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Was ich mich schon lange frage: Warum waren eigentlich früher so viele Projektoren und Lampen für 110V ausgelegt und haben mit riesigen Widerständen und entsprechender Hitzeentwicklung von 220V runtergeregelt?

Hatte es z.B. der Siemens 2000 so sehr auf den US-Markt abgesehen?

 

Bestimmt ist die Antwort ganz einfach. Ich kenne sie aber nicht. 🙂

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Es ist so einfach wie die Physik. Eine Lampe wird lichttechnisch umso interessanter, je stärker der Strom fließt. Bei einer gegebenen Leistung also Spannung niedrig halten und Strom verstärken. Bogenlampen werden typisch mit halber Netzspannung gezündet, z. B. 55 Volt. Wie der Anlassermotor, der kurzzeitig einige Hundert Ampère ziehen kann – da geht etwas. Die gerade a. a. O. angesprochene Flachkernwendellampe 36 V, 400 W, läßt, einfache Rechnung, über 11 A durch.

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Posted (edited)

Doh. R=U/I kenne ich. Aber das man dafür immer gleich eine Heizung mitgebaut hat, das habe ich nicht gedacht. Und warum keine einfache Leistungsdiode für nur eine Halbwelle? Gab's dir damals noch nicht? Der Glühwendel müsste doch lange genug nachleuchten, um die Lücke zu überbrücken. 

Edited by F. Wachsmuth (see edit history)

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Nein, nur eine Halbwelle würde flackern. Kannst Du  selbst ausprobieren. Trafos waren deutlich schwerer als ein Vorwiderstand, vermutlich auch teurer. Davon abgesehen waren Gleichrichter, die 10 Ampere abkonnten in den 1960ern recht exotisch und teuer.

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Posted (edited)

Ich versuche auch mal eine Erklärung:

1) kleinere Spannung = kleinere Glühwendellänge, damit einfacher auf das Bildfenster auszulegen

2) kürzere Glühwendel = höhere Temperatur, damit mehr und weißeres Licht (das meinte wohl Simon)

3) es gab IIRC nach dem Krieg noch verbreitet und vereinzelt noch bis in die 60er auch in Deutschland 110V, man ersetzte dann den Vorwiderstand einfach durch eine Brücke.

1 von den 3en oder alle zusammen werden vermutlich am Ende der Grund gewesen sein.

Das mit der Diode wäre in der Tat eine blöde Idee, flackert.

Edited by Helge (see edit history)
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Meines Wissens gab es bis in die 50er/60er Jahre in Deutschland versch. Strom- bzw. Spannungssysteme (von 110 - 220 Volt), sowohl Gleichspannung als auch Wechselspannung.

 

In den 60er Jahren wurde die Netzspannng auf 220 Volt Wechselstrom verienheitlicht.

 

Die Siemens 2000 Projektoren als "Kind" der 50er sind daher ideal für ihre Zeit ausgestattet: Man kann die Spannung von 110 Volt bis 230 Volt einstellen und es gibt für die Lampen eine Fülle von versch. Widerständen, um in möglichst vielen Stromnetzen betrieben zu werden.

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Betreffs der Wendel, sie dehnen sich aus, der Abstand verringert sich und es käme bei 310V Spitzenspannung einfach zu Kurzschlüssen zwischen den Wendellagen durch Lichtbögen. Daher die niedrige Spannung. Und je kleiner der Wendel, deso mehr nähert er sich der idealen Punktlichtquelle an. Ist der Flachwendel eh weit weg von, nur muß davon quasi alles im Bildfenster abgebildet werden. Daher auch die einlagige Flachwendellampe, die sich halt nur klein bauen läßt bei niedrigen Spannungen.

Bei der Masse an Draht dürfte das kaum flackern bei Halbwellenbetrieb, jedoch gab es damals nur Selengleichrichter, die waren teuer, und die erlaubten ja auch keine Spannungsanpassung an das vorhandene Netz. Deshalb gabs ja die Spartrafos mit einstellbarer Spannung, Anzeige für die Ausgangsspannung, damit das im Toleranzbereich blieb, und die 110V Lampen oder 75V Lampen. Oder die 30V der KN 20.

Hatte wir vor Jahren schonmal diese Thema, bei der Umrüstung der TK35 auf andere Lampen als die 110V Glühlampen.

Heute noch verwendet man in der Lichhtechnik (zwar aussterbend, aber dennoch) sogenannte ACL (Air-Craft-Landing) -Blinder, 8 Niedervolthalogenparlampen aus der Flugzeugtechnik, in Reihe geschaltet für 230V.

Jens

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Nun, davon ist so einiges eher unwahrscheinlich. Einen Lichtbogen in einer Glühlampe bekommt man normalerweise nicht, der dazu erforderliche Abstand von ca. 0,5 mm bedeutet einen Defekt und so ganz ohne Gas ist das sehr unwahrscheinlich.

