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Altes Royal-Kino in Frankfurt am Main


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Mal eine Frage: Ist das Kino noch in den 70ern gebaut oder erst Anfang der 80er?

Ich war zwar noch nie in dem Kino (und werde wohl auch nicht mehr die Möglichkeit dazu haben), aber so wie es auf den Fotos aussieht war das Kino noch nicht in so schlechtem Zustand. ich habe zumindest schon VIELE Kinos gesehen, die in wesentlich schlechteren Zustand waren. Aber das war ja auch wohl nicht der Grund der Schließung...

Mir zumindest hat es gefallen (Erklärung: Lieblingsfarbe ROT).

Naja, schade. Wieder ein traditionsreiches Kino weniger...

Und bestimmt nicht das letzte. :cry: :x :twisted:

sr

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Das Royal wurde als "MGM-Theater" 1957 eröffnet und hieß nach der Übernahme durch Olympic/Ufa ab ca. 1980 ROYAL. MGM hat damals auch ein "Schwesterkino" in Berlin gebaut, genaue Daten kann sicher cinerama beisteuern.

 

Das ROYAL war das Ufa-"Flaggschiff" in Frankfurt und nach Schließung der übrigen großen Einzelhäuser das einzige mit einer gewissen Atmosphäre.

Zusammen mit Torsten Emrich von www.emrichcreativ.de und dem letzten Vorführer des Hauses habe ich die damalige Abschlußveranstaltung "Goodbye Royal" organisiert.

 

Es ist für Frankfurt/M. ein extrem trauriges Kapitel, weil man an dieser Innenstadtlage - ein paar Schritte von der "Zeil" entfernt - und mit dem 50er-Jahre-Ambiente einiges hätte bewegen können, aber die Entscheidung, alles verkommen zu lassen und keinen (damals) Pfennig mehr zu investieren, hat die marode Ufa vor langer Zeit getroffen, und die letzten Betreiber sahen betriebswirtschaftlich keinen Sinn darin, dem Riech-Clan noch die Renovierung eines Hauses zu bezahlen.

 

Bis zum vermutlichen Abriß gibt es Zwischennutzung als Club mit Wochenendbetrieb, sehr stilvoll gemacht, aber dennoch niederschmetternd für jeden, der große Erinnerungen an das Haus und damit verbundene Filmerlebnisse (2001 in 70mm, Bond, Disney, Klassiker in Magnetton) hat.

 

Alles sehr deprimierend, auch das Engagement einzelner Multiplexe kann diese alten Theater nicht ersetzen.

 

Einer der DP-70 Projektoren wird ab nächstes Jahr als Exponat im Deutschen Filmmuseum stehen.

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... noch einige Nebensächlichkeiten zum Thema ...

 

Seit dem 13.10.1967 mit stark gekrümmter CINERAMA Leinwand und 70mm Projektion. Es kam eine der ersten volltransistorisierten Tonanlagen zum Einsatz, die sage und schreibe 35 Watt pro Kanal bot. Erster 70mm Titel war GRAND PRIX. Damals kam auch die bis zum bitteren Ende durchgehaltenene rote Einrichtung nebst Vorhang und aus den USA importierten Kippsitzen zum Einbau.

 

Damalige Eintrittspreise: von DM 5,-- bis DM 9,-- auf dem Balkon.

 

Man darf aber den Untergang nicht nur den Riechs, der UFA und dem letzten Betreiber in die Schuhe schieben. Das wäre zu einfach. Das ROYAL hatte, bis sich zum letzten Mal der Vorhang schloss, stets eine einwandfreie Projektion und war trotz in die Jahre gekommener Einrichtung gepflegt mit größtenteils kompetentem und freundlichem Personal. Es kam nur niemand, trotz gleichem Blockbuster wie im Multiplex nebenan.

 

Das Stammpublikum des ROYAL wurde älter & älter und ging/geht weniger oder gar nicht mehr ins Kino. Und das junge Publikum kam einfach nicht ins ROYAL. Es ging und geht lieber in die neuen modernen Multiplexe, die ja auch durchaus in der Lage sind, Filme ordentlich zu präsentieren und emotionales Filmerlebniss im entsprechenden Ambiente eines großen Kinos bieten können.

