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Lichtspieltheater der Jugend Frankfurt (Oder)


Martin Rowek
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  • 1 month later...

Eine Schande ist das, vor allem wenn man weiss, wie wunderschön und repräsentativ dieses Kino einmal war. :cry:

 

...nicht zu vergessen der rote Teppichboden, den glaube ich 99 % aller Ufa Kinos schmückte!

 

Die Seite ist im übrigen sehr interessant. :D

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Eine Schande ist das, vor allem wenn man weiss, wie wunderschön und repräsentativ dieses Kino einmal war. :cry:

 

...nicht zu vergessen der rote Teppichboden, den glaube ich 99 % aller Ufa Kinos schmückte!

 

Die Seite ist im übrigen sehr interessant. :D

 

Wenigstens steht es noch. Andere Kinos werden ja gleich nach dem letzten Kinotag dem Erdboden gleich gemacht. M. W. steht das Gebäude unter Denkmal- und Naturschutz, aufgrund der Bauart des Gebäudes und den darin enthaltenen Fledermäusen :-) Ein Mäusekino :-)

 

Dank Thomas ist der Thread wiederbelebt. Die Kinofreunde aus unserem komunalen Kino haben sich auch über die Bilder gefreut :-) Sofort war klar, dass man das Lichtspieltheater wieder herrichten müsste, weil der Hörsaal nun wirklich kein Kinoambiente aufweist.

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Es ist schade um den Bau, denn Jugend war einer der der doch sehr seltenen Neubauten in der DDR. Und diese wurden gezielt als repräsentative Solitärbauten an prominenter Stelle erbaut. Gerade FdJ in FF(O) ist ein typischer Vertreter duieser Bauart, der klassische Fassade mit repräsentativer und und von außen ablesbarer Gliederung verbindet. Durchweg hochwertige Materialen, gepaart mit zeitgenössischer Kunst geben zu Recht denkmalschützende Werte.

Doch interessiert sich da jemand für? Die Abwicklung nach Anschluß an die BRD, und der Verkauf an "Privatisierer" (lat. privare = berauben), der auch dem Einigungsvertrag widersprach, ließ doch gar keine andere Wahl, als den mittelfristigen Untergang.

Nun ja, der "Alptraum in Rot" der Ufa Sanierungen, wie einige Leute die doch relativ hochwertigen Neuaustattungen nennen, passen eigentlich kaum zum Konzept des Architektenkollektives der Bauzeit, doch anders wärs wohl kaum einige Jahre gelaufen.

 

Heute im Istzustand wird da nie wieder Kino einziehen können, das ist einfach nicht bezahlbar.

Und irgendwann kommt dann doch der Bagger.

 

St

 

 

Früher kamen Filme nur im Kino am besten zur Geltung, doch neue hochqualitative High Definition-Heimsysteme wie HDTV, Blu-ray und Spielkonsolen neuester Generationen stellen eine ernsthafte Konkurrenz für das Kino dar, denn sie liefern Bilder in erstklassiger Qualität, auch in 3D. Derzeitig ist nur der 4K-Standard in der Lage sogar die beeindruckensten HD-Heimsysteme zu übertreffen, und damit den Kinobesuch wieder zu einem einzigartigen Erlebnis zu machen.

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Kinobetrieb wäre möglich, die Frage ist, ob 1 Million € ausreichen, um das Gebäude kompett zu restaurieren, auszurüsten und auszustatten.

Wozu solche Investitionen? Heutzutage braucht man doch nur noch einen Billigbau mit dem (innen)architektonischen Charme einer Flughafen-Abfertigungshalle und ein paar dunklen Räumen mit minimalistischer Ausstattung um die Besucher mit digitalen (3D)-Beamern "glücklich" (?) zu machen.

 

Die Zeiten des großen Kinos sind vorbei. Begraben und Geschichte. Leider!

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Kinobetrieb wäre möglich, die Frage ist, ob 1 Million € ausreichen, um das Gebäude kompett zu restaurieren, auszurüsten und auszustatten.

