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106 Beiträge in diesem Thema

Vermutlich hat sich Kenneth Branagh unsere kleine Diskussion zur 65-mm-Fotografie bei HAMLET hier im Forum übersetzen lassen und daraus gelernt? Es kann nur besser werden*. :14_relaxed: 

 

Hier ein Artikel aus England:

Film revival gets epic boost with new 65mm facilities in the UK

 

Eindrücke aus Trailer

 

STAR WARS IX auch auf 65mm

 

* Oder auch nicht, die Verwendung von 500-ASA-Film weist nicht gerade auf epische Ausleuchtung und Todd-AO-Look hin...

bearbeitet von magentacine (Änderungen anzeigen)

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Die Artikel noch nicht gelesen, folgt später, aber aus zynischer Routine heraus behaupte ich, dass Produktionen der Neuzeit nirgendwo mehr Ansätze eines tendenziell "kornlosen" Bildes oder forcierter Raumtiefe auf die Leinwand bringen werden. It's over.

Oder wer etwas im Stil der 50eroder 60er Jahre erwartet, müsste gegen die komplette Produktionskette ankämpfen. Was verrückt klingt, ist doch die einzige sinnvolle Konsequenz, die man den irre geworden Apologeten des heutigen 70mm Films entgegen schleudern müsste. 

 

Allerdings war Hamlet von 1996 die Filmkopie mit dem feinsten Korn und den besten Farben, die ich erinnern kann.

Das ist in den früheren Debatten bedauerlicherweise untergegangen, wo die Kritiker des Films meiner Annahme nach eine sehr sehr schlechte Kopie gesehen haben müssen.

 

#

 

"Mord im Orientexpress" könnte kopierwerkstechnisch genauso katastrophal aussehen wie "Interstellar" und "The Hateful eight". Auch die 4k IMAX Trailer von "Dunkirk" zeigen bemühte Action aber keine raumgreifenden Bilder. Diese lieferte eher Mel Gibson mit seinem letzten (digital) gedrehten Kriegsfilm ab. 

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vor 45 Minuten schrieb cinerama:

Allerdings war Hamlet von 1996 die Filmkopie mit dem feinsten Korn und den besten Farben, die ich erinnern kann.

Das ist in den früheren Debatten bedauerlicherweise untergegangen, wo die Kritiker des Films meiner Annahme nach eine sehr sehr schlechte Kopie gesehen haben müssen.

 

Nein, das ist nicht untergegangen. Die von anderen gesehenen Mängel der Aufnahme sind keine Folge der Kopierung, deshalb spielt die Frage ob Kopie ab OCN oder Dup keine Rolle.

Das wurde aber in dem damaligen Thread zu genüge durchgekaut.

 

 

vor 45 Minuten schrieb cinerama:

"Mord im Orientexpress" könnte kopierwerkstechnisch genauso katastrophal aussehen wie "Interstellar" und "The Hateful eight". Auch die 4k IMAX Trailer von "Dunkirk" zeigen bemühte Action aber keine raumgreifenden Bilder. Diese lieferte eher Mel Gibson mit seinem letzten (digital) gedrehten Kriegsfilm ab. 

 

Das Kopierwerk hat keinen Einfluß auf die Schärfentiefe einer Aufnahme. Wenn Du "raumgreifende Bilder" (was immer das auch genau sein soll) haben möchtest, mußt Du diese erst einmal aufnehmen. Wurde leider weder bei H8, Interstellar noch beim Hamlet (1996) gemacht.

 

 

Grüße

 

Salvatore

 

 

bearbeitet von Salvatore Di Vita (Änderungen anzeigen)

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Die Maengel in Branaghs HAMLET haben viele schon bei der Premiere gesehen: bitte nicht andere fuer blind halten.

Zum sondsovielten Male: Der Look eines Films ist immer stark abhängig von der Kopierwerksarbeit. Eben so auch von der Dichte, die zu einem plastischeren Eindruck verhilft.

Die obige Gegeninterpretation zum Imax-Trailer ist ebenfalls redundant. Natuerlich laesst sich auch durch höchste Auflösung ein realistischerer oder räumlicher Eindruck verstaerken, wenn mehr Details zum Vorschein kommen.

 

Wer oben schreibt, Dup- oder Originalkopie sei nicht entscheidend oder spiele "keine Rolle", verschwendet meine Zeit. 

 

bearbeitet von cinerama (Änderungen anzeigen)

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vor 5 Minuten schrieb cinerama:

Die Maengel in Branaghs HAMLET haben viele schon bei der Premiere gesehen: bitte nicht andere fuer blind halten.

 

Wie schön, daß Du Dich jetzt nach so vielen Jahren dazu durchringen konntest zuzugeben, daß fotografische Mängel bei Hamlet vorhanden sind. Wenn nun "viele" bei der Premiere diese Mängel schon gesehen haben, kann es also nicht an der von Magentacine und mir in Karlsruhe gesehenen (Dup?) Kopie gelegen haben, wie Du damals immer wieder behauptest hast.

 

vor 13 Minuten schrieb cinerama:

Die obige Gegeninterpretation zum Imax-Trailer ist ebenfalls redundant. Natuerlich laesst sich auch durch höchste Auflösung ein realistischerer oder räumlicher Eindruck verstaerken, wenn mehr Details zum Vorschein kommen.

 

Wer oben schreibt, Dup- oder Originalkopie sei nicht entscheidend oder spiele "keine Rolle", verschwendet meine Zeit. 

 

 

 

Dazu müßten diese Details auch in der Aufnahme vorhanden sein und nicht in der mangelnden Schärfentiefe der Aufnahme verloren gehen.

Bitte nicht immer die Worte anderer verdrehen!

 

 

Danke und Grüße

 

Salvatore

 

 

 

 

 

 

 

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Es sind ja auch mehr Details in einem Large Format vorhanden. Bitte nicht verdrehen.

HAMLET wurde pauschal in letztenendes sinnlosen Threads hingerichtet. Darin mischten sich noch Aversionen gegen Branagh generell, wo klar wurde, dass die Empfehlung einer anderen, vorzüglichen Filmkopie bei den Verfassern schon keine Neubewertung mehr zuließ.

In dem Augenblick war der Thread tot. Kein Einzelfall.

bearbeitet von cinerama (Änderungen anzeigen)

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Zumindest die Schneeaufnahme von ORIENT EXPRESS (Totale) scheint, mit aller Vorsicht gesagt, besser als in HATEFUL 8 gelungen zu sein.

