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@Lichtspielfan: Ich weiß ja nicht, was Du damit vorführen möchtest, aber z.B. ältere Kopien (Acetat) würde ich da nicht durchschicken. Habe einmal auf einer Messe diese Maschine im Betrieb gesehen, und die Filmführung wirkte auf mich noch etwas "brutaler" als in den bekannten Italo-Portables mit ihrer kurzen Filmbahn. :?
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Ich gehe mal davon aus, daß jedes Kopierwerk in der Lage ist, den Eastman Color Positive Prozeß korrekt durchzuführen - es hat aber den Anschein, daß die kurzfristig bestellten Massenkopien (seit viele Filme weltweit zeitgleich Premiere haben) nur dann innerhalb weniger Tage geliefert werden können, wenn der Kunde ausdrücklich "technisch unkorrekte" Ware verlangt. Welches Kopierwerk wird es sich leisten, hartnäckig auf Standards und Qualitätskontrolle zu bestehen und eventuell einen Auftrag und Folgeaufträge zu verlieren? - Den Rechenschieber-Akrobaten, die solche Entscheidungen fällen, kann es ja egal sein, welchen Ärger die Leute im BWR mit den Schnell&Billig-Kopien haben, und der Zuschauer merkt ja angeblich ohnehin nichts. Ich werde versuchen, mal ein scanbares Stück Film mit dem beschriebenen Fadingeffekt zu bekommen, wer etwas Ähnliches in die Hände bekommt, kann mich bitte per PN kontaktieren.
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Ein Kollege, der für Openair-Vorführungen dieses Jahr eine ganze Reihe von Filmen auf 4000-Meter-Spulen koppelte, berichtete mir von folgendem Phänomen: Am Startband verbleibt ja idealerweise beim Koppeln und Trennen der Akte ein Einzelbild, um sicherzustellen, daß das Startband zum richtigen Akt gehört. Bei dieser Kopie (US-Komödie, dt. EA 2005) hatte die Kopie relativ blasse Farben, während das (nie projizierte) Einzelbild noch dicht und gesättigt wirkte. Ein Verleihmitarbeiter sagte ihm vertraulich, daß das Kopierwerk die gewünschte Auflage an Serienkopien nur innerhalb weniger Tage hätte liefern können, wenn der Entwicklungsprozeß beschleunigt bzw. einige Bäder ausgelassen würden, man weise aber ausdrücklich darauf hin, daß die so gezogenen Kopien erstens (nach einigen Wochen Spielzeit) nicht farbstabil seien und mit erheblichem Abrieb ("weißer Staub") zu rechnen sei. Hat jemand so ein Phänomen bei relativ neuen Kopien schon bemerkt oder kann jemand sich erklären, wie der ECP-Prozeß da manipuliert sein soll? Es wird alles immer irrer... :roll:
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Kleine Anmerkung zum Begriff "Special Effects": oceanic weist zwar zu Recht darauf hin, daß man heute in der Regel von Visual Effects spricht und unter Special Effects zusammenfaßt, was vor der Kamera passiert. Der Begriff der Visual Effects hat sich in dieser klaren Abgrenzung allerdings erst seit Anfang der 1990er Jahre durchgesetzt, vorher sprach man durchaus noch von Special Effects. Das belegen auch Fachbücher wie dieser Bildband über Industrial Light & Magic: http://www.amazon.com/Industrial-Light-Magic-Special-Effects/dp/0345322630/ref=pd_sim_b_2/105-1629804-3442843 Und Raymond Fieldings Standardwerk zu klassischen (prädigitalen) Effekten hieß stets THE TECHNIQUE OF SPECIAL EFFECTS CINEMATOGRAPHY Über alle (heute i.d.R. mit Special Effects" bezeichneten) physischen Effekte vor der Kamera (Pfeilschüsse, blubbernde Lava, Rauch & Nebel, Pyrotechnik aller Art usw.) gibt es dieses nette Buch: Somit ist es nicht falsch, wenn cinerama den Begriff "Special Effects" verwendet, zumal aus dem Kontext hervorgeht, daß er keine physischen Effekte meint, richtig ist aber auch oceanics Hinweis, daß in der heutigen branchenüblichen Kommunikation "Visual Effects" üblich ist.
