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Rolando

mal wieder Fomapan R100: schwarzer Schnee

19 posts in this topic

Hallo Leute,

 

als blutiger Anfänger versuche ich so gut es geht, von eurem Wissen zu schmarotzen, ohne gleich alle die Millionen Fragen und Probleme zu posten.

Aber in all dem Try'n Error-Chaos wurmt mich zur Zeit sehr, dass ich überall von dem Problem des weißen Schnees beim Fomapan (ich habe noch garkeinen anderen Film benutzt 😉 )lesen kann und entsprechenden Ratschlägen, ich jedoch ständig mit 'schwarzem Schnee' zu tun habe. Diese 'Flocken' sind wirklich groß, in etwa so wie diese weißen Flecken, von denen öfters die Rede ist und von denen ich Scans gesehen habe. Auch so scharfkantig. Sie schwirren wild durchs Bild. Im Detail:

 

Entwickelt wird im HT-Rohr, das Problem tritt durchgehend bei jedem Bild vom Anfang bis zum Ende konstant auf. Entwicklung nach Friedemanns Rezept, dem alten, mit Kaliumpermanganat-Bleiche, alles in Aqua Dest.. Die Bleiche setze ich mit 97%iger Schwefelsäure. Calgon-Photo löst sich sehr schlecht/schleimt (wie hier auch schonmal iwo jemand angemerkt hat) löst sich aber mit kräftigem Rühren nach 10-15 min gänzlich. Kaliumpermanganat löse ich getrennt von der Säure, über 2 Tage vor Mischung der beiden Komponenten. 

 

Ich hatte Rost im Verdacht, da ich beim Bau des HT-Rohr Lüsterklemmen benutzt hatte. Diese nun aber gegen selbstgebaute Plastikklemmen ausgetauscht und gut gesäubert, jedoch gleiches Ergebnis. Dann alle Lösungen frisch angesetzt und zusätzlich durch Kaffeefilter gefiltert, gleiches Ergebnis.

Vl. das Leitungswasser beim Wässern?

Oder doch irgendwas mit der Bleiche und ich sollte auf Dichromat umsteigen? Aber warum schwarze Flecken?

Oder könnte das tatsächlich Staub sein? Ich dachte nämlich nicht, das Staub so aussähe, hatte es bisher für kein so großes Problem in meinem Prozess gehalten.

 

Vielleicht hat ja jemand Lust, mit mir mitzurätseln? 😉

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So, nun hab ichs doch noch geschafft, ne selten grottige Digitalisierung hinzulegen, leider ist meine Projektorleuchte so schwach, dass ich die Iso voll hochschrauben musste und überhaupt gelingt es mir in der Eile gerade nicht gut. Fokus ist auch eher so olala an der Digicam, dass analoge Bild ist gut scharf. Entschuldigt bitte, dass ich euch das zumute 😉 Aber man erkennt deutlich diese schwarzen Punktschwärme, hoffe ich. Die Schlieren/Helligkeitsschwankungen sind im übrigen erst bei dieser Entwicklung aufgetaucht, tippe aufs Netzmittel, sind üble schmierige Flecken auf dem Film verblieben. Habe keinerlei digitale Nachkorrektur vorgenommen.

 

Sollte dieses Pixelchaos nicht ausreichend für eine Beurteilung sein, will ichs gern nochmal mit mehr Ruhe versuchen.

Im übrigen ist mir aufgefallen, dass die schwarzen Punkte sich ganz selten auch mal mit weißen Punkten der selben Art abwechseln, so wie es oft bei dem Bleichproblem geschildert wird.

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Die Wasserfontaine sieht solarisiert aus. Ist der Film richtig gebleicht? Ist der Film richtig schwarz weiß oder ist er bräunlich? Nutzt du auch das Klärbad? Bei Permanganatbleiche entsteht Braunstein, der bei unzureichender Klärung als Schlieren übrig bleiben könnte.

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Danke für eure schnellen Antworten!

Ich werde es morgen nochmal abfilmen, diese Video ist mir echt hochgradig peinlich, aber irgendwie interessiert michs Digitale gerade einfach garnicht mehr 😉

 

Es ist definitiv nicht solarisiert, die Lichtsituation war nur abgefahren. Erst ist der Himmel tatsächlich dunkler als die Fontäne und dann im krassen Gegenlicht die Fontäne wiederum dunkler mit den Highlights am Rand des Wasserschweifs.