Die Innenaufnahmen konventionell - ohne Ueberbrillanz, die einige an 60er Jahre-Filmen schätzen, Kameraleute seit den Siebzigern jedoch ablehnen (oder nicht hinbekommen, weil sie Kompromisse eingehen möchten).

bearbeitet von cinerama (Änderungen anzeigen)

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vor 16 Minuten schrieb cinerama:

HAMLET würde de pauschal in letztenendes sinnlosen Threads hingerichtet. Darin mischten sich noch Aversionen gegen Branagh generell, wo klar wurde, dass die Empfehlung einer anderen, vorzüglichen Filmkopie bei den Verfassern schon keine Neubewertung mehr zuließen.

In dem Augenblick war der Thread tot. Kein Einzelfall.

 

Würde oder wurde? ;-)

 

Auch das stimmt nicht! Wie man unter https://www.filmvorfuehrer.de/topic/19649-vermutungenferndiagnosenbetrachtungen-zu-hamlet/?do=findComment&comment=227877 nachlesen kann, wurde ein anderer Film von Herrn Branagh von mir sogar gelobt.

Bleib doch bitte bei der Wahrheit!

 

 

Danke und Grüße

 

Salvatore

 

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Agatha Christie - als Jugendlicher verschlang ich ihre Romane. Ich besorgte mir Mutters Büchereiausweis, weil man mit 12-13 Jahren noch keine Krimis ausleihen durfte. Nach langen Jahren las ich neulich "The A.B.C. Murders" auf englisch. (Mit Frank Tashlins Film von hatte das nur vom Gerüst her etwas zu tun.) Leichtes Englisch, einfacher Stil, aber immer noch beeindruckend. Was war dran? Spannung und ausgeklügelte Konstruktion. Das waren ihre Stärken. Deswegen werden ihre Bücher auch immer wieder verfilmt.

 

Ihr größter Krimi war vermutlich ihr eigenes Verschwinden nach einer Ehekrise. 1926 hatte ihr erster Ehemann eine Geliebte und wollte sich scheiden lassen. Nach einem Streit verschwand Agatha Christie spurlos. Ihr Auto wurde an einem Abhang zerstört gefunden, aber ohne Leiche. Agatha Christie war damals schon eine bekannte Krimi-Autorin. Sherlock-Holmes-Autor Arthur Conan Doyle wollte sie mit spiritistischen Sitzungen auftreiben. Der Innenminister setzte Tausende von Polizisten zu ihrer Suche ein. Eine Zeitung versprach eine Prämie von 100 Pfund. Agatha Christie blieb 11 Tage lang spurlos verschwunden. Schließlich fand man sie in einem Hotel in Harrogate in Yorkshire. Agatha Christie konnte sich an nichts erinnern. Sie hat zeitlebens darüber geschwiegen. Ihre Verwandtschaft wollte später einen Film über diesen Vorfall gerichtlich verbieten lassen.

 

Das wäre natürlich nicht die erste Verfilmung von MURDER ON THE ORIENT EXPRESS. 1974 gab es bereits einen passablen Film mit Starbesetzung von Sidney Lumet, dann folgten mindestens 3 Fernseharbeiten. Man kann gespannt sein, was Kenneth Branagh diesmal mit dem 65mm-Format macht.

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Die Fotografie der 70er Jahre-Verfilmung war durchaus beachtlich.

 

vor 19 Stunden schrieb cinerama:

Es sind ja auch mehr Details in einem Large Format vorhanden. Bitte nicht verdrehen.

HAMLET wurde pauschal in letztenendes sinnlosen Threads hingerichtet. Darin mischten sich noch Aversionen gegen Branagh generell, wo klar wurde, dass die Empfehlung einer anderen, vorzüglichen Filmkopie bei den Verfassern schon keine Neubewertung mehr zuließ.

In dem Augenblick war der Thread tot. Kein Einzelfall.

 

Frühere Einlassungen zu HAMLET (1996) im Forum:

 

Am 22.10.2011 um 18:19 schrieb magentacine:

 

HAMLET

 

 

Es gibt ja kaum etwas, das sich ein echter 70-mm-Aficionado nicht ansähe, solange es im Königsformat aufgenommen wurde. Sogar SONG OF NORWAY oder SCENT OF MYSTERY würde ich mir ohne Wimpernzucken noch einmal ansehen und trauere noch heute der verpaßten Gelegenheit nach, KRAKATOA - EAST OF JAVA zu sehen.

HAMLET allerdings stellte diese Hartnäckigkeit auf eine mehr als harte Probe, und wenn es bei diesem Festival einen wirklich mißlungenen Film gab, dann war es für mich dieser.

 

1. Die Inszenierung

 

Langeweile, unsägliche Langeweile. HAMLET ist ein Stück, daß mich noch nie, weder als gelesener Text noch als Aufführung, jemals eine Sekunde gelangweilt hat. Die Originalfassung ohne Untertitel war natürlich zunächst eine harte Nuß, aber dank der Erinnerung an das Stück und allmählicher Gewöhnung an das Versmaß konnte ich der Handlung in groben Zügen folgen. Nein, es lag an Kenneth Branaghs Darstellung und Inszenierung. Seit dem unsäglichen FRANKENSTEIN hat Branagh nichts über Filmregie hinzugelernt, sein Konzept besteht nämlich darin, wie ein wildgewordener Bodenturner durch die Sets zu hasten und sich dabei von der Kamera umkreisen zu lassen. Das ist, selbst wenn dabei Shakespeare ungekürzt gesprochen wird und in den herrlichsten Kulissen gekreiselt wird, einfach langweilig. Wenn es etwas Großartiges gab, dann in den letzten zehn Minuten des ersten Teils, da taumelte ich kurzzeitig aus dem Kino, um unter Spott der früher Geflohenen mich mit Koffein zu dopen.

In der zweiten Hälfte wurde es zunächst besser, weil Branagh szenenweise einen Gang zurückschaltete (burn out?) und man sich an den diversen Cameos erfreuen konnte, Charlton Heston und Billy Chrystal waren eine angenehme Erholung gegenüber dem hypermotorischen ADS-Hamlet Branaghs. Das Ende dann wieder völlig mißlungen, angekündigt von Robin Williams' Osrick, der eigens mit Gartenzwergbart aus dem dritten Teil von "Männer allein im Wald" entsprungen war, um das große Actionfinale mit Stirblangsam-Branagh im Pinup-Strampelanzug und dem SEK-Einsatz der norwegischen Kämpfer einzuleiten. (Nur Lara Croft hatte Shakespeare irgendwie vergessen.)

