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Snackbude McKino - darf's noch was Majo sein ?


S8ler
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Hallo Forenten,

 

mit diesem provokanten Titel möchte ich mir mal - nach dem "Genuss" des letzten 007 - über eine Sache Luft verschaffen, die nicht DIREKT mit der Technik zu tun hat.

 

Es ist ja schön, wenn hier über die Bildqualitäten von analog und digital geschrieben/gestritten wird, deren Vor- und Nachteile sowie den Sinn neuester Ton- und Soundeffekte.

 

Nur leider wird - zumindest mir - der Kinobesuch in letzter Zeit zu oft verleidet durch schmatzende, glucksende, raschelnde, knisternde "Kinofans". Darf's noch ein leichtes Bäuerchen hinterher sein, geräuschmäßig natürlich schön unterdrückt ? Aber die Gase lassen sich nunmal nicht zurückdrücken. :oops:

Ist doch ein echtes Geruchserlebnis, wenn man an halbverdauten oder im Mund befindlichen Tacos noch mindestens 2 Sitze weiter teilnehmen darf, oder ? Und ja, beim Essen bleibt der Mund geschlossen - dieses spießige Ritual sollte immer noch befolgt werden.

Muss das Filmerlebnis denn nun wirklich so dringend unterstützt werden in Form eines King-Full-Supersize-Eimer mit Popcorn ? Oder lecker knusprig, krachende Tacos mit überquellendem Chilidipp ?

Die Sitze werden doch hoffentlich vor der nächsten Vorstellung von den übergetropften Sößchen befreit werden ?

 

Muß man denn nun immer kauen, einfach so, aus Langeweile ?

Es ist -sorry - einfach ekelhaft ! Und jede Snackbude sieht sauberer aus als so mancher Kinosaal, insbesondere nach der Vorstellung.

Ich gehe ja ins Kino, um mir das Bild und den Ton im Supersize-Format zu gönnen, ansonsten kann ich ja auch vor der Glotze sitzen und es mir auf DVD anschauen. Da schmatze ich bestenfalls selber und störe keinen anderen ... ich selber nehme nämlich gerne auf die Rücksicht, die Ihr Geld wie ich an der Kinokasse für den Film bezahlen und auf Lautmalereien meinerseits verzichten wollen.

War das berühmte Eiskonfekt und/oder ein kleines Getränk denn nicht mehr ausreichend ? Gibt es bald Burger mit Pommes frites? Oder Pizza ?

 

Kurz und gut ... und so schließt sich der Kreis ... ein Kinoerlebnis ist nicht nur davon aghängig, ob ein digitaler oder analoger Projektor verwendet wird und ob der Ton von y-Spuren kristallklar aus x-Lautsprechern schallt.

Ich ziehe jederzeit einen satten Analogsound - sei er meinetwegen in MONO - vor, wenn dieser nicht durch ständige "Störgeräusche" begleitet wird. Der in der Tontechnik bestens bekannte Klirrfaktor bekommt bei mir eine neue Definition :roll:

 

Und ich kann mir nicht vorstellen, daß ich der einzige bin, dem dieser grassierende "Imbissbudenbetrieb mit Lichtspiel" auf den Wecker geht.

 

Wollt' ich nur mal gesagt haben und denke, daß ich durchaus für viele (evtl. stillschweigend leidende) Andere geschrieben habe.

 

Besten Gruß

Reinhard

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Ja, es ist leider in letzter Zeit gehäuft zu beobachten, dass Kinobetreiber versuchen auch den letzten möglichen Cent aus ihrem Betrieb rauszuquetschen - dass dabei das Kino an sich untergeht wird nicht bemerkt oder ist eventuell auch so gewollt.

 

Solch eine Strategie führt allerdings trotzdem auch dazu, dass Kunden wie ich dem Kino auf Dauer verloren gehen. Scheint man aber verschmerzen zu können.

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Hallo Forenten,

 

mit diesem provokanten Titel möchte ich mir mal - nach dem "Genuss" des letzten 007 - über eine Sache Luft verschaffen, die nicht DIREKT mit der Technik zu tun hat.

 

 

War das berühmte Eiskonfekt und/oder ein kleines Getränk denn nicht mehr ausreichend ? Gibt es bald Burger mit Pommes frites? Oder Pizza ?

