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Super 8 Kameras im Einsatz unter 0 Grad Celsius - wer hat Erfahrungen?


Jürgen Lossau

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vor 19 Stunden schrieb Matthias Bätzel:

Letzten Winter habe ich mit der Quarz 1x8 S-2 im Thüringer Wald bei Minusgraden eine Kassette belichtet. Das Federwerk hat ohne jegliche Probleme gearbeitet. Nebenbei bemerkt lief auch mein Bell&Howell Filmo 70D von ca. 1929 bei diesen Temperaturen dort ohne Fehl und Tadel. 

Einzig eine Yashica 8 (Normal 8) hatte bei Kälte Laufschwierigkeiten, aber das war nach der Pflege bei Simon auch Geschichte. 

 

MatthiimSchneeKamera.thumb.jpeg.28502f186413707bda3440cff0947a0b.jpeg

 

 

Mit dem Filmo kannste übrigens auch noch Deinen weihnachtlichen Tannenbaum schlagen, das macht er klaglos mit.

 

 

 

  • Face with tears of joy 1
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Es kommen m.E. in der Tat 2-3 Effekte zusammen.

- die Batterien liefern aus naheliegenden, chemischen Gründen weniger Energie 

- die Antriebe benötigen bei niedrigen Temperaturen mehr Energie, da die Schmierstoffe ‚zäher‘ werden

- die Motoren benötigen oftmals mehr Strom, da der Kupferwiderstand sinkt, das hilft zwar durch mehr Drehmoment gegen die zäheren Fette und Öle, belastet aber die schwächelnden Batterien zusätzlich 

 

Der letzte Effekt ist kaum separat bemerkbar, aber faktisch vorhanden, solange da keine Stromregelung am Werk ist.

Bei den alten Schätzchen kommt neben dem zweiten Effekt noch Verschleiß hinzu, der ebenfalls die benötigte Energie erhöhen kann.

Ich hatte bisher mit elektrisch betriebenen Kameras mit frischen und ggf. warm gehaltenen Batterien deutlich weniger Probleme, als mit Federwerk-Kameras.

  • Thumsbup 2
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vor 22 Minuten schrieb Helge:

Ich hatte bisher mit elektrisch betriebenen Kameras mit frischen und ggf. warm gehaltenen Batterien deutlich weniger Probleme, als mit Federwerk-Kameras


Meine Bolex H8, H16 und D8 schnurrten bisher bei kaltem Winterwetter alle klaglos wie Kätzchen. (Sind aber auch gewartet)

 

Das mit dem sinkenden Kupferwiderstand war mir neu. Man lernt nie aus!

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vor 40 Minuten schrieb Friedemann Wachsmuth:


Das mit dem sinkenden Kupferwiderstand war mir neu. Man lernt nie aus!

Der Temperaturkoeffizient liegt bei ca. 0,4% pro Grad, d,h, der Widerstand sinkt von 20 Grad auf 0 Grad um 8%.

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Bei Minus 20 Grad ist mir vor allerdings mehr als 20 Jahren eine Nizo S800 buchstäblich eingefroren, die blieb einfach stehen. Wieder warm lief sie dann wieder. Und eine 4008 lief  mit vollen Akkus deutlich langsamer. Leitz bot damals für arktischen Einsatz der Fotokameras eine spezielle Schmierung an, aber das ist lange her.

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vor 7 Minuten schrieb Helge:

Der Temperaturkoeffizient liegt bei ca. 0,4% pro Grad, d,h, der Widerstand sinkt von 20 Grad auf 0 Grad um 8%.

Wird metallisches Natrium am absoluten Nullpunkt nicht supraleitend!? Da war doch was. Für den absoluten S8-Fan bedeutete das auch, bei dieser Temperatur untrennbar an seiner Kamera festzufrieren....🥶

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vor 4 Stunden schrieb Helge:

- die Motoren benötigen oftmals mehr Strom, da der Kupferwiderstand sinkt, das hilft zwar durch mehr Drehmoment gegen die zäheren Fette und Öle, belastet aber die schwächelnden Batterien zusätzlich 

 

M.W. bleibt das Drehmoment konstant. Der Motor zieht, auf Grund des erhöhten mechanischen Widerstandes, tatsächlich mehr Strom.

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vor 50 Minuten schrieb Martin Rowek:

 

M.W. bleibt das Drehmoment konstant. Der Motor zieht, auf Grund des erhöhten mechanischen Widerstandes, tatsächlich mehr Strom.

Nee, da hast Du völlig missverstanden, was ein Drehmoment ist.

Das Drehmoment ist im Leerlauf null (bzw. nahezu null), im Stillstand bei einem Gleichstrommotor am größten, und so ist es mit dem Strom.

