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Wo wird im dt. Sprachraum noch Magnetton gespielt?


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Hallo Filmvorführer und Freaks!

 

Zunächst mal muß ich schreiben, daß ich dieses Forum hier wirklich toll und sehr interessant finde.

 

Meine Frage: zielt natürlich nicht auf aktuelle Filme ab :look:, sondern auf Kinos die ab und zu noch die alten 35mm bzw. 70mm Filmkopien der 50er, 60er, 70er, 80er und Anfang der 90er zeigen (können).

 

Soviel ich weiß gab es den 4-Kanal-Magnetton beim 35mm Film Ende der 70er praktisch nicht mehr, da ab Hair und Moonraker Dolby 1979 auch im Deutschen Sprachraum immer mehr Fuß fassen konnte. Soviel ich weiß war Alien die letzte 35mm Magnettonkopie (richtig?). Beim 70mm 6-Kanal-Film bin ich mir da nicht sicher. Ich glaube es war Hoffa (1992). Spätere 70mm Kopien haben bekanntlich DTS...

 

Interessieren würde mich, welche Kinos noch diese alten Anlagen installiert haben und auch ab und zu mal einen 35mm Magnettonfilm vorführen. Sicher ist der Zustand der jeweiligen Kopien aus der Vor-Filmteller Zeit äußerst dürftig und auch die relativ anfälligen Magnetstreifen haben früher wahrscheindlich besser geklungen. Trotzdem sollte man doch noch was erkennen bzw. hören können.:look:

 

Und ein Krieg der Stere in Magnetton (egal ob 35mm 4-Kanal oder 70mm 6-Kanal) klingt/klang IMO WESENTLICH besser als der verhunzte DTS/DD Ton...

 

Da war die Musik um WELTEN besser (kraftvoller) ausgesteuert, die Surroundeffekte waren glasklar und die ganze Zeit vorhanden und auch das superlange Fox Intro vor Beginn des Filmes, welches nicht nur einmal zur CinemaScope Extension verlängert wurde, sondern ein 2. Mal wo der Ton von mono auf 4- bzw. 6-Kanal-Stereo überging und dabei EXTREM laut wurde, war ein Erlebnis.

 

So ein langes Fox Intro hab` ich seitdem ich den Film das letzte mal in Magnetton erleben durfte nie wieder gehört. Gibt es auch andere Fox-Filme bei denen das Fox Logo derart lang zu hören war?

 

mfG

Christian Mueller

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Hallo Christian,

es gibt ab und zu im München im Cinema noch 70mm Magnetton Vorführungen. (z.B. Ben Hur). War aber schon länger her. Ansonsten ist mir leider nichts bekannt. Das Fox-Logo wird schon noch an den neuen Filmen verwendet, zumindest kenne ich es nicht anders.

Trotzdem viel Spaß an der Kurbel.

Grüsse Günter

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Hallo, Christian,

 

nur so als Tip:

 

Vor ein paar Monaten, zu einer James Dean-Retrospektive, staunte ich nicht schlecht, als das Wiener Filmlager die einzige in Österreich lieferbare Kopie von "Giganten" brachte: eine praktisch ungespielte, zeitgenössische 4-Kanal-Magnettonkopie OHNE Lichtton (was die Vorführung auf unseren damaligen Apparaturen auch verunmöglichte). Die Kopie gibt es sicher noch...

 

liebe Grüße aus Wien,

 

Flo

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Hallo!

 

Danke für Eure Antworten. Leider ist es wie ich befürchtet hab`. Es gibt im deutschsprachigen Raum die alten Magnettonfilme nur sehr selten zu hören (und zu sehen). Immerhin waren die größeren Filme bei uns stets in 70mm (zumindest in den Premierenkinos der Großstädte).

 

In Wien (bin hier offenbar nicht der einzige Wiener:D ) wars meistens im Gartenbau-Kino (was ja grade Generalsaniert wird). Die Bild und Tonqualität war genausogut (bei 70mm meist besser) als es die meisten heutigen Prints zeigen. Sicher waren die 70mm Kopien nur Blow-ups, aber der Magnetton war wirklich phänomenal gut. Filme wie "Indiana Jones und der Tempel des Todes" oder auch "Die Rückkehr der Jedi-Ritter" sowie Filme wie "2010" hatten einen Ton der mit dem heutigen Digitalton vergleichbar war (jedenfalls aus meiner Erinnerung).

