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Jeff Smart

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Alle erstellten Inhalte von Jeff Smart

  1. Alles richtig. Nur: Hätten die Heuschrecken und Plattmacher sich in den 1990ern überhaupt so ausbreiten können, wenn die Kinobranche hierzulande sich etwas mehr am Kunden orientiert hätte und Gewinne auch wieder in Instandhaltung und Modernisierung ihrer Technik gesteckt hätte? (Das gab es auch, aber eben als Ausnahme!) Hyänen und andere Aasfresser greifen nur schwache und kranke Tiere an, keine gesunden. Keine Branche in Deutschland hat so lang und hart an ihrer Selbstabschaffung gearbeitet wie die Kinobranche. Die Wurzel für das Elend wurde in der Zeit gelegt, die jetzt viele als goldene Zeit sehen, nicht nur, weil sie selbst jung waren, sondern auch wegen der fehlenden Konkurrenz durch Video, DVD und Privatfernsehen. Und ich kann mich erinnern, was für eine Erleichterung es war, in den ersten Multiplexen endlich einmal wieder große Bildwände, helle Projektion und (damals neuwertige und eingemessene) Tonanlagen zu erleben. Wie gesagt, immer im Vergleich zu dem, was vorher war (zerteilte Traditionshäuser, funzelige flackernde Projektion auf "ein Format passt für alles"-Leinwand und Neckermannboxen an der Decke. Persönlich glaube ich daran, daß die krawattierten Heuschreckendiener alle in eine exklusive Premium-Hölle kommen werden. Dort sitzen sie den ganzen Tag im Kino und müssen Filme gucken. Hier das Programm: Kino 1 Modell "Heinz" 42 Plätze, 3m-Panoramabildwand KENTUCKY FRIED MOVIE (USA 1979) in rotstichiger Kopie mit grünen Sprungschrammen, sämtliche Gags und Aktenden wurden von Vorspielern abgetrennt Technik: FP56, nie gewartet, steht halb auf Plastik-Getränkekiste, mit angebranntem Super-Kiptar, schlagender Kinotonteller Film ist zwar mono, läuft aber über guterhaltenen CP50 auf Dolby. Neckermann-Kugellautsprecher, von der Decke abgehängt, Paarpreis DM 149,-. Bildwand extra groß perforiert, Kaschierung durch schwarzgestrichene Holzklappen. Kino 2 Modell "Gießen" bis 13h Hardcore-Pornos aus dem Hause Brummer (HARD ERECTIONS, verregnet, Klebestellen). Später DIRTY DANCING ohne Bildstand und Schärfe, Klebestellen ausschließlich in Musiknummern. An Sonn- und Feiertagen auch BLUES BROTHERS und THE WALL in Mono und mit 220 Klebestellen pro Akt. Im Foyer sind mittig horizontal durchgetrennte Filmplakate aufgehängt (Diebstahlschutz). Technik: Ernemann X mit 900W Hochleistungslicht, 1800m Überblendung mit 7-8 individuellen Zeichen Ton: ja. Vormusik über vergilbte KB-Dias und Compact-Kassetten-Untermalung. Kino 3 Modell "Schaufenster des freien Westens" Es läuft nonstop DIE GRÖSSTE GESCHICHTE ALLER ZEITEN als 70mm-Rotshow im Wechsel mit "1492" von Ariane Mnouchkine (Sprungschrammen). An Sonn- und Feiertagen auch BIS ANS ENDE DER WELT in 5-Stunden Director's Cut. Anschließend Trailershow der schönsten deutschen Autorenfilme. Technik: 29m Bildwand. Philips DP70 mit 1600W Xenon, ungewartet und mit Blendenziehen. Überblendbetrieb mit gegenläufiger Ausleuchtung und Farbtemperatur. Philips Breitbandlautsprecher, Kasch hängt bei etwa 1:1,9 fest. Auf Wunsch CapCode-Markierung durch Endlosteller. Leichter Modergeruch, scharfkantige Getränkehalter. Kino 4 Modell "Mainzer bleibt Mainzer" Täglicher Filmwechsel zwischen MIT SCHIRME CHARME UND MELONE (1998), DER ROSAROTE PANTHER (Steve-Martin-Version) und Til-Schweiger-Zufallsprogramm (gemischte Akte aus verschiedenen Filmen). Ab dem 3. Akt Bildstrichfehler, die durch folgende kompensiert werden. Technik: FP30 mit einseitiger Ausleuchtung und nicht eingerastetem Revolver. Vintage-Optiken Marke "Marcel". Auf Default zurückgesetzter CP500. Im Bild 8-12 durchgehende Telegrafendrähte. 52minütiges Vorprogramm mit rückwärts eingesetztem Videospiel-Werbefilm, verregneter Trailer "Willkommen im XXXX". Süßwarenstand unbesetzt, Reservierungen 50 Minuten vor Filmbeginn storniert. Nach Filmende dunkles Foyer, unsichtbare Mitarbeiter, Auslaß durch Lüftungsschacht. Blechverkleidung der grellen Halogenbrenner scheppern bei Subbaß-Aktivitäten mit. Saal ungereinigt, Toiletten dito. Proleten mit Tattoos und Smartphones ("Hä?") im Preis inbegriffen. Die übrigen Säle kann jeder sich selbst ausmalen, das waren nur die Premium-Kinos.
