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Empfohlene BeitrÀge

Geschrieben

Hallo,

 

ich bin ja seit einiger Zeit unterwegs, um Zelluloid fĂŒr diverse Abtastungen zu finden und zu sichten. Jetzt habe ich eine Kopie aus Ende 70er entdeckt mit der Aufschrift auf den Aktkartons "Highway Racer / 0-Kopie / STAND."

Kann mir jemand erklÀren, was es mit der Kopie Nr. 0 auf sich hat - eine Arbeitskopie? Schwarzweiss ist sie nicht.

 

EDIT: Kopienlaufkarten sind keine vorhanden.

 

Danke - TG

Geschrieben

Hallo.

Also ich bin absolut nicht sicher aber ich meine ich hĂ€tte mal gelesen das eine 0 Kopie die erste Kopie von vielen ist bei der geprĂŒft wird ob Bildstand und Farben etc. stimmt.

Wie gesagt: Ohne GewÀhr.

 

GrĂŒĂŸe

Geschrieben

Guten Tag !

Bei der Filmherstellung werden nach Abschluss der

Schnittarbeiten die Kopierparameter vom Negativ ermittelt.

Das ist eine szenenweise Lichtbestimmung. Danach

Probekopierung und Positiventwicklung. Auswertung der

Kopierergebnisse bis das Endergebnis eine sogenannte

NULLKOPIE ist die dann nach Besichtigung durch den

Auftraggeber zur Massenkopierung fĂŒhrt.

Viele Zwischenschritte werden heute elektronisch erfasst,

sodass der Weg zur Nullkopie kĂŒrzer ist.

Die Nullkopie ist dann eine Referenz fĂŒr die Massenkopien.

Gruß Araldo

Geschrieben
Bei der Filmherstellung werden nach Abschluss der

Schnittarbeiten die Kopierparameter vom Negativ ermittelt.

Das ist eine szenenweise Lichtbestimmung. Danach

Probekopierung und Positiventwicklung. Auswertung der

Kopierergebnisse bis das Endergebnis eine sogenannte

NULLKOPIE ist die dann nach Besichtigung durch den

Auftraggeber zur Massenkopierung fĂŒhrt.

Viele Zwischenschritte werden heute elektronisch erfasst,

sodass der Weg zur Nullkopie kĂŒrzer ist.

Die Nullkopie ist dann eine Referenz fĂŒr die Massenkopien.

DANKE fĂŒr Eure Infos!
Geschrieben

Ist so nicht richtig -

 

- die erste Kopie vom fertig geschnittenen Negativ ist die Nullkopie. Der Lichtbestimmer hat Helligkeit und Farbfilterung zwischen Einstellungen und Szenen bereits nach bestem Vermögen angeglichen.

 

Anhand dieser Nullkopie (Projektion) können Kameramann, Lichtbestimmer und ggf. Regisseur festlegen, wie die endgĂŒltige Licht/Farbbestimmung aussehen soll.

 

Die nĂ€chsten "Test"-Kopien bezeichnet man als Korrekturkopien, die Anzahl bis zur endgĂŒltigen Abstimmung hĂ€ngt von QualitĂ€tsanspruch der Auftraggeber und BefĂ€higung der Lichtbestimmer ab.

 

Steht die Lichtbestimmung, so kann man mit der Herstellung der Serienkopien (VorfĂŒhr- oder Theaterkopien) beginnen, die dann mit der festgelegten Filterung gezogen werden.

 

Das gilt natĂŒrlich nur fĂŒr Kopierung vom Kameranegativ, in der Praxis wird ein Zwischenpositiv/Zwischennegativ hergestellt, das die o.a. Filterungen bereits enthĂ€lt. So kann die gewĂŒnschte Kopienauflage ohne Gefahr fĂŒr das Original mit seinen vielen Naßklebestellen und mit einheitlichem Kopierlicht produziert werden.