 

Zurück bleiben einige Zeitgenossen, die ihren Gefühlen aus vergangenen Filmerlebnissen und -zeiten nachtrauern, so wie die heutigen jungen Leute in 20 Jahren den HERR DER RINGE 3-er Nächten, die die ganze Nacht durchliefen, schwärmen und nachtrauern werden.

 

So ist das Leben ...

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Man darf aber den Untergang nicht nur den Riechs, der UFA und dem letzten Betreiber in die Schuhe schieben. Das wäre zu einfach. Das ROYAL hatte, bis sich zum letzten Mal der Vorhang schloss, stets eine einwandfreie Projektion und war trotz in die Jahre gekommener Einrichtung gepflegt mit größtenteils kompetentem und freundlichem Personal. Es kam nur niemand, trotz gleichem Blockbuster wie im Multiplex nebenan.

 

Das hat sicher immer verschiedenste Gründe, die einen Summenfaktor im eng umkämpften Markt ergeben. Das Haus ist sichtbar farblich und architektonisch gelungen, aber heruntergewirtschaftet, wie man an der Verwahrlosung auf den Fotos, den harten Stühlen und am Teenie-Programm erkennt. Schuld ist m.E. nicht das nicht mehr kommende (ältere) Publikum, sondern zum großen Teil der/die Betreiber. Würde nicht "bis zum letzten Pfennig" ausgequetscht werden (bis man dann wie Riech jr. in die Hotelbranche wechselt und nur noch Grundbesitz verwaltet), sondern würde engagiert renoviert, modernisiert, programmatisiert werden, wäre das nicht passiert. (Das Personal dort fand ich kürzlich nicht sehr freundlich oder kompetent, vielleicht an die Falschen geraten?). Wäre dort der - hypotethisch ausgedrückt - fähigste und engagierteste Betreiber der Stadt Frankfurt (mit gewissem finanziellen Fundament) am Wirken, dann gäbe es zunächst erst einmal andere Kinos, die die Schließungsliste anführten.

 

Selbst wenn das Frankfurter MGM/Royal ein First-Class-Kino ist/war, so genügt oft nur das kleinste Negativum, um Besucher für immer zu vergraulen: monatelange programmatische Einsilbigkeit, der auf den Fotos sichtbare nicht sehr einladende UFA-Blümchenteppich, ewig lange Werbung, Kassierer/Innen, die Fragen des Gastes mit einem Achselzucken beantworten, eine unhygienische Toilette, abstoßende Umgebung mit Milieu etc.

Indertat: das sieht der Zuschauer sofort, es ist ihm nicht abzuverlangen, daß er in einem kühnen Gedankensprung relativiert, was dieses Kino defacto alles leisten konnte oder könnte, wenn es in neueren Multiplexen stets neuer, sauberer, bequemer und heller ist.

Natürlich: imaginiert man, wie schrecklich der durchschnittliche Multiplex-Saal dann im selben verwahrlosten Zustand wie das Frankfurter ROYAL bald aussehen könnte, ist (mir) klar, wofür man sich entscheidet. Daher ist es auch so unverzeihlich, daß die UFA panikartig sich in mittelmäßigen Multiplex-Projekten verschuldete (Investitionsruinen, die irgendwann doch wieder schließen werden), aber ihr Tafelsilber verkommen ließ. Das trifft explizit auch auf die "Majestät" der Road-show- und Breitwandkinos, das Berliner ROYAL zu. Dennoch gibt es in Berlin gepflegte Road-show-Theater (Einzelkinos!) wie das DELPHI oder das INTERNATIONAL, die sehr gut laufen - und massiv von älterem Publikum frequentiert werden, während "Matrix Revolution" in den meisten Multiplex-Sälen vor fast leeren Sälen und mit tumbem Ton daherrattert...

 

Was uns das wohl sagt?

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Hier noch ein Paar Fakten zum Royal:

Das "MGM" war 1957 das erste Filmtheater einer amerikanischen Firma in Deutschland. Eröffnungsfilm war im April 1957 "Die oberen Zehntausend". Im Saal wurden die 879 Sessel, die sich im aufsteigenden Parkett und auf den Rang verteilten, in einem damals sensationellen Abstand von fast einem Meter angebracht und die Wäbnde mit schallschluckenden Platten isoliert. Das Foyer mit Marmor verkleidet und zweifarbigem Terrazzo-Fußboden ausgelegt.

