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Krasnogorsk-3


Krämer73

Empfohlene Beiträge

War der Eiserne Vorhang für die Wirtschaft doch nicht so eisern, wie behauptet... Ein Remscheid Kamerreparateur, den ich hiermit "einen Mann, der es wissen muss" nenne, meinte vor vielen Jahren zu mir, Teile der silbernen Nizos seien in Ostblockstaaten, z.B. in der CSSR gebaut worden... Mutmaßung oder Expertenwissen, ich weiß es nicht.

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1985 erhielt ich über Umwege eine Festplatte für meinen Atari ST (40 MB, etwa so groß und laut wie ein Staubsauger). Diese Platte basierte auf einem Robotron-Export, der zuvor illegal in die DDR importiert wurde... was ich erst Jahre später rausfand. Völlig irre, von Japan über Deutschland nach Georgien in die DDR und von da wieder nach Deutschland. Folgender Text beschreibt den Sachverhalt:

 

Das NEC D514 Laufwerk wurde 1985 auch für Robotron Bürocomputer angeboten -- und als "Winchesterbeisteller" vermarktet. :)

 

Auf meiner Platte sind alle Beschriftungen der (vielen!) Chips und alle Aufschriften der Platine abgeschmirgelt. Lediglich einen kleinen Aufkleber mit der NEC-Typenbezeichnung habe ich noch gefunden. Ich habe mich immer gefragt, warum...

 

Und nun lese ich dies:

 

"Bis Mitte der 1980er Jahre gab es eine Produktion von Festplatten für Bürocomputer weder in der DDR noch in anderen Ländern des Ostblocks. Importe westlicher Festplatten in die DDR waren wegen des COCOM-Embargos offiziell nicht möglich. [...]

 

Den Bedarf an 5¼-Zoll-Festplatten für die Bürocomputer versuchte man durch illegale Importe zu beseitigen. So wurden Lieferungen z.T. über Drittländer abgewickelt. Außerdem wurden Paletten mit Festplatten auf LKW hinter "harmlosen" Gütern getarnt (und mit falschen Lieferpapieren versehen) ins Land geschmuggelt. Auf den Platten wurden dann die Namen der Originalhersteller abgeschmirgelt und im Werk durch Namensschilder von Robotron ersetzt. Damit versuchte man offenbar, politische Verwicklungen durch Bekanntwerden der illegalen Importe zu verhindern. "

 

Es scheint also, dass die legendären Superplatten von ICF auf DDR-Teilen basierten. Wie die dann 1985/86 nach Mainz gekommen sind, würde ich ja zu gerne wissen...

 

 

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Ich fürchte, ihr nehmt den Punkt nicht wahr. Wenn in Rußland oder sonstwo in der Sowjetunion etwas hergestellt wurde, das nach Weißrußland, in die Ukraine, nach Polen, Ostdeutschland, in die Tschechoslowakei, nach Jugoslawien, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, Georgien oder sonstwo hinter dem eisernen Vorhang verkauft werden soll, dann wurde das Teil nicht auf Englisch beschriftet.

 

Lieber Simon,

 

da erzählst Du aber ganz großen Blödsinn! ICH - bin in der DDR aufgewachsen und kann Dir eine ganze Menge aufzählen, was in der UdSSR hergestellt wurde und ENTWEDER kyrillisch ODER englisch ODER mit beidem beschriftet wurde. Ich habe bei der Deutschen Reichsbahn in der Triebfahrzeuginstandhaltung gearbeitet. Die E-Loks der BR 243 (heute DB 143) hatten seinerzeit russische Klimaanlagen, deren Bedienelemente englisch beschriftet waren. Die Typenbezeichnung stand kyrillisch unten rechts in der Ecke der Frontplatte. Die Leute aus dem KKW Lubmin haben sich bei der Installation der aus der Sowjetunion kommenden Aggregate immer geärgert, das die Russen entweder die Instruktionspapiere auf Russisch mitlieferten, oder auf englisch (von einem Russen auf englisch übersetzt - einfach haarsträubend). Höchst selten machten die Russen sich die Mühe, irgendwas auf Deutsch zu verfassen. In den Diesellokomotiven der BR 132 (heute DB 232) herrschte ein bunter Mischmasch aus deutsch, russisch und englisch auf den Bauteilen. Das beste aber war der Standtacho von Hassler & Bern (Made in Switzerland). Der kam aber bestimmt nicht aus Russland.

 

Wer bitte sollte auch im Westen Teile für die K3 bauen und sie dann gegen Naturalien in den Osten liefern? Rubel und DDR-Mark waren ja nicht frei konvertierbar und Devisen wurden für so ein Konsumgut bestimmt nicht rausgeschmissen.

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Hasler-Ag., Bern

 

 

Von ihrer Internetseite:

 

Im Jahr 1887 entschied Gustav Adolf Hasler, einen Geschwindigkeitsmesser zu produzieren, der ursprünglich von B. Hausshaelter aus Dresden produziert wurde. Das erste Hasler-Patent, Nummer 3950, wurde am 7. September 1891 ausgestellt und schützt seit dann einen Mechanismus, der es erlaubt, gleichzeitig die Geschwindigkeit und den zurückgelegten Weg aufzuzeichnen. 1903 waren diese Geschwindigkeitsmesser bereits als TEL® (Abkürzung von „Telegraphenwerkstätte G. Hasler“) bekannt. 1920 wurde der Name zu TELOC® (Kofferwort aus TEL und Lokomotive) ergänzt. Beide Namen sind seitdem geschützte Marken von Hasler Rail, Ag.