 

Kopierung vom Originalnegativ war bis in die sechziger Jahre durchaus ĂŒblich, fĂŒr kleine Produktionen mit geringer Kopienauflage auch noch lĂ€nger. Daher hat so mancher "Bahnhofskinofilm", wenn er halbwegs korrekt fotografiert wurde, dank Originalkopierung und damaliger Schrittkopiermaschinen eine erstaunliche SchĂ€rfe und Feinkörnigkeit.

 

Heute ist natĂŒrlich alles viel besser, schöner und kreativer, NĂ€heres dazu in den tĂ€glichen Werbeeinschaltungen im Unterforum fĂŒr Digitalisierung. ;)

 

 

Fußnote:

Licht- und Farbbestimmung ist keine rein technische Arbeit, sondern erfordert Einsicht in kreative Absichten und Prozesse und ein gutes Farbsehen. Das gilt ĂŒbrigens auch fĂŒr Coloristen in der Filmabtastung und Postproduktion - die ĂŒbelsten Bilder entstehen i.d.R. durch schlechten Geschmack und/oder Inkompetenz von Regisseuren, Produzenten und Kameraleuten (in dieser Reihenfolge).

Geschrieben

So um die 20 Kopien hat man vom Originalkameranegativ gezogen, bei mehr machte man dann erstmal eine Masterkopie usw..

Jens

Geschrieben
Fußnote:

Licht- und Farbbestimmung ist keine rein technische Arbeit, sondern erfordert Einsicht in kreative Absichten und Prozesse und ein gutes Farbsehen. Das gilt ĂŒbrigens auch fĂŒr Coloristen in der Filmabtastung und Postproduktion - die ĂŒbelsten Bilder entstehen i.d.R. durch schlechten Geschmack und/oder Inkompetenz von Regisseuren, Produzenten und Kameraleuten (in dieser Reihenfolge).

und letztere stehen dann immer mal im festival-bwr und meckern.

sehr spannend auch filme mit eigentlich gutem bild, aber dann einem unlesbaren abspann (unscharf, auch durch nachziehen nicht korrigierbar;

und/oder "verwackelt"), da kommt dann: "beim mir aufm monitor war er aber lesbar".

und natĂŒrlich mindestens 5min lang.

Geschrieben

@jensg schrieb

So um die 20 Kopien hat man vom Originalkameranegativ gezogen, bei mehr machte man dann erstmal eine Masterkopie usw..

Jens

 

Kommt darauf an, von welchem Zeitraum und Land wir sprechen.

 

In den USA wurden gewaltige Kopierauflagen vom Kameranegativ gezogen, weshalb die Negative dann auch entsprechend aussahen. Beispiele:

 

REAR WINDOW (Das Fenster zum Hof)

389 KopierdurchlÀufe

 

http://cool-palimpsest.stanford.edu/byform/mailing-lists/amia-l/2000/01/msg00062.html

 

LAWRENCE OF ARABIA (Lawrence von Arabien)

ĂŒber 200 DurchlĂ€ufe (mit Schrittkopierung durch Autoselect Printing)

 

Manche Negative bestehen aus großen Teilen Dupmaterial, weil beschĂ€digte Passagen durch Dupnegativ mit entsprechend schlechterer BildgĂŒte ersetzt wurden, ich glaube GIANT (Giganten) und SEVEN BRIDES FOR SEVEN BROTHERS (Eine Braut fĂŒr 7 BrĂŒder) aus den 1950ern wĂ€ren zwei prominente Beispiele.

 

Nahezu alle Large-Format-Titel wurden vom Kameranegativ kontaktkopiert oder - siehe Technirama - Bild fĂŒr Bild optisch vom Original auf das Farbpositivmaterial (VorfĂŒhrkopie) umkopiert.

