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21 Beiträge in diesem Thema

Das ist doch jetzt fast 20 (!) Jahre nach Schließung nur noch albern!

 

Die Kinosäle etc. sind bereits vor zig Jahren völlig entfernt worden und das verbliebene seitliche Kassenhäuschen und eine Treppe zu erhalten ist doch einfach Nonsense, selbst wenn die Bausubstanz 1a wäre.

 

Das Gloria wurde vor zig Jahren zerstört, nicht jetzt oder in Zukunft.

 

Gibts beim Marmorhaus gegenüber evtl auch noch ein Kassenhäuschen?  ;)

 

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bearbeitet von Ralf2001 (Änderungen anzeigen)

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MARMORHAUS verlor entgegen der Auflagen des LDA (Landesdenkmalamtes) auch die letzten Reste historischer Innereien: das LDA (respektive die Charlottenburger Unterschutzbehörde) sagte mir 2004, noch nicht einmal ihren Regress gegen den heutigen "Hauptmieter" der MARMORHAUS, das Modehaus Zara, eingeklagt zu haben. (Ich bin dort alle 14 Tage auf den Rolltreppen unterwegs - Nekrophilie kann es nur sein -: die Erinnerungen an das Haus sind noch sehr lebendig.)

 

GLORIA PALAST war der  bedeutsamste Kinobau nicht im uns bekannten Zustand (sondern 1926 der prunkvollste Europas): und lag schon 1943 in Bombentrümmern. Der Neubau von 1953 war schlichter Nachkriegsstandard, offenbar ähnlich dem ALHAMBRA im Norden Berlin aus Notaufbaumitteln nach dem Krieg zusammengeschustert. Bauherr war Max Knapp, der in der UFA im Filmtheaterwesen aufstrebte und nach dem Krieg mit seiner Norden, Knapp & Co/Max Knapp-Kommanditgesellschaft ausserdem Grenzkinos wie das ATLANTIC in Wedding errichtete (und sie in den 1970ern allesamt zugunsten seiner CIty-West-Kinos schloss), aber 1956 auch den ZOO PALAST errichten liess.

"Königin Luise" mit Ruth Leuwerick war einer der frühen Erfolge im GLORIA PALAST, der eine betuchte bürgeliche Klientel bis zuletzt bediente. Einer der ersten Vorführer soll sich aufgrund einer Panne bei einer Premiere das Leben genommen haben. Ein Zweitkino, die GLORIETTE, situiert im Keller, gesellte sich Anfang der 70er Jahre hinzu: einer der Langläufer war Ingmar Bergmanns "Die Zauberflöte".

