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cinerama

Feiern zu 50 Jahre 2001: A SPACE ODYSSEY

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Nicht alles, was groß ist, ist gut. Bewegte Bilder auf Großbildwänden halte ich für ein ausgesprochen anspruchsvolles Terrain. Es geht nicht zuletzt um physiologische Dinge. Dem äußerlichen Bilderrausch möchte ich das Erlebnis gegenüberstellen. Ein Extrem wäre Earthquake, eben woanders erwähnt, mit Sensurround, eigentlich reine Effekthascherei. Auf der anderen Seite einfaches Schwarzweiß, Strenge, dafür Tiefgang, siehe frühe 1930er Jahre, als man lernte, gute Tonfilme zu machen.

 

IMAX auch oft nur groß, sonst leer. Sandalenfilme, wem es gefällt. Cello in guter akustischer Darstellung, ja, warum nicht. Film und Kino brauchen aber einen Kern, etwas Menschliches, sonst haben wir keine Traumfabrik, sondern den Alptraum von Industrie. Mich hat seit vielen Jahren keine Produktion mehr in ein Lichtspielhaus gelockt, man treibt es mir mit der Reklame eigentlich schon aus. Blaue Kreaturen mit weit auseinanderstehenden Augen und Schwänzen, gefiederte Schlümpfe sozusagen? Der ganze Mist aus dem Computer? Krieg? Mein Geld können sie so nicht haben. Vielleicht kommt man in den Filmzentren eines Tages wieder drauf, was auch verfilmt werden kann. Limelight. I soliti ignoti. Dafür gehe ich meilenweit.

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Der vorliegende Film aber wäre vielleicht ein Sonderfall in der Linie vom Sandalenfilm (Religions-Filme) zum Blockbuster (Weltraumopern).

Tiefgang in der Mise-en-scene ist vorhanden, das Production Design schreit nach einer unendlich großen Leinwand. Auch in der 5-Minuten Raffung dieser Produktion lassen sich die meditativen Ansätze der Unendlichkeit noch herauslesen:

Gegen viel Widerspruch tendiere ich ja dazu, so gut wie alles, auch das Kammerspiel, auf der Panorama-Leinwand zu projizieren.

Wenn im 3. Jahrtausend soziokulturell der Drift zur Miniaturisierung neigt, Smartphone als Surrogat für ein würdiges Leben, dann stellte doch die Wiedereinrichtung einer titanischen Leinwand (auf der Vorderseite abgebildet), den Kontrapunkt dar. In den Jahren, in denen ich davor saß, war alles eindrucksvoller und immersiver als Imax-Projektionen. So muss es wieder werden!

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Hier fleißig am sammeln, der nächste Bericht. Kursiv gesetzt Begriffsverwirrendes, das man nicht ernstnehmen sollte.

 

Some facts, and then we’ll let Nolan take it. In 1999 Warner Brothers made “interpositives” of Kubrick’s original release version. These are an intermediate step, taken from the original camera negative, en route to a final print. But that final-print stage never came; it was deemed too costly at the time.

Last summer “Dunkirk” director Nolan, whose earlier films “Inception” and “Interstellar” owe a considerable debt to Kubrick’s science fiction landmark, was at work remastering his own films for 4K digital rerelease.

“I had this room set up for projecting the film prints (alongside) the digital video and comparing the two,” the director recalls. “And Ned Price said to me: ‘We’re gonna do this with “2001,” and I have some cans with some of the reels from the original negative. Would you like to see them?’ We watched them without sound. And they were amazing.”

The following is an edited transcript.

 

Q: So what’s your rationale for using the word “unrestored” for this version of “2001”?

A: The word “restored” over the last 20 years has come to mean digitization. It’s come to mean cleaning up dirt and scratches, by digitizing a film and putting it back out in theaters. The reality is, whilst digitization is one of the tools in the toolkit of the restorer, these films were made analog, and they were made to be shown analog, with the beautiful analog color, the high resolution of analog and the photochemical process. (...)

