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70 mm Festival in Frankfurt Main


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Bevor's im Cineplex wohl bald wieder losgeht, gibt es als Vorgeschmack im Deutschen Filmmuseum Frankfurt/M. am Schaumainkai 42 den Monumentalfilm SPARTACUS zu sehen und zu hören: Am 1. Mai um 16.00 Uhr und um 20.00 Uhr. Die restaurierte Version von 1991 sieht und hört sich deutlich besser an als die deutsche DVD, die nur vom 35mm-Scope-Intermed abgetastet wurde.

Diese 70mm-Kopie enthält eine bombastisch klingende Dolby-SR-Magnettonspur - die Museumsleitung versprach eine verschärfte Inspektion und Einmessung der dortigen Tonanlage und ein komplett unbeschnittenes und randscharfes Bild. Sämtliche Ouvertüren, Pausen- und Schlußmusiken werden zu hören sein.

Obwohl die englischsprachige Originalversion gezeigt wird, enthält unsere Kopie deutsche Untertitel.

Leichte Schrämmchen werden hoffentlich verziehen, und immerhin ist es die heute einzige Version, die sowohl in Farbqualität wie Schärfe vom Original einiges erhalten konnte.

Diskussionstoff ist gegeben, da sich einige Breitwand-Cracks der deutschen Szene im Museum einfinden werden und sich eine schöne Gelegenheit ergibt, die von den Frankfurtern sensationell gestaltete Stanley-Kubrick-Ausstellung zu bewundern (zu der auch eine 65mm-Todd-AO-Kameras aus dem Nachlaß des Maestros gehört, die bereits bei "Cleopatra" umwerfende Shots einfing ... :hasi:

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Es könnte die europäische Edition der NTSC-Criterion Collection von 2001 sein. Diese ist eine Abtastung vom restaurierten 65mm-Interpositiv (währendessen die derzeitige detusche DVD dieser Version nur von 35mm-Scope gemastered wurde, ähnlich "Lawrence of Arabia", "Ben-Hur", "Khartoum", "Grösste Geschichte aller Zeiten", "Cleopatra" u.v.a. angeblich "formatgerechte" und angeblich "restaurierte" DVD-Editionen. Nur sieht bei "Spartacus" nun alles besonders ärmlich aus, identisch übrigens zu der von Roland Johannes stolz im WDR gezeigten Fassung seit 2002, einer PAL-MAZ der besagten Scope-Abtastung.)

Generell alle "Spartacus"-Versionen seit 1991 sehen minderwertig aus, wohingegen kurz zuvor noch in der ARD gute MAZzen der alten europäischen Langfassung von CIC/UIP kursierten. Wer ältere 35mm-Kopien von "Spartacus" besitzt, egal ob auf Ferrania-, Eastman- oder Technicolor-Printmaterial kopiert) erkennt sofort den Unterschied zu allen Versionen der restaurierten Fassung.

Während Schärfe, Farbraum, Gradation, Dichte und Halbtonwerte der alten Versionen superb sind, ergeben sich in der neuen Version flaue Eindrücke von ausgewaschenen Farben, "absaufenden" Details und poröser Bildstruktur.

Die Criterion-DVD von 2001 entsprach dennoch aufgrund des hierfür immerhin verwendeten 65mm-I.P. in puncto Klarheit des Bildes eher dem Anspruch einer Großformat-Produktion als sämtliche alten und neuen Scope-Abtastungen, wurde aber fehlerhaft gemastered: "klatsch-gelb" die Farbe und leider auch viel zu hell (das läßt sich aber bei einigen Fernsehern und mit geübtem Auge deutlich mildern). Bleibt zu hoffen, das für den europäischen Markt nun ein echter PAL-Transfer vom 65mm-I.P. gemacht wurde (wie löblich bei "2001" geschehen, der auf PAL noch besser als auch NTSC aussieht, so wie es sich eigentlich gehört!).