 

Der Film ist auch schwarzweiß, die Digicam war gerade nur auf Tageslicht gestellt, unkorrigiert. Klärbad benutze ich auch, etwa 1min (wobei dieses mit Natriumdisulfit schon ganz übel stinkt!)

 

Ich werd morgen nochmal einen schlierenfreien Streifen (mit schönerem Motiv, Spoiler: Rehe zwischen Grabsteinen!) einstellen.

 

Das mit Staub wär toll, also als Lösung des Problems, was sich sicherlich ganz gut in den Griff kriegen ließe! Tatsächlich ist die Trocknung nicht gerade beispielhaft: Auf der Wäscheleine im Bad, vorher nochmal Luftfeuchtigkeit erhöht. Allerdings hängt er da gewöhnlich über Nacht, also 12h+...

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Ich hatte mal Dreck in der Entwicklungsspule (Lomo-Tank), der sich dann im Erstentwickler (E6) verteilt hat. Sah ähnlich aus. Tipp: sieh dir die Schicht mal unter der Lupe an. Wenn die Flecken unentwickelt sind (also unentwickelte Schicht zu sehen ist) hast du dasselbe Problem... Sauberkeit ist im auch im Labor das A und O!

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Ja, so eine Vermutung hatte ich auch.

Ich hatte eben wegen der Punkte vor der letzten Entwicklung eine große Säuberungsaktion gemacht, wie gesagt z.B.

-jegliches Metall/Lüsterklemmen entfernt und durch Plastik ersetzt

-die Dichtungsringe, die nach Friedemanns Anleitung als Abstandshalter auf der inneren Entwicklungsröhre saßen entfernt, die waren wahre Drecksschleudern, hab alles mit Iso gesäubert

Doch das Ergebnis sah gleich hagelig aus. 

Wie säuberst du/ihr denn den HT-Tank?

 

Filtert ihr eure Lösungen eigentlich vor jeder Entwicklung? Ich hatte nämlich im Erstentwickler, der Bleiche und im Klärbad nach der Entwicklung immer schwarze Stückchen, also in Staubgröße.

 

Und bezüglich Staub will ich beim nächsten Durchgang mal Iso zum Trocknen probieren. Oder habt ihr noch Ratschläge diesbezüglich?

 

Das neue Beispielvideo kommt erst heut abend, kanns Zimmer nicht richtig verdunkeln 😉

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Ja, filtern schadet nicht. Eine Gefahr kann von Wasserleitungen ausgehen, d. h. wenn da Rost mitkommt, nur kleine Teilchen, die man nicht sieht, dann ist der Entwickler verdorben. Entwickler mit destilliertem Wasser ansetzen und mit wenigstens gefiltertem Wasser vor dem Gebrauch verdünnen. Ionentauscher sind gut, Kunstharzpatronen gehen auch, aber an destilliertes Wasser kommt nichts heran. Das ganze Entwicklungsmaterial muß blitzsauber sein. Trocknen nur in staubfreier Luft, kein Durchzug, kein Fön.

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So, hier nun Teil 2.

 

Die Aufnahmen sind nicht supergut geeignet für eine allgemeine Beurteilung, ich weiß, aber die Punkte kann man ja ganz gut sehen. Ich selber habe aus diesem Versuch folgendes abgeleitet: 


-gefilmt wurde mit 16fps, dadurch vermutlich die starke Bewegungsunschärfe
-man sieht an manchen Stellen etwas die pulsierende Schärfe, die ich in einem anderen Thread angesprochen habe. Das habe ich durch das Biegen der Spule im Griff (gefilmt im übrigen größtenteils mit 36mm, also eh recht schwierig wenn handgehalten)
Achja, Schärfe ist oft eher so olala, weil vergessen zu fokussieren 😉

 

Um nochmal auf frühere Punkte zurückzukommen:
-ich würde sagen, dass der Film richtig gebleicht ist. Ist zwar nicht hundertprozentig schwarzweiß, das liegt aber glaube ich an der Halogenlampe

 

Ich will beim nächsten Mal Isopropanol zum Trocknen probieren, also nach einer Empfehlung, die ich hier mal gelesen habe. Ob das auf Dauer gut ist, steht wohl in den Sternen, aber vielleicht kann ich damit Staub so reduzieren, dass die Punkte weniger sind und das Problem damit gefunden ist. Meine ‚Dunkelkammer’-Situation ist nämlich nicht ideal, Badezimmer einer WG… Habt ihr noch andere Empfehlungen?