  2. Kein seitlicher Bildbeschnitt, weil in einer 16:9-Fassung meistens mehr Bildhöhe gezeigt wird. Die abgetastete Breite bleibt gleich, die ist für alle nichtanamorphen Breitwandformate gleich. Ärgerlich ist es trotzdem. Ach ja, und AUSSER ATEM unbedingt ohne die beiden brüllenden Logos zeigen, die gehören absolut nicht zum Film und stören, weil Farbe und Lärm.
  3. Tja, dann müssen wir versuchen, damit zu leben.
  4. FilmGuard hilft in solchen Fällen auch - ist bei Jack Roe in GB erhältlich. Löst auch keine Klebestellen auf und kann, wenn man es überdosiert hat, mit Alkohol wieder entfernt werden. Ich habe es mit Erfolg bei alten 35mm Schwarzweiß-Werbefilmen angewandt, die sonst nicht mehr durch den Projektor liefen.
  5. Muß die Hitze sein...
  6. Verstehe ich immer noch nicht. Sind das jetzt deine persönliche Erfahrungen, oder ist das alles nur Hörensagen + Spekulation?
  7. Ein Modell der Caméflex konnte mit wenigen Handgriffen und Magazinwechsel von 35mm auf 16mm umgestellt werden. Hier einige Caméflex-Videos: Im letzten Video wird gesagt, die Caméflex sei als "combat camera" im 2. Weltkrieg eingesetzt worden. Das ist Unfug, weil sie erst 1947 vorgestellt wurde.
  8. Äh, wie bitte? Fast alle Trailer von Scope-Filmen, die ich in den letzten fünfzehn Jahren in Erstaufführungstheatern gesehen habe, waren ins 1.85-Format (also als Letterbox auf 2.39) umkopiert. Weil man damit nichts mehr falsch machen konnte, so lächerlich es aussah. Ausnahme: Vorkopierte Trailer, die mit einer CS-Hauptfilmkopie ausgeliefert wurden.
  9. Hallo @cinerama, weil du ja im Moment anscheinend keine Zeit hast, habe ich mal eine Forumssuche gemacht und bin dabei auf diese Erklärung von Dir gestoßen: Du sagst also, daß die Abtastung gut ist und später beim Scannen bereits Fehler entstehen (die dann beim digitalen Herumfummeln noch schlimmer werden, aber das ist ja klar). Wie kann das sein, wenn der Scanner im Gegensatz zum Abtaster logarithmisch abtastet, also den größeren Kontrastumfang des Films erfaßt?
  10. Ein Kollege berichtet mir neulich, daß er in Nürnberg Filmklassiker als BluRay-Projektion sah. Natürlich abgespielt mit 25 Bildern, die sog. Vorführer beschieden ihm auf Nachfrage, daß sie alle BluRays grundsätzlich mit 25 B/s abspielen. Ruckel, ruckel... Handlungsbedarf sahen sie keinen, sie waren mit sich und der Welt im Reinen- Vergeßt es einfach! Vollidioten kriegen alles kaputt und können alles vermurksen, selbst wenn nur ein einziger Schalter da ist, den man in die falsche Position schieben kann. Was gestern die Laufstreifen waren, sind heute andere Vorführfehler. Jaja, wird jetzt einer sagen, mit DCI hätten sie den Fehler nicht machen können. Okay, aber welches DCI-Gerät putzt regelmäßig Kabinenfenster und diagnostiziert eigenständig durchgeschossene Lautsprecher? Hoffnungslos, diese Branche. Eine Handvoll Einzelkämpfer und eine Horde von Doppel-Nullen, mit der man einen Peter-Jackson-Film besetzen könnte (Schlacht um Helms Klamm).
  11. Das ist doch Schaumschlägerei...
  12. Das ist alles sehr interessant, aber du wolltest doch eigentlich erklären, was der Unterschied zwischen einem Scanner und einem Abtaster ist? Das kann es ja nicht sein, oder? Was ist denn eine Materialmatrix? Darunter kann ich mir nichts vorstellen und finde den Begriff auch nirgends. Der Scanner erkennt automatisch den Filmmaterialtyp und scannt ihn besser oder farblich authentischer als der Abtaster, der das nicht erkennt? Was haben die Lichtquellen damit zu tun, meinst du Farbtemperatur oder diffuses gegen direktes Licht wie beim Vergrößerer? Dank im voraus!