Der erste Umbau fand 1968 statt. Damals wurde der Reihenabstand vergrößert und die Technik aufgerüstet, sowie dem Saal das in einem früheren Beitrag bereits erwähne rote Interieur verpasst. Die Leinwanbreite betrug nummehr 19 Meter.

Bereits seit Beginn der 90er Jahre, also noch zu Lebzeiten von Riech-Senior, bestanden Pläne den damals neuen Markttrends, sprich: Multiplex, am (nicht optimalen) Standort Schäfergasse zu begegnen. Geplant war ein Neubau mit 7 Kinos zwischen 600 und 200 Plätzen. Zeitlich liegen die ersten Planungen für den Royal-Neubau parallel zum Neubau der "Harmonie" in Freiburg. Wer letzteres Kino kennt sieht, daß dieser Maßstab qualitativ weit über dem liegt, was die UFA und die meisten Mitbewerber zu dieser Zeit oder später gebaut haben; insbesondere was die Integration in das städtebauliche Umfeld angeht. Wie also das Royal geworden wäre, bleibt rein spekulativ.

Tatsache ist, daß die Neubaupläne über Jahre durch den benachbarten Kaufhausbesitzer boykotiert wurde und die Stadt Frankfurt ob dieser Uneinigkeit die Baugenehmigung verweigerte. Die UFA hielt jedoch bis Ende der 90er Jahre (Frankfurt war als Großstadt multiplextechnisch ja ein echter Spätzünder) an ihren Neubauplänen fest. Dies ist mit der Hauptgrund, warum in dieses Haus nicht investiert wurde, da man immer noch hoffte es abreißen und ersetzen zu können.

Man darf in diesem Zusammenhang auch nicht alle Riech-Kinos über einen Kamm scheren. Im Falle Royal befand sich im selben Haus auch die Theaterverwaltung Süd - erst der Olympic - später der UFA. Schon allein aus diesem Grund war man eigentlich an einem Aushängeschild interessiert.

An anderen Standorten, und dies betraf auch - aber eben nicht nur - die UFA, liefen in den 90er Jahren Pachtverträge aus, wobei viele Vermieter an einem Fortbestand als Kino nicht mehr interessiert waren, und eine Neunutzung mit Läden und höheren Mieten anstrebten. Die Mitlerweile aufgekommene Konkurrenz durch die Plexe tat ihr übriges. Dies ist der Hintergrund, das viele dieser Kinos schon Jahre vor der (für den Betreiber bereits absehbaren) Schließung vergammelten.

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Seit dem 13.10.1967 mit stark gekrümmter CINERAMA Leinwand und 70mm Projektion.

 

Nicht ganz korrekt, die DP70-Anlage war bereits bei der Erstinstallation vorhanden (vgl. Programmheft der Eröffnung). Allerdings wurde erst nach 1968 mit 70mm-WA richtig losgelegt, das stimmt.

 

Man darf aber den Untergang nicht nur den Riechs, der UFA und dem letzten Betreiber in die Schuhe schieben. Das wäre zu einfach. Das ROYAL hatte, bis sich zum letzten Mal der Vorhang schloss, stets eine einwandfreie Projektion und war trotz in die Jahre gekommener Einrichtung gepflegt mit größtenteils kompetentem und freundlichem Personal.

 

Letzteres stimmt. Die Hauptverantwortung trägt aber die Ufa, denn wer mit der damaligen Marktmacht (Fast-Monopolist am Ort exclusive Jaeger-Betriebe) die Veränderung in Markt und Programm so verpaßt und immer nur geizt, der hat als Unternehmer versagt. Da beißt die Maus keinen Faden ab!

 

Sicher hat es innerhalb der Ufa Ausnahmen gegeben, aber für mich als Kinogänger in dieser Stadt war zeitgleich mit dem Abgang eines bestimmten leitenden Herrn P. , der sich um Außenwirkung und Publikumsbehandlung noch detailliert und unermüdlich kümmerte, der Niedergang der Ufa-Kinos zu beobachten.