 

Aus: http://www.chicagotribune.com/entertainment/movies/ct-mov-2001-unrestoration-nolan-interview-0510-story.html

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Unbedingt das Gespräch mit Berufsrestauratoren aufnehmen. Restaurieren, wiederherstellen, kann nur in ganz begrenztem Sinne geschehen. Kann man ein Gebäude restaurieren? Kann man ein Gemälde restaurieren? Kann man einen Film wiederherstellen?

 

Man sieht, je weniger anfaßbar etwas ist, desto weniger ist es auch nach Sinn und Geist des Urhebers wieder zu schaffen, ins Besondere wenn der Urheber nichts mehr dazu sagen kann. Bei einem beschädigten Haus etwas neu auf- oder anbauen geht auf Grund der allgemein verwendeten Materialien fast immer gleich, so daß hinterher kein Verlust mehr zu finden ist. Gleiches Mauerwerk, gleiches Holz im Treppenhaus, geht gut. Wenn bei einem Farbenfilm das Farbenverfahren nicht mehr anwendbar ist, die Materialien nicht mehr hergestellt werden, dann dürfen auch die Digitalen nicht, die schon gar nicht, von restoration sprechen. Es ist eine Lüge. Man belügt zuerst ein Mal sich selbst, so wie George Eastman, der sein Leben lang nicht zugeben konnte, daß Reichenbach ihm brauchbaren Filmträger hergestellt hat, Stuber ihm das ganze Geschäft gerettet hat, und so weiter. Den Rollfilmhalter hatte Eastman Walker abgekauft. Die Geschichte mit Edison ist Schwulst, ein Krampf, wie wir sagen. Also, die Rohfilme zu Kubricks Zeiten sind nicht mehr in Gebrauch. Bleibt die Frage, ob Kubrick etwas mit der Digitaltechnik angefangen hätte. Da Christiane Malerin ist, könnte man mit ihr über Bildergrößen parlieren.

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vor 3 Stunden schrieb Filmtechniker:

Unbedingt das Gespräch mit Berufsrestauratoren aufnehmen. Restaurieren, wiederherstellen, kann nur in ganz begrenztem Sinne geschehen. Kann man ein Gebäude restaurieren? Kann man ein Gemälde restaurieren? Kann man einen Film wiederherstellen?

 

Man sieht, je weniger anfaßbar etwas ist, desto weniger ist es auch nach Sinn und Geist des Urhebers wieder zu schaffen, ins Besondere wenn der Urheber nichts mehr dazu sagen kann. Bei einem beschädigten Haus etwas neu auf- oder anbauen geht auf Grund der allgemein verwendeten Materialien fast immer gleich, so daß hinterher kein Verlust mehr zu finden ist. Gleiches Mauerwerk, gleiches Holz im Treppenhaus, geht gut. Wenn bei einem Farbenfilm das Farbenverfahren nicht mehr anwendbar ist, die Materialien nicht mehr hergestellt werden, dann dürfen auch die Digitalen nicht, die schon gar nicht, von restoration sprechen. Es ist eine Lüge. Man belügt zuerst ein Mal sich selbst, so wie George Eastman, der sein Leben lang nicht zugeben konnte, daß Reichenbach ihm brauchbaren Filmträger hergestellt hat, Stuber ihm das ganze Geschäft gerettet hat, und so weiter. Den Rollfilmhalter hatte Eastman Walker abgekauft. Die Geschichte mit Edison ist Schwulst, ein Krampf, wie wir sagen. Also, die Rohfilme zu Kubricks Zeiten sind nicht mehr in Gebrauch. Bleibt die Frage, ob Kubrick etwas mit der Digitaltechnik angefangen hätte. Da Christiane Malerin ist, könnte man mit ihr über Bildergrößen parlieren.

 

Ja. Restaurierung heißt laut Wikipedia "Wiederherstellung des Alten", Grundlagenliteratur gibt es seit Jahrhunderten aus der Denkmalpflege.

