenden Bild von 1 - 6 durchgezählt: 5, 1, 2, 3, 6, 4 (4 für Surround MONO) 1 für Halblinks und 3 für Halbrechts, 2 für Mitte.

Ob das Dolby Layout seit es 70 mm mit A-Rauschunterdrückung gab öfters gewechselt hat, bezweifle ich, denn sonst hätten ja die Kopfanschlüsse oder Vorverstärker dauernd geändert werden müssen.

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Dank Dir filmempire :!:

 

Jetzt hab auch ichs endlich kapiert. :)

 

Mit anderen Worten hat sich eher die Durchnumerierung der Tonspuren verändert als die grundsätzliche Kanalbelegung der 4 (LCRS) Hauptspuren.

 

Schon beeindruckend, was man damals schon tw. für eine hervorragende Tonqualität im Kino hatte :!:

 

mfG

Christian Mueller

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Waren bei Dolby A die Bass-Spuren 2 + 4 (früher 1 + 3) auch mit Rauschunterdrückung aufgenommen, damit Dolby sinnlos 2 weitere Karten verkaufen konnte????

 

Nein, für die Baby Booms bedurfte es keiner Rauschunterdrückung.

 

Gab es dann auch Testschlaufen zu den SR Kopien aus dem selben Studio, welches die Kopien bespielte?? Waren da die Tonüberspielungen auch so ungenau wie bei frühen 6-Kanal Magnetton ohne Dolby?

 

Für alle 70mm-Kopien mit Dolby-Kodierung gab es Einmeßschleifen. Leider aber verschwanden diese sehr oft in "dunklen Kanälen".

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Aber für die Stereosurrounds beim Format 43 muß es für Spur 2+4 dann natürlich schon die Rauschunterdrückung gegeben haben...

 

Die CP200, die seinerzeit in den 70mm Kinos zum Einsatz kam, war mit 4 Dolby-A Noise Reduction Modulen augestattet: Left, Center, Right und Surround. Es gab keine A-Module für die beiden Bassspuren (schreibt man das jetzt mit drei "s"?). Bei Erweiterung der CP200 auf die 70mm Split Surround Konfiguration enthielt das Accessory Unit zwei weitere Dolby-A Module, die die Noise Reduction Dekodierung für den HF-Anteil der beiden Surroundkanäle bewerkstelligte. Insofern hast Du recht, dass die beiden Surroundkanäle, deren HF-Anteil sich auf den Baby Boom Spuren befand, mit Rauschunterdrückung versehen waren. Allerdings eben nur im HF-Bereich, nicht aber im Tieftonbereich.

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Insofern hast Du recht, dass die beiden Surroundkanäle, deren HF-Anteil sich auf den Baby Boom Spuren befand, mit Rauschunterdrückung versehen waren. Allerdings eben nur im HF-Bereich, nicht aber im Tieftonbereich.

Diese Information trifft nicht zu.

Die Dolby-Rauschunterdrückung erfolgt für die gesamten Spuren auf dem Film.

Somit ist bei dem Split-Surround-Format 43 auch das Baby-Boom-Signal Dolby-A bzw. SR-encodiert.

Die Decodierung der Rauschunterdrückung für die LE- und RE-Spuren erfolgt im CP200 unmittelbar nach der Eingangsumschaltung vor der Aufteilung der Signalanteile (Baby-Boom und HF-Anteil der Surrounds).

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Dolby A Rauschunterdrückung ist nach meinem Wissen eine Anhebung der Höhen Pegelabhänging in der Aufnahme und entsprechender Absenkung bei der Wiedergabe gewesen, also für eine reine Bass-Spur eigentlich überflüssig. (Ich meine die 70 mm Dolby A Kopien bevor Split Surround mit SR kam)

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Hallo,

 

nicht ganz richtig. Bei Dolby-A wird der ganze Hörbereich in 4 Frequenzbänder aufgeteilt und dann bei der Aufnahme pegelabhängig komprimiert und bei der Wiedergabe im Filmtheater spiegelbildlich expandiert. Man könnte es also auch bei den Bässen anwenden aber da ist es nicht nötig, weil der Basspegel deutlich höher ist und bei hohem Pegel ohnehin keine Kompression stattfindet. Ein eventuelles Grundgeräusch im Bereich der maximalen Ohrempfindlichkeit (5kHz) kann nicht stören, weil oberhalb 120 Hz nichts übertragen wird.

