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Die Paillard-Bolex H stürzt vom Sockel


Film-Mechaniker
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Hat frischer Acetatfilm die Tendenz, etwas zu quellen, in die Breite zu gehen, und wir wissen es nur nicht? Es ist ein Rätsel.

 

Die Abbildung stammt aus dem Journal of the SMPE vom November 1932, S. 477 ff., und ist dort ja ausdrücklich mit dem Hinweis versehen, dass sich das .6299"-Maß auf einen "unshrunk film" beziehe - was eigentlich das Gegenteil ausschließen sollte, nämlich dass der Film nochmal zusätzlich aufquillt. Wesentlich aufschlussreicher (oder auch nicht) finde ich die Norm von 1924 für beidseitig perforierten Film (Journal of the SMPE, Mai 1924, S. 236 ff.), der die allseits bekannten 15,95mm wiedergibt. Womit die Welt wieder in Ordnung schiene ... ;-) Irritierenderweise findet sich mit .62992" (hier also auf den Millimeterbruchteil präzise!) auch das volle 16mm-Maß, ohne dass aus den Erläuterungen so richtig klar wird, worauf sich das eigentlich bezieht. Zum 35mm-Format gibt es jedenfalls in Anlehnung an die gängige Praxis der Rohfilmhersteller den Vorschlag, das Maß von bisher 34,95mm auf die vollen 35,00mm zu erweitern (deshalb auch dort zwei Zahlenangaben). Sollte das für 16mm auch so gemeint sein (wo es doch zuvor noch gar keine Standardisierung gab)? Offenbar ein neues Rätsel ...

 

http://www.archive.o...ge/478/mode/2up

http://www.archive.o...ge/236/mode/2up

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Danke, Sam

 

Für mich zieht sich die Schlinge zu um die Paillard-Lüge.

 

Hoch- und höchstgelobte Schweizer Qualität, in Tat und Wahrheit willkürliche Verschlimmbesserung eines eingekauften Produkts. Die seitliche Filmführung war umgekehrt worden. Links feste Anlage, rechts Federung auf Höhe Greifer. Das Bildfenster der älteren Kamera, Baujahr 1938 oder 1939, hat die Höhe 4,04 mm, auch so etwas Auffälliges. Die Einzelbilder überlappen einander, doch nach dem Krieg wird es kleiner gemacht. Baujahr des jüngeren Modells: 1950.

 

Zusammen mit den nicht umgesetzten Patenten, z. B. eine kombinierte Aufzug- und Rückspulkurbel, erweckt die Direktion von Paillard den Eindruck einer doch recht großen Distanz zum Produkt. Es gibt niemanden, der „meine“ oder „unsere Kamera“ sagen könnte. Die Erfindungshöhe aller späteren Änderungen ist unvergleichlich geringer als die des Bauprogramms zu Anfang. Auch mit Seitenblick auf die Facine von Oktober 1935 (automatisch verstellbarer Umlaufverschluß) steht die Paillard-Bolex H von April 1935 als Ergänzung im Bild der Gesamterfindung Filmkamera da. Die Lizenznehmer erhielten sozusagen aneinander vorbeikommende Pakete zugeteilt. Das kann nur jemand durchziehen, der (die) den Überblick über den Stand der Technik hat (haben).

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Lösung des Rätsels bei der älteren Kamera: Der Film läuft mit der rechten (Bezugs-) Kante auf dem festgeschraubten Abdeckblech über dem Greifer. Dieses besitzt zwei Erhöhungen, womit die 16 Millimeter unterschritten werden, alles in Butter. Der Positionierabstand (Bildfenster-Greifer) ist übrigens +5. Mit der Einführung des Schleppgreifers 1954 änderte sich der auf +3.

 

Die jüngere hat bereits eine Paillard-Verbesserung, und zwar den Rahmen um die Bildfensterplatte. Hier eine Aufnahme von heute:

 

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Platte und Rahmen sind bloß ineinandergeschoben und aufgelegt.

