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Geschrieben

Ja, deshalb bin ich nauch nicht unbedingt überzeugt davon: Es sammelt halt nur das in der Dose auf, was in die "Raumluft" der Filmdose abgegeben wird. Den Zerfallsprozess innerhalb des Wickels kann leider auch das MS nicht aufhalten.

Eine Lagerung offen in gut belüfteter Umgebung (hat nicht jeder zur Verfügung, noch dazu staubfrei), dürfte die gleiche Wirkung haben.

Geschrieben (bearbeitet)

Wir haben jetzt von beiden Extremen gelesen:

 

"Alles aufbewahren, bis wir im Müll ersticken." und "Kaufen für die Müllhalde.".

 

Wie so oft liegt die Wahrheit wohl dazwischen. Natürlich erwartet niemand, die Menschheit im Müll der Großeltern ersticken zu lassen. Es fordert aber auch kein Kunde Ware, die nach einem Jahr defekt sein muß, sonst Klage bei Gericht.

 

Es geht mehr darum, das Gespür zu wecken was "Wert" eigentlich ist.

 

Ein moderner Fernseher, der nach 5 Jahren ständig abstürzt, oder dessen Bild beginnt zu flimmern, und der nicht repariert werden kann oder soll, und dann sind 1000 Euro im Arsch, hat keinen "echten" Wert. Er verkörpert gerade mal einen "spekulativen" Wert, dessen Fehlspekulation vom Hersteller gewollt ist, und die ein Kunde beim Kauf bereits befürchten muß.

 

Und ein 30 Jahre alter Spielfilm für hunderttausende Dollar war nie so wertlos, daß man ihn in Hollywood in einer Blechhütte bei 60 Grad im Hochsommer einlagern musste. Die scheinbare "Wertlosigkeit" war doch in Wirklichkeit nur eine Kombination aus mangelnder Geschäftskreativität, Blindheit für geschichtlichen und emotionalen Wert, und mangelnde Geduld, bis der richtige Zeitpunkt kommt, und alle Welt "London after midnight" doch noch mal sehen will.

 

Aber ups... zu spät, inzwischen ist die letzte Kopie verbrannt, mitsamt des potentiellen Verdienstes.

 

Wie gesagt habe ich auch so eine Essigkopie. Ich muß aber bestimmt nicht anbauen, nur um sie irgendwo liegen zu lassen oder sie zu verschenken. Sie stört nicht, wenn sie rumliegt. Vielleicht ist sie sogar die letzte ihrer Art, es ist nämlich ein Werbefilm für Geschäftskunden, für einem begrenzten Kreis von Interessenten. Vielleicht dient sie einst einem Erben oder Käufer von Erbmasse als Einstieg ins Thema, auch wenn sie nicht mehr als rotes Bild zu bieten hat. Es werden nun mal keine neuen Kopien angefertigt, sie wird also ganz automatisch selten. Und vielleicht fasziniert sie auch allein durch ihre technische Nachvollziehbarkeit, so daß aus dem Käufer selbst dereinst ein Archivar, Restaurator oder Zelluloidfilmer wird !? Alle müssen mal klein anfangen.

 

Ich denke also schon, daß sie "Wert" hat, auch wenn sie mich nicht zum Millionär machen wird, oder Frauen bei ihrem Anblick dahinschmachten.

 

Ich will niemandem zu nahe treten, nur daran erinnern, wir wären als Menschheit aufgeschmissen, wenn nie irgendwo irgendjemand was aufgehoben hätte, oder wir kein Interesse hätten zu archivieren und aus unserer Geschichte zu lernen. Sogar ich selbst wäre vielleicht nicht in diesem Forum, wenn ich nicht selbst einst mit "wertlosem" beschenkt worden wäre. 🙂

Bearbeitet von Lichtspieler
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  • Like 4
  • 3 Jahre später...
Geschrieben

Hallo zusammen,


damit ich im Forum nicht noch einen Essig-Faden aufmachen muss, ergänze ich diesen hier mit meinem Anliegen.