 

Ein gewaltiges Monument der Eitelkeit eines Hauptdarsteller-Regisseurs, der exzellente Leistungen etwa von Derek Jacobi (Claudius) oder Kate Winslet (Ophelia) sinnlos verpulvert. Branaghs Einfall, eine Handlung, die zur Zeit ihrer Entstehung im 16. Jahrhhunert bereits historisch war, in Architektur und mit Requisiten des 19. Jahrhunderts abzuhandeln, ist bereits so sinnleer, daß sie an jedem deutschen Stadttheater der 1980er begeistert aufgenommen worden wäre ("Klassiker zeitgemäß verfremden"). Wahrlich, ein immenser Gewinn für Shakespeare, wenn die Höflinge Rosencrantz und Güldenstern mit der Schmalspur-Dampflokomotive eintreffen, das erleichtert dem modernen Zuschauer den Zugang enorm! Hätte Blenheim Palace einen Minigolf-Parcours, ich wüßte, wo Hamlet und Ophelia sich ausgesprochen hätten...

Zum Fremdschämen auch der Rübezahl-Studiowald, in dem Hamlet den Geist seines Vaters trifft, und wer kürzlich THOR gesehen hat, wird den ganzen Mummenschanz dort wiederfinden - auch in den letzten 15 Jahren hat der Regisseur nichts dazugelernt!). Die multi-ethnische Besetzung (für alle Märkte jemand dabei?) ist ebenso genial wie die afroamerikanischen und asiatischen nordischen Götter im Reich Asgard (Branaghs THOR) - die politisch korrekt zusammengesetzten "lost boys" in Spielbergs HOOK lassen grüßen. Die Kostüme erinnern vielfach eher an den CSD als an ein historisches Drama, und der großeartige Jack Lemmon (als Wache am Filmbeginn) sieht aus wie ein Operettenwitzfigur.

 

 

2. Die Nutzung des 65-mm-Formates

 

Als bislang letzter vollständig in 65mm gedrehter Spielfilm hat HAMLET natürlich einen gewaltigen Goodwill-Bonus. Der war für mich relativ schnell aufgebraucht, denn der Film macht von den speziellen Möglichkeiten des Formates nicht viel Gebrauch. Die Außenaufnahmen sind unspektakulär, die meisten der unzähligen Kamerafahrten überflüssig und nur der Angst geschuldet, daß Darsteller und Text allein den Film nicht tragen. Branagh spielt visuell permanent Forte, bis man taub ist, ohne dabei wirklich spektakuläre Bilder zu schaffen. Die Schärfentiefe ist, von sehr wenigen Weitwinkelaufnahmen abgesehen (die zuweilen merkwürdige Farbsäume am Rand zeigen), viel zu flach, was durch die Bewegungen der Darsteller und Kamera im Raum nur unterstrichen wird.

 

Inzwischen habe ich noch einmal nachgelesen, was der Kameramann Alex Thomson zu HAMLET zu sagen hatte, und zwar im damaligen Bericht des "American Cinematographer". Man muß ein wenig zwischen den Zeilen lesen, aber kurz zusammengefaßt stellt es sich mir so dar:

 

a) Der Film wurde in nur neuneinhalb Wochen gedreht, was bei seiner Laufzeit und Komplexität der Dialoge knapp zu nennen ist. Das bedeutete, daß zu wenig Zeit war, eine klassische Ausleuchtung zu gestalten.

 

B) Thomson selbst sagt, daß in der Regel kaum ungeleuchtet wurde, stattdessen habe man sich für ein gleichmäßiges, diffuses Licht entschieden. Um Unterbrechungen zu vermeiden, bestand Branagh auf zwei parallel laufenden Kameras, was auch ein eher diffuses Licht nötig macht. Perfekte dramatische Ausleuchtung geht nicht für zwei Kamerastandpunkte.

 

c) Thompson sagt weiter, daß Branagh Sorge hatte, der Film könne langweilig werden und deshalb auf der dauernden Kamerabewegung bestand.

 

d) Der Film entstand mit einem relativ geringen Budget von 14 Mio. US$

 

Alex Thomson war ein weitaus besserer Kameramann, als HAMLET das ahnen läßt, ich erinnere nur an ALIEN 3, TRACK 29 oder EXCALIBUR. Seine besten Arbeiten entstanden jedoch immer unter visuell starken Regisseuren wie John Boorman, Nicholas Roeg oder David Fincher, und Branagh gehört definitiv nicht in diese Kategorie. Also tat er sein bestes, um im verfügbaren Budget und im 65-mm-Format den Film zu realisieren, wobei aber kein eindrucksvoller 65-mm-Look entstehen konnte. Das braucht offensichtlich weitaus mehr Zeit und Kontrolle, als hier zur Verfügung standen.

 

Die leichten Bildstandsschwankungen waren vermutlich auf die Kopierung vom Dulikatnegativ zurückzuführen. Der Hinweis auf noch bessere Kopien vom Kameranegativ erscheint mir unsinnig, da vielleicht noch etwas mehr Schärfe und noch weniger Korn (in den Nachtszenen mit höherempfindlichem Material) an der grundsätzlichen Misere nichts ändern.

Man kann diese Art der Fotografie durchaus verteidigen, nachdem es in der Kunst kein absolutes Richtig und Falsch gibt. Ich halte den gewählten Stil lediglich für eine Notlösung, die leider noch mehr auf die oben aufgeführten konzeptionellen Schwächen hinweist. Bin ich froh, HAMLET gesehen zu haben? Ganz sicher. Ist es verwunderlich, daß der Film keine Renaissance des 65-mm-Formates gebracht hat? Ganz sicher nicht!

 

Wichtiger Nachtrag:

Soeben höre ich aus glaubwürdiger Quelle, daß für Frauen die reine Anwesenheit von Herrn Branagh vor der Kamera völlig ausreichend und befriedigend sei. Gebe das so weiter, ohne die Tragweite, auch blondiertechnisch, beurteilen zu können.

Aus: https://www.filmvorfuehrer.de/topic/2421-70mm-event-in-karlsruhe/?page=74

 

Lieber Cinerama,

 

wenn Du nur ins Kino gehst um zu sehen, ob in der ersten Reihe Korn sichtbar ist, dann mag "Hamlet" für Dich ein guter Film sein. Wundere Dich dann aber bitte nicht, wenn Du hier im Forum von einigen demnächst nicht nur als "Erbsenzähler" sondern auch als "Kornzähler" betitelt wirst.

