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Warum sind solch tolle Events denn immer nur in weit entfernten Großstädten zu erleben und nicht auch mal im gemütlichen Saarland??? Die Kongresshalle in Saarbrücken wäre eine tolle Lokation dafür. Menno... Wo ich doch Experimentalfilme und sowas liebe 😞😪

Bearbeitet von Der rosarote Panther (Änderungen anzeigen)
  • Face with tears of joy 2
Geschrieben
vor 15 Stunden schrieb Der rosarote Panther:

Warum sind solch tolle Events denn immer nur in weit entfernten Großstädten zu erleben und nicht auch mal im gemütlichen Saarland??? Die Kongresshalle in Saarbrücken wäre eine tolle Lokation dafür. Menno... Wo ich doch Experimentalfilme und sowas liebe 😞😪

Wie mit der europäischen Kamerabörse. Warum ist die nicht in Lindau oder Memmingen? Wir sind halt in der Provinz. Das war früher noch schlimmer, heute haben wir Internet. Für unser Spezialhobby gibt es auf dem Land und in der Kleinstadt keinen Markt....

  • Sad 1
Geschrieben

Kurze Rückmeldung zu Freitag, dem Eröffnungsabend: ein echt gelungener Auftakt! Labor Berlin hat da "mal eben" ein dreitägiges Film-"Festival" aus dem Boden gestampft mit, wenn ich das richtig sehe, Filmen aus ausschließlich "eigener Produktion". Sowas geht (zumindest in Deutschland!) wirklich nur Berlin. Zum Dank gab's volles Haus. Hut ab!

 

Die Liste der gezeigten Filme ist öffentlich einsehbar, stößt hier im Forum aber sicher auf kein Interesse, daher nur Verweis darauf am Rande. Ansonsten war alles dabei von "normaler" Projektion bishin zu Installationen, Performance und Live-Musik. Eine gelungene Mischung! Projektionstechisch gab es Halogen, Xenon und, neu, wir wissen es, 800W LED. Im Vergleich zu dieser LED ging dann selbst dem 300W Xenon Eiki die Luft aus. Alles andere wäre auch verwunderlich.

 

Wie zu jedem neuen Produkt gab es dann auch zum Projektor einen (amüsanten) Werbefilm inkl. Found Footage Schnipseln, Explosionen und schließlich Brandlöchern live gebrannt in den Film. Ja, auch das geht mit LED. Freilich bekommt der Heimprojektionist jetzt Schnappatmung, und das ist absolut verständlich, aber wir sind hier im Labor-Bereich unterwegs. Sollten Brandlöcher mal nerven, zieht man eben eine neue Kopie der betreffenden Szene. Kosten und Aufwand sind überschaubar, die nötigen Kenntnisse und Gerätschaften vorhanden.

 

Doof an der LED: das Licht ist genauso kalt wie das von Xenon. Ich mag (viel) Licht und finde persönlich Xenon/HID für schwarz-weiß recht gut, aber werde für Farbe damit nicht – hüstel – "warm". Da erwarte ich von Schmalfilm andere Farben, aber das ist natürlich mein Problem! 🤷‍♂️

 

Anpassen kann man die Lichtfarbe der LED leider (noch) nicht bzw. nur in äußerst geringem Maße, wenn man den Hersteller darum bittet. Hier sei angemerkt, dass der Hersteller, Getian, wohl eher ein kleiner zu sein scheint und auf Kundenwünsche durchaus eingeht. Allerdings ist Getian nicht Cree. Wie ich das verstanden habe ist damit die eingesetzte LED zwar "günstig" (m die 120€ bei aber deutlich längerer Leuchtzeit als Xenon), der CRI aber "nur" bei 70% und die Effizienz weit geringer als bei Cree. Das ist sicher mit eine Erklärung für die "nötigen" 800W. Auf eine leistungssarke RGB LED, um die Lichtfarbe zu ändern, müssen wir leider noch warten, die bieten beide Hersteller nicht an.

 

Und die Vorteile? Abgesehen von der gigantischen Helligkeit wie von einer derart starken LED zu erwarten – natürlich wird das Licht gebündelt durch eine Kondensorlinse auf eine Fläche dezent größer als das 16mm Bild – sind die damit einhergehenden Möglichkeiten gigantisch! Der Projektor läuft von 0 bis >24 BpS. Das können manche wenige andere Projektoren auch. Darüber hinaus lässt sich aber nicht nur die Frequenz der LED anpassen, sondern auch noch die Leuchtzeit. Wir haben es hier also mit einer Art variabler Sektorenblende mit variabler Flügelzahl zu tun. Spätestens jetzt sollte man merken, wieso man hier auf klassische Sektorenblende verzichtet hat. Auch kann man einstellen, ob a- oder synchron zur Bildfrequenz "geblitzt" werden soll. Damit lässt sich dann sogar der Filmtransport auf die Leinwand bringen.

 

Und sonst? Der "schlechte" CRI ist in der Projektion übrigens nicht zu merken. Die Farben leuchten herrlich, wenn auch wie erwähnt im kühlen Spektrum. Der Ton läuft über alle Bildraten synchron, blendet, sobald zu langsam, aus und ab einer gewissen Geschwindigkeit wieder ein. Gefüttert wird das Tonteil mit SD-Karte. Erweiterete Funktionalität soll über Handybedienung möglich sein, sofern man das wirklich will.