Und Halbwellenbetrieb von Nicht-Halogen Hochvoltglühlampen flackert immer, dazu ist die Temperatur zu niedrig und die Masse zu niedrig, der Gedanke ist eher abwegig.

Es gab früher kaum Trafos für solche Leistungen im Heimbereich, die Wärmeabgabe hätte sehr gestört und das waren nach dem Krieg zumindest nie Spartrafos.

Du meinst vermutlich Stelltrafos, das waren in der Tat meistens Spartrafos, aber die gab es zu diesem Zeitpunkt nicht für Heimanwender.

Im Heimbereich waren die Hauptgründe wie oben beschrieben.

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vor 3 Stunden schrieb Jensg:

Betreffs der Wendel, sie dehnen sich aus, der Abstand verringert sich und es käme bei 310V Spitzenspannung einfach zu Kurzschlüssen zwischen den Wendellagen durch Lichtbögen. Daher die niedrige Spannung. Und je kleiner der Wendel, deso mehr nähert er sich der idealen Punktlichtquelle an. Ist der Flachwendel eh weit weg von, nur muß davon quasi alles im Bildfenster abgebildet werden. Daher auch die einlagige Flachwendellampe, die sich halt nur klein bauen läßt bei niedrigen Spannungen.

Das Hauptproblem bei hohen Spannungen bei Gluehfaeden ist, dass der Draht einen bestimmten Widerstand braucht, damit er eine bestimmte Lichtleistung bei einer bestimmten Spannung abgibt. Je kleiner die Spannung um so dicker kann der Draht werden. Er wird robust und bekommt eine vernuenftige Lebensdauer. Bei den Anforderungen an eine moeglichst kompakte Leuchtwendel bei Netzspannung, muesste der Draht so duenn gemacht werden, dass er mechanisch fragil wird und unterschiedliche Abnutzung innerhalb der Wendel im Betrieb sehr schnell zum Durchbrennen fuehrt. 

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Um wieder auf die ursprüngliche Frage zurückzukommen, kann man ganz einfach antworten: Weil die Netzspannung 110 Volt war, als die Projektoren verkauft wurden. Das Vorgehen, auf halbe Spannung zu bremsen, wurde schon damals angewandt, es hat 50-V-Lampen gegeben. Inflation auch hier

 

Bei der Elektrifizierung waren Haushaltkreise mit 4 Ampère gesichert, nach dem E. W. mit 6. Damit konnte man 600 W anschließen, d. h. 500-W-Lampe und 80-W-Motor (Trafo.-Verluste von 20 W angenommen). So war es bis in die 1960er Jahre.

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Nun,  wir reden hier ja eher von der Zeit nach dem 2. WK. in Europa war schon ziemlich zu Anfangs (d.h. im 19 Jh.) vielfach 220V angepeilt, weil man das Bogenlampenthema, das in den USA zu 110V geführt hat, hier m.W. nicht hatte (zumindest nicht im Vordergrund). Insofern war in den 50igern und 60igern in Europa schon 220V - 240V weitestgehend eingeführt.

Tatsächlich gab es aber auch in Deutschland aus historischen Gründen, wegen dezentralem Aufbau z.T. mit importierter Infratstruktur etc. noch lange kleine Bereiche mit 110V und sogar noch Gleichspannungsnetze wie zu Anfangs 100% in den USA auch noch hierzulande. M.W. hat es in Frankfurt noch bis Ende der 50iger ein Gleichspannungsnetz gegeben, daher auch der "Allstrombetrieb" für Röhrenempfänger und anderes (also komplett ohne Trafos), und evtl. auch für Projektoren. Ich kenne noch Geräte aus den 30igern, 40igern und 50igern, die spezifisch den Aufdruck hatten "Nur für Wechselstrom geeignet".

Wohnungen in Deutschland waren schon in den 60igern zumeist für 16A komplett ausgelegt und 10A je Kreis (von denen es oft nur 2-3 gab). Ich kenne aber noch Altbauten aus dem vorvorigen Jahrhundert, da wären 4 A schon zuviel 😉

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Wir hatten im Elternhaus in der Steiermark 1960 220V und Zweidraht-Oberputz-Leitungen, mit Stoff überzogen, dazwischen in regelmäßigen Abständen Porzellan - Isolatoren.

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Posted (edited)

Ja, kenne ich aus anderen Gegenden.

Ich habe mal in den späten 70igern in einer Wohnung aus der Gründerzeit auf der Basis seeehr brüchiger Unterputzleitungen mit Keramikisolierung Schukosteckdosen und Nullung nachgerüstet.

200qm mit 6ZKBB mit Orginal insgesamt. 3 Sicherungen á 10A.

Edited by Helge (see edit history)

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