So müsste es der FIAF übermittelt werden, bevor diese Welt-Filmbewahrungsanstalt ihre Grundsätze umschreibt (unter Federführung etwa des dort dominant auftretenden deutschen Kinematheks-Verbundes. Dieser - mit der dem Berliner Mitglied Stiftung Deutsche Kinemathek überlassenen Stimme - überzeugte bereits seine Bundesregierung und Frau Prof. Gruetters, die staatseigenen Filmkopierwerke im Bundesarchiv zu schließen und das Geld in das digitalisierte Vertriebsgeschäft zu stecken.)

Digitale Kameras werden heute uebrigens als "Super 35 Kameras" und "65mm Kameras" verkauft. Die Hersteller bauen den Sensor jeweils nach Abmaßen der der Bildfenster der traditionellen Filmkameras. Allerdings bezeichnet 35 und 65 die Schnittbreite des Filmstreifens, der in keiner digitalen Kamera transportiert und belichtet werden kann. 

So wird man bald auch den kuenstlichen Menschen vermarkten, eine neue Spezies entsteht, und alle wissen es.

 

Auf Facebook unterhalten sich in der dortigen Kubrick-appréciation-Gruppe seine Fan-Girls und Boys über die Frage, ob der Regisseur heute zur digitalen Aufnahmekamera gegriffen hätte. Mehrheitlich wird es dort bejaht, wobei auch die Mehrheit über Eigenheiten der Filmmaterialien und Objektive kaum Kenntnisse besitzt. Den Regisseur selbst sehe ich als Geschäftsmann und Pragmatiker, weniger fundamentalistisch wie Bela Tarr oder Christopher Nolan veranlagt. Die beiden Letztgenannten stehen eigentlich unserer Überzeugung am naechsten. Der jedoch dem Mainstream (und American way of life) verpflichtete US-Filmemacher Nolan besitzt scheinbar (wie Scorese einst) eine traditionalistische und archäologische Ader. Wegen des Geschäftserfolgs seiner Filme vermag er sein Konzept am Leben zu erhalten. Er scheint mir aber alle seine Vorsätze und Grundsätze dadurch zu gefährden, indem ihm die Fachberater in den Filmkopierwerken abhanden gekommen sind.

Etwas polemisch, ideologisch und agitatorisch - was mir äußerst sympathisch ist - traut er sich mit dem Begriff "nicht restauriert" in die Öffentlichkeit, um auf einen heiligen Wert des originalen Filmmaterials zu verweisen. Ziemlich schlau, zumal der Begriff "restauriert", wie du schon schreibst, nicht auf Digisate anzuwenden ist. Nolan hat die Begriffsperversionen somit realisiert, die seit dem Aufkommen der DVD ihre Runde machen. Er selber liefert tatsächlich im traditionellen Sinne weitgehend eine echte Filmrestaurierung ab. Dem Presse-Text nach aber keine "neuen Elemente vom Kameranegativ", sondern es wird das zuletzt 1999 erneuerte Interpositiv gegriffen, davon einen Dupnegativ hergestellt, und hiervon werden wiederum ein Dutzend Theaterkopien im Originalformat gezogen. Old Shool. Der Ton kann mangels Fertigungsbetrieben nicht mehr mit Magnetpisten aufgetragen werden, soll aber in seiner früheren direktionalen Mischung auf DATASAT/DTS digital umgespielt werden. Da einige normale Schäden oder eventuelle Alterserscheinungen des Originalnegativs in dieser photochemischen Umkopierung erkennbar sein werden, und weil der Begriff "Restaurierung" seit 20 Jahren mit digitaler Retusche umgwmuenzt wurde, traut sich Nolan nicht die Verwendung des Begriffs im traditionellen Sinne zu. Und dreht ihn zu Vermarktungszecken um, agitatorisch polemisch, um eine aussterbende Spezies zu verteidigen.

So könnte man das Ganze verstehen.