Welche Qualität bei diesem Bauteil üblich ist, möchte ich auch zeigen:

 

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Fein geschliffen, sehr gut eben und die Filmseite planparallel dazu

 

 

Jörg Polzfuß hat mich auf einen Artikel im Journal of the SMPTE hingewiesen. Unter dem Titel Dimensions of 16-mm Film in Exchanges schreibt ein A. C. Robertson 1951 über Messungen an Kopien, die im Verleih zirkulieren. Im Kodak-Park war 1950 aus 384 Einzelmessungen der Höchstbreite der Mittelwert 0.62855" oder 15,965 mm berechnet worden. Im Verleih ist dann das Mittel von 0.6251" oder 15,877 mm festgestellt worden.

 

Es wird auf das Bildstandkonzept eingegangen, dessen Komplikationen mit der Ungeradheit der Filmkanten und mit den Fehlern in der Perforation entstehen. Um bei den Kameras zu bleiben: Wir verwenden ja mehrheitlich frischen Film. Daran hat man bei Kodak gedacht und Film bei 90 Prozent relativer Luftfeuchte vermessen. 72 Mal, Mittel 16,0147 mm, Höchstwert 16,083 mm.

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Könnte mich ohrfeigen, wer liest denn die gültige ISO-Norm nicht vollständig durch?!

 

Unter den NOTES (Bemerkungen) steht in ISO 486: „The dimensions apply to low-shrunk film base, as defined in clause A.2 in the annex. For film with higher shrinkage characteristics, dimension A should be 15,98 ± 0,025 mm (0.629 ± 0.001 in), and E 0,91 ± 0,05 mm (0.036 ± 0.002 in).“ Auf Deutsch: Die Maße gelten für Filmträger mit geringer Schrumpfung, wie mit Klausel A.2 im Anhang festgelegt. Für Film mit stärkerer Schrumpfung sollte das Maß A 15,98 ± 0,025 mm betragen.

 

Ich gehe sofort im Gugelpfuhl pulen (Google-Dienst beanspruchen für Wortspieluninteressierte) und stöbere auf:

 

NITRATE AND SAFETY FILM BASE

CHARACTERISTICS

 

G. J. Craig, O. B. E., M. B. K. S.

Read to the British Kinematograph Society on October 6th, 1948.

 

Da steht unter anderem:

 

The earliest Kodak safety base was a cellulose acetate of 40% acetyl

content. In 1937 an improved cellulose acetate-propionate material re-

placed this : its composition was approximately 30% acetyl and 14% pro-

pionyl. The latest material now introduced is a cellulose acetate with the

high acetyl content of approximately 43%. This approaches the maximum

possible acetyl content for a cellulose triacetate, which is 44.8%. For

convenience, these three types of film will be referred to as Early Safety,

Old Safety and New Safety respectively.

 

 

Auf Deutsch: Der früheste Kodak-Sicherheitsträger war ein Celluloseacetat mit 40 % Acetylgehalt.

1937 ersetzte dieses ein verbessertes Cellulose-Acetat-Propionat-Material. Seine Zusammen-

setzung war ungefähr 30 % Acetyl- und 14 % Propionyl-Gehalt. Das jüngste jetzt eingeführte

Material ist ein Celluloseacetat mit dem großen Acetylgehalt von ungefähr 43 %.

Das liegt nahe beim größtmöglichen Acetylgehalt eines Cellulosetriacetats von 44,8 %.

Zur Vereinfachung werden die drei Filmtypen frühes, altes und neues Sicherheit genannt.

 

Es liegt also tatsächlich so weit zurück, daß vor dem Erscheinen der Paillard-Bolex-H-Kamera, insbesondere der H 8 1938, stärker schrumpfender Sicherheitsfilm auf dem Markt war, das frühe. Die Maße der ISO-Norm stammen allesamt vom ANSI, in dessen zuständigem Komitee natürlich Leute von Bell & Howell und Eastman-Kodak saßen, die von den Eigenschaften der Schmalfilmträgerkunststoffe wußten. Das weiß ich wiederum, weil ich vor Jahren einst selber die Schweiz im ISO-TC 36 vertreten habe.

