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1. filmisches Axiom


Schokoprinz

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Hallo liebe Gemeinde, 

vor ein paar Jahren hat mir meine Tochter ein Heft gebastelt, in dem ich meine filmischen Ideen verewigen kann. Nun habe ich das gerade wieder entdeckt. In dieses Heft habe ich ein paar wichtige Erkenntnisse verewigt, die ich mit Euch teilen möchte. Unter anderem die drei filmischen Axiome. 

Nun kommt das erste: 

  • Mach ein Drehbuch und überlege Dir, was Du (mit dem Film) sagen willst. 
  • Je genauer Du nachdenkst, desto besser wird Dein Film. 

 

Was haltet Ihr von dieser bahnbrechenden Erkenntnis, und wie haltet Ihr es damit, wenn Ihr die Kamera auf die Welt richtet? 

 

Ring frei zum Diskurs.

 

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Schönes Thema. Ja, Drehbuch ist super, aber da muß man sein Thema haben oder die idee einer Geschichte, die man erzählen will. Beim BrandarisRace der Regatta mit den Plattbodenschiffen war ich vorher schon mal, die Geschichte der Wettfahrt war klar, der Drehort auch, der Ablauf auch: Also: Austragungsort, Mannschaft, Vorbereitung, Start, eigentliche Regatta, Zielort, Siegerehrung, Rückfahrt.

Ist digital, von den Kosten sonst nicht darstellbar.

 

 

 

Schwieriger bei Reisen an unbekannte Orte, Reisebeschreibungen lesen, mit der  (Film-)kamera sammele ich da eher, und aus dem Reiseablauf ergibt sich bestensfalls dann die Filmgeschichte. Kleine Events am Reiseeort sind besonders schön. Sammeln mit der Videokamera ist einfacher, konstante Ergebnisse, keine unterschiedlichen Filmchargen, Unterschiede in der Entwicklung. Macht mir gerade bei einem 16er über Porto ziemliche Probleme. Zukünftig vielleicht auf Negativmaterial drehen und digitalisieren, dann kann man nachbearbeiten.

Wenn es  nicht so richtig passt, wird's holprig. Oder man muss nachdrehen, das geht natürlich nicht immer. Nach Möglichkeit bin ich gern mehrere Tage an einem Ort, erst schauen und strukturieren, dann filmen. Und wenn es nicht passt, das gibt es auch, die Kamera in der Tasche lassen, Fotos machen. Für den Eisenbahnfilm hatte ich 3 Tage Zeit.

 

 

 

 

Edited by jacquestati (see edit history)
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vor 16 Minuten schrieb jacquestati:

Schwieriger bei Reisen an unbekannte Orte

Was ich bei Reisen gerne mache, ist zu versuchen, einen roten Faden zu finden, etwas wiederkehrendes, verbindendes. Das können lustige Schilder sein (in F etwa "Rappel" oder "Sauf Service", in E eine Calle mit Kalle unterm Schild), Spezialitäten genießende Menschen, irgendein stets neu drapiertes Accessoire oder einfach eine Szene oder auch lustige Blende, die sich immer wieder wiederholen lässt. Manchmal vergesse ich sogar das, dann mache ich einen Filmrest mit Slapstick voll, die ich zerteile und als Trenner nehme (Clown Car, Liegestuhl aufbauen, Stolpern, etc). Für derlei  ist meine Tochter immer zu haben. 🙂

 

Für Drehbuch oder gar Skizzen fehlt mir eigentlich immer die Zeit. Mir reicht so ein roter Faden und allzuoft entsteht der spontan oder gar erst halb nachträglich. 

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Ein Film erzählt eine Geschichte, die Szenen stehen nicht ohne Zusammenhang nebeneinander.  Anders als bei Fotos, die wirken isoliert.  Der französische Film kennt das Wort Montage, nicht Schnitt, eine schöne Beschreibung,  die Geschichte wird zusammengebaut.

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vor 52 Minuten schrieb jacquestati:

...Montage, nicht Schnitt, eine schöne Beschreibung,  die Geschichte wird zusammengebaut.

 

...was auch durch einen Schwenk, eine Fahrt oder whatever erfolgen kann. Oder die Bewegung der Akteure/Gegenstände im Raum.

Die Montage der Zusammenhänge entsteht im Kopf des Zuschauers.

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Sehr interessante Ansätze. Danke für Eure Beiträge. Besonders das Storyboard von @mono sowie die Filme von @jacquestati sind super Beispiele. 

Meine Erfahrungen sind eben so, sobald ich mir vorher Gedanken gemacht habe, wie ein Film aussehen soll, desto besser wird er hinterher. Meistens, so ehrlich will ich sein, filme ich auch, was geschieht. Der Film entsteht dann am Betrachter und am Montagegerät (Klebepresse) mit dem Material, was vorliegt. 

Nun ist schon hier klar, dass der Film besser werden kann, wenn das Material schon zielgerichtet gefilmt wird. 