 

Im Bonusmaterial zu JACK THE RIPPER (R: Jess Franco) erwĂ€hnt der Produzent Erwin C. Dietrich, daß das Originalnegativ durch verschiedene LĂ€nder gereicht wurde, wobei die Lizenznehmer die Serienkopien von einem Kopierwerk ihrer Wahl anfertigen ließen. Man kann sich vorstellen, wie das Negativ ausgesehen haben muß, nachdem jedes Kopierwerk seine eigenen Markierungen und Gebrauchsspuren hinterlassen hatte...

 

Heute wĂŒrde das keiner mehr machen, aber fĂŒr viele Jahrzehnte - vor EinfĂŒhrung wirklich guter Dupmaterialien - war Kopierung vom O-Negativ neben dem Technicolor-Druckprozeß die einzige Methode, optimale QualitĂ€t ins Kino zu bekommen.

Geschrieben
Im Bonusmaterial zu JACK THE RIPPER (R: Jess Franco) erwĂ€hnt der Produzent Erwin C. Dietrich, daß das Originalnegativ durch verschiedene LĂ€nder gereicht wurde, wobei die Lizenznehmer die Serienkopien von einem Kopierwerk ihrer Wahl anfertigen ließen. Man kann sich vorstellen, wie das Negativ ausgesehen haben muß, nachdem jedes Kopierwerk seine eigenen Markierungen und Gebrauchsspuren hinterlassen hatte...

Und wenn das geschnittene Originalkameranegativ unterwegs verloren ging, gab es den Titel dann nicht mehr oder was? Da wurde dann der Lichtausgleich und die Farbkorrektur inclusive Über- und Abblendung jedesmal fĂŒr jede einzelen Kinokopie gefahren? Kann ich nicht glauben macht keinen Sinn. Die meisten Kopien wurden wohl vom Dupnegativ kopiert.

Geschrieben

Was ich mich frage: Nen Kameranegativ muß doch 200 DurchlĂ€ufe bei sachgemĂ€ĂŸer und fachgerechter Behandlung durch ne Kopiermaschine problemlos durchhalten? Ne Kopiermaschine ist doch - so denke ich - viel schonender, als ein Filmprojektor. Das einzige Problem wird die zunehmenden Verregnung des Negativs sein, dem man aber doch bestimmt mit Ă€hnlichen Mitteln, wie heute Filmguard, beikommen konnte.

 

Was sacht unser lieber Cinerama dazu?

 

Liebe GrĂŒĂŸe

Martin

Geschrieben
Im Bonusmaterial zu JACK THE RIPPER (R: Jess Franco) erwĂ€hnt der Produzent Erwin C. Dietrich, daß das Originalnegativ durch verschiedene LĂ€nder gereicht wurde, wobei die Lizenznehmer die Serienkopien von einem Kopierwerk ihrer Wahl anfertigen ließen. Man kann sich vorstellen, wie das Negativ ausgesehen haben muß, nachdem jedes Kopierwerk seine eigenen Markierungen und Gebrauchsspuren hinterlassen hatte...

Und wenn das geschnittene Originalkameranegativ unterwegs verloren ging, gab es den Titel dann nicht mehr oder was? Da wurde dann der Lichtausgleich und die Farbkorrektur inclusive Über- und Abblendung jedesmal fĂŒr jede einzelen Kinokopie gefahren? Kann ich nicht glauben macht keinen Sinn. Die meisten Kopien wurden wohl vom Dupnegativ kopiert.

 

auch wenn es paradox klingt, bei Low Budget Produktionen mit geringer Kopienzahl war das wohl eine eingefĂŒhrte Praxis, das Geld fĂŒr Interpositive oder Internegative war einfach zu viel.

Und dann war eben Schluß, wenn das Negativ nicht mehr kopierbar war.

 

Kann man auch gerne bei entsprechenden C Titeln in BRD Fassungen sehen: Ausgezeichnete SchÀrfe des O-Negatives, aber einkopierte Verregnungen.