Anfang der 80er Jahre hatte ich die Gnade, dort erstmals auf Steuerkarte im Leben arbeiten zu dürfen. Trotz Tarifvertrag eine nach meinem Geschmack eher biedere, unkollegiale Arbeitsatmosphäre. Die BWR-Ausstattung: Zwei Ernemann X nachwievor, modernisiert mit liegenden Xenonblöcken, weiterhin mit Ernostar-Projektionsobjektiven, Zeiss-Anamorphoten und Zeiss-Ikon Ikovox-Lautsprechern - der Dia-Projektor lief mit Reinkohle. Ton: Dolby CP50 mit passablem Dolby-Stereo-ComOpt-Ton (mit Dynacord-Endstufen), aber topfigem Monoton. Bei 35mm-Wiederaufführungen von "2001: Odyssee im Weltraum" oder "Superman" Anfang der 80er musste ich mir die Ohren zuhalten. "Ghostbusters" einer von vielen Langlauftiteln, nur übertrumpft von Formans "Amadeus", dessen Kopie 36 Wochen in den Knapp-Kinos hin und her rotierte: über GLORIA; GLORIETTE, ATELIER AM ZOO, wieder GLORIA - wobei im GLORIA PALAST der Film jedes mal während des laufenden Betriebs "entkoppelt" wurde, sprich: der Film kam vom ST200-Teller in die Ernemann und lief dort in der letzten Vorstellung auf eine 600-Meter-Spule, wobei an jeder Koppelstelle im laufenden Betrieb grob mit der Schere getrennt wurde, hernach der nachkommende FIlm ein paar Meter auf den Boden lief und dann "geschickt" (auf der neu eingelegten Leerspule) aufgefangen wurde. Für einen jungen, übersensibilisierten CInéasten fast der Schock für's Leben. Die Kopie erreichte dann zerfleddert die offenbar unterprivilegierten Nachspieler in den Bezirken. Der dortige Chefvorführer war einer der letzten Hauptamtlichen aus der Nitrofilm-Zeit, nach Auffassung seines Chefs Knapp seit jeher sowieso der beste Berlins, aus meiner Sicht ein intellektuell geschultter Anhänger des grossdeutschen Wertesystems der 30er/40er Jahre und weder als Kollege noch Gesprächspartner sonderlich aufgeschlossen gegenüber konkurrierenden Technologien oder anderen Kinos der Branche. Er überlebte auch noch den Abriss des 50er-Jahre Saals 1987 und setzte seine Tätigkeit ab 1988 bis 1998 im von Grund auf neu gebauten und um 180 Grad gedrehten Saal fort. Die Atmosphäre glich einem grösseren Konferenzuraum, das Hochfahren der Klimaanlage stelle einen Rekord. Die Scope-Bildwand vergrössterte sich von zuvor 11 Metern auf etwa 14 Meter, Bild- und Tonqualität besserten sich dramatisch. BWR-Technik: Telleranlage ST270 E, Sound-Prozessor CP200, Projektor DP75 (wieder mit altem Zeiss-Anamorphot). Eröffnungsfilm des neuen GLORIA PALAST war "Die Farbe des Geldes", der Voreröffnungsfilm war "2001: Odyssee im Weltraum" - nun auch in 70mm. Weil doch die  die Technik eine Gott ist (und weniger die Filmkopie), war sie für den jahrzehntelang dienenden Chefvorführer vermutlich eine Gelegenheit herauszufinden. ob man auf dem Filmteller ST270 einen  70mm-Filmkopie von einer Tellerebene auf die andere im Highspeed-Verfahren "umrollen" könnte. Nunmehr der zweite Kulturschock, frage ich mich noch heute, ober der Erfinder der Telleranlagen, Willy Burth, solches jemals im Sinn gehabt hätte? In 70mm lief dort auch ohne grossem Werbeaufwand "Indiana Jones und der letzten Kreuzzug". Der seinerzeit vertretende Theaterleiter verwaltet noch heute ASTOR FILMLOUNGE am Kurfürstendamm. Und einige Vorführer der GLORIA wechselten ins selbige Lounge-Milieu.

Späterhin reüssierte, um 1992, die erste Berliner Dolby-Digitaltonvorführuing mit "Stalingrad": der bis dato lauteste, aber im Surround auch dynamischste Ton, den ich gehört hatte: offenbar von Hubert Henle betreut. Während des Siechtums des "Diktators" Knapp, der sich oft blind stellte, offenbar, um seine Mitarbeiter besser auspionieren zu können, "vererbte" dieser sein kleines CIty-West-Kinoimperium an  Achim Flebbe, der zuvor die beiden LUPE-Programmkinos aufgab, jedoch mit FILMPALAST BERLIN und ASTOR Luxus-Niveau für die betuchte Charlottenburger Klientel, aber auch für Action-Fans mittels eines THX-Soundssystems einzuführen trachtete (seit 2008 folgte mit ASTOR FILMLOUNGE ein Relounge). Dieser hielt das Knapp-Miniimperium inklusive ZOO PALAST für nur zwei Jahre, zwischen 1991 und 1993, bis Knapp ihm in den Rücken fiel und den ZOO PALAST ab 1993, kurz vor seinem Tode, der englischen Konzerngesellschaft UCI Kinowelt vermachte. Flebbe behielt die weniger lukrativen Knapp-Kinos GLORIA und GLORIETTE. In 70mm kamen dort noch in der Matinee "Flying Clipper" und in einer Langen Nacht "Stirb langsam" und "Stirb langsam 2" zum Einsatz.

1999 gab Flebbe GLORIA PALAST und GLORIETTE auf. Die Presse wurde gar nicht erst informiert, das Personal mit falschen Hoffnungen hingehalten. Tatsächlich engagierte sich für den Erhalt eine kleine Protestkundgebung oder Bürgerinitiative, währendessen MARMORHAUS, FILMBÜHNE WIEN, HOLLYWOOD, ROYAL PALAST und CITY im Europacenter sang- und klanglos untergingen. Flebbe konnte mit seinem zeitgleich eröffneten CINEMAXX AM POTSDAMER PLATZ im dortigen Kino 3 den Verleihern die gleiche Sitzplatzanzahl wie im GLORIA offerieren, wie mir verschmitzt die letzte Vorführerin des GLORIA einträuftelte: die sich fortan im CINEMAXX sich zum Krüppel abarbeitete.

 

Fazit: zumindest ich weine solchen Betrieben keine Träne nach. Da mein Ausschnitt der Historie nur äusserst begrenzt ist, überlasse ich es Anderen, die Ruhmestaten der Betreiber und solcher Häuser zu verkünden.

