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Vergnügungssteuer


Sebastian

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Zelluloid hat wohl Recht, in D wird das z.Zt. nirgends erhoben. Aber Vergnügungssteuer ist eine kommunale Abgabe, und damit kann diese durch jede Gemeinde selbst per Beschluß festgelegt werden, auch in der Höhe. Früher zur Hochzeit des Kinos waren das bis zu 40% des Kartenpreises....

Bei der finanziellen Situation der Gemeinden, weiß man nie welche Ideen verwirklicht werden.

 

Grüße

 

Stefan

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Die Kommunen müssen sich im Rahmen der Kommunalabgabengesetze bewegen. Die fallen von Land zu Land anders aus. Bayern beispielsweise schließt in seinem Kommunalabgabengesetz die Erhebung einer Vergnügungsteuer ausdrücklich aus. In anderen Ländern ist man da freizügiger und überlässt den Gemeinden das Steuerfindungsrecht. Es scheint, dass in manchen Gemeinden Nordrhein-Westfalens und Baden-Württembergs das Vorführen pornographischer Filme ("auch in Kabinen") vergnügungsteuerpflichtig ist. Aber irgendwie scheint es sich durchgesetzt zu haben, dass Kinos nicht mehr besteuert werden - auch wenn es dafür keine verbindliche Regelung gibt. 1960 lagen die Vergnügungsteuersätze zwischen 15 und 25 % und reduzierten sich bei abendfüllenden Kulturfilmen, Märchenfilmen und prädikatisierten Filmen. Wer als Vorfilm und Hauptfilm jeweils einen Film mit Prädikat "besonders wertvoll" zeigte, zahlte gar keine Vergnügungsteuer; war nur der Vorfilm besonders wertvoll, zahlte er die Hälfte. Die Verleiher wurden natürlich nicht müde, zum Hauptprogramm prädikatisierte Beifilme mitzuliefern; der Steuerersparnis wegen. (Ist eigentlich überliefert, ob die gesondert abgerechnet wurden?)

 

http://www.bundesfinanzministerium.de/Web/DE/Service/Glossar/Functions/glossar.html?lv2=206406&lv3=175480

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Die Verleiher wurden natürlich nicht müde, zum Hauptprogramm prädikatisierte Beifilme mitzuliefern; der Steuerersparnis wegen. (Ist eigentlich überliefert, ob die gesondert abgerechnet wurden?)

 

 

Die mitgelieferten Beifilme wurden nicht gesondert abgerechnet. Es war ja auch im Sinne der Verleiher, dass das Theaternetto,

von dem sich die Leihmiete errechnete, nicht durch Vergnügungssteuer unnötig gemindert wurde.

 

Die Prädikate für Kurzfilme wurden aber immer nur für 5 Jahre vergeben. Danach war der vorher mit "wertvoll" oder gar "besonders Wertvoll"

prädikatisierte Kurzfilm wieder "wertlos". Bestimmte Kurzfilme kamen dann immer wieder im Laufe der 5 Jahre mit wechselnden

Hauptfilmen in die Kinos.

 

Ich habe mich immer gefreut, wenn ein "Herr Rossi" oder ein "La Linea" mitgeliefert wurde,

großes Gähnen kam immer bei dem Kurzfilm Dauerbrenner "Bilanz einer Stadt" auf.

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... oder ZEITANSAGE von Hans Sachs. Als Höhepunkt empfand ich auch, als die Constantin seinerzeit zur WA von Polanski's DAS MESSER IM WASSER seinen Kurzfilm SÄUGETIERE mitlieferte; der hat sich mir ziemlich unvergesslich eingeprägt. War leider ein ziemlicher Einzelfall; die Beifilme der 70er Jahre habe ich eher als Schwermut erzeugend in Erinnerung, sie ließen wohl nicht nur den Projektionisten ratlos zurück.

Kennt eigentlich irgendjemand die 3000-Meter-Regel? Wenn der Hauptfilm länger als 3000 Meter war, brauchten wir den Beifilm nicht zu spielen. Seinerzeit hieß es, Ansage vom Verleih. Habe damals nie nachgeforscht. Die alten FBW-Unterlagen sagen jedoch ganz klar, dass zu dem Zeitpunkt - Anfang der siebziger Jahre - in Berlin (West) die Vergnügungsteuer bereits abgeschafft war.

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Kennt eigentlich irgendjemand die 3000-Meter-Regel?

 

Nein ... offensichtlich eine hausinterne Regelung.

 

Aber es gab schon auch einige interessante Beifilme der 70er und 80er Jahre.

 

"Rod Gröth" der 1980 sehr schön (und verblüffend) mit Dolby Surround experimentiert und die Zuschauer gehörig in Verwirrung brachte.

 

"The Absent Minded Waiter" ein sehr früher Kurzfilm von und mit Steve Martin, der seinerzeit sogar in deutsch synchronisiert wurde und (wenn mich meine Erinnerung nicht trübt) zu THE JERK mitgeliefert wurde.

 

Kleine Gagerklärung: Absent Minded Waiter ist ein Paramount Short ... man beachte die Form der Kartoffelbrei Portion zu Anfang des Filmes.

 

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