 

Die im Frankfurter Museum zu sehene Kopie dieser restaurierten Fassung von 1991 weist im 70mm-Format mehr Farbkontrast auf als die Criterion-Abtastung, obwohl - perplexerweise - gleiche Ausgangsmaterialien vorlagen. Da aber im Zuge der Restaurierung eine Dupkopierung stattfand, die der originalen Schärfe des Kameranegativs einiges genommen hat, ist die "neue" 70mm-Kopie (von 1991) etwas dunkler abgestimmt, um den Korneindruck zu unterdrücken (vgl. auch "Vertigo"). Ein Kompromiß somit, der langfristig an solchen Filmen Interessierten nicht die Mühe erspart, mehrere Versionsvergleiche anzustellen, wozu auch die öfter im Cineplex-Frankfurt gezeigte Uraufführungsversion von 1960 gehört, die trotz Color-Fading und Aufhellung viel vom "plastischen Relief" damaliger Todd-AO-Filme erahnen läßt und die dt. Synchronisation beinhaltet.

 

Der Restaurations-Anhang in der Criteron-DVD-Version zeigt wenig, fast nichts über wiederverwendete Out-takes oder die Restaurationswege über angeblich zwei Technriama-Separationsauszüge, und er ist fachlich mit äußerster Vorsicht aufzunehmen. Verschiedene Darstellungen der Restaurateure zu bereits früheren Restaurierungen ("Vertigo", "Lawrence of Arabia", "My Fair Lady") haben sich letztlich als nicht haltbar erwiesen, und demonstrierte A/B-Vergleiche sind getürkt und kopierwerkstechnisch widerlegbar.

 

Die am 1.5. im Frankfurter Museum gezeigte Version ist zwar durch den Regisseur autorisiert, der 1991 selbst noch Hilfestellungen zur Restaurierung der ihm traumatisch in Erinnerung verbliebenen Douglas-Produktion leistete, jedoch müßten sämtliche Großformat-Produktionen, die in den letzten 15 Jahren eine Neuauflage auf Film oder DVD erfuhren, m.E. komplett neu restauriert werden, da hierfür kopierwerks- und restaurationstechnisch ein praktikables Bearbeitungs-Know-how jederzeit gegeben ist. Dies aber halte ich aufgrund der bereits ausgereizten Kino- und DVD-Auswertungen für eher aussichtslos, sofern sich nicht mehrere Kinoketten zusammenschließen, die gewillt sind, ein derartiges Repertoire herumzureichen.

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wer eine hervorragende dvd-restauration sehen möchte, dem rate ich zu DIE ABENTEUER DES ROBIN HOOD mit Errol Flynn.

 

Man mag es fast nicht glauben, aber dieser film wurde 1937 im Technicolor 3-Streifenverfahren gedreht und hat eine solch einmalige farbenpracht und schärfe, dass einem die heutige technik doch fast wie ein rückschritt anmuten kann

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wer eine hervorragende dvd-restauration sehen möchte, dem rate ich zu DIE ABENTEUER DES ROBIN HOOD mit Errol Flynn.

 

Man mag es fast nicht glauben, aber dieser film wurde 1937 im Technicolor 3-Streifenverfahren gedreht und hat eine solch einmalige farbenpracht und schärfe, dass einem die heutige technik doch fast wie ein rückschritt anmuten kann

 

Hallo!

 

...das kann ich nur bestätigen :)

Ähnlich auch bei "Vom Winde Verweht" erstaunliche Bildqualität wenn man bedenkt daß es auch so um die Ende 30er Jahre gedreht wurde.

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Aber eigentlich ist Film doch schöner und schärfer als Video!

 

Und es ist schade, daß nur selten noch über "Schärfe" im Kino diskutiert wird, wenn die entsprechenden Filme nur auf DVD zugänglich sind. Dem Thema des Threads folgend, hänge ich den Beweis der Gegenexistenz zum Medium Video an: ein fast ein halbes Jahrhundert alter Clip, der Schärfe zeigt, die ich auch im Digital Cinema so nie sah.

 

Gedreht übrigens vom fähigsten Monumentalfilm-Regisseur aller Zeiten (finde ich jedenfalls...). Weiß jemand den Namen des Regisseurs?? :smokin:

 

Spartacus__1960-er-Kopie__kompr.mod.jpg

(Bildnachweis: Universal Pictures)

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Aber eigentlich ist Film doch schöner und schärfer als Video!