 

 

 

 

bearbeitet von cinerama (Änderungen anzeigen)

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@cinerama

Ich finde es traurig, dass Du es nicht einmal in einer historischen Abhandlung (die an sich gut und informativ zu lesen ist) schaffst, uns hier mit Deinen mich langsam nervenden Tiraden gegen Herrn Flebbe und seine Unternehmungen zu verschonen, zumal diese ganz allein Deine Eindrücke und Sichtweisen hierzu widerspiegeln und Du nicht einmal die Hauch einer Neutralität zulässt. Schade. Es gibt Profis, die bei solchen Sachen helfen können.

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Ganz so einfach ist es auch nicht.

Flebbe hat sich mit seiner CmxX AG immer auf Innenstadtflächen (häufig ehem. Güterverkehrsflächen der Bahn, die frei wurden) gesetzt, in der Nähe der Bestandskinos. Während UCI und Village roadshow neue Klientel in den EKZ der Außenbezirke zu erschließen suchten. UCI hat Innenstadtkinos nur durch Zufall bekommen, und siehe Zoo, nicht von sich aus abgewickelt.

Achim F. hat, so geisterte es damals herum, auch eine gute "Abfindung" für die Schließung des Gloria vom Investor erhalten. Hilfreich, und das darf nicht vergessen werden, trotz aller erheblichen staatlichen Bauzuschüsse zum Potsdammen Platz (und Hohenschönhausen, usw), gegenüber den nicht staatlichen Finanzierern.

Und das von der Vorführerin gemachte Argument, die Sitzplatzzahl jetzt an anderer Stelle bieten zu können, und damit für die Verleiher die gleiche Geschäftsmöglichkeit zu bieten, in Verbindung mit der Umleitung von Einnahmeströmen in finanzierungsbelastete Objekte ist auch nichts neues, aus Sicht der Banken sogar präferiert.

 

Die Dinge im Hintergrund sind facettenreich, und eigentlich von Außenstehenden nie durchschaubar. Erst unter Zusammenfügung vieler kleiner Mosaikstücke kann man vielleicht etwas erahnen.

bearbeitet von stefan2 (Änderungen anzeigen)
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Es geht hier um einen Denkmalschutz, der in Sachen Kinos häufig seinem Namen nicht gerecht wird. Kinos haben und hatten eine andere Lebensdauer als andere Theatergebäude. Wechselnde Techniken, wechselnde Gestaltung der Bestuhlung forderten immer wieder Umbauten. Laxe Denkmalschützer schieben das dann immer als Grund vor.

Das Bekleidungsgeschäft konnte sich jetzt 18 Jahre mit der prägnanten Kinofront des GLORIA-PALASTS, den Leuchtreklamen, der nostalgischen Kasse und 50er-Jahre-Treppe schmücken. Jetzt aufeinmal gibt es "alternativlose" Umbaupläne und die wird es in ein paar Jahren sicher wieder geben. Die Kaufhäuser meiner Kindheit wurden alle Jahrzehnte umgebaut; das gilt auch für die Gebäude auf Einkaufsmeilen. (Wer erinnert sich noch an das potthäßliche Ku'damm-Karree?)

Der Denkmalschutz versagt hier wieder aufs neue. Und in Sachen Kinogeschichte herrscht besondere Barbarei. Im Übrigen ist das Argument, dass ein Gebäude mehrfach umgebaut wurde, ausgesprochen schwach. Da könnte man reihenweise andere Kulturbauten plattmachen: z.B. die Lindenoper oder das Olympiastadion.

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Keine Ahnung, ob der Investor Knopf sich auf nachweisliche Tatsachen gefährlicher Statik des jetzigen Gebäudes beruft oder hier ein Vorwand konstruiert wird. Der Mann wirkt ja eigentlich sympathisch, so wie auch Flebbe: nur das Beste für die Stadt.

Für den Denkmalschutz war oft nicht die Funktion, am wenigsten die Inneren und die Techniken, von Relevanz, sondern bestenfalls Fassaden, zumeist nur Grundrisse. Woher die Denke rührt, bleibt schleierhaft. Das 50 Meter um die Ecke beginnende Schimmelpfenghaus wurde abgerissen. LDA-Leiter Prof. Haspel apperlierte vor 5 Jahren in Symposien am Zoobogen (Budapester Strasse), dies zu unterlassen: die gesamte Balance vom Schimmelpfenghaus über das Kino (Zoo Palast) hin zum Zoobogen gerate "ins Wanken". Welch eine Aufregung um Nichts.