 

Weil das mittlerweile keiner mehr richtig kopiert und entwickelt, werde wohl nicht nur ich schreiend nach 5 Minuten aus der neuen Version herauslaufen. Man hat einen Film sehr gut vor Augen, wie er einmal war, muss ihn bei der 99. Sichtung nicht mehr vollständig ansehen. Man sollte sich beim Kopierwerk FotoKEM einschalten  und zu Wort melden. Manche Firmen blocken arrogant ab, andere gehen darauf ein.

 

Es wuerde mich interessieren, welche Auffassung @magentacine hierzu vertritt.

Edited by cinerama (see edit history)

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Am wenigsten zerstört (unter allen Internet-Szenen des Films) erscheint das Farbgleichgewicht im ansonsten wenig referenzfaehigen EA-Trailer von 1968:

 

 

2 Punkte weniger blau, etwas gesättigter, und man könnte ungefähr erahnen, wie es sein sollte.

Der von Warner 2018 vorgestellte Thriller der Neufassung ist dagegen verunglückt. Kollegen, die bereits 70mm-Material gesehen haben, weisen jedoch darauf hin, dass dieses vollkommen anders aussieht, angeblich "teriffic". Der Internet-Trailer der Warner gleicht dennoch stark den sonstigen 70mm-5perf-Kopierungen auf Veranlassung Christopher Nolans, etwa "Interstellar" oder  "Dunkirk", die eine furchtbare Lichtbestimmung aufwiesen, ebenso wie "The Hateful 8" (gruen-blau-gruenes Grau und desaturierte Hauttoene):

 

 

 

Edited by cinerama (see edit history)

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Vergeßt das Projektionslicht nicht. Es standen das Beck-Licht und das der ozonfreien Xenon-Hochdruck-Entladungslampe zur Verfügung. Beck-Licht hat viel UV und Violett, was der mit Blei dotierte Glaskolben der ozonfreien Xenonlampe nicht durchläßt. Auch an Rot und Infrarot ist der Beck-Bogen reicher. Computer-Monitore, Kathodenstrahlröhren mit verschiedenen Leuchtstoffen auf der Innenseite, LASER-Beamer, das darf alles nicht in Vergleiche hereingezogen werden. Auch das Weiß der Bildwand darf angesprochen werden. Kalk, Kunststoffe, Aluminiumflitter in Leim, ziemlich unterschiedliche Oberflächen

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Auch das British Filminstitut vertritt eine neue Farbinterpretation. Oder gar keine...

Die Schatten haben keine Schattierung.

 

 

2001_bfi_quad_2_norelease_art_0.jpg

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vor 20 Stunden schrieb cinerama:

titanischen Leinwand

 

Ich bin glücklich, dass ich diese "titanische Leinwand" von Anfag 1968 bis Ende 1972 mit mehreren großartigen Werken in 70 mm mit Becklicht bespielen konnte. Ein unvergessenes Erlebnis!

 

Bauer U 2

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Pressetext Karlsruhe, Schauburg:

 

Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums dieses filmischen Meilensteines wurde auf Grundlage des originalen Kameranegativs eine neue 70-Millimeter-Kopie des Films angefertigt, die Kubrick-Verehrer Christopher Nolan („Interstellar“) im Mai beim Filmfestival von Cannes präsentieren wird.

 

Muss umgeschrieben werden.

-> Auf Grundlage des Interpositivs.

Edited by cinerama (see edit history)

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Die Filmfestspiele in Cannes geben das Produktionsjahr 1967 und die Spiellaenge von 164 Minuten an:

https://m.festival-cannes.com/en/festival/films/2001-a-space-odyssey

Intimere, ungeschoente Einblicke in die Dreharbeiten: https://www.theguardian.com/film/2018/apr/05/stanley-kubrick-risked-stuntman-life-making-2001-a-space-oydssey

Eine 65mm-Trickkamera war 1929 bereits fuer 70mm Fox Grandeur eingesetzt worden: https://www.invaluable.co.uk/auction-lot/fearless-fox-grandeur-70mm-todd-ao-65mm-camera-813-c-fff2a908bd

Diskussion im Filmvorfuehrerforum in 2011:

 

Robert A. Harris ist in mehreren Punkten zuzustimmen:

 

 

“My problems with the project are not with what’s being done, or how it’s being done. It’s with the verbiage of the press release. It can’t be an authentic recreation of how the film looked 50 years ago for any number of reasons.

