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mibere

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Alle erstellten Inhalte von mibere

  1. Das stimmt so nicht ganz, Cinerama. In DARK KNIGHT gibt es zahllose Szenen, in der soffen auch in der Blu-ray-Version Details im Schwarz ab. Das ist aber gewollt! Chris Nolan sagt diesbezüglich (in den Extras), dass dies ein Stilmittel sei, um die Modellbau-Aufnahmen unauffälliger in die realen Filmset-Szenen zu integrieren. Das kann also nicht der 70-mm-Version oder gar dem Kino angelastet werden. Zunächst einmal war ich regelmäßig im Grindel, weil sich das Kino bei mir direkt um die Ecke befand. Für damalige Verhältnisse waren Bild und Ton wirklich exzellent. Aber schon damals fand ich den Ton im CinemaxX (Dammtor) und Ufa (Gänsemarkt) deutlich besser. Zum SAVOY. Die Ausstattung mit den bequemen und breiten Kunstledersitzen, deren Rückenlehnen auch noch verstellbar sind, den überaus großem Reihenabstand, so dass ich meine langen Haxen komplett ausstrecken kann ohne dem Zuschauer vor mir in den Rücken zu treten gefallen mir ausgesprochen gut. Die relativ dunkle Einrichtung in Braun/Gold absorbiert sicherlich ebenso viel Streulicht wie ein Multiplexx mit roten oder grünen Wänden. Den Ton finde ich (wie beschrieben) ansprechend. Kann es sein, dass der Betreiber bei Dir einen Beißreflex auslöst?
  2. Heute war ich im Savoy, Hamburg, um Dunkirk zu sehen - als 70-mm-Filmband-Fassung in deutsch. Zunächst einmal finde ich das Kino wirklich schön, das Personal überaus freundlich und hilfsbereit - und die Preise für Film, Snacks und Getränke fair. Die Vorschau lief via digitaler Projektion und war gestochen scharf. Der 70-mm-Trailer von "Mord im Orientexpress" war im direkten Vergleich leider überaus unscharf; die Farben hatten einen Aquarell-Look, was mir besonders in den Gesichtern missfiel. Diesen Titel werde ich mir im Kino so nicht anschauen. "Dunkirk" war deutlich besser als der Trailer unmittelbar davor. Die Schärfe war gut, ohne allerdings die Qualität des Vorprogramms annähernd zu erreichen. Der Bildstand war ebenfalls in Ordnung. Lediglich eingeblendeter Text besaß eine ungenügende Kantenschärfe und ruckelte leicht, genau wie der Abspann. Die Farben sind zweifelsfrei ein Stilmittel. Meist wurden entsättigte Blau-Farbtöne genutzt, die den Gesichtern einen unnatürlichen Taint bescherten. Darüber hinaus soffen regelmäßig Details in dunklen Uniformen und auf dem Schiff "Moonstone" ab. Die wenigen Sonnenaufnahmen (Tom Hardy im Flugzeug) strahlten hingegen prachtvoll. Ebenso war ich vom feinen Filmkorn angetan, das zu keiner Zeit störte - ganz im Gegensatz zum grobkörigen "The Hatefull Eight". Ohne Referenz ist es für mich allerdings schwer zu beurteilen, ob diese Farbgebung und Durchzeichnung originalgetreu ist - für die Thematik empfand ich sie stimmig. Die Erzählweise mit drei Handlungssträngen und sich überschneidendem Spannungsbogen ist ein Stilmittel von Nolan, das er bereits in anderen Filmen verwendet hat. Mir gefällts. Aufteilung, Schnitt und Bildkomposition entsprechen zweifelsfrei nicht den 1960er-Jahre-Filmen, sondern sind modern umgesetzt. Das muss nicht jedem gefallen, mir gefällts. Die Kopie ist auch in einem hervorragendem Zustand. Keine Kratzer oder Verschmutzungen sind mir während der Laufzeit störend aufgefallen. Lediglich während des Nachspanns habe ich ein paar wenige (!) helle Blitzer wahrgenommen, die sich an einer Hand abzählen lassen. Der deutsche Ton war übrigens hervorragend. Sprachwiedergabe, Surround-Effekte und vor allem die brachialen und schnellen Pegelsprünge haben mir sehr gut gefallen. Obendrauf kommt noch der tiefe und beinahe durchgehend spürbare Tiefbass. Schade, dass dieser Ton so seinen Weg nicht aufs Heimmedium Blu-ray finden wird - sondern vorab dynamikkomprimiert wird. Insgesamt bin ich der Meinung, dass alle 70-mm-Filmfassungen im SAVOY besser aussehen als die damaligen 35-mm-Filmband-Versionen. An die Qualität einer guten 4K- oder 2K-Projektion kommt das 70-mm-Format meiner Meinung nach allerdings nicht heran. Ich werde mir den Film noch einmal als 4K-Version anschauen, dann habe ich einen guten Vergleich. Insgesamt war das ein wirklich gelungener Filmnachmittag, der mir große Freude beschert hat und den ich nicht missen möchte.
