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magentacine

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Alle erstellten Inhalte von magentacine

  1. Das Problem mit Ferngläsern scheint darin zu liegen, daß sie gern Beinchen bekommen und aus BWR verschwinden. Mir sagte mal ein engagierter Vorführer, daß er dieses genial kleine Gerät benutze, welches er in der Hemd- oder Jackentasche tragen könne: http://www.monocular.info/minox_t8.htm Erfunden übrigens vom Schöpfer der Minox-Spionkamera (8x11mm-Format), ein sehr hochwertiges optisches gerät. Ob es von der Lichtstärke zum Schärfeeinstellen vollauf genügt, weiß ich nicht, hatte aber vor Jahren mal eines in der Hand und war begeistert davon.
  2. Ich hätte noch einen Vorschlag - angelehnt an dem Roman SCHÖNE NEUE WELT: Alle Kinos werden zwangsweise auf Dolby EX umgestellt, und über den Rückkanal läuft dann während des ganzen Films eine hypnotische Flüsterstimme, die dem Zuschauer Suggestionen eingibt: "Rauuuuuubkopiiieren macht impotent....DVD-Rippen erzeugt Haarausfall..." Endlich mal ein vernünftiger Anwendungfall für das EX-Tonformat! :D
  3. Autofokus hilft leider auch nichts, wenn der Vorführer einen Fingerabdruck auf der Rücklinse hinterlassen hat oder in der Filmbahn etwas faul ist - wäre für manche Leute eher noch eine Entschuldigung, eventuellen Reklamationen nicht mehr nachzugehen... :(
  4. 1. Kinos, die keine 70-mm-Projektion besitzen, haben i.d.R. auch keine programmierte Kaschierung für 1:2,21. 2. Die Mehrzahl der sphärisch auf 65mm gedrehten Produktionen wurde in der 35-mm-Reduktion auf normales CS beschnitten, also 2,34 (alte Norm). 3. Von anamorphotischen 65-mm-Produktionen in Ultra-Panavision (BEN HUR, BOUNTY) gab es sowohl seitlich beschnittene 35-mm-Reduktionen in den Format CS-Lichtton (2,34) und CS-Magnetton (2,55). 4. Es ist davon auszugehen, daß der Verlust an Bildhöhe bei der Bildgestaltung durch eine entsprechende Markierung auf der Suchermattscheibe oder zumindest "nach Gefühl" berücksichtigt wurde. Vgl. hierzu die Ausführungen von Rob Hummel im ASC Manual (ich glaube 9. Ed.) über Blowups von 35mm CS auf 70mm. 5. Es gibt wenige Ausnahmen, bei denen die 65mm-Kaschierung durch seitliche Maskierung beibehalten wurde, etwa die WA-Kopien von 2001: A SPACE ODYSSEY, die seitlich dünne schwarze Balken haben. 6. Viele Breitbild- oder Large-Format-Filme sind mit Abweichungen vom "Normformat" ausgewertet. So gibt es z.B. auch den Unterschied zwischen Technirama (auf 35mm CS 2,34) und Super Technirama 70 (auf 70mm sphärisch kopiert in 2,21).
  5. Der Briefauszug zeigt ein häufig zu findendes Problem bei Filmschaffenden: Das Gedächtnis läßt nach, technische Details werden nur noch ungefähr erinnert. Ich habe schon oft sowohl in Texten von wie auch in Gesprächen mit Kameraleuten festgestellt, daß bestimmte Sonderverfahren mit ihren auch filmästhetisch relevanten Eigenarten und Werkzeugen als erstes vergessen werden. Ted Scaife war gewiß ein wunderbarer Kameramann (besonders sehenswert in Schwarzweiß: NIGHT OF THE DEMON, GB 1957, R: Jacques Tourneur), hatte aber mit Large Format m.W. nur bei KHARTOUM und über das Blowup zu THE DIRTY DOZEN zu tun. Daß er sich überhaupt an die Details des Ultra Panavision-Formats - wenn auch falsch - erinnert, ist verblüffend.