Das von mir kritisierte Problem bei "Hamlet" ist nicht die Kopierung der "Dup-Kopien", es ist die Aufnahme.

"Viel Lärm um nichts" (OT: "Much Ado About Nothing") hat im Gegensatz zu "Hamlet" eine Fotografie, die man sich mit Freude den ganzen Film lang ansehen kann. Es sind viel bessere und schönere Bilder, obwohl "nur" auf 35mm gedreht wurde.

Bei "Hamlet" bekomme ich Brechreiz. Da stehen z.B. 5 Leute auf einer Treppe, die vielleicht 2 Meter breit ist, Kamera von der Seite und von diesen 5 Leuten ist nur eine Person in der Schärfe. Was nutzt da Kornfreiheit und Auflösung des Filmformates, wenn der Zuschauer immer gegen eine Wand aus Unschärfe schauen muß.

Auch enthält "Hamlet" Kamerafahrten, die aussehen, als ob sie mit dem Einkaufswagen aus dem nächsten Supermarkt gemacht wurden.

Durch die Lichtsetzung verkommen die Räume zu uninteressanten Hintergründen, die durch die mangelnde Schärfentiefe eh nicht bewundert werden können.

 

Wäre "Hamlet" digital in 4K gedreht, Du würdest die Fotografie zerreißen. So hat der Film bei Dir aber einen Breitfilm-Bonus, den er nicht verdient hat.

 

Diesen Thread auch wieder für Deine ständige Stänkerei gegen Karlsruhe zu missbrauchen nervt ungemein!

BTW: Nach Karlsruhe sind es von hier aus mehr als 100 km.

Hast Du wirklich keine Argumente mehr als verdrehte Tatsachen? Falls ja, dann setze Dich bitte einfach bei der nächsten Vorstellung in die erste Reihe und versuche, die Filmkörner zu zählen. Dann hast Du was zu tun und bist glücklich.

 

Das ist genau dieses Geblubber, was ich gemeint habe. Jeder noch so kleine digitale Fehler wird hier als das Ende des Kinos kritisiert, analoge Fehler aber komplett ausgeblendet oder heilig gesprochen.

Natürlich habe ich schon gute Kopien gesehen. Allerdings habe ich auch gesehen, wie das Ergebnis aussieht, wenn im Kopierwerk auf "höchstem Niveau improvisiert wurde".

Falls Dir die "Kornzählung" mal zu langweilig wird, hätte ich folgenden Vorschlag für Dich:

In vielen Großstädten gibt es kommunale Kinos und Filmmuseen, die u.a. interessierten Zuschauern Filme in Form von archivierten Filmkopien zeigen. Diese Vorstellungen, die ich ausdrücklich befürworte wie auch die sonntägliche Inbetriebnahme der Dampflocks der Museumsbahnen, vermitteln einen guten Eindurck über die Qualitätsspanne, die Kopierwerke in den letzten 60 Jahren ausgeliefert haben.

Macht auch mehr Spaß als einen kaputten "Ben Hur" auf dem 37cm CRT-TV zu sehen (keine Ferndiagnose).

 

 

Aus:  https://www.filmvorfuehrer.de/topic/19649-vermutungenferndiagnosenbetrachtungen-zu-hamlet/?do=findComment&comment=227877

 

Am 22.4.2014 um 16:07 schrieb Salvatore Di Vita:

 

[...]

Diese TV-Fotografie und Schnittfolge ist wirklich ganz großes Kino und kommt ganz bestimmt nur auf einer mindestens 20 Meter breiten gekrümmten Bildwand voll zur Geltung.

Die folgende von Dir sehr gelobte Einstellung inkl. Kamerafahrt sieht selbst im YouTube-Video so aus, als wäre sie aus einer SAT1-TV-Produktion entnommen.

 

 

?

bearbeitet von cinerama (Änderungen anzeigen)

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Was soll das eigentlich?

 

Den neuen Film MORD IM ORIENT-EXPRESS hat derzeit weder ich noch irgendjemand von Euch im Kino auf der großen Bildwand gesehen.

 

Warum wird dieser Thread schon wieder von kleinkarierten Besserwissern, Erbsenzählern und Krümelsuchern so zugemüllt?:491_rotating_light:

 

 

Gruß

Maximum

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Am 4.6.2017 um 12:40 schrieb magentacine:

Vermutlich hat sich Kenneth Branagh unsere kleine Diskussion zur 65-mm-Fotografie bei HAMLET hier im Forum übersetzen lassen und daraus gelernt? Es kann nur besser werden*. :14_relaxed: 

 

Eindrücke aus Trailer

 

* Oder auch nicht, die Verwendung von 500-ASA-Film weist nicht gerade auf epische Ausleuchtung und Todd-AO-Look hin...

 

Nach Sichtung des von Magentacine verlinkten Trailers hält sich meine Vorfreude auf diesen Film doch sehr in Grenzen. Nun bin ich aber auch selten in Kontakt mit modernen Videospielen und kann vielleicht deshalb mit dieser "Bildästhetik" überhaupt nichts anfangen.

Wäre das eine normale digitale Produktion oder die Kombination aus 35mm Aufnahme und digitaler Post, niemand würde diesem Film größere Aufmerksamkeit und einen eigenen Thread in diesem Forum schenken.
Vor ein paar Jahren noch wären diese unnatürlichen Farben von einigen "Fachleuten" hier im Forum scharf als digitale Fehler kritisiert worden, aber nun auf 70mm wird sowas gefeiert. Ist aber auch verständlich, kommt doch sonst nichts mehr nach im ehemaligen Königsformat.

 

Ok, ich will den Film nicht vorverurteilen und schaue ihn mir auch lieber an als noch einmal Hamlet (1996), aber die Zeit der großen, schönen und natürlichen Bilder scheint leider vorbei zu sein. Immerhin hat die Kamerafahrt durch den Zug nicht so gewackelt wie die Fahrten im o.g. Hamlet.
Na dann, Augen zu und durch. ;-)


Grüße

 

Salvatore

 

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@cinerama:

 

Bitte laß doch das seitenlange Zitieren, es ist unübersichtlich und unproduktiv und stört die Mitlesenden. Ein Link auf die damalige Diskussion hätte für Interessierte vollauf genügt. Farbiges Markieren ersetzt kein Argumentieren, und es ist traurig, daß Du auch Jahre später noch nicht bereit bist, den Unterschied zwischen Fotografie und Kopierwerksarbeit zu erkennen oder zuzugeben.