  3. Ich finde den Hype im Vorfeld einer 70-mm-Kopie schon beachtlich - und hinsichtlich der Historie dieses Formats und des Interesses hier verständlich. Ich bin dann aber immer wieder leicht verwundert, wie diese Hype regelmäßig in pure Enttäuschung umschlägt, wenn der Film in den Kinos läuft. Mal sind es technische Mängel auf Film- und Kinoseite, dann inhaltliche Mänge des Films und letztendlich die "Filmsprache" des Regisseurs. Gleichzeitig werden aber rotverfärbte, unvollständige und vollkommen zerkratzte Kopien auf Festvials in den Himmel gejubelt, gleichwohl viele dieser Bildwerke inhaltlich auch nicht besser sind. Was wird von einer aktuellen 70-mm-Kopie eigentlich erwartet?
  4. Aber das ist doch nicht nur beim Schnitt so. Je nach "Geldgeber" und "Unterstützer" nehmen noch ganz andere "Gesellschaften" Einfluss auf das Filmwerk - und das sogar auf ganz wesentliche Teile der Geschichte. In USA hat das Militär sogar eine ganze Abteilung von Mitarbeitern, die nichts weiter tun, als Drehbücher zu lesen, um nicht "unterstützenswerte Werke" auszusortieren, beziehungsweise inhaltlich die Drehbücher so abzuändern, dass sie dem Militär genehm sind und der Filmemacher mit Gerätschaften, Location und Soldaten kostenlos (!) unterstützt wird. Lediglich den Treibstoff muss der Filmemacher zahlen, wenn er Kriegsgerät wunschgemäß in Aktion filmem möchte. Wirklich frei kann kaum ein Filmschaffender sein Werk gestalten - vor allem dann nicht, wenn die Tabakwaren-, Waffen-, Militär- und Glaubens-Industrie involviert ist oder (wie aktuell) der asiatische Markt als Einnahmequelle vom Studio größer bewertet wird als Europa. Da ist der Redakteur, der dem Regisseur Schnittvorgaben macht, fast schon das kleinste "Übel".
  5. Da hier im Forum über die Bildqualität von Blu-rays und DVDs diskutiert wird, sollte meiner Meinung nach auch eine allgemeine Diskussion statthaft sein, in der es um Kinofilme geht und den Einfluss darauf durch die TV-Sendeanstalten. Ob der richtige Diskussionsort das "Allgemeines Board" ist, sei dahin gestellt. Ich denke, besser wäre der Bereich "Talk". Wenn ich das jetzt richtig gesehen habe, ist der Thread aber wieder geöffnet worden. Gut.
  6. Und was für Konsequenzen kann es haben, wenn sich ein Kinobetreiber nicht an die Vorgabe hält?
  7. Mal ganz allgemein in die Runde gefragt: Gibt es von Seiten der Verleiher/Urheber/Rechteinhaber Vorgaben, ob und wenn ja wie oft ein Film unterbrochen werden darf?
  8. MEUTEREI AUF DER BOUNTY sieht auf Blu-ray wirklich fantastisch aus. Ebenso gut kommt 55 TAGE IN PEKING daher. Diese vorzüglich restaurierte Fassung stammt vom originalen Super-Technirama-Negativ. Farben, feinstes Filmkorn und Kontrastierung sehen IMO originalgetreu aus. Durchaus bemerkenswerk finde ich: Während die englische Fassung auf der Blu-ray als Titelmusik den Orchester-Score von Dimitri Tiomkin besitzt, singt in der deutschen Fassung der Botho-Lucas-Chor 55 TAGE LANG. Leider übersprechen in der deutschen Fassung (DTS 2.0) die Stimmen über die Kanäle.