Das Schimmelpfenghaus hatte für mich als Berliner noch nie eine Funktion: der Abriss förderte die Freisicht von der Kantstrasse zur Gedächtniskirche, und das Hotel Waldorf Astoria ist ein architektonischer Fortschritt, ein staunenswerter Hingucker.

Anders bei den Geschäftsfassaden, wo die GLORIA-Fasasade ein repräsentatives Prunkstück verkörperte (m.E. weniger die Säle seit 1953, nach dem Krieg mit "Im weissen Rössl" eröffnet - nicht "Königin Luise"). Der geschwungene Treppenaufgang  verheisst ebenfalls Überraschungen eines Kulturereignisses bei Betreten des 1. Stocks.

 

Vielleicht bauen sie das jetzt nach?

 

Es ist aber auch die Presse, namentlich die Filmkritiker-Branche, die sich gleichgültig verhält. Ein Beispiel aus diesem Monat: FIlmreihe im Zeughaus-Kino zu Westberlin, in der der Filmhistorilker Jean Paul Goergen das seit 1965 so volldenkmalgeschützte Europacenter anpreist. Kein Wort zum abgerissenen, ebenfalls dem Unterschutz unterstellten Royal Palast und dem City im Europacenter, die scheinbar die Nomenklatura der Filmintelligenz nie bemerkte. https://www.dhm.de/en/kalender/terminansicht.html?tx_cal_controller[view]=event&tx_cal_controller[type]=tx_cal_phpicalendar&tx_cal_controller[uid]=3179&tx_cal_controller[lastview]=view-day|page_id-882&tx_cal_controller[year]=2017&tx_cal_controller[month]=02&tx_cal_controller[day]=07&cHash=d9e84032de8a3fe6273699e31afbd21d

 

Das zwar hässliche Kudamm-Eck hatte immerhin vollstes Leben vor seinem Abriss: Panoptikum, Pornokinos, Kinos Oscar und Camera, Kino Smoky im UG, endlose Rolltreppen. Abends gut besucht. Heute ein steriler Modetempfel mit zugegeben imposanter Fassade und hohlem Inhalt. Warscheinlich auch schon "denkmalgeschützt".

 

Übrigens: die von Max Reinhardt (und nach dem Krieg kurz von Karl Heinz Pepper) betriebenen Theaterbühnen Komödie und Theater am Kurfürstendamm, erbaut von Oskar Kaufmann, werden abgerissen. Die heutige und künftig Betreiberfamilie Wölfer so wie der Investor des Kudammkarree feiern einen Neubau. Rolf Hochhuth hielt im Abgeordnetenhaus (?) eine Rede dagegen http://www.rbb-online.de/kultur/beitrag/2017/02/kudammbuehnen-theater-berlin-kompromiss-kritik-lederer-hochhuth.html , ihm wurde das Wort entzogen. Flugs nannte er Denkmalkonservator Haspel "eine Flasche". Da sind wenige Rufer in der Wüste, die nirgendwo Gehör finden. Der Kinofriedhof in der CIty-West war nicht Ursache rückständiger Betreiber, sondern klar Folge des Verdrängungswettbewerbs der inflationär bewilligten, von jedem Bezirksregierung stolz präsentierten Multiplexansiedlungen. Jeder ahnte es, aber keiner wollte sich investitionsfeindlich schimpfen lassen, d.h. "Infrastrukturverbesserungen" im eigenen Bezirk zu torpedieren. Das Zauberwort von CDU bis Linke heisst schliesslich, "Investoren anlocken" und mit den Trophäen die Wahlen gewinnen. Was schert Politiker, was ihre Nachfolger in 20 Jahren auszubaden haben? Das ist jeder Energiekonzern - Sarkasmus muss sein -, z.B. japanische Kernkraftwerksbetreiber, nachhaltiger orientiert

 

Um 1925 - der erste Kinobau:

 

 

 

Um 1925, small.jpg

bearbeitet von cinerama (Änderungen anzeigen)

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Der grüne Baustadtrat in Berlin Charlottenburg so wie der Dienstherr des Landesdenkmalamtes, Kultursenator Lederer aus der Linken, haben sich von den Investoren überzeugen lassen, dass ein Erhalten von Teilen des Gloria Palastes oder seiner Fassade sanierungstechnisch nicht möglich sei und somit den Denkmalschutz aufgehoben. Deren Amtsvorgänger von der CDU, bspw. Baustadtrat Gröhler, verfuhren in gleicher Weise 2005 hinsichtlich des Abrisses des Royal Palastes.