  6. Diese Kopie ist allerdings wirklich faszinierend, geradezu räumlich in der Wirkung. Da fing ich auch an zu grübeln, ob wirklich ein anamorphotisches UP70-Negativ am anfang gestanden haben kann, zumal nichts vom Qualitätsverlust zu sehen ist, der bei BEN HUR zwischen den Fassungen besteht. Außerdem interessant, anhand von UNTERGANG DES RÖMISCHEN REICHES zu sehen, wo was für Ridley Scotts Gladiatorenfilm geklaut wurde... :roll:
  7. @Oliver: Hast Du mal gelesen, was hier zu Ultra Panavision steht? Alles über MGM Camera 65 / Ultra Panavision http://widescreenmuseum.com/widescreen/wingup1.htm Filme in Ultra Panavision http://www.in70mm.com/library/formats/ultra_panavision_70.htm Ultra-Panavision-Projektionsvorsatz http://www.in70mm.com/newsletter/2004/68/lenses/ultra_panavision.htm Die meisten großen Kinos, die mit UP-Bildwänden ausgestattet waren, existieren nicht mehr oder haben inzwischen flache Bildwände, die nur maximal CS 2.40 (nach Norm) zeigen können. Von einigen populären UP70-Titeln wie BEN HUR wurden bereits vor Jahrzehnten in optischer Kopierung entzerrte und, wie Du richtig vermutest, seitlich beschnittene 70-mm-Kopien hergestellt. Im Fall BEN HUR ist die optische Qualität der entzerrten Fassung deutlich schlechter, was jeder bestätigen kann, der die anamorph/sphärisch zusammengestückelte BEN-HUR-Kopie kennt, mit der der Film zuletzt in den 1990ern in WA zu sehen war. Die originalen UP70-Kopien sind, wie leider fast alle 70-mm-Titel, durch Farbschwund erheblich beeinträchtigt, wirken auch subjektiv weniger scharf (durch Kontrastverlust bei Fading der Blaugrün-Schicht). Die einzige Lösung bestünde darin, vom 65-mm-Kameranegativ eine neue Kontaktkopie auf 70mm zu ziehen. Die Kosten für eine Neukopierung, das Risiko, die 35-50 Jahre alten Originale (Naßklebestellen!) ohne vorherige Instandsetzung zu beschädigen, geht kein Rechteinhaber ein. Neue 70mm-Kopien sind eher "Abfallprodukt" der DVD/HD-Produktion, bei der dann zur Sicherheit ein neuer Sicherungssatz (IP/IN) im Originalformat entsteht. Während sphärische 70-mm-Fassungen wenigstens in gutausgestatteten Großkinos und Filmmuseen gezeigt werden können, gäbe es für UP70 heute so gut wie keine Abspielmöglichkeit außerhalb der bekannten Widescreen-Festivals. Die heutigen Auswertungsketten und die Kinobranche sind mit Sonderverfahren, die einmal eingeführt wurden, um ein besonders hochwertiges visuelles Erlebnis zu bieten, leider in keiner Weise kompatibel. Ich hätte vor zwanzig Jahren nicht gedacht, daß ich mich nach einem ganz normalen "Sommerfilm-Festival" mit Filmklassikern (selbst in einem heruntergekommenen Heinz-Riech-Kino :x ) zurücksehnen würde. Der Ersatz dafür soll wohl die DVD sein. Um in cineramas Terminologie zu bleiben: Bestenfalls eine "Ersatzbefriedigung"...
  8. Wenn man bedenkt, daß Super-8-Sammler seinerzeit auch für einen unscharfen, grobkörnig kopierte Kinotrailer 20 bis 60 DM hinzulegen bereit waren, finde ich den Preis nicht völlig illusorisch, wenn auch überhöht. Die Hälfte wäre mehr als genug...
  9. Der Zuschauer erwartet vom Kino überhaupt keine bessere Qualität in der Filmwiedergabe. Was ihm auch nicht zu verübeln ist, da man ihm das visuelle Erlebnis seit vielen Jahren - allen technischen Fortschritten in Filmemulsions-, Kameraoptik- und Kopierwerkstechnik (übrigens auch der hochauflösenden digitalen Filmbearbeitung) entgegenlaufend - vorenthält. Was man nicht kennt, kann man auch nicht vermissen.