  9. Es gibt ja eine ganze Menge Filme, in denen eine Pause vorgesehen ist. Oftmals sogar mit Pausen- und Zwischenmusik. In der Regel sind die "Pausen-Stellen" bekannt. Warum ihr aber bei einem 103-Minuten-Film (Wilde Maus) eine Pause macht, kann ich aus künstlerischen Gründen nicht nachvollziehen. Ganz im Gegenteil: Mich schrecken derlei Kinos ab, so dass ich dort kein Zweitesmal hingehe. Ernsthaft?
  10. Sicherlich haben die legalen Streaming-Portale dafür gesorgt, dass die Videotheken fast vollständig aus dem Stadtbild verschwunden sind. Doch Filme aus der Videothek schauten wir uns im kleinen Kreis zu Hause an. "Heimatfilme" mit Hand in der Hose üblicherweise allein. Aber wird das auch auf das Kino zutreffen? Meiner Ansicht nach nicht. 1. Gehen die meisten Besucher nicht allein ins Kino, sondern wollen das Film-Event eines aktuellen Films erleben. 2. Als damals Premiere die Fußball-Bundesliga live übertragen hat - und zwar gleich mal alle Spiele - da wurde ebenfalls der Abgesang der Fankultur angestimmt. Denn bis dahin gab es die Sportschau, die Zusammenfassungen von drei (oder waren es 5?) Spiele zeigte. Spät am Abend noch das Sportstudio mit kurzen (!) Zusammenfassungen aller Spiele. Warum also sollten die Zuschauer noch ins Stadion gehen? Immerhin konnte jeder Fußball-Fan sich für 40 DM die Bundesliga ins Wohnzimmer holen. Heute wissen wir: Die Stadien sind voller denn je, seit jedes Spiel live im TV gezeigt wird. Und genau daran sollte die Kinobranche anknüpfen. Wo sind die Stars (deutsche Schauspieler) in den Medien? Ich sehe im TV und der Regenbogenpresse überwiegend Musik-Sternchen, Mömos (Möchtegernmodels) bei Heidi und Voice-Kids. Sogar mehr Star-Köche und unbekannte Menschen in Containern werden gezeigt als deutsche Schauspieler! Meiner Meinung nach vernachlässigt die deutsche Kinobranche ihre Stars fast schön sträflich. Die Musikindustrie (trotz all ihrer Probleme) macht das besser. Dass Interesse an Schauspielern besteht, ist auf den verschiedenen Events (Goldene Kamera, Berlinale, Fantasy Filmfest) zu sehen. Doch hierbei handelt es sich üblicherweise um große internationale Filmstars, weniger um deutsche Schauspieler. Die Filmindustrie muss ihre Schauspieler einfach besser (also werbewirksamer) in den Medien platzieren, damit auch der "Durchschnittskosument" mehr davon mitbekommt. Thema Heimkino: Seien wir mal ehrlich, die Anzahl ernstzunehmender Heimkinos, die qualitativ eine bessere audiovisuelle Darstellung besitzen als die meisten Kinos, sind doch eher die Ausnahmen, denn die Regel. Typische Wohnzimmer-"Kinos" mit TV, Soundbar oder kleinen Boxenwürfeln eher die Regel. Hier von einem besseren Filmerlebnis als im großen Kino zu sprechen, zeigt das Qualitätsbewußtsein der Leute. Es wird sich oftmals beschwert: Eintrittspreise inklusive Popcorn und Coke für drei Personen plus Anfahrt und/oder Parkgebühren für 70 Euro. Dass die Eintrittskarte "nur" 12 Euro pro Person davon ausmacht, wird geflissentlicht ignoriert. Und wer ein wirklich gutes Heimkino besitzt - und den Blu-ray-Preis der Kino-Eintrittskarte gegenüberstellt - der sollte auch die Hardware seines Heimkinos mit einkalkulieren. Dafür können oftmals zwei Personen mehrmals pro Woche inklusive Popcorn und Coke über Jahre ins Kino gehen. Dabei fällt mir auf, dass von den Heimkinobesitzern viele immer noch regelmäßig ins Kino gehen. Erstaunlicherweise beschweren sich aber auch immer wieder die Leute über störende Kinobesucher, die auch im Heimkino für Pausen durch Toilettengänge sorgen. Leider regelmäßig erlebt. Dann muss der Film gestoppt werden, bis der werte Herr vom Pott zurück ist. Bis dahin warten die übrigen Zuschauer ungeduldig darauf, dass es endlich mal weiter geht mit dem spannenden Film. Anstatt eines kurzen "Entschuldigung", heißt es vom Abort-Rückkehrer oftmals nur lapidar: "Sehr ihr. So schön kann Heimkino sein. Man kann den Film einfach anhalten." Betrachte ich mir die verbliebenen Kinos in Hamburg, glaube ich kaum, dass die Streamingdienste die Besucherzahlen weiter nach unten treiben. Die Zuschauer wissen in der Regel die Qualität im Kino zu schätzen. Die Atmosphäre. Das große Bild. Das Gemeinschaftserlebnis. Und aus genau diesen Gründen werden meiner Ansicht nach die Leute auch weiterhin in Kinos, Theater, Konzerte, Bars, Cafés, Kneipen, Restaurants und Sportveranstaltungen gehen, obwohl all diese Dinge zu Hause "bequemer" und preiswerter genossen werden können.