Richtig.

 

Color stocks, black levels and grain structure are different now, color temperature of the lamps has changed but can be adapted. They were using carbon arc lamps in ’68 and they aren’t now, and on top of everything else the film stock is different — the stock used for original prints was a stock that arrived back in 1962. And so the images will ironically look too clear.”

 

Nö. Läßt sich noch immer gut ausgleichen.
 

(Harris is speculating, for example, that Cannes audiences might see that Dr. Heywood Floyd‘s floating pen is actually mounted on a circular piece of lucite or glass, which the original ’68 film didn’t have the resolution to deliver.)


Bloedsinn. Man konnte das immer erkennen, wenn man wollte, und zwar an einem kurzen Reflex bei einer bestimmten Drehung der Scheibe, wodurch sie sich verriet.

 

“What they show may be beautiful — I’d like it to be — but they’re not working from the original camera negative, which has been badly damaged,”

[Nein. Ist nicht schwer beschädigt, sonst hätte man 1999 davon auch kein Interpositiv angefertigt von dem jetzt sogar analog und ohne Retusche kopiert wurde.]

Harris explains. “They’re working from ‘new printing elements’ taken from the original negative, which basically means a fourth-generation print. All original prints were struck from the camera original.

 

Das ist der springende Punkt. Sie hätten unbedingt vom Originalnegativ kopieren sollen.

 

They won’t be using the original film stock that the original 2001 was printed on, which was Eastman 5385, a 1962 film stock, that had appropriate film grain to the way the film had been designed. So it’s not off the negative, they don’t have the original film stock, and they’re be making it off a dupe rather than using 4K or 8K files.

“All of that noted, stocks are so good today that the fact that a print is fourth-generation may not matter.”
[Doch. Eine Kopie der vierten Generation ist in den allermeisten Fällen auch heute noch erkennbar - erst recht bei FotoKEM, und das hat nichts mit dem Printmaterial zu tun.]
Final Harris thought: The promising news is that FotoKem, the lab producing the elements, does superb work,

[zumeist ein schwankende  Lichtnlbestimmung wie bei "Hateful eight" unerträglich. Bei interstellar gelang der Ausgleich zwar, aber die Grundabstimmunh und der Grünstich erzeugten eine absolut widerwärtige Stimmung, die zum Glück in der Blu-ray eliminiert wurde.]

so in the end everything should look wonderful, if a bit shop-worn. Most important thing is that the skies must be black, black, black!”

 
Ungücklicherweise waren die Kubrick- und einige Warner-Kopien der letzten 20 Jahre zu hell, grünstichig, bei "2001" zudem das Weiss der Raumschiffe verfärbt, hatten einen schlechten Bildstand und eine auffallende Körnigkeit. Das muss gar nicht sein, hat nichts mit dem Negativ zu tun und auch nichts mit schlechtem Equipment].

Aus: http://hollywood-elsewhere.com/2018/03/not-so-fast-on-that-70mm-2001-mastering/

 

-----------------

 

Aus dem Nachbericht aus Cannes lässt sich nicht per Drag & Drop zitieren. 6 Monate habe die Herstellung eines Interpositivs benötigt und 4 Monate die Herstellung eines Internegativs. Dafür habe man eines Personal von 50 Personen bedurft. Heisst es dort.

 

Hat es ja wohl noch nie gegeben.

 

(Vielleicht haben sie die Kantine des Trump Towers übernommen - die suchen einen neuen Job. [Ironiemodus].)