Wozu solche Investitionen? Heutzutage braucht man doch nur noch einen Billigbau mit dem (innen)architektonischen Charme einer Flughafen-Abfertigungshalle und ein paar dunklen Räumen mit minimalistischer Ausstattung um die Besucher mit digitalen (3D)-Beamern "glücklich" (?) zu machen.

 

Die Zeiten des großen Kinos sind vorbei. Begraben und Geschichte. leider!

 

Stimmt nicht, denn exklusives Kino wird wieder nachgefragt.

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Hallo Martin,

 

nur der Staat wäre zu einer Reaktivierung fähig, wie beim Erstbau Mitte der 1950er (1956?) der Staat gebaut hat.

Ich rechne mit etwa 2,5 Mio - 3 Mio Euro, für eine Rettung und Erstellung eines Kinos mit großem, klassischen Saal.

Mit Kinoabspiel ist das (schon gar nicht in FFO) zu verdienen, leider. Und daher wird sich auch kein kommerzieller Investor für die Ruine finden.

Wenn aber die Stadt wollte, dann würde das gehen, mit Landes-, Bundes- und Europamitteln, die sogar ausreichend zur Verfügung stehen, denn trotz aller gegenteiligen Bekundungen ist der Staat unendlich reich, und muß nicht wirtschaftlich denken, sondern nur etatgerecht.

Doch dafür brauchst Du eine politische Mehrheit, und die findet sich z.B. im bürgerlichen Lager der Systemparteien kaum, da bedarf es anderer politischer Konstellationen.

 

Vielleicht findet sich auch ein Mäzen (Ein Mäzen ist eine Person, die eine Institution, kommunale Einrichtung oder Person mit Geld oder geldwerten Mitteln bei der Umsetzung eines Vorhabens unterstützt, ohne eine direkte Gegenleistung zu verlangen.), obwohl ich das bezweifele. Das heute ach so moderne "Sponsoring" erwartet idR eine direkt monetär ablesbbare Gegenleistung, und die ist bei solch einem Projekt nicht zu finden.

 

Traurig, denn neben dem Filmtheater in Stalinstadt ist FdJ in Frankfurt einer der bedeutensten Kinoneubauten der DDR (Berlin als Hauptstadt ist hier gesondert zu betrachten) gewesen.

 

Stefan

 

 

Früher kamen Filme nur im Kino am besten zur Geltung, doch neue hochqualitative High Definition-Heimsysteme wie HDTV, Blu-ray und Spielkonsolen neuester Generationen stellen eine ernsthafte Konkurrenz für das Kino dar, denn sie liefern Bilder in erstklassiger Qualität, auch in 3D. Derzeitig ist nur der 4K-Standard in der Lage sogar die beeindruckensten HD-Heimsysteme zu übertreffen, und damit den Kinobesuch wieder zu einem einzigartigen Erlebnis zu machen.

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ich glaube kaum, dass es eine große Rolle spielt, ob CS oder BW.

Das wissen die Besucher doch vorher nichtmal.

Das is so, wie wenn ich sag, ich hab digital 3D und deswegen hab ich immer volles Haus.

Auf die Güte des Films und das drumherum kommt es auch sehr an.

meine Meinung.

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Die Frage die ich mir stelle: Wie erstrebenswert ist es, einen solch wirklich sehr schönen Saal heute wieder in Betrieb zu nehmen, wenn man primär CS-Filme zeigen möchte?

 

Projektion in CS ist möglich. Das Kino wurde 1998 geschlossen. Es wurden also auch Filme in CS gezeigt. Den letzten Film, den ich in diesem Kino sah, war Titanic. Wie passend :cry: Einmal im Saal 1 und einmal in Saal 2. Dann Praktikum in einem Kurort-Kino und in der Zeit eröffnete ein Multiplex-Kino in der Stadt. Dort sank die Titanic noch einige Male ;-)

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Entschuldigt Leute, ich hatte den Saal gerade so in Erinnerung, als wäre er für Normalformat gebaut worden.

 

Stimmt natürlich nicht, sogesehen dürfte CS dort ganz passabel aussehen.