 

Außerdem stimmt es nicht was überall steht, daß die Six Track Kopien meistens nur mono Surround hatten. Ich kann mich etwa bei "Krull" und "Indiana Jones und der Tempel des Todes" noch ganz genau an den Einsatz der Stereo Surrounds erinnern (war ja auch oft genug drin).

 

Von den Erzählungen zahlreicher anderer Kinogänger, weiß ich, daß auch etliche andere "70mm Magnettonkopien" stereophone Surroundeffekte (Dolby Format 43 war das glaub` ich) zu bieten hatten...8o

 

mfG

Christian Mueller

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Hallo Christian,

 

wir können alle Filmformate wiedergeben, solange es Film ist, außer 8mm Type S.

Wir sind mittlerweile (neben den NFT London) das einzige Haus in Europa, wo ein neuer und zeitgemäßer Magnettonvorverstärker es ermöglicht Filme so wiederzugeben, wie es möglich ist. Zudem wurden neue 70 mm 8 perf Optiken angeschafft, und für Hamburg gibt es neu gefertigte und auf Projektionsabstand korrigierte 70 mm Curved Field Optik von ISCO.

 

Unbeschreiblich war die Qualität des Dolby MPU 1, schlechter geht es nicht! Leider nutzen immer noch viele Filmtheater diesen Sondermüll, und dazu CP 200. Trotz der Flexibilität des Gerätes, die B Kette ist überhaupt nicht überzeugend, die klangliche Qualität unakzeptabel, eben 1978, und damals schon nicht herausragend. Zudem asymmetrischj und damit unprofessionell.

Der Unterschied war frappierend, alle Anwesenden waren der Meinung, daß noch niemand Ben Hur so gesehen und gehört hatte. Da ist nichts von verschlissenen Magnettonspuren, da ist volles Orchester. Unglaublich, wie schlecht die Wiedergabe mit Dolby war.

Wir haben zudem 3 funktionsfähige Bauer Kombi Projektoren, so daß auch Breitfilme und klassische CS Filme schonend wiedergegeben werden können. Etwas, was mit Filmtellern nicht richtig möglich ist, wie unsere Hamburger Vorführungen zeigten. Dort mußte generell 2 Leute bedienen, einer die DP 70 überwachen, einer den Teller.

Es wird in letzter Zeit verstärkt der Wunsch an mich herangetragen, wieder BREITfilme zu zeigen, doch der Aufwannd ist groß.

Zudem gibt es keine Kopien mehr im Verleih, man ist also auf Archive oder private Sammler angewiesen.

Die Kosten für die Vorbereitung einer solchen Veranstaltung sind nicht unerheblich, Kopie tracen und schicken lassen, Archivgebühren, Vorführrechte des Rechteinhabers, Strom, Heizung etc. sind selbst bei dem hohen Eintrittpreis von 15 DM (war doppelt so hoch, wie normal), den wir für "80 Tage" genommen hatten, bei 120 Besuchern nicht zu decken. Von der Herrichtung der Kinoanlage, über Einmessung, Vorverstärker und Wiedergabeanlasge dolbyfrei zubekommen, Kioskware besorgen, etc. einmal abgesehen.

Wenn sich also Interessenten fänden, die ernsthaft daran interessiert wären, Magnetton zu sehen, und dann nicht absagen, "weil die Oma krank geworden ist, oder die Ostsee lockte", dann bin ich bereit wieder klassische Filme zu zeigen, im Magnettonformat und bildformatrichtig, d.h. komprimierte Filme werden auch mit 1.25 er Entzerrung gezeigt. Aber das Risiko müßte nicht nur bei uns liegen.

Entweder bei mir im Hause, oder in Hamburg auf der Großbildwand.

 

Stefan

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Hallo Stefan2!

 

Original von Stefan2:

Hallo Christian,

 

Unbeschreiblich war die Qualität des Dolby MPU 1, schlechter geht es nicht! Leider nutzen immer noch viele Filmtheater diesen Sondermüll, und dazu CP 200. Trotz der Flexibilität des Gerätes, die B Kette ist überhaupt nicht überzeugend, die klangliche Qualität unakzeptabel, eben 1978, und damals schon nicht herausragend. Zudem asymmetrischj und damit unprofessionell. Der Unterschied war frappierend, alle Anwesenden waren der Meinung, daß noch niemand Ben Hur so gesehen und gehört hatte. Da ist nichts von verschlissenen Magnettonspuren, da ist volles Orchester. Unglaublich, wie schlecht die Wiedergabe mit Dolby war.