Meine Kritik an der Fotografie von HAMLET ist sachbezogen und fachlich begründet, daran ändern auch Abneigung gegen Hauptdarsteller oder Regisseur nichts. Auch persönliche Urteile sind Teil der Diskussion.

 

Der von Dir wieder aufgewärmte Punkt der Kopienqualität war längst vom Tisch, nachdem wir damals einig waren, daß Du in Berlin eine andere Kopie (evtl. vom OCN) als ich gesehen hast (evtl. vom Dup), was die unterschiedliche Bewertung von Körnigkeit, Bildstand und Detailreichtum erklären könnte.

 

Bei der von Dir gelobten Schneetotale im Trailer würde es mich in keiner Weise wundern, wenn sie komplett aus dem CGI-Rechner stammte. Die Zeiten sind vorbei, in denen ein David Lean tonnenweise Marmorstaub verteilen ließ, um Schneefelder zu erzeugen (Doctor Zhivago). Die Orient-Express-Verfilmung von 1974 ist in der Tat sehenswert und von Geoffrey Unsworth (2001, Cabaret) kompetent fotografiert.

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Lieber Magentacine,

leider war es notwendig, Deine Einlassungen zu zitieren und entsprechende Stellen zu markieren, weil aus Ihnen manchmal Kunst- und Schauspielerverachtung spricht. Argumentativ verteidigte ich Branaghs Ansatz, seine literarische Vorlage in das 19. Jahrhundert zu versetzen, begründet auch von der Theaterwissenschaft annotiert.

Argumente Deinerseits kippen leider zu oft vom analytischen Ansatz zu reinen Geschmacksnoten und Aversionen. Man sollte sich schon entscheiden, in welche Richtung man aufbricht. Beschreibungen von Mängeln der Aufnahme oder Diffamierungen der Filmemacher?.

Die Schelten fotografischer Mängel sind niiemals abgestritten worden, und wenn, so tut es mir leid: lange vor unserer Diskussion hatte ich HAMLET als unzureichend für einen visuellen Stil erachtet, der klassische oder moderne 70mm-Optionen konsequent auslotet. Und desöfteren nachgeschoben, daß m.E. keine einzige Large-Format-Produktion seit 1971 an ausdrucksstarke und tiefe Bilder der 50er und 60er Jahre angeknüpft hätte. Ständig möchte ich dies zum Vergleich erinnern.

 

Nun ging es aber ingesamt um die Ästhetik in HAMLET, u.a. auch das Aufzählen Deinerseits oder DeVitas von Aufnahmen "out of focus", die einen Teil der  visuellen Leistung umschreiben, es sollte aber doch auch um durchaus gelungene und sehr schöne Aufnahmen gehen. Hier mochte ich einer verzerrenden Wertung Eurerseits entgegentreten, denn HAMLET ist fotografisch für das Jahrzehnt der 90er Jahre insgesamt noch als überdurchschnittlich anzuerkennen. 

Darum hatte ich auf den maßgeblichen Einfluß der Kopierwerksarbeit auf den Look eines Films hingewiesen. Bei sehr vielen anderen Filmen ebenfalls. Dieser Einfluß sollte ein weiterer Aspekt werden.

Bedauerlicherweise wurde und wird er als nachrangig erachtet, und das möchte ich als fachliche Katastrophe festhalten. 

Und man wiederholt es nachwievor: Der von Dir wieder aufgewärmte Punkt der Kopienqualität war längst vom Tisch

Ist er nicht und wird er auch nie sein. Wer diese Relevanz herunterspielt, erweist sich als halbfertiger Analyst. Es ist nicht nur traurig, sondern extrem arrogant, die Kopierwerkseinflüsse zu marginalisieren. So habe ich mit HAMLET eine gestochen scharfe und auch farblich sehr schöne Kopie gesehen. 

Was wiederum ist Eure Wertung nach Eurer Sichtung? Man schaue gegen eine unscharfe Wand, wird der Film generalisiert. Es wird kein einziger Aspekt des Films positiv gesehen. Das Resummee ist, daß es sich fast schon um ein Schundprodukt handeln müsse, folgte man Euren Verrissen-

Bedauere - ihr habt den Film in keiner perfekten Kopie gesehen, das ist für mich vollkommen klar. Auch die Blu ray Disc ist nicht state of the art. Also sollte man  vorsichtig sein. Und leider ist dies nicht der Fall.

 

Die Innenaufnahmen von MORD IM ORIENT EXPRESS lobte ich nicht, weil sie konventionell aussehen. Die Schneeaufnahmen in HATEFUL 8 allerdings sahen nachweislich schlechter aus! Die endgültige Farbqualität würde ich aus einem Youtube-Trailer ebenfalls nicht vorwegnehmen wollen. Eher wies ich darauf hin, daß diverse digitale Produktionen der letzten Jahre fast immer den sogenannten Analog-Produktionen überlegen waren. Welt der analoge Prozeß nicht beherrscht wird.

 

Salvatore Vita schreibt:

 

Wäre das eine normale digitale Produktion oder die Kombination aus 35mm Aufnahme und digitaler Post, niemand würde diesem Film größere Aufmerksamkeit und einen eigenen Thread in diesem Forum schenken.
Vor ein paar Jahren noch wären diese unnatürlichen Farben von einigen "Fachleuten" hier im Forum scharf als digitale Fehler kritisiert worden, aber nun auf 70mm wird sowas gefeiert. Ist aber auch verständlich, kommt doch sonst nichts mehr nach im ehemaligen Königsformat.

 

Ja und? Dasselbe bermerkte ich zu HATEFUL 8. Hat dies mal jemand gelesen? Aber hier habt Ihr Euch anscheinend bis heute nicht bequemt, die 70mm-Fassung anzusehen. Aber dreist genug verfaßt Magentacine "Ultra Panavision"-Stories mit HATEFUL 8 als Aufhänger und Titelbild, ohne daß er den Film zuvor gesehen hat. Daher auch magentacines Einlassungen, THE HATEFIL 8 sei mit "historischen Kameras" gedreht. So etwas bezeichne ich als spekulativ und manipulativ. Mit apodiktischer Rhetorik wird der Leser von einem Autor über Ultra Panavision-Produktionen aufgeklärt, der einige Filme, dazu zähle ich HATEFUL 8 und auch ITS A ischMAD ... WORLD, nicht auf 70mm gesehen haben kann. 