Anders als heute üblich, wurden Kinos in der damaligen Zeit - und das auch bzw. gerade in der DDR - von Fachleuten gebaut. Das sowohl in (Kino)architektonischer, als auch in (Kino)technischer Hinsicht, wie Raumaufbau, Projektion, Optik und Akustik.

 

Damals stand die maximale Qualität, gepaart mit - zugegeben sozialistischer - Baukultur im Vordergrund, denn Kinos waren eine soziale Begegnungsstätte und keine Popcorn-Abspielsstätten mit dem Anspruch, mit minimaler Investition ein Maximum an Gewinn heraus zu holen.

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Saal 2 war mein Lieblingssaal, weil hier der BWR gleich neben dem Eingang lag. Man konnte auch von der letzten Sitzreihe in den BWR gucken.

 

Auch hier war CS möglich. Vor und kurz nach der Wende, war Saal 2, aber ein Kinocafe bzw. wohl auch ein Ballsaal.

 

Es wäre interessant, ob die Bausubstanz schon massiv durchfeuchtet ist und wieviel Asbest verbaut wurde.

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Entschuldigt Leute, ich hatte den Saal gerade so in Erinnerung, als wäre er für Normalformat gebaut worden.

 

Stimmt natürlich nicht, sogesehen dürfte CS dort ganz passabel aussehen.

Anders als heute üblich, wurden Kinos in der damaligen Zeit - und das auch bzw. gerade in der DDR - von Fachleuten gebaut. Das sowohl in (Kino)architektonischer, als auch in (Kino)technischer Hinsicht, wie Raumaufbau, Projektion, Optik und Akustik.

Einer der Hauptvorteile der damaligen Architetkur war auch die komplette Verwanzung.

 

Das dürfte man heute so gar nicht mehr machen.

 

Die ganze Kette an Entscheidungen durch die örtlichen Funktionäre, und die Bewilligung der Investition durch das Politkomitee, das war schon toll im Vergleich zu heute. Da fühlte man sich schon als Teil eines größeren Ganzes.

 

Die paar Zensuren und Ausweisungen heimischer Nestbeschmutzer, also Regisseuren die allen Ernstes in den 80er Jahren den DDR-Sozailismus auch nur sozial hinterfragten, denen wurde da ja auch damals noch keine solide Basis verliehen, d.h. solchen "Künstlern" war damals in solchen Kinos der gehörige Einhalt geboten.

 

 

 

Damals stand die maximale Qualität, gepaart mit - zugegeben sozialistischer - Baukultur im Vordergrund, denn Kinos waren eine soziale Begegnungsstätte und keine Popcorn-Abspielsstätten mit dem Anspruch, mit minimaler Investition ein Maximum an Gewinn heraus zu holen.

Richtig, und Popcorn *gabs* damals obendrein auch keines.

Zugegebenermassen war solch eine soziale Begegnugsstätte ja auch größtenteils unabhängig vom Pop*K*orn, da man man ja nicht ohne weiteres zu wichtigen Premieren Eintritt erhielt.

 

Es ist schon klasse, das solche Tempel der Zensur und Verblendung immer noch existieren. Grade wenn man -als Stasi ungeschädigter- Kinovorführer der 50er, 60er, 70er und 80er die ganzen Ausweisungen, Berufsverbote. Haft isw. nicht am eigenen Leobe erfuhr, sondern einfach schlicht die dementsprechenden Filme die nicht linientreu waren nicht bekam.

 

Und hey, die paar Jahre Knast für ostdeutsche Filmemacher sollten heute nicht bewinselt werden. Solche *Weicheier* die sich damals mit der dem bezüglichen Kino vorstehenden Staatssicherheitsorganen nicht arrangieren konnten, waren ja gewarnt und sind ja auch irgendwie selber schuld. Hoffentlich haben sie was daraus gelernt.