  10. @codegen: Die Warnung ist ernstgemeint. Ich kenne zwei Fälle, in denen wertvolle Familienfilme, die 50-70 Jahre alt waren, vollkommen zerstört wurden, weil sie mit auf eBay ersteigerten Geräten vorgeführt wurden. Die ganzen Portables, ob sie Elmo, Eiki, Bell&Howell oder sonstwie heißen, sind inzwischen 20, 30 Jahre alt, wenn sie auf eBay auftauchen. Bei einem einfachen Gerät à la Siemens 2000 oder Bauers ohne Einfädelautomatik hat man noch ein Gefühl dafür, ob die Sache klappt, aber je "automatischer" ein Projektor ist, desto größer die Chance, daß Dein - vielleicht wertvolles, eventuell unersetzliches - Filmmaterial Schrammen, Laufstreifen, Perfoschäden davonträgt. Daher würde ich empfehlen, das Gerät von jemandem warten zu lassen, der das kann (es sei denn, Du kannst es selbst und kennst die Schwachstellen), bevor Du Filmmaterial durchschickst. Da gerade in Eikis und Bell&Howells sehr viel Plastik verbaut wurde, das nach so vielen Jahren versprödet, auch gerne bricht und reißt, ist der Betrieb einfach Glückssache. Konstruktiver Vorschlag: Eingelegten Rohfilm oder Schwarzfilm zur Schleife kleben und 50mal durchlaufen lassen, wenn Du dann Schäden siehst, hat das Gerät eine Macke. Beste Grüße mc
  11. Filme rettet man nicht, indem man sie in einen B&H einführt, sondern indem man sie davon fernhält. Ganz besonders, wenn es sich um ein älteres & ungewartetes Gerät handelt... :o
  12. Hm, ich meine, sowas in den vergangenen Monaten mal bei www.film-tech.com gelesen zu haben. Mach dort mal eine Suche mit dem Stichwort "anti piracy"...
  13. filmempire schrieb: Weil man dafür neue "Druckmaschinen" für das Dye-Transfer-verfahren hätte bauen müssen. Die Übertragung der Farbstoffe auf den zu bedruckenden Positivfilm fand auf einem "pin belt", also einem umlaufenden Band mit Registrierstiften statt, wobei der enge Kontakt zwischen Matritze und "Saugfilm" durch die hochpräzise Maßhaltigkeit gewährleistet wurde. Das Technicolor-Verfahren war - die Zahl schwankt je nach Quelle - erst ab etwa 100 Kopien günstiger als Eastman Negativ-Positivkopierung. Da man pro Jahr nur wenige Großproduktionen hatte, die dann auch als Roadshow-Event mit heute unvorstellbar langen Laufzeiten ausgewertet wurden, wäre eine solche Dye-Transfer-Straße, die ja nicht eben mal auf ein anderes Format umrüstbar war, ein Verlustgeschäft gewesen. 70-mm-Titel mit Kopienauflagen von mehreren 100 Stück sind ein Phänomen der 1980er Jahre. Vom archivarischen Standpunkt aus (und für den Organisator einer Filmreihe) wäre 70mm in Dye Transfer natürlich ein Geschenk des Himmels... Die Einstellung des Druckverfahrens Ende der 1970er Jahre beruhte übrigens auf einer Marktprognose, die für die Zukunft sinkende Kopienzahlen pro Film vorsah - in Kombination mit den Kosten zur Instandhaltung der 30-40 Jahre alten Drucktechnik und fallenden Eastman-Postivfilmpreisen trug diese (heute lächerliche) Vorhersage zur Abschaffung des Verfahrens bei. Prognosen sind schwierig, besonders dann, wenn sie sich auf die Zukunft beziehen! :)