 

Also alles in allem ein mehr als spannendes Projekt, das zeigt, wohin die Reise geht – oder wenigstens gehen könnte. Eine genaue und vor allem aktuelle Dokumentation soll es "in Kürze" auf der Website geben. Ein halbes Jährchen sollten wir ihnen dafür aber sicher noch an Zeit einräumen 😉 

  • Thumsbup 4
  • 6 Monate später...
Geschrieben

Hallihallo,

 

ich hab diesen Threat gerade erste entdeckt! Danke @filma für die ausführliche Zusammenfassung, da ich selbst an dem Projekt beteiligt bin, kann ich fast alle geschilderten Details bestätigen. Nur ein paar kleine Zusatzinfos und Korrekturen:

 

• Die Lichtfarbe der LED kann man bei der Bestellung auswählen. Man kann also tatsächlich auch wärmeres Licht einbauen.

  LEDs mit variablen Lichtfarben wären zwar auch toll, die sind aber momentan noch nicht stark genug...

• Aus Kostengründen haben wir uns bei unserem Prototypen zunächst für Getian-LEDs entschieden. Die Firma ist sehr kundenfreundlich und hilfsbereit.

  Beim CRI 70 waren wir selbst skeptisch, aber die Farbdarstellung auf der Leinwand lässt unserer Meinung nach keine Wünsche offen.

  Wir vermuten, dass sich dies bei der Projektion sehr viel weniger auswirkt als beim Scan, weil man natürlich für die Farbkorrektur die volle Farbtiefe haben will.

  Ausserdem starrt man beim Scan viel öfter auf ein Standbild, dadurch fallen Defizite viel leichter auf.

  In der Projektion dagegen wird ja nichts korrigiert, die Farben bleiben einfach, wie sie sind...

• Eine offene Frage besteht noch bei der Kondensor-Linse. Die haben wir ausgewählt aus einem großen Haufen ausgeschlachteter Linsen.

  Offensichtlich hatten wir wirklich Glück, denn im Direktvergleich mit einem Eiki EX-2000 N2 mit 350W Xenon und 1,3 / 35-65mm Zoom

  war das LED-Bild nicht nur heller, sondern auch sehr viel weniger grünlich (!!!) und schärfer obendrein!

  Natürlich wollten wir das zunächst nicht glauben, aber auch nach Austausch der Objektive war der LED-Projektor der schärfere...

  Jedenfalls müssen wir noch herausfinden, wo man genau so einen Kondensor herbekommen kann, wenn man das Ganze nachbauen will...

• Es gibt einen Safe- und einen Risk-Modus (einzustellen über den original Eiki Hauptschalter)

  Wie der Name schon sagt, kann man im Safe–Modus runtergehen bis zu Standbild, ohne den Film zu beschädigen, denn die LED wird hier gedimmt.

  Im Risk–Modus allerdings kann es gut sein, dass man den Film im Standbildmodus verbrennt...

• Vario-FPS von 0 – 33 FPS. Man kann aus jeder Geschwindigkeit heraus per Knopfdruck sofort auf genau 18 oder 24 FPS umschalten.

  Die Motorgeschwindigkeit ist elektronisch kontrolliert und sehr genau – wir gehen davon aus, dass man flickerfrei auf Video abfilmen kann.

• Wir arbeiten noch am Lichtton mit LED, das funktioniert noch nicht.

• Digitalsound geht per SD Karte: WAV file mit 16bit /44.1 KHz (CD-Standart). Man kann per Knopfdruck einen In-Punkt für den eingelegten Film speichern,

  dann bleibt der Ton synchron.

• Fernbedienung über Handy ist NICHT geplant

• Geplant ist noch eine Sync-Funktion, mit der man mehrere Projektoren koppeln und synchron laufen lassen kann.

   Das eröffnet neue Möglichkeiten für Installationen, Loops und Stereoskopie.

 

Für Präsentationszwecke haben wir einen Werbefilm ÜBER den Projektor und FÜR den Projektor gedreht (mit Bolex H16 SBM).

Dies erlaubt uns, vor Publikum die Funktionen auf der Leinwand live to demonstrieren.

Der Film ist stumm, ein Text wird live in der Präsentation vorgelesen.

 

 

Alle weiteren Infos findet Ihr auch in unserem Wiki:

https://www.filmlabs.org/wiki/en/meetings_projects/spectral/laborberlin16mmprojector/start

 

Wie geht's weiter: Wir wollen dieses Jahr alle verbleibenden Features einbauen und Bug-Testen.

Danach bauen wir mehrere Repliken (einen für jeden Projektbeteiligten) – und dabei werden wir parallel eine detaillierte Step-by-Step Dokumentation erstellen, die im Anschluss als Open Source Projekt veröffentlicht wird. Natürlich kann das dann jeder in Teilen oder komplett nachbauen und verbessern. Über konstruktives Feedback freuen wir uns immer!

 

Schönen Abend!

Bernd

  • Like 2

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