 

Ich habe mir Säureteststreifen von Danchek gekauft, um meine 16mm-Filme regelmäßig kontrollieren zu können. Bei nur einem einzigen Film hat sich der Teststreifen verfärbt (s. Bild). In den übrigen Dosen blieben die Streifen dunkelblau.

 

Meine Filme lagern alle in einem feuchteregulierten Schrank im kühlen Keller. Stellt der Film in diesem Stadium eine Gefahr für die anderen Kopien dar oder kann ich ihn weiterhin mit den anderen lagern?

 

Liebe Grüße

Bene

IMG_1128.jpg

Geschrieben

hmm, schwierig, ich persönlich würde ihn separieren, denn wenn der Punkt erreicht ist, gast er aus und steckt somit die anderen Filme an. ab PH 4,8 ist jedenfalls Handlungsbedarf, sollten einem die Filme etwas wert sein.

Geschrieben (bearbeitet)

Den Indikatorstreifen würde ich bei ca. 5,0 (+ 0,1/0,2) interpretieren, ich würde den Film locker umspulen (vielleicht mit Isopropanol reinigen) und gut belüftet separat lagern!

Die Einlagerung mit Molekularsieb hat in einem vergleichbaren Fall bei mir nicht viel gebracht, nach 12 Monaten war es sogar noch etwas saurer...

Bearbeitet von PerfoPeter (Änderungen anzeigen)
  • Like 1
  • 2 Wochen später...
Geschrieben

Soooooo viele Worte hier - und alle sagen nur eines: bei Essig kann man nix machen. Im Grunde, um mal philosophisch zu werden, ist es die alte sic transit gloria mundi-Tragik der Menschheit. Wir lieben was ganz doll - und ausgerechnet das müssen wir loslassen, opfern, verlieren....

  • Thumsbup 3
  • Thumbsdown 3
  • Popcorn 1
Geschrieben
vor einer Stunde schrieb satrodin:

Soooooo viele Worte hier - und alle sagen nur eines: bei Essig kann man nix machen. Im Grunde, um mal philosophisch zu werden, ist es die alte sic transit gloria mundi-Tragik der Menschheit. Wir lieben was ganz doll - und ausgerechnet das müssen wir loslassen, opfern, verlieren....

Okaaaaaaay... Wenn Du das Zaubermittel kennst, dass das Essigsyndrom rückgängig macht, dann verrat es uns doch. Ich bin jetzt schon gespannt, wie ein Flitzebogen.

  • Thumsbup 1
Geschrieben
vor 3 Stunden schrieb Der rosarote Panther:

Okaaaaaaay... Wenn Du das Zaubermittel kennst, dass das Essigsyndrom rückgängig macht, dann verrat es uns doch. Ich bin jetzt schon gespannt, wie ein Flitzebogen.

Steht denn irgendwo was, dass er ein Zaubermittel hat? Es ist das Fazit aus den Meinungen hier. Und nach meinen Erfahrungen gibts ausser einfrieren nichts, dass den Zerfall aufhält. Alle Tinkturen gelangen bei Behandlung gar nicht ans befallene Material, denn die meisten betroffenen Kopien sind mal erneuert worden Diese aufgebrachte Lackschicht isoliert den Film und hindert ihn noch am ablüften. Renewed Print- The Kiss of Death, wie mal ein amerikanischer Kollege bemerkte.

Geschrieben

Das Beste ist immer eine "Sicherungskopie". Also entweder Digitalisierung des Wrackmaterials, Nachbearbeitung und neue Ausbelichtung oder im Panikfall eine Kontaktkopie. Hauptsache, der Inhalt bleibt irgendwie spielbar erhalten. Bei Tonbändern mit 3S (sticky shed syndrome) ist die Situation vergleichbar. Der "Master" kann danach in die Tonne, wenn die enthaltene Information auf einen neuen Träger migriert wurde. Mehr ist dazu wohl kaum zu sagen.

 

Martin

  • Like 1
  • Thumsbup 1
Geschrieben

Ja, das mit den Tonbändern ist auch so eine traurige Sache.

Ich erwerbe keine gebrauchten mehr. Einerseits habe ich noch Unmengen gebrauchte zur Wiederverwendung, andererseits weiß man dann doch nie so wirklich, wann es soweit ist. Da beisse ich lieber in den saueren Apfel und kaufe mir neue Wickel. Bei Filmkopien ist es halt nicht ganz so einfach.