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Habe mal eine kleinere Bildwand (glattes, perforiertes Kunststofftuch) mit gelben Nikotinablagerungen mit Kunststoffreiniger aus dem Autozubehör-Bereich gereinigt, so in der Art von "Cockpit-Spray". Für große Bildwände sicher zu teuer, für lokale Verfärbungen vielleicht einen Versuch wert, wenn ohnehin nichts zu verlieren ist.
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oceanic schrieb Das wäre dann ein schönes Double Feature mit RITTER AUS LEIDENSCHAFT, wo ja "We will Rock You" von Queen zum mitteralterlichen Turnier gesungen und gestampft wird... :lol:
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In den 1970ern hätten diese "Kreativen" das Filmmaterial "geflasht", zwecks Farbzerstörung überbelichtet, jede zweite Einstellung gezoomt&geschwenkt à la Nick Roeg, in den 1960ern mit Fischauge und Handkamera Richard Lester und John Frankenheimer nachgeahmt, in den 1980ern alles rechts blau und links orange gefiltert, in den 1990ern Zeitlupeneinstellungen mit 500mm-Optik gedreht, und heute sind's eben MiniDV, Herumschrauben an den Farbkanälen und Brechreiz-Wackelkamera. Die Pfuscher und Ideenlosen finden immer etwas, um sich vor der harten Denk-Arbeit der filmischen Gestaltung zu drücken, lieber wird ein "Look" als Zuckerguß über die angebrannte Torte gespritzt, und was dem Auge wehtut, deklariert man eben als Stil. Ein einziges Mal, bei dem Film MUXMÄUSCHENSTILL, habe ich es erlebt, daß ein Zuschauer zum Regisseur sagte: "Der Film hat mir ja gefallen, aber muß das alles so grottenunscharf sein? Man kriegt ja Kopfweh!" - Und der Regisseur antwortete verlegen: "Ja, beim nächsten Film haben wir uns auch vorgenommen, das besser zu machen. Man muß schon was erkennen können..." Da muß man sich als Gegengift schon einen 35 Jahre alten Spaghettiwestern (mein Tip: MEIN NAME IST NOBODY) auf DVD anschauen, um die visuelle Pest des üblichen deutschen Schwank- und Kümmerkinos aus dem eigenen visuellen Cortex zu entfernen... :lol: Nachtrag zu NARNIA: Die Trailer haben mich auch beeindruckt. Vor einigen Tagen sah ich dann allerdings eine Hauptfilmkopie und war weniger begeistert, richtig scharf war da nichts, alle Totalen ohne Details. Nur in der großen Schlacht am Ende gab es subjektiv bessere Qualität, was aber auch am Sonnenschein, niedrigempfindlicherem Ausgangsmaterial und größerer Schärfentiefe gelegen haben mag. Habe leider nicht geschaut, woher die Kopie stammte, da ich aufgrund von unsachgemäßer Weißlichtabtastung der Cyanspur unter akutem Hirnsausen und Ohrengicht zu leiden hatte (frühe Tonfilmversuche auf Schellack sind nichts dagegen!). :cry:
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Es gibt neben dem Arrilaser noch eine ganze Reihe CRT-Belichter im Einsatz. Eine interessante Diskussion aus dem cinematography.com-Forum berührt diese Frage am Rande: Interessant fand ich die Anmerkungen von John Pytlak: Wen's interessiert: http://www.cinematography.com/forum2004/index.php?showtopic=18428[/url]
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Nicht jedes Kopierwerk hat alle Materialtypen vorrätig. Wenn Du ausdrücklich Acetatkopien möchtest, kann man das Material bestellen, ist nur eine Mengenfrage. Filmotec/Orwo PF2 ist ausdrücklich auf Acetat- oder Polyesterbasis erhältlich, Mindestmenge 2x610m 16mm (siehe Datenblatt): http://www.filmotec.de/Produkte/PF_2/V-I-TI-PF2_4.pdf Ich habe in der Vergangenheit mehrfach Orwo s/w-Material für Kopien angefordert, wurde jedesmal anstandlos erledigt. Wenn es natürlich nur um einen Miniauftrag von 50 oder 100 Meter geht, kann man verstehen, daß das Kopierwerk dafür kein sonst nicht verwendetes Material auf Lager legen will. Notfalls selbst bestellen oder Kopierwerk wechseln!
