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Geschrieben

Danke für die umfangreichen Versuche und die Liste. Sie kann bei vielen Diskussionen rund um den LED-Ersatz bei Projektoren als Argumentationshilfe dienen.

Geschrieben
vor 1 Stunde schrieb Friedemann Wachsmuth:

Ich nehme an, Du meinst die 150W HID-Lampe — was missfällt Dir an deren Licht? 

 

Korrekt. Für sw ists relativ in Ordung, weil man damit eben schwarz-„weiße“ Bilder erhält und kein schwarz-gelb. Bei Farbe fehlt mir aber das warme Halogen-Licht sehr. Das mag bei anderen Menschen anders sein. Ich mag‘s halt nicht so 😉

 

Da die meisten Filme, die ich damit (selten) sehe, kaum die Länge einer 15m Kassette überschreiten, setzt leider auch kein Gewöhnungseffekt ein. Und richtig "fies" fällt's halt auf, wenn man Halogen und HID im Mischbetrieb nutzt, wie ich es nun mal mache. Das sind aber alles Probleme für große Leinwände. Für‘s Wohnzimmer braucht man sowas nicht zwingend.

Geschrieben

Es ist alles weiß, ob nun Halogen oder HID oder sogar die gute alte Glühlampe, nur die Farbtemperatur ist eine andere. Das Auge gewöhnt sich aber schnell an veränderte Farbtemperaturen, sonst würden wir bei Kunstlicht alles in orange-gelb getaucht wahrnehmen, oder am hellen Tage alles in blau.

In Deinem Fall ist der Wechsel das Problem, die Adaptation bleibt aus.

Geschrieben

@Spohnaudio/Martin: Die Farbspiele oder Farbsäume bei Deinen Versuchen mit dem COB-Modul liegen m.E. an der zu geringen Bestromung, wenn Du die Versuche mit den sichtbaren Werten des Netzteils gemacht hast. Für 100 W bräuchtest Du vermutlich ca. 3,5 A. Du hast weniger als 10 % davon. 

Wenn man in das Datenblatt von Luminus schaut, daß Du auf der ersten Seite des Threads verlinkt hattest, ist dieser Effekt auf S.9 im Diagramm Relative CRI-Shift vs If dargestellt. Welchen Strom hattest Du bei "Vollgas" eingestellt?

Ich habe mir heute nachmittag mal ein eher günstiges Downlight aus eigenen Beständen angeschaut. Da sehe ich nichts von Farbsäumen.

Was sollte denn der Impulsbetrieb ändern?

 

 

 

  • Thumsbup 1
Geschrieben

Laserprojektoren und auch die Mehrlampenprojektoren addieren die Lichtquellen über Spiegelsysteme und Wabenkondensoren, bevor dann eine Kondensoroptik zum Einsatz kommt.

Jens

Geschrieben
vor 20 Stunden schrieb supersilette:

@Spohnaudio/Martin: Die Farbspiele oder Farbsäume bei Deinen Versuchen mit dem COB-Modul liegen m.E. an der zu geringen Bestromung, wenn Du die Versuche mit den sichtbaren Werten des Netzteils gemacht hast. Für 100 W bräuchtest Du vermutlich ca. 3,5 A. Du hast weniger als 10 % davon. 

Wenn man in das Datenblatt von Luminus schaut, daß Du auf der ersten Seite des Threads verlinkt hattest, ist dieser Effekt auf S.9 im Diagramm Relative CRI-Shift vs If dargestellt. Welchen Strom hattest Du bei "Vollgas" eingestellt?

Ich habe mir heute nachmittag mal ein eher günstiges Downlight aus eigenen Beständen angeschaut. Da sehe ich nichts von Farbsäumen.

Was sollte denn der Impulsbetrieb ändern?

 

 

 

Der Versuch ging nicht mit der Luminus, sondern einer China-Billig-COB. Die wurde zuletzt mit ca. 36V bei 3,8A. erprobt. Durch das Filterglas ist zu sehen, dass die Farbsäume nicht verschwinden. Mit bloßem Auge unsichtbar, wenn alles überstrahlt. Wenn Dein Downlight das besser kann, mach´doch mal einen Versuch damit am Projektor. Vielleicht toppt das Ding ja alles!