 

 

Besten Gruß

Reinhard

 

In Reinfeld (Holst.) gab es mal "Lichtspiele". Bild und Ton, lieber dazu hier nichts, aber ein netter Saal aus den 50ern. Da warb der Betreiber auch mal: Probieren Sie unsere leckeren Steaks mit Bratkartoffeln. (Gehörte nämlich ein Restaurant mit dazu). Das war offiziell ein Verzehrkino mit glaub ich sogar Rauchmöglichkeit, wie es häufiger auf dem Lande in Schleswig Holstein und Niedersachsen zu finden war.

Appetitlich war das wohl nie, der Geruch nach Speisegaststätte.

Ich kann Reinhard daher gut verstehen, so etwas muß wirklich nicht sein.

 

"There is one thing I'd like you to remember. Please respect your fellow patrons: No eating, drinking or smoking in this auditorium. Use the function area in the lobby." - Ansage vor dem Film in einem US-Kino... und die wollten kein Korn, Nacho usw. im Saal. Wohl die Ausnahme.

 

 

Stefan

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Holla, da bin ich ja anscheinend nicht der einzige ...:idea:

 

Stefan hat mich dazu an ein Kino namens "DIANA" in Aachen (für diejenigen die evtl aus meiner "Zone" stammen) in meiner späten Kindheit Anfang der 70er erinnert.

Dieses Kino bot schon damals eine Art Kneipe mit Bildwand. Der - relativ kleine - Saal war normal gestaltet, ganz hinten war allerdings eine breite Theke mit den üblichen Hockern. Hier konnte man rauchen, trinken etc. Das hat damals keinen gestört, diese Gäste bemerkte man absolut nicht, Abluftanlage war offenbar OK, Störungen durch Licht von der Theke, Rauch oder Essensduft bzw. -geräusche waren nicht vorhanden - nicht zuletzt wohl auch dank des an der Theke sitzenden - zahlenmäßig sehr geringen - Publikums, denn das Wort Rücksicht war wohl zu diesem Zeitpunkt noch bekannt. Das war ja also noch tolerabel !

 

Aber dieses Kino war eine Ausnahme, zudem wußte es jeder Besucher und man konnte es notfalls meiden - was aber nicht notwendig war.

Heutzutage muss ich auf mein Glück vertrauen, daß ich mir einen Film ohne Essensgeräusche und Geruchsbelästigung anschauen kann - manchmal wäre mir etwas Zigarettenqualm ganz recht, damit andere Düfte überdeckt werden !

 

Mit ausschlaggebend für meinen Beitrag war auch ein Artikel in dem Magazin "Schmalfilm" , wo Architekturfotos von Kinos z.B. der 50er präsentiert wurden. Heutzutage empfinde ich diesen kühlen Stil, geprägt durch grade Linien, einfache Symetrien, Holzvertäfelungen und gigantische Kinosäle als herrlich. In meinen Kindertagen fingen diese Säle aber bereits an zu verrotten und die heutigen Säle habe ja durchaus gewonnen - in der Regel viel bessere Sitze, steilerer Anstieg (somit weniger Probleme mit dem Vordermann). Ich hänge also durchaus nicht vermeintlich besseren Zeiten nach ... aber eine gesunde Mischung aus neuzeitlicher Technik gepaart mit der Rigorosität und Beschränkung auf das Wesentliche der 50er wäre mir sehr willkommen.

 

Übrigens ... essen und ein Bierchen trinken tue ich auch sehr gerne .. aber NACH dem Kino !

 

Gruß

Reinhard

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Dieses Thema erregt die Gemüter schon seit den 70'ern.

 

Von der Unart einen Thresen im Kinosaal zu installieren geht man zum Glück wieder weg, oder ist es bereits schon.

Obwohl es Ausnahmen gibt.

Leider.

 

Das Leute Getränke oder Süßigkeiten mit in den Saal nehmen, gibt es schon seit den 50'ern.

 

In den Anfangstagen des Kinos wurden Filme in Wirtshäusern oder Cafe's vorgeführt.

 

Unangenehmen Sachen, die in Zusammenhang mit vielen anderen Menschen vorkommen können, kann man nur entkommen wenn man allein im Saal sitzt.

Und das will bestimmt auch nicht jeder.

 

Das Ganze hat absolut nichts mit der Technik der Vorführung zutun.

Egal ob es sich um ECHTEN Film, oder die Vorführung von bewegten digitalen bunten Bildern handelt.

 

Und für die allermeisten Kinobesitzer gilt ja:

Nur das was am meisten Kohle bringt ist gut.

Auch wenn dabei die Kinokultur auf der Strecke bleibt.

Tja-----

 

Perfo.