 

Das Stammpublikum des ROYAL wurde älter & älter und ging/geht weniger oder gar nicht mehr ins Kino. Und das junge Publikum kam einfach nicht ins ROYAL. Es ging und geht lieber in die neuen modernen Multiplexe, die ja auch durchaus in der Lage sind, Filme ordentlich zu präsentieren und emotionales Filmerlebnis im entsprechenden Ambiente eines großen Kinos bieten können.

 

Die üblichen Probleme eines Einzelhauses waren für die Ufa mit ihren vielen Leinwänden in Frankfurt nicht gegeben, und ein Publikum über 25 hätte es auch gegeben, wenn man nicht ein Jahrzehnt lang hirnlos Blockbuster-Kinderprogramm gemacht hätte.

 

Stichwort Multiplex, und um unproduktives Klagen zu vermeiden: Ausnahmen bestätigen die Regel :wink: !

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ich kenne es nur so:

da wo die UFA rausging, kam meistens die abrissbirne. leider...diese firma war halt immer eine philosophie für sich- verstanden habe ich es nie, warum diese gesellschaft alles ausquetschte um es danach wie einen abgenagten apfel in die tonne zu werfen...

 

wenn ich an die vielen häuser denke die heute noch bestehen könnten wenn hier ein anderes, branchenorintiertes marketing vorhanden gewesen wäre...

 

letztlich kann es nur einen grund haben: es ging nur um cash nicht um das medium film.... :cry:

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Sicher hat es innerhalb der Ufa Ausnahmen gegeben, aber für mich als Kinogänger in dieser Stadt war zeitgleich mit dem Abgang eines bestimmten leitenden Herrn P. , der sich um Außenwirkung und Publikumsbehandlung noch detailliert und unermüdlich kümmerte, der Niedergang der Ufa-Kinos zu beobachten.

 

Hm, nach Herrn P. kam, sollten wir hier von dem Verwaltungsdirektor reden, der auch die Kollumne "Der Filmfachmann empfielt" oder so ähnlich in der UFA-Filmillustrierte verfasste und Hauptberuflich Verwaltungsdirektor-Süd war, Herr W., und der war meiner Meinung nach der Beste in dieser Position den die UFA je hatte. Nichts gegen Herrn P., aber ich entsinne mich gut, daß diesen Herrn eine enge Freundschaft mit dem Verleiher P-H K. verband. Dies führte dazu, daß bis Mitte der 90er Jahre, wenn Herr P. nur noch zur Urlaubsvertretung für Herrn W. (später Herrn A.) walten durfte, alle Süddeutschen UFA-Center ab Kino 3 abwärts mit Reprisen von "Excalibur", Tinto Brass und "Türkische Früchte" beglückt wurden, deren miese filmische Qualität von der Kopienqualität nach unten noch um einiges getoppt wurde. Sorry, aber was das an Außenwirkung und Publikumsbehandlung bedeutete, war mir als Theaterleiter damals - allerdings nicht in Frankfurt - oft mehr als peinlich.

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sehr überzeugende arbeit leistete auch herr h. damals im verbund mit frau l. und herrn h-2. danach kam dann herr t., der leider nicht so den durchblick hatte, den sein assistent, herr b., aber hatte und so viel arbeit von herrn t. mit übernehmen konnte. ganz früher gab es auch mal den legendären herrn k., dem wirklich niemand das wasser reichen konnte und der selbst dem herrn r. noch etwas vormachte.

 

es grüsst herr p.s., der schon viele herren a.b.c.d.e.f.g.h. usw. hat kommen und gehen sehen

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In Freiburg gab es aber auch ein Beispiel, wie man sich verspekularisieren kann, dennoch, die "Harmonie" macht was her.

 

Vor nunmehr über 5 Jahren kam ebenfalls das AUS für 2 sehr schöne UFA Säle, ebenfalls recht groß, rote Wandbespannung wie hier in Frankfurt, ich mochte es. Die Projektion war stets O.K. Der Theaterleiter war selbst "alttestamentarisch" (Streng!!!) ausgebildeter Vorführer.

