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Empfohlene BeitrÀge

Geschrieben (bearbeitet)

Super-8-Queen Dagie Brundert hat kĂŒrzlich einen neuen Kurzfilm vorgestellt. BIN ICH REICH? BIN ICH REICH? BIN ICH REICH? BIN ICH REICH? BIN ICH REICH? BIN ICH REICH? BIN ICH REICH? BIN ICH REICH? beginnt mĂ€rchenhaft und stellt neben der fantasievollen Handlung gleich eine neue Art der Kodachrome-Entwicklung vor. Neben Caffenol wird mittels Wasserstoffperoxyd und Zitronensaft der Film umgekehrt und erstrahlt in einem goldenen Farbton, der an die Viragen aus Fritz Langs NIBELUNGEN erinnert. http://vimeo.com/133894359 (Deutsch: https://vimeo.com/133886981) Die verschiedenen Farbschichten von Kodachrome zu aktivieren ist eine spannende Sache fĂŒr Experimentalfilmer, die selbst entwickeln. Wer es alternativ knallrot möchte, der kann Kodachrome in Caffenol auch zum Negativ entwickeln, wie Dagie in ihrem Film ĂŒber den Workshop in der Zeche Zollverein demonstriert.

http://vimeo.com/102370384

Bearbeitet von Patrick MĂŒller (Änderungen anzeigen)
Geschrieben (bearbeitet)

Mit PrĂ€dikaten wie "Queen" wĂ€re ich sehr zurĂŒckhaltender. Nennen wir sie doch besser Experimental-KĂŒnstlerin.

Und bei dem Begriff "Kunst" liegt die Bewertung im Auge des Betrachters.

 

Sie hat alternative Entwicklungs-Chemie ausprobiert - nicht mehr und nicht weniger

Bearbeitet von Volker Leiste (Änderungen anzeigen)
Geschrieben

Das PrĂ€dikat Queen stammt nicht von mir, sondern aus JĂŒrgen Lossaus Schmalfilm, als sie mal vorgestellt wurde. Ich habe es lediglich ĂŒbernommen, weil es ganz gut passt. Von Kunst war im Artikel auch keine Rede. Dagie polarisiert sicher, aber ihre unbedingte Freude am Filmemachen ist Ă€ußerst ansteckend, was man in jedem ihrer Filme spĂŒrt.

Geschrieben

Den Kodachrome Gold wĂŒrd ich gern mal projeziert sehen - ich habe das schon richtig verstanden, daß der tatsĂ€chlich umkehrentwickelt wurde ?

Das Rezept teilt Sie ja im Film mit...aber die Zeiten die hÀtte ich noch gerne !

Geschrieben

Über Ihre Art der Kunst mag man ja streiten, aber sie zeigt deutlich auf, dass Film "nur" Chemie ist, und sich umweltfreundlich entwickeln lĂ€sst, also auch fĂŒr die Zeit nach dem großen Rundumschlag geeignet ist, Informationen wiederzugeben.

Geschrieben

Absolut... Wobei das H2O2-Zizronensaft-Bleichrezept nicht von ihr ist, sondern von Atomico. Aber die Queen ist super im publik machen solcher Tricks.

Und sie ist absolut die Queen. Ich kenne kaum einen anderen Menschen, der mit so viel Freude Filme macht. Einen nach dem anderen, immer.

  • 2 Wochen spĂ€ter...
Geschrieben

Den Kodachrome Gold wĂŒrd ich gern mal projeziert sehen - ich habe das schon richtig verstanden, daß der tatsĂ€chlich umkehrentwickelt wurde ?

Das Rezept teilt Sie ja im Film mit...aber die Zeiten die hÀtte ich noch gerne !

 

Ja, umkehrentwickelt!

Das Rezept ist von Ricardo (Atomo)!

Erstentwickler Caffenol C M (zum Zweitentwickeln dieselbe Soße genommen), Bleicher mit der H2O2-Zitronenbleiche (38°, 11 Minuten). Kein KlĂ€rbad. Erstentwicklung ziemlich lange .... muss mal spĂ€ter in meinen Notizen blĂ€ttern, hab die grade nicht hier!

Bis spĂ€ter, GrĂŒĂŸe an alle!

Geschrieben

Soo, ich wollte doch die Zeiten raussuchen .... Moment ......

 

Erstentwickler Caffenol C M - 30° 20 min

Zweitbelichten normal

Ricardos Bleiche - 40° 12 min

Kein KlÀren

Zweitentwickler - dieselbe Suppe noch mal, aber kĂŒrzer: 30° ca. 10 min

Fix normal

 

Die ersten Tests wurden fĂŒrchterlich dunkel, ich nehme an, weil ich nicht lange genug erstentwickelt hatte.

