albertk
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"Windjammer" war vermutlich der erste Film im 3-Streifen-Verfahren, der in Deutschland lief. D.h. die Cinerama-Travelogues liefen erst später in Deutschland an. Ich habe hier ein Uraufführungsdatum vom 15.7.1958 - ohne Ortsangabe. Cinerama/Cinemiracle gabs in Hamburg dreimal: früherer Ufa-Palast am Gänsemarkt (Cinemiracle), im Cinerama-Grindel und in dem oben erwähnten Zeltkino zur Internationalen Gartenbauausstellung 1963. Alle drei Bauten sind abgerissen. Mit dem Savoy hat das gar nichts zu tun, dort lief Todd-AO. Hier findet man übrigens Fotos des Zeltkinos: =windjammer"]http://www.filmmuseum-hamburg.de/828.html?&no_cache=1&sword_list[]=windjammer Aber nach Heiligengeistfeld sieht das nicht aus (ich war dort öfter). Die IGA 1963 war in Planten und Blomen und in den Wallanlagen. Sehr markant ist das Haus mit den Türmchen im Hintergrund bei dem unteren Bild, das müßte herauszufinden sein. Die DVD sähe ich gern - allein wegen der New-York Sequenzen des Fotografen Weegee. Aber fürs Kino ist diese DVD wohl kaum gemacht, höchstens als Fundraising für ein freilich sehr aufwändiges Restaurierungsprojekt. Wenn man 3-Streifen-Filme wie Cinerama, Cinemiracle oder Kinopanorama richtig sehen will, nämlich auf einer stark gekrümmten Leinwand mit einer Installation von 3 Filmprojektoren gibt es auf der Welt nur 3 Kinos. Cinerama und Cinemiracle können überwältigend wirken, dagegen war Imax nur ein schwacher Abklatsch.
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In den britischen Music Halls soll es früher auf dem obersten Rang (Gallery) Platzanweiser mit Besen gegeben haben. Die schoben das Publikum, das dort auf Holzbänken ohne Lehnen saß, bei Bedarf einfach zusammen. Aber auch in Hessen herrschten früher harte Sitten. Ein Freund erzählte mir einmal von einem Kino in einer größeren hessischen Stadt an der Lahn. Dort hätte der Platzanweiser ins Kino gebrüllt: "Uffricke! Uffricke! Sonst fängt der Film net aa!"
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Bedauerlich wie Kinos in der Provinz verfallen! Aber ich habe auch manchmal den Eindruck, daß da öfter Betreiber an ihrem eigenen Sarg nageln. Wer möchte schon in solche Kinos gehen, die schon von ihren Schildern her wie ein drittklassiges Lokal der 70er Jahre aussehen. Die Leserbriefe sprechen für sich. Zwei Säle mit insgesamt 240 Besuchern ist auch nicht gerade besonders rentabel. Wer ein Auto hat fährt dann woanders hin, wer DVDs anschauen kann, leiht sich welche - und der Rest verzichtet auf solche schäbigen Genüsse.
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Wollte heute abend reingehen, in drei Sälen in zentraler Lage schon jetzt zu dreiviertel voll, so daß ich zu weit vorne sitzen müßte.
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"Dieses Plagiat ist keine Doktorarbeit": http://www.youtube.com/watch?v=4tX8dL2bnh0&feature=related Weniger lustig, dafür voller Belege: Mein Link
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Auch Trailer haben ein Freigabedatum!
