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d-mount-Objektive länger als 38mm?


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Geschrieben (bearbeitet)

Da muß ich zurückfragen, wie genau du es haben willst. Was ich bis jetzt angetroffen habe, sind gut genaue Rackover. Beim Justieren passe ich die Maske in der Kamera an, obwohl dabei die Einmittung zum Objektivbefestigungsgewinde kompromittiert werden kann.

 

Das Problem kann nur mit einer klaren Entscheidung gelöst werden. Will ich den Ausschnitt des Genaueinstellsuchers aufs Objektiv zentriert haben? Dann muß eventuell am Rackover nachgebessert werden. Will ich wie beschrieben Ausschnitt und Rackover zueinander stimmen haben? Dann ist sehr genaue Übereinstimmung möglich.

 

Ob das Aufnahmebildfenster auf die Objektive zentriert steht, ist noch ein Mal eine Sache. Das ist alles zu haben, kostet aber und ist im Hinblick aufs Spiel zwischen Objektiv und Kamera je nach Betrachtungsweise falscher Aufwand. Jede/r kann selber ausprobieren, wie ein Objektiv beim Festschrauben in irgend eine Richtung geschoben werden kann. Das ist ein Grundproblem von Gewinden, von der LEICA über die C- und D-Mount-Optiken bis zum M 42.

 

Im Rahmen einer Revision richte ich das Aufnahmebildfenster auf Wunsch mittig zu den Revolvergewinden aus. Viel Raum ist da nicht, man kann die Bildfensterplatte bei leicht gelösten Befestigungsschrauben gerade so weit verschieben, daß es geht. Bei den Paillard-Bolex-H ab Nr. 100401 fällt dabei die Einmittung des Bildes auf den Film u. U. flach (ISO 466), weil die Filmführung von den Dimensionen der Bildfensterplatte abhängt. Um diese Norm zu erfüllen, muß je nach Exemplar die Platte bearbeitet oder sogar ausgewechselt werden. Gleichzeitig, das sollte man wissen, erfolgt die Filmseitenführung entgegen der Norm verkehrt, nach links. Zum Glück ist das aufgenommene Bild so viel größer als das projizierte, daß Fehler aus diesem Zusammenhang fast nie in Erscheinung treten.

 

Ihr werdet es nicht glauben, aber ich habe mich schon mit dem Gedanken getragen, neue Führungsrahmen und Bildfensterplatten herstellen zu lassen, die den Film nach rechts ausrichten. Die Nachfrage ist m. E. jedoch zu klein, als daß der Aufwand binnen nützlicher Frist wieder hereingeholt werden könnte. Es gibt so viele Einzelheiten, die man bei Bolex verbessern könnte, man müßte eigentlich ganze Modelle überarbeiten. Wer zahlt dann achttausend für eine neue Alte? Man kann sich ein altes Modell besorgen, das dem Film auf der rechten Seite die feste Anlage gibt. H-Kameras mit Nummer unter 100400 besitzen auch einen fehlerfrei arbeitenden Greifer, den Verschlußöffnungswinkel 190 Grad, und die ganz alten Aufzugmöglichkeit der Triebfeder am Kern für beliebig lange Aufnahme.

Bearbeitet von Film-Mechaniker (Änderungen anzeigen)
  • Thumsbup 1
Geschrieben

Danke für die sehr ausführliche Antwort. Das klingt für meine Ohren: Bolex hat das schon hinreichend genau hergestellt.

 

Nach all diesen Informationen ist mein Bedürfnis nach diesem Rackover schon deutlich gestiegen. Jetzt muss ich mich aber noch ein wenig zurück halten, denn ein neues Spielzeug lenkt immer ab und bis Ende Mai ist bei mir leider irrsinnig viel für die Erwerbsarbeit zu tun.......

Geschrieben

Ich würde mir keine Sorgen machen, kaum jemand kümmert sich um so altes, umständliches Zubehör wie Verschiebeuntersatz, mechanisch mit dem Objektiv gekoppelten Schnittbildscharfsteller (Ambol-Cine-Focus) oder flexible Welle zum Nachspannen der Triebfeder.

 

Der Hype sind PL-Mount an der Bolex, Käseplatten, Gimbalaufhängungen, Video-Assist und anderer völlig unnützer Plunder, abgesehen von Super-16.

 

Die H-Kamera sollte als verhältnismäßig schlanke, leichte und vielseitig anpaßbare Kamera benutzt werden: beliebig lange Belichtung einzelner Bilder, beliebiges bildgenaues Vor- und Zurückrollen des Films, beliebige Aufnahmedauer entweder mit Federnachspannen oder mit Elektromotor und Stroboskop fürs Tempo, usw. Magazinmodelle ermöglichen das Kontaktkopieren bis 200 Fuß (je 200 Fuß Ausgangsmaterial und Kopierfilm im 400er Magazin). Mit kompakten Objektiven ist die geladene H keine 3 Kilogramm schwer. Die H 8 nimmt Film für bis zu 8000 Bilder am Stück auf, acht Minuten zwanzig Sekunden ununterbrochene Aufnahmedauer bei Tempo 16 oder fünf Minuten dreiunddreißig bei Tempo 24. Drei Sekunden gehen für eine Klappe weg, also fünfeinhalb Minuten.

  • Like 1
Geschrieben
vor 6 Stunden schrieb Film-Mechaniker:

... H-Kameras mit Nummer unter 100400 besitzen auch einen fehlerfrei arbeitenden Greifer, den Verschlußöffnungswinkel 190 Grad, ...

Was hat sich denn ab 100401 verändert an Greifer und Öffnungswinkel?

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