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Interlock spielen, wie war das?


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Ich habe mal ein paar  Fragen an die alten Hasen im Forum, bezüglich Interlock.  Ich gehe mal von 2 Maschinen aus. Wieviel Meter Film, bzw. wieviel Minuten lagen zwischen dem ersten Bild von Maschine 1 und 2? Wie groß war die Ausgleichsschleife zwischen beiden Maschinen und wie war die Ausführung? Was passierte bei Störungen der jeweiligen Maschine? Musste die Maschine 1 anhalten bei einem Defekt der 2ten, oder lief der Film in eine „Grube“? Konnte auf beiden Maschinen DTS gespielt werden, gab der Verleih eine zweite Scheibe mit?

Bei uns im Ort gab es auch Interlock. Der Interlocker war die Kassentante, nach gut einer dreiviertel Stunde nach dem Beginn des Films im Kino, kam sie mit einem Bollerwagen zum Freilichtkino und brachte die ersten 3-4 Akte. Dann zum Filmschluss in Kino den Rest. Es waren gute 10 Minuten zu Fuß.  Der Projektor Raum war massiv gebaut mit nen Pärchen E7b, Druckluft, Wasser und Kohle. Die Leinwand war gemauert mit eingesetzten Lautsprecherboxen aus VA. Am Ende wurde eine Metallplatte davorgeschoben und abgeschlossen.  Leider alles Geschichte , schade eigentlich.

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vor 5 Stunden schrieb tornadofilm:

Ich habe mal ein paar  Fragen an die alten Hasen im Forum, bezüglich Interlock.

 

So alt bin ich gar nicht...

 

Zitat

Interlock spielen, wie war das?

 

Ober-mega-ultra-Affengeil!

 

Zitat

Ich gehe mal von 2 Maschinen aus. Wieviel Meter Film, bzw. wieviel Minuten lagen zwischen dem ersten Bild von Maschine 1 und 2? Wie groß war die Ausgleichsschleife zwischen beiden Maschinen und wie war die Ausführung? Was passierte bei Störungen der jeweiligen Maschine? Musste die Maschine 1 anhalten bei einem Defekt der 2ten, oder lief der Film in eine „Grube“?

 

Es waren 3 Maschinen (FP 20), die über eine Interlockschaltung mit zusätzlichen Synchronmotoren, die, im normalen Betrieb abgekuppelt, derart verbunden waren, dass jede Bewegung einer Maschine an den beiden anderen Maschinen ohne wesentliche Verzögerung nachgebildet wurde (Es konnten aber auch nur zwei Maschinen gekoppelt laufen, welche davon war egal).  Demnach musste zwischen den Maschinen nicht viel an Ausgleichsschleife bestehen, zwischen der 2. und 3. war -- meiner Erinnerung nach -- der Ausgleich nur durch den leicht durchhängenden Film selbst gewährleistet.  Zwischen der 1. und 2. Maschine war ein Ausgleichsgalgen, der aber ohne elektrischen Kontakt einfach im Weg war.  Schätzungsweise lagen zwischen den Maschinen je ca. 10 Meter Film, der ging aber über diese und jene Rolle; mal hier, mal da ums Eck...

Gespielt wurde von und auf Teller, d. h. die Sicherheiten kamen durch einen Polyesterschalter und den aufwickelnden Teller.  Wenn Werbung im Spiel war, habe ich die längere bzw. längste Rolle vorgeklebt und konnte währenddessen beobachten, ob alles passt, was nie problematisch war.  Das Setup war auch spontan möglich, d. h. auch bei starkem Andrang für einen bestimmten Film konnte eine andere Vorstellung dann "aus technischen Gründen" entfallen.

 

Zitat

Konnte auf beiden Maschinen DTS gespielt werden, gab der Verleih eine zweite Scheibe mit?

 

No way... :D  Also, technisch gesehen wäre das möglich gewesen, aber ebenso wäre es gewesen, wenn als DTS ausgezeichnete Kopien überhaupt die CDs beiliegen hatten, aber selbst wenn, hätte davon nur ein Saal profitiert, da die Bild- und Tonwiedergabe im Interlock ja immer noch für jeden Saal unabhängig erfolgte.  Insofern musste man wählen, wer DTS bekommt und wer sich mit SR/SRD begnügen durfte.

 

Auch das ist leider alles Geschichte.  Es war eine schöne Zeit und ich bin dankbar, das miterlebt zu haben.