Zum Thema Impulsbetrieb liegt der Zweck in der Belastungsreduktion - durch Abschaltung der LED in den Bildwechselpausen bei geschlossener Umlaufblende. Man könnte also versuchen, in den Hellphasen die LED gezielt zu überstromen. Jedoch sind da aus genannten thermischen Gründen enge Grenzen gesetzt.

 

Martin

Geschrieben

Danke für die Antwort! Die Luminus wäre auch noch höher zu bestromen, mit 27 A. Ich hatte die 0,25 A auf der Anzeige gesehen und gelesen, daß die meisten Led des COB-Elements so gerade leuchteten. Das wäre zu wenig. Die Veränderung des CRI-Wertes abgängig von der Bestromung gilt aber nicht nur beim Luminus-Modul.  Das Downlight brauche ich noch als Vertriebsmuster und will das daher nicht zerstören. Das hat auch nur 11-13 Watt.

Geschrieben (bearbeitet)
vor 1 Stunde schrieb supersilette:

Danke für die Antwort! Die Luminus wäre auch noch höher zu bestromen, mit 27 A. Ich hatte die 0,25 A auf der Anzeige gesehen und gelesen, daß die meisten Led des COB-Elements so gerade leuchteten. Das wäre zu wenig. Die Veränderung des CRI-Wertes abgängig von der Bestromung gilt aber nicht nur beim Luminus-Modul.  Das Downlight brauche ich noch als Vertriebsmuster und will das daher nicht zerstören. Das hat auch nur 11-13 Watt.

 

Diese auf den ersten Blick geringe Leistung ist kein Widerspruch zum möglichen output. Im Idealfall reden wir von Faktor 10, d.h. 13 Watt LED = 130 Watt Glühlampe. Auch hierbei würde die Aufgabe in einer möglichst guten "optischen Ankopplung" an eine vorhandene Projektionsoptik bestehen. Ich war selbst überrascht, dass eine meiner sehr frühen 5 Watt-"Hochleistungs-Leds" (irgend ein Conrad-Produkt um das Jahr 2012, im Aluguss-Kühlkörper mit integrierter Acrylglas-TIR-Linse) bei 5 Watt gemessener elektrischer Eingangsleistung und direkter Ankopplung an den originalen Bauer-Kondensor einen immerhin bei Tageslicht noch sichtbaren Lichtwurf auf der Zimmerwand erzeugte! Es ist eine single-LED, kein LED-Array wie bei COB. Ein Farbsaum ist dort tatsächlich nicht sichtbar, da er durch die Linse wohl hinreichend effektiv in dem in der Linse erzeugten Mischlicht verschwindet.

Anders als bei der COB handelt es sich hier um einen eher punktförmigen Einzelstrahler, dessen Randstrahlen (dome-LED, also aufgeklebte halbkugelförmige Minilinse) recht effektiv in die TIR-Linse einkoppelt. Die Randstrahlen werden in dieser Linse interessanter Weise durch eine Diffusorzone (mattierte Ringzone am Strahleneingang der TIR-Linse) geführt. Weil sie ohne große weitere Verluste sowieso nicht gezielt refokussierbar sind. Sie tragen aber dennoch positiv zu einer gewissen Erhöhung der Gesamthelligkeit der austretenden Lichtstrahlung bei!

 

Falls Du ein defektes Downlight organisieren kannst, lohnt sich vielleicht die Demontage und Analyse des Defektexemplars.

 

Martin

Bearbeitet von Spohnaudio (Änderungen anzeigen)
Geschrieben

Hallo Leute

ich wollte mich doch nochmal einklinken:

 