Im Ersatzschaltbild besteht ein Gleichstrommotor aus einer Spannungsquelle (die die sogenannte Gegen-EMK erzeugt) und einem Widerstand in Reihe dazu.

Wenn der Motor belastet wird, also ein signifikantes Drehmoment abgibt, sinkt die Drehzahl, die Gegen-EMK sinkt und über den Reihenwiderstand entsteht ein Spannnngsabfall, der Strom ist proportional zum Drehmoment.

  • Thumsbup 1
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Bzgl. Drehmoment sind wir uns einig. Ich habe schon einige Male erlebt, dass Drehmoment mit Drehzahl verwechselt wird bzw. gäntlich unbekannt war.

Zum Rest muss ich mich mal schlau machen. Die Sache mit dem Kupferwiderstand ist mir auch neu.

  • Surprised 1
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Ob die Hersteller der Optiken davon wissen? Ich kann mir vorstellen, dass auf gummibeschichteten oder -ummanteten Optiktuben die Weichmacher vorzeitig herausgelöst werden.

Der deutsche Markt wird immer mehr mit unnützigem und insbesondere ungeprüftem Zeug aus China überschwemmt, welches noch nichtmal ein CE-Zeichen hat 🤢

Edited by Martin Rowek (see edit history)
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vor 7 Stunden schrieb Martin Rowek:

 insbesondere ungeprüftem Zeug aus China überschwemmt, welches noch nichtmal ein CE-Zeichen hat 🤢

Als Hinweis: Das CE-Zeichen steht nicht für eine Prüfung. Der Hersteller oder Importeur bappt es selber ohne externe Prüfung auf, wenn er meint, dass sein Produkt allen Richtlinien entspricht. Da es nur für den europäischen Markt gilt, heißt ein Produkt ohne CE-Zeichen, was für einen anderen Markt produziert wurde, noch lange nicht, dass es Schrott ist.

 

Nicht desto trotz muss man sich bei Bestellungen in China fragen, ob es sinnvoll ist und wie risikoreich ein Gerät ist. Als Beispiele werden gerne Haarföns, Tauchsieder oder Heizlüfter gezeigt, deren Sicherheitsmängel einem die Haare zu Berge stehen lassen. Dagegen kann man Kleinspannungs-Elektronikkomponenten sehr gut in China bestellen.

 

Ich glaube, Friedemanns Hinweis war mehr ein Scherz. Objektivwärmer halte ich für Schmalfilmkameras für Unsinn. Kälteprobleme gibt es im Kamerateil, weniger am Objektiv. In der Astronomie ist das anders. Dort steht eine Kamera/Teleskop stundenlang unbewegt im Freien und kann wie Autoscheiben betauen.

 

 

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vor 12 Stunden schrieb Benutzername:

 

Die Aufgabe dieser Wärmer ist es, Tau auf den optischen Elementen zu verhindern, wie er unter den typischen Bedingungen nachts bei langen Belichtungszeiten auftreten kann.

Dabei soll die Erwärmung so gering wie möglich sein, weil es ansonsten zu Luftwirbeln kommt, die die Schärfe reduzieren.

Diese Bedingungen unterscheiden sind eher deutlich von denen, die für Filmer relevant sind.

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vor einer Stunde schrieb Martin Rowek:

Wenn das jedoch auch fehlt, ist es empfehlenswert die Sicherheit des Produkts zu hinterfragen, wie auch bei vorhandenem CE-Zeichen

Hä?

 

Ist doch ganz einfach: You get what you pay for. Prüfzeichen auf technischen Geräten sind doch völlig wertlos. 

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Ja, es ist ein Tanz auf dem Vulkan, das Filmen ohne prüfbesiegelte Kamera! YOLO.
 

Ich verwende dabei zudem auch noch gern und häufig "unnütziges und insbesondere ungeprüftem Zeug aus China", da viel davon hierzulande schlichtweg nicht existiert oder nicht an privat verkauft wird. 
 

Neulich suchte ich eine magnetische Federkontaktleiste. Der hiesige Hersteller beliefert auch auf freundliche Anfrage nur die Industrie. Samples oder Kleinmengen "gehen nicht, weil das ganz viele wollen" (Logik?). In China wurde ich dann fündig und habe zudem sehr gelacht:

CleanShot202023-12-2120at2012_59.16@2x.thumb.jpeg.9007616690e3150abac835f35a8d2a68.jpeg

 

("Spring-loaded magnet tip pogo pin" wurde hier wohl etwas frei übersetzt). 
 

Noch ist sie nicht in Flammen aufgegangen oder hat das Land überschwemmt. 

Edited by Friedemann Wachsmuth (see edit history)
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