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SteffenK

Siemens 2000 macht keinen Mucks mehr

39 posts in this topic

vor 40 Minuten schrieb Filmtechniker:

Der Siemens & Halske »2000« ist mechanisch ein sehr guter Projektor. Das Elektrische stammt aus dem Giftschrank. Auch mir sind Motorkontakte verschweißt, Kondensatoren explodiert, Widerstanddraht abgebrochen. Es gibt noch bessere Geräte und einen Haufen schlechtere.

Also einschalten, Eimer Wasser bereithalten, Feuerlöscher und Werkzeugkasten daneben stellen und Telefonnummer der Feuerwehr immer griffbereit halten? (Die Atemmaske habe ich mal nicht erwähnt). 😉 

Ich verstehe den Spannungswandler übrigens nicht. Wie soll man da was verstellen? Diese Schraube ist z.Zt, ganz hineingedreht.(Bedeutet was?)Ich möchte da nicht planlos dran herumdrehen. Ist der äußere Ring mit den Volt Aufdrucken zum Drehen gedacht? Er lässt sich nämlich nicht bewegen.

Edited by SteffenK (see edit history)

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Hallo Steffen,

 

ich möchte mich dann gern auch mal als Siemens 2000 Liebhaber zu Wort melden.

 

Ich nutze die div. Modelle (sowohl mit Untersatz- und Anbauverstärker als auch die "neueren" Geräte mit Transistorverstärker) seit ca. 18 Jahren, seit ich mit dem Filmhobby begonnen habe.

 

Ich kann natürlich nur von meinen Erfahrungen sprechen, es muss allerdings jeder selbst wissen, was er macht bzw. "riskieren" möchte.

 

Meine Geräte sind bisher noch nie in Brand geraten bzw. "explodiert", ich hatte bisher vor ein paar Jahren mal einen Kondensator, der geplatzt ist (damals in Berlin beim Filmertreffen), ansonsten ist mir nur ein paar mal der Fliehkraftregler zusammengeklebt, d. h. der Projektor gibt richtig Gas, da die Kontakte aneinanderhaften.

 

Ich nutze die Maschinen sowohl für Kurzfilme als auch für Filmabende über mehrere Stunden. Spielfilme sind auch kein Problem. Es gibt natürlich hellere Lampen als im Siemens, besseren Ton bei neueren Maschinen, ich habe aber überwiegend Filme aus den 30er bis 50er Jahren, da passt meiner Meinung nach eine Vintage-Maschine recht gut zu. Außerdem muss ich kein Kino bespielen, höchstens Open-Air im Garten (wie zu Halloween demnächst :72_imp:)...und gut aussehen tut sie auch noch....

 

Natürlich bin ich immer in der Nähe, wenn der Projektor läuft, die Asbestplatten im Lüfter, sofern vorhanden, habe ich entfernt, ansonsten möchte ich diese Diskussion nicht wiederaufleben lassen, es gibt hier im Forum viele Beiträge über das Thema.

 

Die meisten Projektoren betreibe ich mit Vorschalttrafo auf 110 Volt, da wird der Widerstand nicht so heiß und ich habe freie Lampenwahl (500, 750 oder 1000 Watt).

 

Zu Deinen Fragen: Wenn Du die Kunststoffschraube herausdrehst, wirst Du die Gerätesicherung finden, die entsprechend der voreingestellten Spannung getauscht werden soll (steht ja auch auf dem Schild). Für die Spannungswahl sollte irgendwo eine Markierung zu finden sein (sehe ich auf dem Bild leider nicht), woran man sich orientieren kann.

 

Für den Betrieb <220 Volt unbedingt einen Trafo verwenden, ansonsten sind Verstärker und Motor hin, außerdem musst Du in diesem Fall den Lampenwiderstand tauschen.

 

Dein Projektor hat bereits die Kunststoffclipse an den Filmführungen, d. h. es sind keine Ölpunkte markiert. Man hat das damals als "wartungsfrei" verkauft, die verbauten Lager sind Sinterlager, die ein Projektorleben lang halten sollen. Können nach 60 Jahren trotzdem festfressen.

Ich bin auf diesem Gebiet kein Experte, ist bei mir noch nie passiert, ich habe aber das Fettdepot im Projektor immer neu befüllt um dem vorzubeugen.

 

Ich wünsche Dir viel Spaß mit dem Projektor, weitere Fragen einfach schreiben.

 

"Hier werden Sie geholfen".