  14. @ cinerama: Mit "schön" meinte ich nicht die Bildwirkung und Kameraarbeit, sondern die Gesamtwirkung und inszenatorische Umsetzung der Musiknummern. Genauer kann ich es nicht beschreiben, weil es immerhin 24 Jahre her ist, daß ich THE WALL gesehen habe. Die Blowup-Kopien der 1960er-Jahre nehmen eine technische Sonderstellung ein, sofern sie direkt in Schrittkopierung vom Kameranegativ kopiert wurden. Ich würde sie daher lieber in einem Festival mit anderen Sonderverfahren sehen, so wie auch eine Technicolor-Druckkopie eines VistaVision-Films (Beispiel: DER SCHWARZEFALKE/THE SEARCHERS oder einer Technirama-Produktion (Beispiel DIE WIKINGER/THE VIKINGS) optisch über das normale 35-mm-Erlebnis hinausgehen. Produzenten- und verleihseitig war in den letzten Jahrzehnten die primäre Motivation für 70-mm-Blowups der sechskanalige Magnetton (mit und ohne Dolby), und leider eben nicht das Bild. Bis auf wenige Ausnahmen (ich glaube, Du hattest einmal auf die zwei verschiedenen 70-mm-Fassungen von INDIANA JONES AND THE TEMPLE OF DOOM hingewiesen, einmal vom Dupnegativ und einmal vom Original...aber da bin ich jetzt nicht mehr sicher) - war die Bildqualität der Blowups den 35-mm-Kopien nicht oder nicht wesentlich überlegen. Wenn man also Blowups in ein dezidiertes Large-Format-Festival integrieren wollte, sollte man auch Titel zeigen, bei dem die Vorteile dieses Verfahren (gegenüber der 35-mm-Kopie) auch zum Tragen kommen und für den Betrachter nachvollziehbar wird. Der von Dir genannte SHOES OF THE FISHERMAN ist da sicher zu nennen, wenn auch die unglückliche Integration von Dokumentarmaterial und die schlechten Trickaufnahmen verhindern, daß der durchgängig makellosen Eindruck reiner 65-mm-Produktionen sich einstellt. (So wie auch das lächerliche Vulkanausbruch-Schmalfilmmaterial den Fluß extrem scharfer, detailreicher Technirama-Aufnahmen in HERKULES EROBERT ATLANTIS geradezu schockartig unterbricht.) Blowups, die nur des Mehrkanalstons wegen auf 70mm herauskamen, interessieren mich rein filmtechnisch und -historisch gar nicht, zumal wenn sie von qualitativ fragwürdigen Zwischenmaterialien hergestellt wurden. Bei den von Dir angesprochenen Blowups der 1960er wurde nämlich meist bereits aufnahmeseitig darauf geachtet, daß man aus dem anamorphotischen System auf 35mm die maximale Abbildungsleistung "herauskitzelte". Die Unlust der Regisseure und Produzenten, sich durch technische Anforderungen einschränken zu lassen, war damals wenig ausgeprägt und zumindest US-Kameraleute gingen nicht die qualitätsmindernden Kompromisse ein, welche seit Anfang der 1970er einrissen und bis zum heutigen "anything goes" führten. Habe ich damit Deine Fragen beantwortet?
  15. @cinerama: Ich fand THE WALL damals ganz beeindruckend und als Musikfilm gelungen. Kameraarbeit und Bildqualität sind aber nichts Besonderes, so daß ich keinen Sinn darin sehe, einen solchen Titel bei einem ausgesprochenen Large-Format-Festival zu spielen. Für einen Teil der Besucher ist aber das Technische zweitrangig, im Vordergrund steht dort das Auffrischen bzw. Reaktivieren von persönlichen Erinnerungen - was auch legitim ist. Widerspruch ist nur dort angesagt, wo die persönlichen Vorlieben die Diskussion über rein handwerklich-technische Fragen verfälschen, aber das ist ein anderes Thema.
  16. Ja, THE WALL ist ein schöner Film, auch der Ton war eindrucksvoll. Aber bei einem Todd-AO-Festival würde ich persönlich eigentlich keine körnigen, milchig-überstrahlten Blowups der 1980er bevorzugen, sondern lieber qualitativ beeindruckendere Bilder. Ist bei THE WALL übrigens wie bei vielen `80er-Jahre-Filmen rein aufnahmeseitig bedingt, die Kombination anamorphotisches Format, überstrahlende Gegenlichtaufnahmen, Farbeffektfilterung und (für Scope) zu geringe Abblendung erzeugt eben den etwas "matschigen" Look. Ist ähnlich wie bei A CHORUS LINE, der ich inhaltlich auch gern mag, der aber auf 70mm (von Super-35-Miniformat aufgeblasen) leider bärig unscharf bleibt. Auch hier kommt zwar der Sound beeindruckend rüber, aber das Bild schwächelt...