Geschrieben

Ganz so einfach geht das bei mir nicht mit den Tonbändern.

Ich synchronisiere und schneide meine Super8 Töne noch mit dem Perfotonband ser Firma Pötter.

Die habe damals in normales BASF Tonband mittig eine Lochspur eingestanzt mit der man per Lichtschrankensteuerung den Bandlauf synchronisieren kann und auch bildgenau den Ton bearbeiten kann.  1Loch im Band ist ein Bild auf der Super8 Kopie.

Leider kann man diese Bänder nicht so einfach nachkaufen und die meisten sind auch schon schlecht gewoden wegen falscher Lagerung im feuchten Keller.

Es ist also alles nicht einfach heutzutage im digitalen Zeitalter wenn man noch auf analog setzt.

Geschrieben
vor 5 Stunden schrieb Thomas007:

Ich synchronisiere und schneide meine Super8 Töne noch mit dem Perfotonband ser Firma Pötter.

 

Es wird sich um das Thema gekümmert. Allgemein bin ich an perforiertem Tonband dran, besitze auch Perforex-Bänder. Noch fehlen mir einige Informationen zu Pötter, aber diesen Herbst will ich vorwärtsmachen. Es hätte schon vor einem Jahr geschehen sollen, doch es kam einiges dazwischen. Neue Tonbänder gibt es ja, auch nigelnagelneue Tonbandgeräte.

  • Thumsbup 2
Geschrieben
vor 24 Minuten schrieb Film-Mechaniker:

 

Es wird sich um das Thema gekümmert. Allgemein bin ich an perforiertem Tonband dran, besitze auch Perforex-Bänder. Noch fehlen mir einige Informationen zu Pötter, aber diesen Herbst will ich vorwärtsmachen. Es hätte schon vor einem Jahr geschehen sollen, doch es kam einiges dazwischen. Neue Tonbänder gibt es ja, auch nigelnagelneue Tonbandgeräte.

Das hört sich gut an.  Es gab ja verschiedene Lochungen von Pötter für die verschiedenen Bandgeschwindigkeiten und Filmgeschwindigkeiten. z.B. benutze ich für meine 

Spielfilme meistens 24/9,5/L  das bedeutet 24Bilder pro Sekunde beim Film und 9,5cm/s Bandgeschwindigkeit. Das L bedeutet Langloch.

Hast du da so eine Stanzmaschine gebaut die die Bänder stanzen kann?  Die Firma Pötter gibt es ja schon lange nicht mehr.  Zur Not hätte ich noch eine alte Tonbandschachtel wo die einzelnen Loch/ Bildpaarungen für die möglichen Geschwindigeiten draufstehen.  Wenn es da was neues gibt bitte hier posten.  Ich weiß, man kann das heute alles auch mit dem PC machen aber ich bevorzuge lieber den analogen Tonschnitt.

Geschrieben

Du weißt, mit wem du redest, nicht? Ich habe hauptberuflich Töne auf Magnetfilm 35, Split und 16 prüfen müssen, IT (International Tapes, nur Geräusche und Musik) vorbereiten für Synchronsprache, mit Bild synchronisieren und vorführen. Auf Schneidetischen habe ich alle drei Bestandteile synchrongelegt, montiert und auch umgeschnitten. Ich kenne aber auch verschiedene Amateur-SEPMAG-Systeme mit gewöhnlichem Magnettonband, die alle nichts genau Synchrones ermöglichen.

 

Gelochte Tonbänder liegen dazwischen. Sie verlangen den Mehraufwand einer Perforation, leisten dafür eine Qualität, welche mit dem steiferen Magnetfilm nicht zu haben ist, auf jeden Fall bei den Formaten 16 und 8. Bei 35 mm kann man kaum einen Unterschied hören, der läuft mit 456 mm/s an den Tonköpfen vorbei.

 

Die Hauptaufgabe beim Perforieren von Tonband ist die Genauigkeit des Lochabstands über mittlere und große Längen. Wie man das am besten macht, bin ich noch am Herausfinden.

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