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Anders als heute üblich, wurden Kinos in der damaligen Zeit - und das auch bzw. gerade in der DDR - von Fachleuten gebaut. Das sowohl in (Kino)architektonischer, als auch in (Kino)technischer Hinsicht, wie Raumaufbau, Projektion, Optik und Akustik.
War es nicht das Cosmos, bei dem in der Planung der BWR vergessen wurde?
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Auch wenn es sich in den obigen Beiträgen vielmehr um die Architektur und/oder den Erhalt des Filmtheaters ging, hier vielleicht einmal ein paar Richtigstellungen bzw. Erklärungen (besonders für "Erz-Wssies"):

 

Einer der Hauptvorteile der damaligen Architetkur war auch die komplette Verwanzung.

Das dürfte man heute so gar nicht mehr machen.

Wenn man das so liest, könnte man ja annehmen, daß jedes Kino, jedes Theater und jede Sportstätte voller Abhöreinrichtungen gewesen sein muß. "Das Leben der Anderen" läßt grüßen!

Man bedenke aber - besonders in diesem speziellen Fall - einmal das Baujahr des Kinos. Jedem einigermaßen technisch versiertern Menschen dürfte klar sein, daß zu diesem Zeitpunkt die Technik (und gerade die in der damaligen DDR) noch nicht so weit gewesen ist,

• so einen materialintensiven und volkswirtschaftlich kaum zu vertretenden Aufwand zu betreiben

• die Mikrofone nicht nur sehr unempfindlich sondern in der Bauart auch entsprechend groß waren (Die alten Zylinder mit dem Röhrenvorstärker im Stativ)

• für einen derartigen Aufwand überhaupt kein Interesse bestand

• der BRD-Geheimdienst (BND) in dieser Hinsicht auch kein Kind von Traurigkeit war und ist!

 

Die ganze Kette an Entscheidungen durch die örtlichen Funktionäre, und die Bewilligung der Investition durch das Politkomitee, das war schon toll im Vergleich zu heute. Da fühlte man sich schon als Teil eines größeren Ganzes.

Stimmt, da gebe ich Dir Recht. Da gab es aber noch einen gravierenden Unteschied zur BRD damals und heute:

• die damaligen politischen Organe waren nicht derartig stark mit der Bau- und sonstigen Wirtschaft involviert wie heute Gang und Gebe ist

• Auch wenn es sich für BRD-Bürger vielleicht merkwürdig anhört: Unsere Werktätigen waren stolz auf das Erreichte und auch auf solche Kinos.

 

Die paar Zensuren und Ausweisungen heimischer Nestbeschmutzer, also Regisseuren die allen Ernstes in den 80er Jahren den DDR-Sozailismus auch nur sozial hinterfragten, denen wurde da ja auch damals noch keine solide Basis verliehen, d.h. solchen "Künstlern" war damals in solchen Kinos der gehörige Einhalt geboten.

|...| Es ist schon klasse, das solche Tempel der Zensur und Verblendung immer noch existieren. Grade wenn man -als Stasi ungeschädigter- Kinovorführer der 50er, 60er, 70er und 80er die ganzen Ausweisungen, Berufsverbote. Haft isw. nicht am eigenen Leobe erfuhr, sondern einfach schlicht die dementsprechenden Filme die nicht linientreu waren nicht bekam. |...| Grade wenn man -als Stasi ungeschädigter- Kinovorführer der 50er, 60er, 70er und 80er die ganzen Ausweisungen, Berufsverbote. Haft isw. nicht am eigenen Leobe erfuhr, sondern einfach schlicht die dementsprechenden Filme die nicht linientreu waren nicht bekam.

 

Zensuren? Einschränkungen? Berufsverbote (für Lehrer, ja sogar für Briefträger)? Verfolgung von Mitgliedern kommunistisch orientierter Parteien gerade in den 60er Jahren?

Täusche ich mich da, oder gab es die nicht gerade in der damaligen BRD? Da wurde doch sicherlich und "demokratisch" jedem kleinen Filmemacher das örtlliche Kino als Publikationsbasis für seine systemkritischen Beiträge geöffnet. Oder etwa doch nicht?