  17. @preston sturges: Dürfen wir uns eigentlich dieses Jahr auf das sanfte Schnurren einer DP70 freuen? :)
  18. Es ist und bleibt ein Rätsel, warum Computeranimationsfilme, die ja in höherer Auflösung gerendert werden, so lieblos und schlampig ausbelichtet werden. ROBOTS gab es sogar als IMAX DMR-Fassung, die mir bekannten 35-mm-Kopien waren zwar bunt, aber ohne wirkliche Details. ICE AGE habe ich als völlig katastrophal in Erinnerung, angeblich nur mit 1.3K ausbelichtet (und wohl im analogen Kopierprozeß weiter "vernichtet"). So richtig scharf und detailreich habe ich eigentlich nur THE INCREDIBLES in Erinnerung, alles andere war immer matschig bis unerträglich. Leider nicht gesehen: STUART LITTLE, der als erster CGI-Animationsfilm mit 4K Auflösung auf 35mm ausbelichtet wurde. Vergleiche und Diskussion hierzu (aus den USA) hier: http://www.film-tech.com/ubb/ultimatebb...p=2#000018
  19. Im Grunde eine gute Idee - die Wirkung geht allerdings nach hinten los, wenn man den Spot so sehen muß wie ich bereits drei-, viermal: verschrammt, mit DD-Aussetzer und vor allem in einer hundsmiserablen Kopierqualität. Da denkt sich wahrscheinlich der durchschnittliche TVD/DVD-Konsument: "So sieht es auf meinem HD-ready-LCD aber nicht aus..." Zumal, wenn dann der Hauptfilm als breiige Suppe à la DA VINCI CODE folgt! Mit Qualität werben - super Idee! Qualität liefern - angesichts der "Software", die die Konzerne abliefern, auch für engagierte Betreiber schwierig bis unmöglich.
  20. Eine inhaltliche Diskussion findet hier nicht mehr statt, es werden nur noch Worthülsen und persönliche Anwürfe herumgekickt. Es fehlt in diesem Thread auch deutlich an Souveränität, mal eine andere Meinung stehenzulassen. Unabhängig davon möchte ich zwei "Beweisführungen" widersprechen, die nicht nur hier immer wieder auftauchen: 1. Die Tatsache, daß man sein Geld mit einer Sache verdient, bedeutet noch nicht, daß man unfehlbar ist. Ich kenne Kameraleute, die keine falsch gezogene Schärfe bemerken und Kinotechniker, die keinen schlechten Bildstand erkennen können. In der Medienbranche bekommt man als technischer Dienstleister leicht eine übersteigerte Vorstellung davon, was "eben so gemacht wird" und damit gut zu sein hat, bei den Kollegen, die sich mit digitalen Effekten und CGI befassen, würde ich es sogar als Berufskrankheit anerkennen. 2. Meine Erfahrung der letzten Jahre ist, daß auch in der Filmproduktion/bearbeitung/distribution die Fähigkeit sinkt, Unterschiede wahrzunehmen, zum Beispiel brutale Farbstiche in 35mm-Massenkopien (Harry Potter) oder asynchrone Tonwiedergabe (durch DT-Fehler oder SR-Fehlkopierung). Daher ist die Argumentation, der Zuschauer = Kunde bemerke die Unterschiede nicht, falsch und sogar verwerflich. Es war z.B. in der Geschichte des populären US-Kinos immer so, daß der Qualitätsanspruch der Filmemacher stets weit über dem stand, was das Publikum auch noch akzeptiert hätte. Ein Musiker, der solange nicht übt, bis das Konzertpublikum merkt, daß er den Ton nicht trifft, hat seinen Beruf verfehlt. Ein Kameramann, der höchstempfindliches Filmmaterial pusht, um weniger Licht einsetzen zu müssen (abgesehen von Sonderfällen) und das hinterher als kreatives Konzept ausgibt, ist ein Stümper. Ein Kameramann, der mit Filtern die Schärfe seines 35-mm-Formates vernichtet, es dann auf HD nachbearbeitet und sich in der Fachpresse brüstet "die Schärfe wieder reingedreht" zu haben, ist eine erbärmliche Figur. Ein Regisseur, der jetzt mit seiner Mini-DV "Filme dreht" und das Publikum seinen degradierten Amateur-Zappelbildern aussetzt, ist kreativ am Ende. Der eigene handwerkliche Standard muß bei jeder kreativen Tätigkeit weit über dem liegen, was das Publikum als Minimalstandard akzeptiert - oder anders gesagt: Über der Schmerzgrenze, bei der Getränkebecher und Popcorn im Kino fliegen oder das Eintrittsgeld zurückgezahlt wird. Wenn jemand den Unterschied zwischen einer guten und einer schlechten Filmkopie nicht sieht, wenn er meint, 2K sei als Restaurierungsformat (bei historischem Material, das vielleicht nur einmal restauriert werden kann) ausreichend, dann ist er vielleicht zu beneiden, weil ihm viel Leiden erspart bleibt. Abstumpfung und Mangel an Differenzierungsfähigkeit kann auch eine Gnade sein. Damit will ich keineswegs gegen digitale Technik sprechen, die vielleicht dort helfen kann, wo das traditionelle Knowhow bzw. die Prozesse verlorengegangen sind: Wenn es z.B. nicht möglich zu sein scheint, 3-Streifen-Technicolor angemessen in heutige Farbverfahren zu übertragen und dabei die Auszüge zur Deckung zu bringen, vielleicht wird es dann digital möglich, Filmklassiker zumindest in der Qualität eines 70 Jahre alten photomechanischen Verfahrens wieder dem Publikum zugänglich zu machen. Können wir also nicht etwas sachlicher über diese Fragen diskutieren?