 

Silas

  • Thanks 1

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vor 1 Stunde schrieb Silas Leachman:

 

Hallo Silas,

 

also, ich hatte vorhin den Siemens einfach mal komplett montiert und mit einem FWU-Film über die Ringelnatter laufen lassen. 😉 Er lief 15 Minuten lang an einem sicheren Platz unter Beobachtung. Läuft absolut butterweich. Das Bild ist um Welten besser, als mit dem Fite 16, auch bessere Bildschärfe. Meiner hat eine 500W Birne drin. Der Vorwiderstand ist natürlich schon eine Hausnummer. Ein Elektrogrill hat heutzutage sicher weniger Leistung. Ansonsten keine komischen Gerüche, Garnichts, auch nicht besonders laut.

Das Einzige, was mir noch fehlt ist der Ton. Tonlampe ist an, Verstärker zugeschaltet, aber, da tut sich nichts. (Gut, Ton brauche ich nun nicht für meine eigenen Filmchen, aber wäre halt schon ganz nett mal so für einen Spielfilm)

Wo bekomme ich so einen Vorschalttrafo her? Wenn ich mein Modell ohne das Tonmodul betreibe, habe ich doch keine weitere Einstellmöglichkeit, richtig? Am Tonmodul gibt es am Spannungsvorwähler KEINE Markierung,(siehe Foto), das ist es ja.

Wo befindet sich da ein Fett-oder Öldepot am Gerät? Das konnte ich noch nicht ergründen. Die im Internet auffindbaren Betriebsanleitungen sind leider sehr dunkel kopiert, bzw. gescannt. Man erkennt da vieles leider nicht.

Wie gesagt. Ich habe das Gerät einfach mal 15 Minuten mit dem Film Probe laufen lassen und mir erscheint bis jetzt alles völlig normal.

 

Gruß,

 

Steffen

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Sehr schön! Ein Gerät der vorletzten Bauserie und sehr selten! Danach kam als letzte Serie nur noch die bunte Kuh.

 

Daher ist hier besonders viel Asbest drin.

 

Ich meine mich dunkel zu erinnern, daß der Spannungsumschalter nach rausdrehen der Sicherung abgezogen und anders wieder reingesteckt wird.

 

LG Martin

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Wenn man mit dem Motorkontakt einen Diac oder Thyristor ansteuert ist der Abbrand sehr gering und lässt sich super Entstören. Die Originallampe habe ich drinnen gelassen, das Licht ist schön und ich habe noch Kistenweise Ersatz. Photozelle ist durch BPW ersetzt und die Tonlampe durch einen superhellen LED Strip. Die Mechnanik ist genial robust und fast unkaputtbar. Ich mag den 2000der sehr.

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vor 3 Stunden schrieb Silas Leachman:

Die meisten Projektoren betreibe ich mit Vorschalttrafo auf 110 Volt, da wird der Widerstand nicht so heiß

Mein Vorwiderstand heizt im Winter ideal die ganze Wohnung  😉 Aber der Projektor selbst läuft immer noch wunderbar nach dem Austausch der Kabel, Ersetzen des Keilriemens und Schmierung. Sogar eine Ersatzlampe ist noch vorhanden. Einen Siemens 2000 für Lichtton habe ich auch. Läuft genauso problemlos! Wunderbares Gerät.

 

KINOX-N_01.JPG

KINOX-N_02.JPG

KINOX-N_03.JPG

KINOX-N_04.JPG

Kinox-N_05.JPG

SIEMENS2000_01.JPG

SIEMENS2000_02.JPG

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 Ton habe ich diesem Siemens 2000 Exemplar bislang nicht entlocken können. Keine Ahnung, woran es liegt. Macht aber nichts. Für meine eigenen "Stummfilmzwecke" wirklich ein wunderbares Gerät.

Für gelegentliches Abspielen eines Tonfilmes kann der Fite 16 CN dann dienen.

Ich habe auf dem S2000 übrigens die 55mm Standardoptik drauf. Da muss ich mal schauen, ob man mit einem WW Konverter noch was machen kann, sonst muss der Projektionsabstand natürlich sehr groß sein.

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vor 7 Stunden schrieb tornadofilm:

Wenn man mit dem Motorkontakt einen Diac oder Thyristor ansteuert ist der Abbrand sehr gering und lässt sich super Entstören. Die Originallampe habe ich drinnen gelassen, das Licht ist schön und ich habe noch Kistenweise Ersatz. Photozelle ist durch BPW ersetzt und die Tonlampe durch einen superhellen LED Strip. Die Mechnanik ist genial robust und fast unkaputtbar. Ich mag den 2000der sehr.