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Okay, heute habe ich meine eigene H-16 S auseinandergenommen, die von diesem Angebot, Seriennummer 228'565.

 

Die Fensterplatte hat die Breite 16,00 mm oben und unten, über die Aussparung neben dem Greifer 15,80.

Ohne die seitliche Anfederung beim Greifer wäre der Film nicht geführt.

Fest steht, daß die Filmseitenführung nicht normgerecht ist. Man kann schon argumentieren, daß es keine

große Rolle spielt, so lange der Bildstand ruhig ist. Wenn man jedoch größer gehen will mit seinen Bildern,

kommt die verkehrte Anlage leider doch zum Vorschein.

 

Zum Vergleich werde ich das Thema weiter verfolgen bei den Eumig C 16, die ich habe, und anderen

Kameras. Es würde mich nicht ein Mal wundern, wenn bei der ARRIFLEX 16 etwas Verrücktes auftauchte.

Die wollte ich schon länger hier vorstellen, wie es noch niemand gemacht hat. Nach 63 Jahren ist es an

der Zeit, auch dieses Lizenzprodukt genau anzusehen. Ihr erinnert euch, 1934 läuft das Vinik-Patent auf

verspiegelten Verschluß im 45-Grad-Winkel ab, womit der Weg frei ist für die ARRIFLEX, und 17 Jahre

später, die Patentlaufzeit in den USA, 1951, ist das Feld frei für die Schmalfilmversion. Wer das Laufgeräusch

der ARRIFLEX 16 kennt, hat sich vielleicht schon gefragt, was für eine irre Mechanik da drin ist. Falls mir jemand

eine zur Verfügung stellt, die ich selbstverständlich total zerlegen, ausmessen, aber auch wieder montieren

werde, erhält sie bzw. er eine überholte Kamera mit zwei Jahren Garantie zurück, kostenlos.

 

Es kann auch eine Keystone sein oder eine Kodak Reflex Special oder eine Siemens & Halske oder . . .

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mit garantie? und wenn was schief geht?

 

In der Arriflex 16 ist ja das doppelnockenschaltwerk drin, ich hab da irgendwo eine Zeichnung davon, mit Sperr und Transportgreifer, gesteuert durch zwei Nutenscheiben in der die Steuernocken laufen. So ein wenig wie beim Siemens 2000.

 

Da könnte ich dir meine 16er Arriflex anbieten, die ist zwar geserviced (was für ein Unwort) worden, ist aber auch schon wieder 5 Jahre her.

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Chris, von Filmkameras verstehe ich mittlerweile etwas und ich kann dir versichern, mit Sorgfalt, Bedacht und Verstand (was gibt’s noch?) ans Werk zu gehen.

Ich habe Schnittzeichnungen des Suchers und von der Mechanik.

 

Serviziert ist noch so ein Wort, aber so etwas sage ich nicht. ,Generalüberholt‘ gefällt mir.

 

Die Kurvenscheiben erinnerten mich schon an die Matipo von Debrie, und ganz recht: Es gibt die Vermutung (von mir), daß diese Kopiermaschine auch aus Amerika kam, und ja, von der Bell & Howell Co. Lange habe ich geglaubt, BH hätte nur Zahnkranzkopierer gebaut, doch das stimmt nicht. Es gab Schrittkontakter von BH.

 

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  • 1 month later...

Bolex IN ACTION. Die alte H16 und neue D16 im Vergleich. Das ist zwar etwas an den Haaren herbei, aber der Bericht ist schön aufbereitet - für normale Zuschauer das Maximum an Information. Und es ist ja immer wieder schön bei Herrn Ueter und Herrn Diotallevi zu Gast zu sein. Bitte beim Video zu 21:30 „vorspulen”.