  11. Hallo Stefan, habe ich das richtig verstanden? Der Sony-4K-Projektor ist im Kontrast massiv eingebrochen - und mit Deiner Wartung ist es gelungen, den ursprünglichen Kontrast wieder herzustellen?
  12. SCHANZENKINO 73 Neben dem "3001" in der Schanzenstraße und dem alten "STUDIO" in der Bernstorffstraße eröffnete nun direkt neben der "Roten Flora" (linksautonomes Kulturzentrum) das dritte Kino hier im Viertel: Nämlich das "SCHANZENKINO 73". Es besitzt 2 Säle mit zusammen 100 Sitzplätzen. Das "Besondere" ist das so genannte Soundsystem. Die Zuschauer erhalten nämlich Kopfhörer. Vorab können sie sich entscheiden, ob sie die Filme in der Original-Version oder der deutschen Fassung hören möchten. https://www.facebook.com/SchanzenKino73/ Offenbar gefällt das aber nicht allen. So wurden in der Nacht zum Dienstag die Schaukästen gewaltsam aufgebrochen und die Beleuchtung zerstört.
  13. Warum ist der "Moderation benachrichtigen"-Button nicht übernommen worden? - Oder übersehe ich diesen einfach nur...?
  14. Das sehe ich ganz ähnlich. Sogar die mittelmäßige Blu-ray sieht im Vergleich detailreicher und besser kontrastiert aus. Allerdings erreichen die Tonspuren der (mir bekannten) 35mm-Filmband-Version und der Blu-ray-Fassung bei weitem nicht das Klangsprektrum und die Dynamik/Schnelligkeit der 70-mm-Filmband-Fassung.
  15. Für diesen Beitrag wünsche ich mir einen Daumen-hoch-Button.... - Du schreibst mir gerade aus tiefster Seele, Cinerama! :rotate:
  16. Der Leuchtkasten sieht wirklich elegant aus. Was hast Du am Ende dafür bezahlt? Ist es bei rund 1000,- Euro geblieben?
  17. Das Problem kann ganz leicht mit den Up/Down-Drehreglern behoben werden... - Ansonsten mal links/rechts versuchen, falls der Bildstrich vertikal nicht passen sollte.
  18. Erschreckend finde ich an dieser Stelle vielmehr, dass Disney sich ganz offensichtlich nicht verpflichtet fühlt, sich an seine eigenen Vertragsbedingungen zu halten. Frei nach dem Motto: "Unsere Vertrags- und Lieferverbindungen sind für Sie verbindlich. Wir werden uns auch daran halten, aber das ist rein theoretisch und völlig unverbindlich."
  19. Das war doch abzusehen. Somit kommen aus Berlin sicherlich wieder Stimmen, dass die VHS eine viel bessere Farbdarstellung in Richtung "Original-70-mm-Film" besitzt als die 4K-Blu-ray. Was die Bildschärfe angeht, mag das vielleicht dann sogar stimmen... ;-)