 

Wenn ich so etwawas loslasse, ich mich schämen.

Da Deine Einlassungen, magentacine, jedoch verlinkt sind, finden sich dort weitere zahllose Spitzen gegen andere Meisterwerke des Breitfilms, etwa THE GREATEST STORY EVER TOLD. Das Werk eines der m.E. größten Regisseure überhaupt. Unerträglich, wie die hervorragenden Dialogen und Monologe des Films. die eine Innerlichkeit unvergleichlich zum Ausdruck bringen, als irgendwie schlechtes Drehbuch abgetan werden. Sollte der Film sich schwer vermitteln, hat man eine kritische Analyse anders anzusetzen. Nun bin ich so wenig Comedy-Anhänger wie magentacine Anhänger von Sandalen- oder Bibelfilmen, würde mich aber in Genres zurückhalten, in denen man nicht sattelfest ist. Schon Anflüge Deinerseits wie "Ich bis sicher kein Fan von CLEOPATRA; aber...." zeigen das ganze Ausmaß von Belustigung über nicht gemochte Filme. Die m.E. äußerst verdichtete Dialogregie von Joseph L. Mankiewicz wird dabei vollständig ignoriert. Wie schon andererseits (HAMLET u.a.) die "Kopierwerksarbeit längst vom Tisch" ist.

Hier entscheinden einfach magentacines und DeVitas, was wichtig und unwichtig ist, je nachdem, womit sie sich befasst haben oder nicht.

Solche Wertungen allerdings zeugen von Unreife.

 

Warum bitte zitiert magentacine letzlich DOCTOR ZHIVAGO?

Die Zeiten sind vorbei, in denen ein David Lean tonnenweise Marmorstaub verteilen ließ, um Schneefelder zu erzeugen (Doctor Zhivago). Die Orient-Express-Verfilmung

von 1974 ist in der Tat sehenswert und von Geoffrey Unsworth (2001, Cabaret) kompetent fotografiert.

Der in Spanien verteilte Kunstschnee in DOCTOR ZHIVAGO ist m.E. ein Manko. David Lean (oder Carlo Ponti?) für diese Produktion nun als Anti-These oder Alternative (?) zu Branagh heranzuführen, finde ich mißglückt. DOCTOR ZHIVAGO hat seinen publikumswirksamen und manipulativen Elemente, ihm ist aber ebenso seine "Künstlichkeit" anzusehen. Es sind Konstüme und Frisuren in DOCTOR ZHIVAGO, die nicht zur russischen Revolutionszeit passen, sondern sehr klar 60er-Jahre Prägungen evident machen. Es macht eben so wenig Sinn, David Lean zu vergöttern, wie sich über Stevens oder Mankiewicz voreilig abwertend zu äußern-

 

Viele Analysen von magentacine greifen richtige Punkte heraus, lassen aber die Tiefe in der Gesamtbewertung vermissen, sobald er sich über filmische Idiome lustig macht, ohne deren literarische Grundlagen durchforstet zu haben.Bisweilen höre ich darin Plattitüden ähnlich denen Ulrich Gregors aus den 60er Jahren, in denen er filmische Klischees, die im narrativen Film meist unvermeidlich sind, als Steilvorlage für seinen Hohn und seine Abneigung heranzieht. Und die filmischen Subtexte dabei übersieht.

 

Allerdings würde ich mich davon nicht ausnehmen, da mir die Nähe bspw. zu James-Cameron-Filmen fehlt, dessen Klischees ich beinahe als Folter empfinde und dabei mögliche zivilisationskritische Ansätze und technische Innovationen ausblendete. Aber zumindest enthalte ich mich hierzu weiterer Wertungen.

 

Wir kommen definitiv nicht weiter, und ich hätte nichts dagegen, den Kontakt hiermit abzubrechen.

 

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vor 8 Stunden schrieb cinerama:

Die Schelten fotografischer Mängel sind niiemals abgestritten worden, und wenn, so tut es mir leid: lange vor unserer Diskussion hatte ich HAMLET als unzureichend für einen visuellen Stil erachtet, der klassische oder moderne 70mm-Optionen konsequent auslotet. Und desöfteren nachgeschoben, daß m.E. keine einzige Large-Format-Produktion seit 1971 an ausdrucksstarke und tiefe Bilder der 50er und 60er Jahre angeknüpft hätte. Ständig möchte ich dies zum Vergleich erinnern.

 

Könntest Du das bitte mit einem Link auf ein entsprechendes Posting belegen?

Meiner Erinnerung nach hast Du erst nach Diskussion des 1996er Hamlets hier im Forum angefangen auf die Fotografie zu achten und nicht nur auf die Kopierwerksarbeit.

In der von mir oben verlinkten Hamlet-Diskussion kann man jedenfalls nachlesen, daß Du Kritik an der Fotografie dieses Films nicht zulässt und alle gesehenen Mängel der DUP-Kopierung zuschreibst.

 

 

vor 8 Stunden schrieb cinerama:

Nun ging es aber ingesamt um die Ästhetik in HAMLET, u.a. auch das Aufzählen Deinerseits oder DeVitas von Aufnahmen "out of focus", die einen Teil der  visuellen Leistung umschreiben, es sollte aber doch auch um durchaus gelungene und sehr schöne Aufnahmen gehen. Hier mochte ich einer verzerrenden Wertung Eurerseits entgegentreten, denn HAMLET ist fotografisch für das Jahrzehnt der 90er Jahre insgesamt noch als überdurchschnittlich anzuerkennen. 

Darum hatte ich auf den maßgeblichen Einfluß der Kopierwerksarbeit auf den Look eines Films hingewiesen. Bei sehr vielen anderen Filmen ebenfalls. Dieser Einfluß sollte ein weiterer Aspekt werden.

Bedauerlicherweise wurde und wird er als nachrangig erachtet, und das möchte ich als fachliche Katastrophe festhalten. 

 

Nochmal: Das Kopierwerk hat Einfluß auf die Farbgebung, den Bildstand und die Qualität der Kopierung in Sachen Auflösung. Es hat keinen Einfluß auf die bei Hamlet verwendete und kritisierte Lichtsetzung, es hat keinen Einfluß auf die Schärfentiefe einer Aufnahme und es hat auch keinen Einfluß auf die wackligen Kamerafahrten im o.g. Film.