 

Als dann März 1998 der neue Ufa-Palast eröffnete, ging es dicht :evil: .

Dieser konnte das Rennen mit dem schon seit Herbst 1997 eröffneten, erfolgrareichen Cinemaxx nicht machen. Vor zwei Jahren oder so, musste die UFA das endlich auch erkennen, der keine 3 Jahre alte Filmpalast wurde aufgegeben. Der ehemals größte Saal wurde zur Heimat fürs Planetarium.

 

Die eingangs erwähnten 2 Säle gibt es noch, der eine wurde zur Heimat für eine Tanzschule, der andere jener einer alternativen amerikanischen Kirche. Gottesdienste bei noch erhaltener, erwähnter roter Wandbespannung :) :) ....

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@robpl

 

Das mit den K.-Filmen wußte ich nicht, finde es aber lustig.

 

Also, ich möchte hier nicht einzelne Theater- oder Bezirksleiter X. oder Y. preisen (da hab ich ja was angerichtet), was ich sagen wollte war, daß der äußerliche , für den Besucher sichtbare Verfall der Häuser sich nach dem Personalwechsel beschleunigte.

Alte frankfurter Ufa-Hasen haben mir bestätigt, daß die Inspektionsrundgänge und Reparatur/Instandsetzungaufträge unter dem genannten Leiter den Standard etwas länger aufrechterhielten.

Was nichts an der generellen Tendenz der Firma ändert, den letzten Pfenning/Cent aus Personal, Geräten und Bausubstanz zu pressen.

In einem gut laufenden Innenstadtkino, das vornehmlich OVs zeigt, fielen mehrfach Vorstellungen aus, weil kein Ersatz für den bei irgendwo um die 4000 Stunden dahinfunzelnden Xenonkolben mehr da war - zerstören, zerteilen, verkommen lassen und dabei die Besucher ignorieren - das ist das Erbe der Ufa.

Vielleicht war`s andernorts ja anders, aber ich habe fast 3 Jahrzehnte Ufa-Plage als (damals zwangsweiser) Besucher hinter mir, sowas prägt! :)

 

 

@preston sturges betreffs der herren a.-g.:

 

Man kann sich über jeden freuen - über die einen, wenn sie kommen, über die anderen, wenn sie wieder gehen! ;)

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Hallo,

so sehr man die riechschen Schachtelkinos hassen kann und darf,

haben sie doch mitgeholfen, daß das Kino die nicht nur filmbetreffenden fürchterlichen 70er Jahre überdauert hat.

In unserer Stadt gab es das Gerücht, daß das Ufa Kino Nummer vier ein ehemaliger Aufzugschacht war, ganz so schlimm war es nicht, jedoch, man mußte den Kugelschreiber aus dem Hemd nehmen, weil man sonst nicht in den BWR gepaßt hätte. :D :D :D

Auch sollen alle Filmvorführer auf strenge Diät gesetzt worden sein,

sie hätten sich sonst nicht im BWR an den Maschinen und Tellern vorbeischlängeln können. :D :o :D

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Das bringt mich auf eine spannende Frage:

Was war die kleinste UFA-Schachtel (auch wenn schon geschlossen)?

 

Mein Gebot:

Zeil 5 in Frankfurt/M., hat 25 Plätze in 5 Reihen - wer bietet weniger? :D

 

so sehr man die riechschen Schachtelkinos hassen kann und darf,

haben sie doch mitgeholfen, daß das Kino die nicht nur filmbetreffenden fürchterlichen 70er Jahre überdauert hat.

 

Das will ich nicht bestreiten, andererseits hat die Zerstückelung und Parzellierung das Publikum auch an einen suboptimalen Standard der Filmpräsentation gewöhnt, so daß die heutigen Multiplexprobleme und die im Schnitt unzureichende Kopienqualität gar nicht mehr als Problem wahrgenommen werden. :roll:

 

Aber wirtschaftlich hast Du recht und man sollte vermutlich froh sein, daß einige große Einzelhäuser noch zehn, zwanzig Jahre länger bestanden, als es ohne die Einbindung in das Riech-Imperium der Fall gewesen wäre.