 

 

Sicher wurde in Rußland für den Export englisch beschriftet und lausig übersetzt. Mir geht es explizit um das MADE IN auf Englisch an Filmkameras.

 

Gegen Naturalien gewiß nicht, die Sklaventreiber hinter der westlichen Feinwerkindustrie nahmen immer nur Geld.

 

Ich habe von der Reichsbahn noch die Erinnerung an Dampfheizung im Zug von Erfurt nach Ilmenau.

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übrigens gab es ernsthafte pläne, in der nähe von karl marx stadt eine peugeot produktion aufzubauen. die franzosen wollten hier eine billigmarke produzieren, und diese im westen verkaufen. das projekt scheiterte an der nicht zur verfügung stehenden anzahl der benötigten arbeitskräfte.

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Hast Du die K-3 im Westen oder Osten gekauft? Ich hab im Laden zu DDR-Zeiten niemals 16mm Sachen gesehen.

 

Gruß Rainer

 

In der BRD, um 1983. Damals noch jünger, war die Erfahrung nicht so groß.

Wie bei der Zenit Photokamera wurde diese wohl über Exportfirmen in den Westen geliefert, und dann auch in unteren Segment verkauft. Die sich schon ab Werk lösende Schriftplatte mit Eloxalbeschriftung war lateinisch, und das Varioobjektiv war nur an den äußeren Linsen nicht vergütet. Innen mit 1950er Magnesiumsalz Entspiegelung... nun gut war anders.

 

Stefan

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ch habe gestern übrigens findige Menschen getroffen, die für die Krasnogorsk mal ein "Drop-in Board" entwickelt haben. Das ganz war eine fertige Innerei, die selbst der Laie mit wenigen Eingriffen in die K-3 pflanzen konnte. Das ganze brachte dann einen PLL-genauen, modernen E-Motor und eine moderne Berlichtungsmessung mit sich.

 

Auf den Markt gekommen ist das ganze aus verschiedenen Gründen dann aber doch nie.

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Hallo,

 

Ich weiss, es interessiert keinen:

 

Ich hatte in Ecuador einen alten Lada Niva 1600. Die miserabel gewartete Klapperkiste hat mich nie verarscht, die ist gelaufen wie eine Schweizer Uhr. Bin damit bis auf 4200 müM gefahren, hat alles geklappert und gerasselt, aber gefahren ist die Karre immer...

 

Soweit ich informiert bin, stammt der Lada auch aus irgendeinem östlichen Land. Heute fahre ich einen Renault Scenic, der verarscht mich dauernd. So gesehen lieber eine Ostkamera als eine Franzosenzicke, wenn man es auf Kamera umrechnet... Ostgeräte: Einfach im Aufbau, nicht immer oberste Güte, aber fast unzerstörbar. Französische Kameras: Hohe Qualität, wenn sie dann mal gerade nicht irgendwie rumzickt. Hat für meine Begriffe einfach zuviel filigranen Firlefanz dran, wie z.B. das ewige Theater mit den eigenen Beaulieu-Akkus. Dann schon lieber Standardisierte Batterien, die es auch am Arsch der Welt zu kaufen gibt, wo kaum Steckdosen sind...

 

Gibt nur eine Produktionslinie, die weder filigran, noch allzu zickig und trotzdem unzerstörbar ist: Bolex... "made in Switzerland"...

 

Meine kleine Meinung...

 

Rudolf

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Hallo Rudolf,

 

was Spiel hat, frisst nicht :smile:

 

Französische Filmkameras bieten tolle Austattung, aber die Qualität ist dann doch eher mittelmäßig, besonders bei der Beaulieu 6008 S. Trotzdem mag ich Beaulieu-Kameras, auf Grund ihrer tollen Ausstattung.

 

Nun ist aber eine Nikon D3100 in mein Leben getreten. Nein, es ist keine Japanerin, sondern Thailänderin :eek: ;-)

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Ha ha... ich dachte schon, ich hätte in Sachen Nikon etwas verpasst, zumindest im Super-8 Bereich...

 

Nun sehe ich aber, dass dieses Modell eine stinknormale Digiknipse ist... *stöhn...ach wie langweilig... *lach

 

Digital ist nicht normal. Sowas werf ich in den Kanal... und geb zuvor was drüber... per anal... ganz banal...*lach

 

Rudolf

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so ist es. nur kann oder will sich eine bolex nicht jeder leisten. und deshalb sind die krasis so verbreitet und beliebt.

 

Meine Bolex H16 Reflex hatte aber weniger gekostet, als die Krasnogorsk. Beide waren gebraucht, und die Bolex hatte aber nur Schneider Festoptiken... .

Nur, von den Schweiozer Uhrwerkskisten gab es viele in der BRD, der Exot war interessant, und das machte dann die Bereitschaft zur Zahlung aus...

 

St

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