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65/70mm - 35mm - 4K-Digitalprojektion im Vergleich
magentacine erstellte Thema in Digitale Projektion
Ein interessanter Thread aus www.cinematography.com über eine Veranstaltung der American Society of Cinematographers: http://www.cinematography.com/forum2004/index.php?showtopic=18471 Verglichen wurden 35mm Aufnahme, 65mm Aufnahme, 70mm Kopie, 35mm in 4K-DI und 4K-Digitalprojektion. -
"Flasch-Animation", ja das passiert leicht. Hat man zu tief in die Buddel geschaut, beginnt sich alles zu drehen... Kann sogar mit Reh-Animation (durch Revierveterinär) enden! :roll:
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Wenn man sich schon aufregt, sollte man wenigstens wissen, wovon man redet: Nein, es ist nämlich noch keine 60 Jahre her, daß Freitags Programmwechsel war statt Donnerstag... :wink: Hübsch auch, wie er sich über Besucher aufregt, die sich den kompletten Nachspann ansehen! Der Besucher scheint generell den Betriebsablauf zu behindern, der ungewaschene, nicht stubenreine, begriffstutzige Lümmel, der sein Gehirn nicht benutzt, ein bedeutungsloses Dasein führt und nichts als dumme Fragen stellt. Da hat man als intelligenter, kultivierter Filmvorführer (der im Deutschunterricht zwar fehlte, als Rechtschreibung drankam, sich aber dafür aber vieler hochstehender & menschenfreundlicher Vokabeln ("Schlitztiere") bedient, natürlich einen schweren Stand. Mir fällt da nur noch ein angeblich chinesisches Sprichwort ein: "Wer nicht zu lächeln versteht, der sollte morgens nicht seinen Laden aufschließen."
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Ich war jung und brauchte das Geld - und es war in der Eile keine Bildwand für das Seitenverhältnis 3,32 aufzutreiben... :oops: Man kann sich kaum vorstellen, wie wenig manche "Filmgestalter" von Technik verstehen, das muß man live und in Farbe erlebt haben. Ein Freund von mir wirkte (unbezahlt) als Kameramann bei einem auf 16mm gedrehten halbstündigen Film mit und maß als gelernter Fotograf stets sorgfältig das Licht. Das junge Genie von Regieanfänger rannte inzwischen - dabei an seinem roten Künstlerschal kauend, nachdem er morgens Darsteller und Team erst mal eine Stunde hatte warten lassen - kleine Kreise um den Kameramann und brüllte permanent: "Wir haben nicht den ganzen Tag Zeit, laß die Messerei, nimm Blende 5,6 !" Diese Blende fünf-sechs forderte er bei Tag- und Nachtdrehs, innen wie außen, in dunklen Unterführungen mit zwei Neonleuchten wie im hellen Sonnenschein. :roll:
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Neben den aufgezählten Faktoren, die die Dämpfung beeinflussen, gibt es noch einen weiteren: Anwesenheit des Regisseurs! :shock: Meine leidvolle Erfahrung mit anwesenden Regisseuren ist, daß sie gnadenlos laut aufdrehen, wenn man sie an den Saalregler läßt. Je schlechter der Film, desto lauter muß es sein. Wenn sie sich denn überhaupt für Technik interessieren! Ein Herr-- nennen wir ihn mal unverbindlich "Schöndoof" - meinte auf die Frage nach dem korrekten Format seines millionenteuren neuen Werkes (auf dem Film 1,66-Maske, auf den kopierwerksfrischen Dosen "1.85" mit Rufzeichen vermerkt): "So breit wie's geht!" In diesem Zustand muß er selbst wohl auch das eine oder andere Mal gewesen sein, nach dem Film zu urteilen... :wink:
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Der Text, auf den ich mich bezog, ist als Faksimile der damaligen Veröffentlichung in einer Fachzeitschrift in dem erwähnten Buch "Das wandernde Bild" der SDK abgedruckt, ebenso die umfangreiche Replik eines NS-Professors, dessen Name mir im Moment nicht einfällt. Noch lieber als das Internet sind mir allerdings DVD-Kommentare... Seit ich den Kommentator der langen SOUTH PACIFIC-Fassung von der "30 frames version" des Films erzählen hörte, die dann durch "step printing" irgendwie auf 24B/s reduziert wurde, erwäge ich eine Zivilklage gegen Preston Sturges, der uns in Karlsruhe mit der 24-Bilder-Version in Todd-AO abgespeist hat! :lol:
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Ach so, ihr meint Teenie-Windeln... :lol:
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Was hat es damit auf sich? :shock:
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@Stand-By: Meine Sorge war lediglich, daß in der Praxis leicht auch der Hauptfilm mal mit eingeschleiftem Dynamik-Effektgerät vorgeführt würde (Bedienungs- oder Automationsfehler), und das wäre wirklich fatal. Was das Vorprogramm angeht, stimme ich Dir in allen Punkten zu - hier geht es schon um Gefahrenabwehr (Gehörschäden), da haben ästhetische Fragen zurückzustehen. Die Augen- und Ohrenpest der heutigen Kinowerbung bedarf sowieso keines besonderen Artenschutzes. Das Problem im Kino ist heute, daß die Hörgeschädigten - die sich ihrer Defizite meist nicht bewußt sind, welcher 20jährige macht schon einen Hörtest? - in einem Saal mit der Weichspüler-Ohr-Fraktion zusammenhocken. Letztere erkennt man daran, daß ihre Hand immer reflexhaft zur TV-Fernbedieung zucken will, wenn es im Filmton laut oder leise wird. :)
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@Brillo: Ich habe gewiß keine Angst, Max Skladanowsky seine filmhistorische Bedeutung zuzubilligen, genausowenig wie Oskar Meßter oder Ottomar Anschütz. Mit "national" meinte ich nicht "national-chauvinistisch", es gab und gibt aber eine Tendenz, Figuren der Zeitgeschichte romantisierend herauszustellen, von ihrem historischen Kontext zu lösen und nach eigener Vorliebe setimental umzudeuten. Bei Wenders läßt sich das immer wieder beobachten, zum Beispiel in der Verwendung von Schauspielern wie Heinz Rühmann. Aber das ist jetzt doch deutlich off topic, den einen stört's, den anderen nicht, und ehrlicherweise muß ich zugeben, daß es auch Jahre her ist, daß ich den Wendersfilm sah und mich nur an den negativen Gesamteindruck erinnere, nicht an Details. Zustimmen würde ich Dir, daß Castans Bewertung von Skladanowsky etwas negativ ausfällt, aber die Fakten und Hintergründe, die er zusammengetragen hat, machten das Buch für mich zu einer sehr spannenden Lektüre. Im Vergleich dazu sind die hervorragenden Bücher von Deac Rossell über frühes Kino deutlich entspannter und sachlicher. ++++++++++++++++ "Kino ist für ihn, wenn zwei Männer an eine Mauer pinkeln, auf der ALABAMA geschrieben steht." Kameramann Thomas Mauch über W.W.