 

Zur Sauberkeit des Equipments: leider habe ich keine Lupe, mit der ich so stark vergrößern könnte, dass ich die Farben der Flecken beurteilen könnte. Aber grundsätzlich klingt es so, als wenn ich auch an der Sauberkeit arbeiten müsste. Werde für nächstes Mal die Chemie neu ansetzen, steht eh an, in sauberen Behältern und den Tank nochmal gründlich abspülen. Das hab ich bisher mit Leitungswasser mit starkem Strahl aus der Brause gemacht, gleich nach der Entwicklung. Wie geht ihr da vor? Ist es gut oder gar kontraproduktiv, vor der Entwicklung den Tank nochmal abzuspülen? Oder schadet das irgendwie?

 

Achja, meine Lösungen sind alle mit Aqua dest. angesetzt. Nur wässern und am Ende die Reinigung kann ich wohl kaum mit Aqua dest. vornehmen. 

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vor einer Stunde schrieb Rolando:

Zur Sauberkeit des Equipments: leider habe ich keine Lupe, mit der ich so stark vergrößern könnte, dass ich die Farben der Flecken beurteilen könnte.

Man kann Objektive als Lupe "missbrauchen". Ich benutze gerne ein altes 50er Objektiv bei offener Blende als sehr gute Lupe. Das war ein 50Cent Wühlkisten-Schnapp auf einer Kamerabörse. Du kannst sogar mal das Objektiv deines Filmprojektors ausprobieren. Es geht weniger um die genaue Farbe des Drecks sondern eher um die Form und wie sie auf dem Film aufliegt. Denkbar wären auch Flecken von nicht voilständig gelöstem Kaliumpermanganat bzw. dem Braunstein. Bei Kaliumpermanganat-Bleiche kann die Emulsion sich teils lösen und sich als Dreck daneben auf dem Film absetzen.

 

Ich ziehe meine Filme vorm Trocknen einmal durch ein nebelfeuchtes Kunstleder-Fenstertuch. Gibt es öfters günstig als Fensterwundertuch im 1-Euro-Shop. Ich schneide das Tuch in Stücke, dann kann man für alle ein bis zwei Filme ein neues Stück nehmen. Bei mir hat das noch nie Kratzer verursacht.

 

vor 1 Stunde schrieb Rolando:

Ist es gut oder gar kontraproduktiv, vor der Entwicklung den Tank nochmal abzuspülen? Oder schadet das irgendwie?

 

Nur wässern und am Ende die Reinigung kann ich wohl kaum mit Aqua dest. vornehmen. 

Der Tank muss beim Einspulen des Films vollständig trocken sein. Das geht kaum, wenn man ihn kurz vorher geputzt hat.

Wässern immer mit Leistungswasser. Reines Aqua dest lässt die Emulsion zu stark quellen. Außerdem gibt es mit den Mineralien des Leitungswassers Ionenaustauschprozesse.

 

 

P.S.: Zum Film selber empfehle ich Bücher zur Filmgestalltung. Es kann auch ein Buch zu Video sein. Schaue dir mit einem ehrlichen Freund kritisch deine Filme an, was ist gelungen und was weniger?

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Danke vielmals, Theseus! 

 

Ich werde mir den Streifen demnächst unterm Objektiv anschauen. Bezüglich Braunstein: Die Bleiche war frisch angesetzt (mit Calgon-Photo), vl 2h vor der Bleichung. Könnte sich da trotzdem schon Braunstein gebildet haben? War auch ein vollkommen unbenutztes Gefäß... 

 

Bezgl. dem ansetzen mit Aqua Dest.: du benutzt aber auch für die Lösungen nur Aqua Dest. und gar kein Leitungswasser, oder? Also für die Lösungen nur Aqua Dest. und Wässern mit Leitungswasser, dachte ich.

 

Und noch zum Film selbst: ich denke, dass ich da andere Ansichten vertrete als die meisten hier im Forum, ohne jemandem auf die Füße treten zu wollen (aber die Vielfalt von Meinungen ist ja was wunderbares!). Filme (besser: Videos) mache ich nicht erst seit gestern, sondern seit 7 Jahren oder so. Angefangen hatte es mit Dokumentationen, die auch öffentlich vorgeführt wurden. Dann lag mein Interesse bei Spielfilmen, im weitesten Sinne (Richtung Tarkowksi, Bergman... ). Einer dieser Filme ist auch bei youtube, falls Interesse. 