Edited by cinerama (see edit history)

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Nun wirft man Christopher Nolan vor (nur um die Marktlücke eines kritischen Artikels zu bedienen?), einem analogen Dogmatismus zu frönen, der sich den Potentialen und Nachbearbeitungen digitaler Tools verweigern würde und die Rhetorik von Digital-Skeptikern vor 20 Jahren bediente.

Erstmals geht man zwar auf das Ergebnis der Filmkopierung ein, aber wenn die Kritik sich auf ein paar entdeckte Staubkörner und auf Überblendzeichen beschränkt, nirgendwo aber auf die Eigengradation von Materialien, auf den Farb- und Lichtausgleich, auf die Qualität einer Duplikatkopierung  oder auf den Bildstand eingeht, dann scheint das "filmtechnische Einmaleins " jenes Journalisten überschaubar zu sein. Dieser ist doch noch nicht einmal in der Lage, fundiert zu beschreiben, wie ähnlich oder unähnlich die Neukopierung zur Kopierung von 1968 ist - und versucht es erst gar nicht.

Ziemlich absurd wirkt der Angriff auf Nolan deshalb (das Wort "Verrat" fällt am Ende, läuft aber in die falsche Richtung), weil es einem Jeden freigestellt ist, sich Digisate anzusehen - welche Nolan als Marktvorteil ebenfalls bedient. Seine Digisate finden sogar Erwähnung im Artikel. Nicht nachgedacht wird aber darüber, daß digital genau so wenig wie analog Erfolg garantiert, sofern der jeweilige Restaurateur nicht zugleich über eine ausreichende Kenntnis des Looks eines Films verfügt, und zu begründen vermag, mit welchen Mitteln und Korrekturen dieser erreichbar ist.

Konkret hat - provokant unterstellt  - der "digitalfreundliche" Nolan indertat gute Blu ray Discs mit besserer Farbabstimmung als auf (von ihm mangelnd korrigierten) Filmkopien abgeliefert, weil er von Filmkopierung zu wenig versteht - um schließlich alles mit seinen missratenen UHD-Veröffentlichungen (Blu ray-Nachfolgeformat auf 4K) zu diskreditieren.

 

Der Ansatz der 70mm-Neukopierungen und eine Projektion auf eine Panoramabildwand muss verteidigt werden, weil man ja auch den Eiffelturm im Original bewundert und dieser, selbst wenn er täuschend in Las Vegas (aus Textil o.Ä.) erstünde, stets aus dem Werkzusammenhang herausgerissen wird. Man sollte die für das Filmbandoriginal Engagierten nicht wegen Dogmatismus kritisieren, sondern nur an der handwerklichen Umsetzung und Seriösität messen. Und hier wäre eine andere 70mm-Kopierweise angeraten gewesen. Darüber schreibt keiner weltweit. Als handelte es sich bei Grundlagen der Lichtbestimmung, Entwicklung und Mechanik um etwas Unerforschtes?

 

https://slate.com/culture/2018/05/christopher-nolans-unrestored-70-mm-2001-premieres-at-cannes.html

Edited by cinerama (see edit history)

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Also so pervers es klingen mag: ich denke nur über eine digitale Restaurierung ist es möglich, an den Look der 68er Erstaufführungskopien zu kommen. Was hier vorliegt ist einfach eine neue 70mm Kopie, ohne durch den Kinoeinsatz entstandene Schäden.

Im übrigen würde Kubrick vermutlich voll auf Digital gesetzt haben,wäre es damals schon vorhanden gewesen. Die technischen Möglichkeiten die damit einhergehen, wären wohl voll in seinem Sinne gewesen um seine Vorstellungen und Visionen zu visualisieren. 

70mm war halt damals State of the Art im Kino und hatte seinen spezifischen Look. Heute ist das halt IMAX 4k usw. Man soll auch als Nostalgiker den neuen Innovationen offen gegenüber stehen und nicht das eine gegen das andere ausspielen.