 

Und es ist schade, daß nur selten noch über "Schärfe" im Kino diskutiert wird, wenn die entsprechenden Filme nur auf DVD zugänglich sind. Dem Thema des Threads folgend, hänge ich den Beweis der Gegenexistenz zum Medium Video an: ein fast ein halbes Jahrhundert alter Clip, der Schärfe zeigt, die ich auch im Digital Cinema so nie sah.

 

Gedreht übrigens vom fähigsten Monumentalfilm-Regisseur aller Zeiten (finde ich jedenfalls...). Weiß jemand den Namen des Regisseurs?? :smokin:

 

Spartacus__1960-er-Kopie__kompr.mod.jpg

(Bildnachweis: Universal Pictures)

 

Ich hoffe Du meinst nicht Stanley Kubrick. Für den war Spartacus nähmlich "nur* ein Auftragsfilm, der zu einem grossen Prozentteil von Kirk Douglas mitgestaltet wurde, da er auch Mitproduzent war! King of Monument ist David Lean!

 

Gruss

Christian

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Sehr nahe dran geraten, aber noch nicht ganz am Ziel! :?

David Lean ist zwar auch der Größte, käme aber für den besagten Schnipsel nicht als Urheber des Geschehens in Betracht.

Nicht ganz einfach, jedoch Kubrick ist es definitiv nicht, der zu erraten ist ... :P

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Also das Bild stammt doch aus Spartacus (schleppt die Steine kurz bevor er einen Wachmann niederschlägt, nachdem dieser einen erschöpften Sklaven auspeitschte).

 

Sonst werf ich halt einfach noch ein Name in die Runde- William Wyler (kam übrigens aus dem Schweizerischen Aargau, unser Willi)!

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Die Szenerie ist treffend erkannt. Nur William Wyler war es auch nicht, da diese Bryna-Produktion im Universal-Filmverleih ja eine Konkurrenzproduktion zu MGM's "Ben-Hur" war.

 

Aber anderes Thema: zum ewähnten David Lean geht ja auch die Überlieferung, er habe einige Einstellungen in "The Greatest Story ever told" übernommen...

 

Bei obigem Rätsel aber war es Kubrick, der von jemandem etwas übernommen hatte, der mindestens gleichwertige Begabungen in der Bildgestaltung unter Beweis stellen konnte. Nur: von wem hat Kubrick die Regie bloß übernommen?

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Na dann sag doch gleich was Du wissen musst: Anthony Mann.

Dem sagte man aber nach, dass er sich mit den Epen etwas schwierig tat, hatte er zuvor doch eher in der Westernsparte seine Brötchen verdient.

Beim El Cid Dreh soll Produzent Samuel Bronston gar über die Absetzung Mann's gedacht haben!

Krieg ich jetzt den Schnipsel zum Rahmen?! :wink:

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Woher stammt bitte die Information mit Mann/EL CID/Bronston?

 

Hatte ich vor Jahren mal wo gelesen, frag mich bitte nicht wo (ist sicher 20 Jahre her).

Hast Du noch mehr "Behind the Scenes" aus El Cid?!

 

Grüsse

Christian

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  • 2 weeks later...

Kann jemand mal erzählen, wie's lief am 1. Mai im Filmmuseum? Ist eine Wiederholung geplant ? Habe versucht, telefonisch Karten zu bestellen - war leider unmöglich ständig besetzt!

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war ein erlebniss ... beide vorstellungen fast ausverkauft ... die restaurierte 70mm kopie hatte sehr gute farben & sehr guten ton (Alex North score, incl. overture & pausenmusik), leider etwas körniger als die vor ca. 1/2 jahr gezeigte 70mm erstaufführungskopie aus den 60'ern und leider auch fehlte der makellosen projektion im filmmuseum die für einen solchen film angemessene grosse leinwand.