  13. Hallooooooo, @cinerama! kannst du mich hö-ö-ren? - Jetzt hast du das mit dem Scannen vs. Abtasten so oft in verschiedenen Threads geschrieben, also sei so lieb und erklär es uns doch mal so, daß man es versteht! Danke!
  14. Naja, nur weil man sich wünscht, etwas zu sehen, muß man noch keinen Finanzierungsplan und Liste von Kopienstandorten vorlegen. Ich hingegen habe nicht gegen die größte Geschichte aller Zeiten, konnte nach der ersten Viertelstunde immer hervorragend schlafen. Die Bibel wäre aber wegen der schönen Musik vorzuziehen.
  15. Den Gefällt-mir-Knopf vermisse ich nicht so sehr, und die kurze Editierfrist ist zunächst mal nervig. Andererseits hat es bei einigen vormaligen "Großeditoren" schon positiv gewirkt, daß man eben Rausgehauenes nicht gleich wieder entschärfen kann. Da wird der eine oder andere harsche Satz nochmal durchdacht oder abgemildert, jedenfalls kommt es mir so vor.
  16. Sehr interessant, kannst du den Unterschied in Funktion und Ergebnis ein wenig erläutern? Danke!
  17. Vielleicht, weil Du keine Frau bist und deshalb von den Hitzewallungen verschont?
  18. Um nochmal auf die Dolby-Lichttonherstellung zurückzukommen...
  19. Ja, es gibt viele Geheimnisse um Tonmischungen. Da müßte mal jemand so eine Art elektronisches Suchprogramm entwickeln, mit dem man rasch an solche Informationen kommt. - Zitiere ich doch mal aus einer Review Bildqualität Videocodec MPEG4-MVC, Ansichtsverhältnis 1,85:1, Auflösung 1080p leider deutlicher Einsatz von Rauschfiltern Bild wirkt teilweise wie aus Wasserfarben oft starkes digitales Rauschen insgesamt sehr künstlicher Bildeindruck Leider hat StudioCanal bei Fitzcarraldo deftig mit Filtern gearbeitet. So entsteht teilweise eine Art Aquarell-Optik mit ausgefransten Konturen, digitalem Rauschen und starker Weichzeichnung. Mit einem natürlichen, organischen Transfer hat das leider wenig zu tun. Zumal das Bild durch die Filter nur bedingt ruhiger wird, da das analoge durch digitales Rauschen und Artefakte ersetzt wurde. Somit ist das Bild für diesen erstklassigen Film eine Enttäuschung auf der ganzen Linie. Tonqualität Deutsch (DTS-HD Master Audio 5.1 / 2.0), Englisch (DTS-HD Master Audio 2.0) kaum Unterschiede zwischen den drei Tonspuren sehr gut verständliche und saubere Dialoge auch in 5.1 so gut wie keine Surround-Aktivität Ob man nun eine der beiden deutschen 5.1- bzw. Sterespuren, oder aber die englischsprachige 2.0-Abmischung wählt ist unerheblich. Stets bleibt das Klangeschehen sehr frontlastig. Nur der Soundtrack verirrt sich auch auf die Rears. Für das Alter des Films (1982) sind die Tonspuren aber durchaus gelungen. Quelle: http://www.bluray-di...do-blu-ray-disc Ob es "interessant" wäre, diese BluRay zu sehen, kann ich nicht beurteilen. Als zahlender Kinogast würde ich mich aber herzlich bedanken...
  20. Danke für die Aufklärung - weißt du vielleicht auch, mit welcher Lampenleistung das bei der Erstinstallation bestückt war?
  21. @cinerama: Was ist das für ein interessantes Lampenhaus an der DP70?
  22. Da fällt mir ein, lieber Kollege @cinerama, wie sieht es denn aus mit der Dolby-Lichttonsache? Bei allen löblichen Aktivitäten sollte dafür auch Zeit sein, meinst Du nicht auch?
  23. Voooooorsicht, meine Herren! Den Film gab's auf 35 in zwei Fassungen, ich kenn' nur die Scope-35mm, und die war scharf und stand auch gut - war übrigens Dolby SR. Martin hat aber eine mulmige und schwammige 1.85er Kopie. Eventuell ist die anamorphe Reduktion damals bei Technicolor vom 65mm gemacht worden, und die 1.85er später von 35CS umkopiert. TK-Chris weiß hier sicher auch mehr, oder irre ich mich?
  24. Kinokunstbutter, erst nachdenken, dann posten! Wenn das Kinomuseum Berlin an regelmäßigen Terminen für Interessierte seine Restaurierungsarbeit und technische Vergleichsprojektionen vorführt, finde ich schon, daß das in den 70mmThread passt. Frage an @cinerama: Zu welchen Terminen kann man sich das ansehen?
  25. showmanship schrieb Oh ja, bitte bring doch den Kollegen ©inerama mit, dann können wir die Dolby-Lichttonfragen ungezwungen und gemütlich bei einem Gläschen besprechen!
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