Aber meine Sicht auf Film hat sich im letzten Jahr drastisch geändert, vor allem durch meinen Umzug nach Wien. Ich sehe/studiere hier den Filmzyklus im Filmmuseum mit der Filmavantgarde und fühle mich dabei endlich zuhause. Also Filmemacher wie Peter Kubelka, den ich schon kennengelernt habe, Brakhage, Michael Snow... achja, auch Richard Tuohy, der hier ein Begriff sein dürfte. In der Essenz heißt das, das ich mich nicht gegen den klassischen (Studio)-Spielfilm wende, sondern den Unterhaltungsfilm als einen (sehr kleinen) Teil der Möglichkeiten von Film erachte, der mich in meinem Schaffen allerdings nicht interessiert. Meine Filme sind zwangsläufig nicht einfach zu konsumieren (da beruhigt es mich, dass auch bei den ganz großen der Avantgarde immer nur 10 Leute im Kino sitzen und es nach der Vorstellung nur noch 3 sind), sie versuchen auch nicht, unsere Welt erkennbar darzustellen. Sie sind gewissermaßen Experimente, ohne den bösen Begriff Experimentalfilm nutzen zu wollen.

Nun fange ich gerade ganz frisch damit an, das Medium Film in mein Schaffen aufzunehmen, und da gibt es erstmal sehr viele neue technische Aspekte zu erlernen. Aber ein Lehrbuch für meine Art, Filme zu gestalten, gibt es nicht, dass muss ich selber in mir finden. Und im übrigen gibt es auch keinen Freund, dem sie gefallen oder dem die Filme gefallen, die ich feier 😉 

  • Thanks 1

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Alles klar, es war nur ein freundlich gemeinter Hinweis. Da ich dich nicht kenne, konnte ich nicht wissen, ob du blutiger Anfänger bist oder Filmkünstler. Dafür waren die Aufnahmen auch zu kurz. Danke für die Vorstellung. Mit dem kritischen Anschauen gilt trotzdem, da Schmalfilm seine eigene Bildwirkung hat, die ihn von Video unterscheiden.

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vor 2 Stunden schrieb Rolando:

Und noch zum Film selbste gefallen, die ich feier 😉 

Die schnellen und dadurch unscharfen Schwenks über die Gräber sind schon ok - kann im richtigen Zusammenhang gut wirken.

Aber Du lässt Dich da eh nicht irre machen.

Zu den Flecken:

für mich ist das einfach ganz einfach ordinärer Dreck/ Staub.

Derr FIlm  sieht ansonsten doch ordentlich belichtet und entwickelt aus. 

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@Theseus: ich habs auch überhaupt nicht übel aufgenommen und du hoffentlich auch nicht. Ganz im Gegenteil, ich bin total dankbar für jede Hilfe. Aber ja, vielleicht war ich ein wenig Vorlaut? Argh, paar Tage hier am Schreiben und schon red ich mich um Kopf und Kragen 😉 Ich stell mich bei der Gelegenheit kurz vor: eigentlich heiß ich Roland, 30 und definitv blutiger Anfänger in allem, aber mit Vorsatz! Ich filme seit Februar, nachdem ich vor einem Jahr verstanden habe, dass ich noch gar keine Filme sondern nur Videos gemacht habe 😉 Dazu benutze ich ne D8L und bald vielleicht ne D8LA, wenn meine haarsträubende Wartung gelingen sollte. Und ich bin absolut süchtig nach dem Drücken des Auslösers bei eingelegtem, unbelichtetem Film geworden! Entwickeln ist dagegen die Hölle für mich... So richtig zuhause fühl ich mich beim (bisher digitalen) Schnitt. Und ich bekenne mich zu meiner Abneigung gegen Gestaltungslehrbücher 😉 Wo kommst du eigentlich her im Ruhrgebiet, ich bin ursprünglich aus Ddorf.

 

Soweit so gut, ich merke auch, dass ich wohl filmtechnisch nicht sauber genug bin. Werde mir alle eure Ratschläge zu Herzen nehmen, ausprobieren und Rückmeldung geben. Danke in die Runde!

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