Gegen beide Entscheidungen protestierte der ehemalige Leiter des Denkmalamtes, Dietrich Worbs, der seinerzeit beide Kinos unter Denkmalschutz gestellt hatte (und mir damals schrieb, dass der Unterschutz gelte), der auch noch einen persönlichen Bezug zu Filmtheatern besitzt, welcher jüngeren Politikern offenbar abhanden gekommen ist:

 

https://www.morgenpost.de/berlin/article210822803/Berlins-Gloria-Palast-wird-abgerissen-trotz-Denkmalschutz.html

 

https://de.nachrichten.yahoo.com/city-west-abriss-gloria-palastes-020000816.html

bearbeitet von cinerama (Änderungen anzeigen)

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Und jetzt? Das bisschen Fassade... Der "Denkmalschutz" ist in diesem Moloch namens Berlin doch eh schon immer ein Witz und beschränkt sich Dank dunkelrotgrün eh nur noch auf das kommunistische/sozialistische Vermächtnis in der Stadt. 

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Mich wunder, dass in den USA die ja eher kommerziell ausgerichtet sind Trotzdem solche Kinos noch stehen und meist mit Gewinn betrieben werden.

 

https://en.wikipedia.org/wiki/Movie_palace#List_of_movie_palaces

 

Sowas habe ich in Europa - Speziell im deutschsprachigem Raum noch nicht gesehen.

440px-Side_and_elevated_view_of_Fabulous

bearbeitet von d020 (Änderungen anzeigen)

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Da gibts halt Mätzene für so etwas. Und viel Engagement. Ähnlich wie in Auckland mit dem Civic Theatre. Außerdem haben die USA nicht viel irgendwie Antikes, sodaß man sich halt an dem hält, was man übriggelassen hat. Lost Places/Vergessene Orte hat ja auch eine Menge verfallener großer Kinos in den USA. Beiträge dazu gibts ja im Forum, vor einigen Jharen mal geschrieben.

Jens

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Wenn ein Bau mehrfach zerstört wurde, zeigt er nur noch Rudimente. Erst recht beim Abriss.

 

Die Vorderfront erinnerte unübersehbar an ein Kino. Ein Vordach mit Leuchtreklame, das den Zuschauer gewissermaßen einsog. Ein Foyer mit 50er-Jahre-Kasse und geschwungener Treppe. Ein beliebtes Bildmotiv für 50er-Jahre-Bauten. Daher sind auch viele Fotos davon im Netz. Damit schmückte sich noch jahrzehntelang ein Bekleidungsgeschäft. United Colors of... mit Klamotten aus Bangladesch.

http://www.kinokompendium.de/gloria_palast_gloriette_kino_berlin.htm

 

http://www.allekinos.com/BERLINGloriaK.htm

Erst Barbarei durch Umbauten, Zerstörungen, Abriss und völlig vergeigten Denkmalschutz. Jetzt kommt die nächste Barbarei: Eine Glasfassade. Groß, öde, gesichtslos! Auch schon online ansehbar. Die werde ich hier nicht verlinken. Keine Lust von fantasielosen Architekten abgemahnt zu werden.

Guten Rutsch!

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Insofern kann man bezüglich der Hochwertigkeit von Filmtheaterbauten am Beispiel des Gloria-Palastes sagen: ab 1926 ging's bergab.

Der Erstbau prunkvoll neobarock, aber auch stark ornamental verzuckert - weniger mutig-funktional als der spätere Titania-Palast, das Universum oder die Lichtburg.


Der Neubau von 1953 (in den Fotos auch mit späterem Umbau auf CinemaScope-Bühne zu sehen) dem Nierentisch-Kitsch der Adenauer-Epoche huldigend, schon Anfang der 80er Jahre muffig anmutend, kaum besser als gehobene Bezirkskinos der 50er Jahre. Die festliche Fassade von 1953 wurde schon 1971 simplifiziert, passend zum Anbau der Gloriette. Das 50er Jahre-Foyer und der Treppenaufgang aber blieben bis zum Abriss erhalten.

 

Der letzte Saalneubau von 1988 wie ein steriler Konferenzraum: helle Decke, aber verbesserte Projektionstechnik.

 

Premieren fanden statt, aber eine metropolitane Aura hat sich mir nie erschlossen.

 

Bilderzusammenstellung: Kinomuseum Berlin e.V.

 

 

BERLIN Gloria-Palast 4.jpg

 

GLOR1987, smallest.jpg

gloria-195-1, small.jpg

gloria-1957-2.jpg

Gloriap1987, smallest.jpg

 

gloria-palast-1965-2.jpg

Gloria-Past-1926.jpg

gl 1.jpg

gloria-palast-1965-1.jpg

bearbeitet von cinerama (Änderungen anzeigen)

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