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Retrospektive mit 3D-Filmen im Filmmuseum München
albertk antwortete auf Unforgiven's Thema in Nostalgie
Preston Sturges schrieb: "INFERNO wird im Rahmen des "1. International 3D Stereofestival of 3D-Cinema, 3D-TV, 3D-Art, Sound and 3D-Gaming" das vom 27. - 29. Mai 2011 in Karlsruhe stattfindet, gezeigt." Ist das noch aktuell? Einen Besucher hättet ihr schon, nämlich mich. Ich müßte in einem Monat schon mein freies Wochenende dafür als Urlaub eintragen lassen. -
Genial, Stefan2, Deine Leuchtturm-Metapher! Bei Schopenhauer heißt sowas schlicht "Augenpulver". In Frankfurt am Main überlegte man Anfang der 50er Jahre, große breite Durchgangsstraßen anzulegen, Hauptsache überall Platz für Autos. Zu diesem Zweck kam man auch auf die Idee den Eschenheimer Turm abzureißen. Ein junger Journalist, der damals bei der Frankfurter Neuen Presse täglich eine Glosse verfaßte, schrieb immer am Ende seines Artikels, egal obs paßte oder nicht: "Im übrigen bin ich der Meinung, daß der Eschenheimer Turm erhalten werden soll." Der Journalist handelte sich damit allerhand Ärger ein, aber der Eschenheimer Turm steht immer noch. Heute käme keiner mehr auf die Idee einen der wenigen hier erhaltenen Tortürme abzureißen. (Der Journalist hieß übrigens Oswalt Kolle.) Heute reißen sie stattdessen alte, geschichtsträchtige Bauten der Nachkriegszeit ab, darunter auch Kinos. Darunter sind sicher oft auch Zweckbauten, bei denen auch nicht alles Gold war. Gilt leider auch für den hier leerstehenden Turm-Palast, von dem nur zwei Säle betretbar waren. Auffallend ist aber vor allem, daß meistens nichts besseres nachkommt! Den älteren Zweckbauten folgen Allzweckbauten. Hier dominiert die Architektur der Lagerhallen: in die man beliebig Supermärkte, Baumärkte, Fabriken, Lager oder Kinos einbauen kann. Innenstädte verwaisen immer mehr, werden zu Shopping Malls, während in Schlafstädten wiederum immer weniger Läden und Kinos stehen. Der Totalabriß des früheren Dammtorkinos/Metropolis ist ohnehin ein Kapitel für sich. Auch dies ist mittlerweile kaum noch Wohngegend. Einen Bau völlig abzureißen und nur die Inneneinrichtung aufzuheben, ist wohl kaum Denkmalschutz zu nennen. Wird der Saal eigentlich auch so aufgebaut wie er früher mal war? Auf den ersten Blick wirkte der ganz originell, ich war dort aber lieber wegen des Programms. Man hatte dort leider sogar in den hinteren letzten Reihe im Parkett noch eine Rasiersitz-Perspektive, weil die Leinwand zu hoch war und der Saal nach hinten schräg abfiel. Die Leinwand hatte kaum sieben Meter Breite. Und einer der Kinomacher erzählte sogar mal stolz, dort zeige man 16mm extra kleiner! Im übrigen bin ich der Meinung, daß das Savoy als Kino erhalten bleiben solle. Ahoj Savoy!
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John Barry war einer der der ganz großen begabten Filmkomponisten. Melodiös, einprägsam, oft jazzig. Unvergeßlich der Song "Goldfinger", der automatisch in das James-Bond-Thema überleitet (das übrigens nur von Barry arrangiert wurde). Barry stammt aus York in Nordengland, wuchs gewissermaßen im Kino auf, da sein Vater eine Kinokette betrieb und wäre fast Vorführer geworden. Interessant zu lesender Nachruf im britischen Guardian: http://www.guardian.co.uk/music/2011/jan/31/john-barry-obituary?INTCMP=SRCH
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Müßte man alle Viertel meiden, wo Prostituierte und Drogenabhängige sind, dürfte man in Hamburg auch nicht auf Reeperbahn oder Große Freiheit gehen. Gegenüber der Reeperbahn gibt es zur Zeit mindestens 3 Theater (Operettenhaus, Schmitt, St. Pauli-Theater) und das Panoptikum - alles Orte die Touristen anziehen und die man nicht dem Rotlichtviertel zurechnen kann. Auf dem Steindamm gibt es zur Zeit übrigens auch zwei Theater, ehe man zum SAVOY kommt: Hansa-Theater (Varieté) und Politt-Büro (Kabarett). Vgl. http://www.hansa-theater.de/ http://www.polittbuero.de/ Ein Kino auf dem Steindamm, wo es früher mal ganz viele gab, wäre eine Bereicherung für den Stadtteil St. Georg.
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1:1,66. Nach Filmportal.de im Internet und nach dem Buch von F.B. Habel "Das große Lexikon der DEFA-Spielfilme".