 

 

Stefan

Geschrieben

Mal dazwischen gefragt: Könnte das Kopieren vom Originalnegativ auch der Grund fĂŒr die QualitĂ€t Ă€lterer tĂŒrkischer Filme sein? Die Kratzer und Laufstreifen sehen hĂ€ufig aus, als ob diese vom Negativ kommen.

Geschrieben

Höchstwarscheinlich: der Unterschied zum Dup ist bis Anfang der 1990er Jahre immer positiv erkennbar.

(Aber in der TĂŒrkei wird heute kaum noch kopiert, leider.)

 

Originalkopierungen beschÀdigen nicht zwangslÀufig die Negativ, kommt auf den Zeitraum und das Kopierwerk drauf an.

In der Alt-BRD in den 1950er und 60er Jahre war das die ĂŒberwiegende Praxis.

GefĂ€hrdung besteht wegen der Kerbenschaltung alter Negative. Mit Übergang zur Folien und spĂ€ter zur FCC RGB-Steuerung auf Durchlaufprintern eigentlich keine Gefahr fĂŒr Negative.

 

Bei 70mm gehörte es zum Perfektionsanspruch des Show-Prozesses. Als spĂ€ter in diesem Format fehlerhaft produzerte Dups eingesetzt wurden (FAR AND AWAY und viele IMAX-Titel), sank auch die BildgĂŒte dramatisch.

 

Heute wĂŒrde das keiner mehr machen, aber fĂŒr viele Jahrzehnte - vor EinfĂŒhrung wirklich guter Dupmaterialien - war Kopierung vom O-Negativ neben dem Technicolor-Druckprozeß die einzige Methode, optimale QualitĂ€t ins Kino zu bekommen.

Weil das D.I. so billig geworden ist.

 

Ansonsten: OCN-Kopierung jederzeit machbar und auch empfehlenswert. Negativ wird ja gewachen, daher auch keine Verregnungen zu erwarten (ansonsten Nasskopierung - existiert alles noch in aller Herrlichkeit und ganz ohne "Migration" ). :wink:

Geschrieben
TomCat hat folgendes geschrieben:

Mal dazwischen gefragt: Könnte das Kopieren vom Originalnegativ auch der Grund fĂŒr die QualitĂ€t Ă€lterer tĂŒrkischer Filme sein? Die Kratzer und Laufstreifen sehen hĂ€ufig aus, als ob diese vom Negativ kommen.

Kann sein, ich denke aber eher, das dann die Abtastung fĂŒr die Maz von einer alten VorfĂŒhrkopie erfolgte. Ist in solchen LĂ€ndern nicht ungewöhnlich. Daher die vielen Laufstreifen. Findet man aber nicht nur bei tĂŒrkischen Filmen, das von VorfĂŒhrkopie abgetastet wurde und das dann so im TV ausgestrahlt wird. Meistens fehlte dann einfach das Kameranegativ/Zwischenpositiv/Internegativ/ zum Abtasten - oder diese Quellen waren nicht mehr mit vertretbarem Aufwand restaurierbar.

 

Auch wenns ĂŒberraschend klingt, aber die meisten Filme haben ĂŒberhaupt kein Kameranegativ/Zwischenpositiv/Internegativ/ mehr bzw. keines mehr, das ohne unverhĂ€ltnismĂ€ĂŸig teure Restauration verwendungsfĂ€hig ist. Bei sehr vielen Filmen geht schon nach 10, 20 Jahren das Interesse der Rechteinhaber an diesen Quellen gegen Null, und irgendwann weiß dann keiner mehr, in welcher feuchten Kellerecke man das damals gelagert hatte. Und wenn man es dann doch noch findet, ist der Zustand durch LagerschĂ€den (ja, auch schon nach 20 Jahren) oft katastrophal. Das rĂ€cht sich jetzt langsam, weil man bei vielen Filmen keine HD-fĂ€higen analogen Quellen mehr findet, daher dann auch keine Blueray davon anfertigen kann (jedenfalls keine, die ihren Namen verdient).