 

Und hey, die paar Jahre Knast für ostdeutsche Filmemacher sollten heute nicht bewinselt werden. Solche *Weicheier* die sich damals mit der dem bezüglichen Kino vorstehenden Staatssicherheitsorganen nicht arrangieren konnten, waren ja gewarnt und sind ja auch irgendwie selber schuld. Hoffentlich haben sie was daraus gelernt

 

Mit dem Drangsalieren, Mundtotmachen, Verurteilen und Einsperren ihrer Systemgegner hat sich die BRD gerade in den späten 50er bis Ende der 60er Jahre wohl in der Welt einen eher unrühmlichen Ruf eingehandelt.

Man erinnere dabei nur an die so genannten "68er"!

 

Richtig, und Popcorn *gabs* damals obendrein auch keines.

Zugegebenermassen war solch eine soziale Begegnugsstätte ja auch größtenteils unabhängig vom Pop*K*orn, da man man ja nicht ohne weiteres zu wichtigen Premieren Eintritt erhielt.

 

Heutzutage gibt es zwar Popkorn, fragwürdig ist allerdings dessen Sinn und Notwendigkeit. Den dafür benötigten Mais haben wir damals jedenfalls an die Fische oder Schweine verfüttert. Das machte dann wenigstens Sinn.

Stichwort Premieren:

Dieser "gesellschaftlich wichtige" Auftrieb von einigen A- und massenweise B- und C-"Promis" und dem, was sich sonst noch so auf den "roten Teppichen" rumlümmelt, ist wohl gerade heutzutage eine Schau von Kuriositäten der besonderen Art, zu der das normale und hinterher dafür Geld zahlende Publikum eher in der Minderheit Zutritt hat.

 

Es ist schon klasse, das solche Tempel der Zensur und Verblendung immer noch existieren.

 

Ja, das ist Klasse, daß sie immer noch existieren. Denn sie stellen für uns ein Stück gelebte Geschichte dar.

Ansonsten könnte man ja auch den auf damaligen BRD-Gebiet stehenden Reichstag wegen seiner unrühmlichen Vergangenheit abreißen lassen oder die "Gold-Else" auf der Siegessäule (bei den gegenwärtig hohen Buntmetallpreisen) einschmelzen.

Und ich höre hier immer noch das (auch durchaus berechtigte Geschrei), wenn wieder einmal ein altes traditionsbehaftetes Kino auf BRD-Gebiet geschlossen und/oder abgerissen wurde.

Soweit zum Thema: Einheit und Gleichheit!

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War es nicht das Cosmos, bei dem in der Planung der BWR vergessen wurde?

:oops: Da gebe ich Dir vollkommen Recht.

Der BWR wurde aber in der Planung nicht vergessen, sondern nur als toter Raum - und das ohne ebenen Zugang - gebaut. Erst bei den Innenausbauarbeiten und als die Filmtheatertechnik dann anrückte, stellte man dann dieses Versehen wohl fest und schuf mittels einer separaten Treppe einen Zugang.

 

Zur "Ehrenrettung" der damaligen Architekten und Erbauer sei allerdings angemerkt:

Das "Cosmos" war - lange vor dem Bau des in der selben Straße befindlichen "Kino INTERNATIONAL" - das erste Kino der DDR, das in einer - für die damaligen Zeit - sehr futuristisch anmutenden Bauform errichtet wurde und sollte somit auch entsprechenden Symbolcharakter für das Kulturschaffen in der damaligen DDR im In- und Ausland haben. Man hatte zu dessen Planung mehrere Architektenkollektive (heute würde man denglisch: Teams sagen) gegründet, deren Mitglieder allerdings mehrheitlich im Sozialbau tätig waren, nun aber ihre inneren avangardistischen Neigungen hinsichtlich der Architektur freien Lauf lassen konnten.

"Viele Köche verderben den Brei" ... dieses alte Sprichwort ist dann beim Bau voll zum Tragen gekommen.

 

Übrigens: Dieses kleine "Mißgeschick" sollte damals und später eigentlich nicht an die breite Öffentlichkeit kommen, war aber dennoch (wenn auch hinter vorgehaltener Hand) immer wieder erheiterndes Gesprächsthema auf allen Kino-Betriebsfeiern im ganzen Land. :P

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Die Fakten, von @VII B aufgezählt, stimmen, kann ich aus der Wessie-Sicht bestätigen.