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Im Zoo-Palast gab es früher eine größere Leinwand. Die Gründe, warum später eine kleinere installiert wurde, kenne ich nicht. Man erwartet durch die geschwungene Wand eine große Leinwand, die diese fortsetzt - wie bei Todd-AO oder Cinerama - aber wenn sich der Vorhang öffnet, wurde man in den letzten Jahren durch eine viel zu kleine Leinwand enttäuscht. Wenn selbst bei Scope die Leinwand gerade mal höchstens 60% der Saalbreite ausmacht, wie auf dem Foto oben zu sehen, muß man als Zuschauer einen Großteil der seitlichen vorderen Sitze meiden. Ein Partizipationseffekt ist dadurch ebenfalls verdorben. Die Leinwand wirkte, als ich sie vor 30 Jahren von einem hinteren Sitzplatz (~20. Reihe von 29 Reihen) sah, bei Panavision/Scope fast so breit wie die Bühne, d.h. ~8x20m. War die frühere Leinwand nicht auch leicht gekrümmt? Anfang der 80er es in Berlin allerhand ziemlich heruntergekommene Kinos, aber der Zoo-Palast schien mir ein Kino zu sein, das damals seinen Namen Palast verdiente. Der Zustand vor einigen Jahren war erbärmlich. Allein die Farbgebung: Die Farben der obigen Fotos wirken gräßlich, mein Eindruck war leider ähnlich. Die rosa Sitze (gegenüber ockergelb wie früher) und rosa geblümter Teppichboden fand ich ausgesprochen geschmacklos. Lediglich der größere Beinkomfort war akzeptabel - weil weniger Sitzreihen. Leider habe ich keine Farbfotos des Zoo-Palasts aus früheren Jahren. An der Decke fehlten zahllose Glühbirnen, von einer freischwebenden Decke wie einst konnte keine Rede mehr sein. Die treppenartigen Zugänge zu beiden Seiten des Kinos waren ebenfalls völlig mit gräßlichen Teppichmustern verunstaltet, das Foyer hatte seinen Charme verloren. Nicht zuletzt war die Außenfront fleckig und renovierungsbedürftig. Wie toll wäre es, in einigen Jahren dort, nach einer gründlichen Renovierung auf einer wirklich großen Leinwand 70mm bewundern zu dürfen!
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Die hamburger Webseite ist interessant, aber bezüglich dieses Projektors falsch. Über 70mm und 3-Streifen-Cinerama (zwei völlig verschiedene Verfahren) kann man sich bei "in70mm" und im "American Wide Screen Museum" mittlerweile sehr umfassend im Internet informieren. Ist das Rätsel jetzt gelöst?
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Danke für die Darstellung. Hier findet sich eine interessante Webseite auf Englisch zur WEST SIDE STORY. U.a. sind auch Auszüge von Bernsteins Notizen zu lesen: http://www.westsidestory.com/archives_excerpts.php
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Ihr Berliner seid zu beneiden um solche Reihen im BABYLON! Fast der gesamte Billie Wilder, der gesamte Chaplin! Da stänkern die Grünen um einen Zuschuß, der gemessen an anderen Förderungsbeträgen wie Peanuts wirken. Aber Kino ist (Kultur)-Politikern meist völlig anrüchtig, erst recht Komödien. Kunst muß in Deutschland immer noch bedeutungsschwanger, unverständlich und trübsinnig daherkommen. Wilders Filme lassen sich auch nach Jahrzehnten noch genießen. Selbst sein früher MENSCHEN AM SONNTAG ist trotz aller Einfachheit Jahrzehnte seiner Zeit voraus, ein Werk der Freiheit der Weimarer Zeit, aber auch schon episodisches modernes Werk wie aus den 1960ern. Viele Werke deutscher Emigranten in Hollywood lassen ihren Stil vermissen, aber Wilder kommt in seinen amerikanischen Filmen erst richtig zur Entfaltung. Nutzt die Chance und geht ins Kino, solange es noch 35mm-Filme gibt, die eine Leinwand brauchen!
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Ich schätze, es handelt sich um das "Radiant" auf der Reeperbahn 31 in Hamburg, das steht zumindest auf dem Plakat vor dem der Passant steht. Hier findet sich ein Foto des ebenen Eingangs mit ähnlicher Anordnung von Schaukästen und Lichtreklamepfeil an der Decke: Mein Link Auf der Reeperbahn wurden viel Filme gedreht. "Graf Porno und seine Mädchen" hatte am 17.1.1969 Premiere. Da der Film laut Schaukasten schon in der 8. Woche läuft, haben wir mindestens Anfang oder Mitte März 1969. Möglich wäre u.a. der Titel "Auf der Reeperbahn nachts um halb eins" (1969, nicht der von 1954) von Rolf Olsen oder "Eros-Center Hamburg" von Günter Hendel, geschrieben und produziert wiederum von Alois Brummer - beide Filme entstanden 1969. (Es kommt mir ungewöhnlich vor, daß ein Sexfilm damals so groß beworben wurde - und 8 Wochen (siehe hinterer Schaukasten) lief. Was machte man sich damals für eine Mühe mit extra Plakat vorm Eingang, Aushangfotos und beklebten Glasscheiben! Anfang der 70er gabs in Hamburg Kinos, die spielten von 9 bis 23 Uhr jede zweite Stunde.)