  21. magentacine

    Wartungsfirma?

    @preston sturges: Das ist einen eigenen Thread wert, ich raffe mich bestimmt nächste Woche dazu auf. :oops:
  22. magentacine

    Wartungsfirma?

    Nicht nach "Geiz ist geil" schreien - das kann böse ausgehen: Einige Betreiber, die sich von ausgesprochenen Dumpingpreisen locken ließen, fanden über Nacht kostenlos ihre modernen Schneider-Optiken gegen "alte Scherben" ausgetauscht, Dolbyprozessoren wurden um überflüssige Karten "erleichtert", und eine als "irreparabel" deklarierte ältere Maschine gehört zufälligerweise genau zu dem Projektorentyp, den der betreffende Anbieter privat sammelt. :roll: Daher rate ich dringend, andere Betreiber zu fragen, welcher Serviceanbieter/techniker zu ihrer Zufriedenheit und zu reellen (d.h.: angemessenen) Preisen arbeitet, und zwar nicht erst seit letzter Woche. PS: Anläßlich der laufenden Open-Air-Saison scheint mir die Einrichtung eines Kinotechnik-TÜV dringend geboten... wer wie das Medium Kinofilm solche "bastelfreudigen" Freunde hat, braucht keine Feinde mehr!
  23. Für 1800-Meter-Betrieb bei Portables ist unbedingt eine Kunststoffspule mit beweglichen Seitenteilen anzuraten, das setzt den Zug beim Anfahren deutlich herab! Kenne das Phänomen von älteren Ernemann-Maschinen, die nachträglich auf 1800-Meter umgerüstet waren - ohne die "losen" Spulen ging es ohne Filmriß nicht ab...
  24. Die drei CINEMA-Kinos in Frankfurt/Main weisen seit der Neueröffnung im Kinoprogramm auf Werbefreiheit hin und fahren, wie man hört, ziemlich gut damit. Bei meinen Besuchen im größten Saal war festzustellen, daß während des Vorprogramms ( drei Trailer) alle Besucher eintrudelten. Von mehreren älteren Bekannten (50 aufwärts habe ich schon mehrfach gehört, daß sie Kino ohne Werbung vorziehen und das auch zu einem Kriterium der Kinoauswahl machen. Einen Versuch wäre es auf jeden Fall wert, zumal lokale Werbung, egal ob per Beamer oder auf 35mm gefazt, eigentlich immer zum Brechen ist. Gute Kinospots kosten richtig Geld, und das haben die örtlichen Gewerbetreibenden nicht. Eigenes Kino steht bei mir (leider) nicht an, aber wenn, dann wäre es werbefrei!
  25. Das ist zu komplex, um es hier vernünftig zu beantworten. Lade Dir (legal und gratis) das Kapitel 10 des Buches The Permanence and Care of Color Photographs: Traditional and Digital Color Prints, Color Negatives, Slides, and Motion Picturesherunter: http://www.wilhelm-research.com/book_toc.html Da erfährst Du alles über kinofilmbezogene Farb/Lagerungsprobleme.
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