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Anschluß an Beitrag #83, das Auflagemaß hat auch nicht gestimmt, 17,54(5) mm statt 17,52(6) mm. Ich habe das Distanzblech, das Paillard in 0,02-mm-Stärkestufen auf Vorrat hat, beidseitig überschleifen lassen. Leider fehlt mir eine kleine Flachschleifmaschine. Zurück an der Werkbank messe ich die montierte Front und stelle fest, daß es einen Unterschied zwischen Links und Rechts gibt, wie auch schon gehabt. Das wäre der dritte Fehler, zwei Hundertstel Differenz. Fensterplatte ringsum messen und siehe da, sie ist alles andere als planparallel. Ich könnte einseitig einen Blechstreifen unterlegen. Aber ich bastle nicht. Morgen zur Lehrwerkstätte, wo ich meine Grundausbildung genossen habe. Dort kann man das perfekt feinschleifen und die mittlerweile doch schon etwas zerkratzten Filmlaufflächen wieder polieren.

 

An dieser Stelle ein Rat an die Bolex-Besitzer, die das Zubehör Einsatzprisma haben: Trennt euch davon. Egal, ob das ältere oder das jüngere Modell, man zerkratzt mit dem Glasprisma leicht die polierte Fensterplatte.

 

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Glas ist härter selbst als gehärteter Stahl und mit der mattierten Glasfläche braucht man nur ein wenig hin und her zu wackeln gegen die Zugkraft des viel zu starken Magneten und schon ist die geschlossene Oberfläche futsch. Der Film kann an feinsten Brauen Abrieb lassen, wohlgemerkt Gelatine, der sich schnell zu ziemlich festsitzenden Knubbeln aufbaut. Das ist lästig und nicht leicht zu entfernen, wobei auch die Gefahr besteht, das man das Rähmchen für die Seitenführung beschädigt. Viele wissen nicht, wie man den Filmkanal sauber hält.*

 

Die weitaus bessere Lösung für genaues Einstellen einer Optik auf Paillard-Bolex-H-Kameras mit Revolver ist die mit dem eingebauten Mattscheibenprisma hinter der oberen Objektivposition. Die allermeisten H-Kameras ohne Reflexsucher haben dieses Prisma. Meine H-16 S hat es als seltene Ausnahme nicht. Darum behalte ich sie auch. Die H-16 M besitzt es auch nicht. Das Zubehör bietet bequeme und vergrößerte Sicht auf die Mattscheibe von hinter der Kamera:

 

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Übersetzung des englischen Textes:

Dieses Zubehör dient dem Gebrauch des Mattscheibenprismas (oder Genauscharfstellers), der in Kameras H 16 und H 8 eingebaut ist. Während dieses Prisma beim unmittelbaren Gebrauch ein waagerechtes Bild vorne an der Kamera liefert, ermöglicht das Zubehör die Scharfstellung von der Kamerarückseite aus, auf selber Höhe mit dem Sucher und mit aufrechtem Bild. Ein klares, verzerrungsfreies Bild ist zu sehen in zehnfacher Vergrößerung. Wenn das 25-mm-Objektiv [H 16] bzw. das 12,5-mm-Objektiv [H 8] in Gebrauch ist, sind das Bild und das mit nacktem Auge gesehene Objekt gleich groß, daher kann das Scharfstellbild mit der direkt betrachteten Szene zusammengelegt werden mit der Folge größerer Brillianz des Instruments und angenehmeren Gebrauchs.

Das Zubehör empfiehlt sich besonders zur Einstellung lichtstarker Objektive und von Teleobjektiven bei offener Blende, für Nahaufnahmen, welche immer sehr genaues Fokussieren verlangen, und um die Schärfentiefe zu überwachen. Das Zubehör wird in zwei Modellen geliefert: REFSE für die H 16 und REFTU für die H 8.

 

Um jegliche Parallaxe auszuschalten, braucht man noch dieses Zubehör:

 

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Ein Reflexsucher hat schon immense Vorzüge. Es gibt aber noch keinen Reflexsucher ohne irgendwelche Nachteile . . .

:look:

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Bolex IN ACTION. Die alte H16 und neue D16 im Vergleich. Das ist zwar etwas an den Haaren herbei, aber der Bericht ist schön aufbereitet - für normale Zuschauer das Maximum an Information. Und es ist ja immer wieder schön bei Herrn Ueter und Herrn Diotallevi zu Gast zu sein. Bitte beim Video zu 21:30 „vorspulen”.