  20. Ja, zumindest in Berlin und Essen.
  21. Nachtrag zur Filmvorführung im Savoy, Hamburg: Die Kopie war ja insgesamt in einem guten Zustand. Immerhin lief der Film mittlerweile die 4. Woche. Die temporär auftretenden Kratzer und Laufstreifen schmälerten das Filmerlebnis nicht. Da habe ich am Starttag schon schlimmere 35-mm-Kopien in anderen Kinos gesehen. In wiefern die Objektive/Anamorphoten des 70-mm-Projektors den Kontrast verringerten, kann ich wirklich nicht beurteilen. Die Limitierungen (eingeschränkter Kontrast, blasse Farben, Farbstich) können auch aufnahmebedingt sein - also Stilmittel. Auffällig war das vor allem deshalb, weil das Vorprogramm (mit 2K-DLP-Projektoren) eine in allen belangen bessere Bildqualität zeigte. In der Vergangenheit habe ich schon schlechtere 70-mm-Fassungen gesehen: "West Side Story" (unscharf), "Can Can" (total rotstichig und matschig), Stirb Langsam (dieses Blowup war unschärfer als die Blu-ray!). Selbst die"Premieren"-Kopie von "Titanic" auf 35-mm-Film erreichte IMO nicht die Abbildungsqualität von "The Hateful 8". In den Kinos steht halt Kinotechnik aus den 1960er-Jahren - und Tarantino nutzte ebenso altes Aufnahme-Equipment, wodurch dieser 70-mm-Film zwar aktuellen 35-mm-Filmkopien überlegen ist, aber die Güte von aktuellen 4K-Filmaufnahmen und sogar 2K-Projektionssystemen nicht erreicht - wie im Savoy deutlich offenbart worden ist. Dass die Vorführungen in Deutschland aber gut sind, sagte Quentin Tarantino in Berlin, der voll des Lobes ob der guten 70-mm-Filmqualität im Zoo-Palast war.
  22. THE HATEFULL 8 70-mm-Filmfassung Savoy, Hamburg Film: Der Kopfgeldjäger John Ruth (Kurt Russell) überführt in einer Postkutsche eine Gefangene, die den namen Daisy (Jennifer Jason Leigh) trägt. Um einem zunehmenden Schneesturm zu entgehen, hält die Postkutsche an einer Herberge an einem Gebirgspass. Ruth, Daisy und noch zwei weitere Reisende treffen dort auf ein paar Männer, die in Abwesenheit der Eigentümerin die Zeit totzuschlagen scheinen, bis der Schneesturm sich gelegt hat. Ruth ahnt zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass die Männer aus einem ganz anderen Grund dort sind... Quentin Tarantino schuf in bewährter Manier ein kurzweiliges "Kammerspiel", mit ausladenen und vor Witz sprühenden Dialogen, faszinierenden Wendungen und einem vollkommen übertriebenen, brutalen Showdown. Diese Mixtur funktioniert über die Laufzeit von 187 Minuten so gut, dass zu keinem Zeitpunkt Langeweile aufkommen will. Zu Verdanken ist das auch den überragenden Schauspielern, die allesamt ihre Charaktere glaubwürdig verkörpern. Tarantino engagierte für diesen Western gleich mehrere Schauspieler, mit denen er bereits in früheren Filmen zusammen gearbeitet hat. Bild: Das Besondere an diesem Film ist das Bildformat. In superbreitem 2,76:1-Seitenverhältnis führt es die Tradition fort, die Filmfreunde von Klassikern wie "Ben Hur" und "Lawrence von Arabien" kennen. Für die Aufnahmen des außergewöhnlichen Bildformats drehte das Team auf 70 mm Filmmaterial. Die Film-Kameras und die Anamorphoten/Objektive stammen von Panavision aus den 1960er-Jahren. Die alten Techniken führen leider dazu, dass das Bild zu keinem Zeitpunkt wirklich scharf erscheint. Sowohl die Titel als auch ein Großteil der gefilmten Objekte lassen die Kantenschärfe vermissen, die Zuschauer aus aktuellen Filmproduktionen kennen. So fehlt es weit entfernten Wäldern an Detailreichtum, Schneelandschaften überstrahlen ins Weiß. Einzelne Bäume erscheinen eher matschig, es fehlt überdies an Durchzeichnung, so dass Details in dunklen Szenen regelmäßig absaufen. Sogar Nahaufnahmen sind davon betroffen. So erscheint die Holzfigur in der Eröffnungsszene detailarm und flach. Das grobe Filmkorn, der unruhige Bildstand und typisches Helligkeitsflimmern verstärken diese Bildeindrücke noch zusätzlich. Trotzdem wirkt das Bild auf der großen Leinwand