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Die amerikanischen Vorführungen sind durchaus durch Presse, Rezensionen und Patentanmeldungen belegt, die m.W. am besten belegte wissenschaftliche Arbeit hierzu stammt von Deac Rossell, der auch Kurator der Ottomar-Anschütz-Ausstellung vor einigen Jahren war: Rossell, Deac, Living Pictures: The Origins of the Movies (New York: State University of New York Press, 1998) Rossell, Deac, 'The New Thing with the Long Name and the Old Thing with the Name That Isn't Much Shorter: A Cinema Chronology, 1889-1896', Film History vol. 7 no. 2, special issue, Summer 1995 Der letzte Artikel bietet eine mit Quellen versehene umfangreiche Zeittabelle der wichtige Entwicklungen, Vorführungen und Patentanmeldungen. Skladanowsky hat sicher seinen Platz in der Reihe der vielen Tüftler und Bastler auf dem Weg zur Kinematografie, aber sich als Begründer der Filmindustrie zu gebärden, wie er es in späteren Jahren tat, ist unhaltbar. Richtig ist auf jeden Fall, daß es keinen "Erfinder des Films", noch weniger des Kinos gab, weil sich weltweit Erfinder auf verschiedenen Wegen und mit verschiedenen Ansätzen der Lösung des Problems der "Lebenden Bilder" genähert haben. Wann die erste Vorführung, die erste öffentliche Vorführung, die erste vor zahlendem Publikum usw. war, ist eigentlich auch nicht so wichtig. Im Grunde könnte man auch Dickson/Edisons Festlegung des 35-mm-Formates für das Kinetoscope nehmen, auch wenn die entstandenen Filme noch nicht projiziert, sondern nur per Okular&Scheibenblende bei kontinuierlichem Lauf direkt betrachtet wurden!
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Korrekte Abspielgeschwindigkeit bei Stummfilmen
magentacine antwortete auf Silas Leachman's Thema in Schmalfilm
Als Ausgangspunkt würde ich mal mit 20 B/s anfangen, vor 1920 können auch Frequenzen bis runter zu 15, 16 Bildern vorkommen. Gegen Ende der Stummfilmzeit ist zwischen 20 und 24 Bildern alles möglich. Am besten, man macht einen Testlauf und achtet auf "Naturphänomene" wie z.B. Pferde, Hunde, fließendes Wasser usw. (natürlich nicht gerade die gedopte NOSFERATU-Kutsche) und stellt danach die Frequenz ein. Ganz wichtig: Die wenigsten Filme sind mit einer festen Bildfrequenz gedreht, sie variiert durchaus je nach Inhalt. Langsam spielende Darsteller wurden unterdreht und somit in der Wiedergabe "beschleunigt", handlungswichtige kurze Vorgänge durch Überdrehen (= leichte Zeitlupe) so gedehnt, daß der Zuschauer sie nicht verpasste (Beispiel: etwas Wichtiges fällt vom Tisch). Als Guido Seeber in seinem Buch DER PRAKTISCHE KAMERAMANN um 1924 schrieb, der Kameramann solle berücksichtigen, daß mancher Kinobesitzer sonntags mit höherer Geschwindkeit vorführen ließe, um eine Zusatzvorstellung zu gewinnen, hätte er wohl nicht geahnt, daß die Praxis der Bildfrequenz-Mogelei im Jahr 2006 immer noch praktiziert wird! ;) -
Die Filmwissenschaft hat inzwischen die Sache mit der Skladanowsky-Premiere zu den Akten gelegt. Es gab in den USA Filmprojektionen, die zeitlich vor den Bioscop-Aufführungen lagen. - Am 21. April 1895 zeigte Woodville Latham in New York der dortigen Presse seinen Eidoloscope bzw. Panoptikon-Projektor. Latham gilt auch als Erfinder des Ausgleichs durch Filmschleifen, die deshalb bis heute im Englischen manchmal als "Latham loop" bezeichnet werden. - Am 20. Mai 1895 fand ebenfalls in New York die vermutlich erste Filmvorführung vor zahlendem Publikum statt. Der achtminütige Film Young Griffo vs. Battling Charles Barnett zeigte ein Boxmatch, das auf dem Dach des Madison Square Garden gedreht wurde. - Im September bzw. Oktober 1895 zeigten C. Francis Jenkins and Thomas Armat mit ihrem "Phantascope" Filme auf der Cotton States Exposition in Georgia. Eine gute Zeitleiste der Pioniere und Daten findet man z.B. hier: http://www.filmsite.org/milestonespre1900s.html