Die in Karlsruhe gezeigte Kopie (egal ob Dup oder nicht) war von der Auflösung und im Bildstand nicht so schlecht, daß man die Mängel der Aufnahme nicht deutlich sehen konnte.


 

vor 8 Stunden schrieb cinerama:

Ist er nicht und wird er auch nie sein. Wer diese Relevanz herunterspielt, erweist sich als halbfertiger Analyst. Es ist nicht nur traurig, sondern extrem arrogant, die Kopierwerkseinflüsse zu marginalisieren. So habe ich mit HAMLET eine gestochen scharfe und auch farblich sehr schöne Kopie gesehen. 

Was wiederum ist Eure Wertung nach Eurer Sichtung? Man schaue gegen eine unscharfe Wand, wird der Film generalisiert. Es wird kein einziger Aspekt des Films positiv gesehen. Das Resummee ist, daß es sich fast schon um ein Schundprodukt handeln müsse, folgte man Euren Verrissen-

 

Mit der unscharfen Wand ist die geringe Schärfentiefe der Aufnahme gemeint und nicht die Qualität der Kopierung!

 

Wenn Du weitere Probleme mit meiner Meinung zu Hamlet (1996) hast, so lass uns das bitte im oben verlinkten Thread besprechen, es ist hier an dieser Stelle unpassend.

 

 

vor 8 Stunden schrieb cinerama:

Ja und? Dasselbe bermerkte ich zu HATEFUL 8. Hat dies mal jemand gelesen?

 

Vermutlich nicht. ;-)

 

Aber was soll das eigentlich? Schreibt man etwas, was von Deiner Meinung abweicht, folgen auch 16 Jahre danach noch Zitatorgien und der Vorwurf, man sei arrogant, wenn man nicht Deiner Meinung sei (siehe ein paar Zeilen weiter oben), aber schreibt man etwas, was "fast" Deiner Meinung entspricht, so bist Du entrüstet.

Bist Du sicher, daß Du eine Diskussionsplattform wie dieses Forum suchst und nicht mit einem eigenen Blog besser bedient wärst? Nur so als Vorschlag. ;-)

 

 

vor 8 Stunden schrieb cinerama:

 

Aber hier habt Ihr Euch anscheinend bis heute nicht bequemt, die 70mm-Fassung anzusehen.

 

Ich habe nur das erste Kapitel gesehen, dann bin ich gegangen. Der Film hatte für meinen Geschmack zuviel sinnlose Gewalt.

 

 

vor 8 Stunden schrieb cinerama:

Hier entscheinden einfach magentacines und DeVitas, was wichtig und unwichtig ist, je nachdem, womit sie sich befasst haben oder nicht.

Solche Wertungen allerdings zeugen von Unreife.

 

Sag mal Cinerama: Geht es Dir hier um die von Magentacine und mir angesprochenen Argumente oder hast Du einfach ein persönliches Problem mit Magentacine und mir?

Falls letzteres der Fall sein sollte, so lass uns das persönlich bei einem Abendessen besprechen und aus der Welt schaffen.

 

 

Danke und Grüße

 

Salvatore

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Am 7.6.2017 um 04:56 schrieb cinerama:

Wenn ich so etwawas loslasse, ich mich schämen.

 

Du nix mümüsse schäme, morgen neue Tag, neue Unsinn verzapfe...   ;)

 

Scheff

 

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Quote

Die Schelten fotografischer Mängel sind niiemals abgestritten worden, und wenn, so tut es mir leid: lange vor unserer Diskussion hatte ich HAMLET als unzureichend für einen visuellen Stil erachtet, der klassische oder moderne 70mm-Optionen konsequent auslotet. Und desöfteren nachgeschoben, daß m.E. keine einzige Large-Format-Produktion seit 1971 an ausdrucksstarke und tiefe Bilder der 50er und 60er Jahre angeknüpft hätte. Ständig möchte ich dies zum Vergleich erinnern.

 

Nun ging es aber ingesamt um die Ästhetik in HAMLET, u.a. auch das Aufzählen Deinerseits oder DeVitas von Aufnahmen "out of focus", die einen Teil der  visuellen Leistung umschreiben, es sollte aber doch auch um durchaus gelungene und sehr schöne Aufnahmen gehen. Hier mochte ich einer verzerrenden Wertung Eurerseits entgegentreten, denn HAMLET ist fotografisch für das Jahrzehnt der 90er Jahre insgesamt noch als überdurchschnittlich anzuerkennen. 

Darum hatte ich auf den maßgeblichen Einfluß der Kopierwerksarbeit auf den Look eines Films hingewiesen. Bei sehr vielen anderen Filmen ebenfalls. Dieser Einfluß sollte ein weiterer Aspekt werden.

Bedauerlicherweise wurde und wird er als nachrangig erachtet, und das möchte ich als fachliche Katastrophe festhalten

 

 

Selbstverständlich spielt das Kopierwerk eine wichtige Rolle. Die setzt sich zusammen aus zwei Komponenten, der technischen und der gestalterischen. Die gestalterische findet ausschließlich bei der analogen Lichtbestimmung, idealerweise in enger Kooperation mit dem Kameramann, statt. (Hierbei lasse ich Sonderlösungen und Spezialprozesse, die das Kopierwerk mit dem Kameramann vereinbart und/oder austestet, bewußt beiseite.)

 

Der Großteil der Kopierwerksarbeit aber ist Handwerk, bestehend aus Sauberkeit, Präzision, Prozeß- und Qualitätskontrolle. Ein einwandfrei belichtetetes Farbnegativ wird vom Kopierwerk entweder korrekt entwickelt oder nicht; perfekt kopiert oder nicht. Ich verwende den Begriff handwerk hier keinesfalls abwertend im Sinn von mechanisch, sondern im Sinn einer Berufsehre, die versucht, das bestmögliche Ergebnis zu erzielen.

 

Meine Kritik an HAMLET war fast ausschließlich auf die Kameraarbeit, Inszenierung und Raumgestaltung durch Optik, Kamerastandpunkt und Licht gerichtet.

davon hast Du nichts widerlegt. Mein Zorn beim Verfassen der damaligen Kritik mag daran gelegen haben, daß ich die qualvollen 4 Stunden und 5 Minuten noch körperlich präsent hatte, mit zunehmendem zeitlichen Abstand neige ich zum Vergeben.

 

 

Quote

. So habe ich mit HAMLET eine gestochen scharfe und auch farblich sehr schöne Kopie gesehen. 