im Hamburger Kino "Savoy" besser und schärfer als alles, was ich vorab auf 35-mm-Film dort und anderswo gesehen habe. Durch das breite Bildformat gelang es mir, vollkommen ins Filmgeschehen einzutauchen. Die technischen Unzulänglichkeiten versprühten genau den Charme, der damals Stand der Film-Technik war und zu diesem Western durchweg passt. Das in kühle Blaufarbtöne gefilterte Bild unterstützt die Winterstimmung. Vereinzelt auftretende Kratzer und Laufstreifen lenkten kaum vom Handlungsgeschehen ab. Es war schön, mal wieder einen echten 70-mm-Film zu sehen - auch wenn die Zeit wohl endgültig vorbei sein dürfte. Moderne Filmproduktionen mit 2K- und 4K-Aufnahme/Projektionssysteme sind einfach schärfer, homogener und weit verbreiteter. Ton: Die 70-mm-Filmfassung enthält keinen Digitalton, sondern nur Steuersignale, um die jeweilige Sprachfassung, die sich auf CD (Datasat) befindet, mit dem Projektor zu synchronisieren. Dynamischer Digitalton in beliebigen Sprachen ist das angenehme Ergebnis. Schnelle Pegelsprünge, kräftige und sonore Männerstimmen und ein allgegenwärtiger Surround-Ton machen unglaublich viel Spaß. In der Herberge pfeift der Wind durch alle Ritzen. Permanent wird das Auditorium mit diesen typischen Geräuschen umhüllt. Die Schusswechsel wsind körperlich spürbar, und der Original-Score von Ennio Morricone flutet förmlich den Kinosaal. Zur Vorführung: Die Overture wurde mit geschlossenem Vorhang gespielt. Der Schriftzug und das "Standbild" wurden darauf projiziert. Der Schriftzug "Overture" wackelte sichtbar. Während das in 2K projizierte Vorprogramm noch scharf, rauschfrei und mit natürlichen Farben zu sehen war, rauschte "The Hatefull 8" recht heftig. Helle Filminhalte zeigten deutliches Helligkeitsflimmern und auch der Kontrast erschien limitiert. In wieweit der beschränkte Kontrastumfang mit relativ blassen Farben auf die verwendeten Optiken, die Aufnahme, die Postproduktion, das Kopierwerk oder die Wiedergabetechnik im "Savoy" zurückzuführen ist, entzieht sich meiner Kenntnis. Bei all der negativen Kritik ob der typischen "Film/Projektionseigenschaften" darf nicht unerwähnt bleiben: Eine bessere Filmqualität habe ich in 35 mm und 70 mm dort noch nie gesehen. Anschließend fragte ich meine Freundin: "Wie hat Dir das Bild gefallen?" Sie sah mich etwas verwirrt an und konterte: "Wie hat Dir der Südstaaten-Akzent der Darsteller gefallen?" Technische Daten: Vorlage: 65mm-Filmnegativ Seitenverhältnis: 2,76:1 Anamorph: 1,25-fach (70-mm-Fassung) Verleih-Material: 70 mm Filmkopie, 4K-DCP Laufzeit: 187 Minuten (70-mm-Fassung), 168 Minuten (4K-DCP)
  23. Belastbare Zahlen habe und kenne ich nicht. Aber ich habe schon den Eindruck, dass es momentan ein wenig extremer ist. Ab heute können Karten für die "nächste Filmwoche" (also ab Donnerstag) online gekauft werden. Bereits heute Mittag waren nur noch wenige "gute" Sitzplätze vorhanden - für die Samstagsvorstellung im Savoy. Im CinemaxX (Dammtor) sind zum Vergleich nur eine Handvoll Plätze reserviert... Also scheint es doch am 70mm-Filmformat zu liegen.
  24. Betrachte ich mir die Auslastung des Savoy, Hamburg, in dem nach relativ kurzer Zeit ein Großteil der Plätze reserviert ist, dann kann können das alles nicht nur "Technikexperten" sein, die sich die 70mm-Fassung anschauen. 70mm zieht aus irgendeinem Grund! Meine Freundin fragte mich nach den Unterschieden zum 4K-DCP. Die geringen Schärfe/Farbunterschiede waren ihr vollkommen egal, ebenso die übrigen technisch bedingten Unterschiede der beiden Medien. Erst die Info, dass die 70mm-Version eine längere Filmfassung enthält, war ihr hingegen wichtig. Somit fiel ihre Wahl auf das Savoy und die 70mm-Filmbandbassung.
  25. Nun hattest Du ja den direkten Vergleich zwischen 70mm Filmband und 4K-DCI. Berichte doch mal über Deine Eindrücke bezüglich der verschiedenen Medien.
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