Der Skladanowsky-Doppelprojektor, der aufgrund seines langsamen Schaltwerkes zwei Filmbänder benötigte, um auf eine ausreichende Bildfrequenz zu kommen, wird heute als Ausläufer der sog. Chronophotographie betrachtet. Weder konnte die damalige Kamera in Echtzeit (=Projektionsgeschwindigkeit) aufnehmen, weshalb die Akteure besonders langsam spielten, noch fand eine Registrierung durch Perforation bei der Aufnahme statt. Projektion von photographisch hergestellten Serienbildern gab es schon bei Ottmar Anschütz, der mit seinem "Projektions-Schnellseher" hochwertige Aufnahmen in Großprojektion zeigte. http://de.wikipedia.org/wiki/Elektrischer_Schnellseher Schöne Bilder & Dokumente: http://www.ansichtskarten-pankow.de/pankowfilm.htm Wer eine fundierte Geschichte der Skladanowsky-Arbeiten lesen möchte, findet sie hier: Max Skladanowsky oder der Beginn einer deutschen Filmgeschichte von Joachim Castan erschienen im Füsslin Verlag 1995 263 Seiten Der Filmpionier und Kameramann Guido Seeber hat bereits 1935 in einer sehr schlüssigen technischen Analyse erläutert, warum Max Skladanowskys Erfindung nicht den Anspruch auf die erste Filmvorführung der Welt stellen kann, als Faksimile nachgedruckt in dem Buch Stiftung Deutsche Kinemathek (Hg.): Das wandernde Bild. Der Filmpionier Guido Seeber. Berlin 1979. Der Wenders-Film ist meiner Meinung nach eher Ausdruck eines gewissen Wunsches, anläßlich von hundert Jahren Kino mithilfe des "verkannten Erfinders und Autodidakten" S. das Medium Film doch noch national zu reklamieren. Aber was soll's - wir glauben ja auch nicht, daß es im alten Ägypten so zuging wie in CLEOPATRA mit Frau Taylor und Herrn Burton - das ist eben Kino... :wink:
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Möchte mich Stefan2 anschließen: An der Dynamik des Hauptfilms soll definitiv nicht herummanipuliert werden, auch wenn man über die ästhetische Qualität vieler Abmischungen sehr geteilter Meinung sein kann. Maßgeblich ist m.E. die Dialogverständlichkeit, die sollte gegeben sein. Ansonsten kann kein Normpegel das (gesunde) Gehör und den eigenen Verstand ersetzen. :)
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OTTO - DER FILM war noch kompetent von Xaver Schwarzenberger fotografiert (in anamorphotischem 2.35:1), danach ging es richtig abwärts. Tiefpunkt war aber wohl der zweite Film mit der peinlichen BAUKNECHT-Schleichwerbung (und ca. 10 andere Markenartikel, dummdreister hat man's nur noch in ZAHN UM ZAHN getrieben, wo Schimanski im Flugzeug auf einer Art geflochtener Bastschale die Hustenbonbons serviert bekam, für die er im wahren Leben gerade warb - von den Hektolitern Sinalco ganz zu schweigen, die im Film getrunken wurden.) Bereits der erste OTTO-Film war ein unverschämtes Recycling von Gags aus den 1970ern, aber bekanntlich ist noch keiner daran bankrott gegangen, das Publikum zu unterschätzen... ;) Vielleicht soll man es auch nicht so eng sehen, ist doch inzwischen eine weitere Generation herangewachsen, die über Oberförster-Pudlich-Witze und die Christopherus-Plakette an der Orgel lachen kann. Das Originellste am neuen Zwerge-Film scheint mir dann doch der Titel zu sein !
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Hier gibt's nett gekrümmtes Glas (Kowa-Anamorphot): http://cgi.ebay.com/Kowa-Prominar-Anamorphic-16-H-lens-16mm-japanese-lens_W0QQitemZ200038492687QQihZ010QQcategoryZ30077 Englischer Forumsbeitrag dazu: http://www.filmshooting.com/scripts/forum/viewtopic.php?p=142762&sid=19330337e2b5981d41b217d5ce7211d0 Anamorphotenhalter für Aufnahme und Wiedergabe: http://www.ffr-film.de/Katalog/Seiten/Anamorphotenhalter.htm Artikel von Martin Baumgarten (engl.): http://www.fortunecity.com/lavender/lavender/569/anamorphic.html Übersicht über verfügbare Amateur-Anamorphottypen: http://super8wiki.com/index.php/Anamorphic_Lenses_and_Format_Compression_Ratios