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Filme geschmeidig machen - wie?


DC
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Schrumpfungen sind relativ gering bis gar nicht.

 

Der Vorbesitzer hat sie im Wohnzimmer ohne Dosen gelagert.

 

Ein Kollege meinte, ich solle Silikonspray nehmen. Wobei ich kaum glaube, das das wirkt.

 

Ein anderer sagte mit Apfel einlagern. Glaub ich ehrlich auch nicht dran.

 

Filmrenew von Urbanski hab ich nicht mehr.

 

Ich hab die Stege repariert, hab aber Angst, das beim nächsten Durchlauf weitere Schaeden auftreten.

 

Da es sich um einen sehr seltenen Klassiker handelt, lohnt sich der Aufwand.

 

Koennte eine Einlagerung in Dose mit vollgetraenktem Tuch/Watte mit Glykol oder Vinylpfleger fuer Kunststoffteile helfen?

 

So richtig trau ich keinem von diesen. Filmrenew von Urbanski hat die anderen Kopien gerettet. Aber i finde keinen Lieferanten in Deutschland.

 

Selbst der hier viel zitierte Händler in Hamburg bietet es nicht mehr an.

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Leute, wir unterscheiden zwischen drei grundlegenden Filmträgerarten:

  • Cellulosenitrat oder Nitrocellulose oder Celluloïd, mit Schwefelsäure und Salpetersäure veresterte Cellulose, Weichmacher Campher, Lösungsmittel Aceton;

  • Celluloseacetate (di- und tri-) und Butyrat- und oder Propionat-Gemische, mit Essigsäure veresterte Cellulose, kein Weichmacher, Lösungsmittel Methylenchlorid, Methyl-Etyl-Ketone, Aceton;

  • Vollsynthetische Kunststoffe, vorab Polyethylenterephthalat (PET), keine Weichmacher, keine Lösungsmittel.

Wenn bei Acetaten das Essigsäureanhydrid infolge Zerfalls der Molekülketten entwichen ist, wir sprechen vom Essigsyndrom, kann man es nicht wieder einbringen. Stoffe, die man über längere Zeit eindringen läßt, Naphta und andere Kohlenwasserstoffe, tun nichts zur Hemmung des Zerfalls. Im Moment ist der behandelte Film labbrig, entspannter, er geht trotzdem kaputt.

 

Beim vorliegenden Fall scheint ein mechanisches Problem zu bestehen. Wenn die Lochstege brechen, das Material zwischen den Perforationslöchern in Längsrichtung, dann sind sie wahrscheinlich verletzt worden. Zähne von Transport- und Schaltrollen können in Abnutzung scharfe Kanten haben, an denen unter Umständen Einschnitte passieren. Typisches Beispiel dafür ist Normalperforation auf CinemaScope-Zahnrollen. Ich vermute jedoch etwas anderes, nämlich zu viel Zug von der Aufwicklung infolge Aktkoppelung auf Spulen. Da wird der Film von den Zähnen des Nachwicklers weggerissen. Nur leicht schiefer Zug und der Film leidet. Eine andere Schadenquelle sind Zahnkränze von Schneidetischen. Auf Schneidetischen darf man nur ersetzbare Kopien und frischen Film laufen lassen, außer man tausche den Zahnkranz ums Polygon-Prisma gegen einen für geschrumpftes Material.

 

Es gibt auch verkochten Film, das ist von der Heißbadentwicklung und Warmlufttrocknung schon im Kopierwerk vorgeschädigtes Material. Das ist aber durch Schrumpfung von mehr als 6 Promille gekennzeichnet.

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Nun, dann hat die Kopie wahrscheinlich verschlissenen Schaltrolle und Tramsportrollen gesehen und die Ecken der Perfolöcher sind alle eingerissen. Ist vielleicht boch spielbar auf original Schalt und Transportrollen vom BAuer im quasi Neuzustand sowie selbigen von Phillips oder Ernemann. Solche mit Evolventenverzahnung eben. Also keine gestanzen Dreieckszähne wie FP30 Vor/Nachwickelrolle sondern mit gerümmten Zähnen- Da gleitet dann die Perfo ins Loch und wieder raus, keine harten Schlaufenschläge sondern butterweicher Lauf. E15 mit neuen Zähnen dürfte da wohl am besten sein, deren Schlaufen sind sehr weic h und geräuscharm, Bei der FP und den Bauermaschinen ist die Schlaufe unter nach der Schaltrolle wesentlich stärker gekrümmt. Vielleicht auch die Version Bauer ohne Tongerät nach der Schaltrolle, also Stummfilmbetrieb und Tongerät dann oben auf den Kopf und mittels etwa 2 Sekundendelay den Ton wieder synchron bekommen.

Jens

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@DC:

 

Gegen die beschriebenen Einrisse hilft leider nichts. Da sich die Zerstörung bei jedem Durchlauf durch den Projektor weiter fortsetzt, ist die einzige Frage, wie oft Du sie noch spielen kannst. Bezüglich der Sprödheit würde ich es mit FilmGuard probieren, das aus UK problemlos lieferbar sein dürfte. Auch die von Jens gegebenen Hinweise finde ich hilfreich. Schlaufengröße nicht zu groß wählen, damit das Material nicht an den Zahnrollen verhakt, den Filmzug (Abwickelfriktion) und Andruck soweit minimieren, wie es geht.

Wenn es ein seltener Film sein sollte, der sonst nicht verfügbar ist, wäre jetzt Zeit für hochauflösende Digitalisierung oder Einlagerung in richtigem Filmarchiv für eventuelle spätere Restaurierung. Bei einer normalen Vorführkopie kann man nur raten, die o.a. Empfehlungen auszusprobieren und sich an den wenigen verbleibenden Vorführungen bis zur Unspielbarkeit zu freuen.

Edited by magentacine (see edit history)
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@magentacine

 

Ich haette ehr auf nicht zu enge Schlaufen getippt, damit das Material nicht zu stark beansprucht wird.

 

Eine kleine Krümmung bringt doch mehr Spannung im Material. So habe ich das mal in den Vorleseungen Werkstofftechnologie gelernt.

 

Das mit dem Zug hab ich eh beim Abwicklerarm auf minimal fixiert. Auch wird das Material vom ca. 100m Kern bzw. Spulen Kern abgewickelt.

 

Ich befürchte bald ehr, das der Vorbesitzer das Material mit irgendetwas behandelt hat. Es wirkt irgendwie wie mit "Weichmacher" behandelt.

 

Das Stege brechen ist mir nicht fremd. Das aber das Material bis ins Bild einreisst ist mit neu.

 

Titel kann ich leider aus bestimmten Gruenden nicht nennen.

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