Was wiederum ist Eure Wertung nach Eurer Sichtung? Man schaue gegen eine unscharfe Wand, wird der Film generalisiert.

 

Es wird kein einziger Aspekt des Films positiv gesehen. Das Resummee ist, daß es sich fast schon um ein Schundprodukt handeln müsse, folgte man Euren Verrissen-

Bedauere - ihr habt den Film in keiner perfekten Kopie gesehen, das ist für mich vollkommen klar. Auch die Blu ray Disc ist nicht state of the art. Also sollte man  vorsichtig sein. Und leider ist dies nicht der Fall.

 

Wenn Dir der Film trotz seiner gestalterischen Flachheit gefallen hat, weil die von Dir gesehene Kopie technisch einwandfrei war, ist das in Ordnung. Ich sehe für mich keinen Grund, an einem so mißlungenen Film um jeden Preis etwas Positives zu suchen, nur weil er auf 65mm gedreht wurde.

 

Quote

Aber dreist genug verfaßt Magentacine "Ultra Panavision"-Stories mit HATEFUL 8 als Aufhänger und Titelbild, ohne daß er den Film zuvor gesehen hat. Daher auch magentacines Einlassungen, THE HATEFIL 8 sei mit "historischen Kameras" gedreht. So etwas bezeichne ich als spekulativ und manipulativ. Mit apodiktischer Rhetorik wird der Leser von einem Autor über Ultra Panavision-Produktionen aufgeklärt, der einige Filme, dazu zähle ich HATEFUL 8 und auch ITS A ischMAD ... WORLD, nicht auf 70mm gesehen haben kann. 

 

Ist Dir wirklich so langweilig, daß Du solch kalten Kaffee wieder aufwärmen mußt?

So  spekulativ und manipulativ, daß Deine berechtigte Kritik umgehend umgesetzt, hier im Forum öffentlich bestätigt und anerkannt und Dir sogar Dank dafür ausgesprochen wurde. So dreist, daß umgehend die beanstandete Stelle bei Thomas Hauerslev avisiert und geändert wurde.

Deine Argumentation ist daher ausgesprochen unredlich.

 

Quote

...finden sich dort weitere zahllose Spitzen gegen andere Meisterwerke des Breitfilms, etwa THE GREATEST STORY EVER TOLD. Das Werk eines der m.E. größten Regisseure überhaupt. Unerträglich, wie die hervorragenden Dialogen und Monologe des Films. die eine Innerlichkeit unvergleichlich zum Ausdruck bringen, als irgendwie schlechtes Drehbuch abgetan werden. Sollte der Film sich schwer vermitteln, hat man eine kritische Analyse anders anzusetzen. Nun bin ich so wenig Comedy-Anhänger wie magentacine Anhänger von Sandalen- oder Bibelfilmen, würde mich aber in Genres zurückhalten, in denen man nicht sattelfest ist.

 

Ganz im Gegenteil, ich mag Bibel- und Sandalenfilme sogar sehr gern, KING OF KINGS und SPARTACUS zählen, wie Du weißt, zu meinen Lieblingsfilmen, um nur zwei zu nennen. Die zahlreichen Schwächen von GREATEST STORY, produktionsgeschichtlich bedingt und belegt, zu nennen, ist keine Verdammung des Films. Seine größte Stärke sind die Bilder. Was ich hierzu denke, sollte Dir, wenn Du Dein Langzeitgedächtnis einmal reaktivierst, sicher wieder einfallen.

Ähnlich liegt es im Fall CLEOPATRA (auch hier sahen wir übrigens verschiedene Kopien), ich finde das erste Drittel sehr stark, die Fotografie gut, meine aber auch, daß der Film nach Caesars Abgang völlig zerfasert. Da mir die spezifischen Rezeptoren für die Pheromone von Frau Taylor leider fehlen, erzeugt alles nach der Intermission bei mir nur entsetzliche Langeweile. Da tröstet dann auch keine gute Filmmusik oder keine Fotografie von Leon Shamroy mehr, dieses Schicksal teilt CLEOPATRA übrigens mit THE GLASS-BOTTOM-BOAT.

 

Ob ORIENT EXPRESS ein Höhepunkt der 65-mm-Filmkunst wird, weiß ich nicht und möchte auch nicht aufgrund von Web-Trailern orakeln. Immerhin schlage ich Kenneth B. schon jetzt als lächerlichsten Hercule Poirot der bisherigen Filmgeschichte vor und verlange eine Vergabe des Academy Award für die schönste Kunstbarttracht des Jahres.

 

Wenn Du keinen Austausch über diese Themen wünschst, warum bringst Du sie dann immer wieder aufs Tapet? Die m.E. konstruktiven und informativen Links auf die englischen Quellen können jedenfalls nicht schuld daran sein.

bearbeitet von magentacine (Änderungen anzeigen)

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Zitat

"Die gestalterische findet ausschließlich bei der analogen Lichtbestimmung, idealerweise in enger Kooperation mit dem Kameramann, statt. "

 

Ich möchte mich wirklich nicht in die heißen Diskusionen der Forums-Koryphäen hier einmischen,

sondern nur erwähnen, das es Ende der 80er Jahre ( ich habe damals kurzzeitig die Dispo

für die noch vorhandenen Auokinos der UFA gemacht) zumindest von UIP bei den sog.

Blockbustern spez. besonders helle Kopien für Autokinos gab, die offensichtlich

auch so im Kopierwerk hergestellt wurden.

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Hallo @RexamRathaus,

 

da hast Du Recht, aber dabei wird die ganze Kopie heller, die Abstimmung der Einstellungen und Szenen zueinander wie auch die Farbkorrektur verändern sich dabei m.W. nicht. Ähnlich verhält es sich mit den "Low Contrast"-Sendekopien für frühere TV-Abtastungen.

bearbeitet von magentacine (Änderungen anzeigen)

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Am ‎05‎.‎06‎.‎2017 um 15:12 schrieb Maximum:

Was soll das eigentlich?

 

Den neuen Film MORD IM ORIENT-EXPRESS hat derzeit weder ich noch irgendjemand von Euch im Kino auf der großen Bildwand gesehen.

 

Warum wird dieser Thread schon wieder von kleinkarierten Besserwissern, Erbsenzählern und Krümelsuchern so zugemüllt?:491_rotating_light:

 

 

Gruß

Maximum

sieht inner post net besser aus als 4k.

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