Wie auch immer, der Mangel an hochwertigen analogen Quellen ist der Grund, warum im TV so viele qualitativ schlechten Spielfilmausstrahlungen erfolgen, die eindeutig erkennbar (Laufstreifen, Stumpfklebestellen, Umrollverregnung) von Abtastungen von alten VorfĂŒhrkopien erfolgten.

Soviel zum Thema: Analoges Filmmaterial hĂ€lt ewig. In der Praxis bleibt davon leider nicht viel ĂŒbrig.

Geschrieben

Unzutreffend, zumindest bei den allermeisten grösseren Produktionen der westlichen SphÀre.

Die miesen TV-Versionen haben andere Ursachen. Neuere DVDs und Abtastungen stellen den guten Zustand der Urprungsmaterialien erstaunlich unter ins Rampenlicht.

Tausendfach beweisbar.

Geschrieben

Bei den Kirch-Sendern war es, vermute ich, einfacher, eine Kopie aus dem Lager zu holen und abzutasten als eine MAZ von ARD oder ZDF zu besorgen. Die Columbo-Folgen der Öffentlichen waren zumindestens ohne Dreck, Überblendzeichen und Laufstreifen zu sehen.

Jens

Geschrieben
Bei den Kirch-Sendern war es, vermute ich, einfacher, eine Kopie aus dem Lager zu holen und abzutasten als eine MAZ von ARD oder ZDF zu besorgen.

Ja stimmt, aber das berĂŒhrt vielleicht ein anderes Thema, nĂ€mlich das eifersĂŒchtige Beharren auf den eigenen Filmrechten. Da schenkt keiner nicht nur dem anderen etwas, da werden oft auch Forderungen gestellt, die möglicherweise nicht wirtschaftlich sinnvoll erfĂŒllbar sind. Ich erinnere an den vielleicht bekanntesten Fall, die Serie Magnum, die von RTL komplett neu synchronisiert wurde, weil es zu schwierig (oder unmöglich) war, von der ARD die Rechte an der ARD-Synchronisation zu bekommen.

 

Im Übrigen, bei Columbo war die zeitliche Spanne zwischen deutscher Erstausstrahlung und Kirch-Verwertung ja ziemlich erheblich. Eine vielleicht 20 Jahre alte analoge Maz kannste aber vergessen, unscharf, matschig, flau. So etwas wird Nachts um 3 bei Billig-TV-Sendern ausgestrahlt, zu mehr ist das nicht mehr gut. Dann muss man sich eben, wenn man minimale Ausstrahlungs-QualitĂ€t im Sinn hat, anderso eine Bild-Quelle besorgen.

Geschrieben
Bei den Kirch-Sendern war es, vermute ich, einfacher, eine Kopie aus dem Lager zu holen und abzutasten als eine MAZ von ARD oder ZDF zu besorgen. Die Columbo-Folgen der Öffentlichen waren zumindestens ohne Dreck, Überblendzeichen und Laufstreifen zu sehen.

Jens

So zigtausendfach im KABEL1 ("Die besten Filme der Welt"). Die Lizenzen halt bis zur Neige ausgekostet.

 

Typischer Fall tÀglicher Verderbung der Sinne:

 

man diskreditiert zum einen das Filmwerk durch's Abscheiden (Format und LĂ€nge), und dann ein weiteres die analoge Filmtechnik (neuzeitliches Resumee bei vor allem jĂŒngeren Leuten: "war schon immer so dreckig und taugte noch nie was".)

 

Anderseits gibt es bei Foto Kem Neukopierungen auf 70mm vom OCN, dagegen ist selbst die FarbgĂŒte der alten Kirch-Mazzen exquisit.