 

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Diese Praxis kenne ich auch noch aus meiner aktiven Kinozeit. Die größte derartige Aktion war "Otto der Film". Es gab in unserem Wirkungskreis 3 Kinos und eine Freilichtbühne, alle in einem Radius von 10 - 15 Autominuten. Wir haben in den Kinos mit jeweils 1 Stunde Zeitversatz angefangen (auf der Freilichtbühne natürlich nur abends die letzte Vorstellung) und die Kopie mit mehreren Fahrzeugen im Rotationsverfahren aktweise von Kino zu Kino gefahren. Und es hat funktioniert...

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Kann mich noch an die Preview von MATRIX 3 erinnern ... zu der Zeit (2003) war ich in einem Frankfurter Multiplex mit 8 Sälen. Wir hatten 2 Kopien. Theoretisch hätte man dort mit einer Kopie alle 8 Säle bespielen können, aber um es etwas "einfacher" zu gestalten, lief eine Kopie Interlock in 5 Sälen und die andere Kopie Interlock in 3 Sälen. Alle Säle mit Kinoton FP30D und dts, also genügend dts Scheiben kopiert um in allen Sälen auch dts spielen zu können. Der Abend war komplett ausverkauft (über 1800 Plätze) und uns ging allen ganz schön die Düse, ob das auch reibungslos funktionieren wird. Wir hatten über eine Stunde Pause vor der Preview eingeplant, um den doch recht komplexen Abend technisch vorzubereiten. Fast 300 Meter Startband und alles mehrmals gecheckt. Steht der Ausgleichsgalgen richtig, sind die Maschinen auch alle auf 24 B/Sek. eingestellt usw.

 

Letztendlich lief alles reibungslos ... 

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Naja, so was besonderes wars dann auch nicht. Hab da nur ein langes Startband gebraucht, einen Tellerarm hintergebunden den Film in beide FPs eingelegt, Haltemotoren eingeschaltet und damit beide Kisten verkoppelt den Rest hat die Matrix erledigt.

 

Hat auch mal ungläubige Blicke gegeben. Ein Verleihchef der ne Matinee für geladene Gäste machte sagte zu mir, als ich neben ihm am Saalregler stand, "wir können jetzt starten". Ich drückte auf den Startknopf und warte der Dinge die nun passieren...... nach einigen Sekunden schaute er mich verwundert an und sagte nochmals "es kann los gehen" (er erwartete das ich wie ein irrer in den Vorführraum renn  um schweißgebadet unter Einsatz vieler Knöpfe das zu starten) aber dem war nicht so. Ich zeigte nur nach vorne und sagte .... läuft doch schon, regelte noch kurz den Ton, schlurfte gemütlich nach nebenan dort ging dann 30 Sekunden später das Licht aus ..... das wars.

 

Kommt halt immer auf die Sichtweise an, für jemanden der Interlock, Zweiband oder 70mm ständig fährt ist es Alltag, für jemanden der sowas nie oder sehr selten macht ist es ein großes Ereignis.

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5 hours ago, uwe602 said:

Die größte derartige Aktion war "Otto der Film". Es gab in unserem Wirkungskreis 3 Kinos und eine Freilichtbühne, alle in einem Radius von 10 - 15 Autominuten. Wir haben in den Kinos mit jeweils 1 Stunde Zeitversatz angefangen

 

Och das war noch nicht das verrückteste..... Als das spielen von Originalfassungen aufkam wurde mal mit einer Kopie München und Nürnberg bespielt. Als die ersten drei Akte bei Kiesel in Nürnberg durch waren gings ab auf die Autobahn, es wurde in München bei Buchwald dann gestartet wenn die letzten Akte 

etwa bei Ingolstadt waren. Aber in den 80ern und Anfang der 90er gab es sowas öfter, z.B. wenn der Disponent zuviele Einsätze disponiert hat, da wurden ständig Kopien rumgereicht. Buchwald stand oft bei uns auf der Matte um einen Film für seine Spätvortellung zu holen, die er dann am nächsten Tag wieder zurückbrachte. Damals waren die Kopien teuer ;)

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Vielen Dank für den Einblick in längst Vergangenes! Es war für mich sehr interessant, zumal ich es aus der ex DDR garnicht gekannt habe. Aber wie auch, es waren ja fast immer nur ein Saal Kinos.

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In Innsbruck gab's die Titanic in zig Sälen im Interlog gleichzeitig. Dank Mauerdurchbrüchen auch kein Problem. War schon beeindruckend zu sehen. Wehe, wenn dann aber was schief geht.

 

Kriege Wehmut, wenn ich dran denke.

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Ja Interlock war schon prickelnd. Immer bissl gefiebert ob alles läuft, wenn es dann immer gelaufen ist, dann sind die FP's geschnurrt.