 

Hmmmm...

 

 

 

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Zum Thema Präzision:

 

Ich habe kürzlich die beiden Schnittwalzen meines Filmspalters aus dem Hause Simon Wyss einer spezialisierten Firma (Dera, Liedertswil) zum überschleifen gegeben, damit sie endlich zuverlässig das tun, was schon immer hätten tun sollen...

 

Moral von der Geschicht: Lieber gleich zum Profi gehen, da klappts dann auch... Was ich sagen will: Über überzüchtete Präzision zu reden ist eines, sie auch herstellen können etwas anderes...

 

Sorry, Simon, das musste mal raus...

 

Rudolf

Edited by Guest_Rudolf 51 (see edit history)
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Das ist ja eine richtig gute Sendung!

 

Ja, vorbildlich, wie die Macher die Materie einerseits gründlich und technisch anspruchsvoll, andererseits entspannt und kurzweilig vermitteln. An keinem Punkt wird, wie im deutschen ÖR heute üblich, die Geschichte übervereinfacht, weil man den Durchschnittszuschauer für debil hält. Und, aus meiner nördlichdeutsch sozialisierten Sicht: das Schwyzerdütsch (von dem ich nicht immer alles verstehe) ist einfach umwerfend charmant!

Edited by fcr (see edit history)
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Ist jetzt off-topic, aber dazu noch eine Bemerkung: Ich habe seit ein paar Jahren beruflich oft in der Schweiz zu tun (bisher meist französischsprachiger Bereich) und komme immer regelrecht tiefenentspannt zurück. Man denkt mit, arbeitet mit, trifft sich wenn nötig und findet bei Problemen immer Lösungen. Es macht einfach nur Spaß, dort zu arbeiten.

 

Die manchmal belächelte Langsamkeit der Schweizer ist in Wirklichkeit der Garant, um am Ende ein echtes Spitzenergebnis zu erhalten. Lieber 2-3 Monate mehr Bauzeit als ein halbgares Ergebnis! In anderen EU-Ländern ist es genau andersrum, hier wird stur nach Teminplan gehandelt und nicht nach links und rechts geschaut. Ganz schlimm Frankreich, hier ist wegen ständiger Androhungen von Pönalen jedes Mal Ärger und Stress vorprogrammiert. Unter solchen Bedingungen kann einfach nichts Vernünftiges rauskommen.

 

Nur Autofahren in der Schweiz ist Stress! Ein Tempolimit übersehen und es blitzt - garantiert ! Wohl auch der Grund, warum die Autos mit Schweizer Kennzeichen hinter dem Grenzübergang Basel auf deutscher Seite so herzhaft das Gaspedal durchdrücken. ;-)

 

Daher kann ich TK-Chris nur zustimmen !

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Bolex in the H16 service manual specifies:

 

flange focal distance ± 0.02mm

 

groundglass distance ± 0.02mm

 

This is considered satisfactory enough for the manufacturer.

 

Any attempt to get 0.00 is futile as any difference is considered negligeable.

 

Jean-Louis hat Recht, wenn man den Standpunkt des Herstellers einnimmt.

 

 

Ich will bei meiner Kamera, daß der Film nach Norm geführt wird, also mit der rechten Kante gegen feste Anlage läuft und auf der linken Kante angefedert wird. In der Kopiermaschine wird das wiederholt und im normgerechten Projektor ebenfalls.

 

Also unternehme ich etwas:

 

post-79259-0-18916600-1424616249_thumb.jpg

 

Ich befestige den Rahmen auf der rechten Seite mit Lötzinn und mache die Blattfeder neben dem Greifer unwirksam.

Gegenüber schleife ich die Blattfedern an, schwäche sie. Ihr seht zwei feine Rillen. Das Rähmchen ist recht stabil, hartverchromtes Stahlblech. Die Fensterplatte hat nirgends mehr als 15,92 mm Breite.