 

Sehr weites Feld. 8)

Geschrieben
Was ich mich frage: Nen Kameranegativ muß doch 200 DurchlĂ€ufe bei sachgemĂ€ĂŸer und fachgerechter Behandlung durch ne Kopiermaschine problemlos durchhalten? Ne Kopiermaschine ist doch - so denke ich - viel schonender, als ein Filmprojektor. Das einzige Problem wird die zunehmenden Verregnung des Negativs sein, dem man aber doch bestimmt mit Ă€hnlichen Mitteln, wie heute Filmguard, beikommen konnte.

 

Was sacht unser lieber Cinerama dazu?

 

Liebe GrĂŒĂŸe

Martin

Wie du sagst, bei sachgemĂ€ĂŸer und fachgerechter Behandlung sind Hunderte AbzĂŒge möglich. Die Wirklichkeit sieht so aus, daß bei vielen Kopierwerken praktisch Leute von der Straße angestellt werden, „hier, mach' mal“, die dann Kerne und Rohfilm auflegen und auf Startknopf drĂŒcken. Filmschonung ist außer Diskussion bei Kopiergeschwindkeiten bis 2000 Fuß pro Minute.

 

Es sind nicht alle so amerikanisiert. Wie immer wieder festgestellt wird, machen Arri und andere brauchbare Kopien bei 180 oder 200 Fuß die Minute. Wir reden immer von kontinuierlich belichteten Positiven (Zahnkranz- oder „Schlitz“kopien) im Format 35.

Geschrieben

@filmempire:

Und wenn das geschnittene Originalkameranegativ unterwegs verloren ging, gab es den Titel dann nicht mehr oder was? Da wurde dann der Lichtausgleich und die Farbkorrektur inclusive Über- und Abblendung jedesmal fĂŒr jede einzelen Kinokopie gefahren? Kann ich nicht glauben macht keinen Sinn. Die meisten Kopien wurden wohl vom Dupnegativ kopiert.

 

Nun ja, wir sprechen von einem Jess-Franco-Film aus dem Jahr 1976, ich glaube nicht, daß Herr Dietrich damals ahnte, daß das Negativ noch mal fĂŒr Home-Cinema-Medien gebraucht werden wĂŒrde...

 

Außerdem wurde damals ja noch langsamer kopiert, so daß man im Schadensfall durch Dupnegativ ersetzen konnte (sofern wenigstens ein Interpositiv existierte). Manchmal wurde wohl auch einfach herausgeschnitten - ich erinnere mich da an Italo-Komödien der untersten Preisklasse, bei denen in der (klebestellenfreien) VorfĂŒhrkopie enorme BildsprĂŒnge, mitunter fehlende Dialogpassagen vorkamen. Dem Bildsprung gingen dann mitkopierte AbdrĂŒcke von TransportzĂ€hnen voraus, dann war Schluß.

 

Bei einigen - sagen wir: Genrefilm-Verleihern kam es sogar vor, daß sie bei Ankauf auslĂ€ndischer Filme sogar die Leihmiete fĂŒr ein Bild-Dup sparten und stattdessen von einer VorfĂŒhrkopie ein Internegativ machten, von dem dann die VorfĂŒhrkopien entstanden.

 

Wie @cinerama bereits ausfĂŒhrte, waren frĂŒher verschiedene Kerben und Stanzungen notwendig, um die Lichtschaltungen der Kopiermaschine auszulösen. Wenn ein Negativ eine Reihe von Kopierwerken durchlief, die unterschiedliche Verfahren benutzten, fĂŒhrte das u.U. zu einer Reihe von mechanischen "Sollbruchstellen".

 

Und wenn fĂŒr "Bahnhofskino"-Titel dann noch das jeweils billigste Labor den Zuschlag bekam...dann kann man nur staunen, was sich aus dem Filmmaterial nach Jahrzehnten mechanischer Mißhandlung und unsachgemĂ€ĂŸer Lagerung noch herausholen lĂ€ĂŸt.