 

Und: nicht alle Kodachromes sind gleich, am besten funzen noch die, die bis um 2000 rum hĂ€tten entwickelt werden sollen .... bei dem Film hatte ich einen 2002er und einen 1996er .... und beide vorsichtshalber um ca. 2 Blenden ĂŒberbelichtet!

Geschrieben

Darf man auch mal etwas zur dramaturgischen Gestaltung sagen bzw. fragen?

Mir erschließt sich schon, das die Bilder auf den Ton geschnitten sein sollen. Aber von einem Spannungsbogen oder so ist bei mir nichts zu spĂŒren. Eher aneinandergereihte mehr oder weniger Überraschungen oder Wiederholungen. Das könnte man auch kĂŒrzer oder beliebig lang machen, ist eben keine Geschichte...

Warum eigentlich nicht?

Geschrieben

Könnte man! Ist aber volle Absicht, so wie es ist. Auch wenn es einer Geschichte-Erwartungshaltung zuwiderlÀuft. Man kann ihn mögen oder auch langweilig oder schlecht finden, alles ist OK. :rotate:

Geschrieben (bearbeitet)

So ist das in offener Auseinandersetzung. Zumal bei Kunst. Offenbar (Hoffentlich nicht wirklich) geht das derzeit durch den herrschenden Mainstream alles kaputt.

 

(Mir fĂ€llt da die Provokation der Impressionisten in Paris ein, die im Luvre die Alten Meister anonaierten, um einen Diskurs auszulösen. Sowas wĂŒrde die Beteiligten heute sofort auf eine Schwarze Liste befördern. Niemehr wĂŒrden die einen Job bekommen, nicht mal als Zeitarbeiter als Putzkraft im Bundestag)

 

Nur noch Einheitsbrei und DauerlĂ€chelsoße durch HipsterbĂ€rte und Ray Ban Sonnenbrillen.

 

Mir gefÀllt derzeit Dagies Katzenfilm am besten. Da stimmt einfach alles.

Bearbeitet von Silma Sonic (Änderungen anzeigen)
Geschrieben (bearbeitet)

Ach, so schlimm ist es auch nicht, Mainstream gab es schon immer. Noch nie gab es so viel Möglichkeiten zum Zeigen der Arbeiten und durch das Internet auch Freiheit. Klar ist dadurch auch eine gigantische Masse an Werken entstanden, durch die man erstmal durchsehen muss, hier helfen gute Rezensionen. Wer angesichts der Flut von hervorragenden Arbeiten auf Vimeo & Co. aber weiterhin "Einheitsbrei" konsumiert und das TV anschaltet, der ist heutzutage selbst schuld. Allerdings gelingt es immer weniger Filmemachern, wirklich von ihrer Kunst zu leben. Fast alle haben mindestens einen Zweitjob. Es ist also nicht das Filmemachen an sich, dessen HĂŒrden so niedrig wie noch nie sind, sondern eher das Vermarkten. Ich weiß nicht, in wieweit Vimeo-on-demand da eine Lösung sein kann. VerfĂŒgbar ist heute alles. Als ein Hauptproblem unserer Zeit sehe ich eher eine zu schwache Position guter Filmkritik, die auch in weiten Kreisen gelesen wird. Ich erinnere da nur mal an Frieda Grafe, oder gar in den USA Susan Sonntag, die viele deutsche Regisseure wie Syberberg in den USA populĂ€r gemacht hat. Es ist eben immer alles im Wandel. Solange aber noch ein paar Leute gute, mutige Filme schauen und nicht die Scheu haben, darĂŒber zu reden und es als gesellschaftlich relevantes Medium zu begreifen, bin ich eigentlich optimistisch.

Bearbeitet von Patrick MĂŒller (Änderungen anzeigen)
Geschrieben

Ach, so schlimm ist es auch nicht, Mainstream gab es schon immer. Noch nie gab es so viel Möglichkeiten zum Zeigen der Arbeiten und durch das Internet auch Freiheit. Klar ist dadurch auch eine gigantische Masse an Werken entstanden, durch die man erstmal durchsehen muss, hier helfen gute Rezensionen. Wer angesichts der Flut von hervorragenden Arbeiten auf Vimeo & Co. aber weiterhin "Einheitsbrei" konsumiert und das TV anschaltet, der ist heutzutage selbst schuld. Allerdings gelingt es immer weniger Filmemachern, wirklich von ihrer Kunst zu leben.

 

*zustimm*

Kunst gedeiht in Nischen, denke ich. Und zitier mich damit selber aus meinem Katzenfilm ... :-D

 

Es gibt Filmer, die von ihren Filmen leben?? (es gibt hier keinen Staun-Smiley) .... ach, da isser ..... :shock:

Geschrieben

1200 Meter DS 8 Film mit 8 ISO .... Neid!

 

Eure Antworten sind klasse. Mir geht's ja auch so. Eine Woche ohne Film und ich krieg Pickel und Entzugserscheinungen! :mrgreen:

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