Edited by Majorsmith (see edit history)

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vor 1 Stunde schrieb cinerama:

Nun wirft man Christopher Nolan vor (nur um die Marktlücke eines kritischen Artikels zu bedienen?), einem analogen Dogmatismus zu frönen, der sich den Potentialen und Nachbearbeitungen digitaler Tools verweigern würde und die Rhetorik von Digital-Skeptikern vor 20 Jahren bediente.

Erstmals geht man zwar auf das Ergebnis der Filmkopierung ein, aber wenn die Kritik sich auf ein paar entdeckte Staubkörner und auf Überblendzeichen beschränkt, nirgendwo aber auf die Eigengradation von Materialien, auf den Farb- und Lichtausgleich, auf die Qualität einer Duplikatkopierung  oder auf den Bildstand eingeht, dann scheint das "filmtechnische Einmaleins " jenes Journalisten überschaubar zu sein. Dieser ist doch noch nicht einmal in der Lage, fundiert zu beschreiben, wie ähnlich oder unähnlich die Neukopierung zur Kopierung von 1968 ist - und versucht es erst gar nicht.

Ziemlich absurd wirkt der Angriff auf Nolan deshalb (das Wort "Verrat" fällt am Ende, läuft aber in die falsche Richtung), weil es einem Jeden freigestellt ist, sich Digisate anzusehen - welche Nolan als Marktvorteil ebenfalls bedient. Seine Digisate finden sogar Erwähnung im Artikel. Nicht nachgedacht wird aber darüber, daß digital genau so wenig wie analog Erfolg garantiert, sofern der jeweilige Restaurateur nicht zugleich über eine ausreichende Kenntnis des Looks eines Films verfügt, und zu begründen vermag, mit welchen Mitteln und Korrekturen dieser erreichbar ist.

Konkret hat - provokant unterstellt  - der "digitalfreundliche" Nolan indertat gute Blu ray Discs mit besserer Farbabstimmung als auf (von ihm mangelnd korrigierten) Filmkopien abgeliefert, weil er von Filmkopierung zu wenig versteht - um schließlich alles mit seinen missratenen UHD-Veröffentlichungen (Blu ray-Nachfolgeformat auf 4K) zu diskreditieren.

 

Der Ansatz der 70mm-Neukopierungen und eine Projektion auf eine Panoramabildwand muss verteidigt werden, weil man ja auch den Eiffelturm im Original bewundert und dieser, selbst wenn er täuschend in Las Vegas (aus Textil o.Ä.) erstünde, stets aus dem Werkzusammenhang herausgerissen wird. Man sollte die für das Filmbandoriginal Engagierten nicht wegen Dogmatismus kritisieren, sondern nur an der handwerklichen Umsetzung und Seriösität messen. Und hier wäre eine andere 70mm-Kopierweise angeraten gewesen. Darüber schreibt keiner weltweit. Als handelte es sich bei Grundlagen der Lichtbestimmung, Entwicklung und Mechanik um etwas Unerforschtes?

 

https://slate.com/culture/2018/05/christopher-nolans-unrestored-70-mm-2001-premieres-at-cannes.html

 

Das ist ein Beitrag dem ich voll und ganz zustimmen kann.

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vor einer Stunde schrieb Majorsmith:

Also so pervers es klingen mag: ich denke nur über eine digitale Restaurierung ist es möglich, an den Look der 68er Erstaufführungskopien zu kommen. Was hier vorliegt ist einfach eine neue 70mm Kopie, ohne durch den Kinoeinsatz entstandene Schäden.

Im übrigen würde Kubrick vermutlich voll auf Digital gesetzt haben,wäre es damals schon vorhanden gewesen. Die technischen Möglichkeiten die damit einhergehen, wären wohl voll in seinem Sinne gewesen um seine Vorstellungen und Visionen zu visualisieren. 

70mm war halt damals State of the Art im Kino und hatte seinen spezifischen Look. Heute ist das halt IMAX 4k usw. Man soll auch als Nostalgiker den neuen Innovationen offen gegenüber stehen und nicht das eine gegen das andere ausspielen.