 

 

"Man faßt es nicht!"

(Hansi Kraus, Die LĂŒmmel von der letzten Bank)

Geschrieben

Ich erinnere an den vielleicht bekanntesten Fall, die Serie Magnum, die von RTL komplett neu synchronisiert wurde, weil es zu schwierig (oder unmöglich) war, von der ARD die Rechte an der ARD-Synchronisation zu bekommen.

 

RTL hĂ€tte die Syncho sicher bekommen, aber RTL wollte "Magnum" vollstĂ€ndig zeigen. DafĂŒr wahr die ARD Syncho aber nicht zu gebrauchen, da von der ARD:

1. nicht alle Folgen synchronisiert wurden,

2. alle synchronisierten Folgen gekĂŒrzt wurden, &

3. Textstellen mit Vietnamkriegsbezug falsch Übersetzt wurden.

Geschrieben
Wie @cinerama bereits ausfĂŒhrte, waren frĂŒher verschiedene Kerben und Stanzungen notwendig, um die Lichtschaltungen der Kopiermaschine auszulösen.

Das ist zum GlĂŒck vorbei. Ich kenne kein Kopierwerk, wo man noch mit Schaltkerben arbeitet. Das gelĂ€ufige System funktioniert mit einem ZĂ€hler, der mit den Einzelbildern mithĂ€lt. Programmierte Bildzahlen werden erkannt und ebenfalls programmierte Werte fĂŒr Rot, GrĂŒn und Blau ĂŒbertragen. Die MĂŒhe, KerbenabstĂ€nde in ZĂ€hlerstĂ€nde zu ĂŒbertragen, lohnt sich. Mit dem System MEMOCHROME zum Beispiel kann man individuelle RGB-Werte fĂŒr 32'000 Bilder, also einen Akt, speichern. Dabei gibt es 50 Stufen pro Lichtfarbe.

Geschrieben
moses hat folgendes geschrieben:

RTL hĂ€tte die Syncho sicher bekommen, aber RTL wollte "Magnum" vollstĂ€ndig zeigen. DafĂŒr wahr die ARD Syncho aber nicht zu gebrauchen, da von der ARD


Mag sein das du Recht hast, allerdings ist mein Wissensstand ein anderer: RTL hat sich nach Erwerb der Ausstrahlungsrechte durchaus um die Rechte der ARD-Synchronisation bemĂŒht, aber weder fĂŒr Geld noch fĂŒr gute Worte von der ARD bekommen. Grund war offenbar, dass man einen Konkurrenten das Leben nicht zu leicht machen wollte. Interessante Art, GEZ-GebĂŒhren zu verschwenden. Dann hat RTL aus der Not eine Tugend gemacht und, da sie schon mal dabei waren, die Serie eben komplett und nĂ€her am Original synchronisiert.

 

moses hat folgendes geschrieben:


.nicht alle Folgen synchronisiert wurden,

alle synchronisierten Folgen gekĂŒrzt wurden, &

Textstellen mit Vietnamkriegsbezug falsch Übersetzt wurden.

 

Ja, das hat RTL dann bei ihrer Synchro korrigiert, aber sicherlich bloß, um damit Werbe-TamTam zu machen, was ihnen auch erfolgreich gelungen ist. Gelohnt hats auf jeden Fall, bei den damaligen Werbe-Minutenpreise haben wohl ein oder zwei Folgen gereicht, um die komplette Neusynchronisierung zu zahlen. Und danach fing der Profit an, aber richtig.

RTL als uneigennĂŒtziger Vorreiter fĂŒr die historische (Serien)-Wahrheit, das fĂ€llt mir schwer zu glauben. Das ist und war denen doch alles vollkommen gleich. Die hĂ€tten Tom Selleck auch wie Daisy Duck synchronisiert, wenns dem Publikum gefallen hĂ€tte.

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