 

Gruß FH99

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Moin

 

Soviel ich noch weiss, wird bei Dolby A, ab ner gewissen Frequenz alles kompensiert bzw extrahiert. Das mit den verschiedenen Frequenzen müsste Dolby SR sein.

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Hallo,

 

es ist schon so wie ich sagte, Dolby-A hat 4 Frequenzbänder und SR hat dynamische Filter. Die Wirkungsweise von SR ist ziemlich komplex und nicht so einfach mit ein paar Worten zu erklären.

 

Gruß FH99

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FH 99 hat recht.

A Typ oder besser FILM NR Type 1 (Dolby A ist EIN Markenname für den Prozeß!!!! Es gibt viele kompatible!) hat 4 feste Frequenzbänder, die pegelabhängig komprimiert und expandiert werden.

Bei SR Typ (übrigens ISO Film NR 2!!!, auch hier ist Dolby SR nur EIN Markenname!) ist es komplexer, die Frequenzbänder sind nämlich nicht fest, sondern variabel. Die Erklärung kann gern erfolgen, doch da empfehle ich jedem sich selbst den Text (ein bisschen googeln) ausm WEB zu laden.

 

Stefan

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Ich kann das bestätigen, dass bei Dolby A Rauschunterdrückung der Frequenzbereich in 4 Bereiche aufgeteilt wird, die dann unterschiedlich bearbeitet werden (nicht zu verwechseln mit dem im Consumer-Bereich eingesetzten Dolby-B System!). Bei SR ist die ganze Sache sehr viel komplexer, dafür aber im Endergebnis qualitativ sehr viel besser (speziell was den Dynamikumfang angeht).

 

Weiterhin möchte ich noch folgendes festhalten: bei 70mm-Kopien OHNE Split Surrounds sind die Bassspuren NICHT mit Dolby-Rauschunterdrückung bearbeitet. In den Prozessoren, die Dolby für 70mm-Magnetton-Anwendungen auf den Markt gebracht hat (CP100 bzw. CP200) sind nur 4 Rauschunterdrückungsmodule enthalten (L, C, R, und S). Bei Aufrüstung auf die Split Surround Variante musste der Prozessor um ein Accessory Unit erweitert werden, das zusätzlich zur für Split Surround notwendigen Cat.No. 158 u.a. auch noch zwei weitere Rauschunterdrückungsmodule (Le, Re) enthielt.

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Waren die CP-100 Einheiten grundsätzlich kompatibel mit Format 43 Prints? Sprich: Konnte man die Bässe wiedergeben ohne die Surroundanteile tw. im Ton zu haben? Sicher hatte man Weichen, aber waren die zu Anfangs schon effektiv genug um die später eingeführten Surrounds vollständig aus dem Signalweg zu entfernen? Angeblich beginnen die Stereosurrounds ja erst ab 500Hz.

 

mfG

Christian Mueller

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SR [...] ist komplexer, die Frequenzbänder sind nämlich nicht fest, sondern variabel. Die Erklärung kann gern erfolgen [...]

Stefan

Sind doch aber (z.B. Cat. 280T) stets 20-bandige Equalizer-Karten mit einer daher differenzierteren Entzerrerkruve, genannt nach der "Kuhschwanz"-Charakteristik? :lol:

Also doch immer die gleiche Karte für Licht- und/oder Magnetton. Was ist dann "variabel" (ich weiß das leider nicht...)? Erinnere mich nur, daß bei 70mm-Mag-Kopien mitunter keine zuverlässigen Voreinstellungen dieser Karten garantierbar waren und sie sich daher oft auch "pumpend" gebärdeten. :?

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