 

Das hab' ich schon mal gelesen, daß die Wiedergabe von alten Magnettonfilmen vor Dolby mit Dolby Equipment nicht so besonders sein soll. Interessant, daß es noch Leute gibt, die den Unterschied sogar getestet haben bzw. testen können.

 

Daß die Vorführung ein finanzielles Risiko darstellt ist mir auch klar. Denn wenn wir ehrlich sind interessieren sich hierzulande doch viel zu wenige für diese alten Filme, die "eh ununterbrochen" im TV und für die Freaks auf LD und DVD angeboten werden.

 

Und für die Filmtechnik wie den Magnetton oder ein Verfahren wie z.B. Ultra Panavision (Camera 65 bei Ben Hur) findet man wahrscheindlich auch nicht genügend Interesse. In manchen Ländern ist dies anders. In den USA gibt es auch heute meines Wissens nach sogar Vorführungen in Cinerama und dergleichen von regelmäßigen Magnettonvorführungen in 35- und vor allem 70mm ganz zu schweigen...;D

 

mfG

Christian Mueller

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Hi,

 

dazu noch eine Frage, vielleicht kann sie jemand beantworten?

 

In der CP 200 wird bei Format 40 (Todd AO 5 Front) jeweils ein recht steilflankiges Tiefpaßfilter in die Audiosignalwege geschleift, so daß die Höhenwiedergabe ähnlich dem Academy Filter für Analogen US Lichtton arg leidet.

Nach meinen Meßergebnissen mit Klangfilm 6 Kanalanlage und Clamann & Granert Präciton 61 ist die Verstärkerkennlinie nach der Kopfentzerrung dort linear.

Ich vermute, das Dolby Filter wurde eingefügt, um einen Unterschied zur Magnetton mit Dolby A Wiedergabe hörbar zu machen. An Sich ist die hohe Bandgeschwindigkeit und große Spurbreite Garant für gute Qualität, und der Unterschied im Geräuschabstand nur etwa 6 dBm, und damit nur für geübte Ohren wahrnehmbar.

Aber vielleicht kann jemand Aufklärung verschaffen?

Ein selber definiertes Format ohne Filter klingt wesentlich "besser", obwohl gerätebedingt schlecht gegenüber der neueren Panastereo Kiste.

 

Grüße:

Stefan

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hier noch ein filmtipp zu 35mm magnetton. neue visionen hat die original dr. schiwago kopie in 35mm magnetton. leider ist sie kodakrot. wie der magnetton jedoch ist, kann ich leider nicht sagen. eine monolichttonspur (linker kanal) ist auch noch drauf. die kopie ist gut spielbar und hat kaum perforisse.

gruss jens

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  • 1 year later...

Das Hamburger Selbstlob in Ehren, aber auch in Berlin wurde in der Urania seit 1992 fast monatlich ein 70-mm-Magnetton-Film in hervorragender Tonqualität geboten. Einfache MT-Cinemeccanica-VV direkt am Projektorkopf sowie Elektro Voice Deltamax-Konzertlautsprecher. Das war kein wummriges Dolby-MPU bitteschön!

Wir zeigten: In einem Fernen Land, Spartacus, Brainstorm, Lawrence von Arabien, In 80 Tagen um die Welt (eine Rolle von mir lief auch leihweise bei Stefan2 in Hamburg), 2001, Tschaikowski, Goya, Orpheus in der Unterwelt, Howards End, Vertigo (DTS), Playtime, West Side Story u.v.a.

Man würde sich wünschen, daß das angeblich einzige für 70-mm geeignete Haus in Europa neben dem Londoner NFT, das Stefan2 gehört, das aktiver betreiben würde! Davon habe ich nicht viel gehört, ausgenommen die Wertung, aufgrund einer gewissen Verstärkerwahl sich als europaweit einziges Haus zu deklarieren. Ich finde das ärgerlich, wohlwissend, daß man sich auch in Berlin viel Arbeit damit machte....

Hauptakteur auf diesem Gebiet ist im Moment eher das Cineplex in Frankfurt am Main, und nicht mehr Hamburg oder Berlin.