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Ich gehe ja ins Kino, um mir das Bild und den Ton im Supersize-Format zu gönnen, ansonsten kann ich ja auch vor der Glotze sitzen und es mir auf DVD anschauen.

War das berühmte Eiskonfekt und/oder ein kleines Getränk denn nicht mehr ausreichend ? Gibt es bald Burger mit Pommes frites? Oder Pizza ?

Nach dem Vorprogramm, das berühmte Eis...hat aber auch gekleckert, zumindest das Domino-Eis, aber geraschelt hats nur, wenn die Verpackung aufgerissen wurde und die Geruchsbelästigung war ja nun auch sehr verträglich...

Es waren sicherlich nicht die Besucher, die nach mehr Abwechslung (Essen/Trinken) im Kino gerufen haben - es waren die Theaterbesitzer, die sehr schnell merkten, dass man damit nebenbei noch Geld machen kann.

Und wenn gleich wieder geschrieben wird, ohne diese Zusatzdinge wäre das Kino nicht mehr überlebensfähig, dann glaube ich das schlichtweg nicht. Sicher, einige inhabergeführte, kleine Kinos mag es geben, die wirklich darauf angewiesen sind, aber die Großen... :?:

Es ist eine einfache Möglichkeit, dem Kunden hinter der Kasse nochmal Geld abzuknöpfen, und wenn man mit Kindern kommt, ist das eine sichere Bank...

Die schnell fortschreitende (und rasant preiswerter werdende) Technik im Heimkinobereich wird dann zur ernsten Konkurrenz. Denn dort gibt es nur Gerüche im Zimmer, die ich dort auch haben will...mir ist jedenfalls schon mancher Kinobesuch vermiest wurden, und es lag nicht an der Technik oder am Personal.

Wie wäre es mit der Umkehrung aus den 70ern? Damals gab es in vielen entstehenden Kinocentern einen Saal, in dem man rauchen und trinken durfte. Warum nicht heute einen Saal, in dem nur gehört und gesehen werden darf - und nicht geschmatzt? Käme doch vielleicht mal auf einen Versuch an...

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Nicht umsonst forderte Michael Todd damals eine strikte "No Popcorn" Policy in seinen Roadshow-Kinos :wink: .

 

Auch ich bin kein Fan von übermäßigem Verzehr im Kino, habe jedoch Verständnis dafür, dass das mitunter für den Betreiber die einzige Möglichkeit darstellt, sein Kino am Leben zu erhalten. Ich habe mir daher angewöhnt, nur noch außerhalb der Prime Time ins Kino zu gehen. Klappt wunderbar.

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... habe jedoch Verständnis dafür, dass das mitunter für den Betreiber die einzige Möglichkeit darstellt, sein Kino am Leben zu erhalten.

 

Das Publikum möchte "Snacks & Drinks" vor/während des kinobesuches und verlangt es einfach ... man wäre kein servicebetrieb, wenn man die wünsche des publikums ignorieren würde.

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Das Kino als öffentlicher Ort spiegelt die gesellschaftliche Realität.

 

Emotionaler Autismus ist mein Begriff dafür, wenn Individuen gar nicht mehr wahrnehmen, daß ihr Handeln für andere störend, lästig oder eine Behinderung sein könnte. Die Fähigkeit, außerhalb der eigenen Person und ihrer unmittelbaren Eigeninteressen und -motivationen weitere denkende, fühlende Wesen zu erkennen oder zu vermuten, ist rückläufig.

 

In Arthouse- oder kommunalen Kinos ist das ebenso zu beobachten: Gebildete Menschen jeden Alters brabbeln und tönen während des ganzen Films, denn sie sind es gewöhnt, alles stetig zu kommentieren, was vor ihren Augen geschieht. Unter Titelvorspann oder Actionszenen läuft ja ohnehin "nur Musik", da kann man laut daherlallen, wenn es leiser wird, unterhält man sich - höflicherweise - nur noch gedämpft. Das ist besonders quälend bei Herren mit Baßstimme, deren Worte man zwar nicht mehr versteht, aber als Behelfs-Subbaß permanent grummeln hört.

 

Viele Senioren sind nur noch TV gewöhnt, wo sie ja auch nonstop kommentieren oder dem Partner mitteilen, daß der Schauspieler eine frappante Ähnlichkeit mit dem Blockflötenlehrer des Enkelkindes hat. Immerhin ist dieses Segment noch ansprechbar - wenn auch erschrocken bis beleidigt - und stellt das Dauergebabbel auf Bitte in der Regel ein.