 

Es macht daher sehr viel Sinn, das Analoge zu retten, wie es Christopher Nolan propagiert, auch wenn Propaganda gelegentlich das eine gegen das andere ausspielt. Es geht aber zuallererst um die handwerkliche Ausführung.

Wie weiter oben im eingestellten Nachbericht aus Cannes zu lesen, bestätigt Warner den für sein Alter noch ganz guten Zustand des 65mm Kameranegativs. Ein geringfügig festgestelltes Farbading wäre auch kopiertechnisch noch ausgleichbar, und Solches kann ich nur bestätigen. Zumindest an diesem Punkt eine glaubhafte und brauchbare Information. Und auch ohne diese ist klar: es wäre wohl kaum eine teure Anfertigung eines Interpositivs 1999 vom Originalnegativ sinnvoll gewesen, von der auch die jetzige Neukopierung ausgeht, wenn das Originalnegativ unbrauchbar wäre.

 

Weit an der Spitze der digitalen Restaurierungen liegen "My Fair Lady" und "Spartacus". Bei "My Fair Lady" fehlt ein letzter Schimmer an Glanz. Beim digitalisierten "Lawrence von Arabien" fällt die Lichtbestimmung leider durcheinander. Allen diesen Version in 4K fehlte auf DCP und auf einer größeren Kinoleinwand die Bildtiefe und charakteristische Auflösung einer 70mm-Kopie. Immer wieder verglichen.

 

Durchaus könnte man sich dem Eindruck der 70mm-Premierenkopien naehern, wenn man "2001" wieder direkt vom Originalnegativ kopiert hätte. Natürlich ist das in kleinen Auflagen, bei 60 Fuß Kopiergeschwindigkeit und auf Printern Schrumpfungsanpassung wie bei Fotokem möglich. Für das 50-jährige Jubiläum wäre das eine Gelegenheit und ein Muss gewesen.

 

#

 

Ab 31. Mai laufen auch Einsätze im Berliner Zoo Palast auf einer unproportional kleinen und leider auch flachen Leinwand. Es wurde ja schon auf das benachbarte 70mm-Premierenhaus des Films hingewiesen (Royal Palast), das leider 2006 abgerissen wurde.

Im Zoo Palast wurde noch immer nicht die kontrastmindernde sogenannte 3D-Silberleinwand entfernt, nach wie vor ist die Tonqualität und Akustik weit unter dem Berliner Durchschnitt (dumpf), das Bild des dortigen "Billig-Projektors" (DP75) flimmert stark, und die Vorfuehrabläufe werden nicht beherrscht.

Aber der Film wird auf den kommenden 70mm-Festivals und auch den singulären Sonderensaetzen seinen Stammplatz behaupten, sodass keiner etwas verpasst, der noch abwartet. Der Film ist als Distributionsmedium also keine Rarität und wird wie "Vom Winde verweht" immer präsent bleiben.

 

[Es bleibt weiterhin eine Herausforderung, sich gerade bei den 70mm-Filmen ein richtiges Bild von der Vergangenheit zu machen. Macht aber auch grossen Spaß, einem Berg an Widersprüchen nachzugehen, anstatt das Ganze nur zu konsumieren.]

Edited by cinerama (see edit history)

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Ich hatte ja das Glück, eine Erstaufführungskopie 1988 im Zürcher Cineramakino Apollo zu sehen. Diese Kopie hatte damals kaum Fading, einen Felsenfesten Bildstand, unglaublich dynamischen Magnetton und eine Schärfe, die einem Glauben machte, durch ein Fenster in eine andere Welt zu blicken. Sowas brennt dich unwiederruflich ins Gehirn ein. Was ich 10 Jahre später an Wiederaufführungen in 35mm und 70mm mit Neukopien sah, lieferte nicht annähernd das gleiche Erlebnis. 

Edited by Majorsmith (see edit history)
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