Zudem wäre hinzuzufügen, wie man "alternative" Programmacher in West-Berlin (Zehlendorf) Anfang der 1970er Jahre als "schwule Kommunisten" ins "KZ" wünschte.

Die Prügelorgien der Brandt-Regierung wenige Jahre zuvor sind noch gut bekannt, die Diskriminierung und Kriminalisierung sozialen Protests zur Zeit der Hausbesetzerbewegung durch Richard von Weizsäcker und Heinrich Lummer mir gut präsent.

 

Auch die Diskriminierung an "sozialdemokratischen" Schulen von aufgeweckten und zeitkritischen Jugendlichen (noch in den 1970er Jahren) sorgte mit politischer Zensur (also einfach mal eine "6" in einem Schulaufsatz, der eher als herausragend hätte bewertet werden müssen) für Zerstörung von Existenzen und Laufbahnen.

 

Verwanzte Kinos haben ich zwar noch nicht gesehen, aber vielleicht meint @oceanic das von ihm gefürchtete Filmkorn, das er mit StaSi-Verwanzung verwechselte. :wink:

Falls wir mittlerweile gesamtdeutsch auf StaSi 2.0 zusteuern, verliert der repressiv-fürsorgliche Überwachungsstaat DDR zunehmend an Schrecken - obwohl es genug Schrecken gab.

 

Unter welchem politischen Vorzeichen auch immer: die Neubauwelle der Großfilmtheater in den 60's/70's war in der DDR vorbildlich wie von @VIIB beschrieben. Es gab sie auch noch im Westen durch die späten Bauten der Cinerama Inc. (aufgrund des Hypes der Panorama-Bildwände), aber der Niedergang der Branche war über all sonstwo spürbar.

 

Sehr vorbildlich auch das Rundkino in Dresden, das noch existiert, leider aber von Bank- und Versicherungsgebäuden "verstellt" ist, was ihm seine Imposanz und magnetischte Anziehung raubt

 

Weder von Rundkino, Kosmos oder International ist mir eine Verwanzung bisher zu Ohren gekommen. Wenn's das gäbe: wäre durchaus interessant zu hören.

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... Sehr vorbildlich auch das Rundkino in Dresden, das noch existiert, leider aber von Bank- und Versicherungsgebäuden "verstellt" ist, was ihm seine Imposanz und magnetischte Anziehung raubt ...
Schön, dass Du inzwischen das voll digitalisierte Rundkino als vorbildlich bezeichnest.

 

 

Im März 2009 hörte sich das noch ganz anders an:

Schlimm, wenn man am "Netz" klammert.

Das Programm sieht auch danach aus, die Defizite sind unübersehbar (und ebenso die alten Kamellen, die anderswo längst aus dem Spielplan gekippt wurden, weil keiner mehr kam).

(Siehe http://forum.filmvorfuehrer.de/viewtopi...7&start=15 )
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... Sehr vorbildlich auch das Rundkino in Dresden, das noch existiert, leider aber von Bank- und Versicherungsgebäuden "verstellt" ist, was ihm seine Imposanz und magnetischte Anziehung raubt ...
Schön, dass Du inzwischen das voll digitalisierte Rundkino als vorbildlich bezeichnest.

Ich denke, @cinerama bezog sich damit auf die Grundarchitektur des damaligen "Rundkino" am Ende der Prager Straße in Dresden. Denn der Grundgedanke, in einem Haus zwei Säle unterzubringen, war für die damalige DDR kein Normalzustand.

Auch im Inneren (und ich hatte das Glück, als Lehrling sowohl die UP 70/0 im großen Saal, als auch den Prototyp der D 11X im kleinen "Studio" im Praktikum kurzzeitig erleben zu dürfen) war dieses Kino für die damalige Zeit auf absolut höchstem Stand - und das sowohl von der Innenausstattung als auch von der Technik her.

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