Was uns mit unserem Prototyp vielleicht von anderen vergleichbaren Projekten unterscheidet, ist, dass die Gesamte Entwicklungsarbeit innerhalb eines EU-geförderten Projektes namens Spectral entstanden ist. Das hatte den Vorteil, dass wir über ein gewisses Budget verfügen konnten. Geleitet wurde die Entwicklung von mir und meinem Kollegen Juan David González Monroy. Wir sind beide keine Techniker, sondern Künstler & Filmemacher, wir basteln beide ganz gerne, aber unser technisches Know-How ist sehr begrenzt. Von Motor- und LED-Steuerungen haben wir keine Ahnung. Deshalb haben für diese Entwicklung von Anfang an Jan Kulka aus Prag engagiert, der schon Erfahrung mit High-Density-LEDs bei der Entwicklung seines Archeoscopes gesammelt hatte. Jan wiederum hat sich in Prag Hilfe von verschiedenen Elektronikern gesucht. Nun ist das EU-Projekt beendet, was bedeutet, dass wir mit einem sehr viel kleineren Budget in die Zielgerade gehen. Konkret heißt das, dass wir hier in Berlin seit Januar nur noch ehrenamtlich am Projekt weiterarbeiten.

 

Zum Thema LED ja oder nein:

 

Wir hatten bei unseren Versuchen mit High-Density-LEDs der Firma Getian kein einziges Mal Farbverschiebungen innerhalb des projizierten Bildes. Wir haben Testreihen durchgeführt mit 200W, 400W, 600W und 800W. Eine wichtige Limitierung war die Temperatur auf der COB-LED selbst, die darf nämlich nicht über 60 °C erhitzen, sonst geht sie kaputt. Hier könnt Ihr die Testreihen sehen:

 

https://www.filmlabs.org/wiki/en/meetings_projects/spectral/laborberlin16mmprojector/start#high_density_led_tests

 

Die Referenz war ein ganz normaler B&H 16mm Projektor mit 24V 250W Halogen. Dieser kam bei unseren Messungen mit einer 50mm f/1,4 Optik und 155 cm Abstand zur Wand auf 10.000 Lux. Die LEDs haben wir in unserem Versuchsaufbau ohne optische Elemente mit 2,3 cm Abstand direkt hinter dem Filmfenster platziert. Mit der 800W LED haben wir 22.000 Lux erreichen können, ohne die 60 °C zu erreichen. Dies war nur möglich mit Wasserkühlung (die sehr viel leiser ist als jeder CPU-Kühlkörper mit Lüfter).

 

Wir haben ausschliesslich mit LEDs mit 6000K (± 200K) gearbeitet. Bei Getian kann man alles bis hinauf zu 8500K bestellen. (Theoretisch könnte man wahrscheinlich auch LEDS ohne Silikonpaste bestellen, und dann selbst im Projektor einen passenden Farbfilter davor setzen. Das müsste man mit dem Hersteller besprechen.) Um nicht zu viel Geld bei unseren Tests zu verprassen, hatten wir erstmal nur LEDs mit einem CRI von 70 bestellt. Aber wir sind tatsächlich so zufrieden mit den auf die Leinwand projizierten Farben, dass wir wenig Drang verspüren, nochmal mehr Geld in neue LEDs mit höherem CRI zu investieren. Meine Hypothese ist, dass der CRI in der Projektion weit weniger relevant ist, als beim Scannen und in der digitalen Farbkorrektur.

 

Nun mag man ja eine 800W LED unnötig hell finden, oder unnötig teuer (wir haben 141 USD bezahlt, plus Versand, plus Zoll), und es ist durchaus denkbar, dass man mit einer besseren Kondensor-Linse das Licht besser bündeln und somit mit einer etwas schwächeren LED auch ähnlich helle Ergebnisse erzielen könnte. Wir werden dieses Thema dieses Jahr noch eruieren. Wir gehen davon aus, dass wir bei solche einer flächigen COB-LED eine ähnliche Optik verwenden müssen, wie man sie auch in älteren Projektoren mit einer rechteckigen Glühwendel verwendet (keine Ahnung, wie man diesen Lampentypus nennt ...).

 

Da wir das gesamte Projekt am Ende als Open Source online stellen wollen, brauchen wir natürlich an dieser Stelle eine Lösung, die sich überall auf der Welt nachbauen lässt. Deshalb wären Optiken, die man von der Stange kaufen kann, am besten. Also, falls hier im Forum jemand einen Tipp hat, was man da nehmen könnte, dann wäre das tatsächlich sehr hilfreich!

 

Gute Nacht

Bernd

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