 

Wenn das Kino zum Pavianfelsen wird und man von einer Urhorde rülpsenden, stinkenden und bröselnden Zeitgenossen und -Innen umgeben ist, hilft natürlich nichts mehr (abgesehen von einem Amoklauf à la FALLING DOWN, ich sage nur Hamburger-Restaurant...)

 

Ich kann verstehen, daß viele Filmfreunde diesen Zirkus meiden und sich in die bedauerliche Vereinsamung des Home Cinema zurückziehen.

 

Als Kinobetreiber muß man natürlich den Wünschen der Besucher Rechnung tragen, ob aber bestimmte Produkte, die ohne Belästigung der Umgebung (Krach, Gestank, Schmutz) kaum konsumierbar sind, nicht durch andere, "kinofreundlichere" Produkte ersetzbar sind, wäre doch zu prüfen.

 

Die Entwertung des Filmerlebnisses z.B. durch TV-artige Zwangswerbung in obszöner Länge und andere, z.B. architektonische Eigenheiten der Filmtheater sowie mangelnde Präsenz von Mitarbeitern, fordert asoziales Verhalten leider noch heraus.

 

Wie sollte das Kino anders sein als der Mainstream der Gesellschaft?

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Als Kinobetreiber muß man natürlich den Wünschen der Besucher Rechnung tragen, ob aber bestimmte Produkte, die ohne Belästigung der Umgebung (Krach, Gestank, Schmutz) kaum konsumierbar sind, nicht durch andere, "kinofreundlichere" Produkte ersetzbar sind, wäre doch zu prüfen.

Soll es ruhig Kinoformen gegen, die tatsächlich glauben, es "allen" Besuchern recht zu machen (apropos: es wird ja inzwischen endlich geruchs- und geräuschlose Fingerfoods und Snacks angeboten (http://www.astor-filmlounge.de/unser-service/), und ob man dafür zahlen möchte, liegt in der individuellen Entscheidung aufgehoben.

 

Ebenso drängt es nach der Möglichkeit, ein schmuckloses und servicefreies Kino aufsuchen zu können, wo nur der reine Film als Geformtes im reinen Format Zentrum einer spirituellen Auseinandersetzung sein soll und das Kino allenfalls "Mittler" für die wissenschaftiche Recherche sei und dies dann Service nennt ( http://www.fdk-berlin.de/de/ ).

 

Denn eine der angeblichen Trümpfe des Home Cinema sind nicht nur Wellness, Beinfreiheit und kulinarische Grenzenlosigkeit, sondern bei eben so vielen Usern dieses Mediums auch die stille, fast karge Abgeschiedenheit: die Einstellung aller Aktivitäten und Regungen zugunsten reiner Fixierung auf Bildschirm- und Soundgeschehen bei völliger Ausschaltung der Umgebung.

 

Dreamworks-Filme passen in die erste Kategorie, Kubrick- oder Tarkowski-Filme in die zweite.

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Dreamworks-Filme passen in die erste Kategorie, Kubrick- oder Tarkowski-Filme in die zweite.

 

antiquiertes schubladen-denken ...

 

Was war denn bitte SPARTACUS, 2001, FULL METAL JACKET oder EYES WIDE SHUT (allein die besetzung mit Tom Cruise und Nicole Kidman beweist es) wenn nicht mainstream kino der (allerbesten) art?

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Ein feinfühligeres Nachdenken möchte ich ans Herz legen, weniger die "grobe Münze". :wink:

 

Vor ersteren Titel (auf "Überwältigungseffekte" zielender Monumentalfilm) empfehlen sich die anderen Filme durchaus dank einer leiseren und verinnerlichten Rezeptionsweise. (Das ist nun einmal dramatisch gemeint - eine Mainstream-/Kunst-Scheidung schwebte mir wirklich nicht vor.)

 

Wenn es ein "antiquiertes" Bedürfnis denn gäbe, so ist es sehr fein, dafür auch eine Lanze zu brechen. Die Schauspieler sind daher m.E. weniger ein Indiz auf die Art des Dramas. Kenneth Branagh, Jean-Luc Godard oder Robert Altman pflegten ebenso das Starkino: theatralisch dicht einerseits oder essayistisch verschachtelt und elliptisch erzählt in der anderen Manier - und daher wohl nicht für's "Verzehrkino zwischendurch" anzuempfehlen, welches Sie obenstehend ja als gute Sache erwähnen.

Ich glaube, der Herr Flebbe ist da etwas fortschrittlicher im Denken als Sie. Das soll aber keine persönliche Herabsetzung sein.

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