Aber auch mir geht es so, das ich oft die Zeit nicht aufwende, um mich vor dem Projekt ausreichend gedanklich damit auseinanderzusetzen. Schade eigentlich, denn filmen ist mehr, als nur mit einer Kamera herumwedeln. 

Drückt mir die Daumen, dass ich mir die Zeit nehme, um die Projekte zu durchdenken. Dann ist filmen auch nicht mehr so erschreckend teuer, da die Zeit mit dem Thema und nicht nur mit Kamera und Film verbracht wird. 

Das mit dem Drehbuch gilt übrigens auch für Urlaubsfilme. Mein bester Urlaubsfilm entstand mit Drehbuch, allerdings an einem Ort, den wir schon kannten. 

 

Ran an den Stift!

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In meiner Anfangszeit als Amateurfilmer habe ich tatsächlich tagelang an sorgfältig ausgetüftelten Drehbüchern geschrieben. Ich schrieb zunächst eine Rohfassung, die ich dann Stück für Stück (wenn es sein musste mit Zwischenblättern) mit Zusatzszenen ergänzte. Im Anschluss wurde dann alles Leserlich ins reine geschrieben. Und das alles per Hand. Nix Schreibmaschine, geschweige denn PC. Später beschränkte ich mich nur auf ein paar wichtige Notizen, es entstand so eine Art Exposé. Mit meinem ersten Experimentalfilm schrieb ich zum letzten Mal ein richtiges Drehbuch. Und als ich dann komplett auf dieses Genre umschwenkte, gab es weder Drehbücher oder Exposés. Meine Ideen blieben komplett in meinem Kopf und auch die Machart habe ich nicht notiert. Ich sah darin keinen Sinn mehr etwas aufzuschreiben. M. E. entstehen Experimentalfilme oft aus einer spontanen Idee, die man nicht unbedingt schriftlich fixieren muss. Storyboards hielt ich von Anfang an für zu Aufwendig.

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Ich habe gaaanz früher (1979) noch versucht, Drehbücher vorzubereiten.

Das hat dann schnell nachgelassen, bis auf wenige Ausnahmen.

Heute erstelle ich mir für Nicht-Reisefilme einen listenähnlichen Ablaufplan, dessen Detailtiefe je nach Projekt sehr variiert.

Für Reisefilme habe ich eine Checkliste, um bestimmte Dinge/Bilder „einzufangen“, mehr nicht, vielleicht ähnlich Friedemanns Ansatz mit dem roten Faden.

In beiden Fällen nutze ich diese Dinge auch für die Notizen beim Filmen dann.

Diese dürren Hilfsmittel will ich aber nicht mehr missen, ohne die hat oft hinterher etwas gefehlt.

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vor 16 Minuten schrieb Patrick Müller:

Ich würde noch hinzufügen: „Wenn du denkst, der Film sei fertig geschnitten, ist er es nicht. Geh weiter als sonst! Kill your Darlings!“ – Immerwährender Rat meiner Frau. 🙂

Das ist richtig, absolut richtig! Man neigt unterbewußt dazu, mehr drin zu lassen, nach dem Motto „da komm‘ ich nie wieder hin“, „diese Szene war doch toll, nur ein bißchen unscharf/verwackelt/zu dunkel“, „das Material ist teuer, so teuer“ etc.

Aber in 2-10 Jahren (je nach Leidensfähigkeit) schaut man sich das noch mal an, ärgert sich und dann fliegt sie doch raus.

Insofern ist das deutsche Wort „Schnitt“ dann doch manchmal passender als das freundliche französische „Montage“ 😏

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und eins: Hat man ein gutes Drehbuch und guckt schon beim Filmen, dass die Szenenlängen und Einstellungen passen, dann ist der Preis für einen Kodak 100D nicht zu hoch.

Wenn ich denke, was an Inhalt man alles in 3 Minuten rüberbringen kann...

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vor 4 Minuten schrieb Carena48:

Wenn ich denke, was an Inhalt man alles in 3 Minuten rüberbringen kann...

 

So isses. Gutes Drehverhältnis spart Geld.

Was Storyboards betrifft: Man denkt meist an von Storyboard Artists künstlerisch/grafisch anspruchsvoll ausgearbeitete Beispiele - damit sollen oft übergeordnete Stellen (Produzenten, Filmförderung etc.) überzeugt werden.

Für den Hausgebrauch reichen gaaanz einfache Skizzen. Ich hab das ein paarmal auf nummerierten Karteikarten so gemacht. Wenn man nicht chronologisch dreht, kann man die z.B. nach Locations sortieren.

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vor 3 Stunden schrieb Helge:

Insofern ist das deutsche Wort „Schnitt“ dann doch manchmal passender als das freundliche französische „Montage“ 😏

 

Entspann Dich, versuch's mal mit einem Lächeln und französischem Charme, und wenn das nicht reicht, dann mit einem feinen Bordeaux oder Burgunder!  Das hilft...!🎬

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