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Ja, beides wäre schön: Die Schärfe der originalen (optisch von Technirama 8-perf deanamorphotisierend kopierten) 70-mm-Kopien, dazu aber bitte die Farben der restaurierten Fassung, die wesentlich ansprechender sind als selbst die der sonst vorbildlichen Criterion-DVD. Dort geht alles etwas mehr in Richtung sandfarben.

 

Der Frankfurter hatte immerhin die Gelegenheit, beides zu sehen, die historische Kopie im Cineplex & die Harris-Fassung im Filmmuseum in OV mit deutschen Untertiteln. Was will man mehr? :)

 

Was mich gefreut hat, war die Wirkung auf das Publikum, denn die erste Vorstellung war mit 60% ausgelastet, die zweite sogar ausverkauft. Auch nach 44 Jahren und trotz seiner "Unebenheiten" funktioniert der Film sehr gut, besonders gut kam das Gaunerpaar Charles Laughton/Peter Ustinov an.

 

Bei der nächsten SPARTACUS-Vorstellung (allerdings in 35mm) gibt es im Anschluß GLADIATOR, sicher ein netter Vergleich, diese Filme mal "auf gleicher Augenhöhe", also im Kino zu sehen. (Wobei alles, was Ridley Scott nicht gleich bei Kubrick geklaut hat, im UNTERGANG DES RÖMISCHEN REICHES zu sehen ist, war vor Jahren in einer extrem scharfen 70-mm-Kopie auch im DFM zu sehen. Schade, daß diesmal kein vergleich mit dem Super-35-Mulm von GLADIATOR möglich ist... :twisted:)

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so .. so ... da folgt jetzt also auch das DFM dem trend zu double-features ... aber interessante vergleiche lassen sich da in der tat anstellen:

 

SPARTACUS / GLADIATOR

 

technirama contra super-35

 

konventionelle kameraarbeit anno 1960 contra digitales trickfeuerwerk anno 2000

 

alex north contra hans zimmer

 

dalton trumbo contra einem autorentrio

 

PS: (ACHTUNG ... wir verlassen den 70mm thread) ... in diesem zusammenhang möchte ich schamlos auf folgendes in kürze anstehende double-feature im cineplex, frankfurt, hinweisen, dass ähnlich interessante, aber kaum jemand wirklich interessierende, vergleiche erlaubt:

 

DER HEXER / DER WIXXER

Das Original / Die Vera...schung

 

original schwarz/weiss Ultrascope contra digitalem Schwarz/weiss Super-35

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Diese Diskussionen aber in einem eigenen Thread führen, da es hier um die 70mm-Veranstaltungen ging ... (lieber sauber trennen und "Hexer"/"Wixxer" bitte zu einem eigenen Thema machen - wäre mein Vorschlag, sonst fasert hier alles auseinander: der Thread würde alsbald an Ernsthaftigkeit verlieren) ... womit auch ich das "El Cid-"Produktionsfoto editiere, da der Film nicht läuft, es technisch nichts erklärt, sondern Speicher frißt.

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ich werde mich hüten und in diesem züchtigen forum DER WIXXER zu einem hauptthread machen ... der grossteil meiner antwort galt SPARTACUS (eine anerkannte grossbild produktion) contra GLADIATOR ... mein uneigennütziger hinweis HEXER/WIXXER ist sozusagen nur als "post scriptum" anzusehen und zu bewerten und wurde von mir sofort entsprechend editiert, um ahnungslose leser nicht vom breitbild-pfad abzulenken.

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Aprobo Breitbild, bzw. um mal auf das ursprüngliche Thema zurückzukommen.....

 

Wie sieht es denn aus mit der Fortsetzung der 70mm Reihe im Cineplex, der letzte Film ist ja leider lang lang her....

 

Gruss

Stand-By

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bitte nicht in der offenen wunde bohren ... :-)

 

wir arbeiten noch an der feineinstellung des magnettones, was ein sehr umfangreiches und weites feld ist ... möchte mich jetzt nicht in technischen abhandlungen verlieren, aber die magnetton- und breitbildexperten hier im forum können sicher bestätigen, was es heißt, einwandfreie und möglichst originalgetreue magnetton wiedergabe im kino hinzubekommen.

 

will keep you informed ...

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