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Gerade auf Youtube gefunden: Norman McLaren: Eröffnungsrede für das Montreal Film Festival
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In Darmstadt auf der Mathildenhöhe läuft immer noch die große Ausstellung "Gesamtkunstwerk Expressionismus". Ich war vor einigen Monaten dort. Die Ausstellung ist groß, beeindruckend und gibt jede Menge Anregungen, sich mit dem Expressionismus in Literatur und Malerei und Film zu beschäftigen. Obwohl es diese Kunstrichtung nur rund 20 Jahre gab, vereint sie fast alle Modernen von der Kaiserzeit bis in die Weimarer Republik hinein. (Man sollte sich Zeit nehmen, evtl. zwischendurch eine Kaffeepause einschieben.) Der Aspekt Film wird eher nebenher abgehandelt, allerhand bekannte Namen fehlen. Auf so etwas Ungewöhnliches wie auch im expressionistischen Stil geschriebene Drehbücher wie z.B. Carl Mayers "Sunrise" (einst vom DIF in Kopie erhältlich) wird man nicht hingewiesen. Die Filmreihe in Frankfurt bot Überraschendes: exzellente 35mm-Kopien, mehrere viragiert, eine sogar getintet und getont! Alle mit Live-Begleitung. Das Highlight war RASKOLNIKOV, ein Beispiel für den Stanislavski-Schauspiel-Stil! Die Ausstellung in Darmstadt läuft noch bis zum 13.Februar 2011: Mein Link
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Zeigt das Schwarzweiß-Foto hinter der Leinwand die Vorrichtung, mittels derer man die Krümmung der Leinwand von leicht (CinemaScope) auf stärker durchgebogen (Todd-AO ~90°) verändern konnte? Wäre gern zu West-Side-Story gekommen, aber habe zur Zeit weder Zeit noch Geld noch Urlaub. Dieser im Kino selten zu sehende Klassiker (auch auf der Bühne eher rar, weil Ballett-Musical) wird einschlagen. Das ist eines jener Werke, die nicht altern. Außerdem wird das Publikum zudem noch mit einer farblich exzellenten Kopie belohnt - und das auch noch in einem schönen guterhaltenen alten Kino.
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Der Regisseur in der vierten Reihe, fünfter von links, also zwischen Curtiz und Wise, ist ARTHUR PENN. (Sah gerade seinen völlig ungewöhnlichen MICKEY ONE auf Scheibe: sowas gehört natürlich eine große Leinwand.) Ich bin der Meinung, wer die meisten erraten hat, soll das Poster kriegen, also Woody! Schöne Feiertage!
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Ich muß mich korrigieren: Hier ist ein Link auf einen besseren ausführlicheren, lesenswerten Nachruf über Blake Edwards im Guardian: Mein Link
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Gestern starb Blake Edwards im Alter von 88 Jahren, ein außerordentlich unterschätzter Komödienregisseur. Nie sah ich einen seiner Filme in Filmseminaren, sein Name wurde an der Universität gar nicht erst erwähnt, ich sah auch nur einmal ein Buch über ihn, dafür wurden seine Filme umsomehr gesehen und geliebt. Was bleibt, sind Szenen in jedem seiner Filme, die noch für Jahre haften bleiben - und das gilt auch für die schwächeren. Interessanterweise sind auch die meisten seiner Filme im breiten Format (Scope/Panavision/Technirama etc.) gedreht. Von "Victor/Victoria" sagte Edwards selbst, dies sei ein Film, bei dem er sich nicht zu verstecken brauche. Im Gegenteil, er ist sein Meisterwerk! Allein jene Szene mit der Kakerlake: Eine Sängerin (Julie Andrews) ohne Engagement, ohne Geld und fast am Verhungern geht im Schnee in Paris an einem Restaurant vorbei. Drinnen verschlingt ein Fettwanst ein Sahnebaiser. Später beschließt Julie Andrews in dieses Restaurant zu gehen, um sich endlich wieder einmal sattessen zu können. Sie will die Zeche prellen. Dazu hat sie in ihrer Handtasche eine Kakerlake, die sie am Ende in den Salat schmuggeln will. Julie Andrews lädt einen neuen Bekannten ein, sie bestellen eine Speise und einen Wein nach dem andern. Die Menü-Kombination wird immer absurder, sie wird nichts davon bezahlen können, der Kellner wundert sich, aber bringt alles. Als Julie Andrews sich am Ende über die Kakerlake beschwert, kennen Ober und Geschäftsführer den den Trick schon. Aber mittlerweile hat sich die Kakerlake selbständig gemacht, das Tier kriecht einer dicken Dame am Strumpf hoch. Schließlich sehen wir das Restaurant nur noch von außen: Tische fliegen hoch, ein Tohuwabohu und die beiden Zechpreller sind gerettet. Eine perfekte Inszenierung! Zwei lesenswertere Nachrufe fand ich, hier im britischen Guardian (wo man Victoria/Victoria vergaß): Mein Link und hier in der FAZ: Mein Link Übrigens unvergessen: Blake Edwards bei seiner Ehren-Oscar-Verleihung 2004:
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Retrospektive mit 3D-Filmen im Filmmuseum München
albertk antwortete auf Unforgiven's Thema in Nostalgie
Vor solchen Veranstaltungen wie in Karlsruhe kann gar nicht genug gewarnt werden, denn sie machen Lust auf mehr! Unentwegte aus verschiedenen süddeutschen Großstädten machten sich trotz sibirischer Kälte auf, um sich in einem dunklen Raum Brillen aufzusetzen, bzw. Brillen über ihre Brillen zu stülpen, um noch schärfer zu sehen! Seit Jahrzehnten gab es in Deutschland kaum noch 3D-Filme zu sehen, sieht man einmal von IMAX-3D ab. Die einzige Ausnahme hierzulande bot das Münchner Filmmuseum. Zu Stephan Drösslers Vortrag konnte ich zum ersten Mal Szenen aus Filmen sehen, die sonst für immer in den Archiven lagern. So gab es zu den meisten bekannten 3D-Verfahren jeweils einige Ausschnitte zu sehen. Ich hatte nicht damit gerechnet, jemals auch nur Auschnitte aus dem sowjetischen "Robinzon Kruzo" von 1946 sehen zu können. Da wirkte jede Einstellung bis in die Tiefe des Raums durchgestaltet. Auch Hitchcocks "Dial M For Murder", den ich bisher für eine seiner schwächeren Arbeiten hielt, macht mich neugierig auf die 3D-Fassung. Bei der gezeigten Szene war ich zutiefst beeindruckt, über die originelle räumliche Gestaltung von Objekten und Personen, bzw. auch von den Plansequenzen bzw. Kamerfahrten. Im Rahmen des Vortrags liefen Szenen aus hochinteressanten Animationsfilmen aber auch aus sicher heute weniger interessanten Soft-Sex-Filmen. Meine bisherige Erfahrung mit 3D-Filmen war eher mäßig. Hier in Frankfurt am Main gab es nur das Alemania-Kino, das in den 80ern Polarisations-3D-Filme zeigte, ich sah dort nur Andy Warhols Frankenstein. Im Kommunalen Kino und in der Harmonie liefen auch Anaglyphen-3D-Kopien, bei denen ich meistens Augenschmerzen bekam. Freunde bestätigten mir später, daß dies nicht am Schrecken vom Amazonas oder an meinen Augen sondern an den schlechten Kopien lag. Daß Speere und andere bedrohliche Sachen ins Publikum ragen oder fliegen können, ist nur eine Möglichkeit des Mediums 3D; interessanter ist der Umgang mit der Tiefe des Raums. Wer 3D als Gimmick abtut, hat die Stärke dieses Mediums nicht verstanden. Und Kino ist ein sinnliches Medium; da gehört der seinerzeit beworbene "Löwe im Schoß" genauso dazu, wie eine originelle Bild- und Raumgestaltung. Die digitalen 3D-Filme der letzten Jahre, die ich sah, machten von den Möglichkeiten dieses Mediums wenig Gebrauch; einziger Pluspunkt waren die Animationsfilme! Freilich war auch der Vortrag in digitalisierter Form, aber wo gibt es ein Filmtheater, das mit so viel verschiedenen Techniken ausgestattet ist. Im übrigen ist es jedem unbenommen mit seinen Apparaturen und Filmen, falls vorhanden, ein Festival oder Filmreihen mit analogem 3D zu veranstalten. -
Extreme Farbverschiebung Eastman-Kopie Mitte 70er
albertk antwortete auf trutz-guenther's Thema in Nostalgie
Der Film Mariage von Lelouch soll bis auf die Schlußszene in Sepia getönt gewesen sein. Geht man davon aus, daß am Ende das ganze auf Farbmaterial kopiert wurde, ist auch bei wahrscheinlich ursprünglich in schwarzweiß gedrehten Szenene ein kräftiger Rotstich möglich. Ein krasses Beispiel dafür bietet die 70mm-Fassung des ursprünglich in schwarzweiß und Normalformat gedrehte "Julius Caesar" (USA, 1950), von dem ich letztes Jahr eine stark gefadete Kopie sah: fast nur noch rosa, weiß und auch keine richtigen Schwarztöne mehr. -
Hier fand ich eine ideale Lösung der Verkehrsprobleme in Paris: Mein Link