 

Wobei ich zum eigentlichen Thread-Thema noch ergänzen wollte, daß dasMGM/ROYAL zu seiner Zeit keineswegs das große Roadshow-Theater war, denn in den ersten Jahren spielte man dort eher ein Familienprogramm, und auch die 879 Plätze (erst '68 auf 721 reduziert) waren angesichts der damaligen Großkinos nichts besonderes. Aber nachdem die großen Häuser schlossen und die bleibenden verkleinert und geteilt wurden (Metro im Schwan, dort gab`s anno '53 die erste deutsche CS-Demo-Vorführung; Turm-Palast ursprünglich mit Todd-AO; Europa-Palast heute ohne Balkon) blieb es einfach als letztes Traditionskino übrig!

 

Wer sich für die frankfurter Kinogeschichte interessiert, dem empfehle ich das sehr schöne Buch "Lebende Bilder einer Stadt", herausgegeben vom Deutsche Filmmuseum, über Buchhandel oder hier erhältlich.

 

http://www.deutsches-filmmuseum.de/pre/ft6.php?id=body&img=3img6&main=pubindex&ass=shop-u

 

Enthält alle Kinos und Betreiber (bis 1991) und interessantes Interviewmaterial.

 

TN-leben.jpg :roll:

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auch an einen suboptimalen Standard der Filmpräsentation gewöhnt, so daß die heutigen Multiplexprobleme und die im Schnitt unzureichende Kopienqualität gar nicht mehr als Problem wahrgenommen werden. :roll:

[/img] :roll:

Hallo,

@Magentacine,

welche Multiplexprobleme meinst du,

bei uns bekommt jeder Zuschauer die optimale Ton- und Bildpräsentation, Kinosessel, die zum Einschlafen einladen, leider viel zu lange Schlangen an den Theken und Kartenkassen.

Einzig selbst bemängeln will ich die kurzen Projektionsentfernungen, die zu kranken (ultrakurzen) Brennweiten und damit zu vermehrten optischen Fehlern führen.

Wenn du damit einen Betreiber meinst, wo die Leute für drei Euro auf die Hand arbeiten, die der deutschen Sprache nicht mächtig sind, muß ich dir leider Recht geben.

Auch geht in einem unserer Häuser jede zweite Interlockvorstellung in die Hose, auch gibt es das Gerücht, daß dieses Kino jeweils mit mindestens zwei Kopien beliefert wird, da sowieso Laufstreifen ´reingefahren werden.

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zeil 5 genoß nach betreiberwechsel im jahre 2001/2002 noch eine renovierung und damit verbunden eine großzügigere bestuhlung auf dann nur 20 plätzen.

zur zeit geschlossen und soll in kürze mit neuem programmkonzept wieder eröffnen (kein witz!!)

 

 

 

Betrübt mich aufrichtig, das zu hören!

Es sah einfach klasse aus, wenn man ins Zeil 5 hineinlugte und dort Menschen über 1,80m Körpergröße mit dem Knie direkt unter dem Kinn eingepfercht saßen! Erinnerte etwas an das berühmte Foto von den armen Versuchskaninchen, die in Reih & Glied Zigaretten testrauchen müssen.

Was kann das für ein neues Programmkonzept sein?

 

Man könnte Straub/Huillet-Filme endlich mal vor ausverkauftem Haus zeigen (kein Popcornverkauf!).

8)

 

 

Hallo T-J !

 

Ich meine damit:

 

- bauliche Fehlleistungen, die auch der engagierteste Vorführer nicht ändern kann (Bildgrößen, die aus Protzerei denen der Konkurrenz überlegen sein müssen, daß die ersten zehn Reihen eigentlich optische Körperverletzung sind, kümmert keinen);

 

- Unterbezahlung des technischen Personals, was entweder zur freiwilligen Selbstausbeutung oder zu einer "Hauptsache, es läuft irgendwie"-Haltung führen muß (das hat zwar in der ganzen Branche Tradition, ist aber auf den "Premiumartikel" Multiplex angewandt einfach Irrsinn);

 

- ruinöse Preispolitik, die das Produkt Filmerlebnis zu einem Ramschartikel degradiert (siehe Kieft-Donnerstag und ähnliche Ideen). In diesem Land an die Schnäppchenmentalität zu appellieren, ist hochgefährlich. Es ist aber die logische Konsequenz aus verfehlter Auswertungsstrategie der Verleiher (immer teurere Filme immer aggressiver in immer mehr Kinos prügeln, was die Laufzeiten reduziert. Die Zeche zahlen die Betreiber und damit letzten Endes Personal wie Besucher).