 

Hast Du dazu einen Schaltplan?

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vor 7 Stunden schrieb tornadofilm:

Photozelle ist durch BPW ersetzt und die Tonlampe durch einen superhellen LED Strip

Also Photodiode oder Phototransistor ? Der Umbau auf Thyristor oder Diac würde mich auch sehr interessieren. Wenn notwendig, Platinen herstellen kann ich selber. Mach ich seit 1974, nur heute eher auf eine modernere Art 😉 

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Am 28.8.2019 um 00:03 schrieb k.schreier:
Am 27.8.2019 um 23:01 schrieb Gizmo:

Bewegungen sehen mit 24 fps besser aus als mit 18.

Diese Diskussion haben wir hier öfter - auch bei Super-8.

Und ich halte das nachwievor für ein Gerücht.

 

Ich weiß, was ich gesehen habe. Du glaubst etwas, was Du offensichtlich noch nicht gesehen hast.

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Photozellersatz ist in dem Fall eine Fotodiode, BPW 34 von Siemens. Nach der Schaltung suche ich, habe das Teil vor über 10 Jahren umgebaut, der Aufwand hält sich in Grenzen.

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Es gibt zwei Grundeinflüsse (Fremdwortliebhaber, Achtung: Prinzipfaktoren) auf die Bewegungsaufname und -wiedergabe. Einer ist die Bildfrequenz, der andere die Belichtungszeit. Ganz knapp gefaßt

 

Mit steigender Bildfrequenz werden die Bewegungen feiner aufgelöst, dem kann niemand widersprechen. Man erreicht allerdings schon bei etwa 20 Aufnahmen in der Sekunde eine Güte, die darüber nicht mehr stark zunimmt. Um den Gewinn auszureizen, muß die Wiedergabe auf Großwand erfolgen. Das erkannte man bei CINERAMA, das mit 26 B./s lief. Für Todd-AO 70 mm ging Goldbogen auf Tempo 30. Nach zwei, drei Produktionen setzte er auf 24 zurück. Showscan läuft mit 60 B./s, das mit einer einzigen Dunkelpause verbunden ist. Man ist da aber nach einer halben Stunde restlos reizüberflutet.

 

Fast noch größeren Einfluß auf die Bewegungsgüte hat das Verhältnis zwischen tatsächlicher Aufnahmezeit und derjenigen, während der nicht aufgenommen wird, weil hinter verschlossenem Bildfenster der Film vorangetrieben werden muß. Es ist eine Gewöhnung, daß Filmprojektion ein wenig härter, hapriger aussieht als Fernsehen und Video. Das liegt daran, daß beim Fernsehverfahren PAL, um unsere entsprechende gesellschaftliche Gewöhnung aufzugreifen, 92 Prozent einer Handlung übertragen und nur etwa 8 Prozent unterschlagen werden.

 

Wenn man also Filmaufnahmen mit Tempo 16 macht und spielt, dann fallen kleinere Öffnungswinkel des Kameraverschlusses mehr ins Gewicht als bei schnellerem Filmlauf. Das weiß man seit den Anfängen. Le Prince hatte einen (im Stillstand) verstellbaren Verschluß in der Kamera von 1888. Die Lumière experimentierten mit 240 Grad Öffnung, konnten die aber nur bei der Projektion einsetzen. Zur Aufnahme gingen sie auf 170 Grad zurück. Zum Cinématographe gehören zwei austauschbare Verschlußscheiben. Lange Jahre war Akeley alleine mit 230 Grad Öffnung bei seiner Kamera. Eine spätere Akeley-Tonkamera soll angeblich 280 Grad gehabt haben. Das bin ich noch am Verifizieren. Eine von einem George Schneiderman umgebaute Mitchell war 1934 mit einer 270-Grad-Öffnung versehen.

 

Das ist die Lage bei der unterbrechenden Methode. Bei ununterbrochen laufendem Film, eher bekannt von Betrachtern und vom Mechau-Projektor sieht alles weicher, fließender aus. Die Güte insgesamt steht aber hinter der intermittierender Geräte zurück, weil die Bilder immer ein wenig „umkippen“, „wabern“.

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vor 22 Minuten schrieb tornadofilm:

Nach der Schaltung suche ich, habe das Teil vor über 10 Jahren umgebaut, der Aufwand hält sich in Grenzen.

Prima, das wäre ganz fein!

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