5er Interlock mit 300 m Startband und das gleiche noch mal zwischen Werbung und Hauptfilm, einlegen ca. 30 mins.

Erinnere mich noch an eine Panne (war glaube Matrix 3), Werbung in allen 5 Kinos normal gestartet. Dann mit einmal kommt ein Kollege: Im mittleren und größten Kino ist der Kolben aus. F*CK Was tun? Die anderen 4 Kinos mussten erst mal weiterlaufen, dann in der Pause Film aus dem defekten Projektor raus und neu in den nächsten 2 Kinos eingelegt. Im Endeffekt hatte es hatte sich nur die Entstöreinheit im Lampenhaus verabschiedet. 🙄

Ein Einwurf sei mir aber noch gestattet: Interlock ist das gleichzeitige Vorführen einer Kopie in einem Multiplex, wenn Kopien zwischen mehreren örtlich getrennten Kinos transportiert werden, dann heißt das Pendeln.

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vor 7 Stunden schrieb fwm:

Die anderen 4 Kinos mussten erst mal weiterlaufen, dann in der Pause Film aus dem defekten Projektor raus und neu in den nächsten 2 Kinos eingelegt.

 

Das darf gerne weiter ausgeführt werden... :)

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vor 7 Stunden schrieb FP:

 

Das darf gerne weiter ausgeführt werden... 🙂

 

Naja, gibt es eigentlich nicht mehr viel zu sagen, Film lief ja an der Wand hinten lang, also mussten die 8 Meter Film ja raus gezogen werden.

Ca. ne Viertelstunde nach dem in den anderen Kinos die Vst. weiter lief, war auch der Fehler am Lampenhaus behoben, aber eben zu spät.

Kleine Ursache - große Wirkung. So was kann immer passieren, aber alle anderen Male ging alles gut. 👍

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Hab hier zwei Fotos von 2003 aus Frankfurt ausgegraben. Durch Brandschutzklappen lief der Film teils durchs Foyer von einem Vorführraum in den Nächsten. Wobei hier nur Startband liegt. Bei meinem Besuch lief kein Interlock.
 

grafik.thumb.png.15e409252a571ce3e42621960f48d568.png

 

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Wir hatten das seltenst mit 3 Säälen mit E9 und E10 im manuellen Start gemacht. Wenn es mal lief, dann lief es.

Pendeln: Weit früher, dürfte in den 60er oder 70er Jahren gewesen sein, gab es einen Kinobetreiber, der an 3 verschiedenen Orten aus Kostengründen ein und dieselbe Kopie am selben Tag zu möglichst gleicher Zeit zeigen wollte. Die Stätten lagen je etwa 15km auseinander und eine davon wurde mit irgendeiner mobilen Kofferanlage bespielt. Es wurde mit dem ersten Akt in der ersten Spielstätte begonnen. Als der durch war, wurde er einem Fahrer übergeben, der ihn in die zweite Stätte fuhr, wo zügig damit begonnen wurde und der Fahrer fuhr zurück zur ersten Stätte. Dort hatte man zwischenzeitlich Akt 2 gezeigt und beim Wechsel auf den Dritten wurde der zweite zurückgerollt und in die zweite Spielstätte gefahren, wo der Fahrer den 1.Akt übernahm und in die dritte Spielstätte fuhr, um dann wieder in die erste zu fahren und den 3. Akt abzuholen, denselben in die zweite zu fahren, dort den 2.Akt zu übernehmen und in die dritte Spielstätte... usw.

Das ganze wurde nach meinem Wissen über Jahre so praktiziert. Der Betreiber führte immer im 1.Kino selbst vor, wo er auch wohnte und man darf ihm durchweg Kenntnis von Film- und Aktlängen zusprechen, da eine vorherige exakte Planung unumgänglich war.

 

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vor 4 Stunden schrieb Majorsmith:

Der Film hat auf diesen langen Wegen sicherlich ordentlich Staub aufgenommen!

 

Das war doch bei den Massenkopien egal, es ging ja nur darum wieder neue Einnahmerekorde aufzustellen und zu glänzen. 90% der vll. 800 Kopien wurden nach zehn oder zwölf Wochen Laufzeit eh vernichtet. Glaube kaum, dass nach zehn Wochen ein Nachspieler sich noch drum gerissen hätte.

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vor 6 Stunden schrieb Majorsmith:

Der Film hat auf diesen langen Wegen sicherlich ordentlich Staub aufgenommen!

 

15 Kilometer in einer Pappschachtel...  Nee... da geht mehr.

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