 

Daß man Leute im Kino für 3€ arbeiten läßt, schockiert mich, das liegt noch weit unter allen Löhnen, die ich von Kollegen kenne. :cry:

 

 

Es gibt, wie so oft im Leben, keine einfachen Lösungen und keine eindeutig Schuldigen. Jeder macht, so gut er kann, und viele weitaus mehr als sie müßten. Trotzdem kann ich Dir versichern, daß etwa ein Drittel der von mir besuchten Vorstellungen (Einzeltheater und Multiplexe gleichermaßen) nicht dem Minimalstandard entsprechen. Der sieht für mich so aus:

 

- Korrekt scharfgestellter Hauptfilm im richtigen Format, projiziert durch ein sauberes Objektiv ohne Fingerabdrücke und Ölspritzer;

 

- Vorprogramm, das nicht aussieht, als ob es von Clint Eastwood durch die Steppe gezogen worden wäre;

 

- Ruhiger Bildstand (soweit es die Kopie erlaubt) und richtig eingestellter Bildstrich (bei BW keine angeschnittenen Köpfe und Titel), bei CS kein sichtbarer Bildstrich.

 

- Tonwiedergabe mit verständlichem Dialog, soweit es die Abmischung erlaubt, und in einer Saal-Lautstärke, die der Besucherzahl angemessen ist.

 

- Vollständige Wiedergabe des Nachspanns.

 

 

T-J, es freut mich, wenn es bei Euch anders ist. Gern demonstriere ich Dir hier vor Ort in der Ebbelwoi-Filmmetropole am Main, wie`s zugeht, wir können ja um einen "Handkäs' mit Musik" wetten... :)

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Hy,

 

womit wir wieder beim alten Thema wären.....

 

es fällt allerdings in letzter Zeit häufiger auf, das die Anzahl der Schlauberger unter den Gästen ständig zu, das Niveau derselbigen ständig abnimmt.

Ich muss mir mindestens einmal täglich anhören, das ich keine Ahnung habe wie man einen Projektor bedient, weil unsere "Luther" Kopie in Sachen Bildstand mit einem Erdbeben gleichzusetzen ist, nur wie macht man einem durch ComputerBild und anderen "Fachblättern" gebildeten Menschen klar, das eventuell das Ausgangsmaterial schuld ist ??

 

Im übrigen sind nicht nur die Lohnverhältnisse schuld am Dilemma, sondern des öfteren auch die Spezies des "langjährigen Mitarbeiters" der technisch irgendwo beim Monoton stehengeblieben ist, MehrkanalWiedergabe für Spielkram hält, vorhandene dts CD's tapfer ignoriert, Umspultische als Ablage für den Aschenbecher sieht und Trailer deswegen unter Zuhilfenahme des Fussbodens (der natürlich nicht regelmässig gesaugt wird) umspult und regelmässige Saalkontrollen durch eine durchgehende Zigarettenpause ersetzt hat. Da nützt die beste Technik nix !

 

 

Stand-By

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Nicht ganz korrekt, die DP70-Anlage war bereits bei der Erstinstallation vorhanden (vgl. Programmheft der Eröffnung). Allerdings wurde erst nach 1968 mit 70mm-WA richtig losgelegt, das stimmt.

 

WO steht denn das im Programm? Bitte um Ablichtung! Die erste feste 70mm-Todd-AO-Ausrüstung in Dtl. gab es ab dem 14.3.1957 im Hamburger SAVOY, ab Sommer 1957 war das Münchner ROYAL das zweite Kino Deutschlands mit dieser Ausrüstung. Wennaber im April 1957 das Frankfurter ROYAL bereits DP 70 hatte, erstaunt mich das sehr. Ohnehin lief dort BEN-HUR nach dortigen Aussagen alter Frankfurter noch um 1960 im 35mm, aber in Berlin in 70mm. :idea:

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