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  • 4 weeks later...

zur Ergänzung:

Das Kino im Deutschen Filmmuseum Frankfurt/Main hat 4-Kanal-Magnetton mit Bauer U4C, extra angekündigt wird das Format aber nicht unbedingt. Die letzten 35er MT-Kopien waren wohl TILT (USA 1978) und vor einiger Zeit in der John-Frankenheimer-Filmreihe 99 AND 44/100% DEAD als MagOptical-Kopie; die 70mm-Reihen mit 6-Kanal-MT liegen schon etwas länger zurück.

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Hallo!

 

Interessant eigentlich, daß der letzte deutsch synchronisierte 4-Kanal-Magnettonfilm wahrscheindlich Alien (1979) war, es aber in den USA bis 1983 4-Kanal Prints gab.

 

Die letzten beiden 35MTs, welche einen neuen Film einführten waren "Scarface" und "Yentl".

 

Ich könnte mir aber vorstellen, daß man diese Prints kaum noch wo antrifft und wenn dann in einem Zustand über den sich kein Projektor traut. :wink:

 

mfG

Christian Mueller

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YENTL gab's schon in DOLBY A, einer der ersten in Deutschland.

 

Naja die ersten Dolby Titel in Deutschland waren Hair und Moonraker 1979, aber Yentl gab es auch in den USA in Dolby und zusätzlich noch in 4-Kanal-Magnetton (dasselbe bei Scarface). Erinnert irgendwie an die Zeit von CDS, wo es zusätzlich zu einer 70mm-CDS Kopie auch noch die 70mm-6-Kanal-Magnettonversion gab, nur halt auf dem Breitfilmsektor...

 

mfG

Christian Mueller

 

P.S.: Wisst Ihr noch von weiteren Titel, wo es bei derselben Sprachfassung gleichzeitig einen 35mm-Dolby Stereo und einen zusätzlichen 35mm-4-Kanal Print gab? Offenbar war auch "Xanadu" in UK so ein Fall...

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Nun .... DOLBY kam in Deutschland nur recht zögerlich in Schwung. Ich errinnere mich, dass es anfangs MONO und DOLBY Kopien gab. Es war auch sehr umständlich, da es anfangs weder DOLBY - Mischstudios noch Dolby-Lichttonkameras in Deutschland gab und die Verleiher die ersten Jahre nur die Toptitel in DOLBY eindeutschen ließen. Es musste also für die deutschen Synchronfassungen in London gemischt und das Tonnegativ hergestellt werden. Zusätzlicher Kosten- und Zeitaufwand.

 

Erst 1981 gab's bei GEYER, Berlin, der BAVARIA, München und Alan Vydra, Hamburg, (der die BEATE UHSE Kinofilme in DOLBY-Gestöhn vertonte) die ersten DOLBY Mischstudios. 1982 (wenn mein Gedächtnis nicht trübt) kam dann die erste DOLBY Lichttonkamera in die BAVARIA, München und fast gleichzeitig nach ATLANTIK, Hamburg.

 

FRAGE: Welcher bedeutende Filmemacher benutzte bereits 1970/71 DOLBY-Rauschünterdückung bei der Aufnahme des O-Tones? Im Film sieht man auch eine Musikkassette der Deutschen Grammophon mit DOLBY B Zeichen in Grossaufnahme. DOLBY Credits auch in den Schlusstiteln des Filmes.

 

Hartnäckig hält sich auch das Gerücht, dass es von ROLLERBALL einige Testkopien mit DOLBY-Mono Ton gegeben haben soll.

 

Aber STOP .... interessiert das hier alles überhaupt jemanden?

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FRAGE: Welcher bedeutende Filmemacher benutzte bereits 1970/71 DOLBY-Rauschünterdückung bei der Aufnahme des O-Tones? Im Film sieht man auch eine Musikkassette der Deutschen Grammophon mit DOLBY B Zeichen in Grossaufnahme. DOLBY Credits auch in den Schlusstiteln des Filmes.

 

" A Clockwork Orange", Director: Stanley Kubrick.

Überdies dürfte die "Hebung" der deutschsprachigen Magnetton-"Schätze" eine Kulturleistung ohnegleichen sein, denn sie ginge in die Zigtausende.

Das wäre mein Rätsel/Frage, das ich hier in den Raum stelle, um die Diskussion etwas spannender zu machen ...

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