 

Fensterplatte und Zwischenblech sind flach überschliffen:

 

post-79259-0-30517100-1424616357_thumb.jpg

 

Beim Zwischen- oder Abstandblech (shim) seht ihr an der linken unteren Ecke, daß sie da dünner ist. Die Schleifscheibe hat nichts abgetragen. Das spielt überhaupt keine Rolle. Das Auflagemaß ist 17,520 mm.

 

Zuletzt will ich die lästigen Abrutscher auf dünnerem Film nicht mehr haben. Gigabitfilm 40 ist halb so stark wie gewöhnlicher Film und der Schleppgreifer neigt dazu, aus dem Perforationsloch zu springen. Als Abhilfe bekommt der Greifer eine ausgeprägtere Spitze:

 

post-79259-0-74881100-1424616726_thumb.jpg

 

 

Diese H-16 läuft nun zum ersten Mal in ihrem Leben, wie es sein muß. Die Perforation steht bockstill, wenn ich laufenden Film beobachte, die Einfädelung funktioniert perfekt, nur die 8-1-Welle dreht unrund. Das tut sie aber schon, seit ich die Kamera gekauft habe, das war 1985, wenn ich mich recht erinnere. Jemand hatte wohl versucht, den Querstift zu entfernen, um das Werk total zu zerlegen, und ist dabei falsch vorgegangen. Die 1-1-Welle läuft sehr gut rund. Ich habe vor, einen quarzgeregelten Motor zu beschaffen, vielleicht noch ein Magazin, um ein Mal 800 Fuß Film ununterbrochen belichten zu können. Das sind 22 Minuten bei Tempo 24.

 

In meiner gegenwärtigen finanziellen Lage sind das Wünsche. Ich werde mich dagegen wehren, daß ich die Werkstatt liquidieren soll. Rechtlich verstößt man beim Staat nach drei Monaten gegen Treu und Glauben, handelt unverhältnismäßig, greift ins Eigentum Dritter ein und verletzt die Gleichheit, denn einem Bauern nehmen sie die Lebensgrundlage nicht weg. Verfassungswidrig entwürdigend ist auch Mißachtung des Berufs.

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  • 11 months later...
  • 2 months later...

Auf dem Bild, # 99, ist die Front zu sehen der H-16, Nr. 10005. Bei dieser Kamera habe ich ja auch einen schief verstifteten Lagerblock gefunden und nun noch eine weitere Ungenauigkeit, gestern gemessen:

 

Das untere Objektivgewinde in der Revolverscheibe ist um 0,16 mm näher am mittleren als das obere.

Ich besitze ein Rackover, bei dem ich die Verschiebelänge 42,86 messe. Was ist das für ein Maß? Nun,

mit Blick auf die Entstehungsgeschichte der H-Kameras finde ich 111/16 Zoll in der Nähe, das entspricht

42,8625 mm. Das Rackover funktioniert also sehr genau. Diese Nr. 10005 zeigt sich immer mehr als

ein schwarzes Schaf in der weißen Herde. Zur Erinnerung: Baujahr 1938.

 

Eine andere Unfeinheit sehe ich beim Einstellprisma, dessen obere Fläche nicht glatt poliert, sondern

eigenartig wellig ist. Von Auge sehe ich es gut, versuche hier einen Eindruck davon zu geben:

 

post-79259-0-86597200-1460540729_thumb.jpg

 

Das roh gegossene Glas?

 

Weiter, in der Bedienungsanleitung zur H-Kamera steht:

A prism covering a large part of the subject is fitted inside the camera opposite the upper lens opening . . .

 

post-79259-0-73035600-1460541823_thumb.jpg

 

Ein Prisma, das einen Großteil der Szene abdeckt, ist im Kamerainnern . . .

 

Ich messe nach. Der Ausschnitt im Blech, auf dem das Prisma mit seiner Mattfläche aufliegt, ist gleich

groß wie das Bildfenster für den Film. Was schreiben die da für unstimmiges Zeug?

 

Alles miteinander vermittelt einen Eindruck davon, wie die Geschäftsleitung das Projekt handhabte.

Ich suche noch nach dem passenden Wort.

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